Montag, 31. Mai 2010

Seit heute 14:00 Uhr wird zurückgetreten

Im grunde kann man es nur begrüßen, daß der »sparkassendirektor« nun endlich abgedankt hat. Bedauerlich ist, daß es keinesfalls aus einsicht, sondern aus mangel an kritikfähigkeit geschehen ist.

Da nun der zweite konservative binnen weniger tage hingeschmissen hat, war mein erster gedanke »die r… - ich meine natürlich die staatslenker - verlassen das sinkende schiff«.

Die wissen, es ist besser, sich beizeiten aus der verantwortung zu stehlen.

Samstag, 29. Mai 2010

Bürokratieabbau unter schwarz-gelb

Unter der neuen regierung schreitet der bürokratieabbau voran. Menschen, die ergänzend zu ihrem lohn h4 benötigen, brauchen, um dies zu erhalten, eine fiktive wohngeldberechnung der wohngeldstelle. Das ist neu.

Das bedeutet, daß der mensch nicht nur mit einer behörde, sondern mit genau doppelt so vielen behörden zu tun hat. Während der papierkrieg sich, grob geschätzt, verdreifacht.

Und weil der gelben neidpartei die bürokraten lieb und teuer sind, möchte sie den arbeitslosen das geld kürzen.

Wer den nerv (den hab ich momentan nicht) dazu hat, möge bitte ein höfliches (!) dankschreiben an die FDPisten richten, die kopien dieser schreiben nehme ich gern per mail oder als kommentar entgegen - die beiträge, die mir gefallen (ironie erwünscht), werden - auf wunsch auch anonym - (vielleicht auf einer extraseite) veröffentlicht.

Dienstag, 11. Mai 2010

Kein recht auf computer

Nach einem beschluß des Landessozialgerichts NRW haben h4empfänger kein recht auf einen computer, weil diese für eine »geordnete haushaltsführung« nicht notwendig seinen. Darum gibt es hierfür auch keine prozeßkostenbeihilfe - wer sich keinen pc leisten kann, wird wohl wenigstens geld für einen anwalt haben.

In einer gesellschaft, in der ein teil der bevölkerung ihren gerade mal schulpflichtig gewordenen kindern high-tech-geräte wie das iPhone zu weihnachten schenkt, soll anderen nicht einmal eine bescheidene teilhabe am technischen fortschritt zugestanden werden. In vielen berufen ist man ohne halbwegs aktuelle computerkenntnisse absolut unvermittelbar.

Auch hier zeigt sich, es geht bei den hartzgesetzen keinesfalls darum, etwas für die bildung oder vermittlungschancen von arbeitslosen zu tun. Es wird akzeptiert, daß ein teil der bevölkerung zur produktivität dieser gesellschaft nicht benötigt wird - und sie sollen gefälligst keine forderungen stellen.

Sonntag, 9. Mai 2010

65. Jahrestag des Sieges über den Hitlerfaschismus

Es waren heute nachmittag sehr viele menschen am Sowjetischen Ehrenmal im Treptower Park in Berlin, um der toten zu gedenken - und um zu feiern.

In Moskau waren mehr menschen zur feier des sieges zusammengekommen. Daß die pastorentochter dort weilte und nicht in Berlin, war keinesfalls ein verlust.








»Vor drei Jahren verkündete Hitler vor aller Welt, dass die Zerstückelung der Sowjetunion, die Losreißung des Kaukasus, der Ukraine, Bjelorußlands, der baltischen Länder und anderer Sowjetgebiete zu seiner Aufgabe gehört. Er erklärte unumwunden: „Wir werden Rußland vernichten, dass es sich niemals mehr erheben kann.“ Das war vor drei Jahren. Die wahnwitzigen Ideen Hitlers sollten jedoch nicht in Erfüllung gehen - im Verlaufe des Krieges sind sie wie Spreu im Winde verweht. Was in Wirklichkeit herauskam, ist das gerade Gegenteil dessen, wovon die Hitlerleute faselten. Deutschland ist aufs Haupt geschlagen. Die deutschen Truppen kapitulieren. Die Sowjetunion feiert den Sieg, wenn sie sich auch nicht anschickt, Deutschland zu zerstückeln oder zu vernichten.« J. W. Stalin (gesamte ansprache in Nadjas blog)


Ein weiteres ereignis des tages waren die wahlen in NRW. Etwas amüsiert hat mich, daß ein journalist der ARD behauptete, nach dem bekanntwerden des wahlergebnisses hätten anhänger der partei DIE LINKE »Die Internationale« angestimmt. Die aufzeichnung des ereignisses zeigte etwas anderes. Zwar nehme ich an, daß die leser meines blogs wenigstens die melodie und einige textzeilen kennen (man kann nicht alles auswendig wissen) und ARDmitarbeiter hier selten oder nie vorbeischauen. Totzdem einfach zum mitsingen oder anhören (paßt irgendwie zum heutigen tag):

Freitag, 7. Mai 2010

Wer nicht feiert, hat verloren

Zum tag des sieges über den deutschen faschismus wird am 9. mai in Berlin im Treptower Park (Rosengarten, nahe des Sowjetischen Ehrenmals) gefeiert. Ich freue mich auf ein »klassisches« konzert und nette menschen. Das foto ist ausnahmsweise nicht selbst gemacht, sondern wurde mir von einer aufmerksamen leserin zugesandt. Vielen dank!

Donnerstag, 6. Mai 2010

Irmtraud Morgner

Heute vor 20 jahren verstab im alter von 56 jahren (also viel zu jung) die schriftstellerin Irmtraud Morgner.

Ihre ersten werke waren im stil des Sozialistischen Realismus verfaßt, aus welchem sie später ihren eigenen unverkennbaren stil herausarbeitete. Ihre hexenromane »Leben und Abenteuer der Trobadora Beatriz nach Zeugnissen ihrer Spielfrau Laura« und »Amanda« in den 70er und frühen 80er jahren galten im westen als eine art »feministischer katechismus«. Im gegensatz zu vielen westlichen autorinnen vertrat sie eine sozialistische variante des feminismus, die keinesfalls männerfeindlich war. 1989 wurde sie mit dem Kasseler Literaturpreis für grotesken humor geehrt.


















Irmtraud Morgners grab auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde in Berlin

Samstag, 1. Mai 2010

Am ersten Mai zu singen

Maikäfer flieg!
noch sind wir Republik.
In Bayern und in Pommerland,
Da tut sich ja schon allerhand.
Maikäfer flieg!


Maikäfer flieg!
Es war mal Republik.
Laß dir die Flügel amputieren!
Jetzt brauchst Du bloß noch zu marschieren.
Maikäfer flieg!

Erich Weinert