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Sonntag, 5. September 2021

Gesundes saufen

Wenn man daran denkt, daß bier atome enthält, möchte man es nicht trinken. Als ich neulich beim nömix las, daß es veganen likör gibt, wollte ich glatt glauben, es gäbe den wirklich gesunden weg zur sauferei, denn wenn es vegan ist, muß es besser sein als anderes.

Allerdings gibt es noch viel bessere getränke, nämlich veganen nagellackentferner:
Hm, schmeckt fein! Und ist wahrscheinlich gesund wie malventee*. Um den perfekten cocktail zu mixen, benötigt man da bloß noch fußschweißpulver und haarschampoo »nacht auf dem kahlen berge«.

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Dieser winzigkleine text enthält drei literaturanspielungen. Wer eine erkennt, hat wahrscheinlich schon mal etwas gelesen. Das ist gut. Wer alle drei findet, ist vermutlich ein dreckiger schweinehund, der allen möglichen mist liest und hat somit einen ganz dicken pluspunkt verdient.

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* Mal im ernst: es ist unakzeptabel, daß nagellackentferner mit einem an tee erinnernden design, der aufschrift »vegan« von der manche menschen denken, sie wiese auf ein gesundes produkt hin, ohne kindersicherungsdeckel verkauft werden darf.

Samstag, 28. August 2021

Dänische verhältnisse jetzt, aber dalli!

In Dänemark werden zum 1. oktober sämtliche coronamaßnahmen aufgehoben.

Das funktioniert allerdings nur, weil schon jetzt mehr als 80% der Dänischen bevölkerung über 12 jahren gegen corona geimpft ist. Das ist auch in Deutschland möglich.

Wer über 18 jahre alt und montagmorgen in Berlin ist, kann sich in einem sonderzug in der ringbahn vom DB chefmediziner, dr Christian Gravert in der bahn mit dem impfstoff von Johnson & Johnson impfen lassen (dieser impfstoff hat den vorteil, daß man nur eine dosis braucht). Ein fahrschein ist dafür nicht notwendig.
Figuren wie Wodarg, Ballweg, Füllmich, Bhagdi, Schiffmann und wie sie sonst noch alle heißen, wollen, daß uns die coronamaßnahmen schön lange erhalten bleiben, weil ihnen das ein prima geschäftsmodell bietet und sie mit der naivität der menschen schön viel geld verdienen können.

Seid also lieber schlauer als die beutelschneider und laßt Euch impfen, damit dieser scheiß endlich aufhört.

Sonntag, 18. Juli 2021

Ich bin Schuld

Nach dingen wie #IchbinParis oder #IchbinOrlando sollte #IchbinSchuld folgen. Und in diesem fall würde es sogar stimmen, denn der kleine ort Schuld an der Ahr wurde unter vielen anderen opfer eines unwetters, das sehr wahrscheinlich eine folge der globalen erderwärmung ist, an der wir menschen aus den industrienationen mehr oder weniger alle ein stück weit mit schuld sind.

Das sind die konsequenzen aus einer verfehlten politik, die über jahrzehnte auch von der GRÜN*innenPartei mitgetragen wurde. Natürlich ist das ein globales problem. Aber wenn alle warten, daß andere anfangen etwas zu ändern, kann man alles gleich vergessen.

Der kleine ort Schuld ist nur ein zeichen für das, was passiert ist.

Samstag, 10. Juli 2021

Bestechend einfacher vorschlag

Gestern machte der sozialpsychologe Florian Kaiser zur motivation zum impfen den bestechend einfachen vorschlag, daß impfverweigerer ihre corona-behandlung dann einfach mal selbst zahlen sollten.

Was ich von dieser idee halte ist ebenso einfach.

Nichts.

