Montag, 22. April 2019

Foto am montag (362)

Der osterhase mal wieder.
Ich hab’s ja schon immer gewußt, daß der ein alter trunkenbold ist.

Mittwoch, 17. April 2019

Filmtip der woche

Sonneborn in Straßburg:


Der vollständigkeit halber der von ihm erwähnte film in voller länge, leider nur Englisch mit Englischen untertiteln:



Da packt einen auch neun jahre später noch das gruseln.

Dienstag, 16. April 2019

Die große katastrophe


Nachdem schüler freitags streiken, ist bereits das schlimmste eingetreten: fast die hälfte der grundschüler hat eine schlechte handschrift, wodurch zur abwechslung erneut das abendland untergeht. Unglaublich. Diese kinder heutzutage sind einfach die geborenen analphabeten! Wir hätten uns das früher niemals getraut, eine schlechte handschrift zu haben.

Wenigstens erfährt man aus dem artikel, daß es sich bei der studie eigentlich gar nicht um eine studie über die qualität von schülerhandschriften geht, sondern bloß um eine umfrage, bei der die lehrer die situation einschätzen sollten. Das läßt vermuten, daß die ergebnisse der umfrage vor dreißig oder fünfzig jahren wahrscheinlich ähnlich ausgesehen hätten, ich zumindest kann mich nicht erinnern, daß lehrer je zufrieden mit der schreibleistung ihrer schüler gewesen wären.

Marianela Diaz Meyer, die geschäftsführerin des Schreibmotorik Instituts sagt eigenartige dinge wie »Handschreiben macht schlau. Es ist wichtig, dass die Kinder mit der Hand denken.« Das ist seltsam. Zwar müssen kinder das meiste noch lernen, weil wissen leider nicht angeboren ist, aber denken tun sie trotzdem mit dem kopf und nicht mit den händen. Oder (zitat Marianela Diaz Meyer) »Beim Handschreiben – das belegen auch zahlreiche Studien – geht es um Bildung. Handschreiben unterstützt die Rechtschreibung, das Lesen, das Textverständnis, letztlich die schulischen Leistungen insgesamt.« Wer würde es anzweifeln, daß es für schulische leistungen oder bildung von vorteil ist, schreiben zu können?

Aber für das textverständnis? Wenn es notwendig wäre, schreiben zu können, um texte zu verstehen, wäre es ein sinnloses unterfangen, schreibunfähigen klein- oder vorschulkindern vorzulesen. Sie würden nichts verstehen. Und ob das schreiben das lesen unterstützt oder ob es umgekehrt ist, ist ebenfalls fraglich. Lesen und schreiben wurden nicht zu jeder zeit als zusammengehörend betrachtet: die kopisten des mittelalters, die feinsäuberich ganze bibeln abgepinselt haben, konnten häufig nicht lesen. Während die feinen herrschaften, die sich zu jener zeit bücher leisten konnten vorleser hatten, die meist des schreibens unkundig waren.

Die »digitale demenz« beklagten ihrerzeit bereits die Alten Griechen (digital von Lateinisch digitus - finger), denn durch die fingerfertigkeit, dinge aufschreiben zu können, verblöde die menschheit, weil man jeden bockmist aufschreiben könne und sich nichts mehr merken müsse. Wer weiß, was die menschheit alles wußte, bevor die schrift erfunden wurde. Nur werden wir leider nichts davon erfahren, weil nichts davon überliefert wurde.

Montag, 15. April 2019

Montag, 8. April 2019

Foto am montag (360)

Grüner zipfelfalter (callophrys rubi)

Samstag, 6. April 2019

Ende der sommerzeit

Eine der guten nachrichten in der vergangenen woche war, daß dieses blöde zeitumstellen im übernächsten jahr endlich zum letzten mal stattfinden soll. Das ist tatsächlich eine gute sache, denn das mit der »sommerzeit« war von anfang an eine schnapsidee, die nicht beim energiesparen geholfen hat, stattdessen half sie beim verschlafen und zu spät kommen, sofern man dabei hilfe braucht.

Das problem daran ist nur, daß nicht einfach zur normalzeit zurückgekehrt werden sondern in den einzelnen staaten der EU abgestimmt werden soll, welche zeit fortan dauerhaft gelten soll.

Leider sind die Deutschen nicht das schlaueste volk unter der sonne, weshalb es umfragen zufolge eine mehrheit für die sogenannte »sommerzeit« geben soll. Die idioten wollen das künstlich erzwungene früher-aufstehen-als-notwendig ganzjährig haben. Natürlich ist es eine tolle sache, wenn es an lauen sommerabenden lange hell ist und wenn man morgens nicht von lästigem licht zum aufwachen genötigt wird, dann kann man es dem bilche gleichtun und erst sehr spät im jahr aufstehen. Den meisten menschen fällt es merkwürdiger weise leichter, im dunkeln einzuschlafen als im dunkeln aufzustehen.

Wer um sechs uhr früh aufstehen muß, um rechtzeitig auf der arbeit zu sein, müßte in der ewigen »sommerzeit« die meiste zeit des jahres im dunkeln aufstehen. In Berlin haben wir es diesbezüglich noch relativ gut, denn hier geht die sonne in der »sommerzeit« vom 19. april bis zum 22. august um sechs uhr oder früher auf. In Hamburg vom 25. april bis 16. august, in München vom 29. april bis 10. august und in Köln vom 5. Mai bis zum 2. august.In Rußland wurde 2011 die »sommerzeit« dauerhaft eingeführt. Und bereits 2014 wieder abgeschafft, weil es ungesund für die leute war.

In dieser hinsicht unterscheiden sich Deutsche und Russen ganz bestimmt nicht und es wäre vernünftig, wenn man in Deutschland wenigstens in diesem fall von Rußland lernen würde.

