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Samstag, 30. Oktober 2021

Nase vorne

Ehrlich gesagt habe ich mich, wo es nur möglich war, um coronatests herumgedrückt. Um so seltsamer fand ich es, daß die für die »nase vorne« gedacht sind:
Dabei kommt man auf die idee, daß es auch »nase hinten« gibt. Aber wen betrifft das? Die covidioten, denen man das kräglein umgedreht hat und deshalb in die falsche richtung gucken und die nase hinten haben?

Sonntag, 19. September 2021

Die pandemie in murksdaten

Das video des sich »Erbsenzähler« nennenden habe ich mir nicht einmal ganz angeschaut, weil es mich genervt hat, daß da schon wieder ein oberschlauer mit längst widerlegtem um die ecke kommt. Es ist ermüdend, daß immer wieder mit denselben, falschen methoden versucht wird, die pandemie weg- oder wenigstens klein zu lügen, diesmal mit der behauptung, daß man ja nur ganz nüchtern die »rohdaten« betrachte.

Weil das video recht weit verbreitet zu sein scheint, hier das video des Volksverpetzers, der sich die mühe gemacht hat, den ganzen quatsch zu widerlegen:

Mittwoch, 15. September 2021

Hirntot in den nichdenkseiten 2

Gestern schrieb Jens Berger unter dem titel ›Infektion‹ oder ›Booster-Immunisierung‹? – eine absurde Debatte legt die Sinnlosigkeit der deutschen Corona-Politik offen in den nichdenkseiten, daß prof. dr. Christian Drosten am vergangenen freitag in seinem podcast gesagt habe, daß eine coronainfektion für doppelt geimpfte nicht nur kein problem, sondern sogar wünschenswert sei. Tatsächlich war der podcast von anfang des monats und das thema im prinzip schon abgefrühstückt, aber egal. Berger führte einmal mehr vor, was die leute von der »ich-höre-immer-nur-das-was-ich-hören-will-fraktion« drauf haben: man pickt sich ein zitat raus, reißt es aus dem kontext des eigentlich gesagten und staucht es so weit zusammen, bis es das aussagt, was einem paßt.

Christian Drosten hat folgendes gesagt
zitat prof. dr. Christian Drosten: »Also niemand kann in England im Moment sagen, ob es nicht doch noch mal einen kleinen Shutdown bestimmter Bereiche für kurze Zeit braucht, so moderierende Maßnahmen. Ich glaube aber, insgesamt besteht im Moment für England und in England die Hoffnung, dass man das [bezieht sich auf mehr als 80% impfquote] jetzt im Herbst erreichen könnte, weil eben bestimmte Dinge erreicht worden sind in Form von Immunität, sowohl durch natürliche Infektion als auch durch Impfung. Da sind wir nicht. Und ich hatte gehofft, dass wir da schon sein könnten.

Und wir müssen uns einfach klarmachen, wir werden das, was wir jetzt erreicht haben, auch wieder ein bisschen verspielen, wenn wir jetzt nicht die Gelegenheit nutzen. Denn dieses Springen über die Schwelle in die Endemizität, das hält die Vakzine auch nicht für immer für die Gesamtbevölkerung bereit. Sondern der Impfschutz wird ja auch wieder ein bisschen schlechter werden nach einer Zeit. Und natürlich kann man sagen: Gut, da muss man wieder nachimpfen.

Aber eigentlich ist es nicht das Ziel für alle Zeiten, immer impfen zu müssen. Ich glaube, dass die Mehrheit der Infektionsbiologen und Mediziner im Moment sagt: Wir müssen eigentlich die endemische Situation als eine Erkältungssituation betrachten. Das heißt, wir sind aber dann auch in der Situation, dass unser Immun-Update, also die Booster- Immunisierung, eigentlich nicht hier passiert, sondern durch immer wiederkehrende Kontakte mit dem Virus und dass die Bevölkerungsimmunität auch immer belastbarer wird, weil dann sind es hier wirklich Infektionen.

Und da kriege ich dann Schleimhautimmunität, die ortsständig ist. Da sind dann eigene T-Zellen, die dort sitzen, lokale B-Zellen, die dort lokal Antikörper machen. Also diese Infektionsimmunität, die ist auf Dauer robuster.
[hier beginnt Bergers zitat] Mein Ziel als Virologe Drosten, wie ich jetzt gerne immun werden will, ist: Ich will eine Impfimmunität haben und darauf aufsattelnd will ich dann aber durchaus irgendwann meine erste allgemeine Infektion und die zweite und die dritte haben. [das spart Berger aus] Damit habe ich mich schon lange abgefunden. [hier geht Bergers zitat weiter] Und dann weiß ich, bin ich richtig langhaltig belastbar immun und werde nur noch alle paar Jahre überhaupt mal dieses Virus sehen, genau wie ich die anderen Coronaviren auch immer mal wieder sehe. [hier endet Bergers zitat] Das kann ich als relativ gesunder Erwachsener so für mich verantworten.

Es gibt andere Bevölkerungsgruppen, die können das natürlich nicht. Aber ich kann das für mich selbst, für meine eigene Gesundheit auch nur verantworten, weil ich jetzt zweifach geimpft bin. Und ich muss zugeben, ich wäre gerne auch noch ein drittes Mal geimpft.

Aber hier würde ich als Bürger dann auch sagen: Meine dritte Impfdosis geht erst mal nach Afrika. Aber leider ist es eben so, dass sich viele Leute jetzt auch nicht klargemacht haben, dass wir das nicht bevölkerungsweit im Moment machen können. Die Eigenverantwortung, die ja auch in der Politik immer so stark betont wird, können viele Leute nicht übernehmen, denn sie werden im Nachhinein, wenn sie einen schweren Verlauf durchmachen mussten, sagen: Hätte mir das jemand richtig erklärt, dann hätte ich die Eigenverantwortung anders gewählt.«
Das ist etwas völlig anderes als das, was Berger behauptet. Dann erklärt er, daß das alles nicht neu sei und »Experten, wie beispielsweise Hendrik Streeck, Alexander Kekulé oder Klaus Stöhr schon lange als Ausweg aus der Pandemie beschreiben.« Sicher, allein der doofe Drosten hat das die ganze zeit blockiert. Fakt ist, daß die herren Kekulé und Streek diesbezüglich ebenfalls schon interessengeleitet mißverstanden wurden. Dann muß Berger sich natürlich auch noch dahingehend versteigen, daß wir in wirklichkeit eine ganz toll hohe impfquote hätten. Mindestens 77%, wenn nicht mehr und überhaupt sei selbige politisch gewollt unterschätzt und im nächsten absatz sind es dann schon 80 plus prozent. Irgendwelche aktuellen quellenangaben? Fehlanzeige. Einfach nur mal so behauptet.

Wer sollte die maßnahmen länger als notwendig beibehalten wollen? Außer den figuren, die hier seit rund achtzehn monaten auf die kacke hauen und das maßnahmengegnertum als geschäftsmodell entdeckt haben, hat niemand was davon, diesen zustand länger aufrecht zu erhalten, als man muß. Die aktuelle impfquote der über zwölfjährigen liegt bei etwas über 70%.
quelle: ntv
Die Dänen scheinen ein etwas klügeres völkchen zu sein als die Deutschen, die haben vernunft walten lassen, haben die maßnahmen akzeptiert - sie hatten, im gegensatz zu dem was hier immer gern behauptet wird, einen härteren lockdown als wir - haben bei den über zwölfjährigen eine impfquote von 86% und konnten so die pandemische lage beenden.

Am schluß kommt die frage, wer durch die maßnahmen »geschützt« werden solle. Das ist doch nicht so schwer zu beantworten: die leute, die in den krankenhäusern arbeiten. Denen ist es nicht zuzumuten, daß sie wegen einer horde selbstherrlicher vollkoffer schon wieder bis zum umfallen arbeiten müssen. In Amiland sind wegen solcher figuren die kliniken schon wieder überfüllt, und es ist eine relativ gute idee, das hier zu verhindern. Ich habe keine angst, mich zu infizieren, denn es ist unwahrscheinlich, daß ich einen schweren verlauf haben würde, allerdings ist mir klar, daß ich ungeimpfte dösköppe anstecken könnte, die dann beim »training des immunsystems« auf der intensivstation verenden und das sollte man den pflegefachkräften dort ersparen. So etwas wie rücksichtnahme scheint bei den kritischen schlaubergern eher unbekannt zu sein.

Mittwoch, 8. September 2021

Ungeimpfte ausrotten!

Um das wehleidige geschwafel bei den Neurandlibellen angemessen zu bebildern:
Abbildung ähnlich
Tatsächlich benötigt man dafür aber gar kein filetiermesser und ketchup schon gar nicht, sondern nur eine ganz kleine spritze. Oder besser: zwei.

Samstag, 28. August 2021

Dänische verhältnisse jetzt, aber dalli!

In Dänemark werden zum 1. oktober sämtliche coronamaßnahmen aufgehoben.

Das funktioniert allerdings nur, weil schon jetzt mehr als 80% der Dänischen bevölkerung über 12 jahren gegen corona geimpft ist. Das ist auch in Deutschland möglich.

