Mittwoch, 30. April 2014

Enteignung wegen armut

Wer sich der arbeitslosigkeit »strafbar« macht, hat kaum anspruch, seine habseligkeiten zu behalten. Wer in einer wohnung lebt, die »zu groß« sei, muß in eine kleine umziehen und den »überschüssigen« hausstand entsorgen - was nichts anderes als enteignung persönlicher gegenstände ist.

Und wer ein haus hat, das eine besenkammer zu viel hat, muß das haus zu gunsten der staatskasse verkaufen. Die Ostseezeitung berichtete am montag über ein paar, das sein haus, das sechs quadratmeter zu groß sei verkaufen soll. Das ist enteignung.

Das ist ein eingriff in die lebensverhältnisse von menschen, die nichts weiter als ein häuschen besitzen. Damit haben sie zwar schon mehr, als die vielen leute, die nicht einmal das haben und mieten müssen. Es ist aber doch weit entfernt von luxus, ein haus auf einem kaff zu haben und drin zu leben.

Dieser staat schützt das eigentum.

Aber eben nur das eigentum, das im kapitalistischen sinne für seine zwecke benutzbar gemacht wird.

Das, was die staatsinsassen bloß für ihre eigenen zwecke benötigen, nicht.

Freitag, 25. April 2014

Mecklenburgisch Kuwait oder fracking auf Usedom

Auf der ostseeinsel Usedom wurde vor über 50 jahren das größte erdölvorkommen der DDR entdeckt. Verirrt man sich heutzutage ins hinterland der insel, findet man dort kuhweid. Wiesen, auf denen nicht nur rinder, sondern auch ölpumpen stehen.


Auf dem ölfeld wächst weizen:

Die umwelt dort machte auf mich trotz ölförderung, von der man immer vermutet, besonders umweltschädlich zu sein, den eindruck einer normalen agrarlandschaft.

Zumindest, wenn ich davon ausgehe, daß auf der wiese nicht statistenrinder seit DDRzeiten grasen, um die leute zu beruhigen.

Allerdings könnte es sein, daß das nicht so bleibt. Es gibt bereits probebohrungen nach weiteren ölvorkommen, die auf herkömmliche weise nicht gefördert werden können, sondern die per fracking gefördert werden sollen.

Hier wird probegebohrt:

Der brauerbund, der bauernverband, der verband Deutscher mineralbrunnen, der milchviehverband sind dagegen. Man könnte sagen, daß die bloß ihr eigenes interesse vertreten, weil die auf sauberes wasser angewiesen sind. Ich aber zufällig auch. Die landesärtztekammer in Stuttgart ist auch dagegen, obgleich man meinen sollte, daß sie durch das dafürsein mehr kundschaft kriegen würde.

CSU-politiker wie Aigner oder Seehofer haben sich gegen fracking ausgesprochen. In Bayern, wohlgemerkt. Womöglich ist das dort kein attraktives geschäftsmodell und in Meck Pomm hat es so oder so auch den vorteil, daß meckerige ossies, die zwar ganze menschen aber manchmal immer noch halbe kommunisten sind, vergiftet werden. Um die ist es nicht schad.

Die doku »gasrausch« zeigt risiken und nebenwirkungen des fracking in den USA. Das ist gesundheitsschädlich, aber in den USA nimmt man die opfer an der heimatfront offenbar hin, wenn man damit dem Russen, der sein erdgas verkaufen möchte, ordentlich in den borschtsch spucken kann.

Dafür wird in kauf genommen, die eigenen brunnen zu vergiften.


Weitere informationen gibt es bei der Bürgerinitiative Lebensraum Vorpommern

Montag, 21. April 2014

Zur zinskritik

Wer demonstriert montags am Brandenburger Tor? Zinskritiker

Daß die zinskritik keine schlaue idee ist, weil es egal ist, ob die besitzlose klasse nun den zins, auch profit genannt, für einen eigentümer, der sein geld als kapital verwendet oder eine fabrik als kapital besitzt, habe ich vor einigen monaten schon mal geschrieben.

Der ursprung der zinskritik ist die schlechte idee, kritik an denen zu üben, die »bloß« geld zum gelingen der wirtschaft gegeben hätten. Die sind zum sündenbock für das nichtgelingen zu machen und - bei faschisten besonders wichtig - ihnen vorzuwerfen, planmäßig den staat zu schwächen, um sich egoistisch selbst zu stärken.