Montag, 1. April 2019

Foto am montag (359)

Nach unfreiwilliger pause:
Erlenzeisig (carduelis spinus)

Samstag, 30. März 2019

Verdächtige vornamen

Das habe ich schon immer gewußt: geborene messerstecher heißen Michael oder Andreas. Oder Daniel. Bei Michaels und Andreassen hörstu es schon allein am namen. Das mit den Daniels wundert mich. Aber vermutlich kenne ich einfach nicht ausreichend Daniels, die sich des messerstechens verdächtig machen könnten.

Die »Arier für Dummfragen« (oder kurz AfD) mal wieder. Die wollten beweisen, daß ausländer oder Deutsche mit migrationshintergrund krimineller seien als Deutsche ohne migrationshintergrund. Das ergebnis dürfte ihnen weniger gefallen haben.

Mittwoch, 27. März 2019

Waldfrüchtejoghurtrettung

Den silberfarbenen löffel in waldfrüchtejoghurtrettung hat in diesem monat Rainer Hank mit seiner »fastenmeditation über die verschwendung« in der FAZ gewonnen, weil er einen bereits seit ca. vier wochen abgelaufenen waldfrüchtejoghurt verzehrte als er gerade nichts besseres hatte. Das ist eine meisterleistung, die gewürdigt gehört!

Nun hat der gute mann literaturwissenschaft, philosophie und, ach, auch katholische theologie studiert, weshalb er nicht nur zum thema waldfrüchtejoghurtrettung schreiben sondern zusätzlich beweisen muß, daß er den unterschied zwischen mindesthaltbarkeitsdatum und verfallsdatum nicht weiß, zur erkenntnis gelangt, daß waldfrüchtejoghurtrettung zwar ihn selbst, aber keinen hungernden Afrikaner satt macht und am schluß jedoch ganz genau weiß, daß »aber [...] der Menschheit nur Marktwirtschaft und Kapitalismus [helfen].«

Aber in ordnung. Er hat das ganze mit »fastenmeditation« übertitelt. Und »meditation« bedeutet, man wolle durch nichtdenken zur erleuchtung kommen. Nur das klappt halt immer nicht. Wie man auch an diesem beispiel gut sehen kann.

Herr Hank schreibt darüber, daß er bereits im kindergarten geld gegen den welthunger gespendet habe und beklagt sich, »[k]eine Ahnung« zu haben, »was mit dem Geld von uns Kindern passierte. Hunger und Armut in der Welt hat es jedenfalls erkennbar nicht reduziert«.

Ehrlich gesagt habe ich auch keine ahnung, was mit dem geld passiert ist, das der herr Hank in seiner kindheit in den 50er jahren den betschwestern und -brüdern hinterherwarf. Einige werden damit womöglich sogar sinnvolles angestellt haben, andere nicht. Biblische wunder bewirken konnten die nicht, sondern nur ein paar krümelchen umverteilen. Daß einfach nicht genug nahrungsmittel produziert wurden, konnten die nicht ändern. Am hungerproblem hat der fortschritt in der landwirtschaft was geändert: 1960 lebten rund drei milliarden menschen auf der welt. Von denen waren 40% unterernährt. Heute gibt es eine weltbevölkerung von fast sieben milliarden menschen. Wäre die relation gleich geblieben, müßten heute ca. zweieinhalb milliarden menschen hunger leiden. Es sind aber »nur« ca. 850 millionen. Das sind sicherlich zu viele. Vor allem, wenn man bedenkt, daß es bei den heutigen erträgen locker möglich wäre, mindestens zehn milliarden menschen zu ernähren.

Allerdings sind in armen wie in reichen ländern dank kapitalismus die menschen durch das geld von allem was sie zum leben benötigen ausgeschlossen. Nahrungmittel werden in diesem besten aller wirtschaftssysteme nicht etwa dafür produziert, einfach aufgegessen zu werden. Wie alles andere hat das zeug seinen zweck erfüllt, wenn es verkauft wurde, dann kann man es mit reinem gewissen wegschmeißen, sofern einem der sinn danach steht. Das erkennt man immer besonders gut dann, wenn irgendwo firmenmitarbeiter widerrechtlich eine halbvertrocknete käsebrötchenhälfte oder dergleichen mitgehen lassen, um sie einer sinnvollen verwendung zuzuführen und dann des diebstahls bezichtigt und rausgeschmissen werden. Der fraß ist privateigentum. Der eigentümer darf darüber verfügen, wie er will.

Dagegen hilft auch spenden und fasten und waldfrüchtejoghurtretten nicht.

Montag, 18. März 2019

Foto am montag

Entfällt heute. Internet ist kaputt:(

Alles moppelkotze!

Freitag, 15. März 2019

Fridays for Future

Oder mit 16 wählen?

Hier ein paar argumente dafür:

Natürlich kommt auch »Feinstaub-Andi« zu wort: zitat »Wir brauchen keine schulschwänzer, sondern wir brauchen eine demonstration für politik und für demokratie!« Die schulschwänzer demonstrieren jedoch eben für politik und demokratie. Nur haben sie eben eine etwas andere vorstellung von politik als der »Feinstaub-Andi«

Sehr lustig ist auch der hansel von der AfD, Bernhard Zimniok, der zwar nicht imstande ist, daß wort »Asperger« auszusprechen, aber ganz genau weiß, daß bei den »Fridays for Future«-demos schulschwänzer bejubelt werden, die chemie und physik abgewählt haben.

Man muß kein fan von Greta Thunberg sein. Was mir allerdings negativ auffällt, ist, daß sie von ihren »kritikern« keinesfalls ernst genommen wird. Mit ihrem Asperger sei sie ohnehin gestört - und überhaupt: »erpressung« sei es, wenn so ein junges ding anfange, irgendwelche forderungen zu stellen, weil man so einem »kind« kaum widersprechen dürfe. Was dann eben er grund ist, dem zu widersprechen. Sachlich befaßt sich niemand damit.