Wer über 18 jahre alt und montagmorgen in Berlin ist, kann sich in einem sonderzug in der ringbahn vom DB chefmediziner, dr Christian Gravert in der bahn mit dem impfstoff von Johnson & Johnson impfen lassen (dieser impfstoff hat den vorteil, daß man nur eine dosis braucht). Ein fahrschein ist dafür nicht notwendig.
Figuren wie Wodarg, Ballweg, Füllmich, Bhagdi, Schiffmann und wie sie sonst noch alle heißen, wollen, daß uns die coronamaßnahmen schön lange erhalten bleiben, weil ihnen das ein prima geschäftsmodell bietet und sie mit der naivität der menschen schön viel geld verdienen können.

Seid also lieber schlauer als die beutelschneider und laßt Euch impfen, damit dieser scheiß endlich aufhört.

Freitag, 27. August 2021

Die beste verschwörungstheorie aller zeiten

Der molekularbiologe und Science Buster Martin Moder erzählt die verrückteste verschwörungstheorie zu corona: Tauben gibt es in wirklichkeit gar nicht. Das sind elektronische maschinen, die uns überwachen und man mußte die pandemie erfinden, damit die leute zu hause bleiben und man in ruhe die batterien bei den tauben austauschen kann. Das ist so bekloppt, daß man’s fast glauben will.

Sonntag, 22. August 2021

Hirntot in den nichdenkseiten

Juhu, wir können das impfen bleiben lassen, weil bringt ja eh nix. So stand es in den »Hinweisen des Tages« bei den nachdenkseiten vom 20. august
zitat André Tautenhahn: »Wenn das so ist, gilt das aber auch für ein zentrales Argument der Impfkampagne, das immer wieder vorgetragen wird. So wird behauptet, man würde mit der Impfung auch diejenigen schützen, die sich selbst nicht impfen lassen können, also zum Beispiel Kinder unter 12 Jahren, für die es keinen Impfstoff gibt. Nimmt man nun Drosten beim Wort, kann dieser Personenkreis gar nicht durch eine Impfung der anderen geschützt werden. Es ist also letztlich egal, wie hoch die Impfquote ist. Folglich ist es dann auch unverhältnismäßig, in besonderer Weise die Handlungsfreiheit von Ungeimpften mit Verweis auf die Gefährdung anderer einzuschränken. Schließlich ändert die Impfung daran nichts. Es bleibt dabei. Die Impfung bietet nur einen Eigen-, keinen Fremdschutz und wer sich selbst gefährden will, darf das nun einmal tun.«
Sicher darf man sich selbst gefährden, wenn einem der sinn danach steht. Aber, ich weiß, daß ich mich zum so-und-so-vielten male wiederhole, noch mal: wenn es um ansteckende krankheiten geht, gefährdet man grundsätzlich andere, die vielleicht nicht erpicht drauf sind, im schlimmsten fall auf dem friedhof zu landen. Somit ist das, was herr Tautenhahn schreibt allein aus diesem grund fragwürdig.

Bezug nimmt er auf einen text von RP-Online, in welchem prof. dr. Christian Drosten wie folgt zitiert wird
zitat: »Der Plan einiger Menschen, durch eine vermeintliche Herdenimmunität bei einer Impfquote von rund zwei Dritteln der Bevölkerung indirekt geschützt zu werden, gehe wegen der hochansteckenden Delta-Variante nicht mehr auf. „Wer sich nicht impfen lässt, wird sich infizieren, und das vielleicht schon in diesem Winter.“ Zu bedenken sei, dass das Infektionsrisiko für Ungeimpfte in diesem Herbst und Winter auch deswegen steige, weil aufgrund der hohen Impfquote dann täglich mehr Neuansteckungen zugelassen würden als noch im vorherigen Winter. Hinzu komme, dass Geimpfte einige Zeit nach der Impfung das Virus sehr wahrscheinlich weitergeben könnten, auch ohne dabei selbst zu erkranken.«
Leider weiß ich nicht, worauf der text von RP-online sich bezieht, denn ich habe das originalinterview nicht gefunden. Aber ich würde meine altersrente drauf verwetten, daß Christian Drosten nicht gesagt hat, daß »Geimpfte einige Zeit nach der Impfung das Virus sehr wahrscheinlich weitergeben«. Das hört sich an, als würde die impfung an sich ansteckend machen und das war mit sicherheit nicht gemeint. Ich bin sicher, daß gemeint ist, daß geimpfte nach infektion das virus sehr wahrscheinlich weitergeben könnten. Das ist etwas völlig anderes. Warum dies abgrundtief dumme offenbar absichtliche mißverstehen von information?

Auch scheint es sehr schwer zu sein, einen text auch wirklich zu ende zu lesen, da steht nämlich
zitat: »Durch ein selbsttätiges Auslaufen der Pandemie verschont zu bleiben, darauf könne niemand hoffen, erläuterte Drosten. Die Impfung sei aufgrund der Delta-Variante keine primäre Frage des Gemeinschaftsschutzes. Es gehe jetzt vielmehr darum, sich selbst zu schützen.«
Wenn eine impfung keine primäre frage des gemeinschaftsschutzes ist, kann sie durchaus aber einen sekundären schutz darstellen. Die grippeimpfung bietet auch keine herdenimmunität und trotzdem kann man gefährdete personen in seinem umfeld schützen, indem man sich impfen läßt, denn wenn man das eigene infektionsrisiko durch die impfung senkt, sinkt damit auch die wahrscheinlichkeit, andere anzustecken. Was ist daran so schwer zu begreifen?

Bei der WHO findet man dazu folgendes
Bildquelle: WHO
Da steht geschrieben, daß die impfung keinen vollen schutz bietet und es zu durchbruchinfektionen kommt, jedoch wenn mehr menschen geimpft sind, weniger leute in kontakt mit dem virus kommen. Dort findet man auch weitere informationen zur impfung in einfachem Englisch.

Es ist also keinesfalls egal, wie hoch die impfquote ist, denn je höher die ist, desto weniger chancen hat das virus sich auszubreiten. Sicherlich sollte jeder selbst entscheiden, ob er sich impfen lassen möchte oder lieber nicht. Wenn man die eingrenzung des virus allerdings als gesamtgesellschaftliche aufgabe betrachtet, muß jeder einen beitrag dazu leisten und da steht es einem frei, ob man das tut, indem man sich impfen läßt oder ob man weiterhin mit gewissen einschränkungen leben möchte. Man kann nicht erwarten, daß andere für einen das impfrisiko eingehen und es gleichzeitig in kauf nehmen, daß die leute, die da kein bock drauf haben, das virus frei weiterverbreiten können.

Dieses doofe gejammer von der »unverhältnismäßigkeit der einschränkungen der handlungsfreiheit von ungeimpften« muß aufhören. Von erwachsenen menschen sollte man erwarten dürfen, daß sie imstande sind, entscheidungen zu treffen und dann mit den daraus resultierenden konsequenzen zu leben.

Donnerstag, 19. August 2021

Frisch aus Schiffmanns kanal gefischt

Doktor B. »Münchhausen« von der Schwindelambulanz hat sich mal wieder ausgetobt. Hier erfahren Sie ausschließlich die brutalstmögliche wahrheit und garantiert kein wort gelogen:
Wie sollte es anders sein? Der plötzlich tote ist kontrollier- und steuerbar.

Aber am schlimmsten ist natürlich die CRISPR/Cas-genschere. Die macht nämlich schnippschnapp-eier-ab und dann vererbt man die eigene unfruchtbarkeit an die nachfolgenden generationen, logisch, so ist das immer mit der unfruchtbarkeit und der herr Doktor muß es ja wissen, der ist schließlich arzt. Was für tabletten er sich heute früh wohl verordnet hatte?

Samstag, 14. August 2021

Selbstveropferung

Im zusammenhang mit der verbotenen querdenkerdemo am 1. august verstarb ein 48jähriger mann in der Charité an einem herzinfarkt. Der verstorbene ist gründungsmitglied der partei Die Basis gewesen. Hendrik Sodenkamp schrieb am vergangenen samstag, 7. august, dazu folgendes
zitat Rundbrief 359: »Der Bitte der Familie keine Spekulationen über den Tod anzustellen, kommt die Demokratiebewegung nach. Auch von einer Instrumentalisierung kann keine Rede sein.«
Und schlußendlich wird dann doch spekuliert und instrumentalisiert.
zitat Rundbrief 359 Hendrik Sodenkamp: »AUGENZEUGE IM GEFANGENENTRANSPORTER Ich sprach mit M. K.*, der sich mit S.* auf der Schöneberger Brücke im gleichen Gefangenentransporter befand, als dieser über Schmerzen klagt. M. K. gab an, dass sich die Polizei an dieser Stelle korrekt verhalten habe. Sie hätte den Menschen in den Zellen angeboten, dass diese jederzeit nach Hilfe fragen könnten oder nach Wasser, oder nach einem Toilettengang. S. fragte danach, an die frische Luft zu kommen. Dem kamen die Polizisten umgehend nach. S. soll nach Angaben von M. K. bereits sehr blass und Schweiß gebadete gewesen sein und sich unter Schmerzen auf dem Tritt des Gefangenentransporters gewunden haben. Die Beamten riefen umgehend einen Krankenwagen, der nach 5 Minuten eintraf. Im stehenden Krankenwagen wurde, nach M. K., bereits Herz-Lungen-Massage zur Wiederbelebung angewendet. Nach mehreren Minuten fuhr der Krankentransporter davon. Der Bericht von M. K. deckt sich an diesem Punkt mit den Angaben der Berliner Polizei. Was vor dem Gefangenentransporter geschah, ist der Öffentlichkeit noch nicht bekannt. Ebensowenig, wie es dazu kommen konnte, dass S. einen Herzinfarkt erlitt. – Um Spekulationen vorzubeugen, sind Hinweise von Augenzeugen sehr willkommen.«

