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Sonntag, 18. Juli 2021

Ich bin Schuld

Nach dingen wie #IchbinParis oder #IchbinOrlando sollte #IchbinSchuld folgen. Und in diesem fall würde es sogar stimmen, denn der kleine ort Schuld an der Ahr wurde unter vielen anderen opfer eines unwetters, das sehr wahrscheinlich eine folge der globalen erderwärmung ist, an der wir menschen aus den industrienationen mehr oder weniger alle ein stück weit mit schuld sind.

Das sind die konsequenzen aus einer verfehlten politik, die über jahrzehnte auch von der GRÜN*innenPartei mitgetragen wurde. Natürlich ist das ein globales problem. Aber wenn alle warten, daß andere anfangen etwas zu ändern, kann man alles gleich vergessen.

Der kleine ort Schuld ist nur ein zeichen für das, was passiert ist.

Samstag, 17. Juli 2021

Globale erderwärmung

Weil man das wort »klimakatastrophe« angesichts der flutkatastrophe nicht sagen soll, benutze ich das klassische wort, das man ca. ende der 80er, anfang der 90er jahre dazu sagte, nämlich globale erderwärmung. Das phänomen war längst bekannt.Die erste UN-klimakonferenz fand bereits im februar 1979 statt. Als dann mein heimatkaff in den frühen 90er jahren in relativ kurzer zeit zweimal hinteranander durch starkregen geflutet wurde, war es ziemlich klar, daß derartige unwetter wahrscheinlich etwas mit der erderwärmung zu tun haben und mit der zeit stärker werden. Das nest lag ja nicht in einem hochwassergebiet, sondern dort war es passiert, daß aus einem winzigen rinnsal, für das das wort »bach« reichlich übertrieben gewesen wäre, binnen weniger minuten zu einem reißenden fluß wurde und die ganze altstadt absoff. Unwetter hat es schon immer gegeben, aber nicht so. Das war eine katastrophe, jedoch im grunde fast gar nichts, wenn ich das z.b. mit den bildern aus Erftstadt-Blessem vergleiche. Bei der BBC gibt es ein vorher-nachher-bild - und das ist nur ein winziger ausschnitt, denn es hat sich ja nicht bloß um einen wolkenbruch gehandelt, der einen ort unter wasser gesetzt hat, sondern dutzende orte in mehreren ländern.

So traurig das für die betroffenen jetzt ist, die meisten opfer des klimawandels sterben eher unspektakulär. Als eine der opferreichsten naturkatastrophen in Europa galt bisher die hitzewelle im august 2003.

Aber auch in den lezten jahren kann man die sommerlichen hitzewellen in der todesstatistik sehen:
Leider habe ich keine zahlen aus frühehern jahrzehnten gefunden, um zu vergleichen, ob die früher auch schon so deutlich sichtbar waren. Was aber auffällt, ist, daß die sommer wärmer werden und es oft etweder gar nicht regnet oder viel zu viel auf einmal.

Nach einer studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft könnten schon mit moderaten änderungen viel CO2 eingespart werden:

lebensmittelabfälle um die hälfte reduzieren, fleischkonsum um ein fünftel reduzieren, ein fünftel weniger kleidungsstücke kaufen, bahnfahren statt fliegen. Im grunde nichts neues und seit jahrzehnten bekannt. Nach den überflutungen, die ich miterlebt habe, überlegte ich mir, daß weltreisen und fliegerei wahrscheinlich keine schlaue idee sind und mein auto habe ich auch abgeschafft, auch nutze ich seit langem strom aus erneuerbaren energien. Das alles ist kein großartiger verzicht, aber in einer welt, in der mit autos, tourismus und konsumartikeln geld verdient werden muß, wäre es auch ein problem, wenn alle das täten. Da hängen schließlich arbeitsplätze dran.

