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Mittwoch, 8. Dezember 2021

Prinz karneval aus Hamburg

An sich hatte ich immer gedacht, daß ich mich nach den endlosen Merkeljahren wenigstens ein bißchen freuen würde, wenn die mal weg ist. Grund zur veranlassung gibt es wohl eher nicht. Muttis vize, prinz karneval aus Hamburg rückt auf und Andi B.Scheuert heißt jetzt Wirsing. Aber sonst ändert sich nicht viel. Man erinnere sich:
An h4 und der agenda 2010 war Olaf Scholz beteiligt und auch die GRÜNPARTEI - und von der FDP muß man, sofern man nicht von beruf reich ist, auch nicht übermäßig viel erwarten. Besserung erwarte ich da eher nicht.

Mittwoch, 6. Oktober 2021

Exklusivmonolog 4

Fortsetzung.

Was nun folgt, kann man durchaus als offene gewaltaufforderung bezeichenen:
Zitat Professor Doktor Packdi:[26:07] »Schießt Leute! Die wahrscheinlichkeit daß der kopf getroffen wird, ist praktisch null.«
Das »interview«, in welchem Sucharit Bhakdi dies sagte, erschien anfang juni. Nachdem es bereits mehrere anschläge auf wissenschaftliche einrichtungen wie das RKI oder die Leibnitzgesellschaft in Berlin sowie auf mehrere impfzentren gegeben hatte. Da fordert der guru seine anhänger nicht zur besonnenheit auf sondern schürt ängste vor der impfung und vergleicht sie mit geladenen pistolen (siehe teil 3) und sagt dann »schießt leute!« Das sieht nun eher nicht nach friedfertigkeit aus.

Sicherlich haben die meisten menschen gelegentlich gewaltphantasien aber es ist definitiv ein unterschied, ob irgendwelche saufbrüder am küchen- oder stammtisch so etwas sagen oder ob das ein herr Professor Doktor sagt, der von bestimmten leuten als autorität anerkannt wird.

Ein querdenkender Professor Doktor aus Hannover sagte beispielsweise, daß der mord in Idar-Oberstein nichts mit den »lockdown-kritikern« zu tun haben könne, weil der auch vorher schon gewaltphantasien gehabt habe:
Auf die idee, daß die offenbar szeneübliche gewaltrhetorik den täter auf die idee gebracht haben könnte, seine phantasie in die tat umzusetzen, kommt der saubere herr Professor Doktor nicht, für ihn scheint es fast das selbe zu sein, ob einer gewaltphantasien hat oder sich weiter radikalisiert, sich (illegal) waffen besorgt und diese auch benutzt. Schuld sind die, die einen zusammenhang für möglich halten. Aber weiter mit Packdi.
Zitat Professor Doktor Packdi:[26:13] »Und wenn ihr den kleinen finger trefft, tut ein bißchen weh, aber die leben werden gerettet.«
Zu einem friedfvollen miteinander trägt eine solche rhetorik nicht bei. Der herr Professor Doktor erreicht mit dem, was er sagt sehr viele leute und er trägt mitverantwortung für gewalttaten, wenn er erst menschen verunsichert, indem er behauptet, hier wären irgendwelche finsteren machenschaften im gange und dann zum schießen auffordert.
Zitat Professor Doktor Packdi:[26:20] »Eine lüge jagt die andere. [...] Ich sag’ Euch: wer sich impfen lassen will, lasse sich bitte impfen. Mit gottes segen sowieso. Und mit meinen guten wünschen, auch. Ich hab nichts dagegen, daß wenn jemand daran glaubt und das will, daß er das tut. Aber er muß das tun mit dem wissen, daß sein blut in seinen adern gerinnen kann und das jedes gerinnungsereignis lebensgefährlich ist. Wenn er das risiko eingehen will, ist das o.k. [...]«
Oh, welch’ gnade! Der herr Professor Doktor erlaubt es impfwilligen, sich impfen zu lassen. Vielleicht sollte er seinen fans mal klar machen, daß sie aufhören sollen, impfzentren und impfärzte anzugreifen. Mit deren toleranz ist es nämlich nicht so weit her.

Die impfstoffe haben ihre zulassung aber nicht bekommen, weil die so tolle nebenwirkungen machen, sondern weil die hauptwirkung die der möglichen unerwünschten wirkungen bei weitem übersteigt. Wenn man sich impfen läßt, geht man ein kleines risiko ein, um das größere risiko im falle der infektion loszuwerden. Der herr Professor Doktor redet ständig das risiko, an der krankheit zu sterben klein und das risiko, nach der impfung zu sterben möglichst groß. Mit der realität hat das nichts zu tun.
Zitat Professor Doktor Packdi:[28:52] »[...] sag ich Euch, gibt es ein phalanx von juristen, die jetzt schon ihre stifte spitzen und die papiere da haben, denn dann wird es möglich sein, denke ich, ich bin kein jurist, daß klagen eingereicht werden und zwar nicht gegen die pharma-industrie, die pharma-industrie hat von vorn herrein sich aus der ganzen, äh, geschäft gezogen, sie können nicht verantwortlich gemacht haben. Die spritze kann sie umbringen, die pharma-industrie zahlt kein cent.«
Kann man eigentlich den herrn Professor Doktor verklagen, wenn jemand seinetwegen angst vor der impfung hat und dann an einer coronainfektion verstirbt? Das coronavirus kann einen umbringen und die coronaverharmloser und impfgegner zahlen keinen cent.
Zitat Professor Doktor Packdi:[29:20] »Aber. Derjenige, der belangt werden kann, ist derjenige, der die tat durchführt. Das sind die ärzte, die impfärzte. Die impfärzte sind dann richtig dran.«
Der versucht glatt, druck aufzubauen. Tatsache ist, daß man ohne einverständniserklärung nicht geimpft werden darf und es muß vorher über die risiken und nebenwirkungen aufgeklärt werden. Schön wäre es, wenn figuren im ruhestand, die unwahrheiten verbreiten, belangt werden könnten. Aber lügen ist ja nicht verboten.
Zitat Professor Doktor Packdi:[29:35] »Ich hoffe wenigstens, daß das der fall ist. Letztes wort: Wer es wagt, wir ham kleinen sohn, an unsre kinder zu gehen, mit irgendeinem impfzwang, der soll sich warm anziehen.«
Was fabuliert der knispel sich da zusammen? Das interview ist von anfang juni. Zu dem zeitpunkt gab es keinen impfstoff, der für minderjährige zugelassen war, inzwischen ist ein impfstoff für jugendliche ab zwölf zugelassen, aber immer noch keiner für kinder und der arsch fabuliert was vom »impfzwang für kinder«. Blöder geht es nicht. Es gibt nicht einmal eine impfpflicht für erwachsene in bestimmten berufsgruppen. Es ist zum kotzen, daß dieser selbstherrliche hinterbacken menschen mit dingen verunsichert, die überhaupt nicht zur debatte stehen.
Zitat Professor Doktor Packdi:[29:48] »Und ich hoffe, daß die Deutschen eltern auch noch menschlich geblieben sind,«
Waren sie es je?
Zitat Professor Doktor Packdi:[30:00] »daß sie ihre kinder schützen. Vor diesen geschossen, die aus pistolen kommen, die geladen sind.«
Und noch mal das bild mit den schußwaffen. Diesmal noch ein bißchen weiter emotional aufgeladen, weil es um kinder geht. Das ist schlicht und ergreifend das allerletzte!
Zitat Professor Doktor Packdi:[30:08] »Das kann nicht sein. Kinder, die sowieso nicht erkranken, geschweige denn sterben an diesem virus sollen an die wand genagelt und dann angeschossen werden, mit einem scharf.«
Womit wird da geschossen? Mit einem scharf oder mit einem schaf? Diese kindheitserinnerung hat vermutlich jeder: in allen anständigen arztpraxen gibt es wände, an denen kinder festgenagelt werden und dann werden sie, dartspfeilen gleich, mit impfspritzen beschossen. Das war in der guten alten zeit schon so. Auch wenn an polio viel weniger menschen starben als an corona. Es ging ja hauptsächlich ums kinderquälen. Das ist natürlich nur die halbe wahrheit, denn in wirklichkeit wurden die kinder für die polioimpfung früher mit zuckerwürfeln beworfen und dann bekamen sie zahnschmerzen, deshalb mußte festnageln an der wand schon sein.
Zitat Professor Doktor Packdi:[30:24] »Ist das nicht ein vorstellung, die man in die kirche tragen muß? Das müssen auch die menschen in der kirche hören.«
Als ob die nicht auch so schon genug blödsinn glauben würden.
Zitat Professor Doktor Packdi:[30:39] »Das geht nicht. Und wenn ihr bilder seht, von kindern die festgehalten werden, damit diese verdammte nadel reingestochen wird, denkt an meine worte. Laßt eure kinder nicht angeschossen werden. Die geschosse sind scharf.«
Also doch scharf und nicht schaf. Bilder von heulenden kindern, die festgehalten werden, damit man sie impfen kann, sieht man seit jahren auf internetseiten von impfgegnern. Die wollen die leute, die ihre kinder impfen lassen als unmenschen darstellen, die ihre kinder mit nadeln und noch schlimmerem (siehe: an die wand nageln) malträtieren.
Zitat Professor Doktor Packdi:[30:58] »Und es sind schon jetzt kinder gestorben in Amerika nach der impfung. [...] Lebenslänglich verletzend, die nie wieder normal werden [...] ich habe doch gerade gesagt, daß diese menschen ihre approbation entzogen bekommen müssen. Sie sind eine gefahr für die gesellschaft, für die bevölkerung und vor allen dingen, dieser ärztetag für die kinder.«
Erst an der impfung sterben und dann lebenslänglich verletzt sein und nie wieder normal werden, muß man in dieser reihenfolge auch erstmal schaffen. Es tut mir leid. Wie soll ich da noch ernst bleiben?
Zitat Professor Doktor Packdi:[31:41] »Ich bin bereit vor jedem gericht der welt mit ihnen zu streiten. Ich bin jederzeit bereit, den versuch zu starten, daß die ihre approbation verlieren. Ich bin so wütend.«
Auch hier sieht man, daß wut ein schlechter ratgeber ist. Es gibt überhaupt keinen grund, daß ärzte ihre approbation verlieren, weil sie helfen, die pandemie zu beenden.
Zitat Professor Doktor Packdi:[31:57] »Ich wünschte Siegenthaler würde noch leben. Er würde hier sein, bei uns. Er wäre zurückgekehrt. Zum ort, wo er uns ausgebildet hat. In Nordrheinwestfalen«
Das ist, was der herr Professor Doktor wirklich gut kann: personen für die eigene agenda vereinnahmen, die sich dagegen nicht wehren können: kinder und verstorbene.
Zitat Professor Doktor Packdi:[32:09] »Ich schäme mich.«
Dazu hat der herr Professor Doktor sicherlich allen grund.
Zitat Professor Doktor Packdi:[32:10] »Ich schäme mich so für meine - ich nenne sie nicht meine kolleginnen und kollegen. Sie sind nicht meine kollegen. Ich bin selbst gebeten worden von meinen kolleginnen und kollegen, auszutreten aus der Gesellschaft für Mikrobiologie, weil ich diese meinung vertrete. Und ich bin ausgetreten. Ich distanziere mich in aller form von ärzten, die nicht gelernt haben, was hätten lernen sollen oder sie haben es gelernt und vergessen. Und schlimmer noch sie sind nicht bereit, sich hinzusetzen und sich zu überlegen, wie Siegenthaler uns gesagt hat, befohlen hat. Sich auszutauschen, denn vielleicht vertun sie sich.«
Auf die idee, daß es im bereich des möglichen liegen könnte, daß er sich vielleicht selbst vertut, kommt er leider nicht. Und er scheint auch darauf zu setzen, daß seine zuhörer den unterschied zwischen meinung und wissenschaftlich belegbaren tatsachen nicht kennen.
Zitat Professor Doktor Packdi:[33:00] »Und, leute, ich bin nicht alleine, es sind jetzt zigtausende ärzte und forscher auf der welt. Ioannidis, einer der größten medizinforscher dieser zeit, ist derjenige der diese zahl 0,15% sterblichkeit an corona, der ist der chef der epidemiologie in stanford, einer der meistzitierten wissenschaftler der welt. Eine ganz andere nummer als Spahn, nein, Spahn ist überhaupt keine nummer. Oder Wieler, Drosten ist auch k... - Drosten und Ioannidis sind wie Champions League und jugendmannschaft.«
Namedropping ist immer gut. Der expertigste der experten, der prof. dr. Ionannidis aus Stanford - und das ist nicht provinzding wie die Charité - hat die eine studie, in der der eine satz vorkommt, gemacht und da ist es dann auch egal, daß da das, was man beweisen wollte, gar nicht behauptet wird. Aber der herr Professor Doktor steht mit seiner auffassung nicht allein da, es sind zigmilliarden ärzte und forscher, die das genau so sehen wie er und so viel expertizität gibt es sonst nirgends.