Über den faschistischen zinskritiker Gottfried Feder schreibt Andreas Popp auf seiner seite »Wissensnmanufaktur«folgendes:

An dieser Stelle soll auch der Erfinder dieser Methode der Staatsentschuldung gewürdigt werden. Es ist Gottfried Feder (1883 - 1941), der diese Idee schon 1919 in seinem „Manifest zur Brechung der Zinsknechtschaft“ veröffentlichte. Heute wird dieser große Wirtschaftstheoretiker leider noch immer mit dem Nationalsozialismus in Verbindung gebracht, obwohl er ab 1933 keine Rolle mehr spielte und seine Zinskritik von da an von Kapitalisten, Kommunisten und Nationalsozialisten gleichzeitig bekämpft wurde.

War der Feder nun weniger faschist, weil er nach der machtübernahme nicht den posten erhielt, den er sich erhofft hatte?

Feder war faschist der ersten stunde, bereits 1919 mitglied der DAP aus der später die NSDAP hervorging. Hitler selbst würdigte die ideen Feders in »Mein Kampf«, dieser habe ihm die »augen geöffnet«.

Feders grundfaschistische überzeugung soll nun etwas weniger grundfaschistisch oder antisemitisch sein, weil der Hitler offenbar begriffen hatte, daß er mit diesen ideen keinen erfolgreichen staat machen konnte?

Die behauptung mit der verfolgung ist lächerlich: von den kapitalisten wurde er seiner kruden wirtschaftstheorien wegen bestensfalls müde belächelt. Die nazis haben ihn nicht fallen lassen, der bekam pöstchen, auf denen er für die damalige zeit extrem gut versorgt war, allerdings nicht übermäßig viel zu melden hatte.

Zu erfahren, wo die kommunisten damals herrn Feder verfolgt hätten, wäre interessant. Die waren 1933 selbst verfolgt und somit kaum in der lage einen faschistischen sesselfurzer, der seinerseits auf das abstellgleis geschoben worden war, zu verfolgen. Die anhänger Feders verfolgten und ermordeten kommunisten. Nicht umgekehrt. Popps behauptungen sind dreiste lügen.

Offenbar setzt Popp darauf, daß Gottfried Feder den menschen kein begriff ist und er diesbezüglich behaupten kann, was ihm beliebt. Zum ersten mal fiel mir herr Popp auf, als mir vor jahren ein freund eine mail einer bekannten, die in die esoterikszene abgerutscht war, weiterleitete, weil er den inhalt absurd fand. Es ging im weiteren sinne um das BGE (bedingungsloses grundeinkommen) und ein seminar, das man für teuer geld buchen sollte.

Wer war Gottfried Feder?

Gottfried Feder war ein Deutscher ingenieur, geboren 1883, der sich ab 1917 im selbststudium mit volkswirtschaft befaßte. Was er zwischen 1914 und 1918 getrieben hat, ist nicht überliefert. Das liefert grund zur annahme, daß er sich als wackerer Deutscher patriot um den kriegsdienst herumgedrückt hat.

Für Feder besteht das wirtschaftssystem nicht aus kausalen zusammenhängen, sondern aus »geheimnissen«, vielleicht, weil er nichts davon verstand. Wahrscheinlicher ist jedoch, daß er das alles sehr wohl begriffen hatte, die anderen aber dumm halten wollte, um ihnen die eigenen ideen besser unterschieben zu können.

Feder schreibt von moralischen verwerfungen, gift und krankheiten. Für ihn ist der »mammonismus«, was auch immer das sein soll, eine krankheit. Daß der mensch, der nicht völlig bescheuert ist, nach geld streben muß, wenn er im kapitalismus überleben will, läßt der völlig außen vor.

Bei ihm sind es irgendwelche übersinnlichen kräfte, die angeblich irgendwelche unsittlichen gendanken aufkommen ließen und der kapitalismus an sich ohne zins und mit viel moral wunderbar fortführen.

Schuld daran, daß das nicht geht, sind, wer auch sonst, die juden mit ihrer raffgier, die den rest der welt in zinsknechtschaft zwingen würden.

Das realexistierende prinzip des kapitalismus, wird nur zur hälfte gesehen und die andere hälfte wird geleugnet. Man soll die eine hälfte als »gut« betrachten. Die andere als »böse«.

Ist man ein lohnarbeiter, ist man von beiden seiten abhängig, die einen gleichermaßen aussaugen, das macht keinen unterschied.

Nieder mit der lohnarbeit!

Foto am montag (103)

Eine schafstelze (motacilla flava)

Sonntag, 20. April 2014

Montag kein ostermarsch für den frieden in Berlin

Beim ostermarsch in Berlin haben samstag mittag rund 1000 menschen für den frieden und gegen die drohende eskalation des konfliktes in der Ukraine, auslandseinsätze der bundeswehr und den drohnenkrieg.

