Donnerstag, 29. Dezember 2016

Grüne gegen verbraucherschutz

Vor einigen jahren galt es als skandal, was sich die lebensmittelindustrie geleistet hatte: damals hatte die lebensmittelindustrie die verbraucher beschissen, indem sie käseimitate aus billigen pflanzenölen und allerhand aromen und farbstoffen als »käse« deklariert und vermarktet hatte. Heute dürfen derartige kunststoffe nicht mehr unter dem begriff »käse« verkauft werden und das ist ein fortschritt: wer plastiksprengstoff speisen möchte, greift zum kunstprodukt und wer das nicht möchte, kauft zum käse. Immerhin wird inzwischen etwas besser deklariert.

Heute geht es um die wurst. Bundesagrarminister Christian Schmitdt hat vermutlich zum ersten mal in seinem leben einen vernünftigen vorschlag gemacht: fleischbezeichnungen für vegetarische und vegane lebensmittel abzuschaffen.

Eigentlich sollte es nicht zu schwer sein, eigene namen für pflanzliche produkte zu finden. Es gibt überhaupt keinen grund, fleischlose produkte aus seitan und kunstaromen als »schnitzel« oder »wurst« anzubieten. Das wird doch nur gemacht, weil ein richtiges schnitzel aus einem besseren fleischstück besteht und so dem käufer eingeredet werden soll, daß das imitat ebenfalls etwas hochwertiges wäre und man ihm so mehr geld dafür abknöpfen kann.

Das findet der Grüne landwirtschaftsminister Robert Habeck aus Schleswig-Holstein richtig prima. Seiner auffassung nach solle jedoch angeblich durch die klare deklaration nur die fleischindustrie gestützt werden.


Wer kein fleisch essen möchte, wird das durch eine vernünftige deklaration vegetarischer produkte ganz bestimmt nicht tun. Oder ahnt herr Habeck, daß das zeug bei korrekter deklaration dermaßen widerwärtig wird, daß niemand es mehr essen wird?

Montag, 26. Dezember 2016

Foto am montag (243)

Letztens war ich in der nähe der waschbärhauptstadt Kassel unterwegs. Die meisten leute dort sind auf die kleinen bären gar nicht gut zu sprechen. Der einzige, den ich zu gesicht bekam, machte auf mich jedoch einen freundlichen eindruck:

Mittwoch, 21. Dezember 2016

Weltuntergang wieder ausgefallen

Der große wahrsagertest von diplom-mathematiker Michael Kunkel



Wer lieber lesen mag als videogucken findet hier ein pdf, es liest sich recht amüsant:
Zitat: »Aber auch Kunkel erlebte Anfang 2016 eine Überraschung: „Das Eingestehen von Fehlprognosen ist in der Augurenzunft normalerweise nicht üblich, deshalb hat mich Elizabeth Teissier doch etwas überrascht.“ In ihrem 2011 erschienen Buch hatte sie Prognosen für die Jahre 2012 bis 2016 niedergeschrieben, dabei aber weder die Ukrainekrise noch den IS erwähnt. Ihre damaligen, sehr schwammigen, Prognosen kommentierte sie mit dem Satz: „Mit heutigem Wissen würde[n] sie konkreter ausfallen.“ Kunkel kann sein Grinsen ob dieses Eingeständnisses nicht verbergen: „Mit heutigen Wissen ist eine wunderbare Formulierung! Nachhersagen ist natürlich immer viel leichter, das kann jeder!“«

Dienstag, 20. Dezember 2016

Und nochmal: alles STASI


Zum ehemaligen mitarbeiter des MfS Anderej Holm war heute ein relativ guter artikel in den nachdenkseiten.

Ich finde es zwar super ärgerlich, daß auch da wieder das nazireich mit der DDR gleichgesetzt wird. Allerdings sollte man sich schon mal klar machen, daß in der BRD ein Globke, der für die Nürnberger Rassengesetze mitverantwortlich war, ohne probleme karriere machen durfte. Ein jungspund, der beim MfS nichts zu melden hatte, heute jedoch probleme bekommt.

Montag, 19. Dezember 2016

Foto am montag (242)


Kormorane (phalacrocorax carbo)

Mal wieder ein Deutsches theater

Und wie man sich denken kann, ist das der AfD aktuell zu »linksversifft«. In Dessau haben gar Deutsche und Syrische jugendliche ein gemeinsames theaterstück entwickelt, das das fremdsein und flucht zum thema hat.