Freitag, 25. Juni 2021

Alle jahre wieder

Inzwischen kann man schon fast die uhr danach stellen: immer wenn so langsam das sommerloch um die ecke guckt, kommt die diskussion auf, daß grillfleisch viel zu billig sei. Und in diesem jahr natürlich auch.
Zitat: »Obwohl der Fleischkonsum in Deutschland tendenziell langsam zurückzugeht, lag er im Jahr 2020 immer noch bei etwas mehr als 57 Kilo pro Person. Im Jahr 2000 hatte der jährliche Verzehr bei über 61 Kilo gelegen. Allerdings ist das nach Angaben des WWF etwa das Doppelte des Verzehrs in den 1950er-Jahren.«
In den 1950er jahren hatte man andere vorstellungen davon, was eine portion fleisch sei. Ich hab ein kochbuch aus der zeit und da steht drin, daß man pro person sechzig bis hundert gramm rechnen soll, bei knochenanteil entsprechend mehr. In meinem DDRkochbuch von 1979 durften es auch schon mal 150 g sein, im westen war zur gleichen zeit die verzehrempfehlung ähnlich. In den 1990er jahren hatte das »riesenschnitzel« 250g, heute darf die portion auch gern ein kilo haben - damit wäre eine großfamilie um 1950 sicherlich sehr glücklich gewesen. Wobei ich vermute, daß die leute damals auch größere portionen verdrückt haben, sofern sie es sich leisten konnten. Über jahrzehnte hinweg hat man daran gearbeitet, daß sich zumindest hierzulande möglichst alle eine abwechslungsreiche ernährung leisten können und jetzt soll es plötzlich ein problem sein, daß sich mehrheit hierzulande essen leisten kann.
Zitat: »Für die Preisunterschiede gibt es Gründe: Antje Risius forscht an der Universität Göttingen zu nachhaltigen Ernährungsstilen. Sie erklärt die markanten Preisunterschiede dadurch, dass Fleisch ein am Markt etabliertes Produkt, Ersatzprodukte aber noch "Newcomer" seien. "Der Fleischmarkt hat einen unglaublichen Wettbewerbsvorteil, weil da die Strukturen schon etabliert sind. Da kann auf ganz anderem Niveau produziert werden, effizient und strukturell zu sehr günstigen Preisen."«
Mit sicherheit gibt es für die preisunterschiede gründe. Jedoch wage ich es zu bezweifeln, daß die preise für vegane ersatzprodukte irgendwas mit der neuheit der produkte zu tun haben, sondern eher mit der zielgruppe. Veganer greifen nicht zur margarine, weil sie sich gern etwas billiges aufs brot schmieren wollen, sondern aus ideologischen gründen und weil sie sich durch ihre ernährung besonders und gut fühlen wollen. Die geben auch viel geld für schnittfest gemachtes, gelbes wasser mit planzenfett und quantenaroma (kann spuren von mandeln oder cashews enthalten) aus. Man verkauft den menschen eben nicht bloß kunstkäse, sondern ein lebensgefühl und das erwirbt man eben nicht für pfennigbeträge beim Nettoplus. Und wenn man nebenher noch schöne gewinne damit machen kann, den leuten erbswurst zum preis von premiumfleisch zu verkaufen, wäre man ein schlechter unternehmer, wenn man das ließe. Biohackfleisch kostet je nach anbieter und sorte zwischen ca. 8 und 16 €/kg. Die erbsproteinbulletten vom erbsproteinbullettenmarktführer werden für zwischen knapp 15 und 35 €/kg angeboten. Solche preise haben garantiert nichts mit dem produkt zu tun, sondern eher mit der bereitschaft der zielgruppe, so viel dafür auszugeben. Für so viel geld bekommt man ja schon gourmetfleisch vom Durocschwein. Gutes fleisch ist nämlich im normalfall alles andere als billig.

Gelegentlich vegetarisch zu grillen, ist sicherlich eine gute idee. Nicht, um verzicht zu üben, sondern weil es lecker ist. Man kann sehr gut saté oder schaschlik aus pilzen herstellen und vegetarisch gefüllte spitzpaprika sind gegrillt echt der hit.

Um lecker vegetarisch zu essen, benötigt man keinen überteuerten, industriell gefertigten schmatzkatz, sondern nur ein kleines bißchen phantasie.

Samstag, 1. Mai 2021

Die GrünSternchenInnen haben was gefordert

Kaffee Togo war im grunde schon immer ein no-go. Schließlich will man beim kaffee trinken nicht auch noch der Deutschen Kolonialherrschaft in Westafrika huldigen.

Jetzt haben die GrünSternchenInnen im Bundestag gefordert, daß es weniger to-go-becher geben soll. In welchem jahr leben wir eigentlich? 1981? In den 80er jahren gab es an den getränkeautomaten in der schule keine einwegbecher aus plastik mehr. Man sollte sich einen mehrwegbecher mitbringen, plasteinwegflaschen waren pfui-bäh und die meisten benutzten tragetaschen aus grober naturfaser auf denen »jute statt sack« oder so ähnlich draufstand. Bei vielen gab es die einsicht, daß müllberge kleiner ausfallen, wenn man mit einwegverpackungen möglichst sparsam umgeht.
Auch grün bedrucktes macht sich schlecht in der landschaft
Bis dann eines tages unter dem einfluß der GRÜNpartei entdeckt wurde, daß das mit dem müll kein allzu großes problem sei und zum geschäft werden kann, wenn man immer alles brav recycelt. Nur funktioniert das nicht besonders gut. Jedenfalls nicht in massen und es verbraucht jede menge energie.

Das hat vorher natürlich niemand ahnen können, daß es umweltfreundicher sein könnte, müll gar nicht erst zu verursachen, anstatt ihn hinterher zu beseitigen.