Da hat Christian Drosten ja noch einmal glück gehabt, daß er in der jugendmannschaft ist in seinem alter und nicht wie Professor Doktor Packdi in der geriatrie. Wer in der jugendmannschaft ist, hat die beste zeit noch vor sich.
Zitat Professor Doktor Packdi:[33:45] »Es ist kein vergleich. Und wenn einer der meistzitierten menschen der welt das sagt, dann kannst Du glauben, daß das so ist, ja? Und von diese kaliber sind tausende jetzt da, die alle das selbe sagen. Daß die Deutschen immer noch nicht hören, daß es andere stimmen gibt, dann wird es bald zu spät sein.«
Nein, man muß nicht auf eine selbstherrliche aber aufgeblähte minderheit hören.
Zitat Professor Doktor Packdi:[34:30] »[...] Wissenschaftler mögen den wissenschaftlichen streit. Wo wir uns einig sind, ist, daß die impfung gefährlich ist. Wo wir uns nicht einig sind, ist, daß die impfung virusvarianten durch immunologischen druck erzeugt. Warum glaube ich nicht dran? Der Luc Montagnier ist nicht da, ich werde es Euch erzählen. Diese ganze vorstellung, daß die antikörper in ihrem blut ein virus beeinflussen kann und stoppen kann, das durch die vordertür des hauses reinkommt, gar nicht hier hin, das virus geht in die zellen der lungen rein, die antikörper sind im blut. Wie sollen diese antikörper ein virus beeinflussen immunologisch, das reicht gar nicht, es gibt keine flucht. Das virus geht in die lungenzelle und wird nicht von antikörpern überhaupt getouchet, das wird von antikörpern überhaupt nicht berührt. Das ist der grund, weshalb alle sind quatsch, daß die impfung schützt gegen ein virus, weil die antikörper schützen, ist gelogen. Das ist nie belegt worden. Nie. Das kann nicht gezeigt werden. In affen wurde gezeigt, daß sie nicht schützen. Wie sollen sie bei euch schützen? Das sind aber fragen, die ich jetzt nicht unbedingt im interview... ich will nur sagen, auch das ist eine lüge. Es ist so, daß Luc Montagnier ein großartiger molekularbiologe ist und virologe aber Luc Montagnier ist kein immunologe. Das ist auch was, was leute verstehen müssen, das ist ein anderes fachgebiet.«
Und noch einmal namedropping. Ja, wenn der Luc Montagnier jetzt da wäre, dann ließe es sich gepflegt wissenschaftlich streiten, schließlich ist man sich einig, daß die impfung gefährlich sei. Die kann einem die ganze, schöne pandemie versauen, wenn überall dort, wo viel geimpft wird, die leute einfach nicht mehr massenhaft sterben wollen. Wo sind eigentlich die 25% impftoten abgeblieben, die Packdis parteifreund Füllmich vorausgesagt hatte? Das müßten inzwischen rund 14 millionen sein. Und im september sollten ohnehin alle geimpften sterben. Da muß doch irgendwer leichen im keller haben.
Zitat Professor Doktor Packdi:[36:07] »Genauso wenig wie Drosten ein immunologe ist, ist er nicht. Er hat das nicht gelernt, daß die viren eigentlich über lymphozyten bekämpft werden und die lymphozyten sind sowieso da, deswegen können sie gar nicht sterben. Das ist nämlich der ganze witz. Alles in der medizin ist einfach, wenn man ganz an der quelle ist.«
Christian Drosten hat nie behauptet immunologe zu sein. Er weist in interviews und in seinem podcast oft darauf hin, daß er bestimmte fragen nicht beantworten kann, weil das über sein fachgebiet hinaus geht.

In die verlegenheit ist Professor Doktor »Allwissend« Bhagdi meines wissens noch nie gekommen. Zwar hat er nie an coronaviren geforscht, hat aber von anfang an viel besser darüber bescheid gewußt, daß SARS-Cov-2 völlig ungefährlich ist und daß die pandemie im oktober 2020 beendet gewesen wäre, es keine zweite, dritte und vierte welle gegeben hätte, wenn wir nur die PCR-tests weggeschmissen hätten.

Und gestorben wäre dann überhaupt niemand. Denn wie wir jetzt durch Professor Doktor Packdi erfahren durften, kann man daran gar nicht sterben, weil viren durch lymphozyten bekämpft werden. Die menschen früherer generationen waren ganz schön doof: die sind glatt an pocken und anderen viruserkrankungen gestorben. Die wußten halt nicht, daß sie daran der lymphozyten wegen gar nicht sterben können. Dabei wäre es so einfach gewesen, wenn sie bloß die quelle gewußt hätten.
Zitat Professor Doktor Packdi:[36:46] »[zur frage nach kreuzimpfung]Ich hab doch alles gesagt. Wenn eine impfung nicht funktioniert kann auch keine kreuzimpfung. Die kann nur schädigen. Und zwar ist das so, daß diese kreuzimpfung jede weitere impfung macht die impfung gefährlicher und gefährlicher. Warum? Weil diese kettenreaktion dies anstoßen der kettenreaktion kommt daher zustande, daß das immunsystem aktiviert ist. Explosiv ist, das wollten die. Wenn Ihr immunsystem einmal aufgepeitscht wird durch die erste impfung, immunsystem hat ein gedächtnis, ja? Es ist aufgepeitscht. Ist stärker geworden und beim immunsystem, gerade bei den zellen, gerade bei den lymphozyten, da gibt es clowns, klonale vermehrung, daß heißt die soldaten, die für dieses virus zuständig sind, vermehren sich, so wenn das virus wieder reinkommt es mehr soldaten gibt. [37:49] Das ist wunderbar. Starwars, clowns. Und diese klons, die schlafen im lymphknoten, die warten auf den nächsten feind. Wenn sie es wagen, diesen feind dieses gen noch einmal zu spritzen, dann haben sie nicht ein soldat dagegen, sondern sie haben ganze klone der selben soldaten und sie werden noch explosiver sein und deswegen werden sie noch mehr gerinsel bekommen. Ist das nicht klar? Das ist der grund, wieso erst nach der zweiten impfung sind viele leute richtig krank geworden, nach der ersten gings noch einigermaßen, nach dem zweiten gings scheiße. Das ist doch so. Habt ihr sie noch alle, könnt ihr nicht denken? [38:38] Das ist die wunderbare auffrischimpfung, von der die welt bei anderen impfungen redet. Zweimal impft, aber wenn ihr noch einmal impft, diese gen gottungewollt in eure körper schickt, ich möchte nicht in Euren schuhen stecken und ich möchte nicht in den schuhen stecken der ärzte, die geimpft haben, wenn sie die d-dimere vorher und nacher bestimmen laßt.«
Vermutlich gibt es da nichts zu verstehen. Ich habe den eindruck, der alte mann redet wirr. Als es das internet noch nicht gab, haben alte menschen ihre enkel mit verrückten geschichten erfreut, heute müssen sie sich in aller öffentlichkeit zum deppen machen. Das klingt eher nicht nach einem erfreulichen lebensabend.

