Dienstag, 13. November 2018

Jetzt wird die bahn richtig jeck

Neulich wollte ich nach Gesundbrunnen und hatte einen platz in dem ICE reserviert, bei welchem zwei züge aus Köln und Düsseldorf zwangsvereint, aber wenigstens in separaten zugteilen, der reichshauptstadt entgegenrasen. Kurz bevor ich ich losfuhr, meldete der DB Navigator, daß ausnahmsweise nur eine zughälfte führe - und zwar die aus Düsseldorf. Mit überfüllung des zuges sei zu rechnen. Wie man sich allerspätestens nach dreimaligem raten denken kann, sollte mein sitzplatz selbstverständlich in der Kölner hälfte des zuges sein. Am umsteigebahnhof wurde nur der Düsseldorfer zugteil angesagt. Ich war echt voll angefressen.

Keine fünf minuten später saß ich auf dem von mir reservierten platz im zugteil aus Köln, die reservierung allerdings hätte ich mir sparen können, weil ich fast allein im wagen war. Die meisten leute sind natürlich in die angekündigte Düsseldorfer zughälfte eingestiegen.

So kann man auch menschen in den wahnsinn treiben!

Abbildung ähnlich

Aber okay, die bahn bremst sogar für Böhmermann. Ob die geschichte nun stimmt oder nicht, ist mir relativ egal. Dieses moralisieren, ob die bahn auch für einen nichtpromi gehalten hätte, ist daneben. Vielleicht hat es dem zugchef einfach spaß gemacht, den Böhmermann im langweiligsten nest in Niedersachsen aus dem zug zu werfen. Daß außerplanmäßige sonderhalte bei der bahn sonst nie vorkämen, stimmt nicht, das sagt auch Karl-Peter Naumann von Pro Bahn und ich kann das bestätigen, denn von einem solchen sonderhalt habe ich auch schon einmal profitiert.

Jan Böhmermann jedoch sollte bahnreiseunterricht nehmen, bei dem er lernt, die texte, die auf den zügen stehen, richtig zu interpretieren oder wenn er nicht weiß, wo der zug hinwill, jemanden zu fragen, der so aussieht als ob er wüßte, wo er hinwill.

Montag, 12. November 2018

Foto am montag (341)

Hier im blog ist derzeit der schweigefuchs unterwegs

Montag, 5. November 2018

Sonntag, 4. November 2018

Reparieren - wegwerfen?

Ohne daß es groß bemerkt worden wäre, wurde am 20. oktober zum zweiten mal der Internationale Repair Day begangen. Damit möchte das netzwerk der reparaturinitiativen auf die forderung, daß es ein recht auf reparatur geben sollte, aufmerksam machen. Bisher wußte ich nicht einmal, daß es so etwas wie eine »reparaturbewegung« überhaupt gibt. Das habe ich gerade erst in einem interview in der SZ gelesen. Der soziologe Tom Hansing von der stiftung »anstiftung« sagt dazu einige durchaus sinnvolle dinge, die allerdings mit unserem wirtschaftssystem nicht besonders gut vereinbar sind.
Zitat Tom Hansing:»Das [sich viele menschen alle ein bis zwei jahre ein neues smartphone kaufen] ist tatsächlich ein riesengroßes Problem. Da geht es weniger um Rechenleistung, die Geräte sind in erster Linie ein Statussymbol. Das ist der Erfolg von PR und Werbung. Die Verantwortung allein auf die Konsumenten zu schieben, ist nicht hilfreich. Wir müssen andere Verhaltensweisen fördern. Wir können die Welt reparieren, Gerät für Gerät, Teil für Teil. Das ist das Faszinosum an der Reparier-Bewegung.«
Mir ist es nach wie vor ein rätsel, wer denn die leute sind, die sich alle naselang ein neues smartphone kaufen. Sicherlich gibt es ausreichend leute, die sich das leisten können, die meisten wollen das aber gar nicht, so ein neues phone muß erstmal neu eingerichtet werden und dafür sind menschen normalerweise viel zu faul. Später sagt er auch noch »Ingenieurinnen und Ingenieure planen natürlich auch die Lebensdauer sämtlicher Komponenten und überlassen das nicht dem Zufall. Wenn ein Objekt zum geplanten Zeitpunkt seinen Geist aufgibt, ist das quasi eine Meisterleistung.« Das stimmt so nicht unbedingt. Die ingenieurskunst liegt vor allem darin, ständig neues zeug zu entwickeln, das ein kleines bißchen schicker ist, daß die leute mit dem ding, das sie eben erst für teuer geld erworben haben, unzufrieden werden, obwohl es bestens funktioniert. Wenn sachen allzu schnell den geist aufgeben, wird niemand überzeugt, etwas ähnliches noch einmal zu kaufen. Die marke mit dem angefressenen obst, beispielsweise, baut durchaus solide geräte. Allerdings tut diese firma alles, daß möglichst niemand lust hat, stundenlang an alten rechnern rumzupfriemeln, weil die neueren teile mehr spaß versprechen.
Zitat Tom Hansing:»Die meisten Menschen wissen, dass die Wegwerfmentalität falsch ist. Nun muss die Politik dafür Rahmenbedingungen im Alltag schaffen. Wer reparieren kann, wird weniger durch den Markt erpressbar. Reparieren ist nicht nur die ökonomisch sinnvollere Alternative, sondern auch ökologisch. Wir sagen: Wir brauchen nicht immer den neuesten Schnickschnack. Wir brauchen Geräte, die wir so lange wie möglich selbstbestimmt und unabhängig erhalten können.«
Daß es ökologisch sinnvoll ist, möglichst wenig müll zu produzieren, dürfte den meisten leuten einleuchten. In der ökonomie sind jedoch gegensätzliche interessen unterwegs: die industrie will möglichst viel zeug verkaufen, während die verbraucher möglichst viel für ihr geld haben möchten. Wem steht schon der sinn nach ramsch?

Ökonomisch hat reparieren im kapitalismus wenig sinn, weil das den umsatz schmälert. Man denke an die »abwrackprämie«, euphemistisch »umweltprämie« genannt. 2009 wurden knapp zwei millionen fahrzeuge verschrottet. Nicht, weil sie allesamt schrottreif gewesen wären, manch einer hätte sich bestimmt gefreut, wenn er so ein auto noch hätte fahren dürfen. Für die umwelt war das ein haufen müll, für die autonutzer teuer und für die wirtschaft ein tolles konjunkturprogramm. Das gleiche läuft nach dem sogenannten »dieselskandal«. Es ist gänzlich unmöglich, autos mit schadstoffiltern nachzurüsten. Stattdessen bekommen die betrogenen kunden ein trostpflaster aufgeklebt, damit sie ein neufahrzeug kaufen. Nicht, weil das sinnvoll wäre. Es kurbelt den absatz der autoindustrie an. Und um nichts anderes geht es.
Ein iPhone.
Nachdem es einen äußerst 
tragischen unfall hatte.
Apple ist schuld an dieser scheißgravitation! Seit das misgeschick mit dem iPhone passierte, bin ich felsenfester verschwörungstheoretiker. Im gegensatz zu allen anderen verschwörunstheorien stimmt die aber auch wirklich. Habe schließlich ich selbst mir ausgedacht. Ansonsten würden iPhones oder ähnlich zerbrechliche dinge nie im leben runterfallen und zerbrechen.

Freitag, 2. November 2018

Gedopt mit haferschleim über die fußgängerampel

In Berlin sind oft die grünphasen für fußgänger zu kurz. Hierzu ein schönes zitat von bundesverkehrsminister Andreas Scheuer:
»Für ältere Fußgänger/innen werden Maßnahmen angeraten, die vor allem die physischen Voraussetzungen für sicheres Queren trainieren bzw. aufrecht erhalten und zudem die Einschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit verbessern.«
Die sollen halt einfach mal ein bißchen besser trainieren. Wer nicht leistungsfähig ist und im notfall nicht sprinten kann, hat auf der straße einfach nichts verloren - zumindest solange er nicht im SUV sitzt. Und außerdem sind die grannies auch vor dreiundzwanzig jahren schon gern ampelsurfen gegangen an ampeln mit grünphasen unter sechs sekunden:



Hoffentlich fahren die grannies, die heutzutage häufig auch mit rollkrücken bewaffnet sind, wenigstens drängelnden autofahrern ein paar kratzer in den lack.