Mich stört an den »Fridays for Future«, daß die jugendlichen den politikern vorwerfen, sie würden »ihren job nicht machen.«

Doch, genau das tun sie. Die sind nämlich keineswegs dafür da, irgendwelche sinnvollen dinge zu planen, damit es den menschen, die jetzt und in zukunft leben, gut geht. Die politik ist darauf ausgerichtet, den kapitaleignern möglichst hohe erträge zu bescheren. Und dagegen hilft die senkung des wahlalters nichts, denn auch die 16jährigen können auch nur die selben scheißparteien wählen, die die über 18jährigen schon lange wählen dürfen.

Donnerstag, 14. März 2019

Junger Mann

Jetzt ist schon wieder was passiert. Aber diesmal nicht dem Simon Brenner. Sondern dem autobiographischen protagonist in Wolf Haas’ letztem roman Junger Mann, der sich mit vier jahren zum ersten mal das bein beim skifahren brach und sich dann, als dicklicher dreizehnjähriger in eine etwas zu verheiratete frau verliebt.

Den ersten teil der lesung mit Wolf Haas kann man heute ab 22uhr04 noch einmal auf WDR 5 hören, den zweiten teil gibt’s am kommenden sonntag, 17. März, um 20uhr04 oder am donnerstag, 21. märz um 22uhr04. Ist leider nicht in der mediathek.

Den ersten teil der lesung habe ich bereits gehört. Sehr lustig und empfehlenswert. Wem zwischendurch langweilig ist, kann dort in der mediathek Horst Evers trifft Martin Sonneborn anhören.

Montag, 11. März 2019

Mittwoch, 6. März 2019

Tradition und kultur geht in Deutschland mal wieder kaputt

Nach Kramp-Karrenbauers krampfwitz über intersexulle menschen meinte die transidente buchautorin Katharina Hören im Tagesspiegel:
»Auch ich habe nichts gegen Witze über inter- und transsexuelle Menschen. Wir sind ja auch nicht spaßbefreit und lachen gerne, gerade an Karneval sind wir solche Sprüche gewohnt. Doch wenn jemand Witze macht, müssen die gut sein. Der von Kramp-Karrenbauer war aber ganz und gar nicht gut.«
Gute witze und karneval? Habe ich irgendwann irgendwas verpaßt? Bisher hatte ich den immer den eindruck, daß im karneval die witze immer zäh wie scheibenkleister sind und die leute deshalb immer besonders viel schmerzmittel benötigen, weil man das ohne überhaupt nicht ertragen könnte.

Kramp-Karrenbauer verteidigte ihren »witz«:
»Wenn wir da so verkrampfen, wie wir es in den letzten Tagen getan haben, dann geht ein Stück Tradition und Kultur in Deutschland kaputt und das sollten wir nicht zulassen.«
Geradezu als wäre das witze reißen im karneval etwas anderes erzwungenes gedöns. Aber wenn’s dann schon um tradition geht: traditionell war der karneval dafür gedacht, daß sich das volk über die obrigkeit lustig macht - und nicht umgekehrt.

Dienstag, 5. März 2019

Donnerstag, 28. Februar 2019

Haare Afro, Afro haare, haare, haare

Da hat im fernsehen doch glatt eine weiße frau es gewagt, einem Afrikanischstämmigen mann an den kopf zu greifen. Mitten im fernsehen - in einer kuppelshow, unfaßbar.
Zitat Thembi Wolf:»›Ich muss‹, setzt sie an.

Tu's nicht!

›...deine Haare...‹

NEIN! Du musst gar nichts! Finger weg!

