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Freitag, 1. Oktober 2021

Aus dem enddarm frisch auf den tisch

#allesaufdentisch

Daß nullchecker faktenchecker nicht übermäßig mögen, muß einen nicht wirklich wundern. Über das »interview« von Volker Bruch mit dem kommunikationswissenschaftler Michael Meyen wurde bei BR KulturBühne im grunde schon alles gesagt.

Wenn sich nun juristen, philosophen und vor allem schauspieler beschweren, als expertInnen in der öffentlichen debatte in der coronakrise nicht gehört worden zu sein, dann möchte ich die nächste staffel Babylon Berlin nur anschauen, wenn der Gereon Rath von Christian Drosten gespielt wird. Virologen sind in fernsehserien völlig unterrepräsentiert. Wo bleibt denn die ausgewogenheit, wenn menschen, bloß weil sie der schauspielerei unkundig sind, für sowas einfach nicht engagiert werden?

Samstag, 3. Juli 2021

Interview mit Ken Jebsen

Hier kann man schön sehen, wie Jebsi James sich um kopf und kragen redet und um wen es ihm eigentlich geht:

Sonntag, 25. April 2021

Griff ins klo

Der klogriff der woche war sicherlich #allesdichtmachen. Momentan bin ich froh, daß ich mich nie sonderlich für spielfilme und schauspieler interessiert habe, denn ich wäre wahrscheinlich sehr enttäuscht, wenn jemand, dessen fan ich bin, etwas derart haarsträubend dummes sagt, wie man es bei der aktion »hackedicht« sieht. Die namen der meisten, die mitgemacht haben, kenne ich kaum, weil ich mir schauspielernamen selten merke und gelegentlich auch bloß, weil ich denjenigen doof finde. Mitgemacht bei dieser idiotischen aktion haben Cem Ali Gültekin, Katharina Schlothauer, Ben Münchow, Bernd Gnann, Christian Ehrich, Claudia Rippe, Dietrich Brüggemann, Gianna Valentina Bauer, Hanns Zischler, Jan Josef Liefers, Jens Wawrczeck, Jörg Bundschuh, Joseph Bundschuch, Karoline Teska, Kathrin Osterode, Kea Könneker, Markus Gläser, Maxim Mehmet, Monika Anna Wojtyllo, Nadine Dubois, Nadja Uhl, Nina Gummich, Nina Proll, Roland Düringer, Samia Dauenhauer, Thorsten Merten, Tina Maria Aigner, Ulrich Tukur, Vicky Krieps, Volker Bruch, Werner Eng, Wotan Wilke Möhring, Jeana Paraschiva, Miriam Stein, Ramin Yazdani. Desweiteren haben auch Heike Makatsch, Meret Becker, Ken Duken, Richy Müller, Ulrike Folkerts und Manuel Rubey mitgemacht, die ihre videos allerdings wieder zurückzogen, weil sie sich überlegt haben, daß das vielleicht doch keine übermäßig schlaue idee ist, aus frust oder langeweile die covidioten und stramm rechten zu unterstützen.

Einen teil der videos habe ich mir nicht angeschaut, weil mir das zu langweilig ist. In denen, die ich mir angeschaut habe, wurde eigentlich immerfort das selbe gesagt. Eine kreative meisterleistung würde ich mir anders vorstellen. Auf eines möchte ich aber genauer eingehen. Hier der text
zitat Jan Josef Liefers: » Mein name ist Jan Josef Liefers, ich bin Schauspieler und ich möchte heute ›danke‹ sagen. ›Danke‹ an alle medien unseres landes, die seit über einem jahr unermüdlich verantwortungsvoll und mit klarer haltung dafür sorgen, daß der alarm genau da bleibt, wo er hingehört, nämlich ganz, ganz oben. Und dafür sorgen, daß kein unnötiger, kritischer disput uns ablenken kann von der zustimmung von den sinnvollen und immer angemessenen maßnahmen unserer regierung. Verantwortungslosen menschenverachtenden ärzten und wissenschaftlern, die zu anderen schlüssen kommen als die beratenden experten unserer regierung. Und die sich mit professuren an weltberühmten universitäten und nobelpreisen schmücken, ich möchte sagen: ›tarnen‹, dürfen wir keine bühne geben. Schließlich wissen nur ganz wenige spezialisten, was wirklich gut für uns ist. In letzter zeit habe ich aber das gefühl, daß einige zeitungen damit beginnen, alte, überwunden geglaubte vorstellungen von kritischem journalismus wieder aufleben zu lassen. Dagegen müssen wir uns wehren. Das dürfen wir nicht zulassen. Wir sollten einfach nur allem zustimmen und tun, was man uns sagt. Nur so kommen wir gut durch die pandemie. Bleiben Sie gesund. Verzweifeln Sie ruhig, aber zweifeln Sie nicht. «
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Hans-Georg Maaßen, Ken Jebsen und der AfD hat das gefallen. Nutzer, denen das gefallen hat, mochten auch wurzelresektionen, amöbenruhr, lobotomie.
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Damit ist im grunde alles gesagt. Aber ich will trotzdem auf den text eingehen. Das ist sehr nett von herrn Liefers, sich einmal bei den medien zu bedanken. Immerhin bekommt er von der ARD für seine rolle als »prof. Boerne« im Münsteraner Tatort eine jahresgage im sechsstelligen bereich, die wir alle zahlen, ob wir uns das anschauen oder nicht. Menschen, die sich jetzt verarscht fühlen, können das »abo« leider nicht kündigen. Wenn es ginge, würde ich es trotzdem nicht tun, denn was können beispielweise Axel Prahl oder Christine Urspruch dafür, wenn einer hirnlos rumfaselt?

