Dienstag, 14. August 2018

De profundis



»...so muß ich die Tatsache hinnehmen, daß man gleichermaßen für das Gute wie für das Schlechte, das man tut, bestraft wird.«

Oscar Wilde

Montag, 13. August 2018

Sonntag, 12. August 2018

Schlagzeile der woche

Jetzt durften wir endlich erfahren, was uns seit jahren brennend interessiert hat: »Angela Merkel trägt ihre Einkaufstaschen selbst«.

Das sind die fragen, die die welt bewegen: beschäftigen politiker koffer- bzw. einkaufstaschenträger, oder sind sie bereit, sich der schweren aufgabe des einkaufstütenselbertragens zu stellen?

Weitere probleme gab es offenbar nicht.

Freitag, 10. August 2018

Hinsetzen oder aufstehen?

Nach einigem hin- und herüberlegen, habe ich beschlossen, mich der linken sammlungsbewegung »aufstehen« nicht anzuschließen. Aufstehen wofür und wogegen?

Wird bisher nicht gesagt. Aber wer einmal in Saharas letzten werken geschmökert hat, weiß, daß sie eben keinen fortschritt will, sondern möglichst zurück zu den zuständen des sogenannten »wirtschaftswunders« und ob das eine gute idee ist, darf angezweifelt werden.

Aus meiner sicht ist es merkwürdig, wenn eine bewegung aus einer parteispitze gegründet werden soll. Wenn die leute sich einig sind, stehen sie gegen ihre unterdrücker auf. Ohne, daß ihnen das jemand sagt, was sie müssen.

Anstatt politischen inhalten gibt es auf der internetseite eher emotionales. Professionell produzierte videos, in denen verarmte rentnerinnen mit berechtigten ängsten vor dramatischem hintergrundgeklimper ihren dackl küssen. Daß sie damit die revolution nicht anstreben, sondern höchstens einen besser eingehegten kapitalismus, ist aber leider trotzdem klar.

Ich will nicht arzthelferin sein, wenn frau doktor Wagenknecht am krankenbett des kapitalismus um heilung betet. Ich strecke mich lieber noch ein wenig auf dem sterbefuton des kapitalismus aus, da liegt man wenigstens bequem - aber den haben diese kanaillen nicht einmal vorgesehen!

Mittwoch, 8. August 2018

Berliner Weiße

In der hitze ist leider die kühlschranktür geschmolzen.

Von kalten getränken darf aber immerhin noch geträumt werden: Yukrari Fresh, mit einer (hoffentlich gekühlten) Berliner Weiße.

Montag, 6. August 2018

Freitag, 3. August 2018

Billy Wilder

Wer hitzebedingt nicht gut schlafen kann, könnte nach 12 die »lange nacht« über Billy Wilder einschalten.

Das wird ganz bestimmt interessant.

Mittwoch, 1. August 2018

Zum 1. august - ausbildungsbeginn

Heute beginnt für diejenigen jungen menschen, die eine lehrstelle gefunden haben, der schritt ins berufsleben.

Leider können viele von ihnen von der ausbildungsvergütung nicht leben. Der gelernte jurist Holger Schwannecke, der generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) ist der auffassung, daß lohn und ausbildungsvergütung nicht in einen topf geworden werden dürften, denn schließlich seien azubis noch keine vollwertigen arbeitskräfte und überdies bekäme ja auch ein student keine studienvergütung.

Azubis (früher auch bekannt als »saustifte«) wurden seit je her als billigstarbeitskräfte benutzt, die mangels erfahrung so ziemlich jede drecksarbeit übernehmen und ordentlich erledigen. Im gegensatz zu studenten arbeitet ein großteil von ihnen vom ersten tag an für die produktion. Und »nebenher« muß gelernt werden.

So ein tagespensum würden manche studenten kaum gebacken kriegen.

Dienstag, 31. Juli 2018

Ein bescheidener vorschlag

Offenbar soll es in Berlin mit der schlafburschenschaft weitergehen. Ein volljähriger schüler, der rund 500€ BaföG erhält und eine 28 quadratmeter-wohnung hat, soll laut vorschlag des sozialgerichts untervermieten.

Der richter, der diesen vorschlag gemacht hat, müßte eigentlich wissen, daß untervermietung ohne erlaubnis des vermieters heikel ist, weil das ohne erlaubnis ein grund für fristlose kündigung ist, und der vermieter dafür keine erlaubnis erteilen muß.

Speziell, wenn eine wohnung dann überbelegt ist. Und eine einraumwohnung von 28 quadratmetern dürfte mit untermieter als überbelegt gelten.

Wohin soll das hier noch führen?

Montag, 30. Juli 2018

Donnerstag, 26. Juli 2018

Mal wieder ein jahrhundertereignis

Die mondfinsternis des jahrhunderts hat in den sehr frühen mogenstunden des 28. september 2015 stattgefunden. Für alle, die dies ereignis verpaßt haben, weil sie um vier uhr in der früh nicht aus dem bett gefunden haben, wird es am freitag, also am 27. juli 2018 zu besserer sendezeit wiederholt: der mond geht in Berlin um 20 uhr 58, auf und ist zu dem zeitpunkt schon leicht abgedunkelt. Um 21 uhr 30 tritt er in den kernschatten der erde, wo er bis 23 uhr 13 bleibt, beendet ist die finsternis gegen halb zwei in der nacht und ist damit die längst mondfinsternis des jahrhunderts, die nächste, die länger dauern wird findet am 9. juni 2133 statt, an diesem tag habe ich allerdings schon etwas anderes vor.

Letztes mal hat das so ausgesehen:

Auch soll der mars morgen besonders gut zu sehen sein, weil er nah an erde und sonne steht. Von all dem werde ich wahrscheinlich wenig sehen, weil für morgen abend für Berlin gewitter und regen angesagt sind.

Dienstag, 24. Juli 2018

Voll schlecht mit leergut

Deutschland steckt tatsächlich in einer tiefen krise. Nicht, weil das bier nicht kalt ist oder gar alle wäre, sondern weil die bierflaschen knapp werden.

Seit der erfindung des flaschenbiers rätselt die ganze welt, warum die leeren flaschen im keller scheinbar ganz von selbst entstehen, während man die vollen erst mühselig da hin schaffen muß. Und ausgerechnet da, wo die flaschen dringend gebraucht werden, funktioniert genau das nicht. Das erklärt vielleicht, warum die schlechte, alte bierdose seit einiger zeit wieder unerfreulich häufig im handel anzutreffen ist.

Drum trinkt Euer bierchen aus, denn morgen könnt’ es sauer sein und bringt als ordentliche menschen die pfandflaschen gleich morgen zum bierverlag Eures vertrauens.

Montag, 23. Juli 2018

Foto am montag (325)

Blauer passionsblumenfalter (Heliconius cydno galanthus)

Sonntag, 22. Juli 2018

Der klauer

Für die blödelei und Otto Waalkes:

Mittwoch, 18. Juli 2018

Zahltag! Ein koffer voller sch...


»...komm wir gehen armut gucken
komm, komm
komm wir gehn ein wenig friern
laß uns spekulieren...«

(aus dem text »kleine spanner« von Leonhard Lorek)

Wer sich gerne einmal so richtig gepflegt von oben bis unten vollkotzen möchte, aber momentan überhaupt nichts hat, was einen anständigen brechreiz auslösen könnte, dem sei die neue armuts-spanner-show »Zahltag! Ein Koffer voller Chancen« von RTL, die seit gestern läuft, empfohlen. Absolute speihgrarantie.

Weil ich nicht möchte, daß jemandem wirklich schlecht wird, verlinke ich das hier nicht, da muß sich der geneigte leser schon selbst bemühen - über die seite des senders kann man sich die gesamte erste folge anschauen. Soweit die magennerven mitspielen.

Das ganze soll ein »experiment« sein, ob man h4empfängern mit geld aus dem elend helfen kann - und die antwort ist von anfang an auch schon gleich klar: natürlich nicht!

Das ganze läuft so ab: verschiedene skurril-h4-familien, deren probleme sichtbar nicht allein in der arbeitslosigkeit liegen, bekommen einen koffer voll geld vor die tür gestellt - es ist natürlich gar nicht unvorstellbar viel geld, sondern bloß der h4satz für ein jahr auf einmal. Und während die so »beglückten« vor der kamera so tun müssen als wären sie urst überrascht, werden sie »hinter« der kamera von »experten« bewertet.

Ein koffer aus Berlin ist auch dabei. Und weil es unvermeidbar ist, auch eine kofferIn aus Marzahn. Selbstherrliche figuren, die meinen, über andere urteilen zu können.

Unaushaltbar. Leider hat der Böhmermann es versäumt, aus den kulissen zu springen und mitzuteilen, daß das alles nicht ernst gemeint ist.

Montag, 16. Juli 2018

Sonntag, 15. Juli 2018

Dienstag, 10. Juli 2018

Aprilscherz im sommerloch

Die Berliner s-bahn will pünktlicher werden. Das ist zwar zum lachen, aber noch nicht der witz, auch wenn es sich für den einen oder anderen vielleicht so anhört.

Der witz ist die famose idee, wie mehr pünktlichkeit erreicht werden soll: um zu einem späteren zeitpunkt, den nur die s-bahn kennt, vielleicht doch wieder pünktlich zu sein, sollen auf der ringbahn verspätete s-bahnen in bestimmten bahnhöfen ohne halt durchfahren dürfen. Ist schließlich viel besser, gar nicht erst einsteigen zu können als in einen verspäteten zug einzusteigen. So kommt man auch nicht in verlegenheit, womöglich schwarz zu fahren. Ebenso werden sich die fahrgäste freuen, die gern aussteigen würden und anstatt mit verspätung erst mal gar nicht ankommen.

Aber in der ringbahn kann man einfach sitzen bleiben und mit etwas glück kommt man schon nach ungefähr einer stunde wieder da vorbei, wo man eigentlich hinwollte.