»Wovon man nicht schweigen kann, darüber muß man reden.
Das ist meine meinung. Aber nicht die Wittgensteins.« (Mechthild Mühlstein)
- willkommen in der schlangengrube - (nachtrag ostern 2021)
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Samstag, 25. Dezember 2021
Samstag, 18. September 2021
Jetzt schon Wahlsieger: das Auto! | ZDF Magazin Royale
Die neue folge des ZDF Magazin Royale ist gar nicht schlecht.
Auch wenn das thema uralt ist. Und nicht nur, weil schon vor mehr als vierzig jahren über ein tempolimit auf autobahnen und mehr fahrradwege in den städten diskutiert wurde. Erich Mühsam schreib über die vielen autos bereits 1903:
Töff töff - Hurra!
Töff töff - Hurra!
»Puff puff puff und töff töff töff –
Kindsgeschrei und Hundsgekläff!
Durch die Linden rase, rase!
Patriotisch, mit Emphase!
Hurra, hurra! Ganz Berlin
stinkt nach Gummi und Benzin.
Holla, holla, Polizei!
Halte Platz und Straßen frei,
daß das Auto nicht mehr weichen
oder stolpern über Leichen
braucht, denn das gab erst Geschrei
und 'ne Straßenschweinerei.
Maul gehalten, Bürgersmann!
Was gehn dich die Autos an?
Schleunigst ran zu Huldigungen,
»Deutschland, Deutschland« mitgesungen!
Andernfalls fliegst du ins Loch.
Hurra, hurra – dreimal hoch!
Tutend, pustend kommt's gesaust,
Jubel und Begeist'rung braust.
Mütter krähen, Väter niesen:
Deutschlands Treue ist erwiesen.
Kindsgeplärr und Hundsgekläff –
Deutschland – hoch! hurra! töff töff!«
labels:
bemerkenswerte filme,
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Mittwoch, 8. September 2021
Ungeimpfte ausrotten!
Um das wehleidige geschwafel bei den Neurandlibellen angemessen zu bebildern:
![]() |
| Abbildung ähnlich |
Tatsächlich benötigt man dafür aber gar kein filetiermesser und ketchup schon gar nicht, sondern nur eine ganz kleine spritze. Oder besser: zwei.
Dienstag, 8. Juni 2021
Gsella am Dienstag
Frontex - vorgetragen von Martin Sonneborn.
Weitere gedichte gibt es hier: Mission Lifeline
Sonntag, 1. November 2020
Das coronalied
Ein lied vom Lumpenpack. Leider wieder aktuell:
Auszug aus dem text:
Wißt ihr noch als ›risikogruppe‹
noch ein treffen von brettspielern war?
Und bei manchen konzerten
war freiwillig keiner da.
Leute ihr könnt aufhören all das klopapier zu kaufen
so viel nudeln kann niemand hamstern, um das alles zu verbrauchen.
Der neue bitcoin heißt Barilla.
Wisch dir den arsch mit blattgold ab.
Ich bin das erste mal glücklich, daß ich kaum soziale kontakte hab.
Diese zeit hat mich verändert, sie hat was mit mir getan.
Habe richtig saubre hände und sympathien für Jens Spahn.
Die ganze welt hat jetzt corona
von Wuhan nach Barcelona
von New York bis Katmandu
nickt man sich nur freundlich zu.
Die ganze welt hat jetzt corona
von Moskau nach Pamplona
gibt man sich nicht mehr die hand
doch rückt irgendwie zusamm.
Wenn man selber dran erkrankt ist
geh nur raus mit gutem grund.
Wohnst Du zufällig in Erfurt,
küß’ Björn Höcke auf den mund!«
----
Im »lockdown light« laut zu singen.
Ach hätt ich mir doch den begriff »lockdown light« bei zeiten patentieren lassen - ich bin halt leider nicht geschäftstüchtig.
Wißt ihr noch als ›risikogruppe‹
noch ein treffen von brettspielern war?
Und bei manchen konzerten
war freiwillig keiner da.
Leute ihr könnt aufhören all das klopapier zu kaufen
so viel nudeln kann niemand hamstern, um das alles zu verbrauchen.
Der neue bitcoin heißt Barilla.
Wisch dir den arsch mit blattgold ab.
Ich bin das erste mal glücklich, daß ich kaum soziale kontakte hab.
Diese zeit hat mich verändert, sie hat was mit mir getan.
Habe richtig saubre hände und sympathien für Jens Spahn.
Die ganze welt hat jetzt corona
von Wuhan nach Barcelona
von New York bis Katmandu
nickt man sich nur freundlich zu.
Die ganze welt hat jetzt corona
von Moskau nach Pamplona
gibt man sich nicht mehr die hand
doch rückt irgendwie zusamm.
Wenn man selber dran erkrankt ist
geh nur raus mit gutem grund.
Wohnst Du zufällig in Erfurt,
küß’ Björn Höcke auf den mund!«
----
Im »lockdown light« laut zu singen.
Ach hätt ich mir doch den begriff »lockdown light« bei zeiten patentieren lassen - ich bin halt leider nicht geschäftstüchtig.
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Donnerstag, 24. September 2020
Anti-Spahn-Song
Ohne große worte:
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völlig bescheuert
Freitag, 29. November 2019
Tote Katzen im Wind
Tatsächlich gibt es Holger Oley, freunden der DDRindependentmusik als sänger der band »Die Zucht« bzw. »Die Art« und diverser nachwendeprojekte bekannt, heute 60 jahre. Die redaktion des 1€blogs gratuliert.
Der text klingt ziemlich nach Pratajev. Von Pratajev gefiel mir folgenes besonders gut:
»Im Herd ein Hund, knusprig gebacken.
