Sonntag, 15. Oktober 2017

Rechte auf der Buchmesse und wer macht für sie PR?

Hätte man sie einfach rechts liegen gelassen, hätte wahrscheinlich kaum jemand notiz von den rechten verlagen auf der Frankfurter Buchmesse genommen - und ich übrigens auch nicht. Erst als die ansichtsexemplare eines rechten verlages mit zahnpasta beschmiert wurden und die lage bei einer buchpräsentation zu eskalieren drohte, erfuhr ich aus dem Deutschlandfunk Kultur, daß die überhaupt teilnehmen und wunderte mich, daß denen so eine internationale messe nicht zu multikulturell ist.
Zitat Svenja Flaßpöhler: »Es kam dann tatsächlich der AfDpolitiker Björn Höcke auf die bühne und nahm das publikum noch mal sehr für sich ein [...] zentrum seiner rede war eigentlich auch eine art opfer-diskurs [...] und hat nochmal eine lanze dafür gebrochen, diese deutungshoheit der linken, also diese filterblase der linken, dieses vorrecht der linken, sich präsentieren zu dürfen - aber die rechten dürfen es eben nicht, dieses ungleichgewicht eben aufzubrechen [...] wir wollen, daß wir genau so ernst genommen werden, wie die.

[...]

Entgegen der erzählung von herrn Höcke war es so, daß die linken abgeführt wurden.«
Immer wieder sei gesagt worden »Wir wollen mit den Linken leben und auch mit ihnen reden, aber die Linken sind die Verblendeten und wir sind die, die auf dem Boden der Wahrheit stehen.«

Ist es sinnvoll, mit anderen reden zu wollen, wenn man sich von vornherein einbildet, die wahrheit gepachtet zu haben während die anderen die verblendeten sind?

Freitag, 13. Oktober 2017

Philosuffische erkenntnis

Die philosophische viellallbacke David Richard Precht hat im Deutschlandradio Kultur was gesagt.
Zitat: »Philosophie ist so wenig zielführend wie Alkohol.«
Na, wenn das so ist ...

...lieber alkohol.

Donnerstag, 12. Oktober 2017

Wohnen im kapitalismus

Daß es für viele menschen alles andere als eine gemütliche einrichtung ist, daß mit dem bedürfnis nach wohnraum immer auch noch eine rendite erwirtschaftet werden muß, dürfte einem großteil der menschen inzwischen klar sein.

Daß inzwischen manchmal hunderte potenzielle mieter um eine verhältnismäßig günstige wohnung konkurrieren müssen, wird wahrscheinlich dann doch auf manch einen eher befremdend wirken. So aber beispielsweise letztens im Berliner stadtteil Prenzlauer Berg geschehen.

80 quadratmeter für unter tausend euro. Und unter den bewerben figuren aus Westdeutschland mit monatseinkommen von über 20.000€ netto, die gern eine zweit- oder drittwohnung hätten. Die benötigen ganz bestimmt keine billige wohnung, wo auch immer. Sind aber gewiß angenehme mieter, weil sie wegen abwesenheit kaum etwas verschleißen und auch kaum lärmen. Und für die leute, die tatsächlich in der stadt arbeiten und günstigen wohnraum bräuchten, bleibt nichts über, weshalb sie dann lange anfahrtswege zur arbeit in kauf nehmen müssen.

Hier geht es nicht um bedarf, sondern, wen sollte es wundern, um geld.

Dienstag, 10. Oktober 2017

Separatismus

Klar möchte ich, daß das sympathische »bundesland mit dem loch in der mitte« oder wenigstens Nordhessen eine sozialistische republik wird und wenn die bekloppten Bayern gehen wollen, sollen sie doch. Die »Bayernpartei« warb 2002 mit »Berliner, wenn Ihr wollt, daß Stoiber in Bayern bleibt, wählt uns«. Das war überzeugend. Wer hätte den Stoiber schon in Berlin gewollt. Schland wird nicht gespalten, obgleich wir sprachlich niemals zusammengehören können.

Was wollen die Katalanen eigentlich? Wollen die sich vielleicht mal anschauen, was aus der gespaltenen Sowjetunion, dem gespaltenen Jugoslavien oder der Tschechoslovakei wurde?

Schland hat nationale teilungen immer mit vorangetrieben, um die vormachtstellung zu sichern. Abegespalten von Spanien bedeutet Katalonien in der EU nicht mehr so viel, wie es sollte.

Europäer. Haltet wenigstes gegen Schland zusammen.