*Namen von der redaktion des 1€Blogs abgekürzt.
Mich wundert es, daß S. vorsitzender der Basis in Euskirchen gewesen ist und seine partei- und gesinnungsfreunde so gar nichts darüber wissen, wie es zu der festnahme kam. Belltower-News schrieb dazu am 3. august, daß S. bei dem versuch, eine polizeikette zu durchbrechen, einen polizisten umgestoßen und verletzt habe, mit diesem zu boden gegangen sei und nach kurzem fluchtversuch festgenommen wurde. In anbetracht dessen, daß das keine genemigte demo war, hört sich das nicht nach übertriebener polizeigewalt an. Im artikel von Belltower-News kann man lesen, wie aus der traurigen tatsache, daß ein mensch an einem herzinfarkt gestorben ist, »polizeigewalt« wird, es wird von einem »rechten Benno Ohnesorg« (nun ist querdenken bzw. die Basis also doch rechts) gesprochen, oder daß die bewegung nun ihren eigenen George Floyd habe oder es wird gar gefragt, ob Berlin nun seinen Platz des Himmlischen Friedens bekäme. Einer schreibt auch, daß man »als gesunder mensch nicht einfach so kollabiere und erst recht nicht mit 49«. Sowas kann man wohl nur schreiben, wenn keinen blassen dunst hat, daß es eine extreme streßsituation ist, wenn man festgenommen wird. In solchen umständen sind auch schon menschen gestorben, weil die polizei das nicht ernst genommen hat und keine hilfe holte, inzwischen sind die offenbar weiter. In diesem fall war es nicht einmal unterlassene hilfeleistung und trotzdem wird auch diese gelegenheit zur selbstveropferung nicht ausgelassen. »Seht her, wie schlimm wir unterdrückt werden!«

Zusätzlich fällt auf, daß viele der prominenten der Basispartei und querdenker anwälte und ärzte sind. Klären die ihre anhänger nicht darüber auf, wie man sich der polizei gegenüber verhält und welche konsequenzen es haben kann festgenommen zu werden, wenn sie sie animieren zu unerlaubten aufmärschen zu gehen. Wie es aussieht, ist es denen hauptsächlich wichtig, daß die eigenen geschäftsmodelle laufen.
zitat Rundbrief 359 Hendrik Sodenkamp: »Es bleibt festzuhalten, dass jeder Mensch erwarten kann, nicht an einem Herzinfarkt zu versterben, weil er für das Grundgesetz in der Bundesrepublik einsteht. DAS GRUNDRECHT AUF VERSAMMLUNGSFREIHEIT GILT ZU JEDER ZEIT«
Im grungesetz steht in Art. 8 nicht nur etwas von versammlungsfreiheit, sondern auch, daß die auf grund eines gesetzes beschränkt werden kann und daß die voraussetzung für versammlungen friedlichkeit ist. Und wenn bei einer versammlung mutwillig andere mit einer potentiell tödlichen krankheit angesteckt werden oder man das zumindest billigend in kauf nimmt, ist daran von anfang an gar nichts friedlich.

Ebenso wenig friedlich ist es, daß auf querdenkerdemos immer wieder journalisten verprügelt werden. So wurde am 1. august der Berliner landesgeschäftführer der DJU von ver.di, Jörg Reichel von seinem fahrrad gezerrt und von mehreren personen krankenhausreif geprügelt.

Spätestens jetzt müßte es den nicht-rechten coronamaßnahmen- und impfkritikern auffallen, daß sie mit rechtsextremen, die sich zu opfern stilisieren, auf die straße gehen. Aber manchen reicht das »aufgewacht sein« nicht einmal dafür zu erkennen, in welches umfeld er sich begeben hat.

Mittwoch, 11. August 2021

Schrödingers pandemie

Zitat: »A, weil es nie eine Pandemie gab, B, weil sie dazu dient uns zu dezimieren, C, weil dass das eigentliche Ziel der Machthaber ist.«
Ich fasse zusammen: Schrödingers pandemie gibt es nicht und ist dafür da, uns auszurotten.

Nachtrag 12. august acht uhr fünfzig: wie ich gerade entdeckt habe sprach der molekularbiologe und sciencebuster Martin Moder letztens auf twitter von Schrödingers antikörpern. Wenn man sich wegen antikörpern sorgen macht, darf man sein kind weder impfen noch nicht-impfen. Für erwachsene gilt das aber auch.

Sonntag, 1. August 2021

Das wetter.

Seit wochen flutet katastrophentourist Martin Lejeune seinen kanal mit videos aus dem überschwemmungsgebiet. Für ihn reicht es nicht, daß menschen ertrunken sind. Das muß noch ein bißchen dramatisiert werden: es müssen natürlich kinderleichen sein, die vorbeischwimmen. Ohne kinderleichen keine katastrophe. Das kennt man aus der coronaleugnerszene. Wenn es nur die omma Meier von nebenan erwischt, macht das nichts, denn die war ohnehin schon so gut wie tot. Nun schreibt er im fachblatt für katastrophentourismus (Demokratischer Widerstand) auch wieder herzzereißende geschichten, um am ende den klimawandel zu leugnen. Die tragischen geschichten lasse ich mal weg, weil das hauptsächlich sensationsheischen auf kosten betroffener ist.
Zitat Martin Lejeune: »Im Raume stehen schwere Vorwürfe. Die Vorwarnung der Bevölkerung hat überwiegend nicht funktioniert. Dass es Möglichkeiten dazu gab, zeigt das Beispiel der Stadt Wuppertal, wo die Bevölkerung gewarnt wurde. Eine Ausnahme.«
Offensichtlich war die warnung der bevölkerung in Wuppertal keine ausnahme, denn SWR aktuell berichtete am 13. juli (im verlinkten video ab minute 25:22), wie sich die stadt Mayen in der Eifel und städte an Mosel und Rhein sich auf das hochwasser vorbereiten. Das hätten sie sicherlich nicht getan, wenn sie nicht irgendwoher gewarnt gewesen wären.
Zitat Martin Lejeune: »NICHT MAL DER WETTERBERICHT DER ARD STIMMT Wenn es einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk gibt, den alle Bürger zwangsweise finanzieren müssen, kann von diesem erwartet werden, dass er sich im Gegenzug darum kümmert, die Bevölkerung mit relevanten Informationen zu versorgen, zumal mit lebenswichtigen Informationen. Nicht so der WDR. Der verpennte das Ereignis, versäumte die Bevölkerung zu alarmieren, aber spuckt nun große Töne, wenn es darum geht, den Klimawandel als Ursache der Katastrophe zu verkaufen. – Es erscheint grotesk, wenn ausgerechnet der aufgeblähte WDR Personalknappheit für seine Fehlleistung mitverantwortlich macht. Über die sich ankündigende Naturkatastrophe wurde im SWR sogar verharmlosend und ohne konkrete Warn- und Verhaltenshinweise berichtet. So lautete die Wettervorhersage für das Hochwassergebiet am 14. Juli um 17:00 Uhr: ›In der Nacht regnet es zunächst noch leicht.‹ Wir reden hier von einer Nacht, in der es allein im Sendegebiet des SWR über 100 Todesopfer durch Regen gab!«
Der Deutsche Wetterdienst hat bereits am 12. juli eine unwetterwarnung wegen regenmengen bis 200l/m2 in der Eifel und dem Bergischen Land herausgegeben, diese wurde am 13. juli um 15 uhr konkretisiert, nämlich daß mit heftigem regen in der Eifel und an der Mosel zu rechnen sei. Diese warnung kam an beiden tagen in der wettervorhersage. Unter anderem in der tagesschau um acht.

Besonders interessant ist hier der ruf nach konkreten warn- und verhaltenshinweisen. Seltsam, derartiges in dem käseblättchen zu lesen, das seit april 2020 im dauerjaulton »Merkeldiktatur« quiemt, weil sie kein bock auf verhaltenshinweise haben - und das obwohl seit märz 2020 allein in Deutschland jeden tag 180 tote durch corona gab.
zitat Martin Lejeune: »AM ENDE IST DER HIMMEL SCHULD Ministerpräsident und Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) versuchte im englischsprachigen Magazin Politico am 15. Juli 2021, einen Bezug von der hausgemachten Überschwemmungskatastrophe mit Todesopfern zum Klimawandel herzustellen. Es hat wohl weniger mit dem Klima zu tun als mit einem ganzen Strauß von externen Faktoren, von denen das mangelhafte Meldewesen und überforderte örtliche Krisenmanagement nur einen Ausschnitt darstellen. Bekannt ist, dass eine dichte Bebauung ehemaliger Auen, die Begradigung von Flüssen und die Versiegelung großer Flächen dazu beitrugen, dass es nicht nur zu dieser Katastrophe kommen konnte, sondern dass sie vorhersehbar war.«
Sicherlich ist der klimawandel für den braunkohlefetischist Laschet bloß ein wahlkampfthema. Weshalb sich bessere luft auf der einen seite und vernünftiges krisenmanagement plus hochwasserschutz auf der anderen seite einander ausschließen sollten, ist ein seltsamer gedanke. Interessanter weise gibt es an der Ahr seit dem jahr 2007 das naturschutzgroßprojekt Obere Ahr-Hocheifel, welches zum ziel hat, gewässer und wald naturnah zu gestalten, um damit dem klima- und hochwasserschutz zu dienen. Dort wird der fluß also seit vierzehn jahren dahingehend umgestaltet, daß wieder auwälder als natürliche überflutungszonen entstehen. Das unglück konnte dadurch aber nicht verhindert werden.