›...nochmal anfassen. Die sind sooo toooll!‹

Grapsch! Ernestine wuschelt dem Bachelor durch den kurzen Afro.«
Unglaublich. Da begibt sich ein nicht-weißer mann, ex-sportfuzzy, der offenbar um jeden preis ins fernsehen will, in eine show, in der er von einer horde weiber belagert wird und wird unsittlich am kopf berührt.
Zitat Thembi Wolf:»[...] trifft vor allem Frauen, mit Afrokrause oder typisch schwarzen Haarstyles wie geflochtenen Zöpfchen. Aber eben auch schwarze Männer [...]«
Nein. Das trifft keineswegs bloß frauen mit Afrokrause und typisch schwarzen haarstyles und schwarze männer, sondern auch personen, die weit davon entfernt sind, irgendwie Afrikanisch auszusehen und auch überhaupt keine »typisch schwarze« frisur haben.
Zitat Thembi Wolf:» [...] Aber das ungefragte Haareanfassen sagt auch: Du bist mir fremd. Du bist exotisch. Ich glaube, das Recht zu haben, dich anzufassen. Du bist dafür da, meine Neugierde zu befriedigen. Damit macht man sein Gegenüber zum Objekt. Ungefragtes Haareangrapschen ist grenzüberschreitend. Ein No-Go.«
Völlig richtig. Haareangrapschen, vor allem, wenn es ungefragt passiert, ist übergriffig und verbietet sich von selbst. Es sind aber nicht allein die verkommenen, rassistischen Europäischen bleichgesichter, die sich Afros gegenüber nicht benehmen. Leider sind Afrikanische männer gelegentlich auch nicht besser und führen sich auf, als hätten sie noch nie einen Mitteleuropäischen menschen gesehen und meinen die haare fremder anfassen zu »müssen«.
Mitteleuropäerin, die maßnahmen gegen das
in-die-haare-grapschen ergriffen hat.
Allerdings wäre ich eher nicht auf die idee gekommen, daß es sich um rassismus handelt. Denn ich bin mir relativ sicher, daß die mecs wahrscheinlich einen Mitteleuropäischen, blonden, jungen mann mit »des yeux bleus très sympathiques« höchstwahrscheinlich eher nicht angegrapscht hätten, weshalb ich so naiv war, das haareanfassen für eine ganz normale belästigung zu halten.
Zitat Thembi Wolf:»Denn das Haare-anfassen ist, gemeinsam mit der ›Wo kommst du wirklich her?‹-Frage wahrscheinlich die am meisten verbreitete Form von Alltagsrassimus.«
Die »wo-kommst-Du-her-frage« soll eine form von alltagsrassismus sein? Wenn sich, beispielsweise, ein Bayer und ein Holsteiner in Köln in einer kneipe kennenlernen, sie sind beide vor einiger zeit dort hingezogen, sprechen aber nicht den ortsüblichen dialekt, ist es nicht völlig unwahrscheinlich daß sie darüber reden, wo sie herkommen. Und wenn einer von den beiden zufällig eine Afroamerikanische oma hat, wird aus einem an sich harmlosen alltagsgespräch plötzlich alltagsrassismus? Das ist seltsam.
Zitat Thembi Wolf:»Meist bleibt es ja auch nicht beim ›Darf ich mal anfassen?‹. Oft folgt ein erniedrigender Vergleich der Haare mit Haushaltsmaterialien (Wolle, Watte, Stroh) oder Tieren (Schaf, Pudel).«
Solche vergleiche sind grenzwertig. Nur wo hört kränkung/beleidigung auf und wo fängt rassismus an? Rothaarige weiße haben häufig ähnliche probleme, daß sie mit nicht unbedingt freundlichen vergleichen bedacht werden: ferkelblond, haut von der farbe eines schweins, weiß wie ein handkäs’, haare wie ein roter köter oder sprüche wie »rote haare, sommersprossen sind des teufels volksgenossen«. Von wenig freundlichen spitznamen, die diese leute dann schnell weghaben ganz zu schweigen. All das ist genau so verletzend und beleidigend gemeint, wie es sich anhört. Nur ist das eben kein rassismus, sondern schlicht und ergreifend menschliche dummheit, daß menschen, die bestimmten normvorstellungen nicht entsprechen, ausgegrenzt und erniedrigt werden.
Zitat Thembi Wolf:»›Don’t touch my hair‹ steht auf T-Shirts und auf Plakaten bei Black-Lives-Matter-Demos. Es gibt Kinderbücher, die so heißen. Dass jeder das Recht auf seinen eigenen Körper hat, müssen schwarze Kinder früh lernen, denn gerade in kleine Afros wandert gern mal eine fremde Hand, während man an der Ampel oder Supermarktkasse steht.«
Falsch. Nicht nur schwarze kinder müssen früh lernen, daß sie ein recht auf ihren eigenen körper haben, sondern alle kinder. Die unart, fremden kindern über den kopf zu streicheln, ob die das nun möchten oder nicht, ist unabhängig von der farbe relativ weit verbreitet.
Zitat Thembi Wolf:»Die Verantwortung zum respektvollen Umgang liegt daher bei den Menschen ohne Afrohaare.«
Logisch. Wegen Europäischer haarfarbe und frisur ist man vollumfänglich verantwortlich für das betragen und die missetaten, die ähnlichaussehende begangen haben, während Thembi Wolf selbstverständlich nichts dafür kann, wenn menschen mit tollen Afrohaaren meinen, ungefragt Europäische haare anfassen zu dürfen.

Der zitierte artikel fing eigentlich so an.
Zitat Thembi Wolf::»Es passiert, wenn man es am wenigsten erwartet. Wenn das Bier kaltgestellt und die Pizza im Ofen ist. Wenn der Kopf eigentlich ausgeschaltet ist – und der Fernseher an, [...]«
Hoffentlich schaltet frau Wolf ihren kopf auch wieder ein. Dann müßte es ihr eigentlich auffallen, daß bei RTLfernsehshows respektvoller umgang ohnehin meist durch abwesenheit glänzt. Und das sogar völlig unabhängig von farbe und frisur.

Mittwoch, 27. Februar 2019

Riesenrechenkunststück

Damit alles seine ordnung hat, müssen vom JobCenter auch kleine beträge unter 50 euro und seit ende 2014 auch kleinstbeträge unter 7 euro von den h4empfängern zurückgefordert werden.

Immerhin hat das zurückforden dieser kleckerbeträge im vergangenen jahr rund 18 millionen euro eingebracht. Und an verwaltungskosten bloß rund 60 millionen euro gekostet. Der staat läßt sich die soziale gerechtigkeit schon etwas kosten, schließlich wäre es ungerecht, wenn auch nur ein hartzer drei cent zu viel bekäme.

Derartige rechenakrobatik kann sich einer allein selbstredend nicht ausdenken. Dafür benötigt man schon zwei: A.Nahles und Die Schwarze Null auf Rädern.

Montag, 25. Februar 2019

Sonntag, 24. Februar 2019

Alban Berg: Lulu

Vor vierzig jahren wurde Alban Bergs im 3. akt unvollendete oper Lulu erstmals in der von Friedrich Cerha fertiggestellten version aufgeführt.

An dieser stelle die originalversion unter der leitung von Pierre Boulez:



Das libretto stammt von Alban Berg nach texten von Frank Wedekind. Wedekind war gesellschaftskritisch, seine texte galten häufig als anstößig und wurden wegen sittenwidrigkeit zensiert.

Sicherlich nicht musik für jeden. Aber sehr interessant.

Donnerstag, 21. Februar 2019

Neue weltrettungsdiät

Forscher haben herausgefunden, mit welcher diät man nicht nur das universum, den planeten und den ganzen rest retten kann, sondern auch sich selbst.

