Freitag, 15. November 2019

Unter 25: impfpflicht statt sanktionen

Sicherlich kein grund zum jubeln, aber immerhin war es gestern eine halbwegs gute nachricht, daß das JobCenter bis auf weiteres keine sanktionsbriefe mehr an unter 25jährige verschicken will und daß jetzt sanktionierte maximal auf 30% sanktioniert werden. Das ist überhaupt nicht toll, denn es ist ein problem, daß leute überhaupt so leben müssen. Aber die taube auf dem grill ist manchmal besser als der spatz unterm dach.

Anderes thema. Im grunde ist es blöd, daß der Bundestag gestern eine impfpflicht gegen masern beschlossen hat. Es wäre besser, wenn das nicht notwendig geworden wäre, weil zu wenige eltern ihre kinder ausreichend impfen lassen, weil sie das impfrisiko als zu hoch einschätzen und sie denken, es sei überhaupt sei ihre eigene sache, ob sie, bzw. ihre kinder krank werden.

Bei der pockenimpfung, die meine generation pflichtmäßig verabreicht bekam, war das impfrisiko erheblich höher und ich war nach der impfung richtig krank. Und es war völlig normal, daß man hinterher pockennarben an den impfstellen hatte. Die krankheit konnte ausgerottet werden. Wären die menschen unter anderem in Deutschland vernünftiger, hätte man die impfpflicht gegen marsern nicht einführen müssen, womöglich wäre die impfung inzwischen überflüssig. Das ziel der WHO war, Europa bis 2010 masernfrei zu kriegen. Auf freiwilliger basis hat das offensichtlich nicht funktioniert.

Kleine geschichte zum impfen: ca. mitte der 90er jahre erzählte mir ein typ von der uni, den ich für einen besonders kritischen und schlauen menschen hielt, daß impfen insgesamt mehr schaden anrichten würde als nützen, weil in den impfstoffen schwermetalle und giftstoffe aller art enthalten wären, was viel schlimmer krank mache als der nutzen des impfens wäre. Im grunde das ganze programm, das sogenannte »impfkritiker« heute noch drauf haben.

So beschloß ich, die impferei sicherheitshalber bleiben zu lassen. Viel zu gefährlich. Einige zeit später war ich bei einem facharzt, der mich nebenher fragte, ob ich gegen röteln geimpft sei. Nö, war ich natürlich nicht. Schließlich hatte ich die röteln gehabt. Um das zu beweisen habe ich einen bluttest machen lassen. Der ergab, daß ich tatsächlich antikörper gegen röteln hatte, aber leider nicht genug, weshalb mir der arzt die impfung empfahl, damit ich ganz sicher nicht krank werde. Ich war der auffassung, daß es gefälligst meine eigene sache ist, ob ich krank werde oder nicht, woraufhin der doc meinte, daß ichs mir bis zum nächsten termin überlegen solle, ob ichs verantworten kann, andere anzustecken, darunter vielleicht auch eine schwangere, die dann womöglich ein krankes kind oder eine fehlgeburt kriegt. Da mußte ich nicht lange nachdenken, sondern habe mich lieber gleich impfen lassen, denn daß andere im schlimmsten fall sterben, erschien mir als ein höheres risiko als die impfung.

Bei infektionskrankheiten kann man nicht allein für sich selbst entscheiden. Wenn man erkrankt, läuft man als bazillenschleuder rum und schädigt andere, die dagegen nicht geimpft werden konnten oder wegen krankheit ein schwaches immunsystem haben.

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