Donnerstag, 30. September 2021

Exklusivmonolog 3

Fortsetzung. Eigentlich wollte ich mich nicht noch mal mit Sucharit Bhakdis gesülze von anfang juni befassen, das damals im Rubikon zu finden war. Aus halbwegs aktuellem anlaß habe ich mich aber entschieden, das jetzt doch noch nachzuholen, denn seine rhetorik läßt an einigen stellen tief blicken.
Zitat Professor Doktor Packdi:[15:07] »Und dann habe ich angefangen zu denken und zu lesen und mich zu erinnern, was ich gelernt habe, was ich gelehrt habe, was ich geforscht habe. Und ich bin relativ rasch auf die erkenntnis gestoßen, daß diese impfung gefährlich sein könnte. Und weil ich wissenschaft mein leben lang betrieben habe, das ist nur eine ursache zu finden, was eine folge haben wird. [...] Verschiedene Symptome, kann das alles unter ein dach gebracht werden? Könnte es eine ursache für so viele sachen geben? So denkt ein wissenschaftler.«
Daß der in den vergangenen zwanzig monaten viel gedacht und geforscht hätte, darf angezweifelt werden. Man bekommt eher den eindruck, daß er glaubt gemeinsam mit einigen, wenigen erleuchteten einen ganz großen skandal aufzudecken. Nur gibt es den überhaupt nicht. Aber Packdi ist selbstredend der einzige, der die »richtige« forschung betreiben kann und deswegen hat er entdeckt, daß die impfung gefährlich sein könnte, immer hübsch im konjunktiv, deshalb muß er sich nur eine ursache ausdenken, was eine folge haben wird.
Zitat Professor Doktor Packdi: »Und als ich das tat, kam ich auf die furchtbare erkenntnis, daß dieses fremde gen, das ist wie ein zaubergeschoß, das wird in den körper geschossen und soll eine explosion des immunsystems bewirken, so daß das immunsystem aufwacht und dann das virus bekämpft und tötet. Abgesehen davon, daß das virus nicht da ist. Hatte ich plötzlich die vision, daß das virus explodiert voller energie, aber es setzt kettenreaktion in gang und eine reaktion die sehr schnell in gang gesetzt werden könnte, ist die reaktion der blutgerinnung, das heißt gerinselbildung in den gefäßen. Und das habe ich zu papier gebracht und mit meiner frau geschrieben und das haben wir alles in diesem buch festgehalten. Dies buch ist geschrieben worden zu einem zeitpunkt, wo diese ganze übung gerade begonnen hat. Und wir haben in diesem buch auch festgehalten, daß das unsere furcht ist.[...]«
Das ist doch alles ziemlich wirr. Furchtbare erkenntnisse, zaubergeschosse, explodierende viren, die nicht da sind, visionen von kettenreaktionen, die in gang gesetzt werden könnten, explodierende immunsysteme, gerinselbildungen und mutmaßlich gänzliche eintrübung der gedanken. Aber wenn es zweckdienlich ist, menschen zu verunsichern und werbung für die eigenen bücher zu machen, wo man all die großartigen erkenntnisse festgehalten hat, muß das sein.

Im folgenden wird’s spannend:
Zitat Professor Doktor Packdi: [17:09] »Mein gleichnis: Sie nehmen ein pistole und die pistole ist geladen, sie ist jetzt echt geladen. Und sie schießen auf einen menschen. Das ist diese impfung. Man schießt auf menschen.«
Interessantes gleichnis. Muß man sich wundern, wenn menschen zunehmend aggressiv werden und zu gewalt übergehen, wenn ein herr Professor Doktor eine impfspritze, die dafür gedacht ist, leben zu retten, mit einem tötungsgerät gleichsetzt?

Es ist nachvollziehbar, daß menschen angst vor einem neuen medikament haben, von dem sie denken, daß es noch nicht gut erforscht sei, auch wenn das gar nicht der fall ist. Wenn Packdi auch nur halb so verantwortungsvoll wäre, wie er immer tut, würde er sich drum kümmern, den menschen die angst zu nehmen. Stattdessen inszeniert er sich lieber selbst, weil er so gern in die bestsellerliste will.
Zitat Professor Doktor Packdi: [17:52] »Das kann einen finger treffen und das tut ein bißchen weh. Macht nix. Der nutzen ist groß, weil das virus wird gekillt, aber das virus ist nicht da, aber das ist egal. [18:03] Oder man trifft den arm, das ist schon ein bißchen ernster. Oder man trifft ein bein. Oder den bauch, noch ernster. Oder die brust, das herz. Ernst. Das gehirn. Todernst. Was man trifft, weiß nur der jenige der da oben ist. [18:27] Und warum man trifft, warum Sie und ich da gibt es erklärungen. Niemand kann wissen, ob oder ob nicht. Tatsache ist, man kann getroffen werden. Das haben wir geschrieben. So.«
Wie konnte es passieren, daß eindeutig Packdis gehirn getroffen wurde, obwohl er doch mit sicherheit nicht geimpft ist? Oder hat er sich impfen lassen, heimlich, und spricht aus erfahrung?

Und wieder das erbärmliche rumgeeiere, um es sich mit keiner gruppe seiner potentiellen leserschaft zu verderben: das virus wird kaputtgemacht, obwohl es gar nicht da ist. Er hat es nicht leicht, wenn er sich einerseits nicht komplett lächerlich machen möchte und andererseits der fraktion der virus- und pandemieleugner nicht vor den kopf stoßen.
Zitat Professor Doktor Packdi: [18:35] »Ihr werdet mitbekommen haben, daß diese gerinselbildung tatsächlich als mögliche gefahr jetzt angegeben wird von der regierung von den - sie haben zugegeben, daß diese tödlichen gerinselbildungen stattgefunden haben, aber - und jetzt kommt das aber - die sind so selten leute und wir haben millionen geimpft und das sind so paar fälle. Vergiß es, ja?«
Da tut er so, als wäre es sein verdienst gewesen, daß die regierung mitgeteilt hat, daß es zu todesfällen durch gerinselbildung kam. Ungefähr, als hätten die das nur zugegeben, weil er und seine mitstreiter großen druck ausgeübt hätten. In der rolle würden er, Wodarg und andere aus dem covidiotischen lager sich gern sehen, nur so ist es nicht.

Obwohl thrombosen bei der impfung mit AstraZeneca selten vorkommen, nämlich weniger als 2 fälle auf 100.000 impfungen (zum vergleich: bei der antibabypille gilt es als hinnehmbar, daß es 50 bis 120 thrombosen auf 100.000 anwenderinnen gibt), mit todesfolge 1 von mehr als 480.000 (zum vergleich: an den folgen von komplikationen in der schwangerschaft, deren abbruch einige leute hierzulande immer noch für nicht legitim halten, sterben auf 100.000 geburten in Deutschland 7 frauen), hat niemand gesagt, vergiß es. Niemand will der eine aus fast einer halben million sein, der an der impfung stirbt. Weil diese nebenwirkung hauptsächlich bei jüngeren frauen aufgetreten war, wurde dieser impfstoff ab ende märz hauptsächlich an ältere menschen über 60 verimpft, bei denen das risiko geringer ist.
Zitat Professor Doktor Packdi: [19:03] »Der Bhakdi spinnt.«
Das würde ich auf der stelle unterschreiben. Leider handelt es sich nicht um einsicht, die zur besserung führt.
Zitat Professor Doktor Packdi: [19:05] »Der sagt des, um Euch angst zu machen, wenn Ihr Euch nicht impfen laßt und damit die alten sterben. Das ist das, was die sagen. So. «
Ja, was denn sonst? Da haben »die« mit sicherheit recht.
Zitat Professor Doktor Packdi: »Das problem diese gerinselbildung ist, man sieht diese gerinsel nicht. Man sieht nicht, ob das gerinsel sich im kleinen finger gebildet hat, im arm und im bein oder im herzen oder im gehirn. Man sieht sie nicht, weil die haut dazwischen ist. Okay.«
Alle menschen haben eine glatze. Man sieht sie nicht, weil meist haare oder ein hut dazwischen sind. Man sieht auch nicht, daß Professor Doktor Packdi offensichtlich nur mist im kopf hat, nur leider hört man das, weil er nicht müde wird, das kund zu tun.
Zitat Professor Doktor Packdi:[19:37] »Zum großen glück, das ist moderne medizin, gibt es einen labortest, der sagt uns, ob das blut geronnen ist im körper. Das ist der test auf soganannte d-dimere [werbung fürs buch]. Wir haben gewarnt zu einer zeit als es überhaupt nicht bekannt war.«
Das buch erschien am 4. mai 2021. Wer seine informationen nicht aus den schleimigen fluten des Rubikon fischte und auch nicht von Bhakdi, sondern aus dem öffentichrechtlichen rundfunk bekam, wußte zu diesem zeitpunkt längst bescheid. Der impfstoff von AstraZeneca wurde am 29. januar in der EU zugelassen und kaum fünf wochen später haben die sogenannten mainstreammedien, die regierungstreu alles böse arglistig verschweigen und vertuschen, darüber berichtet, daß es damit probleme gibt und die impfungen bis auf weiteres ausgesetzt sind. Nebenher: das sind die gefürchteten langzeitfolgen, die bei neuen impfstoffen auftreten können. Sie fallen schneller auf als man denkt.