Daß es keinen disput über die maßnahmen gäbe, wäre mir neu. Meckert herr Liefers über die medien, ohne die debatte verfolgt zu haben, die seit inzwischen vierzehn monaten läuft? Es ist überhaupt nicht so, daß auf die »die regierung beratenden experten« gehört würde. Die lage sieht derzeit so beschissen aus, weil eben gerade nicht auf experten wie Melanie Brinkmann, Christian Drosten oder Karl Lauterbach gehört wurde, die im gegensatz zu den tollen herren Professoren und Nobelpreisträgern von »weltberühmten universitäten« nicht nur titel, sondern sogar namen haben. So bedeutend, daß man sich ihre namen merken müßte, sind die titelträger, von denen herr Liefers spricht, offensichtlich nicht.

Ist toll, daß Jan Josef Liefers das gefühl hat, daß einige zeitungen damit beginnen, alte, überwunden geglaubte vorstellungen von kritischem journalismus wieder aufleben zu lassen. Weshalb nennt er keine namen? Warum läßt er seine zuschauer nicht daran teilhaben, wen er meint?

Ich zweifele. Und nicht nur an Liefers’ intelligenz, sondern an der politik, die sehenden auges wochen- und monatelang untätig geblieben ist, wodurch die katastrophe wesentlich vergrößert wurde. Leider hilft es nichts, wenn ich sage, daß es mir bereits anfang oktober 2020 klar war, daß es einen konsequenten lockdown bräuchte, um schlimmeres zu verhindern. Passiert ist lange zeit nichts, außer daß die infektions- und todeszahlen stiegen. Es mußte diskutiert werden, ob es vonnöten sei zu handeln. Jetzt sind wir mehr als 70.000 tote weiter, hocken seit einem halben jahr mehr oder minder im lockdown und ein ende ist nicht wirklich abzusehen. Das ist nicht das ergebnis einer politik, die diskussionslos auf restriktive maßnahmen gesetzt hätte. Die politik hat auf das prinzip hoffnung gesetzt. »Kommt schon nicht so schlimm.«

Daß wir nun, ende april 2021, noch immer nicht aus dem scheißlockdown raus sind, liegt keineswegs daran, daß die MerkelIn uns aus machtgeilheit zu hause einsperren will, sondern eher daran, daß sie genau das beizeiten gelassen hat. Es wurden nicht einfach dinge beschlossen, über die nicht geredet worden wäre. Im gegenteil: Es wurde ewig blöde rumgelabert, faule kompromisse gemacht, die sich als schädlich erwiesen haben

Die schwubelfränze Hendrik Sodenkamp und Anselm Lenz vom selbsternannten »Demokratischen Widerstand« haben das, was Liefers sagte, in ihrem rundbrief 302 wie folgt aufgenommen
zitat Lenz und Sondenkamp: »Die Schauspieler stehen auf. Mit der Kampagne »Alles dicht machen« haben 53 TV- und Theater-Stars, unter anderem Heike Makatsch, Jan-Josef-Liefers, Volker Bruch, Dietrich Brüggemann und Nina Gummich gestern ihre Unterstützung der Demokratiebewegung erklärt.

Das Video von Heiko Makatsch verschwand recht schnell im Laufe des Tages, ist aber frühzeitig gespiegelt worden. Besonders klar ist die Ansprache des demokratischen Revolutionärs Jan-Josef Liefers, der auch auf unsere Zeitung und die Regierungspropaganda eingeht.«
Wer auch immer dieser Heiko Makatsch sein soll. Heike Makatschs video verschwand, weil sie sich offenbar überlegt hat, daß sie nicht von rechten verschwörungsdeppen vereinnahmt werden will. Im rundbrief 285 zur »lagebesprechung« von mitte april hieß es
zitat Lenz: »FDP und Linksfraktion haben heute bei der ersten Lesung des Gesetzes im Bundestag erstmals einigermaßen seriös opponiert und ansonsten weiterhin der AfD bildlich den Schwarzen Peter der Verteidigung der Demokratie, der Gewaltenteilung, der Menschlichkeit überlassen.«
Sicher. Die AfD als einziger verteidiger der menschlichkeit und so. Und eine horde schauspieler, die offensichtlich kein problem damit hat, sich mit solchen figuren gemein zu machen. Ich fühle mich peinlich berührt, weil meine abneigung gegen filmstars noch nie dermaßen klar bestätigt wurde. Das sind leider nicht unbedingt besonders kluge, unterhaltsame leute, sondern ausgemachte langweiler, die wie dressierte affen kunststücke abspulen, die man ihnen beigebracht hat. In puncto originalität, witz und ironie hat mich bislang keins der videos vom hocker gerissen. Schade eigentlich, es wäre doch schön gewesen, wenn wenigstens einer von denen mal gezeigt hätte, daß ich mich irre. Stattdessen gibt es die bei rechten übliche larmoyanz. Schließlich gibt es keine meinungsfreiheit, wenn andere das, was man meint, einfach nur panne finden.



Den eindeutig besseren text hatte die twitternutzerin Julia C. Seidl, den sie überdies auch noch besser vortrug als Jan Josef Liefers. Das mit der ironie hat sie auf jeden fall besser drauf.

Freitag, 27. November 2020

Coronalatscher gemeinsam mit der AfD. Und gott.

