Montag, 20. Januar 2020

Foto am montag (401)

Die ratten sind mit dem mäusebussard gen himmel aufgefahren. Ob sie das gut finden, weiß ich leider nicht.

Dienstag, 14. Januar 2020

Foto am montag (400)

Ein stieglitz (carduelis carduelis) aus Steglitz.

Samstag, 11. Januar 2020

Die drohungen des käpt’n Plattfuß (Teil 1)

Kurz vor weihnachten gab SAPmitbegründer Hasso Plattner der FAS ein interview, das man leider nicht kostenlos lesen kann. Das blödeste daran ist, daß sich sehr darüber mausig gemacht wird, weil käpt’n Plattfuß zum besten gab, daß er sich sorgen mache, weil er im teletext gelesen habe, daß 72% der Deutschen eine vermögenssteuer befürworten würden. Nein, nicht über den inhalt seiner aussage, sondern über die tatsache, daß der knispel sich tatsächlich über den teletext informiert, anstatt modern mit brieftauben und telefax zu arbeiten - aber wahrscheinlich war das faxpapier gerade alle und die brieftauben bereits für das weihnachtsessen gerupft.

Von Plattner kommen die üblichen plattitüden wie »Ich habe die SPD viele Male gewählt und unterstützt, jetzt manövriert sie sich halt für mich ins Abseits.« Und droht mit wegzug, nicht nur aus Potsdam, sondern aus Deutschland.

Autsch. Ist dem mann vielleicht schon mal aufgefallen, daß die mehrheit der (ehemaligen) SPDwähler zufällig keine milliardäre sind und die SPD nicht unbedingt politik für die mehrheit ihrer wähler gemacht hat und deshalb keiner, der halbwegs bei trost ist, die SPD noch wählt? Das ist ein schönes beispiel dafür, wie die macht in der bürgerlichen demokratie verteilt ist: die stimmen der vielen sind relativ egal, während einzelne superreiche bestimmen können, wo es lang geht - gegebenenfalls mit erpressung.

Und dann wird dem Plattner auch noch zugute gehalten, daß seine stiftung den einen oder anderen euro in Potsdam investiert. Warum hat eigentlich die stadt Potsdam nicht selbst genügend geld, um in kultur zu investieren? Stattdessen bestimmen irgendwelche reichen bzw. prominenten blödmänner und -frauen, was in der stadt passiert. Beispielsweise über den wiederaufbau der Garnisionskirche - wobei ich in diesem fall fairer weise dazusagen muß, daß Hasso Plattner diesbezüglich meines wissens nicht in erscheinung getreten ist.

Im zweiten teil gibt es ein paar originalschnipsel aus dem interview, die tief blicken lassen, was käpt’n Plattfuß über seine mitmenschen denkt.

Freitag, 10. Januar 2020

Idyll mit müll...

...eimer. Der Berliner an sich schätzt doch sehr die gepflegte grünanlage. So auch am ufer der spree auf dem kurzen weg zwischen hauptbahnhof und regierungsviertel.



Hier gibt’s einfach alles, was das herz begehrt: ein bißchen gras (nicht zu verwechseln mit marihuana), die spree, asphahlt und steine. Das im hintergrund ist nicht einfach trauerweide. Nein es ist augenweide.



Das wichtigste für die gelungene, echte Berliner grünanlage ist der orange beklebte müllkübel.


Das ist das Ludwig-Ehrhardt-Ufer. Ich gebe zu: wäre ich gartengestalter hätte ich es kaum schöner gestaltet. Aber als blickfang hätte ich wenigstens noch ein öffentliches hundeklo aufgestellt.

Mittwoch, 8. Januar 2020

Lübcke »aus versehen« ermordet

Im mordfall Lübcke  hat es heute eine neue aussage des bisher hauptverdächtigen Stephan E. gegeben. Wie die HNA berichtete, habe dessen kumpel Markus H. regierungspräsident Lübke im streit versehentlich erschossen.

Auch drecksnazis haben ein recht darauf, nicht vorverurteilt zu werden. Schließlich hat es eine logik: wenn man nachts bis auf die zähne bewaffnet bei einem politiker, den man nicht leiden kann, auf die terrasse steigt, kann man nicht vom motiv der umbringung ausgehen. Jemand der so etwas tut, möchte sicherlich nur eine gepflegte politische diskussion führen. Was denn sonst?

Nur glauben muß man wirklich nicht alles.

Montag, 6. Januar 2020

Sonntag, 5. Januar 2020

Connewitz. Brokdorfbeschluß.

Interessantes interview im Deutschlandfunk Kultur über die vorfälle in der Sylvesternacht in Leipzig-Connewitz.
Zitat Heribert Pantl: »Aber ich kann doch nicht unwahrheiten verbreiten [...] und das ist das grundprinzip von polizeieinsätzen in heiklen situationen seit 30 jahren: deeskalation. Polizei darf nicht eskalieren, darf konflikte nicht weiter anheizen. Deeskalieren ist das verhindern von konflikten in sich aufschaukelnden prozessen. Und da gibt es eine wunderbare entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes aus dem jahr 1985 [...]: es gibt eine pflicht der polizei zur kooperation und zur kommunikation sowie zur einer professionellen öffentlichkeitsarbeit der polizei. Und wenn ich diesen satz nehme aus dem Brokdorfbeschluß des Verfassungsgerichtes, der 35 jahre alt ist, denk ich mir, im polizeiunterricht sollten mal wieder die alten urteile und die alten beschlüsse des Bundesverfassungsgerichtes gelehrt und dann diskutiert werden was daraus folgt.«
Den Brokdorfbeschluß kannte ich bisher nicht. Unter diesem gesichtspunkt wären etliche gewalteskalationen mit polizeibeteiligung der letzten jahre neu zu betrachten.

Aber es ist ja klar, wenn gewalt eskaliert, sind grundsätzlich kleine punkmädchen mit einem eBass in der hand schuld. Sieht man auch an Katja Meier, der Sächsischen Justizministerin. Ich weiß das.

Freitag, 3. Januar 2020

Passagierrekord dank flugscham

Im jahr 2019 verzeichneten die Berliner flughäfen einen neuen passagierrekord. Mit rund 35,5 millionen fluggästen lag das passagieraufkommen fast doppelt so hoch wie im jahr 2006.

Und das obwohl das thema »flugscham«, bzw. die umweltschädlichkeit des fliegens überhaupt, öfter in den medien war als sonst. Aber wie ich es mir schon gedacht hatte, eine gepflegte flugangst ist im zweifelsfall besser umweltverträglich als eine verlogene flugscham.

Mittwoch, 1. Januar 2020

Schöner schwurbeln mit den sternen

Während man sich drüber aufregte, daß im WDR SUVfahrende, Deutsche ommsen in einem bekloppten kinderlied verunglimpft wurden, gab sich der RBB weitgehend unbemerkt nicht minder bescheuert: ein astrologischer schwurbelonkel durfte uns erzählen, was die sterne uns über das kommende jahr verraten.

Zitat: »Der himmel gibt uns zeichen. Die können wir deuten und verstehen, ja [...] zu behaupten, daß 2020 ein leichtes jahr wäre, wäre gelogen, es birgt doch ganz große herausforderungen. Wichtig ist, daß uns jetzt klar ist, was wir jetzt an weichenstellungen vornehmen, daß das sehr langfristige konsequenzen haben wird, also was 2020 passiert legt ein fundament für eine zukunft, die über jahrzehnte hinweg bestand haben wird. In sofern ist es wichtig, daß wir die fundamente richtig setzen und gleichzeitig einen schlußstrich unter das ziehen, was vergangen ist. Das ist ja nicht immer einfach zu erkennen, was ist vorbei?«

So tiefsinnige gedanken können einem schon mal kommen, wenn man sternhagelvoll über die reling reihert und man sich danach sehnt, dieser zustand möge bitte irgendwie vorüber gehen. Aber warum muß so etwas im öffentlichrechtlichen rundfunk laufen? An sich kann ich recht gut damit leben, daß leute einen blödsinn glauben. Aber sollte das obendrein offiziell unterstützt werden?

Es ist ohnehin lustig, daß ausgerechnet Jesus und Stalin das selbe sternzeichen haben. Und ich übrigens auch. Das hat ganz gewiß einen tieferen sinn.

Die nacht aus blei

Dienstag, 31. Dezember 2019

Machts gut bis 2020

Eigentlich wollte ich dies jahr noch einen artikel über Hasso Plattner schreiben, das wird wohl nichts mehr. Ob das je fertig wird, weiß ich nicht. Nehmt bis dahin das:



Ich bin schon sehr gespannt, ob ich nächstes jahr wieder aufwache. Und wenn ja, wann.

Montag, 30. Dezember 2019

Mißverstehen Sie mich richtig

Die beiden kanzlerkandidaten meiner wahl, sofern es überberhaupt so etwas geben kann, im gespräch.



Einfach viel spaß damit!

Foto am montag (398)

Schwanzmeise (aegithalos caudatus).

Mittwoch, 25. Dezember 2019

Dienstag, 24. Dezember 2019

Die Blaue Stunde

Wer über die feiertage ein wenig zeit für ein kleines lauschestündchen hat, dem sei der jahresrückblick der Blauen Stunde vom 15. dezember mit Serdar Somuncu und Oliver Kalkofe ans herz gelegt:



Zitat Oliver Kalkofe: [ca. minute 23:24] »Die menschen wählen ein gefühl. In England wurde ein gefühl gewählt. In Amerika wird gefühl gewählt - und zwar seltsame gefühle... «

Keineswegs stimme ich überall zu, aber sehr interessantes gespräch.

Der küchenchef empfiehlt:

Knusperheuschrecke:
Ratz Ranytzky, der Nagende Kritiker, sagt dazu: »das muß ich auf’s schärfste kritisieren.« Wie es aussieht, ist dem verfressenen das nicht lecker genug.

Unterdessen wird in fernost weihnachten gefeiert: »Kauf Dich glücklich«. Also fast wie bei uns. Die übernehmen eben auch all jene feiertage, die irgendwie verkaufsfördernd sind.

Für mich selbst habe ich längst das Asiatische Neujahrsfest übernommen - das ist eben der feiertag, um Asiatische spezialitäten zu probieren. Findet zum nächsten mal übrigens genau in einem monat statt. Diesmal kommt endlich mein lieblingstier aus dem Chinesischen tierkreis wieder an die reihe.

Montag, 23. Dezember 2019

Foto am montag (397)

Morgen, gänslein, wird’s was geben...
Kanadagänse (branta canadensis). An sich sagt man, daß wildgänse auf jeder feder ein auge haben, weil sie normalerweise äußerst mißtrauisch und scheu sind. Diese hier überhaupt nicht. Sehr zutraulich, sie kam so dicht ran, daß ich sie hätte streicheln können. Wenn die wüßte, was die woche hier los ist.

Sonntag, 22. Dezember 2019

Sommeranfang


Die ringelblumen blühen derzeit.
Normalerweise tun sie das von ca. sommeranfang bis oktober. Also haben wir die woche wahrscheinlich gar nicht weihnachten, sondern eher pfingsten oder meinetwegen auch erntedank. Ist beides meist auch vom wetter her viel angenehmer und außerdem ist’s auch nicht ständig dunkel.