Folgendes soll man täglich essen: 300g gemüse, 250g milchprodukte, 232g vollkornprodukte, 200g früchte, 125g (wal)nüsse und hülsenfrüchte, 50g fette und öle, 50g kartoffeln, 32g zucker (läßt sich nicht so genau ablesen in der grafik) 29g hühnchen, 28g fisch, 14g rotes fleisch, 13g eier.

Da wirft sich die frage auf, weshalb zucker eigentlich für die ernährung notwendiger sein soll als ei, rotes fleisch, fisch oder hühnchen. Im grunde müßte man überhaupt keinen zucker essen, denn an kohlenhydrate kommt man auch auf anderem wege - die kommen schließlich in allen lebewesen vor.

Nüsse soll man essen. Walnüsse. Was denn nun? Nüsse oder walnüsse? Die früchte der walnuß sind botanisch gesehen keine nüsse, sondern steinfrüchte und das zeug, das vom menschen gegessen wird, ist das innere des steins, genau so wie bei mandeln, die ebenfalls keine nüsse sind. Nüsse hingegen sind beispielsweise die lustigen kleinen dingerchen, die außen auf den erdbeeren sitzen, kein witz. Keine ahnung, wie viele man von denen bräuchte, um die 50g an nüssen, die man täglich essen soll, voll zu kriegen. Dafür benötigt man sicherlich einen recht großen erdbeerberg.

Im verlinkten Zeitartikel wird gefragt »Wie viel Ei sind 13 Gramm?« Ist doch ganz einfach. Ungefähr ein halbes döschen störrogen. Fischeier sind auch eier - und da kommt es dann auf die qualität an, wie viele es sind. Es ist nicht bekannt, ob das schon mal irgendjemand abgezählt hat. Ansonsten sind 13 gramm ei geringfügig mehr als ein wachtelei. Wachteleier wiegen ca. 8 bis 12 gramm, das bißchen weniger wird wohl niemanden umbringen. Und weil wir am tag 29g hühnerfleisch essen dürfen und eine ordentliche bratwachtel ca. 80g auf die waage bringt, kann man jeden zweiten tag so einen miniaturbroiler essen - wiegt zwar ein klein wenig mehr, das gewicht enthält aber auch knochen und die zählen nicht.

Netter speiseplan, der echt voll ausbaufähig ist, wenn man nur ein klein wenig fantasie hat. Die welt wird das allerdings genau so sehr retten wie christliche fastengebote oder veganismus.

Montag, 18. Februar 2019

Samstag, 16. Februar 2019

Ente oder keine ente?

Der Österreichische physiker und wissenschaftspublizist Florian Aigner hat derzeit ein problem. Er wird von einem homöopathen beschuldigt, ihm ungefragt über amazon sein buch gesendet zu haben und wurde deshalb des stalkings bezichtigt.

Fast habe ich gedacht, denen bei futurezone wäre so ein bißchen die fantasie durchgegangen, denn ein homöopath, der obendrein auch noch Quak heißt, dr Quak gar, erschien mir jedenfalls verdächtig. Aber wenn man eine launige geschichte über einen homöopathen schreiben wollte, wäre es im grunde eher fad, die hauptfigur so zu nennen. Und den homöopathen dr Quak scheint es tatsächlich zu geben. Also eher keine ente.

Bei manchen menschen ist der name offenbar programm.

Montag, 11. Februar 2019

Sonntag, 10. Februar 2019

Reich durch aufräumen

»Ich liebe Unordnung« sagt aufräumberaterin Marie Kondo. Seltsam. Ich nicht. Bei ihr sieht alles picobello aufgeräumt aus, bei mir hingegen nicht. Verkehrte welt. Liegt halt daran, daß die daraus ein lukratives geschäftsmodell entwickelt hat, während ich mit meiner zeit besseres anzufangen weiß, als den putz- bzw. aufräumteufel zu spielen.

Was mich wundert, ist, daß man mit so einem scheiß knete machen kann. Binsenweisheiten wie »kleidung, die Du seit zwei jahren nicht getragen hast, kannst Du wegwerfen« oder »bücher, die Du gelesen hast, brauchst Du nicht mehr«, gab es bereits im letzten jahrtausend und waren auch damals schon falsch, schließlich kann man auch bücher wegwerfen, die man noch nicht gelesen hat, wenn man nicht vorhat, es noch zu tun.

Hinzu gesellt sich die schulmädchenweisheit »behalte nur, was Dich glücklich macht.« Sind bücher, wie z.b. Kompendium Mediendesign, PHP in a Nutshell oder auch Der Kontenrahmen irgendwie dafür gedacht menschen glücklich zu machen? Ganz bestimmt, denn wegwerfen kann ich sie nicht. Kauft Euch einen Kontenrahmen, der macht glücklich. Alle werden Euch drum beneiden, denn betriebswirtschaftliche auswertungen sind das schönste wogibt. In so einem buch schmökert man sonntagnachmittags bei einer tasse kaffee immer wieder gern, obwohl es eigentlich längst klar sein sollte, daß in jedem fall irgedwie die gewinn- und verlustrechnung, die alte tunichtgütin, dahintersteckt.

Bekanntermaßen macht geld nicht glücklich. Dafür ist es zwar überhaupt nicht gedacht, aber trotzdem könnten die reichen mal ihre konten aufräumen. Ich wäre durchaus bereit, am ende den papierkorb zu entleeren.

Donnerstag, 7. Februar 2019

Altpapierproduzentin

Kaum bin ich mal wenige stunden nicht am bildschirm, hat sich schon wieder schreckliches ereignet: die königin der schmonzette, Rosamunde Pilcher, ist gestorben.

