Dienstag, 25. Juni 2019

Burger vegan

Ich gebe zu, ich habe mich in der vergangenen woche gewaltig geirrt. Burger war schon immer vegan.

Es enthält roggenvollkornmehl, gerstenmalzmehl und salz. Wie konnte mir das nur entgehen? In sofern spricht relativ wenig gegen vegane lebensmittel. Kann man sehr gut verknuspern.

Montag, 24. Juni 2019

Foto am montag (371)

Nichts für arachnophobiker: ein spinnennest
Wahrscheinlich handelt es sich um hauswinkelspinnen (tegenaria domestica), aber sie sind ja noch so klein.

Sonntag, 23. Juni 2019

Bier trinken gegen nazis

Im Sächsischen Ostritz haben bürger aus protest gegen das rechtsextreme Schild-und-Schwert-Festival 100 kästen bier aufgekauft, damit die nazis nichts zu saufen kriegen. 

Das ist ein heldenhafter einsatz gegen rechts, der mich gleich an die »Licherkette« erinnerte:

Freitag, 21. Juni 2019

Mittsommerrätsel

Weil heute sommeranfang ist, gibt es heute ein insektenrätsel, dessen auflösung ich selbst leider nicht weiß. Die frage ist, was ist das für ein tier?
Es ist ungefähr so groß wie eine große erdhummel, brummt wie eine hummel, sucht die gleichen blühpflanzen auf wie eine hummel, ist aber mit sicherheit keine hummel, denn hummeln bilden staaten, man sieht sie eigentlich selten bloß einzeln. Dies war aber das einzige insekt dieser art, das ich gesehen habe.
Tut mir leid, daß die bildqualität nicht besser ist. Sind bloß händyfotos und man erkennt leider nur ansatzweise, daß das insekt einfach herrlich metallisch blau in der sonne glänzte. Es ist typisch, da bin ich ein mal zu faul, die fotoausrüstung mit zu schleppen und schon entdecke ich etwas interessantes, das ich noch nie gesehen habe.

Hat irgendjemand eine ahnung, was das ist?

Donnerstag, 20. Juni 2019

Karneval und Süßwaren

Manchmal ist Google Maps sogar recht lustig. Anfang der woche war die AfD Neukölln dort als karnevalsverein gelistet und der homöopathiehersteller Hevert als süßwarenladen.

Leider ist das schon wieder geändert, die verstehen halt keinen spaß. Aber es gibt noch bildschirmfotos davon.

Mittwoch, 19. Juni 2019

Falafel, burger, klopse, bekloppte

Zur abwechslung mal wieder das leidige thema, wie man vegetarische bzw. vegane fleischersatzprodukte vernünftig benennen könnte.
»Er riecht wie Fleisch, schmeckt wie Fleisch und sieht auch ein bisschen so aus. Doch der Beyond-Meat-Burger besteht hauptsächlich aus Wasser, Erbsenproteinen und Pflanzenölen. Obwohl es ihn erst seit Kurzem in Deutschland zu kaufen gibt, wird er gehypt wie kaum ein Lebensmittel. Aber wäre das Interesse auch so riesig, wenn er nicht Burger heißen würde, sondern "Erbsen-Öl-Bratling"? Sicher nicht. Burger, das klingt verheißungsvoll, das gönnt man sich. Bratling klingt nach Reformhaus. Wenn das Ziel ist, dass weltweit weniger Fleisch gegessen wird, sollte dieses Ding auch Burger heißen dürfen.«
Wer essen erwerben möchte, das irgendwie etwas mit »lecker« zu tun hat, kauft ohnehin nichts, wo »burger« auf der verpackung steht. »Orange« vom Handelsblatt hat den Beyond Burger getestet und für weder gesund noch nachhaltig befunden. In dem artikel findet man auch eine zutatenliste. Im Deutschen benennt man derartige dinger als »bratling«. Dieses lustbetonte wort entstammt der reaktionären lebensreformbewegung, die die pioniere des vegetarismus in Deutschland waren und die nicht unbedingt als freunde eines ausschweifenden lebens bekannt waren.