Donnerstag, 5. Oktober 2017

Wo Harald Lesch irrt

An sich schaue ich mir die sendungen mit Harald Lesch recht gern an, weil er es immer wieder schafft, auch komplizierte dinge verständlich und sogar unterhaltsam zu erklären. Auch betreibt er gemeinsam mit anderen wissenschaftlern die interessante internetseite »urkall, weltall und das leben.«

Allerdings scheint er in bezug auf das BGE einem irrtum aufzusitzen:



Den für das thema wichtigen text aus dem video habe ich mitgeschrieben.
Harald Lesch: »Wir leben in einer zeit, in der die ökonomie immer mehr und mehr unsichere arbeitsverhältnisse produziert. Diese unsicheren arbeitsverhältnisse führen zu unsicheren leben, zu unsicheren perspektiven, zu unsicheren beziehungen, zu unsicheren menschen. Es gibt nichts besseres als sicherheit für einen menschen, wenn er weiß, ich kann in die zukunft vertrauen.

Vertrauen - und da muß man die Deutsche Bank zitieren - ist der anfang von allem.
Und je mehr mißtrauen gesäht wird und je mehr mißtrauenskontrolle der fall ist, desto mißtrauischer werden die menschen, nicht nur den anderen gegenüber, sondern auch sich selber gegenüber. Das heißt, das ist eine zerstörung von selbstbewußtsein, die da stattfindet.

Und man könnte durch ein bedingungsloses grundeinkommen zunächst einmal dafür sorgen, daß ein erheblicher teil von diesem erosionsprozeß, den ich an allen ecken und enden beobachte, vor allen dingen auch in den wissenschaften beobachte, könnte man stoppen. Ob das ein soziales allheilmittel ist, das wage ich nicht zu sagen.

Ich weiß nur, daß menschen, wenn sie diesen punkt erreicht haben, daß sie wissen, okay, ich muß mich in den nächsten sechs monaten, in den nächsten drei jahren nicht um eine neue stelle kümmern, ich kann endlich mich mal entfalten.

Es gibt die eine variante, daß die leute faul werden. Ich glaube aber nicht an die. Das ist, was ich in meinem direkten, professionellen umfeld überhaupt nicht beobachte, daß diejenigen die eine dauerstelle haben sich da in die hängematte begeben. Das kann ja sein, das müssen wir dann aushalten.

Das andere aber ist, daß ein erheblicher teil namentlich der jüngeren bevölkerung mit einem ganz anderen gefühl in ihr leben starten würde, statt immer nur zu gucken, mensch, wo kriege ich die nächste mark her und immer an der kante der existenz herumkratzen zu müssen. Das halte ich, gerade, wenn es um so wissenschaftliche stellen geht, halte ich das für einen skandal. Das in einem land wie Deutschland, in den geisteswissenschaften ist es ganz besonders schlimm, unsere studentinnen und studenten von einem dreimonatsvertrag zum nächsten gehandelt werden. [...] Es kann nicht sein, es handelt sich dabei ja nicht um zwangsmaßnahmen, daß es wirklich nötig wäre, aber wir haben es uns so angewöhnt, daß alle bereiche voll durchökonomisiert werden und durch diese durchökonomisierung erzeugen wir selbst da, wo es eigenlich gar keinen wettbewerb geben dürfte, erzeugen wir wettbewerb.

Wettbewerbsdruck an universitäten ist völliger schwachsinn. Die universitäten sind per definition einrichtungen auf der suche nach wahrheit. Die suche nach wahrheit ist keine bundesligasaison. [...] Das allerletzte, das wir brauchen können ist wettbewerb. Wenn man sich das heute anschaut, mit diesen ganzen exzellenzinitiativen etc., wie die gegeneinander konkurrieren. Die kolleginnen und kollegen reden nicht einmal mehr miteinander, weil sie wissen, mensch, wenn ich dem das jetzt sage, dann schreibt der das in seinen antrag mit rein [...] was für ein schwachsinn! [...] Und ständig müssen die leute überwacht werden. Manchmal denke ich, ich bin bei der NSA [...], vertrauen ist eine wichtige sache. [...] Das ist auch eine frage der sprache, die wir benutzen. Das bedingungslose grundeinkommen könnte ein interessanter versuch werden. Warum nicht?«
Er sagt sehr viel richtiges. Allerdings zieht er den falschen schluß, daß man mit einem BGE so etwas wie sicherheit für die leute schaffen könnte. Und seine frage »warum nicht?« kann man mit »weil dieser schuß nach hinten losgehen würde« beantworten.