Der herr Professor Doktor und seine frau haben also gewarnt, als es längst bekannt war. Christan Drosten sprach bereits am 16. märz in seinem podcast über sinusvenenthrombosen, die nicht nur als komplikation nach der impfung auftreten können sondern auch bei der »natürlichen« covid-19-erkrankung.
Zitat Professor Doktor Packdi:[22:58] »[...] Was man hätte tun müssen als die ersten verdachtsfälle waren und das war im märz, daß diese impfung die blutgerinnung anstoßen kann, wie wir das vorhergesagt haben, ware zu sagen, alle impfärzte vorher blut abnehmen, auf d-dimere und bei alle impflinge fünf bis sieben tage danach, egal, ob sie symptome haben oder nicht und dann könne wir sehen, ob das, was Bhakdi gesagt hat, quatsch ist.«
Auch hier tut der herr Professor Doktor so, als habe man als die ersten verdachtsfälle auftraten einfach nichts getan und habe seine warnungen über die nebenenwirkungen, die er hinterher vorhersehen konnte, einfach nicht gehört.
Zitat Professor Doktor Packdi:[25:14] »[...] da ist das blut in den adern geronnen. Und man hat es nicht gemerkt? Und sage 30% und dann sagt er: noch mehr. Und da habe ich gesagt: tragen Sie das alles zusammen, ich werd jetzt sofort den Wolfgang Wodarg anrufen und ihm das sagen. Haltet Euch fest. Wolfgang ist aufgesprungen und hat gesagt ›jetzt muß das Deutsche volk wieder aufstehen und handeln.‹«
Jaja, volk steh auf und sturm brich los. Da gefriert einem tatsächlich das blut in den adern, wenngleich auch aus völlig anderen gründen. Dieser angeber tut glatt so, als wären die fälle von thrombose nicht aufgefallen und als wären Wodarg und er die letzten wahren mediziner hier im land, die jahrzehntelang unerhört gewarnt hätten und als sei ganz plötzlich aufgeflogen, was seit jahren vertuscht wurde. Eigentlich hat man doch seit beginn der impfungen sehen können, daß so ziemlich das gegenteil von dem, was Packdi behauptet, der fall ist: es wurde ausführlich über die probleme, die auftraten, berichtet.
Zitat Professor Doktor Packdi:[25:50] »Es geht nicht an, daß, ich weiß nicht, wie die alle heißen, Merkel oder Spahn, glaube ich, heißt der auch ... oder Wieler sagt... Söder auch, ja, oder Gebauer ... ich weiß nicht. Ich vergeß die immer so, weil was die sagen ist immer so unerträglich. «
Er hat zwar keinen blassen dunst über wen er redet und zuhören muß er ihnen schon gar nicht, weil er’s ja besser weiß, aber daß es unerträglich ist, was die sagen, das weiß er schon. Dabei muß man sich die figuren, die unerträgliches sagen, erst recht merken. Aus dem grund gibt es demnächst auch noch einen vierten und letzten teil.

Donnerstag, 23. September 2021

Wahlempfehlung

»Die coronamaßnahmen werden ewig verlängert, damit die bundestagswahl nicht stattfindet, weil die Merkel für immer an der macht bleiben will« war vermutlich die bekloppteste verschwörungserzählung, die ende des vergangenen jahres/angang dieses jahres unterwegs war. Jetzt findet die wahl statt und die MerkelIn ist so verschlagen, nicht einmal für den eigenen machterhalt anzutreten. Wenn das mal nicht eine fiese falle ist.

In Berlin artet das regelrecht in arbeit aus:
Man muß ziemlich viel tun: einmal »ja« ankreuzen. Und ansonsten die partei die PARTEI ankreuzen. D.h. die zweitstimme für die bundestagswahl hat die LINKE bekommen, weil ich, wenn es dann schon eine regierung geben muß, eher eine linke regierung bevorzugen würde - in der hoffnung, daß dort die familie Lafontaine eher nicht so viel zu melden hat.

In Berlin hat leider Franziska Giffey relativ gute chancen oberbürgermeisterin zu werden. Sie hat schon angekündigt, den volksentscheid zu ignorieren und das ist ein grund, PARTEI zu wählen. Außerdem: Dem kann ich mich nur anschließen. Kiffer gehören nicht in den knast, sondern verbrecher und nazis. Am 26.9.2021 in Berlin PARTEI wählen.

Dienstag, 21. September 2021

Maskengegner erschießt Kassierer um Zeichen zu setzen. Sind Querdenker T...

An sich war es weniger die frage, ob es tote durch gewalt von querdenkern geben würde, sondern, eher wann. Figuren wie Hildmann rufen seit rund eineinhalb jahren zu gewalt auf, unter den maßnahmegegnern sind bewaffnete reichsbürger und nazis und da war es vorhersehbar, daß irgendwann etwas passiert. Und schon schon kommt aus dem querdenkerlager die altbekannte täter-opfer-umkehr: der ermordete kassierer sei selbst schuld. Ich will nicht daran denken, was sonntagabend los sein wird. Die querdenkerpartei dieBasis wird mit an sicherheit grenzender wahrscheinlichkeit »wahlbetrug!« jaulen. Die wähnen sich nämlich bereits im zweistelligen bereich
zitat: »Düsseldorf, 14. September 2021 - Einer aktuellen INSA Umfrage zufolge steht die Mitte vergangenen Jahres gegründete Partei dieBasis bereits hoch in der Gunst der Wähler zur Bundestagswahl in zwei Wochen. 16% der Befragten geben an, „absolut“ oder „eher“ die Partei dieBasis wählen zu wollen.«
Tatsächlich sieht der der meinungstrend bei INSA die sonstigen parteien inklusive ca. 3% Freie Wähler bei 8%.
Da ist es eher unwahrscheinlich, daß die kommende regierung aus einer koalition aus dieBasis und AfD bestehen wird.

Dienstag, 14. September 2021

Triel

Beim wort triel denke ich am ehesten an einen vogel, der hierzulande als so gut wie ausgestorben gilt, weshalb es seltsam ist, daß dies wort in den letzten tagen recht häufig zu hören und zu lesen war und dann auch noch falsch geschrieben.

Also schaute ich in mein wörterbuch um zu erfahren, was es damit auf sich hat. Selbiges kannte außer dem vogel auch noch das Süddeutsche wort triel, welches mund, maul oder wamme bedeutet und davon abgeleitet das verb trielen, welches ein anderer begriff für sabbern ist.

Somit ist ein triell vermutlich gar kein duell, an dem drei personen beteiligt sind, sondern eher so etwas wie ein sabberwettbewerb. Nur gut, daß ich mir das nicht angesehen habe.

Donnerstag, 26. August 2021

Alle 60 Sekunden...

...vergeht in Deutschland eine Minute.

Erschreckend ernster wahlwerbespot:

Mittwoch, 14. Juli 2021

Exklusivmonolog 2

Fortsetzung

Nach etwas längerer zeit noch ein teil des »interviews« mit dem träger des Goldenen Bretts 2020, das Flavio von Witzleben anfang juni für den Rubikon führte. Laut beschreibung vom Rubikon soll herr von Witzleben eine kritische haltung gegenüber medien und politik entwickelt haben. Kritisch nachzufragen scheint aber nicht unbedingt seine sache zu sein, in diesem video ist er statist, damit der herr Professor Doktor seine weisen worte nicht einfach so in den orbit sendet, sondern es so aussieht, als hätte irgendwer das alles wissen wollen.