Bei Spiegel TV gab es am mittwoch einen bericht von der demo am 18. november 2020 am Brandenburger Tor und von der »aktion« im Reichstag. Die bilder sind zum teil etwas verstörend, bei einigen figuren, die da rumspringen, wird man den eindruck nicht los, daß da womöglich gerade das tollhaus auf betriebsausflug ist. Aber verrückt sind die wohl eher nicht.
Zitat mann mit blauer jacke [0:13]: »Eine religiöse veranstaltung unterliegt keiner genehmigungspflicht und keiner anmeldungspflicht.«
Das erklärt doch einiges: das coronaleugnertum ist eher ein religiöser glaube als eine politische überzeugung. Aber das ist bei allen verschwörungsmythen so. Und manchen menschen scheint dieser glauben alles anderes als gut zu tun:
Zitat frau mit glitzermütze [0:31]: (in richtung polizei:)«Was macht ihr hier, schämt euch,(brüllt)Schämt euch! Schämt euch!« [0:38] (in richtung kamera)»Ihnen werden Ihre kinder weggenommen, die werden von zu hause weggeholt, Sie werden zwangsgeimpft, auch wenn sie das nicht sagen. Wenn sie sich nicht impfen lassen, dann können sie eingesperrt werden!«
Die frau kann einem durchaus leid tun, weil sie sicherlich glaubt, was sie erzählt und dieser glaube scheint ihr angst zu machen. Es stimmt, daß es vor einigen monaten diskutiert wurde, ob man infizierte kinder aus den familien nehmen und sie auf eine isolierstation bringen sollte, damit sie niemanden anstecken. Aus epidemiologischer sicht wäre das sicherlich vernünftig, aus sozialer sicht überhaupt nicht, weshalb die idee schnell verworfen wurde. Interessierte kreise schlachten das offenbar immer noch aus, um die leute noch weiter zu verunsichern.

Das märchen von der zwangsimpfung darf natürlich auch nicht fehlen. Noch ist in Deutschland kein impfstoff gegen covid-19 zugelassen. Und wenn er hoffentlich bald zugelassen sein wird, wird man erstmal gar nicht so viel impfstoff auf einmal hergestellen können, wie es freiwillige gibt, die sich impfen lassen möchten. Wenn es möglich wäre, würde ich mich mit dem zeug von BioNTech noch heute impfen lassen - danach bin ich dann natürlich gechippt und muß tun, was Bill Gates will - ich bin schon sehr gespannt, wie sich das anfühlt, unbedingt mit Windoofs arbeiten zu wollen, das wäre eine völlig neue erfahrung für mich.

Aber mal im ernst: für eine impfpflicht muß es eine verhältnismäßigkeit geben. Die ist für die saisonale grippe z.b. nicht gegeben, obwohl die auch gefährlich ist und tödlich enden kann. Jedoch ist sie nicht so stark ansteckend, auch weil es in der bevölkerung eine grundimmunität dagegen gibt und sich nicht jeder damit infiziert. Bei den masern ist die impfpflicht verhältnismäßig, denn eine herdenimmunität gibt es hier nur, wenn mehr als 95% der bevölkerung geimpft sind und das impfrisiko ist vergleichsweise gering. An sich war es ziel, diese krankheit bereits im letzten jahrzehnt weltweit auszurotten, dann könnte man heute über die impfpflicht gegen masern lachen. An sich würde ich es besser finden, wenn man die leute anderweitig motivieren könnte, sich bzw. ihre kinder gegen masern impfen zu lassen als durch eine verpflichtung. Nur gibt es leider in dieser bananenrepublik eine horde aberglaubiger und renitenter eingeborener, die man nur gegen ihren willen impfen kann.

Bei covid-19 wird man mit äußerst hoher wahrscheinlichkeit niemanden zur impfung nötigen müssen, weil man die notwendige impfquote von 60 bis 70% auch so erreichen wird. Daß in der BRD irgendjemand mal wegen impfverweigerung eingesperrt worden wäre, habe ich noch nie gehört.
Zitat frau mit brille [0:57]: »Die wollen in die privaträume, die wollen uns ne impfpflicht aufzwingen, Sie brauchen nur die paragraphen zu lesen 28a und 36. Die mehrzahl der bevölkerung weiß das nicht. Die medien bringen es nicht, die machen sich selber mit schuldig.« (reißt sich erbost den mundnaseschutz vom gesicht)
In den §§ 28a und 36 habe ich nichts von impfpflicht gegen corona und auch nichts von einer kontrolle in privaträumen gelesen. Vielleicht habe ich was übersehen, es könnte natürlich auch daran liegen, daß es nicht drin steht. Mit schuld an meiner unwissenheit sind natürlich die medien, die im gegensatz zu den selbsternannten »alternativen medien« nicht einfach frei erfundenes berichten.

So forderte ende oktober ein SPDpolitiker, feiern in privatwohnungen zu verhindern, stellte aber im interview klar, daß selbstverständlich die unverletzlichkeit der wohnung gelte. Es ist doch immer wieder schön, wie die leute lieber den phantasiegeschichten, die sie irgendwo im internet gefunden haben, glauben, als sich bloß mal dreieinhalb minuten anzuhören, was der eigentlich will. Da sieht man mal, was das mit einem macht, wenn man seine »informationen« nur von KenFM, Rubikon, RT und dergleichen bezieht: anstatt sich sachlich gedanken über reale schwierigkeiten zu machen, fängt man an, geradezu hysterisch zu werden.

Wenn ich mir beispielsweise anschaue, was der selbsternannte »Demokratische Widerstand« in seinen seltsamen newslettern schreibt und es mir aus irgendwelchen gründen unmöglich wäre, das auf realitätsbezug zu überprüfen, daß ich somit glauben müßte, was die schreiben, würde ich mit sicherheit auch angst kriegen. Denn was die schreiben, wirkt teilweise angsteinflößend, zum glück tendiert der realitätsgehalt gegen null.

