Mal wieder ein
wort des jahres. Zitat von der Gesellschaft für Deutsche Sprache:
»Aus sprachlicher Sicht handelt es sich um die Neubildung eines Hochwertwortes in der politischen Debatte, die der Selbstaufwertung durch Fremdaufwertung dient. Es gehe bei dem Projekt nicht ausschließlich um einen Beitrag zur Bekämpfung von Altersarmut, so der Bundesarbeitsminister, sondern vor allem um Respekt, die »Anerkennung der Lebensleistung«.
Und genau das ist das schäbige an diesem wort. Die altersarmut ist im grunde wumpe und die leute, die dank der niedriglohnpolitik der SPD den großteil ihres lebens zu beschissenen löhnen haben schuften müssen, bekommen symbolisch auf die schulter geklopft und ein trostpflaster. Ein anständiges leben hingegen nicht.
Laut dem Heil-Hubertus könne es ja nicht angehen, daß jemand der 35 jahre gearbeitet hat, dann das gleiche bekommt wie einer nie gearbeitet hat. Bei so viel gerechtigkeit ist es dann auch egal, wenn der »respektrentner« von den wohltaten, die ihm zugedacht werden, kaum besser leben wird als der »mindestsicherungsrentner«. Aber darum, den menschen ein vernünftiges leben zu ermöglichen ist’s der SPD seit August Bebel wohl eher nicht mehr gegangen.
Ansonsten waren die wörter des jahres so mittelmäßig und mir teilweise gar nicht geläufig. Beispielsweise platz 5: »donut-effekt« hatte ich noch nie gehört, womit entstehung von wohnraum an den stadträndern bei gleichzeitiger verödung der kernstädte gemeint ist: wie bei dem gebäckstück sei in der mitte ein loch.
Ist demnach Brandenburg, welches bekannt ist als das sympathische bundesland mit dem loch in der mitte, ein donut-bundesland? Hoffentlich schmeckt es wenigstens nicht so!