Donnerstag, 4. Juli 2013

Hohzenklotz

Das letzte Hohenzollerschloß, das vor A. Merkel erbaut wurde, ist das Schloß Cecilienhof in Potsdam im Neuen Garten.
panorama
Cecilienhof Potsdam
Erbaut wurde es von 1914 bis 1917 für kronprinz Wilhelm und kronprinzessin Cecilie. Monarchieromantiker sind der auffassung, daß es zu bescheiden wirke, da es im stil britischer landhäuser erbaut ist und deshalb gar kein »richtiges schloß« sei. Ehrlich ein bescheidenens häuschen.
Cecilienhof Potsdam
Cecilienhof Potsdam
Es hat nur 176 zimmer kostete rund acht millionen goldmark. In einer zeit als kriegsbedingt patriotische bürger dazu aufgerufen waren, ihre schmiedeeisernen gartenzäune zu spenden und die proletarier ihre goldenen eheringe für kaiser und vaterland herzugeben. Während das volk im schützengraben oder des hungers starb, richtete sich das kronprinzenpaar hier stilvoll ein. Nach abschaffung der monarchie konnten sie hier bis 1945 unbehelligt leben.
Cecilienhof Potsdam
Cecilienhof Potsdam
1945 kam das schloß unter sowjetische verwaltung, aus dieser zeit stammt der stern aus roten geranien (bild 1), der von sowjetsoldaten angelegt wurde und seit dem jedes jahr so bepflanzt wird.

Mitte juli bis anfang august 1945 fand hier die Potsdamer Konferenz statt, sie endete im Potsdamer Abkommen, in welchem die politischen grundsätze für die besetzung des Deutschen Reichs beschlossen wurden: denazifizierung, demilitarisierung, demokratisierung, dezentralisierung und demontage.

Wie es aussieht, ist bis heute nichts davon durchgesetzt. Stattdessen bekommt das volk einen weiteren, überflüssigen königskasten vor vor die nase gesetzt, auch wenn es gar keinen kaiser mehr gibt. Es reicht völlig »eine demokratische entscheidung« an den bauzaun zu pinseln auch wenn eine repräsentative INFAS-umfrage aus dem herbst 1993 ergeben hatte, daß 98 % der Ostberliner, 56 % der Westberliner (Gesamt-Berlin 71 %) für den erhalt des palastes waren, für den aufbau des stadtschlosses hingegen waren nur 2 % der Ostberliner, 33 % der Westberliner (Gesamt-Berlin 21 %).

Viel scheint sich in den vergangenen hundert jahren nicht geändert zu haben.

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