Freitag, 19. Februar 2021

Überholen ohne einzuholen

Neues vom Haus Baccardi für Realitätsverweigerung. Diesmal im ringen mit der realität in Jebsijames’ schnatterchannel.
Zitat Anselm Lenz:
Was für ein Fiasko für Regierung, Leitmedien und Konzerne: Den früheren »Stützen der Gesellschaft« zerbricht ihre Basis völlig. Ihnen bleiben nur noch Rücktritt, Entschuldigung und die Hoffnung auf ein mildes Urteil.[...]
Mich erinnert das an diese overheadsprache der DDRmedien, die nie müde wurden, den sieg des sozialismus zu verkünden, auch als es längst offensichtlich war, daß es damit vielleicht doch nicht soweit her ist.

Diese regierung konnte ich noch nie ausstehen, aber daß da irgendwas zerbrechen würde, weil es ein paar selbstherrliche, realitätsverweigernde aber laute figuren gibt, die zweifellos ein wahrnehmungsproblem haben und sich wünschen würden, daß was zerbräche, entspricht nicht der realität.
Zitat Anselm Lenz:
[...]sie gestanden nicht ein, dass die Blase platzt, dass sie die Verantwortung tragen und dass sie sich nun um etwas Besseres bemühen würden. Nein, sie kamen stattdessen mit der größten Lüge der Menschheitsgeschichte und einer Kriegserklärung gegen die 99 Prozent der Weltbevölkerung: Die Corona-Grippe sei ein Zombie-Virus, der weite Teile der Menschheit dahinraffen werde, wenn sie nicht alle Grundrechte und Verfassungen brächen, uns alle in Todesängste versetzten, Gewerbetreibende, Arbeiterschaft, Mittelstand, Bildung und Kultur ruinierten, Kinder, Alte, Dienstleister, Wissenschaft und Kulturschaffende zur unproduktiven Verfügungsmasse deklarierten.
Welche blase soll geplatzt sein - hat Lenz aus unerklärlichen gründen vielleicht eine nasse hose? Was faselt der typ da? Was soll ein zombievirus sein? Ich höre seit fast einem jahr Christian Drostens podcast, um ein bißchen was zu lernen. Ich kann mich beim besten willen nicht daran erinnern, daß er je von einem »zombievirus« gesprochen hätte, an dem wir alle sterben müßten. Ein fachbegriff scheint das eher nicht zu sein. Mein eindruck ist eher, daß es - wenn überhaupt - ein »zombievirus« im übertragenen sinne gibt, das manche personen, auch querdenker genannt, faktenresistent macht.

Es ist ermüdend. Eine weitere kotzprobe aus dem text:
zitat Anselm Lenz:
Die Impf-Gurus sind dieselben Mörder, die die sinn- und endlosen Kriege der letzten 30 Jahre angezettelt haben, bei denen es um Ölquellen und Weltherrschaftsfantasien der US-amerikanischen Oligarchen ging, die die Maschinerie des Kalten Krieges bis heute am Laufen halten. Es sind dieselben, die Umweltzerstörung und verhungernde Kinder in der Welt zumindest an mächtiger Stelle mitzuverantworten haben.
Hä?

Da fehlen mir die worte.

Impfguru. Wer soll das sein? Die WHO? Das RKI? Oder das PEI? Die STIKO? Und die zetteln kriege für öl an, weil sie morden und kalten krieg toll finden? Und wer an impfstoffen forscht, ist mörder, weil er krieg, umweltzerstörung und verhungernde kinder gut findet und mächtig genug ist, das mitzuverantworten?

Da gibt es nichts zu verstehen.

Heute wurde in rundbrief nr. 194 noch mal allerhand dünnsinn hinterhergeschoben:
zitat Anselm Lenz:
Wir möchten hiermit nochmals festhalten, dass wir uns zu jedem Zeitpunkt unserer Tätigkeit an geltende Gesetze und Regeln gehalten haben. Wir haben auch rechtlich nicht verbindliche Kodizes wie den Pressekodex jederzeit eingehalten und werden das auch weiterhin tun. Und auch lebensverbessernde Höflichkeiten sind uns wichtig, ein allgemein guter Umgang. Ein Sinn für echte Qualitäten, nicht nur für Ware.
Aha. Mal zur erinnerung was der Pressekodex ist:
1. WAHRHAFTIGKEIT UND ACHTUNG DER MENSCHENWÜRDE
Die Achtung vor der Wahrheit, die Wahrung der Menschenwürde und die wahrhaftige Unterrichtung der Öffentlichkeit sind oberste Gebote der Presse.