Und immer wieder kommt es zur Deutschenlobhudelei, bzw. zur lobhudelei dessen, was der herr Professor Doktor für Deutsch hält, daß es einem widerlich werden kann.
Zitat Professor Doktor Packdi:[03:16] »Ich hab so viel von den Deutschen gelernt. Ich hab so tolle professoren gehabt. Deutsch, ich hab auch einen Schweizer professoren gehabt, das war der internist Walter Siegenthaler, wohl der bekannteste internist Europas und von ihm habe ich so viel gelernt [...] der hat mir gesagt,›ein guter arzt [...] darf nur eine angst im leben haben und das ist die angst, sich zu vertun zum schaden der patienten und zum leid der patienten [...] Herr Bhakdi, wenn sie jemals bloß das gefühl haben, sich zu vertun, dann setzen sie sich mit ihren kolleginnen und kollegen zusammen [...] und versuchen sie eine vernünftige lösung zu finden.‹«
Das ist sicherlich ein vernünftiger rat, auf den er mal besser hören sollte. Daraufhin legt er prof. Siegenthaler mit viel pathos einige dinge in den mund, die ein bißchen arg nach Packdis eigener derzeitigen politischen agenda klingen, weshalb ich sie hier ausspare.

Walter Siegenthaler war der arzt des späteren bundespräsitenten Gustav Heinemann und sagte noch 2009 auf die frage, ob er eltern verstehen könne, die heutzutag ihre kinder nicht impfen lassen möchten »Nein. Man kann nicht bestreiten, dass es gelegentlich einmal zu einer Komplikation durchs Impfen kommt. Aber im Ganzen betrachtet, muss man sagen: Das bringt für die Zukunft der Kinder so viel, dass man nicht darauf verzichten kann«. Daraus könnte man schließen, daß er Packdis krude thesen über die pandemie und die impfung womöglich nicht übermäßig schlau gefunden hätte.
Zitat Professor Doktor Packdi:[07:05] »In diesem Jahr hat sich etwas vollzogen, was schon am horizont war, nämlich Deutschland und die Deutschen wurden jahrzehntelang davor vorbereitet auf dieses jahr. Und zwar auf so subtile art und weise. Das fing an mit der veranderung der struktur der universitäten. Lehre und forschung ist anders geworden, die medien sind anders geworden, nicht mehr frei, sondern einer höheren gewalt dienend. Die ärzteschaft selbst haben sich verändert und arbeiten nicht nach den prinzipien, nach den ethischen prinzipien, die mein leben regiert haben. Sie waren vorbereitet und dann kam die krise und die krise hat das ganze sichtbar gemacht. Die bevölkerung war schon geprimed. Die leute haben schon jahrelang zuvor den computer ergeben, diese iPhones, smartphones, sie waren schon auseinander, die menschliche kommunikation war schon runtergegangen, die kirche hat nicht mehr die funktion erfüllt, da gingen immer weniger leute hin, wenige menschen haben zusammen gesungen. Und wenn menschen zusammen kamen, war es hauptsächlich, um zu trinken. [...]«
Aha. Hat der herr Professor Doktor in all den jahren nicht mitbekommen, daß die christen sich in der glaubensspelunke zum trinken schlechten weins treffen und in der »guten alten zeit«, die er besingt, in jedem anständigen Deutschen dorf die kneipe gleich tür an tür mit der kirche war, damit man es nach dem kirchgang schnell zu einem weiteren frühschoppen bringen kann?

In puncto »glauben« ist in Deutschland die größte gruppe konfessionslos, also nicht-religiös und unter den menschen, die den christlichen kirchen angehören, ist der größte teil schon lange nicht mehr übermäßig religiös und das gehört zu den wenigen dingen, die in Deutschland relativ prima sind, wobei die trennung von kirche und staat besser sein könnte.
Zitat Professor Doktor Packdi:[08:50] »Und jetzt, weil sie den befehl bekommen, ›jetzt tu das, wofür ihr vorbereitet worden seid!‹«
Weder habe ich einen befehl bekommen, das zu tun, worauf ich vorbereitet worden wäre, noch wurde ich auf irgendwas vorbereitet. Wahrscheinlich habe ich gerade an dem tag in der schule gefehlt, vielleicht war da aber auch gerade quarantäne.
Zitat Professor Doktor Packdi:[09:23] »Diese pandemie ist doch lächerlich. Wie kann ein virus, was nicht gefährlicher ist als ein grippevirus irgendjemand angst machen, der ein bißchen nachdenkt? Wie kann ein virus, das, wenn man unter 70 jahre alt ist, in diesem land dann werden unter 0,05% sterben, was heißt das? 10.000 menschen, die echt infiziert sind, echt ja, davon können maximal 5 sterben an diesem virus. Auch mit vorerkrankungen. Das ist ein wahnsinnszahl.«
Das ist allerdings eine wahnsinnszahl. Und da müßte an sich ein kritischer journalist mal nachfragen, woher diese zahlen kommen und wie die damit zusammenpassen, daß es zum zeitpunkt des interviews bereits fast 90.000 tote gab. Der herr Professor Doktor betont extra noch, daß von 10.000 menschen, die echt infiziert sind, maximal fünf sterben. So wie ich den herrn Professor Doktor verstanden habe, meint er mit echt infizierten leute, die zumindest irgendwelche symptome hatten und nicht welche, die auf verdacht überprüft und »bloß« positiv getestet wurden. Wenn 0,05% von denen sterben, bedeutet das, daß es hierzulande bereits 180 millionen kranke gab. Aus einer bevölkerung von 83 millionen. Das nicht zu verstehen, liegt natürlich allein an mir, denn ich beherrsche nicht einmal das große jodeleinmaleins im alternativrechnen.
Zitat Professor Doktor Packdi: [10.23]»Und wenn die politik kommt und sagt ›ihr müßt euch impfen, weil sonst werdet ihr sterben. Die impfung schützt gegen krankheit und tod‹ lügen die. Wie kann man schützen gegen einen tod, der nicht da ist?

[10:37] Fünf von zehntausend infizierten könnten sterben, glaubt ihr, daß wenn die zehntausend geimpft sind nicht fünf sterben, sondern nur vier oder drei? Das ist was die politik euch verspricht, was die politik nicht zeigen konnte, weil es so eine studie nicht gibt. Es hat nicht zehntausend infizierte gegeben, die einen waren geimpt, die anderen waren nicht geimpft. Und dann wurden die toten gezählt, weil es keine toten gibt.«
Was soll ich dazu noch sagen? Aber weil der herr Professor Doktor getönt hat, daß bei den unter siebzigjährigen, auch mit vorerkrankungen höchstens 0,05% stürben, sage ich dazu, daß laut RKI bei den unter siebzigjährigen, je nach alter und vorerkrankung bis zu 2,64% der infizierten sterben. Das gefällt mir überhaupt nicht. Aber das risiko läßt sich natürlich mit der impfung senken - und je mehr menschen geimpft sind desto weniger wird das virus weiterübertragen und das ist auf jeden fall sinnvoll.
Zitat Professor Doktor Packdi:[11:10] »Wenn jetzt junge menschen hingehen und sagen ›ich muß mich impfen lassen, weil ich angst habe.‹ OK, dann laßt euch impfen aber und jetzt komme ich zu dieser unsäglichen impfgeschichte.[... abschweifung über kirchenväter und Köln und Bonn] und dann glauben noch die kirchenväter, daß die impfung gut ist [...] die sind nicht glaubwürdig, das tut mir leid, die haben sich nicht informiert [... lobhudelei über ›die Deutschen‹] diese impfstoff, leute, das ist ein gen, ein gen von einem virus [abschweifung über grüne gentechnik blablabla] und jetzt kommen die GRÜNEN und sagen, jagt Euch dieses gen in Eure körper, denn sonst werdet ihr alle sterben. «
Ich jage mir tagein, tagaus allerhand gene in den körper, weil ich sonst sterben würde. Ich habe nämlich die eigenartige angewohnheit, recht gern was zu essen. Uns Deutsche nennt man nicht umsonst »kartoffel«, weil wir uns, wenn man uns nur läßt, gern fortwährend kartoffelgene reinpfeiffen, seit der zeit des Alten Fritzen. Und jetzt soll es ein problem sein, daß in einem impfstoff gene drin sind, wenn doch in allen vorhergegangenen impfstoffen auch welche drin waren? Das ist lächerlich!
Zitat Professor Doktor Packdi: »Die eine lüge jagt die andere. Erstens: ihr werdet nicht sterben und zweitens: es ist nicht OK, liebe pfarrer, kirchenväter, hört mir auch gut zu dem buddhisten: es ist nicht gut, wenn Ihr zulaßt, daß Eure kinder, das sind auch die erwachsenen, das sind Eure kinder, nicht wahr, fremde gene in ihren körper hineinjagen lassen. Der liebe gott das nicht vorgesehen hat. Und der mensch soll sich verdammt noch mal nicht über gott stellen. Sagt der buddhist, der überhaupt nicht gelernt hat, daß es ein gott gibt.«
Meine omma, die sehr religiös und katholisch war und an gott glaubte, sagte zu impfstoffen etwas völlig anderes, nämlich
»Impfstoffe sind ein Geschenk Gottes!«
Wenn jemand so einen hirnrissigen blösinn erzählt hätte, wie der herr Packdi, hätte sie ihm womöglich eins mit dem krückstock auf den deez gehauen. Das übelste schimpfwort das sie kannte, war protestant!, hätte sie ihn gekannt wäre es wahrscheinlich buddhist! gewesen. Religiöse toleranz war ihre sache eher nicht. Aber ihr wäre es im traum nicht eingefallen, die grippe als etwas »harmloses« zu bezeichenen. Sie hatte 1918 zwei geschwister an die »Spanische Grippe« verloren und litt bis ins hohe alter darunter, eine ihrer schwestern und das kleinste brüderchen an diese infektionskrankheit verloren zu haben. Da verstand sie, völlig zurecht, überhaupt keinen spaß.

