Leider hat die DDR in den vierzig jahren ihres bestehens nur drei sciencefictionfilme hervorgebracht. Die produktionskosten waren für dies genre leider sehr hoch, obgleich einige szenen auf der erde nicht auf Galapagos, sondern an der Bulgarischen schwarzmeerküste gedreht wurden. Im film sind Manfred Krug und Carmen-Maja Antoni nicht zu sehen. Aber immerhin zu hören.
Bevor ich anfange, den film nachzuerzählen, empfehle ich, ihn selbst anzuschauen:
Das beste, das je in einem scienfictionfilm gesagt wurde, ist vermutlich folgendes:
»Ist doch komisch. Da ziehe ich nun los, ’ne neue zivilisation suchen. Mit zerrissenen socken.«
»Wovon man nicht schweigen kann, darüber muß man reden.
Das ist meine meinung. Aber nicht die Wittgensteins.« (Mechthild Mühlstein)
- willkommen in der schlangengrube - (nachtrag ostern 2021)
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Sonntag, 24. Januar 2021
Mittwoch, 20. Januar 2021
10 sekunden
»Achtung, achtung! Hier spricht der präsident, das Weiße Haus in Washington brennt!«
Na, hoffentlich nicht.
Na, hoffentlich nicht.
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Samstag, 24. Oktober 2020
Frau K. und der reis
Frau K: »Ich koche gern reis auf vorrat. Den friere ich ein und in der mikrowelle ist der in nur fünfzehn minuten wieder heiß.«
Mechthild guckt etwas verwundert aus der wäsche und sagt: »Und ich friere gern kochendes teewasser ein. Das ist schnell wieder erhitzt und wenn es gekocht hat, kann ich nach nur fünf minuten einen schönen, starken Ostfriesentee trinken.«
Mechthild guckt etwas verwundert aus der wäsche und sagt: »Und ich friere gern kochendes teewasser ein. Das ist schnell wieder erhitzt und wenn es gekocht hat, kann ich nach nur fünf minuten einen schönen, starken Ostfriesentee trinken.«
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völlig bescheuert
Mittwoch, 26. August 2020
Realitätsverlust
Heute morgen um ca. viertel nach zehn twitterte der Berliner innensenator:
Das bedeutet ziemlich klar, daß die coronalatscher zu hause bleiben sollen. Ungefähr eine stunde später, nämlich um 11uhr26, haben die diesen newsletter rausgehauen:
+ + + Aktuell: Wir haben gewonnen! + + +
Sehr geehrte DemokratInnen,
jetzt haben wir gewonnen! Das verfassungsbrüchige Regime will laut der Propagandaplattform tagesschau.de die Versammlung am Freitag verbieten. Die Maske ist gefallen. Eines ist damit sicher:
WIR HABEN GEWONNEN!
Und: Wir kommen selbstverständlich alle persönlich und nun noch viel mehr. Die Traktoren sind auch schon unterwegs.
Wir bleiben alle absolut friedlich und gehen millionenfach gemeinsam unseres Weges. Nicht wir haben die Regierung verlassen, das Regime hat uns und unsere Demokratie verlassen.
Adieu und bis morgen 17 Uhr am Berliner Breitscheidplatz!Auftakt zu unserer Friedlichen Revolution 1989 - 2020. Willkommen in Berlin! Berlin ivites Europe! Kommet zuhauf, kommet in Frieden, kommet, kommet, kommet.
Wir bleiben alle!
Die Regierung fliegt.
Herzlich demokratisch grüßt das Kollegium.
Das ist ein schönes beispiel für propaganda: selbst eine klare niederlage wird noch als »sieg« gefeiert. Das ist ungefähr wie bei esoterikern, die alles dahingehend verdrehen, daß es ins eigene weltbild paßt.
Die traktoren sind schon unterwegs. Wahrscheinlich auch tausend kamele, die gern krank werden möchten, falls sie es nicht schon sind.
Und dann auch noch dieser affige bezug zu 1989. Damals gingen die DDRler für einen besseren sozialismus auf die straße. Bekommen haben sie eine feindliche übernahme, bei der ihre produktionsmittel enteignet wurden. Daran war gar nichts friedlich. Zumindest, wenn man unter »friedlich« etwas anderes versteht als die bloße abwesenheit von waffengewalt. Die staatsgewalt hat den bürgern der DDR ihr eigentum an produktionsmitteln weggenommen.
Es verbietet sich ohnehin von selbst, zu einer demo zu gehen, zu der auch Bernd Höcke aufruft.
Nachtrag: vielleicht hätten die coronalatscher bei zeiten einen guten rat aus Island annehmen sollen. Dort wird empfohlen, von anderen »zwei schafe« abstand zu halten. Sicherlich taugen für die »zwei-schafe-regel« auch schlafschafe.
Die traktoren sind schon unterwegs. Wahrscheinlich auch tausend kamele, die gern krank werden möchten, falls sie es nicht schon sind.
Und dann auch noch dieser affige bezug zu 1989. Damals gingen die DDRler für einen besseren sozialismus auf die straße. Bekommen haben sie eine feindliche übernahme, bei der ihre produktionsmittel enteignet wurden. Daran war gar nichts friedlich. Zumindest, wenn man unter »friedlich« etwas anderes versteht als die bloße abwesenheit von waffengewalt. Die staatsgewalt hat den bürgern der DDR ihr eigentum an produktionsmitteln weggenommen.
Es verbietet sich ohnehin von selbst, zu einer demo zu gehen, zu der auch Bernd Höcke aufruft.
Nachtrag: vielleicht hätten die coronalatscher bei zeiten einen guten rat aus Island annehmen sollen. Dort wird empfohlen, von anderen »zwei schafe« abstand zu halten. Sicherlich taugen für die »zwei-schafe-regel« auch schlafschafe.
