Donnerstag, 19. September 2019

Auferstanden aus platinen

Am 21. september um 19uhr20 läuft auf 3sat eine doku über die heimcomputerszene in der DDR.



Das ist ein film von Volker Strübing, der dem einen oder anderen womöglich vom »Schnipselfriedhof« bekannt ist.


Montag, 16. September 2019

Verbieten erlaubt?

Etwas erstaunt hat mich Robertos aktueller text im ND. Auf den eigentlichen inhalt komme ich gleich noch zurück, aber was mich so sehr verwunderte war folgendes:
Zitat Roberto:»Die Haltung, die man speziell in der deutschen Industriepolitik spürt, wenn sich Bundesgesundheitsministerin Julia Klöckner (CDU) [...]«
Wo ist Jens Spahn geblieben? Nicht, daß ich ihn sonderlich vermissen würde, aber wenn Julia Klöckner plötzlich nicht mehr landwirtschafts-, sondern gesundheitsministerin ist, muß Spahn doch irgendwo abgeblieben sein. Ich geb’ zu, daß ich in den vergangenen tagen nachrichtenmäßig nicht übermäßig viel mitbekommen habe, weil ich momentan ziemlich mit arbeit zugeschüttet bin. Daß Manuela Schwesig aus gesundheitlichen gründen ihr amt als ministerpräsidentin niedergelegt hat, habe ich mitbekommen. Aber Spahn einfach so weg und gegen Klöckner ausgewechselt? Glaube ich nicht - weiß jemand genaueres?

Und dann folgt der sermon, daß die GRÜNpartei ja gar nicht so ist und eigentlich einige sachen verboten gehörten. Bei den GRÜNEN geht es doch immer nur um die bürgerliche empörung, völlig ohne den willen, irgendwas zu ändern. Die sorgen halt gern für heiße luft. Erinnert sich noch jemand an die 90er jahre, als die Grünpartei forderte, daß der liter benzin 5 mark kosten müsse oder an die damalige diskussion ums 3-liter-auto? Nichts davon ist passiert. Trotz GRÜNer regierungsbeteiligung oder vielleicht auch gerade wegen GRÜNer regierungsbeteiligung, denn was ist schon ein bißchen umwelt gegen ein pöstchen im aufsichtsrat?

Muß man das fliegen verbieten? Nein. Es wäre doch interessant, wie viele leute noch fliegen wollten, wenn man nichtfliegern 60 arbeitstage gesetzlichen urlaub zugestehen würde. Klar, es gibt leute, die sind unabkömmlich. Und wer so wichtig ist, darf weiterhin das flugzeug benutzen. Alle anderen können sich überlegen, ob sie anstatt flugreisenirrsinn lieber mehr freizeit genießen möchten.

»Veggie-day« in kantinen? Ja. Und zwar jeden tag. Nicht anstatt des menüs mit fleisch, sondern als alternative dazu. Leider schmeckt das vegetarische essen in kantinen meist wie schmatzkatz am stiel, weil den meisten kantinenköchen nichts besseres einfällt als milchreis mit zimt und zucker oder griesbrei mit backpflaumenkompott und lauter so'n zeug. So etwas ißt doch niemand, der halbwegs bei trost ist. Wahrscheinlich gibt's inzwischen auch so feinschmeckerhighlights wie fleischimitatbouletten und kunstschnitzel, als ob es nicht möglich wäre, ohne kunstprodukte fleischlos zu kochen. Die erste genießbare rataouille meines lebens habe ich natürlich in Frankreich gegessen. Und zwar dort, wo man es am wenigsten erwarten würde, nämlich in einer schulkantine. Wenn es dort möglich ist, gemüseplempe lecker zuzubereiten, dann sollte das auch in Deutschland möglich sein. Nur verderben Deutsche kantinenköche meist das gemüse, so daß geübte kantinenesser oft gemüse verschmähen, obwohl die meisten nicht jeden tag fleisch essen möchten.
Zitat Roberto:»Nur Verbote von fahrlässigen, ausbeuterischen und zerstörerischen Praktiken haben das Potenzial, etwas zu verändern.«
Wenn jemand so argumentiert, zeugt es nicht unbedingt von einem positiven menschenbild. Man kann die leute auch anders dazu bringen, bestimmte dinge zu tun oder eben zu lassen, wenn man ihnen andere wege und möglichkeiten aufzeigt. Dazu wäre es natürlich von vorteil, die verhältnisse umzustürzen und die wirtschaft von »profit« auf »versorgung der menschen« umstellen. Aber das will ja wieder keiner.