Jetzt wird es eklig:
Zitat Hansjörg Müller (AfD) [1:31]: »Durch das neue gesetz sollen alle marionetten auf linie gebraucht werden damit hier es überhaupt keine echten demokratischen entscheidungen in diesem land mehr geben kann. Das ist ein verrat an der demokratie! Das ist ein verrat an der freiheit! Das souverän sind nicht die da drüben« (deutet in richtung bundestag) »Das souverän sind WIR! WIR SIND DAS VOLK«
Im gegesatz zu den bisher genannten personen, weiß meister Müller sehr genau, was sache ist und will politisches kapital aus der krise ziehen. Man achte auf die rhetorik. Wenn rechtsextreme anfangen, von »marionetten«, »echter demokratie« und vom »verrat an der demokratie« (den er natürlich anderen unterstellt) zu reden und sich selbst anzumaßen, das sourverän zu sein, sollte man das weite suchen, denn das heißt nichts gutes.

Auf mich wirkt es zumindest komisch, wenn ein AfDhinterbänkler aus dem bundestag meint, den MdBs aller anderen parteien erklären zu müssen, daß sie nicht demokratisch wären. Meister Müller und der AfDabgeordnete Udo Hemmelgarn sollen es auch gewesen sein, die störer wie den rechten youtuber Elijas Tee, den verschwörungserzähler »der Silberjunge« und die intelektuelle Rebecca Sommer in den Reichstag einschleusten.
Zitat Rebecca Sommer [5:22]: (in richtung Peter Altmaier>»Sie nehmen uns die freiheit weg! Und das wissen Sie, ne?« [6:05] »Was für ein Arschloch. Aufgeblasener, kleiner wannabekönig.«
Unterdessen kam es vor dem Brandenburger Tor zu einem wasserwerfereinsatz, es war eher der einsatz einer sprinkleranlage. Auf genehmigten demos gegen nazigewalt habe ich erheblich härtere wasserwerfereinsätze miterlebt. In Berlin ist es der polizei erlaubt, tränengas ins wasser zu mischen, so daß es den leuten, die auch bloß vom sprühnebel etwas abkriegen erstmal richtig dreckig geht. Davon war beim einsatz am 18. november nichts zu sehen und dafür, daß die demo nicht genehmigt war, hielt sich die polizei ganz schön zurück. Nicht, daß ich gern mehr gewalt gesehen hätte, aber gegen linke demonstranten wird wesentlich härter durchgegriffen.
Zitat Heinrich Fiechtner (ehemals AfD) [6:53]: »Sie mißbrauchen die polizei für ihre zwecke! Wie es alle faschistoiden, totalitären regime getan haben! Und die polizisten geben sich hier dem auch noch willig hin! Ich schäme mich für eine solche polizei!«
Jede regierung gebraucht die polizei als ausführende gewalt, im gegensatz zu faschistoiden regimes gibt es in der bürgerlichen demokratie eine gewaltenteilung. Offenbar schlief Fiechtner im politikunterricht immer oder er setzt gezielt darauf, daß seine mitstreiter im politikunterricht geschlafen haben und er ihnen deshalb einen derartigen blödsinn auftischen kann. Nach wie vor bin ich kein freund der bürgerlichen demokratie, aber bevor sich derartige figuren ermächtigen, ist mir eine bürgerliche regierung immer noch lieber.
Zitat Andreas Kalbitz (ehemaliger vorsitzender der AfD Brandenburg[7:13]: »Ich bin kein rechtsextremist, sonst wäre ich nicht zwölf jahre soldat gewesen, ich habe einen eid auf dieses grundgesetz geleistet...«
Es wäre nicht der erste meineind in der geschichte gewesen. Und nazis in einer Deutschen armee hat es ohnehin noch nie gegeben.

Was auffällt, ist, daß es offenbar menschen gibt, die bereit sind wirklich jeden mist zu glauben, solange er nicht aus »den medien« stammt, selbst oder gerade auch dann, wenn er noch viel bedrohlicher ist, als alles, was in wirklichkeit passiert. Und bei der AfD sind sie schäbig genug, anstatt problemlösungen anzubieten, die ängste der leute noch zu vergrößern.

Sonntag, 22. November 2020

Endlich sagt’s mal einer!

Endlich hat der wackere AfDmann Karsten Hilse aus dem wahlkreis Bautzen I mut zur wahrheit bewiesen:
Zitat Karsten Hilse, AfD: »Vierhundertdreizehn abgeordnete haben die Bundesweiten demonstrationen, die bitten auf ihr gewissen zu hören, nicht interessiert. Sie haben in vollem bewußtsein, aus opportunität oder feigheit für ein gesetz gestimmt, das die tür zur demokratie aufstößt. Schämen sie sich!«
Das habe ich schon immer gewußt, daß die AfD ein problem damit hat, wenn irgendwer die tür zur demokratie aufstoßen will. Schön, daß es endlich mal gesagt wird.

Freitag, 10. Juli 2020

Aufträge für Denunzianten - oder kurz AfD

Wie die junge welt von morgen meldet, will die AfD sich nun offenbar selbst überwachen, denn der verfassungsschutz hat seit einiger zeit zulauf aus der AfD. Hat ja bei anderen rechtsradikalen gruppen und der NPD bereits bestens funktioniert. Gestern wurde der verfassungsschutzbericht für das vergangene jahr vorgestellt. Wie immer wurde vor gefahr durch linksextremisten gewarnt. Daß rechtsextreme in ihrem wahn gelegentlich mal ganz gezielt ein paar leute ermorden, scheint hingegen nahezu »normal« zu sein.

Mittwoch, 4. Dezember 2019

Sucht nach uns

Inzwischen hat das Zentrum für Politische Schönheit (ZPS) für die aktion »sucht nach uns« bei den betroffenen, angehörigen und hinterbliebenen um entschuldigung gebeten.

Der für samstag geplante zapfenstreich mit schwur gegen die AfD wurde abgesagt und der gedenkort wurde geschlossen. Ich war dienstag nachmittag dort und habe mir überlegt, trotzdem ein paar bilder zu zeigen, damit sich jeder, der das nicht gesehen hat, vorstellen kann, worum es eigentlich geht.



Vorne standen diese beiden schilder. Und dazwischen eine tafel, auf der die namen aller abgeordneten der unionsparteien standen, die womöglich demnächt koalitionspartner der AfD sein werden.


Um diese säule geht es, die einen bohrkern mit asche enthalten soll:


Auf der crowdfundingseite des ZPS, die inzwischen abgeschaltet ist, stand, daß sie die »positiv« getesteten bodenproben zu den entnahmeorten zurückgebracht hätten, weshalb es für mich relativ klar war, daß die säule keine menschliche asche enthält, sondern als symbol für die ermordeten irgendwelche asche.

Das ganze noch einmal mit blick auf den Reichstag:


Am hinteren ende befand sich ein stein mit der aufschrift »HIER LIEGT DIE DEUTSCHE DIKTATUR IM FRIEDEN.«


Aus meiner sicht ist es schade, daß diese mit großem aufwand geplante aktion vorzeitig abgebrochen wurde, allerdings auch verständlich. Zitat von der oben verlinkten seite des ZPS: »Wir sagen auch den für Samstag geplanten Zapfenstreich gegen die AfD, bei dem sich Menschen vor Ort treffen und der rechten Machtergreifung den Widerstand schwören sollten, schweren Herzens ab. Die Vorstellung, dass sich dort Menschen, die sonst auf einer Seite stehen, in Kundgebungen gegenüberstehen könnten, ist für uns nicht vorstellbar.«

Zum kostenlosen download gibt es vom ZPS zum thema die broschüre Die Wege der Asche von Hinnerk Höfling, aus welcher man erfährt, was mit der asche aus den konzentrationslagern passierte. Desweiteren das buch An die Nachwelt, welches eine sammlung von aufzeichnungen von NS-opfern enthält.

Im grunde eine sehr gute aktion, über die sich leider die falschen aufgeregt haben.



Freitag, 11. Oktober 2019

Britischer käse

Im grunde könnte man die Briten fast beneiden. Sie haben das ziel der PARTEI »inhalte überwinden« mit der abstimmung über den Brexit bereits hinbekommen. Nur leider wurde dort der inhalt mit tumbem nationalismus überwunden. Bloß kein geld mehr für die EU ausgeben, sondern lieber in die nationale sache investieren. Egal, was die nationale sache überhaupt sein soll und egal, woher die kohle ohne handelsabkommen mit der EU herkommen soll.

Allerdings möchten die Schotten eher in der EU bleiben und eventuell aus Großbritannien austreten. Darüber schrieb die jungewelt am 10 oktober 2019:
Zitat Jörg Kronauer:»Eine Abspaltung Schottlands würde die britische Regierung, die dann nur noch eine englische wäre, empfindlich schwächen; der deutschen Machtentfaltung in Europa stünde, so der machtpolitische Grundgedanke, ein starker Rivale weniger im Weg.«
Hä? Ohne Schottland wäre die Britische regierung nur eine Englische? Meines wissens besteht Großbritannien derzeit aus England, Nordirland, Schottland und Wales. Natürlich sollte GB möglichst zusammenbleiben.

Britischer käse aus Snowdonia.
Den müssen die Briten nach dem no-deal-brexit dann wohl selbst essen.
Schade eigentlich.
Nationalistisch wurde für den austritt aus der EU gestimmt, das zeigt sehr schön, was hier los wäre, wenn sich der anti-EU-kurs der AfD durchsetzen würde. Warum sollen dann die Schotten nicht ebenfalls nationalistisch für die trennung von GB und den verbleib in der EU sein?

Die Briten sollten sich von diesem bekloppen Bus-Trump keinen harten brexit aufdiktieren lassen - und bevor das land auseinander fällt, sollten sie lieber noch einmal abstimmen ob sie wirklich aus der EU austreten wollen. Die EU ist, so wie sie ist, blöd. Aber besser als zollstreit und handelskriege.

Nein, eine weitere abstimmung wäre nicht »das volk abstimmen lassen, bis das ergebnis stimmt«. Es wäre eher eine abstimmung darüber, ob das sinnvoll ist.

Sonntag, 1. September 2019

Sonntag, 18. August 2019

Verabschiedungskultur

Bernd Höcke mal wieder.

Verabschiedungskultur ist nicht grundsätzlich was schlechtes. Ich stell mir vor, Höcke in einer rechtkantigen kiste und es gibt reichlich »Rosen auf den Weg gestreut«.

Donnerstag, 20. Juni 2019

Karneval und Süßwaren

Manchmal ist Google Maps sogar recht lustig. Anfang der woche war die AfD Neukölln dort als karnevalsverein gelistet und der homöopathiehersteller Hevert als süßwarenladen.

Leider ist das schon wieder geändert, die verstehen halt keinen spaß. Aber es gibt noch bildschirmfotos davon.

Sonntag, 16. Juni 2019

Quatuor pour la fin du temps

Mein kommentar zur oberbürgermeisterstichwahl in Görlitz:



Olivier Messian: »Quartett für das Ende der Zeit«. Komponiert und uraufgeführt 1940/41 im Stammlager VIII-A in Görlitz.

Donnerstag, 13. Juni 2019

Gefahr durch problemwähler: letztwähler!

Da hat doch glatt jemand den wahlwerbespot der PARTEI mit den »letztwählern« ernstgenommen und fordert, »Rentner gebt das wahlrecht ab!«. Das soll wohl irgendwie »umstürzlerisch« sein, ist aber nicht einmal originell, weil es bloß abgekupfert ist. Und dann auch noch diese merkwürdige verquickung zu den verkehrsunfällen, die angeblich besonders häufig von senilen senioren verursacht würden. Der führerschein auf probe wurde ende der 80er jahre eingeführt, weil über 60jährige zu besonders risikofreudigem fahrstil neigen. Traurige tatsache ist, daß die unter 25jährigen überdurchschnittlich häufig verunglücken und nicht, weil sie von rasenden wackelgreisen überfahren werden.

Johanna Roth:»Was wir brauchen, ist eine Epistokratie der Jugend«
Ja. Außerdem brauchen wir darmgrippe, fußpilz und pickel. Unbedingt.
Johanna Roth: »Anderer Leben gefährden ist das eine. Das andere: anderer Zukunft gefährden. Am Sonntagabend, als die Europawahl-Hochrechnungen kamen, zeigte sich: Unter 60 wurde hierzulande mit Blick auf die Straße gewählt, über 60 mit Blick in den Rückspiegel.«
Auch für unter sechzigjährige kann sowohl beim autofahren als auch beim wählen ein blick in den rückspiegel lebensrettend sein.

Interessant ist überdies, daß in dem text  der begriff über sechzigjährige mit rentner gleichgesetzt wird. Das kind hat offensichtlich noch nicht begriffen, daß die derzeitige regelaltersgrenze für die rente derzeit bei knapp 66 jahren liegt und bis zum jahr 2031 auf 67 jahre angehoben wird, sofern bis dahin nicht die rente ab 90 eingeführt wurde.
Johanna Roth:»Anderer Leben gefährden ist das eine. Das andere: anderer Zukunft gefährden. Am Sonntagabend, als die Europawahl-Hochrechnungen kamen, zeigte sich: Unter 60 wurde hierzulande mit Blick auf die Straße gewählt, über 60 mit Blick in den Rückspiegel. Die Zustimmung für die Grünen – die bei den unter 60-Jährigen vorne lagen und bei den Erstwähler*innen so viele Stimmen holten wie Union und SPD zusammen [...]«
Erstwählersterncheninnen sind für gewöhnlich unter 25 jahre alt. Somit können sie sich im jahr 2019 kaum daran erinnern, was in der zeit von 1998 bis 2005 politisch los gewesen ist - und schon gar nicht daran, was vorher war.
Johanna Roth:»Wer jung ist, wählt die Grünen, weil er*sie ein Bewusstsein für den Klimawandel überhaupt nur bei diesen sieht. Weil er*sie weiß, was auf dem Spiel steht. Und vor allem: Weil er*sie selbst davon betroffen ist.«
Zwar habe ich keine ahnung wer Ersternchensie ist, aber sie hat offenbar nicht begriffen, daß das problem des klimawandels schon recht lange bekannt ist und auch schon in den 80er jahren darüber diskutiert wurde, was man dagegen tun kann. Die GRÜNpartei schien dafür bewußtsein zu haben, als sie jedoch mitregieren durfte, war jede sauerei in ordnung, sie wurde von der GRÜNpartei mitgetragen. Ein pöstchen bei RWE, EnBW oder BMW oder so ist eben doch mehr wert als das bißchen umwelt, das vor die hunde geht.

Einer partei, die es für unmöglich hält, flugreisen auf drei stück pro nase und jahr einzuschränken, muß man selbstverständlich ein bewußtsein für den klimawandel unterstellen. Und zwar dafür, wie man den noch schneller hinbekommen kann.
Johanna Roth:»Liebe Mitwählende über 60, wir unter 30 hätten ja auch gerne was von diesem Wohlstand, nicht zuletzt weil wir schon jetzt ärmer sind, als unsere Elterngeneration es je war, uns von Befristung zu Befristung hangeln und eigentlich nie so richtig freihaben, weil wir unsere Wochenenden damit verbringen, die letzte noch bezahlbare Wohnung zu finden.«
Aha. Es geht also gar nicht ums klima, sondern um wohlstand. Hätte ich mir auch denken können.
Johanna Roth:»Leider habt ihr uns aber nicht nur eine prekäre Arbeitswelt hinterlassen«
Die prekäre arbeitswelt ist plötzlich vom himmel gefallen, weil die wähler, die heute über 60 sind (ein glück, daß ich zu denen noch lange nicht gehöre, deshalb habe ich damit nichts zu tun!) dafür gebetet haben, daß bitte, bitte schluß sein möge mit dem wohlstand in dieser welt, und daß es allen menschen späterer generationen schlechter gehen möge.

Es könnte aber auch sein, daß die prekäre arbeitswelt von der regierung so eingerichtet wurde. Der anfangsvorschlag von Peter Hartz war damals, jedem langzeitarbeitslosen 500€ plus warmmiete zu geben, dafür aber zu erwarten, daß die leute an fortbildungen teilnehmen und angebotene arbeitsstellen annehmen und gegebenenfalls, was es vorher auch schon gab, unwilligen das geld zu kürzen. Die GRÜNPARTEI hingegen wollte lieber einen schritt in richtung beschissenes grundeinkommen gehen, weshalb sie es als realistisch ansahen, den regelsatz für langzeitarbeitslose möglichst niedrig anzusetzen. Und dann haben sie mit den Sozen auf den schönen kompromiß des niedrigen regelsatzes bei vollem arbeitszwang und aufweichung des schutzes für arbeitnehmer gemacht.
Johanna Roth:»sondern auch den Planeten zugemüllt mit Kohlekraftwerken und Plastiktüten. Und ihr wollt über unsere Zukunft bestimmen?«
Bevor die GRÜNsternchenInnenpartei mitregiert hat, gab es bei vielen menschen mehr umweltbewußtsein als heute. Da war relativ klar, daß flugreisen, autos, plastikmüll, einwegflaschen schlicht und ergreifend nicht umweltfreundlich sind. Die GRÜNpartei hat keine umweltfreundlichere politik gemacht, sondern hat kapitalismusfreundliche geschäftsmodelle mit durchgedrückt.