Sicher hätte man in der region viel eher katastrophenalarm auslösen müssen, wenn es allerdings dann nicht so schlimm gekommen wäre, würden figuren wie Lejeune jetzt halt über die blöden regenhysteriker nörgeln, die wegen nichts die leute tyrannisieren.
zitat Martin Lejeune: »NICHT OMINÖSE KRÄFTE, SONDERN MENSCHEN ENTSCHEIDEN Am Ende bleibt stehen, dass diese Katastrophe hausgemacht ist und die Versuche, einen Zusammenhang zu Klimagefahren zu konstruieren, ein durchsichtiges Wahlkampfmanöver sind. Längst ist unter Wissenschaftlern bekannt, dass die verfügbaren Wetterdaten des Deutschen Wetterdienstes der letzten Jahre belegen, dass die Regenmenge in unseren Sommern nicht zugenommen hat und es keine Zunahme von Extremwetterereignissen gibt. Das dokumentieren auch Studien der Universität in Canberra, der Oxford Universität und des Umweltbundesamtes.«
Warum wundert es mich so überhaupt nicht, derartiges im DW zu lesen?

Könnte damit zusammenhängen, daß die es hinkriegen, sich die sterbestatistik seit beginn der coronapandemie dahingehend schönzurechnen, daß angeblich keine übersterblichkeit sichbar gewesen sei. Und so ist es natürlich ein kunststück zu »beweisen«, daß die regenmengen im sommer in den letzten jahren keineswegs zugenommen haben. Wenn man von kleinen, regionalen unterschieden absieht, waren die sommer 2014, 2015, 2016, 2018, 2019 und 2020 zu trocken und in einigen regionen sogar viel zu trocken. Zu naß hingegen war nur 2017 und wie es bis jetzt aussieht 2021. Wenn man die statistik so auslegt, wird man in fünf, sechs jahren wahrscheinlich nichts mehr davon sehen, daß einige regionen im fernen westen diesen sommer abgesoffen sind, womöglich werden sie dann dort sogar eher wassermangel haben - in Brandenburg kam es 2010 und 2013 an der Schwarzen Elster zu überflutungen, in den jahren 2018, 2019 und 2020 trocknete der fluß streckenweise völlig aus. Demzufolge hat, rein statistisch betrachtet, keine überschwemmung stattgefunden, denn im mittel war der pegel immer normal gewesen.

Auch muß man mal drüber nachdenken, was eigentlich »extremwetterereignisse« sind. Die meisten wetterbedingten toten gibt es hierzulande nicht durch blitzschlag, flut, sturm oder kälte sondern durch hitze. Dies phänomen war bis vor einigen jahren hier derart beliebt, daß es von vielen als »schönes wetter« bezeichnet wurde. Und daran, daß die hitzewellen in den vergangenen jahren nicht länger, wärmer und trockener geworden wären, glaube ich nicht.

Mittwoch, 28. Juli 2021

Neues von der drückerkolonne

Nach der verbotenen demo am vergangenen wochenende, die HNA berichtete über ein »wochenende voller verlierer« - »Erst habe man als Künstler lange wegen der Abstandsregeln nicht auftreten dürfen, jetzt dürfe man nicht wegen der Abstandsregeln-Gegner. ›Das ist doch paradox.‹«, gab es heute früh zur abwechslung mal wieder einen spaßigen rundbrief der selbsternannten demokraten ohne demokratieverständnis.

Offenbar suchen die deppen, die ihr käseblatt unters volk bringen und ihnen die druckkosten abnehmen
zitat Rundbrief 345 |DW-Verteileraktion zur Großdemo, 31. Juli und 1. August 2021: »Von Beginn an trägt sich die Wochenzeitung durch das in der Publizistik einzigartige Verteilersystem. TAUSEND DANK DAFÜR! UND ES GEHT WEITER! EINE VERSTÄRKTE VERTEILER-AKTION DER WOCHENZEITUNG FÜR 1) Neu-Interessierte 2) Verteiler aus der ganzen Republik, die nach Berlin zur Demo kommen 3) Fahrradverteiler 4) Stolze Bollerwagenbesitzer 5) Orte, die den Widerstand auslegen möchten Für den 31. Juli abends und am 1. August 2021 geben wir am Freitag einen Treffpunkt bekannt, wo Sie die Zeitung abholen können. – Bei größerenn Mengen, ab 2.000 Stück ist auch eine Anlieferung am Samstag möglich. WAS WIR VON IHNEN ALS VERTEILER BRAUCHEN Damit wir Planungssicherheit haben und keine Mittel verschwenden überweisen Sie bitte dazu einen Beitrag zu den Druckkosten von 15.-/200 Exemplare auf das Konto: KDW [xxx-zensiert-xxx] Wir drucken auch mehr, dass die Menschen, die gerade kein Geld zur Verfügung haben, verteilen können. Wir hatten nur im vergangenen Jahr auch einzelne Vorbestellungen von mehreren Tausend Stück, die dann nicht abgeholt wurden. Solche Fake-Antifa-Tricks müssen wir leider einplanen.«
Das sind drückerkolonnenmethoden! Erst sollen die menschen ihre arbeitsmittel, fahrräder und bollerwagen, selbst mitbringen und dann auch noch dafür zahlen, arbeiten zu dürfen. So etwas schreit geradezu danach, diesen dreck zu bestellen und nicht abzuholen. Zu punkt 5. fällt mir ein, daß meine altpapiertonne den »Widerstand« widerstandslos nimmt, vielleicht ist auch das Heizkraftwerk Ruhleben interessiert. Neulich las ich irgendwo, daß private wertstoffirmen fünf bis sieben cent für ein kilo altpapier zahlen. Da könnte man als stolzer klaufixbesitzer (mancherorts auch als »mausefix« bezeichnet. Und dieser begriff gefällt mir fast noch besser. Zumindest die ossis werden wissen, was damit gemeint ist.) also hinfahren und das papier direktemang einer sinnvollen verwertung zuführen und sich die edle tat in kleiner münze versilbern lassen.

Interessant hierzu ist auch, daß die großmäuler vom Demokratischen Widerstand im vergangenen jahr bereits behaupteten, die größte Deutsche wochenzeitung der welt zu sein, am vergangenen samstag der Lenz beim Kaiser jedoch sagte, daß die zeitung immer weiter wüchse und sie jetzt die Jungle World überholt und den Freitag nahezu eingeholt hätte, großmännisch bezeichnet er diese beiden zeitungen als »mitbewerber«. Ich denke eher, daß DW eher mitbewerber der Jungen Freiheit ist, an deren auflage bloß nicht heranzukommen ist, obgleich man sich vor einem jahr bereits auflagenstärker als Die Zeit sah. Manch einem ist gar nichts peinlich.

