Donnerstag, 21. Februar 2019

Neue weltrettungsdiät

Forscher haben herausgefunden, mit welcher diät man nicht nur das universum, den planeten und den ganzen rest retten kann, sondern auch sich selbst.

Folgendes soll man täglich essen: 300g gemüse, 250g milchprodukte, 232g vollkornprodukte, 200g früchte, 125g (wal)nüsse und hülsenfrüchte, 50g fette und öle, 50g kartoffeln, 32g zucker (läßt sich nicht so genau ablesen in der grafik) 29g hühnchen, 28g fisch, 14g rotes fleisch, 13g eier.

Da wirft sich die frage auf, weshalb zucker eigentlich für die ernährung notwendiger sein soll als ei, rotes fleisch, fisch oder hühnchen. Im grunde müßte man überhaupt keinen zucker essen, denn an kohlenhydrate kommt man auch auf anderem wege - die kommen schließlich in allen lebewesen vor.

Nüsse soll man essen. Walnüsse. Was denn nun? Nüsse oder walnüsse? Die früchte der walnuß sind botanisch gesehen keine nüsse, sondern steinfrüchte und das zeug, das vom menschen gegessen wird, ist das innere des steins, genau so wie bei mandeln, die ebenfalls keine nüsse sind. Nüsse hingegen sind beispielsweise die lustigen kleinen dingerchen, die außen auf den erdbeeren sitzen, kein witz. Keine ahnung, wie viele man von denen bräuchte, um die 50g an nüssen, die man täglich essen soll, voll zu kriegen. Dafür benötigt man sicherlich einen recht großen erdbeerberg.

Im verlinkten Zeitartikel wird gefragt »Wie viel Ei sind 13 Gramm?« Ist doch ganz einfach. Ungefähr ein halbes döschen störrogen. Fischeier sind auch eier - und da kommt es dann auf die qualität an, wie viele es sind. Es ist nicht bekannt, ob das schon mal irgendjemand abgezählt hat. Ansonsten sind 13 gramm ei geringfügig mehr als ein wachtelei. Wachteleier wiegen ca. 8 bis 12 gramm, das bißchen weniger wird wohl niemanden umbringen. Und weil wir am tag 29g hühnerfleisch essen dürfen und eine ordentliche bratwachtel ca. 80g auf die waage bringt, kann man jeden zweiten tag so einen miniaturbroiler essen - wiegt zwar ein klein wenig mehr, das gewicht enthält aber auch knochen und die zählen nicht.

Netter speiseplan, der echt voll ausbaufähig ist, wenn man nur ein klein wenig fantasie hat. Die welt wird das allerdings genau so sehr retten wie christliche fastengebote oder veganismus.

Montag, 18. Februar 2019

Samstag, 16. Februar 2019

Ente oder keine ente?

Der Österreichische physiker und wissenschaftspublizist Florian Aigner hat derzeit ein problem. Er wird von einem homöopathen beschuldigt, ihm ungefragt über amazon sein buch gesendet zu haben und wurde deshalb des stalkings bezichtigt.

Fast habe ich gedacht, denen bei futurezone wäre so ein bißchen die fantasie durchgegangen, denn ein homöopath, der obendrein auch noch Quak heißt, dr Quak gar, erschien mir jedenfalls verdächtig. Aber wenn man eine launige geschichte über einen homöopathen schreiben wollte, wäre es im grunde eher fad, die hauptfigur so zu nennen. Und den homöopathen dr Quak scheint es tatsächlich zu geben. Also eher keine ente.

Bei manchen menschen ist der name offenbar programm.

Montag, 11. Februar 2019

Sonntag, 10. Februar 2019

Reich durch aufräumen

»Ich liebe Unordnung« sagt aufräumberaterin Marie Kondo. Seltsam. Ich nicht. Bei ihr sieht alles picobello aufgeräumt aus, bei mir hingegen nicht. Verkehrte welt. Liegt halt daran, daß die daraus ein lukratives geschäftsmodell entwickelt hat, während ich mit meiner zeit besseres anzufangen weiß, als den putz- bzw. aufräumteufel zu spielen.