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Mittwoch, 1. Juli 2020
Währungsreform 1990
Zur erinnerung an die »währungsunion« noch mal mein artikel von vor fünf jahren:
An die währungsunion am 1. juli 1990 kann ich mich noch recht gut erinnern. Damals wurde vornehmlich von westlichen politikern propagiert, daß sich das wirtschaftswunder nach der währungsreform von 1948 dann in der DDR wiederholen würde, wenn sie da »drüben« möglichst schnell die DM bekämen. Man erinnere sich an Kohls »blühende landschaften (…), in denen es sich zu leben und zu arbeiten lohnt«.
In meinem jugendlichen leichtsinn habe ich das damals nicht geglaubt. Ich fürchte, ich habe recht behalten. Im Januar 1990 gab es in der DDR 7.440 arbeitslose. Deren zahl sich bis juni auf 142.096 deutlich erhöht hatte. Nach der währungsunion beschleunigte sich der anstieg rasant, mitte juli waren es schon 220.000 arbeitslose und zur »wiedervereinigung« im oktober 537.800 - dazu kommen ab juli 500.000 kurzarbeiter, bis ende september hatte deren anzahl sich auf 1.771.576 erhöht.
Das lag nicht an der maroden wirtschaft der DDR, die zwar technisch dem westen hinterherhinkte und sanierungsbedürftig war, aber immerhin stark genug war, 40 % der hergestellten güter zu exportieren. Es lag am politischen willen der Bonner Regierung, den realsozialismus auf Deutschem boden mit einem schlag zu zerstören und da mußten möglichst rasch unumkehrbare tatsachen geschaffen werden, koste es was es wolle. Die wirtschaftlichen interessen der bürger der DDR, deren wirtschaft zu retten gewesen wäre, waren dabei egal. Die pläne gab es, jedoch fehlte der politische wille, sie umzusetzen.
Mit einführung der DM war die wirtschaft der DDR von einen tag auf den anderen wettbewerbsunfähig. Der handel zwischen der BRD und der DDR wurde im verhältnis 1 : 4 abgewickelt. Dadurch waren die produkte aus der DDR auch im westen konkurrenzfähig, weil sie unschlagbar billig waren, damit war mit einführung der harten währung schluß: die preise stiegen mit der währungsunion um ca. 350 %, damit waren sie auch für die ehemaligen handelspartner im RGW-raum unerschwinglich. So drohte bereits im Juli 1990 mehr als 90 % der unternehmen in der DDR die zahlungsunfähigkeit.
Die wirtschaft der DDR, die nach 40 jahren realsozialismus nicht ruiniert war, hat der Oggersheimer in nur einem sommer geschafft.
An die währungsunion am 1. juli 1990 kann ich mich noch recht gut erinnern. Damals wurde vornehmlich von westlichen politikern propagiert, daß sich das wirtschaftswunder nach der währungsreform von 1948 dann in der DDR wiederholen würde, wenn sie da »drüben« möglichst schnell die DM bekämen. Man erinnere sich an Kohls »blühende landschaften (…), in denen es sich zu leben und zu arbeiten lohnt«.
In meinem jugendlichen leichtsinn habe ich das damals nicht geglaubt. Ich fürchte, ich habe recht behalten. Im Januar 1990 gab es in der DDR 7.440 arbeitslose. Deren zahl sich bis juni auf 142.096 deutlich erhöht hatte. Nach der währungsunion beschleunigte sich der anstieg rasant, mitte juli waren es schon 220.000 arbeitslose und zur »wiedervereinigung« im oktober 537.800 - dazu kommen ab juli 500.000 kurzarbeiter, bis ende september hatte deren anzahl sich auf 1.771.576 erhöht.
Das lag nicht an der maroden wirtschaft der DDR, die zwar technisch dem westen hinterherhinkte und sanierungsbedürftig war, aber immerhin stark genug war, 40 % der hergestellten güter zu exportieren. Es lag am politischen willen der Bonner Regierung, den realsozialismus auf Deutschem boden mit einem schlag zu zerstören und da mußten möglichst rasch unumkehrbare tatsachen geschaffen werden, koste es was es wolle. Die wirtschaftlichen interessen der bürger der DDR, deren wirtschaft zu retten gewesen wäre, waren dabei egal. Die pläne gab es, jedoch fehlte der politische wille, sie umzusetzen.
Mit einführung der DM war die wirtschaft der DDR von einen tag auf den anderen wettbewerbsunfähig. Der handel zwischen der BRD und der DDR wurde im verhältnis 1 : 4 abgewickelt. Dadurch waren die produkte aus der DDR auch im westen konkurrenzfähig, weil sie unschlagbar billig waren, damit war mit einführung der harten währung schluß: die preise stiegen mit der währungsunion um ca. 350 %, damit waren sie auch für die ehemaligen handelspartner im RGW-raum unerschwinglich. So drohte bereits im Juli 1990 mehr als 90 % der unternehmen in der DDR die zahlungsunfähigkeit.
Die wirtschaft der DDR, die nach 40 jahren realsozialismus nicht ruiniert war, hat der Oggersheimer in nur einem sommer geschafft.
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Donnerstag, 12. Dezember 2019
Der dicke hund der woche
Das verwaltungsgericht in Moabit hat heute die klage einer 66jährigen exDDRbürgerin gegen die kirchensteuer abgewiesen, weil sie 1953 getauft worden sei und sie somit mitglied der kirche sei, obgleich sie bis zur kirchensteuernachforderung, die im jahr 2011 kam, davon nichts wußte. Ihre eltern waren mitte der fünfziger jahre aus der kirche ausgetreten, sie hatte nie etwas mit diesem glaubensverein zu tun, dachte sie zumindest.