Freitag, 25. Juni 2021

Alle jahre wieder

Inzwischen kann man schon fast die uhr danach stellen: immer wenn so langsam das sommerloch um die ecke guckt, kommt die diskussion auf, daß grillfleisch viel zu billig sei. Und in diesem jahr natürlich auch.
Zitat: »Obwohl der Fleischkonsum in Deutschland tendenziell langsam zurückzugeht, lag er im Jahr 2020 immer noch bei etwas mehr als 57 Kilo pro Person. Im Jahr 2000 hatte der jährliche Verzehr bei über 61 Kilo gelegen. Allerdings ist das nach Angaben des WWF etwa das Doppelte des Verzehrs in den 1950er-Jahren.«
In den 1950er jahren hatte man andere vorstellungen davon, was eine portion fleisch sei. Ich hab ein kochbuch aus der zeit und da steht drin, daß man pro person sechzig bis hundert gramm rechnen soll, bei knochenanteil entsprechend mehr. In meinem DDRkochbuch von 1979 durften es auch schon mal 150 g sein, im westen war zur gleichen zeit die verzehrempfehlung ähnlich. In den 1990er jahren hatte das »riesenschnitzel« 250g, heute darf die portion auch gern ein kilo haben - damit wäre eine großfamilie um 1950 sicherlich sehr glücklich gewesen. Wobei ich vermute, daß die leute damals auch größere portionen verdrückt haben, sofern sie es sich leisten konnten. Über jahrzehnte hinweg hat man daran gearbeitet, daß sich zumindest hierzulande möglichst alle eine abwechslungsreiche ernährung leisten können und jetzt soll es plötzlich ein problem sein, daß sich mehrheit hierzulande essen leisten kann.
Zitat: »Für die Preisunterschiede gibt es Gründe: Antje Risius forscht an der Universität Göttingen zu nachhaltigen Ernährungsstilen. Sie erklärt die markanten Preisunterschiede dadurch, dass Fleisch ein am Markt etabliertes Produkt, Ersatzprodukte aber noch "Newcomer" seien. "Der Fleischmarkt hat einen unglaublichen Wettbewerbsvorteil, weil da die Strukturen schon etabliert sind. Da kann auf ganz anderem Niveau produziert werden, effizient und strukturell zu sehr günstigen Preisen."«
Mit sicherheit gibt es für die preisunterschiede gründe. Jedoch wage ich es zu bezweifeln, daß die preise für vegane ersatzprodukte irgendwas mit der neuheit der produkte zu tun haben, sondern eher mit der zielgruppe. Veganer greifen nicht zur margarine, weil sie sich gern etwas billiges aufs brot schmieren wollen, sondern aus ideologischen gründen und weil sie sich durch ihre ernährung besonders und gut fühlen wollen. Die geben auch viel geld für schnittfest gemachtes, gelbes wasser mit planzenfett und quantenaroma (kann spuren von mandeln oder cashews enthalten) aus. Man verkauft den menschen eben nicht bloß kunstkäse, sondern ein lebensgefühl und das erwirbt man eben nicht für pfennigbeträge beim Nettoplus. Und wenn man nebenher noch schöne gewinne damit machen kann, den leuten erbswurst zum preis von premiumfleisch zu verkaufen, wäre man ein schlechter unternehmer, wenn man das ließe. Biohackfleisch kostet je nach anbieter und sorte zwischen ca. 8 und 16 €/kg. Die erbsproteinbulletten vom erbsproteinbullettenmarktführer werden für zwischen knapp 15 und 35 €/kg angeboten. Solche preise haben garantiert nichts mit dem produkt zu tun, sondern eher mit der bereitschaft der zielgruppe, so viel dafür auszugeben. Für so viel geld bekommt man ja schon gourmetfleisch vom Durocschwein. Gutes fleisch ist nämlich im normalfall alles andere als billig.

Gelegentlich vegetarisch zu grillen, ist sicherlich eine gute idee. Nicht, um verzicht zu üben, sondern weil es lecker ist. Man kann sehr gut saté oder schaschlik aus pilzen herstellen und vegetarisch gefüllte spitzpaprika sind gegrillt echt der hit.

Um lecker vegetarisch zu essen, benötigt man keinen überteuerten, industriell gefertigten schmatzkatz, sondern nur ein kleines bißchen phantasie.

Dienstag, 11. Mai 2021

Denkbefreitheit als ideologie

Bei den altwasserkonservativen konnte man am 7. mai folgendes lesen
zitat:»›Im Teich wächst eine Seerose. Sie wächst sehr schnell und verdoppelt jeden Tag den Platz an der Oberfläche, den sie einnimmt. Am 29. Tag ist der See halb zugewachsen. Wie lange dauert es dann, bis der See ganz zugewachsen ist?« Antwort eines Mathematikers: »Ein Tag.« Antwort von Politikern: »29 Tage.« Dieses Gleichnis fand ich vor einiger Zeit bei einer Rechtsanwältin und No-Covid-Aktivistin bei Twitter. Ich antwortete ihr, dass das Gleichnis von einer falschen Prämisse ausgehe: Nämlich von exponentiellem Wachstum. Das habe es aber in dieser ganzen Zeit noch nicht gegeben.

Das stimmt natürlich nicht. Am Anfang war es ein Infizierter. Dann waren es tagsdrauf mindestens zwei weitere, sodass es ein exponentielles Wachstum, also die Verdoppelung des Tageswertes gegeben haben muss. Das vollzog sich allerdings auf niedrigstem Niveau. Und nur ganz am Anfang der Pandemie. Sonst allerdings blieb es aus. Die Rechtsanwältin hatte gar kein Verständnis für meinen Einwand, sie ging auch nicht näher darauf ein.«
Dem folgen dann auch noch geistige flatulenzen über »moderne flagellation« und lauter so ein zeug. Wäre es nicht wissenschaftlich naheliegend, daß, im gegensatz zur auffassung der schwarzen pädagogik, schläge gar nicht beim denken helfen, bekäme man lust, den verfasser dieser zeilen zu schlagen, bloß gäbe es überhaupt keine peitsche, die dafür häßlich genug wäre.

Exponentielles wachstum ist tatsächlich schwer vorstellbar, deshalb gibt es so beispiele wie das von der seerose, die in dreißig tagen den gesamten see zuwuchert, auch wenn es selbst am neunundzwanzigsten tag noch gar nicht danach aussieht. Oder die reiskornparabel: auf die vierundsechzig felder eines schachbretts werden reiskörner verteilt, so daß auf dem nächsten feld immer die doppelte anzahl des vorhergehenden feldes liegt.


ABCDEFGH
81248163264128
72565121.0242.0484.0968.19216.38432.768
665.536131.072262.144524.2881.048.5762.097.1524.194.3048.388.608
516.777.21633.554.43267.108.864134.217.728268.435.456536.870.9121.073.741.8242.147.483.648
44.294.967.2968.589.934.59217.179.869.18434.359.738.36868.719.476.736137.438.953.472274.877.906.944549.755.813.888
31.099.511.627.7762.199.023.255.5524.398.046.511.1048.796.093.022.20817.592.186.044.41635.184.372.088.83270.368.744.177.664140.737.488.355.328
2281.474.976.710.656562.949.953.421.3121.125.899.906.842.6242.251.799.813.685.2484.503.599.627.370.4969.007.199.254.740.99218.014.398.509.481.98436.028.797.018.963.968
172.057.594.037.927.936144.115.188.075.855.872288.230.376.151.711.744576.460.752.303.423.4881.152.921.504.606.846.9762.305.843.009.213.693.9524.611.686.018.427.387.9049.223.372.036.854.775.808

 Quelle: wikipedia

Die reihe 8 sieht noch überschaubar aus, da liegen insgesamt 255 reiskörner, also ungefähr ein löffel voll. Ab feld 6E fängt es an unübersichtlich zu werden. Wenn man davon ausgeht, daß ein löffel voll reis ungefähr fünf gramm wiegt, dann liegen auf diesem feld bereits etwas mehr als zwanzigeinhalb kilo reis und auf feld 1H 263 reiskörner. Das ist ziemlich viel. Um zu veranschaulichen wie viel das ist, gibt es zum glück ein video: Es ist geradezu unvorstellbar viel, es handelt sich um die reisernte von etlichen jahrhunderten. Wie schön, daß sich das exponentielle wachstum auf niedrigstem niveau vollzog! Noch unvorstellbarer als das exponentielle wachstum selbst ist natürlich der gedanke, daß es irgendwie mit den anticoronamaßnahmen zu tun gehabt haben könnte, daß das infektionsgeschehen abgebremst wurde.

Mit mehr als 3,5 millionen infizierten befinden wir uns auf dem schachbrett zwischen feld 6E und 6F. Unter der bedingung, daß die »lawine« mit nur einem infizierten beginnen würde und sich die zahl der coronainfizierten alle vier tage verdoppelt, hätten wir feld 6F, also fast 4,2 millionen infizierte, bereits am achtundachtzigsten tag erreicht, tatsächlich sind wir da nach inzwischen vierhundertsiebzig tagen noch nicht angekommen, obwohl die mutante b 1.1.7, die hier inzwischen die häufigste ist, sich alle vier tage vervierfachen würde, wenn man sie dann ließe.

Warum? Könnte damit zusammenhängen, daß hygienemaßnahmen, maske tragen, abstand halten, veranstaltungsverbote und dieser beschissene lockdown etwas bringen, nämlich die verlangsamung des infektionsgeschehens. Aber die experten im altwasser des Rubikon, Jebsijames, Breitschuster und wie sie sonst noch alle heißen, wissen es natürlich besser.

Freitag, 7. Mai 2021

Leise rieselt der schnee

Vorhin in der Bundespressekonferenz sagte Lothar Wieler sinngemäß, daß die sinkende zahl an neuinfektionen wahrscheinlich auch mit dem frühlingshafteren, wärmeren wetter, bei dem sich die menschen eher draußen treffen, zu tun haben.

Momentan sieht es in Berlin wettertechnisch so aus:
Es schneit. Vermutlich hatte er heute noch keine gelegenheit aus dem fenster zu schauen und hat nur heute früh im radio gehört, daß es am wochenende angeblich bis zu 30°C warm werden soll. Ich glaube das eher nicht, denn momentan ist’s eher 3°C und damit kälter als an weihnachten.

Dienstag, 13. April 2021

Wo bleibt eigentlich diese verfluchte corona-diktatur?

Im fachblatt für verblödungsfreunde steht seit wochen bzw. monaten auf seite 3 unten stets der selbe witz:
Zitat Demokratischer Widerstand: »WAS ZEIGT DIE MEDIZINISCHE GRAFIK?

Die linksstehende Statistik zeigt die Sterbefälle in der Bundesrepublik im Ver- gleich der Jahre. Daraus geht hervor, dass die Anzahl der Gestorbenen seit dem Winter und Frühjahr 2020 deutlich unter den Zahlen der Grippewelle des Jahres 2018 und ähnlich den Zahlen anderer Jahre liegt. Das gilt auch für 2021. Es gibt demnach keine außergewöhnliche Übersterblichkeit.