Jede in der Presse tätige Person wahrt auf dieser Grundlage das Ansehen und die Glaubwürdigkeit der Medien.
Nie würde ich behaupten, daß das in den leitmedien immer gegeben wäre. Das ist aber kein grund, frei erfundenes als »tatsachen« auszugeben, weil einem die realen zustände nicht in den kram passen.
2. SORGFALT
Recherche ist unverzichtbares Instrument journalistischer Sorgfalt. Zur Veröffentlichung bestimmte Informationen in Wort, Bild und Grafik sind mit der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen und wahrheitsgetreu wiederzugeben. Ihr Sinn darf durch Bearbeitung, Überschrift oder Bildbeschriftung weder entstellt noch verfälscht werden. Unbestätigte Meldungen, Gerüchte und Vermutungen sind als solche erkennbar zu machen.
Findet man beim »Demokratischen Widerstand« journalistische sorgfalt und nicht womöglich ungeprüfte gerüchte? Nein, völlig undenkbar.

Weil ich es nicht zu lang machen will, springe ich im pressekodex jetzt zu punkt 14.
14. MEDIZIN-BERICHTERSTATTUNG
Bei Berichten über medizinische Themen ist eine unangemessen sensationelle Darstellung zu vermeiden, die unbegründete Befürchtungen oder Hoffnungen beim Leser erwecken könnte. Forschungsergebnisse, die sich in einem frühen Stadium befinden, sollten nicht als abgeschlossen oder nahezu abgeschlossen dargestellt werden.
Falschdarstellung von medizinischen themen ist beim »DW« nicht die ausnahme. Es ist programm. Wenn ich dieser darstellung geglaubt hätte, hätte ich sehr wahrscheinlich wirklich angst bekommen.
zitat Anselm Lenz:
Auch eine Lüge kann gestanden werden. Oder bedauerliche Irrtümer eingeräumt. Eigene Ängste zugegeben. – Es geht immer weiter, wir werden als friedliche und freie Menschen immer einen Weg finden, uns zu verständigen – am liebsten im Guten. Nun: Der Virus ist nunmal glücklicherweise keine Todesseuche. Und selbst wenn er es wäre, wir wollten solche Maßnahmen nicht ungefragt befohlen bekommen. Indes, der Finanzkapitalismus kriselt seit Langem bedenklich.
Ja, liebe leute vom DW, wenn bedauerliche irrtümer eingeräumt werden können, DANN TUT ES ENDLICH!

Es hat nichts mit befehlen zu tun, sich und andere vor einer potentiell gefährlichen viruserkrankung zu schützen. Und von maßloser ignoranz, anderen angst oder irrtum zu unterstellen.

Was den bösen »finanzkapitalismus« von allen anderen kapitalismüssen sonst unterscheidet, wissen allein die schwurbler.
zitat Anselm Lenz:
Und, großes Indianerehrenwort: Wir werden nachher nicht immer sagen: Ha, wiihier haben es ja schon immer gesagt... Denn jeder, der die Kurve kriegt, wird gefeiert werden, wird sein Gesicht wahren können, seinen Stolz behalten und sich im Leben wieder gut zurechtfinden.
Ich stelle mir vor, wir hätten keine pandemie, sondern eine flutkatastrophe. Lenz steht bis über beide ohren im wasser und blubbert: »noch nie wurde bewiesen, daß wasser schädlich sein könnte.«

Es ist ja so gesund.

Mittwoch, 10. Februar 2021

Vereinnahmung von protest

Den übrig gebliebenen figuren vom Haus Baccardi für Realitätsverweigerung ist wirklich gar nichts zu doof.
zitat Rundbrief 186: Seit 3 Wochen Bauernkorso durch Berlin
Seit drei Wochen fahren die Bauern durch die deutsche Hauptstadt, um gegen die Politik der derzeit noch amtierenden Bundesregierung und der EU zu protestieren.

Die Propagandamedien von Staat und Konzernen verweigern seriöse Berichterstattung. Die Bauern kampieren in der Stadt, schlafen teils in ihren Traktoren und werden von der Bevölkerung der Stadt und dem Widerstand mitversorgt.
Es ist klar, aus deren sicht kann es keine seriöse berichterstattung sein, wenn die landwirte nicht gegen die coronamaßnahmen der regierung, sondern gegen die preispolitik des handels und für kostendeckende preise und heimische nahrungsmittel im handel demonstrieren. Und sich obendrein auch noch einer erdreistet, sich von der demo gegen die coronamaßnahmen zu distanzieren.

Allerdings meldete der Tagesspiegel gestern abend, daß es auch verbindungen zu rechten gruppierungen gibt, die sich auf die Landvolkbewegung beziehen.

Mit sowas macht man sich als linker, liberaler oder konservativer gern gemein. Sofern man lebensmüde ist.