Schließlich geht es der AfD um eine »Renaissance der deutschen Kultur«, weshalb das theater keineswegs ein kreativer freiraum sein darf und soll, sondern es stattdessen als »erziehungsanstalt« zur nationalbildung zu dienen hat. Darauf haben mit sicherheit alle gewartet.

Der »chef-ideologe« der AfD in Sachsen-Anhalt Hans-Thomas Tillschneider äußerte im Deutschlandfunk, daß die Deutsche Romantik viel zu sehr im schatten stehe.

Ja. Der Deutschlanfunk beachtet Tillschneider zu viel und Chamisso zu viel wenig!

Die Deutsche Romantik hat immerhin auch nicht komplett vernagelte schriftsteller hervorgebracht, die sich auch naturwissenschaftlich betätigten und das gar nicht mal schlecht. Allerdings war der Adalbert von, obgleich er in Deutscher sprache schrieb, kein Deutscher sondern ... flüchtling.

Mittwoch, 14. Dezember 2016

Zur abwechslung: alles STASI

In Berlin ist mal wieder was passiert. So furchtbar, daß ein herr Meyer von der FAZ, stützstrumpf der gesellschaft, es für unvorstellbar hält. 1989 nämlich »soll man sich recht einig gewesen sein, dass man so ein System auf deutschen Boden nie wieder haben will«. Schön formuliert, auch wenn niemand sagen kann, wer dieser »man« überhaupt gewesen ist, der »sich recht einig gewesen sein« soll. Wahrscheinlich war es der »man« des Westdeutschen kapitals, der sich ohnehin schon immer so einig war, daß keine notwendigkeit mehr bestand, die millionen menschen in der DDR auch noch zu fragen, ob sie »so ein System auf deutschen Boden nie wieder haben« wollen. Es folgen neun weitere absätze bürgerlichen empörungsgewäschs, die man sich getrost sparen kann. Wie sämtliche ergüsse des herrn M.

Es geht um Andrej Holm, der jetzt staatssekretär bei der LINKEN geworden ist. Der sei für den posten absolut ungeeignet. Schließlich hatte er sich im reifen alter von 14 jahren für eine laufbahn beim MfS entschieden, die ausbildung trat nach dem abitur mit 18 im september 1989 an. Die »STASI-karriere« endete nach rund fünf monaten mit der auflösung des MfS. Danach engagierte er sich in oppositionellen gruppen, studierte soziologie und forschte an der Humboldt Universität.

Weil das mit dem MfS vielleicht nicht greift, scheint es einigen ein dorn im auge zu sein, daß der staatssekretär im ressort für stadtentwicklung kein berufspolitiker ist, sondern »bloß« auf dem gebiet der stadtsoziologie geforscht hat. Der mann kann ja kein experte sein!

Am lautesten hat natürlich der wieder der Knabe aus Hoheschönhausen gebrüllt. Er behauptete, Holm habe »unmittelbar an der Unterdrückung der DDR-Opposition« mitgewirkt. Nachweisen konnte man ihm, meines wissens, in den vergangenen 26 jahren nichts, jedoch hat er sich kollektiv schuldig gemacht. Im Deutschen recht, ob einem das gefällt oder nicht, gibt es jedoch keine kollektivschuld. Da müßte eben schon maßgebliche beteiligung an einer straftat nachgewiesen werden. Wenn man aber den Knaben aus Hohenschönhausen einfach so mal beim wort nehmen würde, dann müßte man herrn Holm vorwerfen, kollektiv mitschuld zu sein, daß es im herbst 89 keine todesopfer zu beklagen gab.

Das vermasselt dem Knaben glatt das geschäft.

Samstag, 10. Dezember 2016

Die Arier

Ein film von Mo Asumang, in dem sie dem begriff »arier« auf den grund geht und die »ideen« die hinter dem rassismus stecken ergründen möchte. Nach ungefähr einer halben stunde gibt es ein interview mit Axel Stoll.

Freitag, 9. Dezember 2016

Die Anstalt vom Nikolaustag

Diesmal zum glück keine weihnachtssendung sondern witze über den wahlzirkus.



Den schluß habe ich allerdings nicht verstanden. Da machen die eine stunde lang witze über die tollen aussichten bei der kommenden bundestagswahl und am ende tritt die journalistin Mely Kiyak auf. Und was tut sie? Sie fordert ein wahlrecht für ausländer. Sie sagt, daß sie nicht glaube, daß man über migranten so verhandeln würde, wenn sie mitwählen dürften.

Ob es frau Kiyak schon mal aufgefallen ist, daß in der politik genau so über arbeitnehmer, arbeitslose, rentner oder kranke verhandelt wird, die wahlberechtigt sind? Für die verbesserern sich durch die wahlkaspereien die lebensbedingungen komischer weise nie. Glaubt frau Kiyak ernsthaft, daß das für die migranten anders wäre?

Donnerstag, 8. Dezember 2016

Prognose: 116 % wachstum in nur acht jahren

Es gibt etwas, das in der zeit zwischen 2010 bis 2014 um rund 35 % gesteigert werden konnte: die obdachlosigkeit.

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe prognostiziert, daß die zahl der wohnungslosen bis 2018 auf bis zu 536.000 steigen wird. Das würde 116% steigerung seit 2010 entsprechen.

Wir leben zufällig gerade mal nicht in einem bombenkrieg, in dem wohnungen zerstört werden und zwangsläufig leute auf der straße sitzen. Die steigenden obdachlosenzahlen sind das ergebnis nach rund 70 jahren des kapitalistischen aufbaus.

Mittwoch, 7. Dezember 2016

Reichsbürger

Auf rbb habe ich eine interessante doku über reichsbürger gefunden.

So nachvollziehbar es ist, etwas gegen den staat zu haben, der nun einmal nicht dafür eingerichtet ist, daß es hier möglichst vielen menschen gut geht: es ist einfach haarsträubend auf was für absurde ideen die leute kommen.

Dienstag, 6. Dezember 2016

Weiterer erfolg der bundesregierung


Wer in pro monat weniger als 1033 € einkommen hat, gilt in Deutschland als armutsgefährdet. Das betrifft inzwischen 13,4 millionen menschen.

Diese leben im durchschnitt allerdings nur von ca. 719 € im monat. Also rund ein drittel unter der armutsschwelle.

Sonntag, 4. Dezember 2016

Neun jahre 1-euro-bloggerei

Am 4. dezember 2007 erschien an abwegigem ort der erste artikel des 1-euro-blog. Zwei blogumzüge, mehr als tausend blogposts und neun jahre sind seit dem vergangen.

Seit 2009 gibt es das 1-euro-blog bei google und ich bin damit die meiste zeit relativ zufrieden gewesen. Trotzdem denke ich über einen dritten blogumzug nach - wenn hier online wenig passiert, »spiele« ich womöglich gerade auf meinem testserver rum.

Aber eigentlich geht es doch um Euch, die leser dieses blogs. Was sagt Ihr denn? Alles neu machen, so daß das 1-euro-blog seinenn 10. jahrestag an einem anderen ort feiern kann?

Oder besser alles beim alten belassen?

Samstag, 3. Dezember 2016

Kuba

Ein etwas älterer vortrag von Theo Wentzke über die revolution in Kuba und ihre folgen. Zwar schon fast zwanzig jahre alt aber trotzdem hörenswert. Trotz der teilweise schlechten tonqualität.

Freitag, 2. Dezember 2016

Gisela May


Heute verstarb im alter von 92 jahren die sängerin Gisela May. Zum letzten mal auf der bühne sah ich sie im januar 2011 bei der premiere der Eisler Revue.

Donnerstag, 1. Dezember 2016

Der Almanach

Bisher hatte ich es nicht wahrgenommen, daß es zum bundespresseball ein begleitheft mit dem namen »Almanach« gibt.

In diesem jahr löste ein satirischer beitrag im »Almanach« empörung aus. Menschenverachtend sei diese satire. Es ging um schwimmkurse für flüchtlinge im Mittelmeer.

Natürlich ist es menschenverachtend, wenn Deutsche promis durch so etwas für ein paar sekunden von der champagner- und feierlaune abgelenkt werden. Vielleicht hat zum ersten mal etwas vernünftiges im »Almanach« gestanden.

Peinlich, daß die redaktion sich pflichtschuldigst dafür entschuldigt hat.