Sars-Cov-2 (Corona) existiert. Der Virus ist auch nicht völlig ungefährlich. Corona ist jedoch nicht oder nicht wesentlich bedrohlicher als andere Grippein- fektwellen, wie sie zu jedem Jahreswechsel auf der Nordhalbkugel stattfinden. Denn wäre Corona übermäßig bedrohlich – oder gar menschheitsbedrohend –, dann müsste die Sterberate von uns Menschen signifikant und ganz außerge- wöhnlich ansteigen. Das ist aber nicht der Fall. Die Daten sind jene des Statisti- schen Bundesamtes.«
Wie schön! Es gibt keine übersterblichkeit durch corona. Dann ist ja alles bestens. Als besitzer von augen könnten einem an der grafik allerdings ein paar dinge auffallen. Um das ein bißchen deutlicher zu machen, habe ich die grafiken von n-tv und des des Statistischen Bundesamtes übereinander gelegt und die zeiten mit lockdowns und maßnahmen hellblau unterlegt:
In der unteren grafik links sieht man in der blauen kurve für das jahr 2018 sehr deutlich die grippewelle von 2018, das war laut RKI die schlimmste seit dreißig jahren, mehr als 25.000 menschen sind gestorben und die meisten von ihnen um die 10. kalenderwoche herum. Dagegen sieht die 1. coronawelle relativ flach aus, sie erreichte in der 15. kalenderwoche ihren höhepunkt. Da waren wir bereits seit drei wochen im lockdown, sonst wäre sie mit sicherheit wesentlich größer ausgefallen, so starben in der zeit von märz bis ende juni »nur« knapp 9.000 an covid-19. Auffällig wird es ab kalenderwoche 43. Da steigt die kurve langsam aber stetig an. In den verbleibenden zehn wochen bis zum jahresende verstarben knapp 24.000 menschen an covid-19 und man muß schon mächtig knöppe auf den augen haben, um das in der grafik nicht zu sehen.

Die häufigsten todesursachen in Deutschland sind übrigens:

  1. Herzkreislauferkrankungen - sterben knapp 910 menschen täglich dran.
  2. Krebs - sterben pro tag 635 menschen dran.
  3. Krankheiten des Atmungssystems - sterben 185 leute jeden tag dran.

Heute ist es genau 400 tage her, daß in Deutschland die ersten covid-todesopfer zu beklagen waren. Seit dem sind nahezu 80.000 menschen daran gestorben. Bedeutet, daß die hitliste der beliebtesten todesursachen in ihren top 3 derzeit so aussieht:

  1. Herzkreislauferkrankungen - sterben knapp 910 menschen pro tag dran.
  2. Krebs - sterben jeden tag beinahe 635 menschen dran.
  3. Covid-19 - sterben täglich fast 200 leute dran.

Es ist also völlig berechtigt, corona als »nicht übermäßig bedrohlich« einzustufen, ist, seit es das hierzulande gibt, schließlich bloß die dritthäufigste todesursache und deshalb zu vernachlässigen.

Die grafik zeigt auch, daß lockdowns durchaus wirksam sind. Und, daß die Deutschen ziemlich arrogant und dumm sind - es war sehr gut sichtbar, was in der 3. welle in Portugal oder GB und anderen ländern losgewesen ist. Was jetzt passiert, war vorhersehbar und man hätte es verhindern können, wenn beizeiten beherzt gehandelt worden wäre, anstatt abzuwarten, bis aus einem problem ein riesiges problem geworden ist. Anstatt wenigstens halbwegs vernunft walten zu lassen, haben sich die regierungen von einer kleinen, lauten minderheit beeindrucken lassen und das werden wir in den kommenden monaten im lockdown aussitzen »dürfen«. Hätte »mutti« gleich entschieden wär uns viel erspart geblieben...

Sonntag, 28. März 2021

Krudes aus der LINKSpartei

Leider war ich so leichtsinnig, mir Sahra Wagenknechts video »Risiken und Nebenwirkungen - Wie sicher sind die Corona-Impfungen?« vom 18. märz 2021 anzuschauen, denn ich war neugierig, was sie wohl zum thema zu sagen hat. Leider nicht viel sinnvolles und dann auch noch eine buchempfehlung.
Zitat Sahra Wagenknecht: »[ca. 6:31]In diesem zusammenhang möchte ich Euch ein sehr gutes buch empfehlen. Von Clemens Arvay - Coronaimpfstoffe. Rettung oder Risiko?«
Mußte das sein? In einem interview mit dwDeutsch beklagte herr Arvay sich, daß seine gegner ihn am liebsten als gärtner darstellen wollten und überdies sei er kein impfgegner, sondern ein impfkritiker. Es ist seltsam, daß für den »kritiker« kritik an ihm selbst zur diffamierungskampagne wird und er seine kritiker als gegner bezeichnet.

Tatsächlich ist Arvay kein gärtner, sondern diplomingenieur für angewandte pflanzenwissenschaften, also einem fachgebiet der botanik und hat eine masterarbeit über das leben von subsistenzlandwirten in Österreich geschrieben. Selbst bezeichnet er sich jedoch als »gesundheitsökologe«. Da wollte ich wissen, was das berufsbild eines gesundheitsökologen überhaupt ist und welche ausbildung man dafür benötigt. Zumindest in Deutschland ist das keine geschützte berufsbezeichnung. Das bedeutet, daß jeder kohlrabiapostel, der schon mal eine tasse kräutertee getrunken hat, sich so bezeichnen darf. Warum benutzt Diplomingeneur Arvay eine im grunde wertlose phantasiebezeichnung? Als antwort fallen mir nur unschöne gründe ein. Aber vielleicht weiß jemand besseres?
Zitat Sahra Wagenknecht: »Ein sehr sachliches buch. Ein buch in dem sehr genau und detailliert erläutert wird, wie diese impfstoffe wirken, wovor sie schützen, natürlich, was sie auch, möglicherweise, was man noch nicht weiß, was damit auch risiken beinhaltet. Es ist kein buch gegen die impfung.«
Zu herrn Arvays buch haben schon andere eine menge gesagt und geschrieben, die das sicherlich qualifizierter können als ich. Diese lektüre werde ich mir sparen, weil das wohl eher keine neutrale betrachtung ist, die zur aufklärung über moderne impfstoffe dient, sondern vielmehr die vorbehalte derer bedient, die es ohnehin »schon immer« wußten, daß big pharma uns alle vergiften will. Oder noch viel schlimmeres.
Zitat Sahra Wagenknecht: »Aber es ist ein absolutes plädoyer, daß jeder selbst entscheiden können muß, impfe ich mich oder impfe ich mich nicht.«
Während die impfgegner, die lieber als impfkritiker bezeichet werden möchten, fortwährend vom »impfzwang« fabulieren, wartet die breite mehrheit immer noch darauf, man möge sie doch endlich mal zwingen.

Selbstverständlich sollte jeder selbst entscheiden, ob er geimpft werden will oder lieber nicht. Nur ist Arvays buch für so eine entscheidung nicht sachdienlich, wenn er scheinbar »wissenschaftlich« argumentiert, tatsächlich aber bloß vorurteile untermauert, weil er getechnik an sich für das konzentrierte böse hält.
Zitat Sahra Wagenknecht: »Und nochmal, es sind absolut neue impfstoffe. Auch die vektorimpfstoffe, das sind sogenannte DNAimpfstoffe, bisher nur bei ebola eingesetzt, ebola ist eine krankheit, da liegt die todesrate bei 50 bis 90%, also um das mal zu vergleichen mit covid, da ist natürlich auch die inkaufnahme möglicher risiken eine ganz andere. Wenn ich mich vor einer krankheit schützen kann, an der ich mit fast 90% versterbe. Ansonsten gibt es zu diesen impfstoffen bisher keine anwendungsbeispiele.«
Wie Sahra Wagenknecht es schafft mit 90% zu versterben, während die meisten das bereits mit 4‰ tun, gibt rätsel auf. Aber das ist nicht das einzige. Daß es womöglich auch etwas gutes sein könnte, wenn es etwas absolut neues gibt, kommt für frau Wagenknecht überhaupt nicht in die tüte.

Die impfstoffe gegen SARS-COV-2 sind nicht über nacht vom himmel gefallen. An mRNA wird seit ca. dreißig jahren geforscht und soweit ich weiß, an impfstoffen gegen coronaviren ungefähr seit 2003. Wäre die coronakatastrophe zehn jahre eher passiert, wäre es womöglich nicht machbar gewesen, in absehbarer zeit einen wirksamen impfstoff herzustellen, weil das know-how dafür gefehlt hätte. Das meiste, das da an forschung drinsteckt, hat vor 2020 stattgefunden. Meines wissens läuft die studie für den mRNAimpfstoff gegen MERS immer noch. Allerdings nicht, weil nach jahren irgendwelche unerwarteten nebenwirkungen befürchtet würden und man deshalb sicherheitshalber noch ein paar jahrzehnte abwarten müßte, sondern weil die erkrankung inzwischen so selten vorkommt, daß der wirknachweis bisher nicht erbracht werden konnte und es sich aus humatitären gründen von selbst verbietet, menschen dafür absichtlich einem virus auszusetzen, an dem mehr als ein drittel der infizierten stirbt.
Zitat Sahra Wagenknecht: »Und das führt mich dann zu der nächsten frage: warum eigentlich mußten jetzt ausschließlich, oder, sind jetzt ausschließlich genetische impfstoffe im zulassungsverfahren? Es gibt noch einen einzigen, der möglicherweise noch zugelassen wird, der auf einem anderen verfahren beruht, ansonsten sind es ausschließlich diese genetischen impfstoffe. Das gilt übrigens auch für den Russischen und das gilt für den Chinesischen. Warum hat man nicht auf die klassische methode gesetzt?«
Vielleicht, weil das jetzt ein prima anwendungsbeispiel ist? Soweit ich es mitbekommen habe, setzt auch Kuba auf vektorimpfstoffe. Das wird sicherlich gründe haben. Z.b. die geschwindigkeit der produktion. Für viele herkömmliche impfstoffe müssen viren in speziellen embryonierten hühnereiern angezüchtet werden, was aufwendig ist und zeit kostet, weil für jede impfdosis erst mal ein ei produziert werden muß und vom ei bis zur fertigen impfdosis ungefähr zwei monate vergehen. Wir sind schließlich alle extrem scharf drauf, auch noch die nächsten fünf jahre im lockdown zu sitzen und abzuwarten, bis ausreichend hühner gezüchtet und eier gelegt sind. Weltweit gibt es aber trotzdem auch mehrere notfallzulassungen für impfstoffe nach »klassischer methode« - unter anderem für einen aus Kasachstan, einen aus Indien und einen aus China.
Zitat Sahra Wagenknecht: »[8:08]Es kann sein, das weiß ich nicht, ich bin sowieso nicht kompetent das zu bewerten, daß die überhaupt nicht funktionieren.«
Man kann von der Europäischen Arzeneimittel-Agentur halten was man will, aber daß die impfstoffe zulassen würde, bei denen gar nichts funktioniert, außer nebenwirkung, ist unwahrscheinlich. Impfstoffe müssen überdies auch von der ethikkommission bewertet werden. Der nutzen muß erheblich größer sein als das risiko. Ansonsten wäre es nicht hinnehmbar, daß irgendjemand sich das antut, wenn er davon höchstens schaden aber keinerlei nutzen hätte.
Zitat Sahra Wagenknecht: »Aber was ich schon auffällig finde, ist, die projekte, die es gab für klassische impfstoffe ganz eindeutig nicht die förderung erhalten haben, die die genetischen impfstoffe erhalten haben. Und da fragt man sich schon, geht es hier letzlich nicht auch darum, daß bei den genetischen mit patenten mehr geld gemacht werden kann? Daß man jetzt einen durchbruch hat, mit dem man auch in zukunft großes geschäft machen kann? Also ich möchte nur auf zwei beispiele eingehen: es gibt in Deutschland einen mediziner, einen professor, prof. Stöcker, der hat schon im frühjahr letzten jahres einen klassischen impfstoff entwickelt, von dem er überzeugt ist, daß er wirkt. Ob er wirklich wirkt, kann niemand wissen, weil er nie die öffentlich förderung bekommen hat um eine wirklich seriöse, große studie durchzuführen.«
Über den herrn Professor Doktor hatte ich mich bereits ausführlich geäußert. Der ist nicht der geniale, jedoch arme erfinder. Professor Stöcker ist milliardär und wenn er von seinem impfstoff dermaßen überzeugt gewesen wäre, hätte er den mittleren zweistelligen millionenbetrag in sich selbst investieren können. Wenn das zeug tatsächlich so toll wirkt wie behauptet, hätte er bei abgabe zum selbstkostenpreis die investition spätestens zwei minuten nach zulassung des impfstoffs wieder drin gehabt. Nachfrage gibt es bekanntermaßen. Diese sichere investition war dem offensichtlich zu riskant. Sollte frau Wagenknecht vielleicht mal drüber nachdenken.

Es ist zum schreien: die angebliche Marxistin Wagenknecht beklagt, daß ein milliardär kein fördergeld erhalten hat, um einen impfstoff zu testen, der nicht auf dem aktuellen stand der forschung ist. Wahrscheinlich kommt sie demnächst drauf, daß braunkohle ein prima energieträger sein könnte und man RWE staatsknete dafür geben müsse, das zu erforschen.
Zitat Sahra Wagenknecht: »Das sind diese studien, wo man mindestens 40.000 menschen impft, nämlich das heißt die hälfte impft man mit dem impfstoff, die andere mit einem placebo, das ist so auch bei allen impfstoffen die jetzt zugelassen wurden auch so gemacht worden. Und dann vergleicht man die ergebnisse. Und einen ähnlichen fall gibt es interessanter weise in Finnland. Auch in Finnland hat ein hochkarätiges forscherteam, wissenschaftler, einen impfstoff entwickelt, der patentfrei, wo sie patentfrei gesagt haben, den stellen wir zur verfügung. Aber wir brauchen jetzt öffentliche mittel, um diese große studie durchzuführen.[...] [9:52]Stattdessen wurden diese öffentlichen gelder eben auf diese neue generation von impfstoffen, auf diese genetischen impfstoffe konzentriert, wo man jetzt eben genau hingucken muß, wie ist das risiko, wie sind die wechselwirkungen, wo sind mögliche langfristfolgen. Wo man eben sehr viel nicht weiß.«
Inzwischen schrillt immer der alarm, wenn von »hochkarätigen forscherteams« und dergleichen die rede ist, die natürlich aus den rennomiertesten menschen ihrer art bestehen aber seltsamer weise keine namen haben. Wenn ein neues arzeneimittel zugelassen wird, muß man immer genau hingucken, welche nebenwirkungen auftreten, das ist auch bei den »traditionellen« impfstoffen nicht anders. Normalerweise impft man bei diesen studien nämlich nicht mindestens 40.000 menschen, sondern erheblich weniger, weil man selten so viele freiwillige findet und sehr seltene nebenwirkungen manchmal auch weniger als einen von hunderttausend betreffen können.

So sympathisch die idee vom patentfreien impfstoff ist, wer übernimmt die kosten für eventuelle folgen? Vielleicht der herr Professor Doktor oder die namenlosen wohltäter? In der EU hat es keine notfallzulassungen von coronaimpfstoffen gegeben, damit nicht der staat haftbar gemacht wird.
Zitat Sahra Wagenknecht: »Was nicht prinzipiell gegen die impfung spricht, bei risikogruppen ohnehin nicht, aber was ganz klar dafür spricht, es darf keinerlei druck ausgeübt werden. Und wir haben bereits druck.[...][10:27]... ganz unabhängig davon, ob weiter mit AstraZeneca geimpft wird, das gilt auch für alle anderen impfstoffe. Das gerade die aktuellen ereignisse zeigen, daß wirklich keinerlei druck ausgeübt werden darf auf menschen, ob sie sich impfen lassen oder nicht. Und besonders unverantwortlich wäre das bei jungen, gesunden menschen. Und das fand ja statt und findet statt. Bei pflegerinnen und pflegern.«
Daß keinerlei druck ausgeübt werden dürfe, kann im zusammenhang mit dem arbeitsmarkt auch nur von jemandem kommen, der auf selbigem nie unterwegs gewesen ist.

Was das impfrisiko betrifft: wenn man mit corona infiziert wird, hat man, je nach alter, gesundheitszustand und virusmutation ein sterberisiko zwischen 0,01%, wenn man unter zwanzig und gesund ist und sich mit der »alten« virusvariante infiziert hat und 25% wenn man über achzig mit vorerkrankungen ist und sich mit der Britischen virusmutante infiziert hat. Mit AstraZeneca wurden ca. 20 millionen menschen geimpft. 25 hatten nach der impfung eine sinusvenenthrombose. In welchem zusammenhang die mit der impfung stehen, ist bisher weiterhin unklar. Aber selbst, wenn die alle durch die impfung ausgelöst worden wären, wäre das risiko immer noch verschwindend gering im vergleich mit der »natürlichen« infektion. Selbstverständlich möchte niemand eine sinusvenenthrombose haben, an deren folgen man sterben kann. Aber es ist seltsam, wie viele menschen sich vor diesem winzigen risiko derart fürchten, daß sie lieber das vergleichsweise große risiko einer coronainfektion eingehen, an der man mit wesentlich höherer wahrscheinlichkeit stirbt. Aber gut, dann kann man sich wenigstens auf den grabstein schreiben lassen, eines natürlichen todes gestorben zu sein.
Zitat Sahra Wagenknecht: »Und je mehr impfstoffe vorliegen, desto eher ist damit zu rechnen, daß das auch in anderen berufsgruppen der fall sein wird. Und in dem kontext ist ein projekt der EU besonders bedenklich, das jetzt massiv vorangetrieben wird, wo auch herr Spahn schon seit dem letzten jahr immer wieder druck gemacht hat, daß es realisiert wird, das ist der digitale impfpass.«
Soweit mir bekannt ist, sollte der digitale impfpaß 2022 zusammen mit der elektronischen gesundheitskarte ohnehin eingeführt werden. Genaueres weiß ich darüber allerdings nicht, weil mich das nie besonders interessiert hat.
Zitat Sahra Wagenknecht: »Spahn hat vor kurzem der IBM und einem Deutschen startup den auftrag erteilt, einen solchen digitalen impfpaß zu erstellen, die EU macht wahnsinnigen druck, daß das weiter voran geht. Und was soll damit bewirkt werden? Was bedeutet der dititale impfpaß der EU? Die EU sagt ›wir wollen den menschen ermöglichen, daß sie wieder reisen können‹ Und der ethikrat in Deutschland sagt ›ja, also der staat soll natürlich keine besonderen vorrechte mit impfungen verbinden.‹«
Hauptsächlich machen die »urlaubsländer« druck, weil sie geld mit touristen verdienen müssen aber keine coronahotspots werden wollen. So schwer zu verstehen ist das eigentlich nicht. Und neu ist die idee, nur mit impfpaß reisen zu dürfen, nun wirklich nicht. Das hat es schon zu zeiten der pockenimpfung gegeben und in viele länder Asiens und Afrikas darf man nicht ohne gelbfieberimpfung einreisen. Und ohne FSMEimpfung würde ich in einige gegenden Deutschlands nicht mehr reisen, aber das wäre ein anderes thema.
Zitat Sahra Wagenknecht: »Aber wenn die privaten sagen ›aber in unser konzert, in unser restaurant, da kommen eben nur die geimpften‹, dafür braucht man dann den digitalen impfpass. Ja, was ist denn das, was hat das noch mit freiwilligkeit zu tun? Wenn elementare grundrechte, die bis zur coronazeit für jeden selbstverständlich waren, zum beispiel die reisefreiheit in Europa oder das besuchen von konzerten, von restaurants, von theatern. Wenn das plötzlich eingeschränkt werden soll auf eine bestimmte gruppe? Und das sind ja alles auch dinge, die vor allem auch junge menschen gern machen. Natürlich ist das ja geradezu zwang. Das ist ja ein extremer druck, der damit ausgeübt wird. Und ehrlich gesagt mit welcher begründung?«
So schwer ist es nun wirklich nicht zu verstehen, mit welcher begründung private veranstalter und gastwirte gern für geimpfte öffnen würden: die müssen geld verdienen, wollen aber nicht pandemietreiber sein. Da ist es ein realtiv sicheres und einfaches konzept, für geimpfte zu öffnen. Das ist ein guter grund. Im freizeitbereich zwingt einen nun wirklich niemand zu irgendwas. Man muß weder ins konzert noch ins flugzeug, man muß sich bloß entscheiden was einem wichtig ist. Frau Wagenknecht tut so, als hätte jüngere menschen selbst nichts von der impfung. Aber auch für die ist das risiko an corona zu versterben oder langzeitfolgen zu haben wesentlich höher als das impfrisiko, ist nicht so, daß die sich nur für die alten säcke impfen lassen sollen, sondern auch für ihren persönlichen gesundheitlichen nutzen. Man kann nicht erwarten, daß andere einem das impfrisiko abnehmen und es dafür aber selbst in kauf nehmen, womöglich infiziert zu werden - die impfung funktioniert ja nicht bei jedem perfekt. Etwas anderes ist es bei leuten, die nicht geimpft werden können. Aber es gibt auch noch andere konzepte für kulturveranstaltungen. In verschiedenen städten hat es in den vergangenen wochen modellprojekte gegeben, bei denen menschen, egal ob bereits geimpft oder nicht, mit negativem coronaschnelltest an kulturveranstaltungen teilnehmen konnten. Vielleicht für’s erste eine alternative für die (noch) nicht geimpften.

Es ist ärgerlich, daß frau Wagenknecht so tut, als wäre das hauptproblem nicht die pandemie, sondern daß man jetzt aus heiterem himmel und purer bosheit den leuten ihr freizeitvergnügen wegnehmen würde und es völlig unbegründet wäre, den leuten, die schon geimpft werden konnten, ein paar freiheiten zurückzugeben. Eine LINKSpartei aus der so undurchdachter bockmist kommt, braucht man eher nicht.

Samstag, 6. März 2021

Rechenkunststück

Neues von der querdenkerfront: inzwischen sind wir bei einer angeblichen falschpositivrate der PCR von 7,6%, was uns das RKI seit monaten boshaft verschwieg. Leider liegt mir das paper, auf das sich der redner bezieht, nicht vor. Braucht es aber auch gar nicht, um diese aussage zu bewerten:
zitat querdenker mit hütchen: »[3:46] 7,6% der ergebnisse auf den PCR tests sind systematisch falsch, fast 8% der PCR testergebnisse [...] und diese ergebnisse liegen dem Robert-Koch-Institut seit dem 11. september des letzten jahres vor. Fünf monate hat das Robert-Koch-Institut sich geweigert der öffentlichkeit diese zahlen zur verfügung zu stellen und hat weiter wahrheitswidrig behauptet, daß der PCRtest sehr zuverlässig sei. DAS IST ER NICHT!!1!!! [...] Aktuell liegt die positivquote von PCRtestergebnissen bei etwas über 5%. Das bedeutet nichts anderes, als daß wahrscheinlich ALLE PCRtestergebnisse falsch sind.[...]«
Alles klar: 5% > 7,6%. Noch fragen?

Ja, ich: kann dem hütchenmann mal jemand ein bißchen diskalkulietherapie spendieren, so für fünf fennje oder ’n jroschen?

Dienstag, 23. Februar 2021

Corona harmloser als poliomyelitis?

Kürzlich las ich zur abwechslung einmal mehr den allerseits beliebten corona-grippe-vergleich:
»Die Verantwortlichen können nicht zugeben, dass sie sich geirrt haben, dass Corona schlimm, aber nicht schlimmer, als eine schwere Grippe ist, und dass die Maßnahmen, die so viel Leid angerichtet haben, überzogen sind.«
Wer das gesagt hat und wo, soll hier keine rolle spielen [randbemerkung: kommentare, die darauf abzielen, werden gelöscht]. Es geht eher um den geistigen nährwert dieser aussage. Um die angelegenheit etwas spannender zu gestalten, werde ich corona nicht mit der grippe vergleichen, sondern mit der bis in die zweite hälfte des vergangenen jahrhunderts zu recht gefürchteten poliomyelitis, also kinderlähmung.

Ähnlich wie bei corona verläuft eine infektion mit polio in den meisten fällen symptomlos. Die infektionswege sind zwar unterschiedlich, jedoch ist beides heimtückisch, weil menschen infektiös sein können ohne selbst krank zu sein. Das bedeutet, daß man andere anstecken kann ohne irgendwas zu merken.

Aktuell, stand 22. februar 2021, hat es in Deutschland bisher 2.393.098 bestätigte coronainfektionen gegeben. Stellen wir uns mal vor, was los wäre, wenn die infizierten stattdessen polio gehabt hätten und es keine impfung dagegen gäbe:

4 - 8% der mit polio infizierten entwickeln symptome: halsschmerzen, durchfall, erbrechen, fieber, abgeschlagenheit. 8% der infizierten wären 191.448 personen, die symptome zeigen. Bei diesen symptomatischen patienten kommt es bei 5 - 10%, also bis zu 19.145 zu einer hirnhautentzündung.

Zur paralytischen polio, also der tatsächlichen lähmung kommt es bei ca. 1% aller infizierten, das wären in diesem beispiel bis zu 23.931, von denen 2 - 20% sterben. Das wären hier also im schlimmst anzunehmenden fall 4.787 tote.

An corona verstarben bisher 68.061 menschen. Das sind etwas mehr als 14 mal so viele als es bei polio gegeben hätte. 74.480 hatte so schwere coronaverläufe, daß sie intensivmedizinisch behandelt werden mußten und aktuell liegen 3.030 patienten auf der intensivstation. Dagegen scheinen die zahlen in bezug auf polio ein klacks zu sein.

Waren die altvorderen hysterisch und ist polio in wirklichkeit harmlos gewesen?

Natürlich nicht, es war vernünftig, ein mittel gegen diese krankheit zu suchen und die impfung standardmäßig für alle einzuführen. Irgendwie scheint manchen der sinn dafür abhanden gekommen zu sein, daß es die menschlichkeit irgendwie gebieten würde, möglichst alles dafür zu tun, krankheit, elend und tod abzuwenden. Aber was sind schon ein paar leichen gegen die freiheit und das recht als bazillenschleuder rumzulaufen?

Mich nervt das thema. Und was mich am meisten nervt, sind nicht die einschränkungen, mit denen jetzt alle gezwungen sind zu leben, sondern die selbsternannten »experten« und ihr hyperintelligentes klatschvieh, das gut im nörgeln und besserwissen aber schlecht im denken ist.

Donnerstag, 11. Februar 2021

Bazillengeburtstag

Im grunde eher bazillennamenstag. Am 11. februar vor einem jahr bekam unser possierliches mitgeschöpf, das kleine, neuartige coronavirus, seinen namen: sars-cov-2.

Die gesamte redaktion des 1-€-blogs gratuliert und wünscht zu diesem jubeltag, daß das kleine miststück mitsamt all seinen mutanten sehr bald auf dem aussterbebett liegen möge.

Wo bleibt eigentlich die von den verschwörungsschwurblern versprochene zwangsimpfung? Ich warte nun schon seit sieben wochen darauf, zum impfen gezungen zu werden, bisher allerdings vergeblich. Diese verschwörungslegende hätte ich gern geglaubt, nur taugt die leider nichts. Ich bin enttäuscht.