Es gibt noch ganz andere, die auch gern ein BGE einführen möchten, wenngleich auch aus weniger menschenfreundlichen gründen. So sagte Frauke Petry, damals noch AfD, wenige tage vor der bundestagswahl im interview mit der Leipziger Volkszeitung:
Frauke Petry: »Wir brauchen einen starken Staat, wenn es um die Sicherheit und die Bürgerrechte geht – ansonsten hat sich der Staat aus dem Leben der Menschen herauszuhalten, das betrifft insbesondere auch die Wirtschaft. Wir müssen zur freien Marktwirtschaft zurückkehren.«

LVZ: »Das bedeutet, die AfD würde nicht mehr umverteilen?«

Frauke Petry: »Wir halten zumindest die jetzt praktizierte Umverteilung schädlich für den Staat und die Bürger. An die Stelle unseres inzwischen unüberschaubaren Sozialsystems sollte eine aktivierende Grundsicherung treten, die jedem zusteht – die aber nicht auskömmlich sein darf. Jeder könnte sich dann je nach Bedarf etwas dazuverdienen. Der durch Hartz IV verloren gegangene Anreiz, selbst zu arbeiten, muss wiederhergestellt werden. Und insgesamt muss der Staat seine Ausgaben überprüfen: Beim bürokratischen Aufwand, im Steuersystem, auch bei den Familienleistungen. Außerdem sollte jedem klar sein, dass die sozialen Sicherungssysteme den Zuzug nicht verkraften werden – mit den Flüchtlingen steigt ja nicht automatisch die Zahl der Einzahler. Im Gegenteil, nur die Auszahlungen wachsen.«

LVZ: »Das klingt nach bedingungslosem Grundeinkommen.«

Frauke Petry: »Es geht in diese Richtung. Der entscheidende Unterschied ist, dass wir der Meinung sind, dass allein die staatliche Unterstützung nicht das Leben finanzieren darf. Die Allermeisten, die momentan Hartz IV erhalten, könnten arbeiten, werden aber durch die geltenden Sozialsysteme davon abgehalten. Über eine Höhe der Grundsicherung kann ich noch nichts sagen, aber es könnten geschätzt 600 bis 800 Euro pro Erwachsener sein, bei Kindern anteilig.«
Leider ist das, was Frauke Petry zum BGE sagt erheblich näher an der realität als die wohlmeinden gedanken des herrn Lesch zu dem thema.

Leider muß man tatsächlich davon ausgehen, daß ein BGE, das zum leben ausreichen würde, unserem wirtschaftssystem widerspräche. Es wäre unsinn, die menschen erst gegeneinander konkurrieren zu lassen, um am ende den konkurrenzverlieren einen auskömmlichen anteil zu schenken, also würde es so niedrig sein, daß man davon nicht leben kann. Die folge wäre, daß der beklagte konkurrenzdruck noch härter werden würde und die konkurrenzverlierer endgültig unter die räder geraten würden, es gäbe dann kein soziales netz mehr, das diese leute noch auffangen könnte.

Ein BGE zu fordern bedeutet, die entsolidarisierung der gesellschaft mit weiterer entsolidarisierung bekämpfen zu wollen.

Mittwoch, 4. Oktober 2017

Dienstag, 3. Oktober 2017

Herzlichen glückwunsch, BRD!

Heute vor 27 jahren übernahm die reiche Bundesrepublik den schuldenstaat DDR.

Am tag vor der feindlichen übernahme gab es in der Bonner Republik eine pro-kopf-verschuldung von 16.586 DM. Mit glockenschlag mitternacht hatten wir alle, also auch ich, nur noch 12.841 DM staatsschulden.

Was war passiert?

Unsere »brüder und schwestern« aus dem »wilden osten« erhielten ein extrabegrüßungsgeld von 7.543 DM, denn sie waren zuvor nur mit 5.298 DM pro kopf staatsverschuldet.

Bei so einem großzügigen geschenk bleibt keine Rotkäppchenflasche verschlossen!

Samstag, 30. September 2017

150 millionen für US-millitärklinik

Zwar wird schon seit jahren gefordert, die Air Base Ramstein zu schließen, weil schon lange bekannt ist, daß von dort aus der drohnenkrieg im nahen osten geführt wird.

Weit weniger bekannt dürfte sein, daß dort momentan das größte US-millitärkrankenhaus außerhalb der USA gebaut wird. Wie der Deutschlandfunk Kultur am freitag berichtete, wird dort rund eine milliarde verbaut, von denen die Bundesrepublik ca. 150 millionen an planungskosten trägt. 

Mit friedlicheren zeiten ist demzufolge wohl eher nicht zu rechnen.

Dienstag, 26. September 2017

Der vollständigkeit halber

Die rücktrittsrede nach dem scheitern nach der bundestagswahl:

Ich bereue es nicht, die einzige seriöse PARTEI in diesem wahlkampf gewählt zu haben.