In dem »interview« sind noch mehr hämmerchen, bei gelegenheit gibt es einen weiteren teil.

Sonntag, 6. Juni 2021

Exklusivmonolog (1)

Wer sich mal so richtig von oben bis unten vollkotzen will, kann sich den monolog des trägers des Goldenen Bretts 2020 anschauen. Eigentlich soll es ein interview sein, aber so kann man das nicht nennen. Egal. Damit niemand dies elend anschauen muß, habe ich mitstenographiert. Und weil heute wahl in Sachsen-Anhalt ist, gibt es den passenden ausschnitt, den rest evtl. später.
Zitat Professor Doktor Packdi: [38:57]»Es ist inzwischen kein geheimnis mehr, daß meine frau und ich eine letzte chance sehen, daß wir in Deutschland bleiben. Und zwar, wir sind in die politik gegangen. Wir sind der Basis Partei beigetreten, weil uns gesagt wurde von unseren freunden und alle die coronakämpfer,gegen [...] die schäden, die unsere armen mitmenschen jetzt erleiden müssen, das sind die coronakämpfer, Rainer Füllmich, Viviane Fischer, ich kenne alle diese leute, wir sind alle freunde geworden, wir sind alle geschlossen in diese partei gegangen, wir versuchen in den bundestag zu kommen.«
Der arme herr Professor im notstand und seine frau. Sie knabbern hier am hungertuch und müssen zwangsweise in die politik, weil sie sonst nur noch hausstaubmilbenverseuchte bücher feilbieten können und auch sonst nur noch alte teebeutel zum lutschen haben. Christen! Erbarmet Euch!
Zitat Professor Doktor Packdi: »Sachsen-Anhalt wählt am 6. juni [...] Sachsen-Anhalt hat die einzigartige chance, zum 2. male in die weltgeschichte euch einzutragen, als menschen, die auf friedlichem weg die freiheit wieder errungen haben aus der tyrannei vor 30 jahren [...] ist das wunder geschehen, jetzt ist die zeit gekommen,[...] und jetzt, seit einer woche wissen wir, daß es handfeste gründe gibt, diese impfkampagne zu stoppen, legal, friedlich, wenn man zusammenkommt und sagt NEIN. Genau so wie vor 32 jahren. «
Hä?
Zitat Professor Doktor Packdi: [42:07]»Wählt Die Basis. Wenn Die Basis zum ersten mal in den landtag zieht - und zwar nicht mit 5% [...] aber plötzlich ist Die Basis, was keine partei je zuvor je geschafft hat, tatsächlich stärkste partei zu werden, dann könnte Sachsen-Anhalt im handumdrehen - und das ist föderalismus wunderbarer weise - alles stoppen. «
Klar. Die partei der beklopptikusse wird die wahl haushoch gewinnen.
Zitat Professor Doktor Packdi:[43:09] »Dann wird Sachsen-Anhalt erstens in die geschichtsbücher eingehen und zweitens wird Sachsen-Anhalt zum reiseland«
Da muß ich leider kurz einhaken. Wenn ich mit dem ICE aus Brandenburg rausfahre, ist er meist zu schnell, als daß er noch im gelobten reiseland Sachsen-Anhalt ... ähm... stoppen ... äh ... anhalten ... könnte.
Zitat Professor Doktor Packdi: »Wir werden mit all unseren freunden, redlich menschen aus Der Basis vom volk, nicht von der politik, nicht von der wissenschaft, sondern menschen, die einfach für alle da sind, für Euch alle. Und wir werden umziehen nach Sachsen-Anhalt. Schönes land. Und Sachsen-Anhalt wird einen boom erleben [...] von einem der ärmsten ländern wird es Bayern übertreffen, das verspreche ich Euch, das geht so schnell... «
Jaja. Das geht schnell. Ich wünsche Ihnen noch viel spaß, herr Professor Doktor, auf wiedersehen.

Was der herr Professor Doktor Packdi sonst noch so auf dem kasten hat und was meine omma dazu gesagt hätte, erzähle ich vielleicht demnächst mal.

Freitag, 20. November 2020

Corona: Die dritte Welle verhindern!

Bitte mitzeichnen und weitersagen.
»Offener Bürgerbrief an die Regierungschef*innen von Bund und Ländern

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir sind besorgt darüber, wie Sie in der Corona-Pandemie agieren. Oft handeln Sie nicht früh und vorausschauend genug – sondern erst dann, wenn das Virus Ihnen keine Wahl mehr lässt. Dabei ignorieren Sie wichtige Erfahrungen, die andere Länder machen oder bereits gemacht haben. Und Zank um Zuständigkeit oder die eigene Profilierung scheinen oft wichtiger zu sein, als konstruktiv zu diskutieren und gemeinsam zu entscheiden.

Dabei ist die Lage erschütternd: Die Mitarbeiter*innen der Intensivstationen arbeiten wegen der vielen Corona-Patient*innen längst über ihre Kräfte. Täglich sterben in Deutschland bereits durchschnittlich 200 Menschen an COVID-19 – Tendenz stark steigend. Zehn bis zwanzig Prozent der Erkrankten werden über Monate oder sogar Jahre an den Langzeitfolgen wie chronischer Erschöpfung, Konzentrationsstörungen und Atembeschwerden zu leiden haben. Zwar gibt es jetzt Hoffnung, was einen Impfstoff angeht. Aber klar ist auch, dass es noch Monate dauern kann, bis er flächendeckend hilft.

Das heißt: In diesem Winter müssen wir die Pandemie ohne die Hilfe von Impfungen begrenzen. Das gelingt nur, wenn wir dem Virus immer voraus sind. Es reicht also nicht aus, die jetzige zweite Welle durch konsequentes Eingreifen rasch zu beenden. Vielmehr erwarten wir, dass Sie parallel Pläne machen, um eine dritte Welle von vorneherein zu verhindern. Die verheerende Corona-Lage in den USA zeigt, wie bitter nötig das ist.

Das Gute: Wir können dabei auf die weltweiten Erfahrungen mit der Pandemie zurückgreifen. Wir appellieren daher an Sie, besonders die folgenden vier Punkte zu beachten:

Lockerungen nur mit Augenmaß: Sobald die Infektionszahlen auf ein kontrollierbares Maß schrumpfen, kommen sofort Rufe nach schnellen und umfassenden Lockerungen auf. Das aber darf kein Anlass für politische Profilierung sein. Bitte nehmen Sie die Lockerungen behutsam, abgestimmt und zeitlich durchdacht vor. Nur so lässt sich verhindern, dass die Pandemie erneut aufkommt.

Infektketten effektiv klären: Aktuell versuchen die Gesundheitsämter, die Infektionsketten anhand der individuellen Fälle zu klären – doch das führt bei den vielen Fallzahlen in die akute Überlastung der Behörden, wie wir sehen. Japan und Südkorea konzentrieren sich deswegen darauf, die Events auszumachen, während derer sich viele angesteckt haben. Die Teilnehmer*innen müssen dann alle umgehend in Quarantäne. Diese Strategie dämmte große Ausbrüche ein und verhinderte viele Einschränkungen.

Schulen sicherer machen: Es ist gut, Kindergärten und Schulen geöffnet zu lassen. Da aber auch dort Infektionen geschehen, müssen sie in die Pandemiebekämpfung eingebunden sein. Wir bitten Sie, die Empfehlung des RKI nicht länger zu ignorieren, nach der ab einer regional hohen Inzidenz auf Unterricht in Halbklassen umzusteigen ist. Auch sollten die Schüler*innen im Unterricht Masken tragen; Klassenräume sollten umgehend mit Luftfiltern oder Abluftanlagen ausgestattet werden.

Super-Spreading verhindern: Selbst, wenn sich die Lage entspannt - wir müssen das Super-Spreading unbedingt vermeiden. Mehr als eine gute Hand voll Menschen ohne Maske in einem Raum – und es kann wieder losgehen. Bitte sorgen Sie dafür, dass große Familienfeiern, Partys, Feste und ähnliche Events tabu sind, bis flächendeckend geimpft wird.

Corona können wir besiegen – aber nur gemeinsam. Wir als Bürger*innen sind weiterhin bereit, unseren Anteil zu leisten. Von Ihnen erwarten wir, dass Sie entschieden und vorausschauend handeln und dabei aus Fehlern lernen.«
Hier mitzeichnen

Samstag, 28. März 2020

Montag, 30. Dezember 2019

Mißverstehen Sie mich richtig

Die beiden kanzlerkandidaten meiner wahl, sofern es überberhaupt so etwas geben kann, im gespräch.



Einfach viel spaß damit!

Mittwoch, 4. Dezember 2019

Sucht nach uns

Inzwischen hat das Zentrum für Politische Schönheit (ZPS) für die aktion »sucht nach uns« bei den betroffenen, angehörigen und hinterbliebenen um entschuldigung gebeten.

Der für samstag geplante zapfenstreich mit schwur gegen die AfD wurde abgesagt und der gedenkort wurde geschlossen. Ich war dienstag nachmittag dort und habe mir überlegt, trotzdem ein paar bilder zu zeigen, damit sich jeder, der das nicht gesehen hat, vorstellen kann, worum es eigentlich geht.



Vorne standen diese beiden schilder. Und dazwischen eine tafel, auf der die namen aller abgeordneten der unionsparteien standen, die womöglich demnächt koalitionspartner der AfD sein werden.