Da haben nach der wende ziemlich viele ehemalige DDRbürger recht seltsam aus der wäsche gegückt, daß sie ohne zu kündigen plötzlich nicht mehr in der FDJ organisiert waren, der sie beigetreten waren, sondern in der kirche, die in ihrem leben keine große rolle gespielt hatte und daß sie beiträge für einen verein zahlen mußten, dem sie überhaupt nicht selbst beigetreten waren. Wer davon wußte, ist ausgetreten, wer davon nicht wußte, hatte offensichtlich ein teures problem.
Zum glück bin ich bei zeiten aus der kirche ausgetreten als es noch billig war. Ich bin mit meinem damaligen freund zum standesamt (wo man sinnvollere dinge tun kann als heiraten) gegangen, erklärte meinen austritt aus der kirche und der freundlichen beamtin war es nahezu unangenehm, daß sie mir für die beglaubigung 2 mark abknöpfen mußte. Hinterher haben wir diesen anlaß gefeiert.
Zum kirchenaustrittfeiern bleibt in den meisten bundesländern heutzutage leider nicht viel geld. In Baden-Würtemberg kostet es bis zu 60€. In den meisten anderen um die 30€. Am günstigsten ist’s im sympathischen bundesland mit dem loch in der mitte, Brandenburg. Dort ist der kirchenaustritt gebührenfrei.
So sollte es überall sein!
Da haben nach der wende ziemlich viele ehemalige DDRbürger recht seltsam aus der wäsche gegückt, daß sie ohne zu kündigen plötzlich nicht mehr in der FDJ organisiert waren, der sie beigetreten waren, sondern in der kirche, die in ihrem leben keine große rolle gespielt hatte und daß sie beiträge für einen verein zahlen mußten, dem sie überhaupt nicht selbst beigetreten waren. Wer davon wußte, ist ausgetreten, wer davon nicht wußte, hatte offensichtlich ein teures problem.
Zum glück bin ich bei zeiten aus der kirche ausgetreten als es noch billig war. Ich bin mit meinem damaligen freund zum standesamt (wo man sinnvollere dinge tun kann als heiraten) gegangen, erklärte meinen austritt aus der kirche und der freundlichen beamtin war es nahezu unangenehm, daß sie mir für die beglaubigung 2 mark abknöpfen mußte. Hinterher haben wir diesen anlaß gefeiert.
Zum kirchenaustrittfeiern bleibt in den meisten bundesländern heutzutage leider nicht viel geld. In Baden-Würtemberg kostet es bis zu 60€. In den meisten anderen um die 30€. Am günstigsten ist’s im sympathischen bundesland mit dem loch in der mitte, Brandenburg. Dort ist der kirchenaustritt gebührenfrei.
So sollte es überall sein!
Freitag, 29. November 2019
Tote Katzen im Wind
Tatsächlich gibt es Holger Oley, freunden der DDRindependentmusik als sänger der band »Die Zucht« bzw. »Die Art« und diverser nachwendeprojekte bekannt, heute 60 jahre. Die redaktion des 1€blogs gratuliert.
Der text klingt ziemlich nach Pratajev. Von Pratajev gefiel mir folgenes besonders gut:
»Im Herd ein Hund, knusprig gebacken.
Das Fell gemacht zu Kappen und Jacken,
Der Schwanz im Hause als Besen kehrt -
Hund, oh Hund. Du wirst von allen verehrt!«
Der text klingt ziemlich nach Pratajev. Von Pratajev gefiel mir folgenes besonders gut:
»Im Herd ein Hund, knusprig gebacken.
Das Fell gemacht zu Kappen und Jacken,
Der Schwanz im Hause als Besen kehrt -
Hund, oh Hund. Du wirst von allen verehrt!«
Samstag, 9. November 2019
101 jahre untergang des kaiserreiches
An sich gibt es über den 9. november nicht viel positives zu berichten. Außer, daß an diesem tag 1918 die monarchie in Deutschland am ende war und 1923 der Hitler-Ludendorff-Putsch scheiterte, woraufhin die NSDAP im gesamten Deutschen reich verboten wurde. Das wäre positiv zu bewerten, wenn es denn dabei geblieben wäre und nicht alles noch viel schlimmer gekommen.
Rassistische krawalle im ganzen land und der beginn einer konterrevolution sind wohl eher kein anlaß zum feiern.
Rassistische krawalle im ganzen land und der beginn einer konterrevolution sind wohl eher kein anlaß zum feiern.
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Donnerstag, 3. Oktober 2019
50 jahre...
...Berliner Fernsehturm, der nicht nur der höchste turm Berlins, sondern auch das höchstes bauwerk in Deutschland ist.
Und da wird bei manchen menschen immer wieder die frage laut, wofür die DDR eigentlich einen so hohen fernsehturm benötigte, obgleich es in der DDR gar keine richtigen fernseher und auch kein privateigentum gegeben habe, ja, bei den »scheißkommunisten da drüben« habe man nicht einmal eine eigene zahnbürste haben durften.
Wofür soll so ein fersehturm schon gut sein? Natürlich zum fern sehen - und dafür ist ein hoher turm selbstredend besser geeignet als ein weniger hoher, denn von weiter oben hat man bekanntermaßen eine bessere aussicht. Somit dient der fernsehturm bis heute dem gerätefreien fernsehen für das man kein privateigentum benötigt.
Bleibt das problem mit den privaten zahnbürsten, die es in der DDR bekanntermaßen nicht gab, weil alles kollektiviert werden mußte. Damals gab es in jedem kaff die Zentrale Zwangszahnbürste (kurz ZZZ), die an einem markanten punkt, beispielsweise vor der dorfkirche oder auf dem marktplatz vor dem rathaus aufgestellt war und die ein jeder zu benutzen hatte, deshalb bildeten sich in der DDR an bestimmten orten zu jeder tageszeit lange schlangen. »So war es«, bestätigten mir diverse ossis. Berlin ist recht groß und die ZZZ mußte auch von weitem gut sichtbar sein. Damit dürfte klar sein, wofür man dies besonders hohe gebäude benötigte.
