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Samstag, 25. Dezember 2021

Freitag, 1. Oktober 2021

Aus dem enddarm frisch auf den tisch

#allesaufdentisch

Daß nullchecker faktenchecker nicht übermäßig mögen, muß einen nicht wirklich wundern. Über das »interview« von Volker Bruch mit dem kommunikationswissenschaftler Michael Meyen wurde bei BR KulturBühne im grunde schon alles gesagt.

Wenn sich nun juristen, philosophen und vor allem schauspieler beschweren, als expertInnen in der öffentlichen debatte in der coronakrise nicht gehört worden zu sein, dann möchte ich die nächste staffel Babylon Berlin nur anschauen, wenn der Gereon Rath von Christian Drosten gespielt wird. Virologen sind in fernsehserien völlig unterrepräsentiert. Wo bleibt denn die ausgewogenheit, wenn menschen, bloß weil sie der schauspielerei unkundig sind, für sowas einfach nicht engagiert werden?

Sonntag, 12. September 2021

Diskussion mit Dr. Sbaitso

Bei manchen diskussionen im internet mußte ich in den letzten monaten an den guten, alten Dr. Sbaitso zurückdenken, mit welchem ich in den frühen 90er jahren bekanntschaft machte. Allerdings war Dr. Sbaitso kein mensch, sondern ein spiel. Und zwar eins, das für die damalige zeit technisch ziemlich modern war, denn es war eine der ersten anwendungen für text-to-speech, bei denen der computer einem antworten auf fragen geben konnte und den text vom bildschirm vorlas.

Vom prinzip her funktionierte es ungefähr wie ein frage-und-antwort-spiel, bei dem man zwei leuten jeweils einen gemischten kartenstapel in die hand drückt und einer die fragen vorliest und der andere die zufällige antwort. Der unterschied war, daß man irgendwas sagen konnte und der »mensch« in der maschine imstande war, aus den eingetippten buchstaben wörter zusammenzusetzen, diese sogar vorzulesen, schlüsselwörter zu erkennen und anhand dieser aus einem paar dutzend textbausteinen eine möglichst passende antwort zu geben. Und er konnte sogar nachfragen oder einfach die klappe halten, wenn das gesagte nicht mit seiner datenbank zusammenpaßte.

Manche leute erinnern aber auch eher an den Talking Parrot, den es ungefähr zur gleichen zeit gab. Das war eine ziemlich erbärmliche computeranimation in form eines papageis, der einen über den lautsprecher dazu aufforderte, über die tastatur mit ihm zu reden. Besonders viel konnte er nicht. Es war völlig egal, was man tat. Die reaktion war stets die selbe: nach kurzer zeit kreischte er nur noch, wenn man bloß die tastatur anfaßte.

Je länger es das internet gibt, über das man mit anderen menschen kommunizieren könnte, desto mehr bekomme ich den eindruck, daß der Parrot und Dr. Sbaitso origineller waren als ich sie damals empfand, denn wesentlich mehr als deren textbausteine oder gekreisch liefern echte menschen oft kaum ab.

Dienstag, 8. Juni 2021

Gsella am Dienstag

Frontex - vorgetragen von Martin Sonneborn. Weitere gedichte gibt es hier: Mission Lifeline

Sonntag, 25. April 2021

Griff ins klo

Der klogriff der woche war sicherlich #allesdichtmachen. Momentan bin ich froh, daß ich mich nie sonderlich für spielfilme und schauspieler interessiert habe, denn ich wäre wahrscheinlich sehr enttäuscht, wenn jemand, dessen fan ich bin, etwas derart haarsträubend dummes sagt, wie man es bei der aktion »hackedicht« sieht. Die namen der meisten, die mitgemacht haben, kenne ich kaum, weil ich mir schauspielernamen selten merke und gelegentlich auch bloß, weil ich denjenigen doof finde. Mitgemacht bei dieser idiotischen aktion haben Cem Ali Gültekin, Katharina Schlothauer, Ben Münchow, Bernd Gnann, Christian Ehrich, Claudia Rippe, Dietrich Brüggemann, Gianna Valentina Bauer, Hanns Zischler, Jan Josef Liefers, Jens Wawrczeck, Jörg Bundschuh, Joseph Bundschuch, Karoline Teska, Kathrin Osterode, Kea Könneker, Markus Gläser, Maxim Mehmet, Monika Anna Wojtyllo, Nadine Dubois, Nadja Uhl, Nina Gummich, Nina Proll, Roland Düringer, Samia Dauenhauer, Thorsten Merten, Tina Maria Aigner, Ulrich Tukur, Vicky Krieps, Volker Bruch, Werner Eng, Wotan Wilke Möhring, Jeana Paraschiva, Miriam Stein, Ramin Yazdani. Desweiteren haben auch Heike Makatsch, Meret Becker, Ken Duken, Richy Müller, Ulrike Folkerts und Manuel Rubey mitgemacht, die ihre videos allerdings wieder zurückzogen, weil sie sich überlegt haben, daß das vielleicht doch keine übermäßig schlaue idee ist, aus frust oder langeweile die covidioten und stramm rechten zu unterstützen.

Einen teil der videos habe ich mir nicht angeschaut, weil mir das zu langweilig ist. In denen, die ich mir angeschaut habe, wurde eigentlich immerfort das selbe gesagt. Eine kreative meisterleistung würde ich mir anders vorstellen. Auf eines möchte ich aber genauer eingehen. Hier der text
zitat Jan Josef Liefers: » Mein name ist Jan Josef Liefers, ich bin Schauspieler und ich möchte heute ›danke‹ sagen. ›Danke‹ an alle medien unseres landes, die seit über einem jahr unermüdlich verantwortungsvoll und mit klarer haltung dafür sorgen, daß der alarm genau da bleibt, wo er hingehört, nämlich ganz, ganz oben. Und dafür sorgen, daß kein unnötiger, kritischer disput uns ablenken kann von der zustimmung von den sinnvollen und immer angemessenen maßnahmen unserer regierung. Verantwortungslosen menschenverachtenden ärzten und wissenschaftlern, die zu anderen schlüssen kommen als die beratenden experten unserer regierung. Und die sich mit professuren an weltberühmten universitäten und nobelpreisen schmücken, ich möchte sagen: ›tarnen‹, dürfen wir keine bühne geben. Schließlich wissen nur ganz wenige spezialisten, was wirklich gut für uns ist. In letzter zeit habe ich aber das gefühl, daß einige zeitungen damit beginnen, alte, überwunden geglaubte vorstellungen von kritischem journalismus wieder aufleben zu lassen. Dagegen müssen wir uns wehren. Das dürfen wir nicht zulassen. Wir sollten einfach nur allem zustimmen und tun, was man uns sagt. Nur so kommen wir gut durch die pandemie. Bleiben Sie gesund. Verzweifeln Sie ruhig, aber zweifeln Sie nicht. «
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Hans-Georg Maaßen, Ken Jebsen und der AfD hat das gefallen. Nutzer, denen das gefallen hat, mochten auch wurzelresektionen, amöbenruhr, lobotomie.
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Damit ist im grunde alles gesagt. Aber ich will trotzdem auf den text eingehen. Das ist sehr nett von herrn Liefers, sich einmal bei den medien zu bedanken. Immerhin bekommt er von der ARD für seine rolle als »prof. Boerne« im Münsteraner Tatort eine jahresgage im sechsstelligen bereich, die wir alle zahlen, ob wir uns das anschauen oder nicht. Menschen, die sich jetzt verarscht fühlen, können das »abo« leider nicht kündigen. Wenn es ginge, würde ich es trotzdem nicht tun, denn was können beispielweise Axel Prahl oder Christine Urspruch dafür, wenn einer hirnlos rumfaselt?

Daß es keinen disput über die maßnahmen gäbe, wäre mir neu. Meckert herr Liefers über die medien, ohne die debatte verfolgt zu haben, die seit inzwischen vierzehn monaten läuft? Es ist überhaupt nicht so, daß auf die »die regierung beratenden experten« gehört würde. Die lage sieht derzeit so beschissen aus, weil eben gerade nicht auf experten wie Melanie Brinkmann, Christian Drosten oder Karl Lauterbach gehört wurde, die im gegensatz zu den tollen herren Professoren und Nobelpreisträgern von »weltberühmten universitäten« nicht nur titel, sondern sogar namen haben. So bedeutend, daß man sich ihre namen merken müßte, sind die titelträger, von denen herr Liefers spricht, offensichtlich nicht.

Ist toll, daß Jan Josef Liefers das gefühl hat, daß einige zeitungen damit beginnen, alte, überwunden geglaubte vorstellungen von kritischem journalismus wieder aufleben zu lassen. Weshalb nennt er keine namen? Warum läßt er seine zuschauer nicht daran teilhaben, wen er meint?

Ich zweifele. Und nicht nur an Liefers’ intelligenz, sondern an der politik, die sehenden auges wochen- und monatelang untätig geblieben ist, wodurch die katastrophe wesentlich vergrößert wurde. Leider hilft es nichts, wenn ich sage, daß es mir bereits anfang oktober 2020 klar war, daß es einen konsequenten lockdown bräuchte, um schlimmeres zu verhindern. Passiert ist lange zeit nichts, außer daß die infektions- und todeszahlen stiegen. Es mußte diskutiert werden, ob es vonnöten sei zu handeln. Jetzt sind wir mehr als 70.000 tote weiter, hocken seit einem halben jahr mehr oder minder im lockdown und ein ende ist nicht wirklich abzusehen. Das ist nicht das ergebnis einer politik, die diskussionslos auf restriktive maßnahmen gesetzt hätte. Die politik hat auf das prinzip hoffnung gesetzt. »Kommt schon nicht so schlimm.«

Daß wir nun, ende april 2021, noch immer nicht aus dem scheißlockdown raus sind, liegt keineswegs daran, daß die MerkelIn uns aus machtgeilheit zu hause einsperren will, sondern eher daran, daß sie genau das beizeiten gelassen hat. Es wurden nicht einfach dinge beschlossen, über die nicht geredet worden wäre. Im gegenteil: Es wurde ewig blöde rumgelabert, faule kompromisse gemacht, die sich als schädlich erwiesen haben

Die schwubelfränze Hendrik Sodenkamp und Anselm Lenz vom selbsternannten »Demokratischen Widerstand« haben das, was Liefers sagte, in ihrem rundbrief 302 wie folgt aufgenommen
zitat Lenz und Sondenkamp: »Die Schauspieler stehen auf. Mit der Kampagne »Alles dicht machen« haben 53 TV- und Theater-Stars, unter anderem Heike Makatsch, Jan-Josef-Liefers, Volker Bruch, Dietrich Brüggemann und Nina Gummich gestern ihre Unterstützung der Demokratiebewegung erklärt.

Das Video von Heiko Makatsch verschwand recht schnell im Laufe des Tages, ist aber frühzeitig gespiegelt worden. Besonders klar ist die Ansprache des demokratischen Revolutionärs Jan-Josef Liefers, der auch auf unsere Zeitung und die Regierungspropaganda eingeht.«
Wer auch immer dieser Heiko Makatsch sein soll. Heike Makatschs video verschwand, weil sie sich offenbar überlegt hat, daß sie nicht von rechten verschwörungsdeppen vereinnahmt werden will. Im rundbrief 285 zur »lagebesprechung« von mitte april hieß es
zitat Lenz: »FDP und Linksfraktion haben heute bei der ersten Lesung des Gesetzes im Bundestag erstmals einigermaßen seriös opponiert und ansonsten weiterhin der AfD bildlich den Schwarzen Peter der Verteidigung der Demokratie, der Gewaltenteilung, der Menschlichkeit überlassen.«
Sicher. Die AfD als einziger verteidiger der menschlichkeit und so. Und eine horde schauspieler, die offensichtlich kein problem damit hat, sich mit solchen figuren gemein zu machen. Ich fühle mich peinlich berührt, weil meine abneigung gegen filmstars noch nie dermaßen klar bestätigt wurde. Das sind leider nicht unbedingt besonders kluge, unterhaltsame leute, sondern ausgemachte langweiler, die wie dressierte affen kunststücke abspulen, die man ihnen beigebracht hat. In puncto originalität, witz und ironie hat mich bislang keins der videos vom hocker gerissen. Schade eigentlich, es wäre doch schön gewesen, wenn wenigstens einer von denen mal gezeigt hätte, daß ich mich irre. Stattdessen gibt es die bei rechten übliche larmoyanz. Schließlich gibt es keine meinungsfreiheit, wenn andere das, was man meint, einfach nur panne finden.



Den eindeutig besseren text hatte die twitternutzerin Julia C. Seidl, den sie überdies auch noch besser vortrug als Jan Josef Liefers. Das mit der ironie hat sie auf jeden fall besser drauf.

Sonntag, 4. April 2021

Gysi und Krömer

Bemerkenswertes gespräch, das am 17. dezember 2017 in der Distel in Berlin stattgefunden hat.

Donnerstag, 1. April 2021

Lauterbach warnt

Diese woche war Karl Lauterbach ausnahmsweise mal nicht bei Lanz, sondern bei Kurt Krömer.
Zitat Karl Lauterbach: [9:26]»Wir raten im prizip zu den dingen, die wir selbst nicht machen und wir warnen vor dem rest.«
Zitat Kurt Krömer: [25:48]»Es ist doch so, daß wir eigentlich immer sagen, politiker sollen bitte die wahrheit sagen, die sollen nicht lügen und jetzt kommt einer wie Karl Lauterbach, spricht unangehne dinge an, daß wir alle zu hause bleiben müssen und ne playstation 5 gibts auch nicht zu weihnachten, die müßt ihr euch streichen und jetzt sagen alle, dit nervt.«
Den eindruck hatte ich in den letzten monaten mehr als nur ein mal, daß die leute politiker, die nicht lügen überhaupt nicht leiden können, weil sie die wahrheit nicht vertragen.

Dienstag, 26. Januar 2021

Kalkofe über Kla.TV

Ein wirklich herz- und ohrzerreißendes lied von Saseks kinderzüchtigungssekte. auf Klagemauer TV, treffend kommentiert von Oliver Kalkofe. Auf den schreck muß ich mir erstmal ein paar »hexenpizzas« mit »froschaugen« belegen, außerhalb der Organischen Christus Generation lernt man das schließlich schon im kindergarten.

Sonntag, 24. Januar 2021

Eolomea

Leider hat die DDR in den vierzig jahren ihres bestehens nur drei sciencefictionfilme hervorgebracht. Die produktionskosten waren für dies genre leider sehr hoch, obgleich einige szenen auf der erde nicht auf Galapagos, sondern an der Bulgarischen schwarzmeerküste gedreht wurden. Im film sind Manfred Krug und Carmen-Maja Antoni nicht zu sehen. Aber immerhin zu hören.

Bevor ich anfange, den film nachzuerzählen, empfehle ich, ihn selbst anzuschauen:



Das beste, das je in einem scienfictionfilm gesagt wurde, ist vermutlich folgendes:

»Ist doch komisch. Da ziehe ich nun los, ’ne neue zivilisation suchen. Mit zerrissenen socken.«

Donnerstag, 31. Dezember 2020

Ein vorschlag für 2020

Eigentlich fangen die 20er jahre morgen erst an, denn wegen unserer bekloppten zeitrechnung fangen jahrzehnte mathematisch korrekt nie mit einer »0«, sondern immer mit einer »1« an. Dazu schrieb Max Goldt im november 1996 unter dem titel »Teilchenphysik auf Stammtischniveau« folgendes:
Zitat: »Das Einteilen unserer Zeit in Jahrzehnte ist eine tückische Sache, da die Dinge, die man sich im Nachhinein als typisch für eine Dekade denkt, nur selten pünktlich zu Jahrzehntbeginn einstellten. [...]

Der Einstieg in die nuller Jahre wird hart und nervig werden, denn Besserwisser wollen ihn mit Genörgel vergällen. Sie schreien jetzt schon los, wenn jemand mal den ganz extrem kleinen fehler begeht zu sagen, am 1.1.2000 werde das neue Jahrtausend beginnen. Man sollte einfach nicht hinhören, wenn sie einem wieder mit ihren arithmetischen Belehrungen kommen, oder sie anschreien: JAJA, WIR WISSEN ES ALLMÄHLICH. Jeder ABC-Schütze kann begreifen, daß unsere Zeitrechnung nicht mit dem Jahr Null, sondern mit dem Jahr Eins beginnt, und daß die Jahrhunderte
eigentlich nicht mit ’00, sondern mit ’01. Toll. [...] 2000 = drei leckere, saftige Äpfel. Krachoschlabber Schmackofatz! 2001 = zwei Äpfel und ein Zahnstocher. Was ist besser? Die saftlosen Arithmetiker sagen: Zwei Äpfel und ein Zahnstocher sind besser, denn dann kann man sich der langfristigen Gesundheit zunutze nach dem Essen die Überreste aus den Zwischenräumen stochern. Da antworte ich: Dann stochert mal schön in eurer logischen Gesundheit. Ich werde [...] bei eurem mathematisch genemigten Millenium reinschneien und euch Zahnstochernachschub und eine Flasche Demeter-Brottrunk vorbeibringen.

Man merke sich: Inkorrekte, aber geile Jahrtausendwenden begießt man mit leckeren Torkeltrünken, korrekte Jahrtausendwenden mit Demeter-Brotsaft.«
Ob das für mathematisch korrekte jahrzehntanfänge auch gilt? Mist, das habe ich gar nicht bedacht und somit habe ich zufällig überhaupt keinen Demeterbrottrunk im hause, sondern bloß leckere torkeltrünke und ich habe nicht vor, ins reformhaus zu flitzen um daran was zu ändern. Zur abhilfe hat letztens der Österreichische physiker Florian Aigner folgendes vorgeschlagen: Das ist eine gute idee, wir legen ein schaltjahr ein, geben 2020 eine zweite chance und sind den stuß mit den unlogischen jahrzehntanfängen für immer los. Bin ich sehr dafür.

Ich wünsche schöne 20er jahre.

Sonntag, 13. Dezember 2020

Klatsch in die hände

Als die welt noch in ordnung war und das Merkel noch physikerin hinter einer mauer war, tanzte sich die dorfjugend zu derartigem scheiß warm - ich hab es gehaßt wie die pest. Aber wenn es Euch friert, könnt Ihr ja mal in die hände klatschen. Oder eine kniebeuge machen.

Samstag, 12. Dezember 2020

Impfmückenalarm!

An sich eine geniale idee: impfmücken. Man geht irgendwo am see spazieren und anstatt sich über die lästigen plagegeister zu ärgern, kann man sich freuen, von den possierlichen tierchen gestochen zu werden, weil man hinterher gegen covid-19 immun ist. Angeblich sollen die viehcher aus Skandinavien kommen. Das glaube ich allerdings nicht, weil nämlich fast alle mücken auf dem Skandinavischen markt in Brandenburg hergestellt werden.

Dienstag, 6. Oktober 2020

Moritat vom Kriegsminister Theodor Graf Baillet de Latour

Mal wieder ein schönes musikvideo: Wer mich kennt, weiß natürlich, daß ich vor allem die ratte gut finde, die in dem video vorkommt.

Dienstag, 18. August 2020

Nachricht aus dem seltsamen Parallelberlin

Zwischendurch habe ich ein wenig in den newslettern des selbsternannten »Demokratischen Widerstands« geschmökert und in der ausgabe nr. 75 vom 9. august noch eine perle des künstlichen dramatisierens gefunden, die ich meinen lesern keineswegs vorenthalten möchte.
Zitat Anselm Lenz: »Liebe Demokratinnen und Demokraten!

Ich habe bisher vermieden, mich in diesen Rundschreiben persönlich zu äußern. Zumal wir viele gute AutorInnen und ein feines Kollegium haben. Wir sind jetzt seit fünf Monaten mit friedlicher Aufklärung und der Arbeit für unser Grundgesetz und verfassungsgemäße Demokratie beschäftigt:
 
  • Die wichtigen Fragen werden diskutiert und dann abgestimmt, 
  • Grundrechte gelten unabschaffbar immer, auch für Minderheiten 
  • Gewaltenteilung, freie Presse, unabhängige Wissenschaft haben nicht nur einen guten Ruf (»und sie bewegt sich doch...«), 
  • sondern werden ohne Ausnahme umgesetzt. 
Corona-Regime, Sonntag, 9. August 2020: In Berlin sehe ich nur noch fertige Leute. Alte Menschen in Rollstühlen hinter Masken mit hochroten Gesichtern. Der Stoff zieht sich in die Mundhöhle, der Speichel rinnt.

Ich sehe fast nur noch traurige oder weinende Kinder. Ich sehe Männer in Schweden-T-Shirts, die auf S-Bahnsteigen nicht aufhören zu rufen, »Lüge! Lüge!« und »Masken ab!«. Immer wieder, wenn ein Zug angehalten hat, ertönt seine Stimme, schon ganz rauh. Manche Passanten nicken ihm zu, die meisten gehen gesenkten Hauptes weiter, die Scham tief in ihre Augen, ihre ganze Gestalt eingeschrieben. Gebrochene, Gedemütigte.

Mittlerweile muss festgehalten werden, dass wir nicht in etwas sind, dass ein paar faschistoide Züge trägt. Es ist der Faschismus selbst. Es ist der pure menschenverachtende Horror, es ist ein Terrorregime, das sich einzig und allein gegen die Menschen richtet, gegen die 99 Prozent, die unter ihm zu leiden haben.

Ich treffe jammernde Frauen mit ihren schlafenden Kindern vor dem Roten Rathaus in Berlin. Ihren Wangen und ihren Augen sehe ich an, dass sie in diesen Corona-Monaten viel weinen. Eine Gruppe Sinti und Roma sitzt fast regungslos auf Parkbänken, ein Junge der Familie, etwa 12 Jahre, nimmt wie irre immer wieder die Maske ab und legt sie wieder im Fünfsekundentakt wieder an.

Ich sehe nur noch Trauer, Armut und Verlendung. Nachts in unserer Siedlung, einem Ensemble von Dreigeschoss-Mietwohnungsbauten im Bezirk Pankow, das für Verhältnisse der Berliner Innenstadt immer sehr ruhig war, höre ich Menschen in verschiedenen Sprachen schreien, weniger aggressiv, eher leidend. Dann unsere Nachbarin: »Ich halte das nicht mehr aus«, »aaaahh!« und »Tötet Angela Merkel!«. Wir haben sie dann auf unseren Balkon eingeladen und beruhigt.

Und wieviel stumme Schreie vernehmen wir nicht? Von Menschen, die in Todesangst vor Viren und Bakterien jetzt Waschzwänge haben, Ängste vor anderen menschlichen Körpern und Berührung, vor ihrem eigenen Körper und vor Händen, vor Küssen, vor Oberflächen — oder sich gleich überhaupt gar nicht mehr hinaustrauen. Die schlimmsten Früchte, die diese Perversion getrieben hat und noch treiben wird, werden erst über die kommenden Monate, Jahre und Jahrzehnte ans Licht kommen. Die Verbrechen des Corona-Regimes sind jetzt schon ohne Zahl.

Heute morgen dann auf dem Weg zum Bäcker: Ein Mann liegt in der Straße, wispert immer wieder »Diktatur, Diktatur«. Er will sich nicht mehr bewegen. Er liegt einfach da, wie ein nasser Sack in der Sonne. »Diktatur, Diktatur.« Er ist zu schwer, als dass ich ihn von der Straße ziehen könnte. Die Autos fahren lamgsam drumherum. Dann kommt Hilfe, wir setzen ihn auf einen Sitz vor dem Supermarkt und bringen ihm das verlangte Bier. »Diktatur, Diktatur.«

Die Leute können nicht mehr. Es ist Fürchterlichstes, Schrecklichstes angerichtet worden in epischen Dimensionen. Möglicherweise auf lange Sicht noch viel Schlimmeres, als in begrenzten Kriegen geschieht.

So, wie sich mir meine Mitmenschen in Berlin dieser Tage präsentieren, habe ich den Eindruck, dass die Leute völlig zerrüttet sind. Sie können nicht mehr, sie haben ihre Würde verloren und schreien, schweigen oder weinen nur noch.

Ich persönlich muss Ihnen auch sagen aus meiner ganz eigenen Einschätzung für mich persönlich heraus: Es reicht jetzt.

Es. Reicht. Jetzt.

Friedlich und demokratisch grüßt Sie heute,

Anselm Lenz«
Eigentlich ist es nicht komisch, wenn jemand derart offensichtlich reif für die gummiinsel ist. Trotzdem habe ich an einigen stellen herzlich lachen müssen, weil der typ seine eigene parodie ist, der den quark den er selbst denkt »tötet Merkel« etc. frei erfundenen figuren in den mund legt, damit er nicht dafür belangt werden kann.

Pankow ist nicht so weit weg von hier und ich habe weder dort noch hier irgendwen gesehen, der irgendwas von »lüge« oder »diktatur« gerufen hätte - vor ein paar monaten hat mich einmal einer angeraunzt, weil ich mir vor dem betreten eines ladens ordnungsgemäß eine maske aufgesetzt habe, dem habe ich so freundlich es nötig war »Dir hamse wohl zu heeß jebadet« geantwortet und damit war die angelegenheit erledigt. Wenn man davon absieht, daß in den geschäften und im ÖPNV die meisten leute mund-nase-schutz tragen und das touristische partyvolk nicht da ist, ist ansonsten kaum etwas anders als sonst auch. Wenn man hier fertige leute, verheulte weiber, plärrende blagen, verelendung und armut sieht, dann liegt es eben daran, daß das hier schon immer so war. Niemand braucht einen fatzke aus Hamburg, der einem erklärt, daß Berlin teilweise scheußlich ist, der Normalberliner weiß das nämlich schon längst.

Dann auch noch die verharmlosung des faschismus und terrorregimes, das ist eher nicht zum lachen. Wer das anzetteln eines weltkrieges und das millionenfache abschlachten unerwünschter personen gleichsetzt mit der aufforderung, sich selbst und andere durch gewisse hygienemaßnahmen vor einer potentiell tödlichen erkrankung zu schützen, hat mit sicherheit eine defizitäre wahrnehmung von der welt.

Wer es für einen waschzwang und nicht für eine selbstverständlichkeit hält, sich nach dem nasebohren oder anderen täglichen verrichtungen die hände zu waschen, ist vermutlich nicht so ganz auf der höhe zeit. Auf jeden fall weiß ich, welchen leuten ich auch nach corona besser nicht die hand zum gruß geben werde.

Sonntag, 26. Juli 2020

Keine party

Hier wurde im vergangenen jahr bereits gezeigt, wie man in diesem jahr tanzen sollte. Erstaunliche voraussicht. Mir gibt das video ein bißchen zu denken, die schönsten parkplätze und parkplatzauffahrten und so in Berlin scheine ich zu kennen. Womöglich sollte ich ernsthaft über einen ortswechsel nachdenken. Aber wohin?

Sonntag, 5. Juli 2020

German bold italic

Freunde der drögen kunst der typographie erinnern sich womöglich an dies ding:



German bold italic von Towa Tei und, um gottes willen, Kylie Minogue. Als ich das vorhin zufällig fand, freute ich mich. Allerdigs befremdete es mich, daß ich mich an das video erinnern kann. An die besungene schrift hingegen nicht mal ein bißchen.

Samstag, 30. Mai 2020

Das wunder von Berlin

Alfons erzählte in der letzten »Anstalt« über das »Wunder von Orly«:


Ein vergleichbares »wunder« gab es in den vergangenen monaten auch in Berlin, weil in Tegel kaum noch flugzeuge starten und landen ist es wunderbar ruhig. Anstatt morgens vom fluglärm genervt zu werden, singen hier morgens die nachtigallen und amseln mit den rotschwänzchen und gartenbaumläufern um die wette, so schön war das hier noch nie.

Und das beste ist, daß hier der fluglärm tatsächlich zukünftig dauerhaft unterbleiben wird, denn der flughafen »zum abgestürzten luftfahrtpionier« soll mitte juni vorzeitig für immer geschlossen werden.

In der »Welt« stand dazu »Das Ende des Traums vom Fliegen« (brauche ich nicht verlinken, verschwindet ohnehin nach wenigen zeilen hinter der bezahlschranke). Für den namensgeber des flughafens, Otto Lilienthal, endete der traum vom fliegen so:
Das fliegen hat funktioniert, das landen hingegen eher nicht. Nur gut, daß es damit in Berlin sehr bald zu ende sein wird.

Dienstag, 19. Mai 2020

Freiheit

Derzeit wird viel um freiheit diskutiert und gestritten, ob die hierzulande noch gegeben sei und schwadroniert, daß wir bereits längst in einer diktatur lebten. Dabei ist doch klar, daß die freiheit gegeben ist, immerhin darf man sich frei entscheiden, ob man freiwillig maske trägt oder ob man dazu gezwungen ist.

Über die freiheit schrieb Albert Krölls in seiner streitschrift gegen den verfassungspatriotismus folgendes:
»Wenn die Willensfreiheit den Charakter einer Konzession der staatlichen Herrschaft annimmt, wird so getan als wäre der Wille ohne das Zugeständnis einer ihm übergeordneten Gewalt, ihn haben zu dürfen, noch unvollständig. Dafür jedoch, daß die Menschen das tun, was sie ohnehin von sich aus wollen, bedürfte es einer politischen Macht und deren Setzungen nicht. Darum kann es also auch gar nicht gehen, wenn die Staatsgewalt ihren Untertanen Freiheit gewährt. Wenn die Verfassung den Regierten Rechte zuweist und ihnen das scheinbar Selbstverständliche und Menschennatürliche erst noch erlaubt, dann betätigt sich in diesem Rechtsakt eine hoheitliche Aufsichtsinstanz, die keineswegs jedermann machen läßt, was er will. Die rechtliche Anerkennung des Willens ist somit die abstrakteste, aber auch umfassendste Form, den Willen unter die Verpflichtung seiner Übereinstimmung mit den Vorgaben der staatlichen Herrschaft zu stellen. Wenn vom Dürfen des wollens die rede ist, ist eben allemal von einer über den gesellschaftlichen Subjekten und ihrem Willen stehenden (Gewalt)Instanz die Rede, welche die Totalität des Handelns ihrem Erlaubnisvorbehalt unterwirft. Mit Montesquieu (1748:Buch IX, Kap. 3) gesprochen kann ›in einem Staat, in dem es Gesetzte gibt..., die Freiheit nur darin bestehen, das tun zu können, was man wollen darf.‹«
Vielleicht ist es doch keine so gute idee, sich mit einem gesetzbuch auf die straße zu stellen und nach freiheit zu rufen.