Vor ca. einem vierteljahrhundert bekam ich mal ein buch von der geschenkt. Nach ungefähr einer halben seite hatte ich den eindruck, daß es ein irrglauben ist, daß lesen bildet und gab das ding ins altpapier.

Mittwoch, 6. Februar 2019

Töff töff – Hurra!

Ein beitrag zur diskussion ums tempolimit:

»Puff puff puff und töff töff töff –
Kindsgeschrei und Hundsgekläff!
Durch die Linden rase, rase!
Patriotisch, mit Emphase!
Hurra, hurra! Ganz Berlin
stinkt nach Gummi und Benzin.

Holla, holla, Polizei!
Halte Platz und Straßen frei,
daß das Auto nicht mehr weichen
oder stolpern über Leichen
braucht, denn das gab erst Geschrei
und 'ne Straßenschweinerei.

Maul gehalten, Bürgersmann!
Was gehn dich die Autos an?
Schleunigst ran zu Huldigungen,
»Deutschland, Deutschland« mitgesungen!
Andernfalls fliegst du ins Loch.
Hurra, hurra – dreimal hoch!

Tutend, pustend kommt's gesaust,
Jubel und Begeist'rung braust.
Mütter krähen, Väter niesen:
Deutschlands Treue ist erwiesen.
Kindsgeplärr und Hundsgekläff –
Deutschland – hoch! hurra! töff töff!«

Das könnte glatt aus dem jahr 2019 stammen, wurde aber tatsächlich schon 1903 geschrieben. Und zwar von Erich Mühsam.

Montag, 4. Februar 2019

Freitag, 1. Februar 2019

Kein Fehler

Aus dem gestern verlinkten artikel vom Deutschlandfunk:

Zitat: »Da fällt mir auch die Zuschrift eines Mannes ein, wohl gemerkt, der zurecht sehr empört darüber war, dass wir mal geschrieben haben, dass Soldaten bei der Bundeswehr keine Burkas tragen dürfen. – Siehst Du den Fehler?«

Nein, da ist kein fehler. Es ist allen angehörigen der Bundeswehr, unabhängig vom geschlecht, nicht erlaubt, burkas zu tragen. Ansonsten wäre es vielleicht eine idee für den soldaten, wohl männlicher natur, der gern lange haare tragen würde, das aber nicht darf, einfach die haare unter einer burka vor dem arbeitgeber zu verbergen.

Wenn das langhaarverbot für männer gilt und das burkaverbot für frauen, liegt es doch auf der hand, das kreativ zu nutzen.

Donnerstag, 31. Januar 2019

Biertrinkende radfahrende

Gendergerechte sprache, neulich im Deutschlandfunk: »Unter geschicktgendern.de finden sich für viele Begriffe auch gender-gerechte Alternativen. Ich habe da mal nachgeschaut: Für Bürgermeister wird dort zum Beispiel das neutrale Stadtoberhaupt empfohlen, oder für Mieter Mietperson, oder für Zeuge bezeugende Person.«

Den begriff »bügermeister« kann man sicherlich auch durch »stadtoberhaupt« ersetzen. Aber wenn Dinge die man mit einem kurzen begriff ausdrücken kann durch blähwörter künstlich aufgepustet werden, wird es blöd. Sicher kann man die begriffe »zeuge« oder »bezeugende person« synonym verwenden. Der kürzere begriff ist besser, weil man mit längerem gefasel dem leser oder hörer (achtung ich gendere selbstverständlich nicht) zeit stiehlt und das ist schlechter stil. Anstatt »mieter« »mietperson« zu sagen, geht überhaupt nicht. Eine wohnung, die man mieten kann, ist eine »mietwohnung«. Ein auto, das man mieten kann, ist ein »mietauto«. Für politiker, die sich gegen geld in talkshows den hintern plattsitzen und wirtschaftsfreundliche phrasen dreschen, wurden vor einigen jahren mit dem begriff »mietmaul« bedacht. Der sprachlogik folgend, ist eine »mietperson« nicht mieter einer sache, sondern ist eine person, die gemietet werden kann. Wofür auch immer.

Den begriff »geschickt gendern« kann man offenbar synonym mit »ungeschickt sprechen (oder schreiben)« verwenden.

Die seite »geschicktgendern.de« hat ziemlich viele merkwürdigkeiten im programm. Anstatt »mädchen für alles« soll man lieber »person für alles sagen«. Jedoch bezieht sich dieser begriff überhaupt nicht auf das geschlecht, sondern auf die tätigkeit, nämlich alle anfallenden arbeiten erledigen zu müssen. Oder, um noch ein beispiel zu nennen, sei das wort »apotheker« im plural diskriminierend und man solle stattdessen »arzeineikundige« sagen. Meines wissens ist »apotheker« jedoch eine geschützte berufsbezeichnung, so darf man sich nur nennen, wenn man ein pharmaziestudium erfolgreich abgeschlossen hat, als »arzeneikundig« hingegen kann sich jeder bezeichnen, der schon mal eine giftpflanze geraucht hat und meint, eine heilende wirkung entdeckt zu haben. Eine derartige aufweichung von begriffen ist nicht nur sprachlich meschugge, sondern unter umständen lebensgefährlich. Sofern es irgendwelche apotheker gibt, die dem dritten geschlecht angehören, dürften die sich herzlich bedanken für die entwertung des begriffs für ihren beruf. Also ich zumindest würde das tun.

Seit einiger zeit werden in Berlin verkehrsinfos geschlechtsneutral formuliert. So werden aus fußgängern zufußgehende und aus radfahrern radfahrende.