Das Fell gemacht zu Kappen und Jacken,
Der Schwanz im Hause als Besen kehrt -
Hund, oh Hund. Du wirst von allen verehrt!«
Der text klingt ziemlich nach Pratajev. Von Pratajev gefiel mir folgenes besonders gut:
»Im Herd ein Hund, knusprig gebacken.
Das Fell gemacht zu Kappen und Jacken,
Der Schwanz im Hause als Besen kehrt -
Hund, oh Hund. Du wirst von allen verehrt!«
Sonntag, 1. September 2019
Zum Weltfriedenstag
80 jahre nach beginn des Zweiten Weltkriegs.
Erich Weinert 41/42
Die Wacht im Osten
Das Haar wächst uns zur Mähne,
Die Seife wird uns fremd.
Wir putzen keine Zähne
Und wechseln knapp das Hemd.
Verdreckt sind alle Kleider,
Oft bleibt der Magen leer.
Von Bier und Wein gibt’s leider
Auch keinen Tropfen mehr.
Doch dieser Herorismus
Hat auch besondren Reiz
Es schlägt der Rheumatismus
Fürs Vaterland aufs Kreiz.
Kein Dach und kein Gehäuse,
So geht’s im Schritt und Tritt.
Nur unsre braven Läuse
Marschieren wacker mit.
Doch wer im Schützengraben
Fürs Vaterland erfror,
den finden dann die Raben
Als frisches Eisbein vor.
So geht es ohne Pause
Rückwärts im Siegeslauf.
Und gehn wir nicht nach Hause,
so gehn wir alle drauf.
Erich Weinert 41/42
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Donnerstag, 29. August 2019
Der Teufel
von Georg Heym
Er wohnte damals unter Rummelsburch
In einem Gulli, als die Hitze hing
Vom Nordkap weiß bis an den Semmering,
Und das war schon ganz erheblich unten durch.
Er war rheumatisch, und den Alten fror.
Er drehte langsam den Rosenkranz.
Und um das goldne Horn der Höllenglanz.
Er kam uns merklich ausgeblichen vor.
»Ja meine Herrn«, er gab uns seine Hand,
»›Non serviam‹, das war. Und seinen Thron,
Bei Gott, ja damals hätt ich ihn verbrannt.
Doch eben ich war viel zu tolerant.
Jetzt bin ich nur noch eine Fiktion.«
Er bot uns noch Zigarren an, und verschwand.
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lesenswertes
Samstag, 3. August 2019
Deutsche zitronen - nicht bananen!
Europa
von Kurt Tucholsky
Am Rhein, da wächst ein süffiger Wein –
der darf aber nicht nach England hinein –
Buy British!
In Wien gibt es herrliche Torten und Kuchen,
die haben in Schweden nichts zu suchen –
Köp svenska varor!
In Italien verfaulen die Apfelsinen –
laßt die deutsche Landwirtschaft verdienen!
Deutsche, kauft deutsche Zitronen!
Und auf jedem Quadratkilometer Raum
träumt einer seinen völkischen Traum.
Und leise flüstert der Wind durch die Bäume ...
Räume sind Schäume.
Da liegt Europa. Wie sieht es aus?
Wie ein bunt angestrichnes Irrenhaus.
Die Nationen schuften auf Rekord:
Export! Export!
Die andern! Die andern sollen kaufen!
Die andern sollen die Weine saufen!
Die andern sollen die Schiffe heuern!
Die andern sollen die Kohlen verfeuern!
Wir?
Zollhaus, Grenzpfahl und Einfuhrschein:
wir lassen nicht das geringste herein.
Wir nicht. Wir haben ein Ideal:
Wir hungern. Aber streng national.
Fahnen und Hymnen an allen Ecken.
Europa? Europa soll doch verrecken!
Und wenn alles der Pleite entgegentreibt:
daß nur die Nation erhalten bleibt!
Menschen braucht es nicht mehr zu geben!
England! Polen! Italien muß leben!
Der Staat frißt uns auf. Ein Gespenst. Ein Begriff.
Der Staat, das ist ein Ding mitm Pfiff.
Das Ding ragt auf bis zu den Sternen –
von dem kann noch die Kirche was lernen.
Jeder soll kaufen. Niemand kann kaufen.
Es rauchen die völkischen Scheiterhaufen.
Es lodern die völkischen Opferfeuer:
Der Sinn des Lebens ist die Steuer!
Der Himmel sei unser Konkursverwalter!
Die Neuzeit tanzt als Mittelalter.
Die Nation ist das achte Sakrament –!
Gott segne diesen Kontinent.
Zitiert nach Tucholsky - »Gesammelte Werke 1932«, rororo 1975
Man könnte meinen, Tucholsky habe die AfD schon gekannt.
von Kurt Tucholsky
Am Rhein, da wächst ein süffiger Wein –
der darf aber nicht nach England hinein –
Buy British!
In Wien gibt es herrliche Torten und Kuchen,
die haben in Schweden nichts zu suchen –
Köp svenska varor!
In Italien verfaulen die Apfelsinen –
laßt die deutsche Landwirtschaft verdienen!
Deutsche, kauft deutsche Zitronen!
Und auf jedem Quadratkilometer Raum
träumt einer seinen völkischen Traum.
Und leise flüstert der Wind durch die Bäume ...
Räume sind Schäume.
Da liegt Europa. Wie sieht es aus?
Wie ein bunt angestrichnes Irrenhaus.
Die Nationen schuften auf Rekord:
Export! Export!
Die andern! Die andern sollen kaufen!
Die andern sollen die Weine saufen!
Die andern sollen die Schiffe heuern!
Die andern sollen die Kohlen verfeuern!
Wir?