Mittwoch, 3. Februar 2021

Post aus memmingen

Für ein bißchen erheiterung sorgten am trüben dienstag die echten helden vom »Demokratischen Widerstand«. Denen geht es jetzt wahrlich ans leder und sie müssen sich nun heroisch bis zum letzten blutstropfen verteidigen.

Auf solche edlen retter hat die welt gewartet. Und alle verschreckten piepsmäuse natürlich auch.

Bildschirmfoto Rundbrief DW 182
zitat Rundbrief 182: Skandal der Sterblichkeit
Das Foto haben wir heute von einer Demokratin aus der Region um Göppingen übermittelt bekommen. Mit dem Slogan der direkt oder indirekt staatlich finanzierten Plakate wird implizit zur Gewalt bis hin zum Mord aufgerufen. Wir haben mit dem KDW e.V. einen Anwalt beauftragt.

»Querdenker müssen sterben. Aber nicht an Corona«, heißt es auf den Litfaßsäulen. Dass die Corona-Grippe selbst in aller Regel keine Todesgefahr auslöst, steht immerhin schonmal auf dem Plakat. Das allerdings ist wohl nicht auf einen Aufklärungsanspruch zurückzuführen. Sondern einfach Absicht der staatlich bezahlten Plakatgestalter, die damit zum Mord aufrufen.
*Mit-dem-fuß-aufstampf* »Mamma! der dingsda sagt, daß ich gar nicht an corona sterben muß, wenn ich mich impfen lasse! Das ist doch eine morddrohung!«

Wenn man jemandem drohen möchte, sagt man doch eher dinge wie »wir alle müssen sterben. Aber jetzt erst mal Sie!« oder so ähnlich.

Was auf dem plakat steht, fehlinterpretieren sie. Was nicht auf dem plakat steht, dichten sie hinzu.

Es ist schlecht, wenn man als muttersprachler die eigene sprache kaum versteht.
zitat Rundbrief 182: Skandal der Sterblichkeit
Auf den Seiten der mordslüsternen Aktion heißt es dann: »In den letzten Monaten und Jahren hat sich vieles verändert. Menschen sind kritischer geworden.«

Auch das stimmt wohl und dafür gibt es 1000 berechtigte Gründe, deren Verursacher nicht die Menschen sind, die diese Gründe haben. [...]
»Habe den mut, Dich Deines tosenden unverstandes nicht zu schämen!« möchte man meinen. Die seite der »mordlüsternen aktion« sieht so aus:

Bildschirmfoto »Wir alle müssen sterben.«
So kreativ, wie sie gern wäre, ist die seite eher nicht. Aber dafür, die figuren vom memmigen widerstand zum jaulen zu bringen und mich zum kichern, hat es gereicht.

Samstag, 16. Januar 2021

Alternative wahrheit

Seit januar 2011 findet in Berlin immer zur zeit der Grünen Woche die »wir-haben-es-satt-demo« statt.

Hierzu meldeten heute mittag die stets der wahrheit verpflichteten figuren vom selbsternannten »demokratischen widerstand« folgendes
zitat Rundbrief 168: Kundgebung für Pressefreiheit:

[...]Weiters geht in dieses Stunden eine Demonstranstration der Landwirte gegen die Corona-Diktatur durch ganz Berlin zum Bundestag mit rund 250 Traktoren.[...]
Komischer weise hat »agrarheute« (beispielsweise) darüber etwas völlig anderes berichtet.
Zitat agrarheute: »Um wegen der Corona-Pandemie den Abstand zu wahren, gibt es zwei Besonderheiten: Demonstriert wird nicht in einer großen Menschenmenge, sondern mit weitaus weniger Teilnehmern. Rund 150 Personen und 15 bis 25 Traktoren kamen zusammen. Die Organisatoren achteten sehr darauf, dass Abstände eingehalten wurden, und verteilen zusätzlich Masken.

Zudem haben die 60 im Bündnis zusammengeschlossenen Organisationen die "Aktion Fußabdruck" ins Leben gerufen: Aus der ganzen Republik schicken Teilnehmer dieser Tage Borschaften in Form vom Fußabdrücken nach Berlin, anstatt selbst anzureisen. So wurden tausende Botschaften an Wäscheleinen vor das Kanzleramt gehängt.«
Das hört sich nach etwas völlig anderem an, als landwirte demonstrieren gegen coronadiktatur.

So eine frechheit aber auch! Gehen diese bauerntölpel vom lande doch glatt für ihre eigenen interessen auf die straße. Und denken sich obendrein auch noch eine coronakonforme art des protests aus. Unverschämt!