Zum glück ist’s bald wieder frühling. Dann sind an schönen tagen wieder sämtliche biergärten vollgestopft mit radfahrern, die sich die hucke vollsaufen. Oder eben mit biertrindenken radfahrenden, wie man gendergerecht sagen müßte. Nur habe ich bei diesem begriff eben ein anderes bild vor augen: ein kleines dreißigliterfäßchen auf dem gepäckträger, den zapfhahn am lenker, steigt der biertrinkende radfahrende keineswegs vom sattel, um sich dem konsum legaler drogen zu ergeben und erledigt sein trinkendes tagewerk der einfachheit halber gleich während der fahrt.

Das wäre vielleicht gut für die zufußgehenden, die später in ihrem leben einmal biergartengenießende werden möchten. Für die wäre sonst womöglich kein platz.

Mittwoch, 30. Januar 2019

Seid einig! Alter bilderwitz

Neulich ist mir was passiert. Ich bekam eine ausgabe des graphischen werkes Adolph von Menzels geschenkt. Und einen bleistift. Weil ich auch mal was zeichnen soll. Ob letzteres eine wirklich gute idee ist, weiß ich nicht. Erfreulich ist, daß es leute gibt, die verrückt genug sind, derartiges zu verschenken und ausgerechnet mir, mit dem freundlichen kommentar, daß ich doch bestimmt viel freude am betrachten der bilder des Alten Fritz hätte, weil ich den Preußischen adel ja so sehr schätze.

Und tatsächlich war Menzel mir hauptsächlich genau dafür geläufig. Nicht bekannt war mir bisher, daß er in jungen jahren auch humoristisches zeichnete. Am besten hat mir folgendes gefallen:

»Der unterschied zwischen allopathie und homöopathie.«
Das bild ist 1833 entstanden, also noch zu lebzeiten Hahnemanns - und von meister Hahnemann scheint Menzel nicht übermäßig viel gehalten zu haben, aber sehr gut getroffen.

Montag, 28. Januar 2019

Foto am montag (352)

Waschbär (procyon lotor).

Zum geburtstag ein gruß an einen, der es höchstwahrscheinlich jetzt nicht mehr sehen kann.

Sonntag, 27. Januar 2019

Gleis 17

Am idyllisch gelegenen Bahnhof Grunewald in Berlin, gibt es etwas zu sehen, worüber man sich gruseln kann.
Das gleis 17:
Auf den rändern der bahnsteige stehen die zahlen, an welchen tagen, wie viele menschen hier in waggongs gepfercht und abtransportiert wurden, um ermordet zu werden.

Freitag, 25. Januar 2019

Das ist ja herrlich - das ist ja schrecklich!

Juhu, juhu. Im feiertagsfaulen Berlin gibt es ab sofort einen neuen feiertag. Einen nichtreligiösen, was ich persönlich sehr begrüße: Den frauentag.

Das ist super, es gibt als arbeitsfreien tag nicht mehr bloß den »männertag«, sondern zusätzlich auch noch den »frauentag«.

Das ist ja herrlich!

Aber warum muß das ausgerechnet der 8. März sein? Kann man da im freien feiern, picknicken gehen oder im park bier trinken? Eher nicht. Da friert einem im zweifelsfall der arsch an der parkbank fest. Das ist’s, was sie den weibern gönnen!

Das ist ja schrecklich!

Donnerstag, 24. Januar 2019

Montag, 21. Januar 2019

Sonntag, 20. Januar 2019

Ultraschall

Im grunde fängt das jahr erst so richtig an, wenn das Ultraschall-Festival stattfindet. Das ist ein festival für Neue Musik. Das gibt es inzwischen seit zwanzig jahren und hoffentlich noch sehr lange.

Andreas Göbel, der kurator des festivals sagte im interview dazu folgendes: »Aber die Neue Musik ist so faszinierend, so verschieden und so spannend. Man muss nicht unbedingt vorher viel darüber wissen. Das Einzige, was man braucht, ist Neugier, sich einlassen wollen auf etwas Neues.«

Genau das ist’s, was mir am Ultraschall spaß macht, einige komponisten oder stücke kenne ich - und möchte das einmal live auf der bühne erleben. Das meiste kenne ich nicht, für mich ist das eine gute sache, musik zu hören, die ich nicht kenne. Solche überraschungskonzerte sind genau mein fall, weshalb ich mich gestern abend beim radiohören ärgerte, daß ich einmal mehr zu faul war, einfach hin zu gehen.

Zum glück ist heute abend auch noch ein tag. Wenigstens das abschlußkonzert. Man kann es ab 20 uhr auch live im Deutschandfunk Kultur hören.

Das eröffnungskonzert kann aber auch nachgehört werden. 

Viel spaß damit!

Dienstag, 15. Januar 2019

Karl und Rosa


Das dokumentarspiel »Der Fall Liebknecht - Luxemburg. Darstellung eines Offiziers-Komplotts« aus dem jahr 1969.
Erster teil:


Zweiter teil:

Montag, 14. Januar 2019

Sonntag, 13. Januar 2019

15 jahre »Gutes Wedding - schlechtes Wedding«

Wer mal nach Berlin kommt und feststellen muß, daß das Brandenburger Tor bereits von anderen touristen weggeglotzt wurde, der Ku’damm eigentlich langweilich ist und die meisten dinge, die man sonst dort tun kann viel zu teuer, könnte auch mal über die Müllerstraße auf dem Wedding flanieren. Das ist der »Ku’damm des Nordens«. Echt voll Wedding - und dort laufen sogar Berliner frei herum.