Foto am montag (383)

Zur feier des tages etwas besonders niedliches:
Meine hausspinne. Anständige haustiere haben mehr als vier beine.

Montag, 9. September 2019

Foto am montag (382)

Haubentaucher (podiceps cristatus). Irgendwie streikt der bilderserver. Deshalb ausnahmsweise eine wiederholung.

Montag, 2. September 2019

Foto am montag (381)

Heute mal etwas aus der kategorie »janz schräje vöjel«. Ich habe ein lustiges dingelchen gefunden und habe keine ahnung, was das ist.

Das is’n ding. Hat irgendwer eine ahnung, wofür das gut ist?

Sonntag, 1. September 2019

AfD nun doch für homo-ehe?

Bildschirmfoto aus der Süddeutschen Zeitung.

Zum Weltfriedenstag

80 jahre nach beginn des Zweiten Weltkriegs.

Die Wacht im Osten

Das Haar wächst uns zur Mähne,
Die Seife wird uns fremd.
Wir putzen keine Zähne
Und wechseln knapp das Hemd.

Verdreckt sind alle Kleider,
Oft bleibt der Magen leer.
Von Bier und Wein gibt’s leider
Auch keinen Tropfen mehr.

Doch dieser Herorismus
Hat auch besondren Reiz
Es schlägt der Rheumatismus
Fürs Vaterland aufs Kreiz.

Kein Dach und kein Gehäuse,
So geht’s im Schritt und Tritt.
Nur unsre braven Läuse
Marschieren wacker mit.

Doch wer im Schützengraben
Fürs Vaterland erfror,
den finden dann die Raben
Als frisches Eisbein vor.

So geht es ohne Pause
Rückwärts im Siegeslauf.
Und gehn wir nicht nach Hause,
so gehn wir alle drauf.

Erich Weinert 41/42

Donnerstag, 29. August 2019

Der Teufel

von Georg Heym

Er wohnte damals unter Rummelsburch
In einem Gulli, als die Hitze hing
Vom Nordkap weiß bis an den Semmering,
Und das war schon ganz erheblich unten durch.

Er war rheumatisch, und den Alten fror.
Er drehte langsam den Rosenkranz.
Und um das goldne Horn der Höllenglanz.
Er kam uns merklich ausgeblichen vor.

»Ja meine Herrn«, er gab uns seine Hand,
»›Non serviam‹, das war. Und seinen Thron,
Bei Gott, ja damals hätt ich ihn verbrannt.

Doch eben ich war viel zu tolerant.
Jetzt bin ich nur noch eine Fiktion.«
Er bot uns noch Zigarren an, und verschwand.

Mittwoch, 28. August 2019

Deutsche im ausland

Wenn Deutsche ins ausland reisen wird es oft peinlich. Sie reisen 1.500km in die Bretagne und haben hinterher genau so viel ahnung, wer Paul Gauguin gewesen ist, wie vorher und haben keinen einzigen menhir gesehen. Oder sie fahren ins land mit der besten küche der welt und mampfen Deutschfraß, weil das einige cent billiger ist. Lieber kilometer fressen als gut zu speisen. Bloß im ausland nicht mit fremder kultur beschäftigen, man könnte schließlich irgendetwas lernen. Dabei ist »reisen bildet« oft der vorwand für’s reisen. Aber die meisten deppen kommen genau so deppert wieder, wie sie losgefahren sind.

Im wahrsten sinne den vogel abgeschossen hat wohl ein ehepaar aus Bayern, welches sein hotelzimmer in Österreich für »unbenutzbar« hielt, weil ein vogelnest über dem fenster war und die tiere so laut brüllten, daß sie nicht hätten schlafen können. Deshalb wollen die ihr geld zurück und erpressen das hotel mit einer schlechten bewertung.

Irgendwie scheinen manche zu glauben, daß sie sich im ausland auf dem kriegspfad befänden. Vielleicht sollte Österreich an der grenze zu Deutschland schilder aufstellen »freundliche Deutsche willkommen. Einmarschieren verboten!« Oder so ähnlich.

Dienstag, 27. August 2019

Foto am montag (380)

Horror!

Ich hatte keinerlei muße für irgendein bild.

Mittwoch, 21. August 2019

Die Bielefeldmillion

Eigentlich weiß es jeder: die stadt Bielefeld gibt es nicht. Deshalb hat Bielefeld jetzt eine million ausgeschrieben für denjenigen, der es auch stichhaltig beweisen kann, daß es Bielefeld nicht gibt.