Mittwoch, 13. Januar 2021

Nico Semsrott verläßt die PARTEI

Wegen rassismusvorwürfen gegen Martin Sonneborn ist Nico Semsrott aus der partei Die PARTEI ausgetreten. Insgesamt hatte ich schon öfter den eindruck, daß Nico Semsrott besser zur GRÜNpartei paßt, deren fraktion er sich im EUparlament auch angeschlossen hat.

Es ging um diesen dummen t-shirt-spruch:

»AU WIEDELSEHERN, AMLERIKA! abem Sie Guter FrLug runtel! Printed in China für Die PARTEI«

Martin Sonneborn hat sich dazu inzwischen wie folgt geäußert:

Dienstag, 29. Dezember 2020

Zitat des monats

An weihnachten hat der bundesentwicklungsminister was gesagt.
Zitat Gerd Müller: »Ich fände es angemessen, wenn sich superreiche Krisengewinner jetzt freiwillig an der Finanzierung der ­Krisenbewältigung beteiligen.«
Und ich würde es angemessen finden, wenn man die krisengewinnler selbst entscheiden ließe, ob sie sich freiwillig großzügig an der krisenbewältigung beteiligen oder ob man sie dazu zwingen muß.

Mittwoch, 9. Dezember 2020

Schoppen statt shoppen!

Vorhin las ich in der Zeit einen merkwürdigen satz:
Zitat die Zeit: »590 Corona-Tote an einem Tag und der Glühweinverkauf geht weiter.«
Leider werde ich den kausalen zusammenhag zwischen glühweinverkauf und den coronatod zu sterben nie erfahren, weil der artikel dann recht schnell hinter der bezahlschranke verschwindet. Aber ich habe es schon immer gewußt, daß mit diesem fuselig stinkenden, erwärmten pennerglück mit gewürzen irgendwas nicht stimmt und es nicht verstanden, daß leute, nachdem sie sich stundenlang durch überfüllte »shops« gequält haben, sich danach auch noch am büdchen drängeln müssen, um sich dies kopfschmerzauslösende gebräu hinter die binde zu gießen. Wem’s gefällt...

Das einkaufen in der vorweihnachtszeit ist mir schon lange ein graus, weshalb ich es nicht schlimm finde, wenn es einmal wenigstens ein bißchen ausfällt. Das shoppen gibt’s nicht, den schoppen hingegen schon.

Samstag, 31. Oktober 2020

BER

Heute wird in Berlin heimlich ein flughafen eröffnet. Corona wurde nur erfunden, damit diese peinlichkeit nicht so sehr auffällt. Während es anderswo so etwas wie architektur gibt, sieht das ding so sch.... ich meine natürlich schön aus wie die bahnhöfe Gesundbrunnen, Südkreuz und Ostkreuz. Innovation war halt schon immer eine Berliner erfindung.

Freitag, 16. Oktober 2020

Kulturmarxismus

Bei »Verschwörung & Fakten« gibt es den zweiten teil des videos über den verschwörungsschwurbler Markus Krall. Was August v. Finck sonst so mit seinem geld anstellt, kann man in der lobbypedia nachlesen.

Freitag, 18. September 2020

Revolution wegen Klimawandel

Bei »Verschwörung & Fakten« gibt es ein interessantes neues video über den verschwörungsschwurbler Markus Krall. Faktencheck teil eins. Ich bin schon sehr gespannt auf den zweiten teil des videos.

Dienstag, 18. August 2020

Nachricht aus dem seltsamen Parallelberlin

Zwischendurch habe ich ein wenig in den newslettern des selbsternannten »Demokratischen Widerstands« geschmökert und in der ausgabe nr. 75 vom 9. august noch eine perle des künstlichen dramatisierens gefunden, die ich meinen lesern keineswegs vorenthalten möchte.
Zitat Anselm Lenz: »Liebe Demokratinnen und Demokraten!

Ich habe bisher vermieden, mich in diesen Rundschreiben persönlich zu äußern. Zumal wir viele gute AutorInnen und ein feines Kollegium haben. Wir sind jetzt seit fünf Monaten mit friedlicher Aufklärung und der Arbeit für unser Grundgesetz und verfassungsgemäße Demokratie beschäftigt:
 
  • Die wichtigen Fragen werden diskutiert und dann abgestimmt, 
  • Grundrechte gelten unabschaffbar immer, auch für Minderheiten 
  • Gewaltenteilung, freie Presse, unabhängige Wissenschaft haben nicht nur einen guten Ruf (»und sie bewegt sich doch...«), 
  • sondern werden ohne Ausnahme umgesetzt. 
Corona-Regime, Sonntag, 9. August 2020: In Berlin sehe ich nur noch fertige Leute. Alte Menschen in Rollstühlen hinter Masken mit hochroten Gesichtern. Der Stoff zieht sich in die Mundhöhle, der Speichel rinnt.

Ich sehe fast nur noch traurige oder weinende Kinder. Ich sehe Männer in Schweden-T-Shirts, die auf S-Bahnsteigen nicht aufhören zu rufen, »Lüge! Lüge!« und »Masken ab!«. Immer wieder, wenn ein Zug angehalten hat, ertönt seine Stimme, schon ganz rauh. Manche Passanten nicken ihm zu, die meisten gehen gesenkten Hauptes weiter, die Scham tief in ihre Augen, ihre ganze Gestalt eingeschrieben. Gebrochene, Gedemütigte.

Mittlerweile muss festgehalten werden, dass wir nicht in etwas sind, dass ein paar faschistoide Züge trägt. Es ist der Faschismus selbst. Es ist der pure menschenverachtende Horror, es ist ein Terrorregime, das sich einzig und allein gegen die Menschen richtet, gegen die 99 Prozent, die unter ihm zu leiden haben.

Ich treffe jammernde Frauen mit ihren schlafenden Kindern vor dem Roten Rathaus in Berlin. Ihren Wangen und ihren Augen sehe ich an, dass sie in diesen Corona-Monaten viel weinen. Eine Gruppe Sinti und Roma sitzt fast regungslos auf Parkbänken, ein Junge der Familie, etwa 12 Jahre, nimmt wie irre immer wieder die Maske ab und legt sie wieder im Fünfsekundentakt wieder an.

Ich sehe nur noch Trauer, Armut und Verlendung. Nachts in unserer Siedlung, einem Ensemble von Dreigeschoss-Mietwohnungsbauten im Bezirk Pankow, das für Verhältnisse der Berliner Innenstadt immer sehr ruhig war, höre ich Menschen in verschiedenen Sprachen schreien, weniger aggressiv, eher leidend. Dann unsere Nachbarin: »Ich halte das nicht mehr aus«, »aaaahh!« und »Tötet Angela Merkel!«. Wir haben sie dann auf unseren Balkon eingeladen und beruhigt.

Und wieviel stumme Schreie vernehmen wir nicht? Von Menschen, die in Todesangst vor Viren und Bakterien jetzt Waschzwänge haben, Ängste vor anderen menschlichen Körpern und Berührung, vor ihrem eigenen Körper und vor Händen, vor Küssen, vor Oberflächen — oder sich gleich überhaupt gar nicht mehr hinaustrauen. Die schlimmsten Früchte, die diese Perversion getrieben hat und noch treiben wird, werden erst über die kommenden Monate, Jahre und Jahrzehnte ans Licht kommen. Die Verbrechen des Corona-Regimes sind jetzt schon ohne Zahl.

Heute morgen dann auf dem Weg zum Bäcker: Ein Mann liegt in der Straße, wispert immer wieder »Diktatur, Diktatur«. Er will sich nicht mehr bewegen. Er liegt einfach da, wie ein nasser Sack in der Sonne. »Diktatur, Diktatur.« Er ist zu schwer, als dass ich ihn von der Straße ziehen könnte. Die Autos fahren lamgsam drumherum. Dann kommt Hilfe, wir setzen ihn auf einen Sitz vor dem Supermarkt und bringen ihm das verlangte Bier. »Diktatur, Diktatur.«

Die Leute können nicht mehr. Es ist Fürchterlichstes, Schrecklichstes angerichtet worden in epischen Dimensionen. Möglicherweise auf lange Sicht noch viel Schlimmeres, als in begrenzten Kriegen geschieht.

So, wie sich mir meine Mitmenschen in Berlin dieser Tage präsentieren, habe ich den Eindruck, dass die Leute völlig zerrüttet sind. Sie können nicht mehr, sie haben ihre Würde verloren und schreien, schweigen oder weinen nur noch.

Ich persönlich muss Ihnen auch sagen aus meiner ganz eigenen Einschätzung für mich persönlich heraus: Es reicht jetzt.

Es. Reicht. Jetzt.

Friedlich und demokratisch grüßt Sie heute,

Anselm Lenz«
Eigentlich ist es nicht komisch, wenn jemand derart offensichtlich reif für die gummiinsel ist. Trotzdem habe ich an einigen stellen herzlich lachen müssen, weil der typ seine eigene parodie ist, der den quark den er selbst denkt »tötet Merkel« etc. frei erfundenen figuren in den mund legt, damit er nicht dafür belangt werden kann.

Pankow ist nicht so weit weg von hier und ich habe weder dort noch hier irgendwen gesehen, der irgendwas von »lüge« oder »diktatur« gerufen hätte - vor ein paar monaten hat mich einmal einer angeraunzt, weil ich mir vor dem betreten eines ladens ordnungsgemäß eine maske aufgesetzt habe, dem habe ich so freundlich es nötig war »Dir hamse wohl zu heeß jebadet« geantwortet und damit war die angelegenheit erledigt. Wenn man davon absieht, daß in den geschäften und im ÖPNV die meisten leute mund-nase-schutz tragen und das touristische partyvolk nicht da ist, ist ansonsten kaum etwas anders als sonst auch. Wenn man hier fertige leute, verheulte weiber, plärrende blagen, verelendung und armut sieht, dann liegt es eben daran, daß das hier schon immer so war. Niemand braucht einen fatzke aus Hamburg, der einem erklärt, daß Berlin teilweise scheußlich ist, der Normalberliner weiß das nämlich schon längst.

Dann auch noch die verharmlosung des faschismus und terrorregimes, das ist eher nicht zum lachen. Wer das anzetteln eines weltkrieges und das millionenfache abschlachten unerwünschter personen gleichsetzt mit der aufforderung, sich selbst und andere durch gewisse hygienemaßnahmen vor einer potentiell tödlichen erkrankung zu schützen, hat mit sicherheit eine defizitäre wahrnehmung von der welt.

Wer es für einen waschzwang und nicht für eine selbstverständlichkeit hält, sich nach dem nasebohren oder anderen täglichen verrichtungen die hände zu waschen, ist vermutlich nicht so ganz auf der höhe zeit. Auf jeden fall weiß ich, welchen leuten ich auch nach corona besser nicht die hand zum gruß geben werde.

Freitag, 10. Juli 2020

Aufträge für Denunzianten - oder kurz AfD

Wie die junge welt von morgen meldet, will die AfD sich nun offenbar selbst überwachen, denn der verfassungsschutz hat seit einiger zeit zulauf aus der AfD. Hat ja bei anderen rechtsradikalen gruppen und der NPD bereits bestens funktioniert. Gestern wurde der verfassungsschutzbericht für das vergangene jahr vorgestellt. Wie immer wurde vor gefahr durch linksextremisten gewarnt. Daß rechtsextreme in ihrem wahn gelegentlich mal ganz gezielt ein paar leute ermorden, scheint hingegen nahezu »normal« zu sein.

Mittwoch, 1. Juli 2020

Währungsreform 1990

Zur erinnerung an die »währungsunion« noch mal mein artikel von vor fünf jahren:

An die währungsunion am 1. juli 1990 kann ich mich noch recht gut erinnern. Damals wurde vornehmlich von westlichen politikern propagiert, daß sich das wirtschaftswunder nach der währungsreform von 1948 dann in der DDR wiederholen würde, wenn sie da »drüben« möglichst schnell die DM bekämen. Man erinnere sich an Kohls »blühende landschaften (…), in denen es sich zu leben und zu arbeiten lohnt«.

In meinem jugendlichen leichtsinn habe ich das damals nicht geglaubt. Ich fürchte, ich habe recht behalten. Im Januar 1990 gab es in der DDR 7.440 arbeitslose. Deren zahl sich bis juni auf 142.096 deutlich erhöht hatte. Nach der währungsunion beschleunigte sich der anstieg rasant, mitte juli waren es schon 220.000 arbeitslose und zur »wiedervereinigung« im oktober 537.800 - dazu kommen ab juli 500.000 kurzarbeiter, bis ende september hatte deren anzahl sich auf 1.771.576 erhöht.

Das lag nicht an der maroden wirtschaft der DDR, die zwar technisch dem westen hinterherhinkte und sanierungsbedürftig war, aber immerhin stark genug war, 40 % der hergestellten güter zu exportieren. Es lag am politischen willen der Bonner Regierung, den realsozialismus auf Deutschem boden mit einem schlag zu zerstören und da mußten möglichst rasch unumkehrbare tatsachen geschaffen werden, koste es was es wolle. Die wirtschaftlichen interessen der bürger der DDR, deren wirtschaft zu retten gewesen wäre, waren dabei egal. Die pläne gab es, jedoch fehlte der politische wille, sie umzusetzen.

Mit einführung der DM war die wirtschaft der DDR von einen tag auf den anderen wettbewerbsunfähig. Der handel zwischen der BRD und der DDR wurde im verhältnis 1 : 4 abgewickelt. Dadurch waren die produkte aus der DDR auch im westen konkurrenzfähig, weil sie unschlagbar billig waren, damit war mit einführung der harten währung schluß: die preise stiegen mit der währungsunion um ca. 350 %, damit waren sie auch für die ehemaligen handelspartner im RGW-raum unerschwinglich. So drohte bereits im Juli 1990 mehr als 90 % der unternehmen in der DDR die zahlungsunfähigkeit.

Die wirtschaft der DDR, die nach 40 jahren realsozialismus nicht ruiniert war, hat der Oggersheimer in nur einem sommer geschafft.

Mittwoch, 10. Juni 2020