Mittwoch, 22. Juli 2020

Bescheuerte meldung

Erstaunt hat mich, was ich auf der offiziellen internetseite der stadt Krefeld fand:
Zitat internetseite der stadt Krefeld: »Montag, 6. Juli

27 Krefelder aktuell mit Corona infiziert

Die Zahl der Corona-Infektionen ist in Krefeld im Vergleich zum Freitag um drei Fälle gestiegen: Aktuell (Stand: Montag, 6. Juli, 0 Uhr) sind 27 Personen mit dem Virus infiziert. Die Zahl der bisher insgesamt positiv Getesteten in Krefeld beträgt nun 674 (Freitag 668), die Zahl der Genesenen liegt bei 624 (622). Obwohl es laut Feststellung des städtischen Fachbereichs Gesundheit keinen neuen Todesfall im Zusammenhang mit Covid-19 zu verzeichnen gibt, muss die Zahl der Verstorbenen systemrelevant um einen Fall auf nun 23 heraufgesetzt werden, um die Statistik an die des Robert-Koch-Institutes anzupassen. Grund ist, dass Personen, die einmal positiv auf das Coronavirus getestet wurden und später versterben grundsätzlich in dieser Statistik aufgeführt werden. Im vorliegenden Krefelder Todesfall galt die Person (mittleren Alters und mit multiplen Vorerkrankungen) nachdem es mehrfach negative Testergebnisse gab inzwischen seit längerem als genesen.«
Was ist das für eine bekloppte meldung? Sind die denn komplett pleed? »Multiple vorerkrankungen« hat man doch schon, wenn man z.b. allergiker ist und, weil die kombination so beliebt ist, dazu noch asthma hat. Da hat man ohnehin schon probleme mit der atmung, die aber ganz gut behandelbar sind und mit denen man leben kann. Es ist aber vorstellbar, daß es problematisch werden könnte, wenn dann zusätzliche lungen- oder herzprobleme als folge einer coronainfektion hinzukommen, die bisher nicht richtig behandelbar sind.

An sich müßte es sich mit der zeit doch rumgeschwiegen haben, daß SARS-CoV-2 heimtückisch ist und »infiziert« nicht das selbe ist wie »erkrankt« und »genesen« nicht das selbe wie »gesund«. Seit monaten gibt es berichte darüber, daß menschen, die als von corona genesen gelten, sich teilweise auch noch monate später alles andere als gesund fühlen. Im übrigen glaube ich nicht, daß das RKI menschen, »die einmal positiv auf das coronavirus getestet wurden und später versterben grundsätzlich in dieser Statistik« aufführen würde - wer 2020 infiziert war und 2025 von einem laster überrollt wird, kommt wahrscheinlich eher in die statistik für verkehrstote.

Auch wenn man covid-19 nicht mit der grippe vergleichen sollte: die zahl der jährlichen grippetoten wird nicht durch virustestungen ermittelt, sondern durch schätzungen und wer sich, weil er durch grippe geschwächt ist, eine bakterielle lungenentzündung einfängt (das grippevirus selbst befällt, im gegensatz zum coronavirus, die lunge nicht) und dran stirbt, gilt trotzdem als grippetoter. Wahrscheinlich, weil das dann die folgen der grippeerkrankung sind.

Aber vermutlich halten die in Krefeld es auch für »systemrelevant«, wenn dort demnächst auch noch ein fahrradschlauch platzt.

Donnerstag, 18. Juni 2020

Der verbraucher ist schuld!

Nachdem es in NRW erneut zu covid-19 ausbrüchen in schlachthöfen kam, wird mal wieder laut, der verbraucher mit seiner gier auf billigfleisch sei schuld, daß in dem betrieb die corona-bedingten mindestabstände nicht eingehalten werden konnten. Sowas wäre auf einem gemüsehof nie vorgekommen. Ein glück, daß man wenigstens das immer mit blütenreinem gewissen essen kann.

Der konsument kann nur kaufen was ihm angeboten wird, er bestimmt nicht den preis einer ware nicht, er kann nur kaufen, was ihm das portemonaie erlaubt.

Zu solchen gelegenheiten wird dann gern das billighuhn vom discounter genannt, das in Deutschland nur 3€99 pro kilo koste und das kein ordentlicher Franzose sich bieten lassen würde, weil man dort für ein anständiges huhn das vier bis fünffache pro kilo bezahle. Und das stimmt sicherlich auch daß man in Frankreich für ein anständiges huhn so viel zahlen muß, denn in Deutschland zahlt man dafür ungefähr das gleiche. Aber wie sieht es denn mit supermärkten und discountern aus? Das Französische billighuhn ist teurer, es kostet vier euro pro kilo. Das Polnische discounthuhn ist mit umgerechnet 2€41 billiger. In relation zu den landesüblichen mindestlöhnen von umgerechnet 3€72 in Polen, 9€35 in Deutschland und 10€35 in Frankreich, ist das Sonntagshinkelchen in Polen mit abstand am teuersten und in Frankreich am billigsten.

Das soll hier kein plädoyer für billigfleisch sein, mir fällt bloß auf, daß das eher nichts typisch Deutsches zu sein scheint, weil die preise in Frankreich erstaunlich ähnlich sind. Und das aus westlicher sicht »billigere« fleisch aus Polen ist auch nicht schlechter. Der preis und die qualität wird jedoch nicht vom verbraucher bestimmt.

Mittwoch, 21. August 2019

Die Bielefeldmillion

Eigentlich weiß es jeder: die stadt Bielefeld gibt es nicht. Deshalb hat Bielefeld jetzt eine million ausgeschrieben für denjenigen, der es auch stichhaltig beweisen kann, daß es Bielefeld nicht gibt.

Leider kann ich gar nichts beweisen, auch wenn es sich, als ich im edlen selbstversuch dort hinreiste, zumindest anfühlte wie durch ein loch in der zeit gefallen zu sein. Dort standen komischer weise obendrein auch noch die herren John Lever und Mark Burgess an der theke rum und haben bier getrunken.

Und das ist schon ziemlich unwahrscheinlich. Ich meine nicht, daß die bier trinken, sondern, daß die das ausgerechnet in Bielefeld tun müssen und zufällig ich an der selben theke stehe, ist eigentlich ziemlich undenkbar. Allerdings kein felsenfester beweis, daß es Bielefeld nicht gibt. Schade eigentlich.

Mittwoch, 6. März 2019

Tradition und kultur geht in Deutschland mal wieder kaputt

Nach Kramp-Karrenbauers krampfwitz über intersexulle menschen meinte die transidente buchautorin Katharina Hören im Tagesspiegel:
»Auch ich habe nichts gegen Witze über inter- und transsexuelle Menschen. Wir sind ja auch nicht spaßbefreit und lachen gerne, gerade an Karneval sind wir solche Sprüche gewohnt. Doch wenn jemand Witze macht, müssen die gut sein. Der von Kramp-Karrenbauer war aber ganz und gar nicht gut.«
Gute witze und karneval? Habe ich irgendwann irgendwas verpaßt? Bisher hatte ich den immer den eindruck, daß im karneval die witze immer zäh wie scheibenkleister sind und die leute deshalb immer besonders viel schmerzmittel benötigen, weil man das ohne überhaupt nicht ertragen könnte.

Kramp-Karrenbauer verteidigte ihren »witz«:
»Wenn wir da so verkrampfen, wie wir es in den letzten Tagen getan haben, dann geht ein Stück Tradition und Kultur in Deutschland kaputt und das sollten wir nicht zulassen.«
Geradezu als wäre das witze reißen im karneval etwas anderes erzwungenes gedöns. Aber wenn’s dann schon um tradition geht: traditionell war der karneval dafür gedacht, daß sich das volk über die obrigkeit lustig macht - und nicht umgekehrt.

Samstag, 1. Dezember 2018

Des Merzen menschliche seite

Das junge, frische gesicht der CDU, stolze 16 monate jünger als das alte abgewrackte Merkel, hat für empörung gesorgt, weil es sich als millionenverdiener in der mittelschicht verortet.

Dabei ist das alles doch so klar: laut der letzten erhebung gibt es genau 18.999 einkommensmillionäre - die sind abjezählt - und rund 82 millionen - die sind nicht so jenau abjezählt - einwohner in diesem land. Friedrich Merz ist davon überzeugt, daß er zur mittelschicht gehöre, weil man schließlich mit (zitat) »Fleiß, Disziplin, Anstand, Respekt« zu einem millionengehalt kommen könne. Es gibt keinen grund sich da drüber aufzuregen. Er sagt einfach, was er über die leute hierzulande denkt »Eure armut kotzt mich an«. Wer bloß einkommensreich ist und nur ein nettoäquivalenzeinkommen von über 43.840€ ist ja bloß ein fauler sack, der sich nicht genug angestrengt hat! Sonst wäre er schließlich da, wo Merz die »mittelschicht« aus gutverdienenden, anständigen menschen sieht.

Er hat zur genüge klargemacht, was er von armen leuten hält.  Bildung sei nichts selbstverständliches. H4empfänger wissen das doch schon längst. Für bildung ist im h4regelsatz nämlich ein € und ein cent vorgesehen. Lange habe ich gerätselt, was man davon wohl kaufen soll. Inzwischen bin ich schlauer, weil ich nämlich weiß, was man damit anfangen soll. Neulich war ich auf einem büchertrödel, wo ich für nur fünfzig cent eine recht hübsche ausgabe des Manifests der Kommunistischen Partei erworben habe. Man muß also keineswegs dumm bleiben, sondern bekommt vom regelsatz also zumindest theoretisch zwei kommunistische manifeste und einen cent, den man behalten darf. Nach nur fünfzig monaten arbeitslosigkeit und des eisernen sparens bekommt man sogar noch ein drittes manifest dazu. Das ist doch was.

Über das elterngeld sagte er 2010 folgendes: »Von den ersten 200 000 Anträgen auf Elterngeld kamen neun Prozent von berufstätigen Frauen, 54 Prozent von Hartz-IV-Empfängern. Die haben damit Einkünfte über denen arbeitender Geringverdiener.« Mit diesen zahlen kann man überhaupt nichts anfangen, wenn man nicht weiß, wie viele der antragsberechtigten berufstätig waren, hausfrauen oder h4empfängerinnen. Und außerdem müssen h4empfängerinnen alles beantragen, was geht, weil das jobcenter so nämlich kosten abwälzt. Da ist halt nichts mit »einkünften über denen der geringverdiener«, weil die nämlich alles fein säuberlich vom alg abgezogen kriegen. Der Merz ist dermaßen vor die muffe gepufft, daß man ihn schon fast nicht mehr ernst nehmen könnte, wenn er dann nicht einfluß hätte. Das problem der arbeitslosen ist schließlich das viele geld, das ihnen im laufe ihres gesamten lebens hinterhergeworfen wird.

»Wenn ich ‚Oberklasse‘ oder ‚Oberschicht‘ höre, denke ich an Menschen, die viel Geld oder eine Firma geerbt haben und damit ihr Leben genießen.«  Als wäre es nicht völlig wumpe, wo die patte herkommt. Aber wenn er nicht wenigstens sein leben genießen kann, dann ist er nicht bloß ein geldsack, sondern obendrein ein vollkoffer. Er kann ja nicht einmal auf seinen eigenen kram aufpassen, ohne irgendwas zu verlieren. Die geschichte mit den obdachlosen, die sein laptop gefunden haben und zum dank ein probeexemplar seines buches »Nur wer sich ändert, wird bestehen« bekamen, spricht auch für sich. Obdachlosen gibt man kein geld, denn wenn sie damit umgehen könnten, hätten sie schließlich welches. Stattdessen verfressen und versaufen sie es.

»Man nehme sein Geschmier. Zum Arschwisch knülle man das Papier zum Dienst der Hinterseiten« wußte dereinst schon Georg Heym. Gern wäre ich mal buchhalter bei der klopapierfabrik WEPA, bei der herr Merz im aufsichtsrat sitzt. Wenn herr Merz mit dem geld, das er bekommt, ohnehin nichts anzufangen weiß, weil er das leben nicht genießt, dann würde ich ihm einfach mal 19.591.800 blatt vorbeischicken, die er dann den rest seines lebens mit seinem mist vollschmieren darf.

Die gesellschaft möchte recht gern darauf verzichten, daß er »der Gesellschaft etwas zurückgibt,« weil er »es sich leisten kann.« Er sollte einfach die klappe halten und in rente gehen.

Dienstag, 13. November 2018

Jetzt wird die bahn richtig jeck

Neulich wollte ich nach Gesundbrunnen und hatte einen platz in dem ICE reserviert, bei welchem zwei züge aus Köln und Düsseldorf zwangsvereint, aber wenigstens in separaten zugteilen, der reichshauptstadt entgegenrasen. Kurz bevor ich ich losfuhr, meldete der DB Navigator, daß ausnahmsweise nur eine zughälfte führe - und zwar die aus Düsseldorf. Mit überfüllung des zuges sei zu rechnen. Wie man sich allerspätestens nach dreimaligem raten denken kann, sollte mein sitzplatz selbstverständlich in der Kölner hälfte des zuges sein. Am umsteigebahnhof wurde nur der Düsseldorfer zugteil angesagt. Ich war echt voll angefressen.

Keine fünf minuten später saß ich auf dem von mir reservierten platz im zugteil aus Köln, die reservierung allerdings hätte ich mir sparen können, weil ich fast allein im wagen war. Die meisten leute sind natürlich in die angekündigte Düsseldorfer zughälfte eingestiegen.

So kann man auch menschen in den wahnsinn treiben!

Abbildung ähnlich

Aber okay, die bahn bremst sogar für Böhmermann. Ob die geschichte nun stimmt oder nicht, ist mir relativ egal. Dieses moralisieren, ob die bahn auch für einen nichtpromi gehalten hätte, ist daneben. Vielleicht hat es dem zugchef einfach spaß gemacht, den Böhmermann im langweiligsten nest in Niedersachsen aus dem zug zu werfen. Daß außerplanmäßige sonderhalte bei der bahn sonst nie vorkämen, stimmt nicht, das sagt auch Karl-Peter Naumann von Pro Bahn und ich kann das bestätigen, denn von einem solchen sonderhalt habe ich auch schon einmal profitiert.

Jan Böhmermann jedoch sollte bahnreiseunterricht nehmen, bei dem er lernt, die texte, die auf den zügen stehen, richtig zu interpretieren oder wenn er nicht weiß, wo der zug hinwill, jemanden zu fragen, der so aussieht als ob er wüßte, wo er hinwill.

Freitag, 28. September 2018

Deine unterschrift für den Hambacher Forst


Wer heute noch etwas gutes tun möchte, könnte gleich ein autogramm geben für den Hambacher Wald.

In der gegend bin ich noch nie gewesen. Aber den erhalt des waldes unterstütze ich auf jeden fall. Der DDR wird bis heute vorgeworfen, daß sie dort ohne rücksicht auf die natur braunkohle gefördert hätten. Was hätten sie denn auch tun sollen? Der Urwald Weißwasser war aber zu DDRzeiten ein schutzgebiet, das nicht angerührt werden durfte. Der wurde erst in den letzten jahren von Vattenfall abgebaggert.

So sinnlos es auch ist, probieren sollte man es doch.

Donnerstag, 20. September 2018

Widerstand ist zwecklos!

Selbst bei der Welt wundern sie sich darüber, daß die krisenkommunikation bei RWE in puncto Hambacher Forst nicht gut ist. Dies könne sich schließlich schlecht auf den aktienkurs auswirken.

Warum wundern die sich und ich mich überhaupt nicht? Weil die bei der WELT offenbar keine börsennachrichten lesen.

Die »aktien« stehen nämlich so: RWE hat den privatkundensektor in die tochtergesellschaft Innogy ausgelagert und selbige wurde vor kurzem vom konkurrenten Eon übernommen. Deshalb kann man wohl davon ausgehen, daß denen die boykottaufrufe herzlich egal sind. Zwar ist die räumung vorerst gestoppt, dann wird der Hambacher Forst eben ein paar wochen später plattgemacht, wenn die wogen sich wieder ein wenig geglättet haben.

Wie immer im kapitalismus: bei größtmöglichem schaden geschickt eingefädelt, über »los« gegangen und einen größeren betrag mit sehr vielen nullen mitgenommen.

Dienstag, 24. Juli 2018

Voll schlecht mit leergut

Deutschland steckt tatsächlich in einer tiefen krise. Nicht, weil das bier nicht kalt ist oder gar alle wäre, sondern weil die bierflaschen knapp werden.

Seit der erfindung des flaschenbiers rätselt die ganze welt, warum die leeren flaschen im keller scheinbar ganz von selbst entstehen, während man die vollen erst mühselig da hin schaffen muß. Und ausgerechnet da, wo die flaschen dringend gebraucht werden, funktioniert genau das nicht. Das erklärt vielleicht, warum die schlechte, alte bierdose seit einiger zeit wieder unerfreulich häufig im handel anzutreffen ist.

Drum trinkt Euer bierchen aus, denn morgen könnt’ es sauer sein und bringt als ordentliche menschen die pfandflaschen gleich morgen zum bierverlag Eures vertrauens.

Donnerstag, 29. Juni 2017

Das große wort vom außerordentlichen SPD-parteitag

Der kanzlerkandidat der SPD, ein herr Chulz, hielt am vergangenen sonntag in Dortmund eine rede.
Er sagte: »Wer Merkel wählt, bekommt Seehofer.«
Dazu sage ich: »wer Chulz wählt, bekommt Seeheimer.« Das ist sozusagen eine krankheit, von der sich viele menschen seit dem letzten SPD-kanzler nicht erholt haben.

Donnerstag, 3. März 2016

Piano Phase

Wie ich soeben aus Klaus Baums »Notizen aus der Unterwelt« erfahren habe, kam es am Sonntag in der Philharmonie in Köln zu einem eklat. Wegen dieses stückes von Steve Reich aus dem jahre 1967, das dem publikum »zu radikal« gewesen sei (in Köln sollte es auf dem cembalo gespielt werden, in diesem beispiel auf dem marimba):



Ich bin kein allzu großer fan von minimalmusic. Aber so »radikal«, daß es einem die zornesröte ins gesicht treiben müßte, ist das nun ehrlich nicht. Ganz im gegenteil, ich würde eher mit geschlossenen augen im konzertsaal sitzen und mir zu der musik passende bilder vorstellen - allerdings ist es nicht völlig auszuschließen, daß ich dabei, wenn die konzertsaalsitze sehr bequem wären, ganz friedlich schlafen würde.

Zuvor sei der aus dem Iran stammende cembalist Mahan Esfahani angebrüllt worden, er solle gefälligst Deutsch sprechen, als er auf Englisch eine einführung in das werk gab.

Es wird mir ein ewiges rätsel bleiben, weshalb menschen viel geld für konzertkarten ausgeben, wenn sie keinen blassen dunst haben, was sie erwarten wird. Erlebe ich in Berlin immer wieder, daß leute fein herausgeputzt ins konzerthaus gehen, teure karten ganz vorn gekauft haben und dann nicht einmal den ersten satz des konzerts durchhalten, geschweige denn bis zur pause.

An jenem abend wurden auch stücke von J.S. Bach gespielt, für mich ist es nachvollziebar, weshalb ausgerechnet der zusammen mit werken der Neuen Musik aufgeführt wurden. Allerdings hätten die veranstalter des konzerts sich vielleicht ärger erspart, wenn sie dazu geschrieben hätten, daß es sich nicht um ein barock-konzert handelt.

Daß der Bach zur kultur gehört, hat sich nach ein paar jahrhunderten rumgeschwiegen. Mit der »Neuen Musik« haben viele leute probleme. Meist kennen sie nicht einmal den begriff.

Dienstag, 15. Dezember 2015

Worte des evolutionstheologen Björn Höcke

Zitat Björn Höcke:»Die evolution hat Afrika und Europa, vereinfacht gesagt, zwei unterschiedliche reproduktionsstrategien beschert. Sehr gut nachvollziehbar für jeden biologen.

In Afrika herrscht nämlich die sogenannte r-strategie vor, die auf eine möglichst hohe wachstumsrate abziehlt, dort dominiert der sogannte ›ausbreitungs-typ‹ und in Europa verfolgt man großteils die K-strategie, die die kapazität des lebensraumes optimal ausnutzen möchte, hier lebt der ›platzhalter-typ‹

[…] im 21. jahrhundert trifft der lebensfreudige Afrikanische ›ausbreitungs-typ‹ auf den selbstverneinenden Europäischen ›platzhalter-typ‹ […] An dieser stelle ist es angeraten, meiner meinung nach, mal die populationsökologische brille aufzuziehen, um den blick noch etwas zu weiten.

Liebe freunde, der bevölkerungsüberschuß Afrikas beträgt etwa 30 millionen menschen im jahr. Solange wir bereit sind, diesen bevölkerungsüberschuß aufzunehmen, wird sich am reproduktionsverhalten der Afrikaner nichts ändern. […] Die länder Afrikas, sie brauchen die Deutsche grenze, die länder Afrikas, sie brauchen die Europäische grenze, um zu einer ökologisch-nachhaltigen bevölkerungspolitik zu finden.«

Eine wirklich dermaßen verquaste scheiße, die diese bezeichnung auch ehrlich verdient hat, findet man selbst bei der AfD nicht jeden tag.

Zwar bin ich kein biologe, bin aber der auffassung, daß man auch mit normaler allgemeinbildung in biologie dafür kein verständnis haben braucht. Ich habe mal gelernt, daß die r-strategen eher im pflanzenreich oder unter weniger hoch entwickelten tieren zu finden sind, dazu gehören z.b. stechmücken, lurche oder fische, die keine bis wenig brutpflege betreiben, während die K-strategen, zu denen säugetiere wie der mensch, affen oder elefanten gehören, nur vergleichswese wenig nachwuchs bekommen, dafür jedoch brutpflege betreiben, um die überlebenschancen des nachwuchses zu verbessern.

30 millionen menschen »bevölkerungsüberschuß« in Afrika - und nur weil die Europäische grenze offen sei und »der Afrikaner« sich schlimmer vermehre als froschlurche?

Das ist absurd! In Deutschland waren in der zeit vom 18. bis ins frühe 20. jahrhundert frauen mit zehn bis fünfzehn kindern keine ausnahmeerscheinung. Die leute waren nicht aufgeklärt und die medizin nicht übermäßig weit, weshalb viele bereits im kindesalter dahingerafft wurden. Und oft auch nur aus mangelhafter hygiene, die leute wußten es halt nicht besser oder sie hatten nicht die mittel.

Es ist kein ding der evolution, daß binnen weniger generationen die sache völlig anders aussieht. In der kurzen zeit hat sich nicht die biologische veranlagung der Europäer verändert, sondern ihre lebensverhältnisse. Und Afrikanische menschen unterscheiden sich in dieser hinsicht nicht von anderen menschen. Im gegensatz zu Deutschen rechten, die meinen, sie müßten nachkommen mindestens dritteldutzendweise in die welt setzen, obgleich sich seit langem niemand mehr über menschenmangel in der welt beklagt hat. Mir kam zu ohren, daß es in Schnellroda, wo diese goldene rede gehalten wurde, eine AfDmitgliedIn lebt, die neurechts ist und sieben mal geworfen hat. Damit übertrifft sie auch den Afrikanischen durchschnitt und wäre nach Höckes theorie damit alles andere als Europäisch - und schon gar nicht Deutsch. Ist »der Deutsche« doch höher entwickelt als diese r-strategen, die fortwährend eier legen.

Zum schluß noch ein screenshot von neulich aus der Süddeutschen Zeitung:

»Thüringen. So vielseitig wie die natur selbst.«
Aus biologischer sicht ist Höcke in Thüringen so etwas wie ein invasives neozoon: ist dort vermutlich aus versehen eingeschleppt worden, vermehrt sich überdurchschnittlich. Also im prinzip schlimmer als ein ochsenfrosch. Am besten schnell einfangen und wieder in seinem natürlichen biotop in NRW aussetzen, wo es hingehört, vielleicht richtet es dort weniger schaden an. Bloß, was sollen die armen Westfalen mit dem?


Weiteres bitte nachschlagen unter »premiumdenker der gegenwart«

Samstag, 20. Juni 2015

Neues aus dem sommerloch

Immer wenn das sommerloch um die ecke schaut, kommen die geistigen tiefflieger mit tollen plänen, um es wenigstes mal in die zeitung zu schaffen. So auch Paul Ziemiak, der neue vorsitzende der Jungen Union, der laut Süddeutscher Zeitung auf die glänzende und brandneue idee gekommen ist, eine sonderabgabe für kinderlose zu schaffen, während es für jedes neugeborene tausend euro wurfprämie geben soll.

Als gäbe es nicht schon ausreichend geborene menschen, die in diesem staat kaum wissen, wovon sie eigentlich ihren lebensunterhalt bestreiten sollen. Ich zumindest habe nicht den eindruck, daß die menschheit gerade aussterben würde. Es werden durch die gesteigerte produktivität ohnehin weniger leute gebraucht.

Anstatt es zu organisieren, den leuten, die sowieso schon da sind, ein vernünftiges leben zu verschaffen, soll staatstragendes kindermachen belohnt werden, das ist bestimmt keine besonders schlaue idee.

Mittwoch, 6. Mai 2015

Hilfe! Erpressung!

Einen geistigen höhenflug ungeahnten ausmaßes hatte Susanne Kablitz, die ehemalige vorsitzende der PdV: sie hat festgestellt, daß es einen zusammenhang zwischen »kapitalismus« und »erpressung« gibt.

Das stimmt auffallend. Wie zu erwarten, betrachtet sie das allerdings von der völlig idiotischen seite.

Denn, daß der Klaus Weselsky von der GDL und die streikenden lokführer schuld an der erpressung wären, ist blödsinn. Denn weder der herr Weselsky noch irgendwelche streikbereiten menschen haben die verhältnisse, die auf erpressung beruhen, so eingerichtet.

So träumt frau Kablitz, deren blogmotto »Jenseits der Illusionsbedürftigkeit« ist vor sich hin
Zitat Kablitz: »Jeder Mitarbeiter kann – wenn ihm die Bedingungen seines Arbeitsplatzes nicht mehr gefallen – die Kündigung einreichen und sich einen angenehmeren Arbeitsplatz suchen. Es ist aber in negativer Hinsicht bemerkenswert, wenn sich jemand dieser Mühe nicht aussetzen, die erworbenen Annehmlichkeiten und Sicherheiten nicht missen möchte, jedoch keine Skrupel damit hat, einseitig von den vereinbarten Vertragsbedingungen abzuweichen und die eigenen Vorstellungen abzupressen.«
Als wenn das nicht nach dem bedürfnis nach der illusion, daß in diesem system irgendetwas ohne erpressung ablaufen könnte, schreien würde: Da steckt die illusion drin, daß man sich irgendwas aussuchen könnte.

Kann man nicht. Das ist doch der clou am system des »kaufens und verkaufens«: die leute, die nichts anderes verkaufen können als ihre arbeitskraft, sind immer erpreßbar, weil sie immer verkaufen müssen, um zu überleben. Ihre gesellschaftliche macht der mehrheit gegen die minderheit dürfen sie per gesetz nicht ausnutzen.

Wie die erpressungsverhältnisse liegen, sollte damit klar sein.

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Mich würde es nicht wundern, wenn tante Kablitz demnächst in AfDkreisen auftauchen täte.

Freitag, 6. Februar 2015

Mit gefälschten todesanzeigen gegen journalisten

In den wochen der erstarkenden pegida bekam man öfter zu lesen, daß das ein typisch Ostdeutsches phänomen sei, weil zumindest die älteren ossis in einer diktatur sozialisiert worden wären und deshalb zu eher zu rechtsradikalem denken neigten.

Das entspricht nicht den tatsachen. Auch in vielen städten Westdeutschlands gibt es eine rechte szene, die gegebenenfalls zu brutalen mitteln greift, um ihre gegner aus dem weg zu räumen. So beispielsweise auch in Dortmund. Wie das NDRmagazin ZAPP am mittwoch berichtete, wurden in den vergangenen wochen im internet drohbotschaften wie falsche todesanzeigen im internet verbreitet. Betroffen waren Jusos, Mitarbeiter der LINKEN und Piraten sowie journalisten und blogger, die aktive nazi-gegner sind.

Mehr dazu bei ZAPP und bei Robert Rutkowski, der selbst zu den betroffenen zählt.