Leider kann ich gar nichts beweisen, auch wenn es sich, als ich im edlen selbstversuch dort hinreiste, zumindest anfühlte wie durch ein loch in der zeit gefallen zu sein. Dort standen komischer weise obendrein auch noch die herren John Lever und Mark Burgess an der theke rum und haben bier getrunken.

Und das ist schon ziemlich unwahrscheinlich. Ich meine nicht, daß die bier trinken, sondern, daß die das ausgerechnet in Bielefeld tun müssen und zufällig ich an der selben theke stehe, ist eigentlich ziemlich undenkbar. Allerdings kein felsenfester beweis, daß es Bielefeld nicht gibt. Schade eigentlich.

Montag, 19. August 2019

Sonntag, 18. August 2019

Verabschiedungskultur

Bernd Höcke mal wieder.

Verabschiedungskultur ist nicht grundsätzlich was schlechtes. Ich stell mir vor, Höcke in einer rechtkantigen kiste und es gibt reichlich »Rosen auf den Weg gestreut«.

Peter Fonda

Mal wieder hat es einen dahingerafft. Weil ich ehrlich bleiben möchte, muß ich zugeben, daß ich beim legendären film »Easy Rider« immer eingeschlafen bin. Vermutlich bin ich die einzige, die leider gar nicht weiß, worum es da eigentlich geht.

Udo Lindenbergs version von »Born to Be Wild« war aber wahrscheinlich gar so verkehrt.

Mittwoch, 14. August 2019

Überall tretroller

Seit knapp zwei monaten sind hierzulande e-scooter erlaubt. Ich nenne die dinger trotzdem »tretroller«, auch wenn sie leider gar keine sind, weil man in der stadt ständig auf sie drauftritt oder über sie stolpert und wenn man nicht drüber stolpert, liegen die dinger im gebüsch rum oder zwischen s-bahn-gleisen, wo sie dann auch eher nicht wieder eingesammelt werden - und eingesammelt werden sie zum nächtlichen aufladen oft von lieferwagen. Ehrlich gesagt glaube ich nicht, daß der verkehr in großstädten dadurch auch nur für einen pfennig umweltfreundlicher würde.

Genutzt werden sie offensichtlich hauptsächlich von touristen, die ansonsten brav zu fuß gegangen wären und gelegentlich von teenies, die nachts kreischend zu dritt auf einem roller durch die straßen brettern. Ist ja strengstens verboten, zu zweit e-scooter zu fahren. Muß man eben zu dritt fahren. In dem alter hätte ich das problem ganz genauso gelöst.

Was mich wundert, ist, daß beispielsweise velomobile  überhaupt kein thema sind. Das wäre doch eine umweltfreundliche alternative - stattdessen wird über allerhand firlefanz und dicke elektroautos diskutiert.

Es geht halt nicht um den umweltschutz. Es geht um geschäftsmodelle. Das kotzt an.

Montag, 12. August 2019

Sonntag, 11. August 2019

75 % für den staat

Ein freund, der ca. mitte der 60er jahre mal in einem kinderheim untergebracht war, hat mir vor etlichen jahren erzählt, daß er unheimlich glück gehabt habe, trotzdem eine vernünftige schulbildung erhalten zu haben. Ein engagierter mensch habe sich damals für ihn eingesetzt, daß er in ein internat kommt. Die anderen kinder mußten, wenn sie ca. 14 jahre alt waren, ihren lebensunterhalt verdienen. Dafür seien sie regelrecht an den nächsten großbauern verkauft worden, bei dem sie als hilfsarbeiter schuften mußten und vom lohn nur ein karges taschengeld behalten durften, das höchstens für eine schachtel zigaretten die woche oder etwas süßkram reichte.

Mich gruselte es, daß es so etwas in der zweiten hälfte des 20. jahrhunderts hierzulande noch gegeben hat. Wir hatten beide keine ahnung, daß es derartiges bis heute gibt:

Oscar Wilde hat gesagt, daß man für das gute wie für das schlechte, das man tut, bestraft wird. Das stimmt. Allerdings würde ich noch einen obendrauf setzen: man wird immer mindestens doppelt bestraft: es ist nicht schlimm genug, in schlechten verhältnissen aufzuwachsen. Diese leute müssen dafür auch noch zusätzlich 75% ihres einkommens an »strafe« zahlen, obgleich sie im normalfall für ihre lebenssituation überhaupt nichts können.

Gerade die, die staatliche unterstützung dringend brauchen würden, weil sie privat niemanden haben, werden dazu gezwungen, 75% ihres lohns an den staat abzugeben. Dieser staat ist über die erkenntnisse und erziehungsmethoden des 19. jahrhunderts offensichtlich nie wirklich hinausgekommen.