Wenn man in richtung des südlichen endes der Müllerstraße am Kurt-Schumacher-Haus die SPD rechts liegen läßt, findet man das kleine Prime Time Theater. Dort läuft seit inzwischen 15 jahren das serientheaterstück »Gutes Wedding, Schlechtes Wedding« - insgesamt 120 folgen. Ich bin eher kein seriengucker, habe aber doch über die jahre hinweg die eine oder andere folge gesehen. Es macht wenig, wenn man noch nie zuvor oder lange nicht mehr dort war, denn am anfang gibt es immer eine kurze videozusammefassung, was passiert ist - und schon ist man auf dem laufenden.
Natürlich ist das kein politisches kabarett, sondern comedy, ulk, quatsch. Oft recht überdreht und schrill. Aber weil es gegen Prenzlauer Berg und dessen inzwischen recht merkwürdige bewohner geht, sind immer etliche witze über esoteriker, impfgegner oder dergleichen drin. Und das gefällt mir zufällig.

Gelegentlich gibt es auch sonderfolgen, klassiker, wie letzens Hamlet, der dann aber eben problemprinz aus dem Wedding ist... und die ganze geschichte erstaunlich nah am original. Schließlich wußte doch schon Shakespeare, daß soja für die Weddinger von übel ist.

Originalfilmschnipsel aus dem theaterstück. In welchem zusammenhang das in dem stück vorkommt, verrate ich natürlich nicht. Schließlich wird das stück mitte märz wieder gespielt und da wäre es schlecht, wenn der witz vorher schon weg wäre.

Die preise sind für Berliner verhältnisse moderat: im vorverkauf 19€ für die reguläre karte, 14€ für die ermäßigte, sozialtickets für 8€, an der abendkasse 2€ teurer.

Bemängelt wird gelegentlich, daß es freie platzwahl gibt und man früh erscheinen muß, um einen gescheiten platz zu kriegen, und die bloß getränke verkaufen und kasse machen wollen. Ja, von irgendwas muß auch das »Prime-Time-Theater« leben. Aber niemand muß dort irgendwas konsumieren. Man kann dort um 19 uhr rein gehen, den platz, den man haben möchte mit einem halstuch oder so besetzen und dann bis 20.15 spazieren gehen.

Aber wer kein bier dort trinkt, verpaßt etwas. Die molle macht 3€50.
Für das, was man bekommt, ein äußerst anständiger preis. Es gibt bier aus einer kleinen Weddinger brauerei, das es nicht in flaschen zu kaufen gibt - und es ist kein ungenießbares craftgedöns, das nach aprikosen oder so schmeckt, sondern ein richtig ordentliches pils. Und die molle darf man ganz in ruhe auch im theatersaal austrinken.

Dem kleinen »Prime-Time-Theater« wünsche ich noch viele gute jahre.

Dienstag, 8. Januar 2019

AfD und klima

Eigentlich gar nicht lustig:



Haarsträubend, was diese figuren vom AfDnahen EIKE e.V. zusammenfaseln. Bisher war mir entgangen, daß MdB Phillip Lengsfeld von der CDU, ehemaliges mitglied der GrünPartei und angeblich promovierter physiker, fürsprecher dieses vereins ist. Da packt einen das gruseln.

Montag, 7. Januar 2019

Samstag, 5. Januar 2019

Frauen im krieg

Seit anfang des jahres werden vier der fünf größten rüstungskonzerne der USA von frauen geführt. Und auch im Pentagon säßen immer mehr frauen an den hebeln. Telepolis berichtete darüber .

Am schluß des artikels kam herraus - welch überraschung - zitat: »Die heutigen Frauen machen aus Schwertern keine Pflugschar, sie wollen nur demonstrieren, dass sie genauso gut oder besser die Mittel zum Töten bereitstellen oder günstig kaufen können.«

Was denn sonst? Wenn es darum ginge, die bereitstellung der mittel zum töten einzustellen, bräuchte man nicht unbedingt frauen, die das umbringen von menschen effizienter gestalten, sondern, ohne geschlechtsspezifische vorurteile, pazifisten oder zumindest antimillitaristen, die die produktion von waffen abwickeln. Aber da drum geht es nicht.

Man erinnere sich an die Thatcherära. Die Thatcher hat damals schon gezeigt, daß frauen in führungspositionen nicht im traum an pflugscharen denken. Sie führte schmutzigen krieg nach außen - und nach innen. Beim Miners' Strike 1984/1985 führte sie krieg gegen die bergarbeiter und zerstörte deren gerwerkschaftliche organisation. Auch mit weibern in den obersten positionen darf man immer mit allen freundlichkeiten rechnen.

Das ist die bürgerliche emanzipation: frauen ist es erlaubt, jedwede sauerei, die männer anrichten können, ebenfalls zu tun - für keinen pfennig mehrwert.

Dienstag, 1. Januar 2019

2019

Gerade hatte ich angefangen, mich an 2018 zu gewöhnen, da war es auch schon wieder vorbei. Aber immerhin hat mir der letzte nachmittag des jahres gefallen.

Eigentlich wollte ich nur für ein paar stunden ins »knallfaule« reisen, weil ich mich zu hause seit tagen fühle als säße ich im betonbunker unter hartem beschuß. Zu sehen gab es bei meinem kleinen ausflug folgendes:
Im grunde kranichbeobachtung für warmduscher. Das foto zeigt nur einen winzigen ausschnitt von den vielen die zu sehen waren, es waren ungefähr zehn mal so viele.

So genannte 'gute Vorsätze' (sporteln, abnehmen, verzichten, kasteien, selbstoptimieren…) sind Bullshit. Funktioniert in 98 von 100 Fällen eh nicht. Schreibt kollege Stefan und dann im gleichen atemzug: »Es bringt einen viel weiter, sich fest vorzunehmen, allein oder mit lieben Menschen was Schönes zu unternehmen. Oder überhaupt anderen mal eine Freude zu machen.«
Letzteres ist ein extrem guter vorsatz. Ich habe bereits letzte woche damit angefangen, genau das zu tun.

Frohes neues!