Sowas wählt man gern nochmal.

Donnerstag, 23. Mai 2019

Gefahr durch problemwähler: briefwähler

An sich hatte ich mir vor etlichen jahren vorgenommen, mich vom demokratiezirkus ins lager der nichtwähler zu verabschieden, weil es schließlich auch das berühmte »kleinere übel« zu verschmähen gilt. Seit es aber die option gibt die partei »die PARTEI« zu wählen, habe ich normalerweise briefwahl beantragt. Damit die wahl dann nicht am inneren schweinehund scheitert: bei regenwetter geht man sonntags besser nicht vor die tür und bei schönem wetter wird der sonntagsausflug lieber ohne umweg über das wahllokal angetreten, so ein wahllokal ist schließlich keine freibierhalle. Also wahlunterlagen nach hause schicken lassen, in ruhe den wahlzettel lesen,
fast einen meter lang, der wahlzettel
die PARTEI ankreuzen, die wahlunterlagen ordnungsgemäß in die briefumschläge packen, zu beliebiger zeit vor dem wahlsonntag einen spaziergang zum zuständigen rathaus machen, den briefumschlag dort in den briefkasten werfen und fertig.

Insgesamt geht der trend hin zur briefwahl, außer mir haben das für die Europawahl fast eine halbe million Berliner getan.

Aber diese form der teilnahme an der wahl ist offensichtlich nicht jedem recht.
Bundeswahlleiter Georg Thiel, der politologe Everhard Holtmann von der Universität Halle-Wittenberg und der staatsrechtler Alexander Thiele von der Uni Göttingen sehen probleme.

Der abstimmungszeitraum würde damit auf mehrere wochen ausgedehnt, briefwähler könnten aktuelle ereignisse nicht bei der wahlentscheidung berücksichtigen und außerdem erfordere es das prinzip der gleichheit der wahl, daß die wahlberechtigten über die gleichen informationen verfügten. Seit wann wird bei der wahl darüber nachgedacht, über welche informationen die wähler verfügen? Wurden wähler je vor der wahl abgefragt, ob sie die programme der wählbaren parteien alle gelesen und verstanden haben? Gilt es als manipulation, daß ich potentiellen AfDwählern das AfDwahlprogramm erklärte und sie danach nicht mehr AfD wählen wollten?

Außerdem sei nicht zu sehen, ob der wähler seine stimme selbst abgegeben habe oder womöglich bestochen worden sei.

Als meine wahlunterlagen eintrudelten blieben leider auch diesmal die politiker aus, die mir für meine wahlstimme eine Wannseevilla, ein gut dotiertes pöstchen mit sehr wenig arbeit oder wenigstens freibier angeboten hätten. Schade eigentlich.

Samstag, 30. März 2019

Verdächtige vornamen

Das habe ich schon immer gewußt: geborene messerstecher heißen Michael oder Andreas. Oder Daniel. Bei Michaels und Andreassen hörstu es schon allein am namen. Das mit den Daniels wundert mich. Aber vermutlich kenne ich einfach nicht ausreichend Daniels, die sich des messerstechens verdächtig machen könnten.

Die »Arier für Dummfragen« (oder kurz AfD) mal wieder. Die wollten beweisen, daß ausländer oder Deutsche mit migrationshintergrund krimineller seien als Deutsche ohne migrationshintergrund. Das ergebnis dürfte ihnen weniger gefallen haben.

Freitag, 15. März 2019

Fridays for Future

Oder mit 16 wählen?

Hier ein paar argumente dafür:

Natürlich kommt auch »Feinstaub-Andi« zu wort: zitat »Wir brauchen keine schulschwänzer, sondern wir brauchen eine demonstration für politik und für demokratie!« Die schulschwänzer demonstrieren jedoch eben für politik und demokratie. Nur haben sie eben eine etwas andere vorstellung von politik als der »Feinstaub-Andi«

Sehr lustig ist auch der hansel von der AfD, Bernhard Zimniok, der zwar nicht imstande ist, daß wort »Asperger« auszusprechen, aber ganz genau weiß, daß bei den »Fridays for Future«-demos schulschwänzer bejubelt werden, die chemie und physik abgewählt haben.

Man muß kein fan von Greta Thunberg sein. Was mir allerdings negativ auffällt, ist, daß sie von ihren »kritikern« keinesfalls ernst genommen wird. Mit ihrem Asperger sei sie ohnehin gestört - und überhaupt: »erpressung« sei es, wenn so ein junges ding anfange, irgendwelche forderungen zu stellen, weil man so einem »kind« kaum widersprechen dürfe. Was dann eben er grund ist, dem zu widersprechen. Sachlich befaßt sich niemand damit.

Mich stört an den »Fridays for Future«, daß die jugendlichen den politikern vorwerfen, sie würden »ihren job nicht machen.«

Doch, genau das tun sie. Die sind nämlich keineswegs dafür da, irgendwelche sinnvollen dinge zu planen, damit es den menschen, die jetzt und in zukunft leben, gut geht. Die politik ist darauf ausgerichtet, den kapitaleignern möglichst hohe erträge zu bescheren. Und dagegen hilft die senkung des wahlalters nichts, denn auch die 16jährigen können auch nur die selben scheißparteien wählen, die die über 18jährigen schon lange wählen dürfen.

Dienstag, 8. Januar 2019

AfD und klima

Eigentlich gar nicht lustig:



Haarsträubend, was diese figuren vom AfDnahen EIKE e.V. zusammenfaseln. Bisher war mir entgangen, daß MdB Phillip Lengsfeld von der CDU, ehemaliges mitglied der GrünPartei und angeblich promovierter physiker, fürsprecher dieses vereins ist. Da packt einen das gruseln.

Donnerstag, 27. September 2018

Freitag, 21. September 2018

Keine STASImitarbeiter als staatssekretäre!

Und erst recht keine verfassungsschutzchefs.

Vielleicht erinnert sich noch jemand an den dezember 2016. Damals konnte Andrej Holm nicht staatssekretär für stadtentwicklung in Berlin werden, weil er im september 1989 als achtzehnjähriger den dienst beim MfS angetreten hatte und bis zur auflösung desselben ca. fünf monate später geblieben war. Es wurde zeter und mordio geschrien, weil er sich »kollektiv schuldig« gemacht habe. Ich schrieb damals, daß unser rechtssystem meines wissens keine kollektivschuld kennt, sofern einem nicht maßgebliche beteiligung an einem vergehen nachgewiesen werden kann.

Auf Maaßens fehltritte will ich hier gar nicht weiter eingehen, das wurde anderswo schon ausreichend berichtet.

Aber wenn schon geheimdienstler, die nicht immer ganz bei der wahrheit geblieben sind, nicht staatssekretär werden dürfen, dann bitte konsequent.

Herr minister Seehofer, es war die rede davon, herrn Maaßen für seine missetaten zu versetzen. Nicht, ihn zu befördern. Versetzen sie den herrn beamten also ins kleinste kaff von Niederbayern, dort wird er ihnen sicherlich wahlkampfhilfe leisten.

Dienstag, 4. September 2018

Woran man nazis erkennt

Unter dem titel »Wie man Nazis erkennt« schrieb Christian Stöcker in seiner kollumne »Der Rationalist« am vergangenen sonntag wie so häufig in den bürgerlichen medien leider kaum gescheites darüber, woran man nazis erkennt.

Weil man nazis heute nicht mehr an glatze, springerstiefeln und baseballschlägern erkennt, ging es zur abwechslung um Hitlergruß, dumpfe parolen, rechte symbole, zeichen und deren abkürzungen, Holocaustleugnung oder den versuch, den Holocaust in vergessenheit geraten zu lassen. Und um nudelsoßen. Und überhaupt: »Allzu groß ist das Repertoire nicht, viele Nazis sind eher schlichte Gemüter.« Und damit begeht herr Stöcker den schlimmsten fehler, den man machen kann. Er spricht einfach den leuten, deren ideen er für verwerflich hält, die fähigkeit zu denken ab, als ob falsches denken nicht ebenso einer gewissen logik folgen würde. Und so kann er sich, wie andere autoren auch, drumrumdrücken zu erklären, woran man nazis eigentlich erkennt: nämlich an ihrer gesinnung.

Was macht faschistisches denken aus?

Die überhöhung des nationalen interesses oder wie Pegidaredner Kubitschek es ausdrückte, daß wahrhaft loyal zum eigenen land sei, dem die größe seines landes wichtiger sei als das eigene leben. Wenn dergestalt überzogene ansprüche an die vaterlandsliebe gestellt wird, muß es einen nicht wundern, daß menschen, die auswärtige wurzeln haben, in den verdacht geraten, daß sie dazu eher nicht bereit sind. Wobei zum glück auch die breite mehrheit der eingeborenen Deutschen mit sicherheit nicht so selbstmörderisch denkt. Faschisten befürworten den krieg und das recht des stärkeren, weshalb sie sich herausnehmen, jene, die sie für schwach oder Undeutsch halten, gegebenenfalls totzuprügeln.

Ebenso wichtig ist die verherrlichung der geschichte des eigenen volkes. Und in bezug auf den Holocaust ist selbst den faschos klar, daß das eher etwas verherrlichungsunwürdiges ist, weshalb das entweder geleugnet wird oder wenigstens höchstens am rande erwähnt werden soll. Stattdessen soll man lieber an die geistesgrößen denken, die Deutschland hervorgebracht hat. Aber eben nicht wegen ihrer besonderen leistungen, die sie hervorbrachten, sondern weil sie Deutsch waren. Auch wird die volksgemeinschaft mythisiert, woraus zwangsläufig feindschaft gegenüber fremden resultiert. Beliebt ist das lamento »für uns Deutsche ist kein geld da, aber den flüchtlingen wird gegeben.« Als wäre bis 2015 alles in butter gewesen und dann plötzlich wegen der fremden der Deutsche sozialstaat zusammengebrochen und als müßten nun die h4empfänger und armutsrentner deretwegen zum monatsende an alten teebeuteln lutschen - mußten sie vorher schon. Dieser staat hat es nämlich so eingerichtet, daß es hier konkurrenz und somit auch konkurrenzverlierer gibt. Dagegen haben die rechten nichts, solange ausländer nicht dafür zugelassen sind. Und da fühlen sie sich dann vom staat verlassen, von dem sie sich einbilden, daß er zuerst für sie als Deutsche da sein müßte.

All das kann und sollte man selbstverständlich ablehnen - und schon gar nicht mit »unzufriedenheit«, »angst«, »einfache lösung«, »populismus« oder dergleichen entschuldigen. Ja, es macht spaß, über rechte zu lästern und witze über sie zu machen, nur wird das auf dauer dem problem nicht gerecht, wenn man immer nur liest, wie blöde die sind.