Immerhin hatte die PARTEI ein wesentlich besseres wahlergebnis als bei der letzten bundestagswahl. Und sie haben angekündigt, »ab jetzt Gauland zu jagen«

Wahrscheinlich tut außerparlamentarische opposition not.

Samstag, 23. September 2017

Flugplatz »Zum abgestürtzen Luftfahrtpionier«

Am kommenden sonntag wird in Berlin über den weiterbetrieb des Flughafens Berlin-Tegel »Otto Lilienthal« abgestimmt.

Zwar kenne ich den flughafen sehr gut vom hören, gesehen hatte ich ihn bisher aber noch nie. Ich mag keine flughäfen, aber vor der abstimmung, wollte ich wenigstens einmal sehen, was ich eigentlich ablehne. Also unternahm ich einen ausflug zum flughafen.

Es geht um dies ding:
Kein ort, wo ich unbedingt hinwöllte. Fast wie ein bahnhof bloß eben noch wesentlich scheußlicher.

In der empfangshalle erinnerte ich mich sofort, warum ich einst beschloß, daß flugreisen eher nicht mein ding sind. Da wird einem schon übel, ohne mit höhenangst oder ähnlichem konfrontiert zu werden.

Auch der blick über das rollfeld bot nichts besonderes. Hatte ich auch nicht erwartet.
Tatsätsächlich interessant fand ich diese kleine figur, die leider sehr wenig beachtet auf dem pflaster vor dem gebäude liegt:

Der gestrandete Ikarus ist doch Lilienthal selbst, der nach mißlungenem flug mit gebrochenen wirbeln am boden liegt und nicht mehr aufstehen kann. Die internationalen touris stehen um ihn rum, fressen knackwürste und begreifen nicht, daß gerade neben ihnen ein frühes opfer der luftfahrt im staub liegt.

Aus gehässigkeit würde ich da fast wünschen, daß der flughafen offenbliebe. Wo wird einem an einem flughafen so offensichtlich vor augen geführt, daß die fliegerei ein irrsinn ist?

Und trotzdem stimme ich natürlich mit NEIN für Tegel.

Freitag, 22. September 2017

Ein grund zum feiern!

Wenige tage vor dem sicheren einzug in den bundestag gibt es tatsächlich was zum feiern:

Die partei Die PARTEI muß die strafzahlung von knapp 400.000 € nicht leisten. Der geldverkauf war nach damaligem gesetz legal.

Also hoch die tassen! Aber heute bitte nur mit buttermilch, Ahoi-brause oder Demeter-brottrunk. Schließlich müssen wir alle sonntag früh vor 18 uhr aufstehen und im wahllokal unsere stimme für die PARTEI abgeben!

Donnerstag, 21. September 2017

Wahlempfehlung

Weil es zeitgemäß ist, gibt auch das 1€blog eine wahlempfehlung ab. Natürlich für die partei Die PARTEI.

Darüber, daß »in den medien« darüber geschnattert wird, daß wähler von kleinparteien, in diesem fall insbesondere der partei Die PARTEI sich undemokratisch verhielten, weil sie ihre stimme wegschmeißen würden, wurde in anderern blogs schon berichtet, beispielsweise auf dem Narrenschiff - Qualitätsjournalismus: "Die Partei" und die Propaganda oder in der Schrottpresse - Presseschredder 14.9.2017 oder Nochmal zur Wahl/Update

Irgendwie erinnert das ein bißchen an die situation in den frühen 80ern. Da war die GrünPartei frisch gegründet und wollte gern auch in den bundestag. Die sympathisanten dieser partei galten den anhängern der bereits etablierten parteien als »verräter«, schließlich sollte man in dieser 5-%-hürden-demokratie seine stimme nicht an kleinstparteien vergeuden, sondern echte siegertypen wählen wie Stauß, Schmidt, Kohl oder wenigstens den mehrheitsbeschaffer Graf Lambsdorff.

Insgesamt herrscht die meinung vor, daß nicht relevante kleinparteien nur von wenigen »spinnern« gewählt würden, die ihre stimme gern wegwerfen möchten, weil sie am schluß für das wahlergebnis nicht relevant ist.

Bei der bundestagswahl 2013 haben knapp 16 % der wähler parteien gewählt, die unter 5 % blieben.

Die PARTEI wird wahrscheinlich auch in diesem jahr unter 5% bleiben. Für mich ist das kein grund, sie nicht zu wählen. Denn wenn sie reinkämen, wären sie die einzigen, die, im gegensatz zu allen anderen, mein interesse wenigstens noch ein bißchen vertreten würden.