Um diese säule geht es, die einen bohrkern mit asche enthalten soll:


Auf der crowdfundingseite des ZPS, die inzwischen abgeschaltet ist, stand, daß sie die »positiv« getesteten bodenproben zu den entnahmeorten zurückgebracht hätten, weshalb es für mich relativ klar war, daß die säule keine menschliche asche enthält, sondern als symbol für die ermordeten irgendwelche asche.

Das ganze noch einmal mit blick auf den Reichstag:


Am hinteren ende befand sich ein stein mit der aufschrift »HIER LIEGT DIE DEUTSCHE DIKTATUR IM FRIEDEN.«


Aus meiner sicht ist es schade, daß diese mit großem aufwand geplante aktion vorzeitig abgebrochen wurde, allerdings auch verständlich. Zitat von der oben verlinkten seite des ZPS: »Wir sagen auch den für Samstag geplanten Zapfenstreich gegen die AfD, bei dem sich Menschen vor Ort treffen und der rechten Machtergreifung den Widerstand schwören sollten, schweren Herzens ab. Die Vorstellung, dass sich dort Menschen, die sonst auf einer Seite stehen, in Kundgebungen gegenüberstehen könnten, ist für uns nicht vorstellbar.«

Zum kostenlosen download gibt es vom ZPS zum thema die broschüre Die Wege der Asche von Hinnerk Höfling, aus welcher man erfährt, was mit der asche aus den konzentrationslagern passierte. Desweiteren das buch An die Nachwelt, welches eine sammlung von aufzeichnungen von NS-opfern enthält.

Im grunde eine sehr gute aktion, über die sich leider die falschen aufgeregt haben.



Mittwoch, 7. August 2019

Ratte analysiert wahlprogramme...

... und findet heraus, daß man ganz schön viel zeit zum lesen benötigt und die schwieriger zu lesen sind als Franz Kafka. Ratte ist natürlich keine gewöhnliche leseratte und hat mit niedlichen nagetieren wenig zu tun, sondern ist das »Regensburger Analysetool für Texte« oder kurz einfach Ratte, mit dem man den schwierigkeitsgrad von texten messen kann. Gedacht ist das für die auswahl von texten für den schulunterricht, man kann aber auch wahlprogramme, beispielsweise für die anstehende Landtagswahl in Brandenburg, damit analysieren.

Das hat der rbb kürzlich getan. Die texte werden dann nach anzahl der wörter und Fleschindex bewertet. Der Fleschindex ist nach seinem erfinder Rudolf Flesch, einem experten für die lesbarkeit von texten, benannt. Je höher der Fleschindex, desto leichter ist ein text zu lesen: unter 30 punkte - hochschulniveau, 30 bis 50 punkte - abiturniveau, 50 bis 60 punkte - MSA-niveau, über 60 punkte - einfaches Deutsch.

»Das Schloß« von Franz Kafka schnitt im vergleichstest mit 62,9 punkten ab, danach folgte »die Schachnovelle« von Stefan Zweig. Dann kommt eine weile gar nichts und als nächstes das programm der SPD mit 38,7 punkten, dicht gefolgt von der CDU. Freie Wähler, Linke, Grüne, FDP und AfD kommen alle auf einen Fleschindex von um die 30.

Auf anfrage sagten alle parteien, außer der AfD, die es nicht nötig hatte zu antworten, daß das wahlprogramm für die breite masse nicht das wichtigste im wahlkampf sei. Linke, FDP und Grüne bieten ihr wahlprogramm auch in »Leichter Sprache« an. Zwischen hochschulniveau und niveau von menschen mit lernschwierigkeiten gibt es für die nichts. Und überhaupt soll man sich offenbar mit den programmen gar nicht so genau befassen. Das läßt tief blicken.

Dieser Text hat übrigens einen Fleschindex von 63. Ich bin also ungefähr auf dem gleichen niveau wie Franz Kafka, obwohl ich noch nie vorhatte, ihm irgendwie nachzueifern.

Samstag, 13. Juli 2019

Dümmer geht ümmer: solidarisches grundeinkommen

Nach etwas längerer abstinenz von meinem lieblingsthema »grundeinkommen« mal wieder etwas neues. Sämtliche modelle des »grundeinkommens« seien sie nun »bedingungslos« oder nicht, sind schäbig. Aber das erbärmlichste kommt, wer hätte es ahnen können, natürlich von der SPD und soll ab sofort in Berlin eingeführt werden.

Oh jubel! Auf den neuaufguß der ABM haben alle langzeitarbeitslosen schon lange gewartet, endlich wieder als arbeitnehmer dritter klasse wenigstens malochen zu dürfen!

Die stadt hat jahrelang öffentliche stellen im gemeinnützigen bereich abgebaut und jetzt sollen zur abwechslung einmal wieder langzeitarbeitslose zum schundlohn die lücken füllen. Mindestlohn oder gar tarif soll es geben, sofern es einen gibt. Das hört sich nahezu gut an, sofern man die ABMwohltaten kennt, die es vor einigen jahren in Berlin gab, bei denen bruttolöhne unter 1000€ oder nur knapp darüber als völlig normal galten. Bei vollzeit beim aktuellen mindestlohn von 9,19€ erhält man einen bruttolohn von ca. 1600€.

Und was bleibt davon übrig? 1.181€20, sagt der brutto-netto-rechner:

Sehr schön ist hier die werbung für die Riester-Rente in der mitte. Klar, wer dermaßen üppig verdient, hat ganz gewiß im monat 175 € im monat für eine windige geldanlage über, um später nicht als armutsrentner zu enden. Schließlich hat man auch geld für eine eigentumswohnung, ein auto, das fährt, eine Montgolfière, eine segelyacht. Und einen außenbordmotor.
Ist das anständig bezahlt?

Ich meine, nein.

Der arbeitsmarktexperte Jürgen Schupp meint, ja. Im interview mit der Zeit
Zitat prof. dr. Jürgen Schupp: »Die Jobs sind nicht toll bezahlt, aber auch nicht prekär. Ich halte sie für ein faires Angebot.«
Es ist immer wieder schön, wenn irgendwelche professoren, die sehr bequem auf ihren lehrstühlen hocken darüber sprechen, welche arbeitskonditionen sie für andere als »nicht prekär« einstufen.

Einem bericht des rbb zufolge liegt die armutsgefährdungsschwelle (tolle wortschöpfung) in Berlin aktuell bei 1.215€ und meinen bescheidenen berechnungen zufolge liegt der betrag von 1.181€20 leider irgendwie darunter. Und der herr professor meint, daß man in der situation, in der man als »armutsgefährdet« gilt, nicht irgendwie »prekär« beschäftigt wäre. Schöne ansicht. Obendrein ist der mann dann auch noch unredlich, indem er dinge vergleicht, die man so nicht vergleichen kann:
Zitat prof. dr. Jürgen Schupp: »Das sind je nach Tarif ungefähr 1.200 Euro netto und damit deutlich mehr als der Hartz-IV-Regelsatz von 424 Euro.«
Einmal den nettoverdienst vor abzug der wohnkosten und einmal den regelsatz nach abzug der wohnkosten. Mich erinnert das an diesen schlauen professor, der vor jahren behauptete, man könne billigschuhe für 10€ 20 jahre lang tragen. Sicher, wenn man 40 paare davon hat, könnte es möglich sein. Ansonsten: knifflig.

H4empfänger bekommen im durchschnitt in Berlin im schnitt 916€. Das bedeutet, daß sie 424€ regelsatz für sich und 492€ für ihren vermieter erhalten. Wenn man das Solidarische Grundeinkommen mit h4 vergleichen möchte, muß man also entweder 1.181€20 mit 916€ vergleichen oder, sofern man davon ausgeht, daß die leute die gleiche miete zahlen müssen, oder 689€20 mit 424€. Man hat also mit arbeit 265€20 mehr als ohne.

Da steht man mit dem Solidarischen Grundeinkommen noch beschissener da, als man es mit der ABM war, wo man meist so schlecht verdiente, daß man aufstocken mußte: Da wurde für gewöhnlich so aufgestockt, daß man für gewöhnlich knapp 300€ mehr hatte als ohne arbeit. Plus: mit dem niedriglohn in der ABM bekam man auch den »Berlinpass«, mit dem man den ÖPNV billiger nutzen kann (aktuell 27€50 statt 81€), günstiger ins schwimmbad kommt, bibliotheken nutzen kann, äußerst preisgünstig ins theater und sogar in die oper gehen kann, sofern es kurz vor beginn restkarten gibt. Auch diese nicht unbedingt schönen verhältnisse noch zu verschlechtern ist klassisch SPD. Bei so schönen maßnahmen wundert man sich glatt, daß keiner, der bei trost ist, die noch wählt.

Wenn es im öffentlichen bereich an arbeitskräften mangelt, dann wäre doch beispielsweise eine steile lösung, leute, die dafür geeignet sind auszubilden, umzuschulen oder fortzubilden und ganz normale stellen auszuschreiben, auf die ein jeder sich bewerben kann.

Es ist klar, wer sich beim Solidarischen Grundeinkommen mit wem solidarisieren soll. Umgangssprachlich sage ich dazu »küss die hand, die Dich schlägt!«

Keine wohltat für arme, sondern auch wieder nur maßnahme, etwas zu kaschieren anstatt es zu bewältigen.