Wer die demo in Berlin verpaßt hat oder nicht in Berlin wohnt, kann sich bei der ag friedensforschung oder bei der friedenskooperative über weitere termine informieren.

Montag wird nicht demonstriert. Jedenfalls nicht in Berlin.


Dienstag, 15. April 2014

Skandal! Sowjetische panzer bereits vor Brandenburger Tor!

Und das seit 69 jahren.

Und schon hat die B.Z. begriffen, daß die panzer, die dort den gesamten Kalten Krieg überdauerteten, eine provokation Putins und eine »bedrohung« wären und unbedingt wegmüßten.

Der hier, der seit novemver 1945 da steht, soll ein problem sein und soll weg. Plötzlich nach all den kaltkriegsjahren soll der eine »bedrohung« darstellen. Die BZ hat eine petition gestartet, daß der wegsoll.

Fällt denen früh ein.

Vor den alten Sowjetpanzern muß niemand mehr angst haben, nicht einmal ein angsthäschen wie ich. Deswegen können diese »oldtimer« gern stehen bleiben. Und etwas anderes  als stehenbleiben tun sie nicht.

Wie wäre es denn damit, die NATO geschütze an der grenze zu Rußland einzuschmelzen?

Rußland wird nicht über den westen herfallen.

Samstag, 12. April 2014

Pirinçci von sinnen

Als »wirrer der woche« darf wohl der Turkdeutsche Akif Pirinçci durchgehen.

Er kritisiert seine hier lebenden landsleute und ist sowohl sprachlich als auch von der gedankenwelt her mit den muselmanischen migrantensöhnen von der muckibude exakt auf einem niveau: Mehr patriachat! Mehr reaktionismus! Die weiber werden zu frech!

Herr Pirinçci will das Deutschland zurück, in das er einst einwanderte. Das, in dem frauen ohne einwilligung des mannes weder arbeit noch bankkonto haben durften.

Zum glück gab es zu jener zeit, als Pirinçci nach Deutschland einwanderte, mehrere davon.

Offensichtlich war dies land doppelt so gut, als es zwei davon gab.

Mittwoch, 9. April 2014

Der Moloch

Zum tode des kirchenkritikers Karlheinz Deschner möchte ich daran erinnern, daß er sich auch zu politischen themen äußerte, beispielsweise zum »fall Weizsäcker«:


Interessant ist auch seine kritische geschichte der USA, in die ich vor längerer zeit mal hineingelesen hatte, aber nicht geschafft, sie ganz zu lesen. Das werde ich bald nachholen, denn ich habe die überarbeitete auflage von »Der Moloch« aus dem jahr 2002 zum kostenlosen runterladen (pdf) gefunden.

Im märz des vergangenen jahres vollendete Karlheinz Deschner sein lebenswerk »Die Kriminalgeschichte des Christentums«.

Freitag, 4. April 2014

Wer kennt eigentlich Barbara Hendricks?

Die ist nicht die schwester von Jimi Hendrix, sondern merkwürdiger weise seit kurz vor weihnachten bundesumweltministerIn und niemand hat von ihr gehört oder gesehen.

Bis kurz vor ostern. Denn da kam sie mit einem energiesparförderprogramm für arme haushalte. Arme leute sollen einen zuschuß von 150 € erhalten, wenn sie einen kühlschrank mit der energieeffizienz a3plus kaufen. Das hört sich erstmal gut an.

Ist es aber nicht. Denn nur leute, die h4, wohngeld oder sozialhilfe bekommen, sollen unterstützt werden. Was ist mit armen rentnern oder geringverdienern, die keine sozialleistungen beantragt haben? Und »normalverdienern«, die oft auch alles andere als gut bei kasse sind? Denen würde ein zuschuß sicher auch helfen.

Außerdem soll nur leuten geholfen werden, die bereits einen kühlschrank haben. Und zwar einen, der mindestens zehn jahre alt ist. Hat die HendricksIn eine ahnung, wie lange kühlschränke aus dem untersten preissegment halten?

Als ich mal dringend einen kühlschrank brauchte, weil ich keinen hatte, aber das geld nicht für einen guten reichte, kaufte ich den billigsten der energieeffizienzklasse a. Der verkäufer fragte mich, ob ich eine zusatzgarantie für fünf jahre hinzukaufen möchte. Ich bin froh, daß ich es nicht getan habe, denn genau 19 tage, nachdem die zusatzgarantie abgelaufen wäre, ging der kühlschrank kaputt. Nach den abwrackregeln der umweltministerin würde einem armen in beiden fällen nicht geholfen werden, denn wer keinen kühlschrank hat, bekommt keinen zuschuß zu einem neuen und wer einen kaputten, aber nicht übermäßig alten billigkühlschrank hat, geht ebenfalls leer aus.