Was mich wundert, ist, daß man mit so einem scheiß knete machen kann. Binsenweisheiten wie »kleidung, die Du seit zwei jahren nicht getragen hast, kannst Du wegwerfen« oder »bücher, die Du gelesen hast, brauchst Du nicht mehr«, gab es bereits im letzten jahrtausend und waren auch damals schon falsch, schließlich kann man auch bücher wegwerfen, die man noch nicht gelesen hat, wenn man nicht vorhat, es noch zu tun.

Hinzu gesellt sich die schulmädchenweisheit »behalte nur, was Dich glücklich macht.« Sind bücher, wie z.b. Kompendium Mediendesign, PHP in a Nutshell oder auch Der Kontenrahmen irgendwie dafür gedacht menschen glücklich zu machen? Ganz bestimmt, denn wegwerfen kann ich sie nicht. Kauft Euch einen Kontenrahmen, der macht glücklich. Alle werden Euch drum beneiden, denn betriebswirtschaftliche auswertungen sind das schönste wogibt. In so einem buch schmökert man sonntagnachmittags bei einer tasse kaffee immer wieder gern, obwohl es eigentlich längst klar sein sollte, daß in jedem fall irgedwie die gewinn- und verlustrechnung, die alte tunichtgütin, dahintersteckt.

Bekanntermaßen macht geld nicht glücklich. Dafür ist es zwar überhaupt nicht gedacht, aber trotzdem könnten die reichen mal ihre konten aufräumen. Ich wäre durchaus bereit, am ende den papierkorb zu entleeren.

Donnerstag, 7. Februar 2019

Altpapierproduzentin

Kaum bin ich mal wenige stunden nicht am bildschirm, hat sich schon wieder schreckliches ereignet: die königin der schmonzette, Rosamunde Pilcher, ist gestorben.

Vor ca. einem vierteljahrhundert bekam ich mal ein buch von der geschenkt. Nach ungefähr einer halben seite hatte ich den eindruck, daß es ein irrglauben ist, daß lesen bildet und gab das ding ins altpapier.

Mittwoch, 6. Februar 2019

Töff töff – Hurra!

Ein beitrag zur diskussion ums tempolimit:

»Puff puff puff und töff töff töff –
Kindsgeschrei und Hundsgekläff!
Durch die Linden rase, rase!
Patriotisch, mit Emphase!
Hurra, hurra! Ganz Berlin
stinkt nach Gummi und Benzin.

Holla, holla, Polizei!
Halte Platz und Straßen frei,
daß das Auto nicht mehr weichen
oder stolpern über Leichen
braucht, denn das gab erst Geschrei
und 'ne Straßenschweinerei.

Maul gehalten, Bürgersmann!
Was gehn dich die Autos an?
Schleunigst ran zu Huldigungen,
»Deutschland, Deutschland« mitgesungen!
Andernfalls fliegst du ins Loch.
Hurra, hurra – dreimal hoch!

Tutend, pustend kommt's gesaust,
Jubel und Begeist'rung braust.
Mütter krähen, Väter niesen:
Deutschlands Treue ist erwiesen.
Kindsgeplärr und Hundsgekläff –
Deutschland – hoch! hurra! töff töff!«

Das könnte glatt aus dem jahr 2019 stammen, wurde aber tatsächlich schon 1903 geschrieben. Und zwar von Erich Mühsam.

Montag, 4. Februar 2019

Freitag, 1. Februar 2019

Kein Fehler

Aus dem gestern verlinkten artikel vom Deutschlandfunk:

Zitat: »Da fällt mir auch die Zuschrift eines Mannes ein, wohl gemerkt, der zurecht sehr empört darüber war, dass wir mal geschrieben haben, dass Soldaten bei der Bundeswehr keine Burkas tragen dürfen. – Siehst Du den Fehler?«

Nein, da ist kein fehler. Es ist allen angehörigen der Bundeswehr, unabhängig vom geschlecht, nicht erlaubt, burkas zu tragen. Ansonsten wäre es vielleicht eine idee für den soldaten, wohl männlicher natur, der gern lange haare tragen würde, das aber nicht darf, einfach die haare unter einer burka vor dem arbeitgeber zu verbergen.