Vielleicht sind die orientalen in der begriffsfindung ein bißchen schlauer: bei denen heißen die klopse mit fleisch »köfte« und die ohne fleisch »falafel« (gab am 18. juni 2019 zu ehren ehren des falafel sogar ein googledoodle). Falafel sind nichts anderes als »kichererbsbratlinge«, nur schmecken sie eben besser. Wahrscheinlich, weil sie nicht aus einer ideologie herraus entstanden sind, sondern mutmaßlich von menschen erfunden wurden, die eben gerade keinen verzicht üben wollten, aber leider nichts besseres hatten. Wenn man mal kein fleisch essen mag, findet man häufig in der traditionellen küche christlicher länder gute hinweise, wie man mit einfachen mitteln etwas leckeres kochen kann, denn durch die fastenzeiten waren die leute dort teilzeitvegetarier.

In der Süddeutschen Zeitung hingegen wird beklagt, daß
»[...]"vegane Leberwurst" künftig in so etwas wie "vegane Sojastreichwurst nach Art einer Leberwurst" umbenannt werden [...]«
müsse. Und sowas sei doch absurd.

Nicht minder absurd mutet es an, wenn folgende zubereitungen eines namhaften herstellers beide als »leberwurst« durchgehen sollen. Erstmal die nichtvegetarische variante:
»Schweinefleisch (40%), Schweineleber (30%), Speck, Zwiebeln (9%), Äpfel (6%), Kochsalz, Gewürze, Gewürzextrakte, Glucosesirup, Emulgator: Lecithine, Zucker, Antioxidationsmittel: Ascorbinsäure, Konservierungsstoff: Natriumnitrit, Rauch.«
Und dann die vegane variante:
»Trinkwasser, Rapsöl, Erbsenproteinisolat (5%), Ballaststoffe: alpha-Dextrin, Inulin; Schnittlauch (3%), Stärke, Kochsalz, natürliches Aroma, Gewürze, Erbsenfasern, Verdickungsmittel: Methylcellulose, Zucker, Emulgator: Lecithine, Karamell, Farbstoff: Eisenoxid.«
Sie enthalten beide kochsalz, gewürze, zucker und als emulgator lecithine. Und das soll gemeinsamkeit genug sein, um beide als »leberwurst« durchgehen zu lassen? Womöglich bin ich ein bißchen arg konservativ, aber ich bin durchaus der auffassung, daß in leberwurst zumindest leber enthalten sein sollte. Wasser und maschinenöl als hauptzutaten sind doch ein bißchen dürftig. Aber immerhin ist auch noch die sonderwohltat methylcellulose mit drin. Nein, gegen methylcellulose ist wenig einzuwenden. Die kann man gut gebrauchen. Wenn man tapeten an die wand kleben möchte, beispielsweise.
»Zurecht kritisieren nun der Vegetarier- und Veganerverband ProVeg und 16 Hersteller wie Rügenwalder Mühle und Dennree die Leitsätze. Sie sind zwar nicht rechtsverbindlich, ein EU-Gesetz wäre es jedoch schon und der Vorstoß der Parlamentarier im April war zumindest ein erster Schritt in diese Richtung.«
Daß ausgerechnet Rügenwalder Mühle meine auffassung nicht teilt, wundert mich nicht. Ist deren geschäftsziel, billiges zeug möglichst teuer als hippes livestyleprodukt zu vermarkten.

Gegen vegetarischen/veganen brotaufstrich ist im grunde nichts einzuwenden, es gibt durchaus genießbares aus vergleichsweise hochwertigen zutaten, der für nichtvegetarier interessant ist, weil er eben kein fleischimitat ist, sondern einfach etwas anderes ist und nach pilzen, gemüse oder kräutern schmeckt.
»Die fleischlichen Assoziationen im Namen könnten damit sogar dazu beitragen, dass Nicht-Vegetarier öfter zu fleischlosen Alternativen greifen.«
Bei mir zumindest nicht. Es ist betrug, irgendwelches zusammengepanschtes zeug als »leberwurst« oder »schnitzel« zu verkaufen, um dem minderwertigen den anstrich zu geben, es sei etwas höherwertiges. Es kann im grunde nicht im interesse von vegetariern sein, daß die lebensmittelindustrie zusammengepanschtes zeug teuer vermarkten kann, weil sie die namen bereits bekannter produkte verwendet. Im interesse von vegetariern wäre es, wenn diese produkte entsprechend ihrer zutaten günstiger angeboten würden, völlig unabhängig davon, wie man das dann nennt.
»Wenn mehr Fleischesser auf Veggie-Schnitzel umstiegen, wäre das ein Schritt, den enorm wachsenden Fleischkonsum einzudämmen, der Klima und Gesundheit schadet. Den Fleischessern gelüstet es ja nicht danach, dass Tiere sterben - sie wollen den Geschmack von Fleisch. Ob der bei Soja-Hack, Saitan-Salami und Beyond-Meat-Burgern genauso gut ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Doch die Wahrscheinlichkeit, dass ein Fleischesser zu einem vegetarischen Schnitzel greift, dürfte sehr viel höher sein, wenn auch Schnitzel draufsteht - und nicht Bratling.«
Klar, Beyond Meat aus Amiland heranzukarren ist klimafreundlicher als einfach einen Brandenburger weidebullen zu verspeisen. Als allesfresser benötigt man kein schnitzel aus seitan. Wenn einem danach der sinn steht, kann man ein richtiges essen.

Beim grillen brauchts keine fleischersatzwürste aus soja, wenn mal weniger fleisch auf den grill soll. Stattdessen benötigt man eher ein bißchen fantasie. Man kann beispielsweise auch vegetarisch gefüllte spitzpaprika oder pilzspießchen grillen. Das mit dem fleischersatzzeug ist die conveniencementalität, daß man eben frißt, was einem die industrie vorsetzt.

Damit wird man das plastmüllproblem und den klimawandel ganz bestimmt in den griff kriegen.

Montag, 17. Juni 2019

Sonntag, 16. Juni 2019

Quatuor pour la fin du temps

Mein kommentar zur oberbürgermeisterstichwahl in Görlitz:



Olivier Messian: »Quartett für das Ende der Zeit«. Komponiert und uraufgeführt 1940/41 im Stammlager VIII-A in Görlitz.

Samstag, 15. Juni 2019

Ersäuft in süßgetränken

Im aktuellen test ist ein artikel über den zuckergehalt in limonadengetränken. In Deutschland enthalten sie weit mehr zucker als in anderen ländern.

Ob eine zuckersteuer allerdings hilfreich ist, wenn dann der zucker durch andere süßungsmittel ersetzt wird, ist fraglich. Diabetikern wird seit einiger zeit empfohlen, anstatt süßstoffen zucker zu essen, nur eben weniger süß, weil süßstoffe wahrscheinlich fettleibigkeit noch eher fördern als zucker.

Ministerin Klöckner glaubt immernoch, daß die industrie schon freiwillig weniger zucker verwenden würde. Mein persönlicher eindruck ist ein anderer. Ich habe eher das gefühl, daß die sogenannten »erfrischungsgetränke« heute wesentlich süßer sind als sie mal waren, weshalb ich dieses zeug schon lange nicht mehr trinke, weil die plörre erheblich zu süß ist - das ist auf den geschmack von kleinen kindern ausgerichtet, für die nichts süß genug schmecken kann.
Zitat aus der Süddeutschen Zeitung: »Hunderttausende Jahre lang stillte der Mensch seinen Durst mit Wasser, seit einigen Tausend Jahren brüht er sich gelegentlich einen Tee, in jüngerer Zeit auch Kaffee auf. Dann, vor etwas mehr als 100 Jahren, betrat Coca-Cola den Markt und veränderte Trinkgewohnheiten wie Körperformen der Menschen rasant. "Vielleicht liegt es daran, dass der Mensch evolutionär nicht daran gewöhnt ist, Kalorien in flüssiger Form aufzunehmen", sagt Peter von Philipsborn, Wissenschaftler der Pettenkofer School of Public Health an der LMU München.«
Das ist allerdings seltsam. Ich hätte schwören können, daß der mensch ein säugetier ist und somit von geburt an daran gewöhnt ist, kalorien in flüssiger form aufzunehmen. Außerdem gibt es eine jahrtausende alte weinbau- und bierbraukultur - wasser galt lange als übel, weil man sich mit dem wassersaufen allerhand pestilenzen einfangen konnte. Man wußte nicht, daß das von krankheitserregern kommt, die man durch simples abkochen abtöten kann.

Vielleicht wäre es fürs erste hilfreich, wenn es einfach keine werbung mehr für süßgetränke gäbe. Aber auch das wird nicht eintreten, das könnte schließlich die industrie schädigen.

Donnerstag, 13. Juni 2019

Gefahr durch problemwähler: letztwähler!

Da hat doch glatt jemand den wahlwerbespot der PARTEI mit den »letztwählern« ernstgenommen und fordert, »Rentner gebt das wahlrecht ab!«. Das soll wohl irgendwie »umstürzlerisch« sein, ist aber nicht einmal originell, weil es bloß abgekupfert ist. Und dann auch noch diese merkwürdige verquickung zu den verkehrsunfällen, die angeblich besonders häufig von senilen senioren verursacht würden. Der führerschein auf probe wurde ende der 80er jahre eingeführt, weil über 60jährige zu besonders risikofreudigem fahrstil neigen. Traurige tatsache ist, daß die unter 25jährigen überdurchschnittlich häufig verunglücken und nicht, weil sie von rasenden wackelgreisen überfahren werden.

Johanna Roth:»Was wir brauchen, ist eine Epistokratie der Jugend«
Ja. Außerdem brauchen wir darmgrippe, fußpilz und pickel. Unbedingt.
Johanna Roth: »Anderer Leben gefährden ist das eine. Das andere: anderer Zukunft gefährden. Am Sonntagabend, als die Europawahl-Hochrechnungen kamen, zeigte sich: Unter 60 wurde hierzulande mit Blick auf die Straße gewählt, über 60 mit Blick in den Rückspiegel.«
Auch für unter sechzigjährige kann sowohl beim autofahren als auch beim wählen ein blick in den rückspiegel lebensrettend sein.

Interessant ist überdies, daß in dem text  der begriff über sechzigjährige mit rentner gleichgesetzt wird. Das kind hat offensichtlich noch nicht begriffen, daß die derzeitige regelaltersgrenze für die rente derzeit bei knapp 66 jahren liegt und bis zum jahr 2031 auf 67 jahre angehoben wird, sofern bis dahin nicht die rente ab 90 eingeführt wurde.
Johanna Roth:»Anderer Leben gefährden ist das eine. Das andere: anderer Zukunft gefährden. Am Sonntagabend, als die Europawahl-Hochrechnungen kamen, zeigte sich: Unter 60 wurde hierzulande mit Blick auf die Straße gewählt, über 60 mit Blick in den Rückspiegel. Die Zustimmung für die Grünen – die bei den unter 60-Jährigen vorne lagen und bei den Erstwähler*innen so viele Stimmen holten wie Union und SPD zusammen [...]«
Erstwählersterncheninnen sind für gewöhnlich unter 25 jahre alt. Somit können sie sich im jahr 2019 kaum daran erinnern, was in der zeit von 1998 bis 2005 politisch los gewesen ist - und schon gar nicht daran, was vorher war.
Johanna Roth:»Wer jung ist, wählt die Grünen, weil er*sie ein Bewusstsein für den Klimawandel überhaupt nur bei diesen sieht. Weil er*sie weiß, was auf dem Spiel steht. Und vor allem: Weil er*sie selbst davon betroffen ist.«
Zwar habe ich keine ahnung wer Ersternchensie ist, aber sie hat offenbar nicht begriffen, daß das problem des klimawandels schon recht lange bekannt ist und auch schon in den 80er jahren darüber diskutiert wurde, was man dagegen tun kann. Die GRÜNpartei schien dafür bewußtsein zu haben, als sie jedoch mitregieren durfte, war jede sauerei in ordnung, sie wurde von der GRÜNpartei mitgetragen. Ein pöstchen bei RWE, EnBW oder BMW oder so ist eben doch mehr wert als das bißchen umwelt, das vor die hunde geht.

Einer partei, die es für unmöglich hält, flugreisen auf drei stück pro nase und jahr einzuschränken, muß man selbstverständlich ein bewußtsein für den klimawandel unterstellen. Und zwar dafür, wie man den noch schneller hinbekommen kann.
Johanna Roth:»Liebe Mitwählende über 60, wir unter 30 hätten ja auch gerne was von diesem Wohlstand, nicht zuletzt weil wir schon jetzt ärmer sind, als unsere Elterngeneration es je war, uns von Befristung zu Befristung hangeln und eigentlich nie so richtig freihaben, weil wir unsere Wochenenden damit verbringen, die letzte noch bezahlbare Wohnung zu finden.«
Aha. Es geht also gar nicht ums klima, sondern um wohlstand. Hätte ich mir auch denken können.
Johanna Roth:»Leider habt ihr uns aber nicht nur eine prekäre Arbeitswelt hinterlassen«
Die prekäre arbeitswelt ist plötzlich vom himmel gefallen, weil die wähler, die heute über 60 sind (ein glück, daß ich zu denen noch lange nicht gehöre, deshalb habe ich damit nichts zu tun!) dafür gebetet haben, daß bitte, bitte schluß sein möge mit dem wohlstand in dieser welt, und daß es allen menschen späterer generationen schlechter gehen möge.

Es könnte aber auch sein, daß die prekäre arbeitswelt von der regierung so eingerichtet wurde. Der anfangsvorschlag von Peter Hartz war damals, jedem langzeitarbeitslosen 500€ plus warmmiete zu geben, dafür aber zu erwarten, daß die leute an fortbildungen teilnehmen und angebotene arbeitsstellen annehmen und gegebenenfalls, was es vorher auch schon gab, unwilligen das geld zu kürzen. Die GRÜNPARTEI hingegen wollte lieber einen schritt in richtung beschissenes grundeinkommen gehen, weshalb sie es als realistisch ansahen, den regelsatz für langzeitarbeitslose möglichst niedrig anzusetzen. Und dann haben sie mit den Sozen auf den schönen kompromiß des niedrigen regelsatzes bei vollem arbeitszwang und aufweichung des schutzes für arbeitnehmer gemacht.
Johanna Roth:»sondern auch den Planeten zugemüllt mit Kohlekraftwerken und Plastiktüten. Und ihr wollt über unsere Zukunft bestimmen?«
Bevor die GRÜNsternchenInnenpartei mitregiert hat, gab es bei vielen menschen mehr umweltbewußtsein als heute. Da war relativ klar, daß flugreisen, autos, plastikmüll, einwegflaschen schlicht und ergreifend nicht umweltfreundlich sind. Die GRÜNpartei hat keine umweltfreundlichere politik gemacht, sondern hat kapitalismusfreundliche geschäftsmodelle mit durchgedrückt.

Sowas wählt man gern nochmal.

Montag, 10. Juni 2019

Samstag, 8. Juni 2019

Fernreisen durch ganz Deutschland

Leider wurde heute zum letzten mal das »Schöne-Wochenend-Ticket« der Deutschen Bahn verkauft. Wirklich billig war es in den letzten jahren nicht mehr so richtig. Bei seiner einführung mitte der 90er jahre hingegen schon.

Vorhin las ich den artikel in der Wikipedia über das Wochenendticket, das im grunde für ausflügler gedacht war und amüsierte mich über den satz »Tatsächlich nutzten aber unerwartet viele Fahrgäste das neue Ticket auch für Fernreisen durch ganz Deutschland.«

Das wäre dem weltklima ganz gewiß zugute gekommen, wenn mehr Deutsche ihre fernreisen auf Deutschland oder grenznah eingeschränkt hätten.

Freitag, 7. Juni 2019

Elektroautos nicht umweltfreundlich

Wer hätte das nur ahnen können?

Gute doku über elektromobilität, die den wahn zeigt, jetzt die falsche verkehrspolitik der letzten 70 jahre einfach mit elektroautos fortzusetzen.

Harald Lesch:»In Deutschland ist politik vor allem wirtschaftpolitik. Und da werden alle möglichen menschlichen tragödien, umweltkatastrophen irgendwelche einschränkungen, die wo anders stattfinden, die werden einfach weggedrückt.«
Es stimmt, wenn prof. Lesch sagt, daß Deutsche politik vor allem wirtschaftspolitik ist. Nur leider geht das eben auch nicht anders, wenn alles leben der wirtschaft untergeordnet ist. Hier geht es nicht darum zu wirtschaften, damit am schluß so etwas wie ein lebenswertes leben für alle herauskommt, sondern hier wird gewirtschaftet, damit die kapitalvermehrung für eine winzige oberschicht funktioniert.

Noch mal zur erinnerung »Das Schweigen der Quandts«  - für die und ihresgleichen wird hier politik gemacht. Für den rest der leute eher nicht.

Das muß man sich mal reinziehen: pro kilowattstunde batterieleistung werden in der produktion zwischen 100 und 200 kg CO2 freigesetzt und es werden natürlich leistungsstarke autos mit mehr als 100 kW gebaut, weil man mit denen besser kasse machen kann. Das ist alles andere als umweltschonend. Das gibt es jetzt trotzdem, weil sich so wunderbar geld damit verdienen läßt.

Donnerstag, 6. Juni 2019

Lügengeschichte als bodenbelag

Als ich letztens im Deutschlandfunk hörte, daß sie einer hochstaplerin aufgesessen seien, die behauptet hatte, daß sie mit 19 in Indien in einer klinik sexualaufklärung gemacht hat, erinnerte ich mich recht schnell an diesen beitrag aus Der Zeit, von dem ich damals dachte, ich muß nicht jeden mist glauben, nur weil er in der zeitung steht.

Was hat mich damals skeptisch gemacht? Beispielsweise dieser absatz:
»...nach Indien. Vor zehn Jahren wollte ich wie viele 19-Jährige die Welt retten und so gründeten mein bester Freund und ich eine kleine Klinik in einem großen Slum von Neu-Delhi. Eine meiner ersten Patientinnen...«
Darf in Indien jeder aufschneider einfach eine klinik gründen und dort patienten behandeln, ganz ohne medizinstudium? Ist doch ein bißchen dick aufgetragen, wenn jemand behauptet mit 19 dafür qualifiziert gewesen zu sein, oder nicht? Klar, es gibt auch hochbegabte. Berlins jüngste zahnärztin, um ein beispiel zu nennen, hat ihr  examen mit 22 gemacht. Dafür benötigt man ungefähr genau so lange wie für ein allgemeines medizinstudium.

Der text ist von 2017, das heißt, daß die autorin ihren eigenen angaben zufolge, ca. 1988 geboren sein dürfte. Bedeutet, daß ihre omma, von der im weiteren text die rede ist, jahrgang 1922, bei ihrer aufklärung ungefähr im jahr 2001 bereits 89 jahre alt war und als sie sie mit 19 um rat fragte, 95. Gut, rüstige omma. Aber wenn die mutter doch ärztin ist und die omma ohne rot zu werden über sex reden konnte, warum ist sie dann erst mit 13 aufgeklärt worden? Das ist reichlich spät. Gab es keinen biologieunterricht? Das ist nicht übermäßig glaubwürdig.

Der text hat abgrundtiefe logische löcher. Warum ist mir das aufgefallen, der zuständigen redaktion aber nicht? Lesen und denken die nicht?

Der Zeitredaktion würde ich zurufen wollen: die ist so grandios echt, wie Ihr sie wolltet.

Es spricht überhaupt nichts gegen erfundene geschichten. Entspricht alles der wahrheit, was Wenedikt Jerofejef in seinem poem »Die Reise Petuschki« erzählte? Sehr guter Sowjetischer säuferroman, wahrscheinlich teils authentisch und teils frei erfunden. Karl May wurde beschimpft, weil seine erfundene geschichten als »reiseberichte« gelesen wurden.

Es geht nicht in ordnung, literarische geschichten, also erfundene, als »journalismus« zu verkaufen. Ebensowenig wie sich in sein alter ego dermaßen reinzusteigern, die erfundene jüdische verwandtschaft dann auch noch in der gedenkstätte Yad Vashem einzuschleusen. Aber Hingst den »Goldenen Blogger« aberkennen, weil ihre geschichten erfunden waren? Ich kenne das blog »Read on my dear, read on« nicht und kann die qualität der texte dort nicht beurteilen. Hat sie den preis nun für ihre schreibe oder für ihre angebliche Jüdischkeit bekommen?

Leider kenne ich nur diesen einen text von ihr (oben verlinkt), den fand ich unplausibel aber doch zumindest amüsant.

Dienstag, 4. Juni 2019

Diskriminierung! Unmöglich! Tamponsteuer

Wegen einer petition muß sich der Deutsche Bundestag nun mit einer steuer befassen, die es gar nicht gibt: »tamponsteuer«. Gemeint ist hier der normalmehrwertsteuersatz von 19%. Das sei systematische geschlechtsbezogene diskriminierung. Schließlich sei es kein luxus zu menstruieren und es stimmt sogar auffallend, daß frauen das müssen ob sie wollen oder nicht. Aber bartwuchs sucht sich auch niemand aus. Oder inkontinenz oder hyperhidrose.

Gerechterweise werden in diesem fall allerdings alle geschlechter inklusive der schwulen gleichermaßen diskriminiert. Denn hierzulande sind es nicht allein hygieneartikel, die von frauen benötigt werden, die zum normalmehrwertsteuersatz besteuert werden, sondern grundsätzlich alle hygieneartikel. Selbst banales zeug wie klopapier.

Die mehrwertsteuersätze von 19% und 7% haben nichts mit »luxus« und »dem, was man zum leben braucht« zu tun, es gibt (die merkwürdigen umsatzsteuersätze, die einem begegnen, wenn man sich auf das gebiet der agrarökonomie begibt, lasse ich hier unter den tisch fallen. Die sind für verbraucher eher nicht relevant) eben den vollen steuersatz und den ermäßigten steuersatz. Den ermäßigten satz auf bestimmte eßwaren - längst ausgenommen: sämtliche getränke außer leitungswasser, jedoch inklusive genußmitteln wie tee, kaffee, kakao, sofern es nicht um gesüßte fertigprodukte handelt. Und auf gewisse kulturgüter. Wenn man steuern sparen möchte, kann man schließlich für rückwärtige zwecke die zum ermäßigten steuersatz gekaufte tagespresse einer sinnvollen verwendung zuführen.

Schön ist es, daß ein besonders hippes unternehmen aus süddeutschland die urst angesagte werbeabgetur Scholz & Friends (bekannt für ihre werbestrategien für die INSM, welche unter anderem für eine »flat tax« eintritt. »Flat tax« finden die ultragerecht, denn es gibt einen steuersatz auf alles. Und damit würden nicht nur die tatsächlich armen ein problem bekommen, weil der preis für grundnahrungsmittel deutlich steigen würde, sondern auch einen großteil der relativ wohlhabenden, die glauben, daß das gut wäre, weil sie vergessen, daß dann auch ihre miete besteuert wird und sie keinerlei vorteil davon hätten. Ganz im gegenteil. Ende der randbemerkung.) anheuerte, um ein marketingkonzept für ihre überteuerten produkte zu erfinden.

Ein schmuckes buch zum ermäßigten steuersatz über die menstruation. Sowas braucht die tamponsuchende ganz gewiß, denn immerhin liegen 15 tampons bei. Zum ermäßigten steuersatz kosten auf diesem wege die 15 tampons schlappe 3€11.

Zum regelmehrwertsteuersatz bezahlt man im ganz normalen supermarkt für ein päck tampons aktuell 2€55 (incl. MwSt. 19%), allerdings enthält es anstatt 15 auch bloß 80 stück.

Das ist diskriminierung. Die halten ihr zielpublikum definitiv für doof.

Montag, 3. Juni 2019