Wenn das mal nicht typisch für die Deutsche politik ist: es wird nicht denen geholfen, die dringend etwas benötigen, sondern denen, die bürokratische regeln erfüllen.

Auf Telepolis wird zum energiesparen der äußerst »schlaue« tip gegeben, daß man auch mit einem altgerät ca. 125 € sparen könne, wenn man seine milch anstatt auf 5°C nur auf 10°C kühle. Und es wird mal wieder über konsumanreize gemeckert, die leichter zu vermitteln seien als verhaltensänderungen.

Mein a3plus kühlschrank, den ich nach der katastrophe mit dem billigkühli gekauft habe (auf den mußte ich übrigens wochenlang kühlschranklos warten, weil im kapitalismus schließlich jedes ding jederzeit verfügbar ist) kühlt allerdings nicht nur auf 5°C, sondern, weil ich das so eingestellt habe, auf 3°C. Heute nachmittag habe ich einen rest milch aus einer packung, die am 27. märz (also donnerstag letzte woche) abgelaufen war, getrunken. Die hat noch völlig frisch geschmeckt. Das verfallsdatum gilt schließlich für eine kühlung bei 8°C. Ich verbrauche mit dem a3plus kühlschrank erheblich weniger strom und er erfüllt den zweck, den ein kühlschrank hat, besser: er hält die lebensmittel länger frisch, es passiert viel seltener, daß eßwaren schlecht werden.

Wenn es tatsächlich darum ginge, energie zu sparen, dann müßten stromfresser vom markt genommen werden. Und allen, die ein neugerät benötigen damit versorgt werden.

Aber darum geht es leider nicht.

Mittwoch, 2. April 2014

Apostel feudalen dolus’

In der jw von heute war ein interessanter artikel von Andreas Wehr über die absichten der AfD.

Darin schreibt er:
Antikapitalistische Kräfte, die gegen die Europäische Union kämpfen, wissen aber, daß die von der EU ausgehende Gefahr für die Demokratie von dem Druck des monopolisierten Kapitals herrührt, das die Errichtung eines unbeschränkten Binnenmarktes und eine militärisch gesicherte Weltmachtrolle der EU auf Biegen und Brechen durchsetzen will. Wer diese Kräfte nicht als die eigentlichen Gegner ins Visier nimmt, führt Wähler, die Bürokratisierung, Zentralisierung und Demokratieabbau durch die Europäische Union ablehnen, hinters Licht. Genau das aber versucht die »Alternative für Deutschland«.
In der letzten zeit wurde gern behauptet, daß »linke« mit dem programm der Afd »auf einer linie« wären. Daß das unsinn ist, wird im obenstehenden zitat recht gut zusammengefaßt.

»Links« paßt mit den kapitalismusgläubigen ideen der AfD nicht zusammen. Das sind ideen, die einander ausschließen.

Dienstag, 1. April 2014

Die guten nachrichten…

… des heutigen tages waren leider bloß aprilscherze. Um halb elf früh gab es eine eilmeldung bei den NachDenkSeiten, daß Putin und Obama sich auf eine Europäische friedensordnung verständigen würden und sie hätten auch frau Merkel hinzugezogen, daß sie sich gegen die spaltung Europas und für ein friedliches zusammenleben einsetzen möge.

Doch leider agieren politiker nie derart vernünftig.

Zuvor hatte die »junge Welt« schon in die gleiche kerbe geschlagen. Merkel habe 180gradwendung in ihrer Rußlandpolitik angekündigt, weil altkanzler Schmidt Putins politik verteidigt habe.

Scharfe kritik sei von den Grünen gekommen und Vera Lengsfeld habe ihren parteiaustritt aus der CDU und die absicht wieder zu den Grünen zu gehen, erklärt. Woraufhin die mit einem unbefristeten aufnahmestop reagiert hätten.

Das war wohl etwas dick aufgetragen - aber im grunde stimmt es, wenn die MerkelIn auf die idee käme, friedenspolitik zu machen (was leider nicht passieren wird), wären die Grünen und andere ehemalige »friedensbewegte« die ersten, die krieg gerechtfertigt fänden, wenn es gegen arschlöcher wie Putin ginge.