Wofür soll so ein fersehturm schon gut sein? Natürlich zum fern sehen - und dafür ist ein hoher turm selbstredend besser geeignet als ein weniger hoher, denn von weiter oben hat man bekanntermaßen eine bessere aussicht. Somit dient der fernsehturm bis heute dem gerätefreien fernsehen für das man kein privateigentum benötigt.
Bleibt das problem mit den privaten zahnbürsten, die es in der DDR bekanntermaßen nicht gab, weil alles kollektiviert werden mußte. Damals gab es in jedem kaff die Zentrale Zwangszahnbürste (kurz ZZZ), die an einem markanten punkt, beispielsweise vor der dorfkirche oder auf dem marktplatz vor dem rathaus aufgestellt war und die ein jeder zu benutzen hatte, deshalb bildeten sich in der DDR an bestimmten orten zu jeder tageszeit lange schlangen. »So war es«, bestätigten mir diverse ossis. Berlin ist recht groß und die ZZZ mußte auch von weitem gut sichtbar sein. Damit dürfte klar sein, wofür man dies besonders hohe gebäude benötigte.
Donnerstag, 19. September 2019
Auferstanden aus platinen
Am 21. september um 19uhr20 läuft auf 3sat eine doku über die heimcomputerszene in der DDR.
Das ist ein film von Volker Strübing, der dem einen oder anderen womöglich vom »Schnipselfriedhof« bekannt ist.
Das ist ein film von Volker Strübing, der dem einen oder anderen womöglich vom »Schnipselfriedhof« bekannt ist.
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Mittwoch, 15. Mai 2019
Donnerstag, 9. Mai 2019
Dialog Imaginär 3
Georg Katzer ( 10. Januar 1935 bis 7. Mai 2019)
Nachtrag: zum tode Georg Katzers im Tagesspiegel - immer gesprächsbereit
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Donnerstag, 6. Dezember 2018
Verkehrtes verständnis
Schäbig wird es, wenn selbsternannte »experten« verständnis für bestimmte bevölkerungsgruppen äußern, dann aber doch wieder bloß gängige klischees bedienen. Wie beispielsweise letztens mal wieder Ilka Bessin besser bekannt als »Cindy aus Marzahn«.
Und dann kommen mir ganz traurige gedanken, wie frau Bessin in ihrer einraumwohnung in der achtzehnten etage im plattenbau in Marzahn vor einem Junostfernseher hockte, der nur Sat1 und DDR2 kann - und letzterer sender ist bekanntermaßen mit der DDR untergegangen. Aber wahrscheinlich wird sie dabei wenigstens nicht gefroren haben.
Trotzdem sagt sie bloß die halbe wahrheit. Sie hat hat doch auch noch etwas anderes gemacht. Sie hat sich in der zeit ihre bühnenfigur ausgedacht, sie hatte sehr viel glück und hat es damit bis ins fernsehen geschafft. Andere arbeitslose denken sich auch etwas aus, womit sie ihre zeit verbringen, nur häufig leider mit geringem erfolg. Und dann werden sie von einer, die verständnis heuchelt, einerseits blöde angekumpelt, so von wegen daß man ihnen selbstbewußtsein geben müsse und auf der anderen seite doch wieder als faule säcke verlacht, die schon um 14 uhr in der frühe aufstehen. Und das ist eine art von »verständnis«, die ganz bestimmt niemand braucht.
Zitat Ilka Bessin:»Um 14 Uhr bin ich aufgewacht, dann habe ich „Vera am Mittag“ geguckt, obwohl ich das schon aus der Nacht davor kannte. Es lief ja nichts anderes.«Wenn sie das so erzählt, will ich ihr das schon glauben. Aber ein bißchen stutzig macht mich das schon. Zwar schaue ich wenig fernsehen, was daran liegt, daß ich noch nie im leben einen fernseher besessen habe, jedoch kann ich mich noch genau daran erinnern, daß es in der zeit von 2001 bis 2003, was die zeit von Bessins arbeitslosigkeit gewesen sein soll, in Berlin andere fernsehsender gab als nur Sat1.
Und dann kommen mir ganz traurige gedanken, wie frau Bessin in ihrer einraumwohnung in der achtzehnten etage im plattenbau in Marzahn vor einem Junostfernseher hockte, der nur Sat1 und DDR2 kann - und letzterer sender ist bekanntermaßen mit der DDR untergegangen. Aber wahrscheinlich wird sie dabei wenigstens nicht gefroren haben.
Trotzdem sagt sie bloß die halbe wahrheit. Sie hat hat doch auch noch etwas anderes gemacht. Sie hat sich in der zeit ihre bühnenfigur ausgedacht, sie hatte sehr viel glück und hat es damit bis ins fernsehen geschafft. Andere arbeitslose denken sich auch etwas aus, womit sie ihre zeit verbringen, nur häufig leider mit geringem erfolg. Und dann werden sie von einer, die verständnis heuchelt, einerseits blöde angekumpelt, so von wegen daß man ihnen selbstbewußtsein geben müsse und auf der anderen seite doch wieder als faule säcke verlacht, die schon um 14 uhr in der frühe aufstehen. Und das ist eine art von »verständnis«, die ganz bestimmt niemand braucht.
Dienstag, 30. Oktober 2018
70 jahre Axel Stoll
Zu diesem anlaß ein schnipsel aus dem legendären interview mit Dennis Mascarenas von ddc-tv-Denver:
Manche menschen glauben, Stoll würde seit einigen jahren nicht mehr unter den lebenden weilen. Unwahrscheinlich. Der sitzt in einer reichsflugscheibe richtung Aldebaran. Wo kämen wir hin, wenn es anders wäre?
Manche menschen glauben, Stoll würde seit einigen jahren nicht mehr unter den lebenden weilen. Unwahrscheinlich. Der sitzt in einer reichsflugscheibe richtung Aldebaran. Wo kämen wir hin, wenn es anders wäre?
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Sonntag, 7. Oktober 2018
69 jahre DDR
In der letzten zeit wurde ziemlich viel schlechtes über den osten gesagt und geschrieben. Darüber wird gern vergessen, daß die beste band leider nicht aus Eschwege oder Wolfhagen stammt, sondern natürlich aus Dräsdn:
Die Freunde der Italienischen Oper.
Die nachbarn freuen sich über so viel wohlklang mit sicherheit gern auch schon morgens und nicht erst am abend.
Die Freunde der Italienischen Oper.
Die nachbarn freuen sich über so viel wohlklang mit sicherheit gern auch schon morgens und nicht erst am abend.
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Mittwoch, 3. Oktober 2018
Deutsche Sinfonie
»Oh Deutschland bleiche Mutter,
wie bist Du besudelt
mit dem Blut Deiner besten Söhne!«
B.Brecht
Komposition von Hanns Eisler.
Noch ein wenig kultur. Ein konzert vom oktober 1987 aus dem Konzerthaus Berlin. Eine aufnahme, die ich zufällig gefunden habe und die ich bisher noch gar nicht kannte. Nach dem spätromantischen zeug vom sonntagabend sollte auch mal was modernes folgen - und das hier ist recht ordentlich zwölftönend.
Entstanden ist die »Deutsche Sinfonie - An Antifascist Cantata« in den jahren zwischen 1935 bis 1957. Die uraufführung fand 1959 in Berlin statt.
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Freitag, 21. September 2018
Keine STASImitarbeiter als staatssekretäre!
Und erst recht keine verfassungsschutzchefs.
Vielleicht erinnert sich noch jemand an den dezember 2016. Damals konnte Andrej Holm nicht staatssekretär für stadtentwicklung in Berlin werden, weil er im september 1989 als achtzehnjähriger den dienst beim MfS angetreten hatte und bis zur auflösung desselben ca. fünf monate später geblieben war. Es wurde zeter und mordio geschrien, weil er sich »kollektiv schuldig« gemacht habe. Ich schrieb damals, daß unser rechtssystem meines wissens keine kollektivschuld kennt, sofern einem nicht maßgebliche beteiligung an einem vergehen nachgewiesen werden kann.
Auf Maaßens fehltritte will ich hier gar nicht weiter eingehen, das wurde anderswo schon ausreichend berichtet.
Aber wenn schon geheimdienstler, die nicht immer ganz bei der wahrheit geblieben sind, nicht staatssekretär werden dürfen, dann bitte konsequent.
Herr minister Seehofer, es war die rede davon, herrn Maaßen für seine missetaten zu versetzen. Nicht, ihn zu befördern. Versetzen sie den herrn beamten also ins kleinste kaff von Niederbayern, dort wird er ihnen sicherlich wahlkampfhilfe leisten.
Vielleicht erinnert sich noch jemand an den dezember 2016. Damals konnte Andrej Holm nicht staatssekretär für stadtentwicklung in Berlin werden, weil er im september 1989 als achtzehnjähriger den dienst beim MfS angetreten hatte und bis zur auflösung desselben ca. fünf monate später geblieben war. Es wurde zeter und mordio geschrien, weil er sich »kollektiv schuldig« gemacht habe. Ich schrieb damals, daß unser rechtssystem meines wissens keine kollektivschuld kennt, sofern einem nicht maßgebliche beteiligung an einem vergehen nachgewiesen werden kann.
Auf Maaßens fehltritte will ich hier gar nicht weiter eingehen, das wurde anderswo schon ausreichend berichtet.
Aber wenn schon geheimdienstler, die nicht immer ganz bei der wahrheit geblieben sind, nicht staatssekretär werden dürfen, dann bitte konsequent.
Herr minister Seehofer, es war die rede davon, herrn Maaßen für seine missetaten zu versetzen. Nicht, ihn zu befördern. Versetzen sie den herrn beamten also ins kleinste kaff von Niederbayern, dort wird er ihnen sicherlich wahlkampfhilfe leisten.
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Sonntag, 27. Mai 2018
Prost Mahlzeit, Deutschlandfunk Kultur
Seit etlichen jahren höre ich freitags mittags gern Udo Pollmers radiokolumne »Mahlzeit« auf Deutschlandfunk Kultur, in welcher er über beliebete ernährungsmythen und dergleichen aufklärt. Seit märz teilt er sich diesen sendeplatz mit Sarah Wiener, die eine bekannte und vielleicht sogar auch gute köchin sein mag, aber mit wenig sachverstand und viel ideologie ans werk geht. Beispielsweise gab sie vor einigen jahren zum besten daß »hoffnung erst wieder sei, wenn ein hühnchen 15€ kostet«, somit offenbar keine notwendigkeit sieht, daß auch arme menschen satt werden. Braucht man für die erkenntnis, daß bienen blüten zum leben benötigen belehrung aus dem radio? Lernt man dergleichen nicht mehr im kindergarten oder der grundschule?
In der letzten folge ging es um tomaten und insgesamt ziemlich durcheinander.
Tomaten, so Wiener, seien seit den 90er jahren nur noch »wasser ohne geschmack«, obgleich es ja so viele interessante tomatensorten gäbe, die sich farblich und im geschmack stark unterscheiden würden. Daß tomaten heutzutage schlecht im geschmack wären, läge daran, daß sie in Holland industriell auf steinwolle angebaut würden, aber trotz »natürlicher bestäubung durch hummeln« keinen geschmack entwickeln würden.
Da werfen sich für mich fragen auf. Was haben hydrokultur oder »natürliche bestäubung« durch hummeln mit dem geschmack von früchten zu tun? Ob die früchte schmecken oder nicht, hat wohl eher etwas mit den angebauten sorten zu tun, den pflanzen ist es überdies egal, ob sie von hand oder von hummeln bestäubt werden und woher die für sie lebensnotwendigen mineralien kommen. Hat sich frau Wiener 1999 einfrieren lassen und hat von den vergangenen knapp 20 jahren so gar nichts mitbekommen? In den jahren nach der jahrtausendwende fing es an, daß man in den gemüseabteilungen von delikatessengeschäften auch bunte tomaten für teuer geld kaufen konnte. Interessanter weise stießen diese damals sehr schnell auf kritik von gentechnikgegnern, die hinter gelben, schwarzen oder gestreiften tomaten tricks einer bösen industrie erkennen wollten. Inzwischen setzen längst supermärkte und discounter auf diversifikation und bieten höchst unterschiedliche tomatensorten an, die mit den »wassertomaten der 90er« kaum etwas zu tun haben - beim discounter, der mit einem großen »a« anfängt, wurden letztens sogar tomatenpflanzen alter sorten angeboten.
Natürlich darf auch hier wieder der unsinn von den »bösen« hybridzüchtungen nicht fehlen, mit denen die halsabschneiderkonzerne die menschen abhängig machen. Allerdings gehören inzwischen auch F1hybride tomatensorten zu den sogenannten »traditionssorten«, beispielsweise die gute, alte Harzfeuertomate, die in den 50er jahren in der DDR gezüchtet wurde. Das saatgut gibt es für pfennigbeträge in jedem anständigen supermarkt und die pflanzen lassen sich erstaunlich einfach sogar in hydrokultur auf der fensterbank ziehen, was dem ausgezeichneten geschmack der früchte keinen abbruch tut. Daß die tomatenkerne für die weiterzucht ungeeignet sind, dürfte die wenigsten balkongärtner stören, weil das saatgut in mengen verkauft wird, daß es über etliche jahre reicht.
Was frau Wiener mit ihrem text eigentlich sagen wollte, weiß womöglich nicht einmal sie selbst. Was dieser schmarrn in einer wissenschaftskulumne zu suchen hat, müßte man wahrscheinlich beim Deutschlandfunk Kultur erfragen.
In der letzten folge ging es um tomaten und insgesamt ziemlich durcheinander.
Tomaten, so Wiener, seien seit den 90er jahren nur noch »wasser ohne geschmack«, obgleich es ja so viele interessante tomatensorten gäbe, die sich farblich und im geschmack stark unterscheiden würden. Daß tomaten heutzutage schlecht im geschmack wären, läge daran, daß sie in Holland industriell auf steinwolle angebaut würden, aber trotz »natürlicher bestäubung durch hummeln« keinen geschmack entwickeln würden.
Da werfen sich für mich fragen auf. Was haben hydrokultur oder »natürliche bestäubung« durch hummeln mit dem geschmack von früchten zu tun? Ob die früchte schmecken oder nicht, hat wohl eher etwas mit den angebauten sorten zu tun, den pflanzen ist es überdies egal, ob sie von hand oder von hummeln bestäubt werden und woher die für sie lebensnotwendigen mineralien kommen. Hat sich frau Wiener 1999 einfrieren lassen und hat von den vergangenen knapp 20 jahren so gar nichts mitbekommen? In den jahren nach der jahrtausendwende fing es an, daß man in den gemüseabteilungen von delikatessengeschäften auch bunte tomaten für teuer geld kaufen konnte. Interessanter weise stießen diese damals sehr schnell auf kritik von gentechnikgegnern, die hinter gelben, schwarzen oder gestreiften tomaten tricks einer bösen industrie erkennen wollten. Inzwischen setzen längst supermärkte und discounter auf diversifikation und bieten höchst unterschiedliche tomatensorten an, die mit den »wassertomaten der 90er« kaum etwas zu tun haben - beim discounter, der mit einem großen »a« anfängt, wurden letztens sogar tomatenpflanzen alter sorten angeboten.
Natürlich darf auch hier wieder der unsinn von den »bösen« hybridzüchtungen nicht fehlen, mit denen die halsabschneiderkonzerne die menschen abhängig machen. Allerdings gehören inzwischen auch F1hybride tomatensorten zu den sogenannten »traditionssorten«, beispielsweise die gute, alte Harzfeuertomate, die in den 50er jahren in der DDR gezüchtet wurde. Das saatgut gibt es für pfennigbeträge in jedem anständigen supermarkt und die pflanzen lassen sich erstaunlich einfach sogar in hydrokultur auf der fensterbank ziehen, was dem ausgezeichneten geschmack der früchte keinen abbruch tut. Daß die tomatenkerne für die weiterzucht ungeeignet sind, dürfte die wenigsten balkongärtner stören, weil das saatgut in mengen verkauft wird, daß es über etliche jahre reicht.
Was frau Wiener mit ihrem text eigentlich sagen wollte, weiß womöglich nicht einmal sie selbst. Was dieser schmarrn in einer wissenschaftskulumne zu suchen hat, müßte man wahrscheinlich beim Deutschlandfunk Kultur erfragen.
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botanik,
BRD,
DDR,
hinweis,
kapitalismus,
kulturkritik,
lockende irrtümer,
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Freitag, 2. März 2018
Mal wieder Deutsch
Die Deutsche Sprache geht zur abwechslung mal wieder unter, weshalb die AfD nichts besseres zu tun hat, als zur »rettung der sprache« zu verlangen, daß die Deutsche Sprache als landessprache ins Grundgesetz soll.
Wofür? Das, was »Deutsche Sprache« ist, ist ein seltsamer mix aus recht verschiedenen Germanischen Sprachen, die ohnehin nicht jeder Deutsch sprechende versteht:
Der abgeordnete Johann Saathoff spricht im Bundestag Plattdüütsch - und wird von W. Schäuble darauf hingewiesen, daß er darauf achten solle, daß alle verstehen, was er sagt. Ich kann ihm relativ gut folgen.
In Deutschland gibt es keine irgendwie »einheitliche sprache«, sondern sehr unterschiedliche Germanische Sprachen, die willkürlich als »Deutsch« zusammengefaßt werden. Mindestens auch zwei Slavische Sprachen: Niedersorbisch und Obersorbisch. Und mit sicherheit auch noch welche, an die ich nicht gedacht habe.
Gib Dich nicht auf: lerne Ostdeutsch:
Wofür? Das, was »Deutsche Sprache« ist, ist ein seltsamer mix aus recht verschiedenen Germanischen Sprachen, die ohnehin nicht jeder Deutsch sprechende versteht:
Der abgeordnete Johann Saathoff spricht im Bundestag Plattdüütsch - und wird von W. Schäuble darauf hingewiesen, daß er darauf achten solle, daß alle verstehen, was er sagt. Ich kann ihm relativ gut folgen.
In Deutschland gibt es keine irgendwie »einheitliche sprache«, sondern sehr unterschiedliche Germanische Sprachen, die willkürlich als »Deutsch« zusammengefaßt werden. Mindestens auch zwei Slavische Sprachen: Niedersorbisch und Obersorbisch. Und mit sicherheit auch noch welche, an die ich nicht gedacht habe.
Gib Dich nicht auf: lerne Ostdeutsch:
Donnerstag, 1. Februar 2018
Dreckslochländer
In bezug auf Zeit-online, wo letztens gefragt wurde, warum manche länder drecklöcher sind, schreibt Tobias Blanken bei den Salonkolumnisten, daß der begriff »drecksregime« für solche länder angemessen wäre, weil ja nicht die länder an sich »dreckslöcher« wären, sondern das herrschende regime entscheidend sei.
Da ist die gute, alte DDR natürlich nicht weit. Schließlich sprach Donald Trump von »shithole countries«, weil er ein problem mit flüchtlingen aus dem ostblock hat - gegen die menschenmassen aus der DDR will er bekanntermaßen sogar eine mauer errichten lassen. Aber zurück zu Blankens text. Über die DDR schreibt er
Immerhin erkennt herr Blanken, daß für die produktivität andere dinge notwendig sind als bloß fleiß. Ein problem der DDR war, daß sie moderne maschinen, beispielsweise mangels devisen, nicht einfach so auf dem weltmarkt kaufen konnte, weshalb die notwendige modernisierung langsamer als im westen verlief.
Auf jeden fall sollte man darüber nachdenken, was das mit der produktivität übrhaupt bedeutet. Die wurde in Westdeutschland nicht aus langeweile oder wohltätigen zwecken gesteigert, sondern damit mehr gewinn für die unternehmer rausspringt. Produktivitätssteigerung bedeutet nicht unbedingt mehr wohlstand für die leute, die die leistung erbringen, sondern daß härter gearbeitet werden muß. Hierzu schreibt herr Blanken:
Was hat denn die produktivitätssteigerung in der BRD gebracht?
Die leute, die arbeitsplätze hatten, mußten härter arbeiten. Und der rest, den man nicht mehr brauchte, war arbeitslos. In den 80er jahren gab es in der BRD arbeitslosenquoten von 7 – 9 %. 1989 gab es in der BRD mehr als zwei millionen arbeitslose.
In einer volkswirtschaft, in der die anfallende arbeit auf die gesamte arbeitsfähige bevölkerung verteilt wird, geht es nicht drum, aus jedem einzelnen das meiste rauszuprügeln, sondern die notwendige arbeit so zu verteilen, daß sie für die menschen möglichst leichter wird. Das ist ein völlig anderes konzept und läßt sich so nicht besonders gut vergleichen
1950 waren beide Deutschen staaten gegründet, sie fingen an zu wirtschaften - also für beide BIP-index (BIP = Bruttoinlandsprodukt) 100. 1989, also zum ende der DDR war der BIP-index immerhin auf 558 gewachsen. Der der BRD auf 534. Die DDR hatte also ein höheres wirtschaftswachtum als die BRD.
Dabei weiß man doch, daß die damals in der DDR gar nichts hinbekamen. Aber mal ehrlich: in der DDR haben sie aus eigener kraft aus erbärlichen verhältnissen einen immerhin bescheidenen wohlstand geschaffen.
Um ein klares bild von der planwirtschaft zu bekommen, müßte man das experiment mit tatsächlich gleichen bedingungen auf beiden seiten wiederholen.
Er lebt leider in einem dreckslochland, in dem man vor politischer indoktrination nicht sicher ist - und so muß man ihm seine voreingenommenheit vielleicht nachsehen.
Da ist die gute, alte DDR natürlich nicht weit. Schließlich sprach Donald Trump von »shithole countries«, weil er ein problem mit flüchtlingen aus dem ostblock hat - gegen die menschenmassen aus der DDR will er bekanntermaßen sogar eine mauer errichten lassen. Aber zurück zu Blankens text. Über die DDR schreibt er
zitat Tobias Blanken: »Beide Staaten fingen nach dem Krieg mit ähnlichem Menschenmaterial an, trotzdem nahm die Produktivität einen anderen Lauf.«Natürlich fing die DDR mit ähnlichen menschen wie die BRD an, jedoch mit anderem, vor allem weniger material. Zwar waren die kriegsschäden auf dem gebiet der SBZ geringer als in den westzonen, doch leistete die SBZ 97 % der reparationsleistungen.
Zitat Tobias Blanken:»Entscheidend für die Produktivität ist nicht die Faulheit oder der Fleiß der Menschen am Arbeitsplatz, sondern wie effizient die Arbeitsprozesse organisiert sind – und welche Technologien zum Einsatz gebracht werden. Und da hat sich die dezentral organisierte Marktwirtschaft gegenüber der hierarchisch organisierten Planwirtschaft als überlegen erwiesen; die privatwirtschaftlichen Unternehmen der BRD konnten nahezu in jedem Jahr aufs Neue höhere Produktivitätszuwächse als die Staatswirtschaft der DDR erzielen. Produktivitätszuwächse, die sich dann über die Jahrzehnte so akkumulierten, dass die DDR trotz ähnlicher Ausgangsvoraussetzungen regulär abgehängt wurde. Und das mit drastischen Folgen, mit einem Drittel der Produktivität der BRD hätte die DDR 1989 die Arbeitszeiten verdreifachen müssen, um das Wohlstandsniveau der BRD zu erreichen. Was aber auch nur in der Theorie möglich ist, da Menschen schlichtweg nicht in der Lage sind, jede Woche aufs Neue eine 120-Stunden-Woche abzureißen.«Wie ich oben bereits dargelegt hatte: auf dem gebiet der SBZ waren vor der staatsgründung der DDR ganze fabriken abgebaut, eisenbahngleise herausgerissen, loks und waggons mitgenommen worden. Nach der demontage von industrie- und eisenbahnanlagen lag die wirtschaftliche leistungfähigkeit bei etwas mehr als der hälfte des vorkriegsniveaus. All das mußte erst wieder aufgebaut werden. Damit waren die ausgangsvorraussetzungen eben alles andere als ähnlich wie im westen, sondern tatsächlich wesentlich schlechter.
Immerhin erkennt herr Blanken, daß für die produktivität andere dinge notwendig sind als bloß fleiß. Ein problem der DDR war, daß sie moderne maschinen, beispielsweise mangels devisen, nicht einfach so auf dem weltmarkt kaufen konnte, weshalb die notwendige modernisierung langsamer als im westen verlief.
Auf jeden fall sollte man darüber nachdenken, was das mit der produktivität übrhaupt bedeutet. Die wurde in Westdeutschland nicht aus langeweile oder wohltätigen zwecken gesteigert, sondern damit mehr gewinn für die unternehmer rausspringt. Produktivitätssteigerung bedeutet nicht unbedingt mehr wohlstand für die leute, die die leistung erbringen, sondern daß härter gearbeitet werden muß. Hierzu schreibt herr Blanken:
Zitat Tobias Blanken:»Heruntergebrochen, wenn ein Bürger der BRD eine Stunde arbeiten musste, um etwas herzustellen, musste ein Insasse der DDR drei Stunden arbeiten.«Erstmal ist es natürlich ein ding, daß die menschen in der DDR für herrn Blanken natürlich keineswegs »bürger« sind, sondern knackigleich »insassen.«
Was hat denn die produktivitätssteigerung in der BRD gebracht?
Die leute, die arbeitsplätze hatten, mußten härter arbeiten. Und der rest, den man nicht mehr brauchte, war arbeitslos. In den 80er jahren gab es in der BRD arbeitslosenquoten von 7 – 9 %. 1989 gab es in der BRD mehr als zwei millionen arbeitslose.
In einer volkswirtschaft, in der die anfallende arbeit auf die gesamte arbeitsfähige bevölkerung verteilt wird, geht es nicht drum, aus jedem einzelnen das meiste rauszuprügeln, sondern die notwendige arbeit so zu verteilen, daß sie für die menschen möglichst leichter wird. Das ist ein völlig anderes konzept und läßt sich so nicht besonders gut vergleichen
Zitat Tobias Blanken:»Aber „Menschen aus Drecksregimen“ läuft womöglich Trumps Intention zuwider, denn „Regime“ klebt nicht an den Menschen, es taugt nicht als Stigmata.«Meines wissens ist »stigmata« plural. Dieser satz ist also einigermaßen verkorkst. Aber jeder macht fehler, nicht nur die plankommission der DDR.
Zitat Tobias Blanken:»Dass die Produktivitätskluft zwischen der BRD und der DDR trotz ähnlichem Menschenmaterial breit wie der Grand Canyon war, geht vermutlich schon gar nicht mehr in seinen Kopf, dass schwarze Einwanderer in den USA sogar überdurchschnittlich performen, noch viel weniger, schließlich müsste der alte Mann mit dem blondierten Haar dann sein krudes Weltbild hinterfragen.«So breit ist der Grand Canyon nun auch wieder nicht. Vielleicht müßte der mann mit den kruden gedanken unter der frisur sein weltbild mal hinterfragen, wenn er weniger vorurteilsbeladen auf die wirtschaft der DDR gucken würde. Die sache dürfte den einen oder anderen erstaunen.
1950 waren beide Deutschen staaten gegründet, sie fingen an zu wirtschaften - also für beide BIP-index (BIP = Bruttoinlandsprodukt) 100. 1989, also zum ende der DDR war der BIP-index immerhin auf 558 gewachsen. Der der BRD auf 534. Die DDR hatte also ein höheres wirtschaftswachtum als die BRD.
Dabei weiß man doch, daß die damals in der DDR gar nichts hinbekamen. Aber mal ehrlich: in der DDR haben sie aus eigener kraft aus erbärlichen verhältnissen einen immerhin bescheidenen wohlstand geschaffen.
Um ein klares bild von der planwirtschaft zu bekommen, müßte man das experiment mit tatsächlich gleichen bedingungen auf beiden seiten wiederholen.
Zitat Tobias Blanken:»Und das Hinterfragen ist eine Disziplin, bei der narzisstische, vorurteilsbeladene Menschen ganz mies performen, in diesem Fall sogar vollkommen unabhängig vom System.«Daß der narzißtische, vorurteilsbeladene mensch nicht unbedingt bestens »performt« hat uns herr Blanken exzellent vorgeturnt. Ob er wohl bereit wäre, seine vorurteile abzubauen, kann man nicht wissen.
Er lebt leider in einem dreckslochland, in dem man vor politischer indoktrination nicht sicher ist - und so muß man ihm seine voreingenommenheit vielleicht nachsehen.
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