Zollhaus, Grenzpfahl und Einfuhrschein:
wir lassen nicht das geringste herein.
Wir nicht. Wir haben ein Ideal:
Wir hungern. Aber streng national.
Fahnen und Hymnen an allen Ecken.
Europa? Europa soll doch verrecken!
Und wenn alles der Pleite entgegentreibt:
daß nur die Nation erhalten bleibt!
Menschen braucht es nicht mehr zu geben!
England! Polen! Italien muß leben!
Der Staat frißt uns auf. Ein Gespenst. Ein Begriff.
Der Staat, das ist ein Ding mitm Pfiff.
Das Ding ragt auf bis zu den Sternen –
von dem kann noch die Kirche was lernen.
Jeder soll kaufen. Niemand kann kaufen.
Es rauchen die völkischen Scheiterhaufen.
Es lodern die völkischen Opferfeuer:
Der Sinn des Lebens ist die Steuer!
Der Himmel sei unser Konkursverwalter!
Die Neuzeit tanzt als Mittelalter.
Die Nation ist das achte Sakrament –!
Gott segne diesen Kontinent.
Zitiert nach Tucholsky - »Gesammelte Werke 1932«, rororo 1975
Man könnte meinen, Tucholsky habe die AfD schon gekannt.
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Mittwoch, 6. Februar 2019
Töff töff – Hurra!
Ein beitrag zur diskussion ums tempolimit:
Das könnte glatt aus dem jahr 2019 stammen, wurde aber tatsächlich schon 1903 geschrieben. Und zwar von Erich Mühsam.
»Puff puff puff und töff töff töff –
Kindsgeschrei und Hundsgekläff!
Durch die Linden rase, rase!
Patriotisch, mit Emphase!
Hurra, hurra! Ganz Berlin
stinkt nach Gummi und Benzin.
Holla, holla, Polizei!
Halte Platz und Straßen frei,
daß das Auto nicht mehr weichen
oder stolpern über Leichen
braucht, denn das gab erst Geschrei
und 'ne Straßenschweinerei.
Maul gehalten, Bürgersmann!
Was gehn dich die Autos an?
Schleunigst ran zu Huldigungen,
»Deutschland, Deutschland« mitgesungen!
Andernfalls fliegst du ins Loch.
Hurra, hurra – dreimal hoch!
Tutend, pustend kommt's gesaust,
Jubel und Begeist'rung braust.
Mütter krähen, Väter niesen:
Deutschlands Treue ist erwiesen.
Kindsgeplärr und Hundsgekläff –
Deutschland – hoch! hurra! töff töff!«
Das könnte glatt aus dem jahr 2019 stammen, wurde aber tatsächlich schon 1903 geschrieben. Und zwar von Erich Mühsam.
Mittwoch, 17. Oktober 2018
Nänie an einen toten pflaumenbaum
ritz ratz ritz ratz
ritz ratz ritz ratz
ritz ratz ritz ratz
ritz ratz ritz ratz
ritz ratz ritz ratz
ritz ritz ratz ratz
ritz ratz ritz ratz
ritz ratz ritz ratz
ratz ritz ratz ritz
ritz ratz ritz ratz
ritz ritz ratz ratz
ritz ratz ritz ratz
ratz ratz ritz ratz
ritz ratz ritz ratz
ritz ratz ritz ratz
grrr! bloink! bumm!
Bei Brecht heißt es über den pflaumenbaum:
»Weil er nie eine Pflaume hat.
Doch er ist ein Pflaumenbaum:
Man kennt es an dem Blatt.«
Dieser pflaumenbaum hatte mehr pflaumen als verwertbar waren. Aber diesen ätzenden scheißsommer hat er leider nicht überlebt.
Das macht mich jetzt ganz traurig.
Das macht mich jetzt ganz traurig.
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Sonntag, 20. Mai 2018
In diesem sinn
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nach unten,
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Freitag, 6. April 2018
Der Gesang der Vegetarier
Ein alkoholfreies Trinklied
(Melodie »Immer langsam voran«)
140 jahre Erich Mühsam (6. april 1878 - 10. juli 1934)
Nachtrag: ab mitternacht kommt auf DLFkultur eine »lange nacht« über Erich Mühsam - Liebe und Anarchie
(Melodie »Immer langsam voran«)
Wir essen Salat, ja wir essen Salat
Und essen Gemüse von früh bis spat.
Auch Früchte gehören zu unsrer Diät.
Was sonst noch wächst, wird alles verschmäht.
Wir essen Salat, ja wir essen Salat
Und essen Gemüse von früh bis spat.
Wir sonnen den Leib, ja wir sonnen den Leib,
Das ist unser einziger Zeitvertreib.
Doch manchmal spaddeln wir auch im Teich,
Das kräftigt den Körper und wäscht ihn zugleich
Wir sonnen den Leib und wir baden den Leib,
Das ist unser einziger Zeitvertreib.
Wir hassen das Fleisch, ja wir hassen das Fleisch
und die Milch und die Eier und lieben keusch.
Die Leichenfresser sind dumm und roh,
Das Schweinevieh – das ist ebenso.
Wir hassen das Fleisch, ja wir hassen das Fleisch
und die Milch und die Eier und lieben keusch.
Wir trinken keinen Sprit, nein wir trinken keinen Sprit,
Denn der wirkt verderblich auf das Gemüt.
Gemüse und Früchte sind flüssig genug,
Drum trinken wir nichts und sind doch sehr klug.
Wir trinken keinen Sprit, nein wir trinken keinen Sprit,
Denn der wirkt verderblich auf das Gemüt.
Wir rauchen nicht Taback, nein wir rauchen nicht Taback,
Das tut nur das scheussliche Sündenpack.
Wir setzen uns lieber auf das Gesäss
Und leben gesund und naturgemäss.
Wir rauchen nicht Taback, nein wir rauchen nicht Taback,
Das tut nur das scheussliche Sündenpack.
Wir essen Salat, ja wir essen Salat
Und essen Gemüse von früh bis spat.
Und schimpft ihr den Vegetarier einen Tropf,
So schmeissen wir euch eine Walnuss an den Kopf.
Wir essen Salat, ja wir essen Salat
Und essen Gemüse von früh bis spat.
140 jahre Erich Mühsam (6. april 1878 - 10. juli 1934)
Nachtrag: ab mitternacht kommt auf DLFkultur eine »lange nacht« über Erich Mühsam - Liebe und Anarchie
Mittwoch, 21. Februar 2018
170 jahre Manifest der Kommunistischen Partei
Am 21. februar 1848 wurde das Kommunistische Manifest zum ersten mal veröffentlicht.
Dazu natürlich musik:
Das Kommunistische Manifest, op. 82 (1932, nach Marx / Engels) für Soli, Chöre und Bläser (WV 100) von Erwin Schulhoff
Vor zwanzig jahren schrieb Thomas Gsella folgendes:
Dazu natürlich musik:
Das Kommunistische Manifest, op. 82 (1932, nach Marx / Engels) für Soli, Chöre und Bläser (WV 100) von Erwin Schulhoff
Vor zwanzig jahren schrieb Thomas Gsella folgendes:
1998: 150 Jahre Manifest der Kommunistischen Partei
Hundertfünfzig! Hoch die Tasse!
Keine Schrift ist heiliger,
klüger und kurzweiliger!
Keine hat wie sie der Masse
aufgezeigt, daß man die Schweine
(sei's per Galgen, sei's per Schuß)
aus dem Wege räumen muß.
Leider ist die Masse keine.
Masse! Werde Besserwisser!
Steh nicht länger dumm herum!
Köpf die Ärsche! Pfähl die Pisser!
Säbel ihre Knechte um!
Andernfalls muß all die Sachen
wieder mal der Gsella machen
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Freitag, 19. Januar 2018
In memoriam
von Thomas Gsella
Der war nie jung, der das nicht kennt:
Bekifft ist’s gut besaufen,
doch hat man leider voll verpennt,
noch Blättchen einzukaufen.
Der war nie jung, der diesen Scheiß
nie machte (blau, versteht sich):
Zwar ist ein gutes Blättchen weiß,
doch auch druckschwarzes dreht sich.
Heute wird Thomas Gsella, der ehemalige chefredakteur des satiremagazins Titanic, 60 jahre alt, die redaktion des 1€blog gratuliert - also hundertfünfzig, hoch die tasse ... das ist aber aus einem anderen gedicht, das vielleicht zu einem anderen anlaß zitiert werden wird.
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Nachtrag über einen, der diese woche 70 wurde:
Der war nie jung, der das nicht kennt:
Bekifft ist’s gut besaufen,
doch hat man leider voll verpennt,
noch Blättchen einzukaufen.
Der war nie jung, der diesen Scheiß
nie machte (blau, versteht sich):
Zwar ist ein gutes Blättchen weiß,
doch auch druckschwarzes dreht sich.
Heute wird Thomas Gsella, der ehemalige chefredakteur des satiremagazins Titanic, 60 jahre alt, die redaktion des 1€blog gratuliert - also hundertfünfzig, hoch die tasse ... das ist aber aus einem anderen gedicht, das vielleicht zu einem anderen anlaß zitiert werden wird.
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Nachtrag über einen, der diese woche 70 wurde:
Dienstag, 12. Dezember 2017
Aluminiumfarbene Aluminiumehrennadel an der Goldenen Impfspritze
In diesem jahr vergibt das 1€blog einmalig den ausschließlich im feinstofflichen existierenden ehrenpreis »Aluminumfarbene Aluminiumehrennadel an der Goldenen Impfspritze.«
Die juri hat ausgiebig diskutiert und sich einstimmig für besonders große lyrik entschieden:
Gewonnen hat DIE BANDBREITE mit ihrem text »Bitte impft sie nicht!«
Wer mag, kann sich das video hier ansehen, denn aus respekt vor diesem grandiosen werk, binde ich es hier nicht ein.
Damit alle wissen, worum es geht, habe ich den text mitgeschrieben. Denn erst beim lesen bemerkt man die wahre größe des textes:
Auf den gesamten text mag ich nicht eingehen, aber wenigstens auf ein paar ausgesucht schöne stellen. Schließlich weiß ich texte zu schätzen in denen große sauereien entlarvt werden. »das RKI und deine ärzte sind nicht ehrlich/autismus und epilepsie die folgen schwerlich«. Das mit dem autismus geht sicherlich auf die längst widerlegte Wakefield studie zurück, die der britische arzt Andrew Wakefield 1998 in der zeitschrift The Lancet veröffentlichte, die aber längst zurückgezogen wurde und der arzt wegen dieser angelegenheit berufsverbot bekam, weil er offenbar geld von den anwälten angenommen hatte, die eltern autistischer kinder vertraten. Daß impfungen epilepsie auslösen könnten, habe ich noch nie gehört. Jedoch können beispielsweise masern hirnschädigungen zur folge haben, die ein derartiges krampfleiden auslösen, insofern kann eine maserimpfung dieser form von epilepsie sogar vorbeugen.
»Sogar auf dem beipackzettel steht daß dat gefährlich ist«. DIE BANDBREITE leistet hier ganz große aufklärungsarbeit: die pharmaindustrie lügt, gibt interessanter weise aber faltblätter und beipackzettel heraus, wo man sich über die risiken und nebenwirkungen der impfungen informieren kann. Da hat echt mal wer was aufgedeckt: etwas streng geheimes, das in beipackzetteln längst erwähnt wird, das ist voll investigativ. Ärzte sind bekanntermaßen meist so typen, die sich als analphabeten durchs studium mogeln und deshalb nicht wissen, was in faltblättern oder beipackzetteln steht. Und erst so hip-hop-heinis aus Duisburg müssen aufdecken, daß ärzte nicht lesen können und von medizin keinen blassen dunst haben.
»die geimpften kinder sind genau so oft betroffen/wie die kinder die frei sind von impfstoffen/wat muß ich noch tun damit ihrs endlich glaubt?« Auf eine einfache frage gehört eine einfache antwort: beweise liefern. Wenn die geimpften kinder genau so betroffen sind: warum sind die pocken ausgerottet? Möcht ich gern mal wissen. Warum gibt es auf dem Amerikanischen kontinent, wo konsequent gegen masern geimpft wurde, keine masern mehr? Und warum tritt polio heutzutage nur in regionen auf, in denen nicht ausreichend dagegen geimpft wird? Das sind fragen, die leicht zu beantworten wären, wenn die geimpften kinder genau so oft von diesen krankheiten befallen würden.
Und natürlich darf der gastauftritt des »lieben gottes« nicht fehlen: »ob der liebe gott doch sich da wat bei gedacht hat grad die krankheit als symbol hilft und und dich damit zur acht mahnt grad den kleinen helfen kinderkrankheiten sich an durchgemachter krankheit physisch-geistig zu entfalten«. Wenn ein kind an polio erkrankt und nach durchgemachter krankheit deformierte knochen hat, ist das eine ganz prima hilfe zur entfaltung. Zum glück sind impfstoffe menschengemacht und keine »himmelsgeschenke« dieser art, »sei der natur nicht feindlich« ist auch bloß wieder eine form der verklärung, daß das menschengemachte »böse« und die natur von sich aus »gut« sei. So sieht die welt nicht aus.
DIE BANDBREITE sind so zwei typen: Torben Eckhoff alias DJ Torben und dem sänger und songwriter Marcel Wojnarowicz, der sich auch »Wojna« nennt. Hach, wie lustig, wojna ist das Polnische wort für »krieg«.
Jener sich »Wojna« nennende trat 2009 als direktkandidat für die Willi-Weise-Bewegung an. Eher rechtsradikale bewegung mit zinskritischem blödsinn.
Im wahlkampf 2017 hat DIE BANDBREITE die rechte kleinpartei »Deutsche Mitte« unterstützt. Das war der wahlverein des Christoph Hörstel, bei dem ein gewisser Hans Tolzin gesundheitspolitischer sprecher war (oder noch ist).
In anderen songtexten verbreitet DIE BANDBREITE die rechtsradikale urbane legende, daß ausländer Deutschen ins essen wixen, freunde des romantischen liebesliedes kommen natürlich auch auf ihre kosten. Und es gibt auch einen freundlichen text mit vorurteilen über h4empfänger
Diese texte kann man kaum beschönigend als »querfront« bezeichnen, das ist stramm rechts.
Wer es sich nicht verkneifen möchte, kann DIE BANDBREITE in Berlin am kommenden donnerstag live bei der verleihung des sogenannten »Kölner Karlspreises« im kino Babylon in Berlin erleben.
Da wächst dann vermutlich zusammen, was zusammen gehört.
Die juri hat ausgiebig diskutiert und sich einstimmig für besonders große lyrik entschieden:
Gewonnen hat DIE BANDBREITE mit ihrem text »Bitte impft sie nicht!«
Wer mag, kann sich das video hier ansehen, denn aus respekt vor diesem grandiosen werk, binde ich es hier nicht ein.
Damit alle wissen, worum es geht, habe ich den text mitgeschrieben. Denn erst beim lesen bemerkt man die wahre größe des textes:
»Hallo Ihr zwei, weil ihr grad mama und papa seidWirklich großartiger text. Ist schließlich gut, wenn man erst mal »bitte« sagt. Ich bin immer noch begeistert von diesem text, andere jurimitglieder haben das nicht so positiv bewertet und kommentierten »ist dieser scheißsong eigentlich immer noch nicht zu ende?«, »das ekligste, was ich je gehört habe« oder »so eine ladung geballten bullenscheiß muß man sich erst einmal zusammenreimen.« Ja, genau, so etwas muß man erst einmal hinkriegen - ohne scheiß kein preis - denn dafür wird sie doch verliehen, die Aluminiumfarbene Aluminiumehrennadel an der Goldenen Impfspritze.
hab ich mich hingesetzt, dat ich euch ein paar zeilen schreib
ich hab ja selber zwei ganz wunderbare kinder
sie hatten masern, röteln, mumps, wat gar nich schlimm war
doch hört man immer, dat kinderkrankheiten,
als seis der teufel nach dem leben der kleinen greifen.
vargeßt den streifen, denn die angst soll euch begleiten.
Sie wolln euch dazu kriegen zu vaxxinen zu greifen
am besten gleich noch im babyalter
mit trägerstoffen aus schwermetall, ja.
fragst du den arzt, da weiß er nich, was steht im faltblatt,
dat weiß er nich, da zuckt er mit den achseln
und sacht dat geht auf jeden fall klar.
All das zeigt, wie das ist wenn man sich verleiten
steht ihr dann ganz alleine irgendwann vor der entscheidung
und weil dann meistens niemand mehr einen plan hat
drum erzähl ich von erfahrungen
bewahr euch vor dem drama
refrain:
bitte, bitte impft sie nicht
verabreicht ihnen nicht das gift
spielt nicht mit ihrer zukunft
bitte, impft die kinder nicht
nein!
denn dieser ablaßhandel ist gefährlich
das RKI und deine ärzte sind nicht ehrlich
autismus und epilepsie die folgen schwerlich
für die pharmaindustrie sind eure kinder so entbehrlich
sogar auf dem beipackzettel steht daß dat gefährlich ist, doch hat Dein doc den leider nicht gelesen, wenn er ehrlich ist
inhaltsstoff formaldehyd ein schwerwiegendes nervengift
alluminium hydroxyd gegen dat deine immunabwehr wehrlos ist
ohne dieses gift gäbe es den titer nicht
kein antigen entsteht, wenn man nur die viren spritzt
dieser witz offenbart sich später in statistiken
denn was steht nach nem maserausbruch später in den listen drin?
die geimpften kinder sind genau so oft betroffen
wie die kinder die frei sind von impfstoffen
wat muß ich noch tun damit ihrs endlich glaubt?
eine krankheit die kommen will, hält die impfung niemals auf
der bessere verlauf
ja da pochen sie drauf
und alle drucken es
denn sie haben die presse gekauft
bitte, glaubt ihnen nicht
ein wort dat sie reden
sie vergiften eure kinder, machen damit noch moneten
refrain:
bitte, bitte impft sie nicht
verabreicht ihnen nicht das gift
spielt nicht mit ihrer zukunft
bitte, impft die kinder nicht
nein!
Denn dieser ablaßhandel ist gefährlich
das RKI und deine ärzte sind nicht ehrlich
autismus und epilepsie die folgen schwerlich
für die pharmaindustrie sind eure kinder so entbehrlich
ich weiß, dat wat ich hier erzähle dat schockt
doch für krankheiten, die kommen wollen, gibt es keinen stopknopp
ob der liebe gott doch sich da wat bei gedacht hat
grad die krankheit als symbol hilft und und dich damit zur acht mahnt
grad den kleinen helfen kinderkrankheiten
sich an durchgemachter krankheit physisch-geistig zu entfalten
ihr müßt begreifen wat damit gemeint ist
Wenn ich sage senk dat fieber nicht, weil fieber nicht Dein feind ist
Wir sind uns einig: vielen fehlt die weitsicht
zu erkennen daß die welt genial designed statt hundsgemein ist
und darum mein ich: sei der natur nicht feindlich
gegenüber eingestellt und seid offen für nen einblick
lang braucht die einsicht
Komm bitte nicht mit (?)
impfen ist ein aberglaube
nur ein paar jahre später
danken euch die kinder durch(?)
darum schick sie in die wüste, diese pharmavertreter
Refrain:
bitte, bitte impft sie nicht
verabreicht ihnen nicht das gift
spielt nicht mit ihrer zukunft
bitte, impft die kinder nicht
nein!
denn dieser ablaßhandel ist gefährlich
das RKI und deine ärzte sind nicht ehrlich
autismus und epilepsie die folgen schwerlich
Für die pharmaindustrie sind eure kinder so entbehrlich
...
Es sitzen schwerverbrecher am RKI und bei Paul Ehrlich«
Auf den gesamten text mag ich nicht eingehen, aber wenigstens auf ein paar ausgesucht schöne stellen. Schließlich weiß ich texte zu schätzen in denen große sauereien entlarvt werden. »das RKI und deine ärzte sind nicht ehrlich/autismus und epilepsie die folgen schwerlich«. Das mit dem autismus geht sicherlich auf die längst widerlegte Wakefield studie zurück, die der britische arzt Andrew Wakefield 1998 in der zeitschrift The Lancet veröffentlichte, die aber längst zurückgezogen wurde und der arzt wegen dieser angelegenheit berufsverbot bekam, weil er offenbar geld von den anwälten angenommen hatte, die eltern autistischer kinder vertraten. Daß impfungen epilepsie auslösen könnten, habe ich noch nie gehört. Jedoch können beispielsweise masern hirnschädigungen zur folge haben, die ein derartiges krampfleiden auslösen, insofern kann eine maserimpfung dieser form von epilepsie sogar vorbeugen.
»Sogar auf dem beipackzettel steht daß dat gefährlich ist«. DIE BANDBREITE leistet hier ganz große aufklärungsarbeit: die pharmaindustrie lügt, gibt interessanter weise aber faltblätter und beipackzettel heraus, wo man sich über die risiken und nebenwirkungen der impfungen informieren kann. Da hat echt mal wer was aufgedeckt: etwas streng geheimes, das in beipackzetteln längst erwähnt wird, das ist voll investigativ. Ärzte sind bekanntermaßen meist so typen, die sich als analphabeten durchs studium mogeln und deshalb nicht wissen, was in faltblättern oder beipackzetteln steht. Und erst so hip-hop-heinis aus Duisburg müssen aufdecken, daß ärzte nicht lesen können und von medizin keinen blassen dunst haben.
»die geimpften kinder sind genau so oft betroffen/wie die kinder die frei sind von impfstoffen/wat muß ich noch tun damit ihrs endlich glaubt?« Auf eine einfache frage gehört eine einfache antwort: beweise liefern. Wenn die geimpften kinder genau so betroffen sind: warum sind die pocken ausgerottet? Möcht ich gern mal wissen. Warum gibt es auf dem Amerikanischen kontinent, wo konsequent gegen masern geimpft wurde, keine masern mehr? Und warum tritt polio heutzutage nur in regionen auf, in denen nicht ausreichend dagegen geimpft wird? Das sind fragen, die leicht zu beantworten wären, wenn die geimpften kinder genau so oft von diesen krankheiten befallen würden.
Und natürlich darf der gastauftritt des »lieben gottes« nicht fehlen: »ob der liebe gott doch sich da wat bei gedacht hat grad die krankheit als symbol hilft und und dich damit zur acht mahnt grad den kleinen helfen kinderkrankheiten sich an durchgemachter krankheit physisch-geistig zu entfalten«. Wenn ein kind an polio erkrankt und nach durchgemachter krankheit deformierte knochen hat, ist das eine ganz prima hilfe zur entfaltung. Zum glück sind impfstoffe menschengemacht und keine »himmelsgeschenke« dieser art, »sei der natur nicht feindlich« ist auch bloß wieder eine form der verklärung, daß das menschengemachte »böse« und die natur von sich aus »gut« sei. So sieht die welt nicht aus.
DIE BANDBREITE sind so zwei typen: Torben Eckhoff alias DJ Torben und dem sänger und songwriter Marcel Wojnarowicz, der sich auch »Wojna« nennt. Hach, wie lustig, wojna ist das Polnische wort für »krieg«.
Jener sich »Wojna« nennende trat 2009 als direktkandidat für die Willi-Weise-Bewegung an. Eher rechtsradikale bewegung mit zinskritischem blödsinn.
Im wahlkampf 2017 hat DIE BANDBREITE die rechte kleinpartei »Deutsche Mitte« unterstützt. Das war der wahlverein des Christoph Hörstel, bei dem ein gewisser Hans Tolzin gesundheitspolitischer sprecher war (oder noch ist).
In anderen songtexten verbreitet DIE BANDBREITE die rechtsradikale urbane legende, daß ausländer Deutschen ins essen wixen, freunde des romantischen liebesliedes kommen natürlich auch auf ihre kosten. Und es gibt auch einen freundlichen text mit vorurteilen über h4empfänger
Zitat:»Dein Gelaber macht mich aggro, ich steck den Kopp ins Klo.«Oh, hoffentlich. Spülung bitte nicht vergessen. Wenn der braune mist sich einfach selbst im klo runterspülte, wäre womöglich schon einiges gewonnen.
Diese texte kann man kaum beschönigend als »querfront« bezeichnen, das ist stramm rechts.
Wer es sich nicht verkneifen möchte, kann DIE BANDBREITE in Berlin am kommenden donnerstag live bei der verleihung des sogenannten »Kölner Karlspreises« im kino Babylon in Berlin erleben.
Da wächst dann vermutlich zusammen, was zusammen gehört.
labels:
berlin,
BRD,
eso,
faschismus,
gereimtes,
köln,
lockende irrtümer,
nerviges,
schmierige scheiße,
verarschismus,
zirkus sarrazyni
Freitag, 24. November 2017
Rosen auf den Weg gestreut
»Ihr müßt sie lieb und nett behandeln,
erschreckt sie nicht – sie sind so zart!
Ihr müßt mit Palmen sie umwandeln,
getreulich ihrer Eigenart!
Pfeift euerm Hunde, wenn er kläfft –:
Küßt die Faschisten, wo ihr sie trefft!
Wenn sie in ihren Sälen hetzen,
sagt: »Ja und Amen – aber gern!
Hier habt ihr mich – schlagt mich in Fetzen!«
Und prügeln sie, so lobt den Herrn.
Denn Prügeln ist doch ihr Geschäft!
Küßt die Faschisten, wo ihr sie trefft.
Und schießen sie –: du lieber Himmel,
schätzt ihr das Leben so hoch ein?
Das ist ein Pazifisten-Fimmel!
Wer möchte nicht gern Opfer sein?
Nennt sie: die süßen Schnuckerchen,
gebt ihnen Bonbons und Zuckerchen ...
Und verspürt ihr auch
in euerm Bauch
den Hitler-Dolch, tief, bis zum Heft –:
Küßt die Faschisten, küßt die Faschisten,
küßt die Faschisten, wo ihr sie trefft –!«
Theobald Tiger
Die Weltbühne, 31.03.1931, Nr. 13
Samstag, 28. Oktober 2017
avenidas ... und der verlust von verstand
avenidas
avenidas y flores
flores
flores y mujeres
avenidas
avenidas y mujeres
avenidas y flores y mujeres y
un admirador«
eugen gomringer
Alice Salomon Poetik Preis 2011
Ins Deutsche übertragen bedeutet das:
alleen
alleen und blumen
blumen
blumen und frauen
alleen
alleen und frauen
alleen und blumen und frauen und
ein bewunderer
Dieses gedicht des Bolivianisch-Schweizerischen dichters Eugen Gomringer, das als beginn der Konkreten Poesie gilt, steht seit dem jahr 2011 an einer fensterlosen außenwand der Alice-Salomon-Hochschule in Hellersdorf.
Fünf jahre lang hat sich niemand daran gestört, bis es 2016 von seiner wand herabstieg und die studentinnen unsittlich berührte. In einem offenen brief vom april 2016 forderte der AStA die entfernung des gedichts. Das ganze ging in den letzten tagen noch einmal durch die medien, weil das rektorat der hochschule beschlossen hat, bis ende oktober neugestaltungsvorschläge anzunehmen und im november über eine eventuelle neugestaltung abzustimmen.
Für mich war das ein grund, mir wenigstens den offenen brief anzuschauen. Unter anderem heißt es darin:
Die u-bahn-station Hellersdorf ist tatsächlich mit 41 gewaltdelikten im jahr 2016 die gefährlichste in den Berliner außenbezirken. Aber mit sicherheit nicht, weil man vom bahnsteig aus Gomringers gedicht (auf Spanisch) lesen kann.
Das gedicht soll weg, das problem mit der gewaltkriminalität darf bleiben. Auf die idee, daß man mit der BVG und dem senat reden müßte, um ein konzept zu entwickeln, daß sich studentinnen in der gegend um die ASH sicher fühlen, kommen die nicht.
Wäre zu viel verlangt, wenn zukünftige sozialarbeiter, erzieher und was die studierenden der ASH so alles einmal werden wollen, sich gedanken um lösungen für soziale brennpunkte in ihrem direkten umfeld machen müßten.
avenidas y flores
flores
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avenidas
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un admirador«
eugen gomringer
Alice Salomon Poetik Preis 2011
Ins Deutsche übertragen bedeutet das:
alleen
alleen und blumen
blumen
blumen und frauen
alleen
alleen und frauen
alleen und blumen und frauen und
ein bewunderer
Dieses gedicht des Bolivianisch-Schweizerischen dichters Eugen Gomringer, das als beginn der Konkreten Poesie gilt, steht seit dem jahr 2011 an einer fensterlosen außenwand der Alice-Salomon-Hochschule in Hellersdorf.
Fünf jahre lang hat sich niemand daran gestört, bis es 2016 von seiner wand herabstieg und die studentinnen unsittlich berührte. In einem offenen brief vom april 2016 forderte der AStA die entfernung des gedichts. Das ganze ging in den letzten tagen noch einmal durch die medien, weil das rektorat der hochschule beschlossen hat, bis ende oktober neugestaltungsvorschläge anzunehmen und im november über eine eventuelle neugestaltung abzustimmen.
Für mich war das ein grund, mir wenigstens den offenen brief anzuschauen. Unter anderem heißt es darin:
Zitat: »Zwar beschreibt Gomringer in seinem Gedicht keineswegs Übergriffe oder sexualisierte Kommentare und doch erinnert es unangenehm daran, dass wir uns als Frauen* nicht in die Öffentlichkeit begeben können, ohne für unser körperliches „Frau*-Sein“ bewundert zu werden. Eine Bewunderung, die häufig unangenehm ist, die zu Angst vor Übergriffen und das konkrete Erleben solcher führt.Und da frage ich mich ganz ehrlich, ob die beim AStA der ASH eigentlich noch alle fliesen an der wand haben: das gedicht soll verschwinden, weil frauen sich im u-bahnhof und auf dem platz vor der uni nicht sicher fühlen.
Die U-Bahn-Station Hellersdorf und der Alice-Salomon-Platz sind vor allem zu späterer Stunde sehr männlich dominierte Orte, an denen Frauen* sich nicht immer wohl fühlen können. Dieses Gedicht dabei anzuschauen wirkt wie eine Farce und eine Erinnerung daran, dass objektivierende und potentiell übergriffige und sexualisierende Blicke überall sein können.
Eine Entfernung oder Ersetzung des Gedichtes wird an unserem Sicherheitsgefühl nichts ändern. Dennoch wäre es ein Fortschritt in die Richtung, dass es unsere Degradierung zu bewunderungswürdigen Objekten im öffentlichen Raum, die uns Angst macht, nicht auch noch in exakt solchen Momenten poetisch würdigen würde.«
Die u-bahn-station Hellersdorf ist tatsächlich mit 41 gewaltdelikten im jahr 2016 die gefährlichste in den Berliner außenbezirken. Aber mit sicherheit nicht, weil man vom bahnsteig aus Gomringers gedicht (auf Spanisch) lesen kann.
Das gedicht soll weg, das problem mit der gewaltkriminalität darf bleiben. Auf die idee, daß man mit der BVG und dem senat reden müßte, um ein konzept zu entwickeln, daß sich studentinnen in der gegend um die ASH sicher fühlen, kommen die nicht.
Wäre zu viel verlangt, wenn zukünftige sozialarbeiter, erzieher und was die studierenden der ASH so alles einmal werden wollen, sich gedanken um lösungen für soziale brennpunkte in ihrem direkten umfeld machen müßten.
labels:
berlin,
BRD,
gereimtes,
hinweis,
kapitalismus,
lockende irrtümer,
schland,
schmierige scheiße,
verarschismus
Freitag, 6. Januar 2017
Ein Limerick
Als ich anfang des jahres über die meldung stolperte, daß prof. Calvin Coffey von der Univesity of Limerick ein bisher unbekanntes organ im menschlichen körper entdeckt hat, war mein erster gedanke »da hat offenbar jemand zu viel Irish Coffey... pardon, Coffee getrunken«. Ich hielt das für eine ente, weil ich dachte, daß die anatomie des menschlichen körpers vergleichsweise gut erforscht ist. Und selbst menschen, die darüber so viel mehr wissen als ich, ist das offenbar seit sehr langer zeit nicht aufgefallen.
Und dann auch noch Limerick, die stadt an die man denkt, wenn man einen unbeholfenen aber scherzhaften schweinreim schreiben will:
Es war ein doktor aus Limerick,
der fand das forschen gar sehr schick.
Wir sind ihm nicht böse
im bauch ist gekröse.
Entdeckt von dem forscher aus Limerick.
Was besseres ist mir spontan dazu nicht eingefallen. Vielleicht fällt dazu irgendeinem leser ein besserer schlechter reim ein. Das kam halt ohne groß zu denken aus dem bauch oder womöglich dem gekröse, von dem ich bisher leider nichts geahnt hatte.
Und dann auch noch Limerick, die stadt an die man denkt, wenn man einen unbeholfenen aber scherzhaften schweinreim schreiben will:
Es war ein doktor aus Limerick,
der fand das forschen gar sehr schick.
Wir sind ihm nicht böse
im bauch ist gekröse.
Entdeckt von dem forscher aus Limerick.
Was besseres ist mir spontan dazu nicht eingefallen. Vielleicht fällt dazu irgendeinem leser ein besserer schlechter reim ein. Das kam halt ohne groß zu denken aus dem bauch oder womöglich dem gekröse, von dem ich bisher leider nichts geahnt hatte.
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