Wenn das langhaarverbot für männer gilt und das burkaverbot für frauen, liegt es doch auf der hand, das kreativ zu nutzen.

Donnerstag, 31. Januar 2019

Biertrinkende radfahrende

Gendergerechte sprache, neulich im Deutschlandfunk: »Unter geschicktgendern.de finden sich für viele Begriffe auch gender-gerechte Alternativen. Ich habe da mal nachgeschaut: Für Bürgermeister wird dort zum Beispiel das neutrale Stadtoberhaupt empfohlen, oder für Mieter Mietperson, oder für Zeuge bezeugende Person.«

Den begriff »bügermeister« kann man sicherlich auch durch »stadtoberhaupt« ersetzen. Aber wenn Dinge die man mit einem kurzen begriff ausdrücken kann durch blähwörter künstlich aufgepustet werden, wird es blöd. Sicher kann man die begriffe »zeuge« oder »bezeugende person« synonym verwenden. Der kürzere begriff ist besser, weil man mit längerem gefasel dem leser oder hörer (achtung ich gendere selbstverständlich nicht) zeit stiehlt und das ist schlechter stil. Anstatt »mieter« »mietperson« zu sagen, geht überhaupt nicht. Eine wohnung, die man mieten kann, ist eine »mietwohnung«. Ein auto, das man mieten kann, ist ein »mietauto«. Für politiker, die sich gegen geld in talkshows den hintern plattsitzen und wirtschaftsfreundliche phrasen dreschen, wurden vor einigen jahren mit dem begriff »mietmaul« bedacht. Der sprachlogik folgend, ist eine »mietperson« nicht mieter einer sache, sondern ist eine person, die gemietet werden kann. Wofür auch immer.

Den begriff »geschickt gendern« kann man offenbar synonym mit »ungeschickt sprechen (oder schreiben)« verwenden.

Die seite »geschicktgendern.de« hat ziemlich viele merkwürdigkeiten im programm. Anstatt »mädchen für alles« soll man lieber »person für alles sagen«. Jedoch bezieht sich dieser begriff überhaupt nicht auf das geschlecht, sondern auf die tätigkeit, nämlich alle anfallenden arbeiten erledigen zu müssen. Oder, um noch ein beispiel zu nennen, sei das wort »apotheker« im plural diskriminierend und man solle stattdessen »arzeineikundige« sagen. Meines wissens ist »apotheker« jedoch eine geschützte berufsbezeichnung, so darf man sich nur nennen, wenn man ein pharmaziestudium erfolgreich abgeschlossen hat, als »arzeneikundig« hingegen kann sich jeder bezeichnen, der schon mal eine giftpflanze geraucht hat und meint, eine heilende wirkung entdeckt zu haben. Eine derartige aufweichung von begriffen ist nicht nur sprachlich meschugge, sondern unter umständen lebensgefährlich. Sofern es irgendwelche apotheker gibt, die dem dritten geschlecht angehören, dürften die sich herzlich bedanken für die entwertung des begriffs für ihren beruf. Also ich zumindest würde das tun.

Seit einiger zeit werden in Berlin verkehrsinfos geschlechtsneutral formuliert. So werden aus fußgängern zufußgehende und aus radfahrern radfahrende.

Zum glück ist’s bald wieder frühling. Dann sind an schönen tagen wieder sämtliche biergärten vollgestopft mit radfahrern, die sich die hucke vollsaufen. Oder eben mit biertrindenken radfahrenden, wie man gendergerecht sagen müßte. Nur habe ich bei diesem begriff eben ein anderes bild vor augen: ein kleines dreißigliterfäßchen auf dem gepäckträger, den zapfhahn am lenker, steigt der biertrinkende radfahrende keineswegs vom sattel, um sich dem konsum legaler drogen zu ergeben und erledigt sein trinkendes tagewerk der einfachheit halber gleich während der fahrt.

Das wäre vielleicht gut für die zufußgehenden, die später in ihrem leben einmal biergartengenießende werden möchten. Für die wäre sonst womöglich kein platz.

Mittwoch, 30. Januar 2019

Seid einig! Alter bilderwitz

Neulich ist mir was passiert. Ich bekam eine ausgabe des graphischen werkes Adolph von Menzels geschenkt. Und einen bleistift. Weil ich auch mal was zeichnen soll. Ob letzteres eine wirklich gute idee ist, weiß ich nicht. Erfreulich ist, daß es leute gibt, die verrückt genug sind, derartiges zu verschenken und ausgerechnet mir, mit dem freundlichen kommentar, daß ich doch bestimmt viel freude am betrachten der bilder des Alten Fritz hätte, weil ich den Preußischen adel ja so sehr schätze.

Und tatsächlich war Menzel mir hauptsächlich genau dafür geläufig. Nicht bekannt war mir bisher, daß er in jungen jahren auch humoristisches zeichnete. Am besten hat mir folgendes gefallen:

»Der unterschied zwischen allopathie und homöopathie.«
Das bild ist 1833 entstanden, also noch zu lebzeiten Hahnemanns - und von meister Hahnemann scheint Menzel nicht übermäßig viel gehalten zu haben, aber sehr gut getroffen.

Montag, 28. Januar 2019

Foto am montag (352)

Waschbär (procyon lotor).

Zum geburtstag ein gruß an einen, der es höchstwahrscheinlich jetzt nicht mehr sehen kann.

Sonntag, 27. Januar 2019

Gleis 17

Am idyllisch gelegenen Bahnhof Grunewald in Berlin, gibt es etwas zu sehen, worüber man sich gruseln kann.
Das gleis 17:
Auf den rändern der bahnsteige stehen die zahlen, an welchen tagen, wie viele menschen hier in waggongs gepfercht und abtransportiert wurden, um ermordet zu werden.

Freitag, 25. Januar 2019

Das ist ja herrlich - das ist ja schrecklich!

Juhu, juhu. Im feiertagsfaulen Berlin gibt es ab sofort einen neuen feiertag. Einen nichtreligiösen, was ich persönlich sehr begrüße: Den frauentag.

Das ist super, es gibt als arbeitsfreien tag nicht mehr bloß den »männertag«, sondern zusätzlich auch noch den »frauentag«.

Das ist ja herrlich!

Aber warum muß das ausgerechnet der 8. März sein? Kann man da im freien feiern, picknicken gehen oder im park bier trinken? Eher nicht. Da friert einem im zweifelsfall der arsch an der parkbank fest. Das ist’s, was sie den weibern gönnen!

Das ist ja schrecklich!

Donnerstag, 24. Januar 2019

Montag, 21. Januar 2019

Sonntag, 20. Januar 2019

Ultraschall

Im grunde fängt das jahr erst so richtig an, wenn das Ultraschall-Festival stattfindet. Das ist ein festival für Neue Musik. Das gibt es inzwischen seit zwanzig jahren und hoffentlich noch sehr lange.

Andreas Göbel, der kurator des festivals sagte im interview dazu folgendes: »Aber die Neue Musik ist so faszinierend, so verschieden und so spannend. Man muss nicht unbedingt vorher viel darüber wissen. Das Einzige, was man braucht, ist Neugier, sich einlassen wollen auf etwas Neues.«

Genau das ist’s, was mir am Ultraschall spaß macht, einige komponisten oder stücke kenne ich - und möchte das einmal live auf der bühne erleben. Das meiste kenne ich nicht, für mich ist das eine gute sache, musik zu hören, die ich nicht kenne. Solche überraschungskonzerte sind genau mein fall, weshalb ich mich gestern abend beim radiohören ärgerte, daß ich einmal mehr zu faul war, einfach hin zu gehen.

Zum glück ist heute abend auch noch ein tag. Wenigstens das abschlußkonzert. Man kann es ab 20 uhr auch live im Deutschandfunk Kultur hören.

Das eröffnungskonzert kann aber auch nachgehört werden. 

Viel spaß damit!

Dienstag, 15. Januar 2019

Karl und Rosa


Das dokumentarspiel »Der Fall Liebknecht - Luxemburg. Darstellung eines Offiziers-Komplotts« aus dem jahr 1969.
Erster teil:


Zweiter teil: