Montag, 31. März 2014

Foto am montag (100)

Eine blaumeise (Parus caeruleus), die ich heute nachmittag mitten in der schönsten frühlingsblütenpracht eingefangen habe:

Sonntag, 30. März 2014

Titanic will Sarrazin kolumne geben

Beim aufschlagen der soeben erschienenen neuen ausgabe des einzig ernsten politikfachblattes wäre mir fast bereits auf seite 2 die frühstücksstulle aus dem gesicht gefallen:
Aber ich darf hoffnung schöpfen. Es handelt sich um die april-ausgabe. So dürfte die 33 bis 43seitige kolumne wahrscheinlich ausfallen.

Mittwoch, 26. März 2014

Was war eigentlich auf der CeBit?

Wie in den vergangenen zwanzig jahren war ich auch in diesem jahr wieder nicht auf der CeBit.

ZDFreporter und PARTEIpolitiker Martin Sonneborn hat die veranstaltung, im gegensatz zu mir nicht verschlafen, und berichtet von dort:



Textauszüge aus dem film:

Sonneborn: »Aber Sie verdienen ja auch an der ahnungslosigkeit der leute und der regierung.«

CeBit-typ:»Un-un-un-bedingt. Also, ich sage mal gerade im bereich sicherheitssoftware, was was ich verkaufe-äh, kann man, kann man auch noch sehr gut mit der ahnungslosigkeit geld verdienen, ja.«

Sonneborn: »Könnte es eigentlich eine bessere situation geben als im moment? Geheimdienste, die alles überwachen und ausspähen?«

CeBit-typ: »Uns spielt das in die hand.«

***

Sonneborn: »Zuerst hat man uns jahrelang teure datennetze verkauft, um uns besser zu bespitzeln.

Auf dieser CeBit wollen die hersteller noch einmal ordentlich zulangen und uns teure sicherheitssoftware für ihre löchrigen netze andrehen.«

***

Sonneborn: »Was machen sie denn da grad?«

CeBit-typ II:»Wir haben hier einen computer auf einem stick…«

Sonneborn: »Hören Sie auf mich abzuhören! You are monitoring me?«

CeBit-typ II:»Neinneinneinneinneinnein. Aber die sicherheitsdienste, die Amis, die Briten und so weiter, die haben einen markt für uns gemacht. When David Cameron was here, der hat diesen markt für uns gemacht.«

Sonneborn: »Sie profitieren davon, daß Ihr geheimdienst uns ausspäht?«

CeBit-typ II:»Ja.«

Sonneborn: »Und jetzt sollen wir Ihnen diese dinger abkaufen?«

CeBit-typ II:»Ja.«

***

Sonneborn: »Glauben Sie, daß die bundesregierung die situation noch im griff hat?«

CeBit-typ III:»Nein, sicherlich nicht«

***kameraschwenk: stand des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie - »innovationskraft digitale wirtschaft«***

Kompetenzmensch ministerium: »Ich beantworte Ihnen die frage nicht.«

Sonneborn: »Das dacht ich mir«

Kompetenzmensch ministerium:»Keine frage«

Sonneborn: »Blickt man mit über vierzig überhaupt noch durch, duch diesen ganzen datenirrsin?«

Kompetenzmensch ministerium:»All diese fragen beantworte ich ihnen nicht, es gibt in unserem hause entsprechende, autorisierte leute, die das tun.«

****

Sonneborn: »Glauben Sie, daß man mit über vierzig diesen ganzen datenirrsinn noch verstehen kann?«

CeBit-typ: »Also ich tu ’s nicht(…) Ich hab keinen blassen schimmer.«

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Zeitungsberichten zufolge soll der parteieinfluß auf das ZDF weniger werden. Mehr PARTEIeinfluß wäre wünschenswert. In diesen paar minuten stecken mehr nützliche informationen als man in mehreren jahrgängen von Klaus Klebers Klamaukjournal finden könnte.

Mittwoch, 19. März 2014

A. Nahles: kinderarbeit muß erschwinglich bleiben!

Arbeitsministerin lehnt mindestlohn für minderjährige ab. Mit der begründung, daß die einen »anreiz« kriegen müßten, eine ausbildung zu machen und nicht einen vergleichsweise »gutbezahlten« aushilfsjob annehem.

Wer sich an die situation von vor ca. 25 jahren (oder früher) erinnern kann, weiß, daß damals lehrstellen und studienplätze durchaus begehrt waren, obwohl man damals auch mit »ungelernter arbeit« über die runden kommen konnte. Leider nicht jeder, aber solche stellen gab es.

Die ausbildung war für junge leute eine perspektive, besser leben zu können und einen sichereren arbeitsplatz zu haben. Deshalb war ausbildung durchaus beliebt. Auch wenn es bedeutete, für eine zeit mit weniger auszukommen.

A. Nahles will, daß kinder unter 18 für arbeitgeber billig bleiben. Der vorwand ist, daß sie »anreize« bekommen sollen, eine ausbildung aufzunehmen.

»Anreize« für etwas, das ein nicht geringer teil der jungen leute ohnehin nicht bekommt? Schlechter witz.

Keine billige kinderarbeit. Keine ausbeutung.

Nieder mit dem lohnsystem!

Montag, 17. März 2014

Foto am montag (98)

Die bullen kommen!
Heckrinder gelten oft als »rückzüchtung zum auerochsen (bos primigenius)«, was sie aber nicht sind.

Sonntag, 16. März 2014

Volksabstimmung...

… ist nur beliebt, wenn das ergebnis der jeweiligen interessenlage entsprechen könnte.

Nachtrag: Der »westen« erkennt Krimreferendum nicht an.

Wenn das blöde volk anders will, als es bestimmten machthabern recht wäre, muß gegebenenfalls eine legitim gewählte regierung weggeputscht werden und wenn das blöde volk dann immer noch anders will, muß es halt weg.

Ich erkenne den beitritt des französischen saarlandes zur BRD nicht an, ist unverständlich, daß die deutschsprachigen »franzosen« unbedingt heim ins reich wollten.

Die bürger der DDR haben nicht darüber abgestimmt, wohin sie gehören wollen, die wurden ohne volksabstimmung zwangseingemeindet.

Das ist selbstredend viel demokratischer gewesen, weil die in den guten westen eingemeindet wurden. Da wäre es völlig überflüssig gewesen, die über einen verbleib im osten abstimmen zu lassen.

Freitag, 14. März 2014

Die jungschen in der »alten säcke partei«

Kürzlich bezeichnete ich die AfD als »alte säcke partei«. Das ist nur die halbe wahrheit. In wirklichkeit gibt es auch eine AfD jugendorganisation. Und die ist fast so blöd wie ihre alten:
»Ich bin keine Feministin, weil ich mir gerne die türe aufhalten und in die Jacke helfen lasse«
Autsch. Freundlich gesonnene menschen halten anderen, unabhängig von geschlecht und alter die tür auf. Darauf wert zu legen, auf grund des geschlechts die tür aufgehalten zu bekommen ist komisch. Hoffentlich kommen ein paar freundliche männer, die ihr in die zwangsjacke helfen.
»Ich bin keine Feministin, weil mein Mann Fels in der Brandung ist - und nicht mein klassenfeind!«
Immerhin etwas erkannt. Damit ist das AfDmädel weiter als Alice Schwarzer. Ob sie definieren kann, wer der klassenfeind ist?

Montag, 10. März 2014

Amöbenorganisation für demagogen (oder kurz AfD)

So langsam sollte auch den letzten gutgläubigen klar werden, daß die AfD alles andere als eine neue liberale partei ist, sondern ein reaktionärer wahlverein, eindeutig rechts der CSU.

Über deren unausgegorenes, frei intepretierbares wahlprogramm hatte ich vor fast zehn monaten schon mal geschrieben.

DSCN0601

Auf der liste der AfD für die Europawahl steht auch die enkelin Johann Ludwig Graf Schwerin von Krosigks, ihres zeichens reaktionäre schwulenhasserin, die den ostelbischen junkern das land zurückgeben will und die frauen gern ausschließlich hinter dem herd sähe - da soll sie mal mit gutem beispiel vorangehen und sich aus der politik raushalten, wie es sich für anständige adelsweiber gehört.

Bei der bundestagswahl bekam sie drei prozent der stimmen (nachtrag: erststimmen in Berlin). Die Deutschen hängen sentimental an diesem geschmeiß. Darum ein schönes lied aus Frankreich zum mitsingen und zuhören. Gesungen von Edith Piaf.

Foto am montag (97)

Singender star (sturnus vulgaris)

Samstag, 8. März 2014

Sarrazin vor gericht

Das wäre eigentlich eine gute nachricht. Mein erster gedanke war »hoffentlich sperren sie den ein!« Aber er steht nicht wegen volksverhetzung vor gericht, sondern mußte in London vor dem High Court aussagen.

Es geht um die cross-border-leasing geschäfte der BVG (Berliner Verkehrsbetriebe). Zwischen 1997 und 2002 hatte die BVG rund die hälfte ihres fuhrparks an einen US-trust verhökert und von diesem zurückgemietet. Derartige scheininvestitionen brachten damals den trusts in den USA gewaltige steuervorteile, die mit den mietern in Deutschland verrechnet wurden.

Kurzfristig brachten derartige geschäfte schlechten finanzern geld in die leeren kassen, weshalb diese sich deshalb selbst als »finanzgenies« feierten. Langfristig sind derartige geschäfte teuer, vor allem wenn die selbsternannten »finanzgenies« auf die idee kommen, spekulative geschäfte zu machen.

Auf diese idee kamen sie bei der BVG, deren aufsichtsratschef damals finanzsenator Sarrazin war, im jahr 2007. Das unternehmen ließ sich von der US-bank JP Morgan »beraten« und ging eine wette auf die bonität von 150 unternehmen ein. Unter diesen unternehmen die US-immobilienbanken Fannie Mae und Freddie Mac oder Lehman Brothers. In der immobilien- und bankenkriese löste sich der plan, mit öffentlichem geld einige millionen zu erzocken, auf.

Die forderung von JP Morgan, die vor gericht verhandelt wird, liegt bei 155 millionen €.

Sarrazin hat dazu ausgesagt, daß er bei diesem geschäft nicht verstanden habe, worum es überhaupt ging.

Bei leuten, die aus unwissenheit in großem maße schaden anrichten, heißt es in China ziemlich schnell »an die wand - erschießen!«. Das ist selbstverständlich inhuman und abzulehnen. Jeder mensch macht in seinem leben allerhand dummheiten und bei dummheiten, die gesellschaftlichen schaden anrichten, müßte man ohnehin zu allererst überprüfen, in wessen interesse gehandelt wurde.

In Deutschland bekommen solche figuren dann aufmersamkeit beim Cicero und der Jungen Freiheit, die die auffassung vertreten, daß es sich hierbei um arme, diskriminierte handele, weil sie von links ausgebuht werden.

Ich denke, der Sarrazin bringt seine hetztiraden gegen arbeitlose, ausländer und linke deshalb dermaßen in stellung, um von seinen eigenen schandtaten abzulenken.

Ist schließlich besser, über die »asozialen« zu schimpfen als über den sauberen herrn finanzsenator, der geld in den sand gesetzt hat, von dem ein h4empfänger schlappe 17.222 jahre leben könnte.

Dienstag, 4. März 2014

Was Brecht noch wußte...

… weiß Peymann offensichtlich nicht mehr. Nämlich, daß es zweierlei sorten menschen gibt: ausbeuter und ausgebeutete.

Und es somit ein unterschied ist, ob man einen vertreter der ausbeuterklasse verjagt oder seinesgleichen verprügelt und tritt. Der hat es glatt fertiggebracht, in Springers »Welt« die demonstranten, die den Sarrazin nicht in Brechts theater sehen wollten, mit den prügelnazis von Hoy gleichzusetzen.

Irgendwie scheint den alten herren in der kunst der sinn für die realität flöten zu gehen. Ohne es zu wollen mußte ich an den Staeck denken, der sich zwar rühmt, die AdK frei von sponsoren gehalten zu haben, aber offenbar nie etwas dagegen hatte, daß dort gut ausgebildete menschen für unter 5 € pro stunde arbeiten.

Wenn sich die kulturschaffenden »freiwillig« (also eher aus monetärem sachzwang) der obrigkeit unterwerfen, den ganzen mist kritiklos fressen, damit sie ihren blöden kulturbetrieb aufrecht erhalten können, braucht man die dann überhaupt noch?