Sonntag, 16. Juni 2019

Quatuor pour la fin du temps

Mein kommentar zur oberbürgermeisterstichwahl in Görlitz:



Olivier Messian: »Quartett für das Ende der Zeit«. Komponiert und uraufgeführt 1940/41 im Stammlager VIII-A in Görlitz.

Donnerstag, 13. Juni 2019

Gefahr durch problemwähler: letztwähler!

Da hat doch glatt jemand den wahlwerbespot der PARTEI mit den »letztwählern« ernstgenommen und fordert, »Rentner gebt das wahlrecht ab!«. Das soll wohl irgendwie »umstürzlerisch« sein, ist aber nicht einmal originell, weil es bloß abgekupfert ist. Und dann auch noch diese merkwürdige verquickung zu den verkehrsunfällen, die angeblich besonders häufig von senilen senioren verursacht würden. Der führerschein auf probe wurde ende der 80er jahre eingeführt, weil über 60jährige zu besonders risikofreudigem fahrstil neigen. Traurige tatsache ist, daß die unter 25jährigen überdurchschnittlich häufig verunglücken und nicht, weil sie von rasenden wackelgreisen überfahren werden.

Johanna Roth:»Was wir brauchen, ist eine Epistokratie der Jugend«
Ja. Außerdem brauchen wir darmgrippe, fußpilz und pickel. Unbedingt.
Johanna Roth: »Anderer Leben gefährden ist das eine. Das andere: anderer Zukunft gefährden. Am Sonntagabend, als die Europawahl-Hochrechnungen kamen, zeigte sich: Unter 60 wurde hierzulande mit Blick auf die Straße gewählt, über 60 mit Blick in den Rückspiegel.«
Auch für unter sechzigjährige kann sowohl beim autofahren als auch beim wählen ein blick in den rückspiegel lebensrettend sein.

Interessant ist überdies, daß in dem text  der begriff über sechzigjährige mit rentner gleichgesetzt wird. Das kind hat offensichtlich noch nicht begriffen, daß die derzeitige regelaltersgrenze für die rente derzeit bei knapp 66 jahren liegt und bis zum jahr 2031 auf 67 jahre angehoben wird, sofern bis dahin nicht die rente ab 90 eingeführt wurde.
Johanna Roth:»Anderer Leben gefährden ist das eine. Das andere: anderer Zukunft gefährden. Am Sonntagabend, als die Europawahl-Hochrechnungen kamen, zeigte sich: Unter 60 wurde hierzulande mit Blick auf die Straße gewählt, über 60 mit Blick in den Rückspiegel. Die Zustimmung für die Grünen – die bei den unter 60-Jährigen vorne lagen und bei den Erstwähler*innen so viele Stimmen holten wie Union und SPD zusammen [...]«
Erstwählersterncheninnen sind für gewöhnlich unter 25 jahre alt. Somit können sie sich im jahr 2019 kaum daran erinnern, was in der zeit von 1998 bis 2005 politisch los gewesen ist - und schon gar nicht daran, was vorher war.
Johanna Roth:»Wer jung ist, wählt die Grünen, weil er*sie ein Bewusstsein für den Klimawandel überhaupt nur bei diesen sieht. Weil er*sie weiß, was auf dem Spiel steht. Und vor allem: Weil er*sie selbst davon betroffen ist.«
Zwar habe ich keine ahnung wer Ersternchensie ist, aber sie hat offenbar nicht begriffen, daß das problem des klimawandels schon recht lange bekannt ist und auch schon in den 80er jahren darüber diskutiert wurde, was man dagegen tun kann. Die GRÜNpartei schien dafür bewußtsein zu haben, als sie jedoch mitregieren durfte, war jede sauerei in ordnung, sie wurde von der GRÜNpartei mitgetragen. Ein pöstchen bei RWE, EnBW oder BMW oder so ist eben doch mehr wert als das bißchen umwelt, das vor die hunde geht.

Einer partei, die es für unmöglich hält, flugreisen auf drei stück pro nase und jahr einzuschränken, muß man selbstverständlich ein bewußtsein für den klimawandel unterstellen. Und zwar dafür, wie man den noch schneller hinbekommen kann.
Johanna Roth:»Liebe Mitwählende über 60, wir unter 30 hätten ja auch gerne was von diesem Wohlstand, nicht zuletzt weil wir schon jetzt ärmer sind, als unsere Elterngeneration es je war, uns von Befristung zu Befristung hangeln und eigentlich nie so richtig freihaben, weil wir unsere Wochenenden damit verbringen, die letzte noch bezahlbare Wohnung zu finden.«
Aha. Es geht also gar nicht ums klima, sondern um wohlstand. Hätte ich mir auch denken können.
Johanna Roth:»Leider habt ihr uns aber nicht nur eine prekäre Arbeitswelt hinterlassen«
Die prekäre arbeitswelt ist plötzlich vom himmel gefallen, weil die wähler, die heute über 60 sind (ein glück, daß ich zu denen noch lange nicht gehöre, deshalb habe ich damit nichts zu tun!) dafür gebetet haben, daß bitte, bitte schluß sein möge mit dem wohlstand in dieser welt, und daß es allen menschen späterer generationen schlechter gehen möge.

Es könnte aber auch sein, daß die prekäre arbeitswelt von der regierung so eingerichtet wurde. Der anfangsvorschlag von Peter Hartz war damals, jedem langzeitarbeitslosen 500€ plus warmmiete zu geben, dafür aber zu erwarten, daß die leute an fortbildungen teilnehmen und angebotene arbeitsstellen annehmen und gegebenenfalls, was es vorher auch schon gab, unwilligen das geld zu kürzen. Die GRÜNPARTEI hingegen wollte lieber einen schritt in richtung beschissenes grundeinkommen gehen, weshalb sie es als realistisch ansahen, den regelsatz für langzeitarbeitslose möglichst niedrig anzusetzen. Und dann haben sie mit den Sozen auf den schönen kompromiß des niedrigen regelsatzes bei vollem arbeitszwang und aufweichung des schutzes für arbeitnehmer gemacht.
Johanna Roth:»sondern auch den Planeten zugemüllt mit Kohlekraftwerken und Plastiktüten. Und ihr wollt über unsere Zukunft bestimmen?«
Bevor die GRÜNsternchenInnenpartei mitregiert hat, gab es bei vielen menschen mehr umweltbewußtsein als heute. Da war relativ klar, daß flugreisen, autos, plastikmüll, einwegflaschen schlicht und ergreifend nicht umweltfreundlich sind. Die GRÜNpartei hat keine umweltfreundlichere politik gemacht, sondern hat kapitalismusfreundliche geschäftsmodelle mit durchgedrückt.

Sowas wählt man gern nochmal.

Donnerstag, 23. Mai 2019

Gefahr durch problemwähler: briefwähler

An sich hatte ich mir vor etlichen jahren vorgenommen, mich vom demokratiezirkus ins lager der nichtwähler zu verabschieden, weil es schließlich auch das berühmte »kleinere übel« zu verschmähen gilt. Seit es aber die option gibt die partei »die PARTEI« zu wählen, habe ich normalerweise briefwahl beantragt. Damit die wahl dann nicht am inneren schweinehund scheitert: bei regenwetter geht man sonntags besser nicht vor die tür und bei schönem wetter wird der sonntagsausflug lieber ohne umweg über das wahllokal angetreten, so ein wahllokal ist schließlich keine freibierhalle. Also wahlunterlagen nach hause schicken lassen, in ruhe den wahlzettel lesen,
fast einen meter lang, der wahlzettel
die PARTEI ankreuzen, die wahlunterlagen ordnungsgemäß in die briefumschläge packen, zu beliebiger zeit vor dem wahlsonntag einen spaziergang zum zuständigen rathaus machen, den briefumschlag dort in den briefkasten werfen und fertig.

Insgesamt geht der trend hin zur briefwahl, außer mir haben das für die Europawahl fast eine halbe million Berliner getan.

Aber diese form der teilnahme an der wahl ist offensichtlich nicht jedem recht.
Bundeswahlleiter Georg Thiel, der politologe Everhard Holtmann von der Universität Halle-Wittenberg und der staatsrechtler Alexander Thiele von der Uni Göttingen sehen probleme.

Der abstimmungszeitraum würde damit auf mehrere wochen ausgedehnt, briefwähler könnten aktuelle ereignisse nicht bei der wahlentscheidung berücksichtigen und außerdem erfordere es das prinzip der gleichheit der wahl, daß die wahlberechtigten über die gleichen informationen verfügten. Seit wann wird bei der wahl darüber nachgedacht, über welche informationen die wähler verfügen? Wurden wähler je vor der wahl abgefragt, ob sie die programme der wählbaren parteien alle gelesen und verstanden haben? Gilt es als manipulation, daß ich potentiellen AfDwählern das AfDwahlprogramm erklärte und sie danach nicht mehr AfD wählen wollten?

Außerdem sei nicht zu sehen, ob der wähler seine stimme selbst abgegeben habe oder womöglich bestochen worden sei.

Als meine wahlunterlagen eintrudelten blieben leider auch diesmal die politiker aus, die mir für meine wahlstimme eine Wannseevilla, ein gut dotiertes pöstchen mit sehr wenig arbeit oder wenigstens freibier angeboten hätten. Schade eigentlich.

Sonntag, 28. April 2019

Für Europa reichts

Martin Sonneborn im interview mit Sputnik Deutschland: