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Mittwoch, 15. September 2021

Hirntot in den nichdenkseiten 2

Gestern schrieb Jens Berger unter dem titel ›Infektion‹ oder ›Booster-Immunisierung‹? – eine absurde Debatte legt die Sinnlosigkeit der deutschen Corona-Politik offen in den nichdenkseiten, daß prof. dr. Christian Drosten am vergangenen freitag in seinem podcast gesagt habe, daß eine coronainfektion für doppelt geimpfte nicht nur kein problem, sondern sogar wünschenswert sei. Tatsächlich war der podcast von anfang des monats und das thema im prinzip schon abgefrühstückt, aber egal. Berger führte einmal mehr vor, was die leute von der »ich-höre-immer-nur-das-was-ich-hören-will-fraktion« drauf haben: man pickt sich ein zitat raus, reißt es aus dem kontext des eigentlich gesagten und staucht es so weit zusammen, bis es das aussagt, was einem paßt.

Christian Drosten hat folgendes gesagt
zitat prof. dr. Christian Drosten: »Also niemand kann in England im Moment sagen, ob es nicht doch noch mal einen kleinen Shutdown bestimmter Bereiche für kurze Zeit braucht, so moderierende Maßnahmen. Ich glaube aber, insgesamt besteht im Moment für England und in England die Hoffnung, dass man das [bezieht sich auf mehr als 80% impfquote] jetzt im Herbst erreichen könnte, weil eben bestimmte Dinge erreicht worden sind in Form von Immunität, sowohl durch natürliche Infektion als auch durch Impfung. Da sind wir nicht. Und ich hatte gehofft, dass wir da schon sein könnten.

Und wir müssen uns einfach klarmachen, wir werden das, was wir jetzt erreicht haben, auch wieder ein bisschen verspielen, wenn wir jetzt nicht die Gelegenheit nutzen. Denn dieses Springen über die Schwelle in die Endemizität, das hält die Vakzine auch nicht für immer für die Gesamtbevölkerung bereit. Sondern der Impfschutz wird ja auch wieder ein bisschen schlechter werden nach einer Zeit. Und natürlich kann man sagen: Gut, da muss man wieder nachimpfen.

Aber eigentlich ist es nicht das Ziel für alle Zeiten, immer impfen zu müssen. Ich glaube, dass die Mehrheit der Infektionsbiologen und Mediziner im Moment sagt: Wir müssen eigentlich die endemische Situation als eine Erkältungssituation betrachten. Das heißt, wir sind aber dann auch in der Situation, dass unser Immun-Update, also die Booster- Immunisierung, eigentlich nicht hier passiert, sondern durch immer wiederkehrende Kontakte mit dem Virus und dass die Bevölkerungsimmunität auch immer belastbarer wird, weil dann sind es hier wirklich Infektionen.

Und da kriege ich dann Schleimhautimmunität, die ortsständig ist. Da sind dann eigene T-Zellen, die dort sitzen, lokale B-Zellen, die dort lokal Antikörper machen. Also diese Infektionsimmunität, die ist auf Dauer robuster.
[hier beginnt Bergers zitat] Mein Ziel als Virologe Drosten, wie ich jetzt gerne immun werden will, ist: Ich will eine Impfimmunität haben und darauf aufsattelnd will ich dann aber durchaus irgendwann meine erste allgemeine Infektion und die zweite und die dritte haben. [das spart Berger aus] Damit habe ich mich schon lange abgefunden. [hier geht Bergers zitat weiter] Und dann weiß ich, bin ich richtig langhaltig belastbar immun und werde nur noch alle paar Jahre überhaupt mal dieses Virus sehen, genau wie ich die anderen Coronaviren auch immer mal wieder sehe. [hier endet Bergers zitat] Das kann ich als relativ gesunder Erwachsener so für mich verantworten.

Es gibt andere Bevölkerungsgruppen, die können das natürlich nicht. Aber ich kann das für mich selbst, für meine eigene Gesundheit auch nur verantworten, weil ich jetzt zweifach geimpft bin. Und ich muss zugeben, ich wäre gerne auch noch ein drittes Mal geimpft.

Aber hier würde ich als Bürger dann auch sagen: Meine dritte Impfdosis geht erst mal nach Afrika. Aber leider ist es eben so, dass sich viele Leute jetzt auch nicht klargemacht haben, dass wir das nicht bevölkerungsweit im Moment machen können. Die Eigenverantwortung, die ja auch in der Politik immer so stark betont wird, können viele Leute nicht übernehmen, denn sie werden im Nachhinein, wenn sie einen schweren Verlauf durchmachen mussten, sagen: Hätte mir das jemand richtig erklärt, dann hätte ich die Eigenverantwortung anders gewählt.«
Das ist etwas völlig anderes als das, was Berger behauptet. Dann erklärt er, daß das alles nicht neu sei und »Experten, wie beispielsweise Hendrik Streeck, Alexander Kekulé oder Klaus Stöhr schon lange als Ausweg aus der Pandemie beschreiben.« Sicher, allein der doofe Drosten hat das die ganze zeit blockiert. Fakt ist, daß die herren Kekulé und Streek diesbezüglich ebenfalls schon interessengeleitet mißverstanden wurden. Dann muß Berger sich natürlich auch noch dahingehend versteigen, daß wir in wirklichkeit eine ganz toll hohe impfquote hätten. Mindestens 77%, wenn nicht mehr und überhaupt sei selbige politisch gewollt unterschätzt und im nächsten absatz sind es dann schon 80 plus prozent. Irgendwelche aktuellen quellenangaben? Fehlanzeige. Einfach nur mal so behauptet.

Wer sollte die maßnahmen länger als notwendig beibehalten wollen? Außer den figuren, die hier seit rund achtzehn monaten auf die kacke hauen und das maßnahmengegnertum als geschäftsmodell entdeckt haben, hat niemand was davon, diesen zustand länger aufrecht zu erhalten, als man muß. Die aktuelle impfquote der über zwölfjährigen liegt bei etwas über 70%.
quelle: ntv
Die Dänen scheinen ein etwas klügeres völkchen zu sein als die Deutschen, die haben vernunft walten lassen, haben die maßnahmen akzeptiert - sie hatten, im gegensatz zu dem was hier immer gern behauptet wird, einen härteren lockdown als wir - haben bei den über zwölfjährigen eine impfquote von 86% und konnten so die pandemische lage beenden.

Am schluß kommt die frage, wer durch die maßnahmen »geschützt« werden solle. Das ist doch nicht so schwer zu beantworten: die leute, die in den krankenhäusern arbeiten. Denen ist es nicht zuzumuten, daß sie wegen einer horde selbstherrlicher vollkoffer schon wieder bis zum umfallen arbeiten müssen. In Amiland sind wegen solcher figuren die kliniken schon wieder überfüllt, und es ist eine relativ gute idee, das hier zu verhindern. Ich habe keine angst, mich zu infizieren, denn es ist unwahrscheinlich, daß ich einen schweren verlauf haben würde, allerdings ist mir klar, daß ich ungeimpfte dösköppe anstecken könnte, die dann beim »training des immunsystems« auf der intensivstation verenden und das sollte man den pflegefachkräften dort ersparen. So etwas wie rücksichtnahme scheint bei den kritischen schlaubergern eher unbekannt zu sein.

Sonntag, 12. September 2021

Diskussion mit Dr. Sbaitso

Bei manchen diskussionen im internet mußte ich in den letzten monaten an den guten, alten Dr. Sbaitso zurückdenken, mit welchem ich in den frühen 90er jahren bekanntschaft machte. Allerdings war Dr. Sbaitso kein mensch, sondern ein spiel. Und zwar eins, das für die damalige zeit technisch ziemlich modern war, denn es war eine der ersten anwendungen für text-to-speech, bei denen der computer einem antworten auf fragen geben konnte und den text vom bildschirm vorlas.

Vom prinzip her funktionierte es ungefähr wie ein frage-und-antwort-spiel, bei dem man zwei leuten jeweils einen gemischten kartenstapel in die hand drückt und einer die fragen vorliest und der andere die zufällige antwort. Der unterschied war, daß man irgendwas sagen konnte und der »mensch« in der maschine imstande war, aus den eingetippten buchstaben wörter zusammenzusetzen, diese sogar vorzulesen, schlüsselwörter zu erkennen und anhand dieser aus einem paar dutzend textbausteinen eine möglichst passende antwort zu geben. Und er konnte sogar nachfragen oder einfach die klappe halten, wenn das gesagte nicht mit seiner datenbank zusammenpaßte.

Manche leute erinnern aber auch eher an den Talking Parrot, den es ungefähr zur gleichen zeit gab. Das war eine ziemlich erbärmliche computeranimation in form eines papageis, der einen über den lautsprecher dazu aufforderte, über die tastatur mit ihm zu reden. Besonders viel konnte er nicht. Es war völlig egal, was man tat. Die reaktion war stets die selbe: nach kurzer zeit kreischte er nur noch, wenn man bloß die tastatur anfaßte.

Je länger es das internet gibt, über das man mit anderen menschen kommunizieren könnte, desto mehr bekomme ich den eindruck, daß der Parrot und Dr. Sbaitso origineller waren als ich sie damals empfand, denn wesentlich mehr als deren textbausteine oder gekreisch liefern echte menschen oft kaum ab.

Sonntag, 22. August 2021

Hirntot in den nichdenkseiten

Juhu, wir können das impfen bleiben lassen, weil bringt ja eh nix. So stand es in den »Hinweisen des Tages« bei den nachdenkseiten vom 20. august
zitat André Tautenhahn: »Wenn das so ist, gilt das aber auch für ein zentrales Argument der Impfkampagne, das immer wieder vorgetragen wird. So wird behauptet, man würde mit der Impfung auch diejenigen schützen, die sich selbst nicht impfen lassen können, also zum Beispiel Kinder unter 12 Jahren, für die es keinen Impfstoff gibt. Nimmt man nun Drosten beim Wort, kann dieser Personenkreis gar nicht durch eine Impfung der anderen geschützt werden. Es ist also letztlich egal, wie hoch die Impfquote ist. Folglich ist es dann auch unverhältnismäßig, in besonderer Weise die Handlungsfreiheit von Ungeimpften mit Verweis auf die Gefährdung anderer einzuschränken. Schließlich ändert die Impfung daran nichts. Es bleibt dabei. Die Impfung bietet nur einen Eigen-, keinen Fremdschutz und wer sich selbst gefährden will, darf das nun einmal tun.«
Sicher darf man sich selbst gefährden, wenn einem der sinn danach steht. Aber, ich weiß, daß ich mich zum so-und-so-vielten male wiederhole, noch mal: wenn es um ansteckende krankheiten geht, gefährdet man grundsätzlich andere, die vielleicht nicht erpicht drauf sind, im schlimmsten fall auf dem friedhof zu landen. Somit ist das, was herr Tautenhahn schreibt allein aus diesem grund fragwürdig.

Bezug nimmt er auf einen text von RP-Online, in welchem prof. dr. Christian Drosten wie folgt zitiert wird
zitat: »Der Plan einiger Menschen, durch eine vermeintliche Herdenimmunität bei einer Impfquote von rund zwei Dritteln der Bevölkerung indirekt geschützt zu werden, gehe wegen der hochansteckenden Delta-Variante nicht mehr auf. „Wer sich nicht impfen lässt, wird sich infizieren, und das vielleicht schon in diesem Winter.“ Zu bedenken sei, dass das Infektionsrisiko für Ungeimpfte in diesem Herbst und Winter auch deswegen steige, weil aufgrund der hohen Impfquote dann täglich mehr Neuansteckungen zugelassen würden als noch im vorherigen Winter. Hinzu komme, dass Geimpfte einige Zeit nach der Impfung das Virus sehr wahrscheinlich weitergeben könnten, auch ohne dabei selbst zu erkranken.«
Leider weiß ich nicht, worauf der text von RP-online sich bezieht, denn ich habe das originalinterview nicht gefunden. Aber ich würde meine altersrente drauf verwetten, daß Christian Drosten nicht gesagt hat, daß »Geimpfte einige Zeit nach der Impfung das Virus sehr wahrscheinlich weitergeben«. Das hört sich an, als würde die impfung an sich ansteckend machen und das war mit sicherheit nicht gemeint. Ich bin sicher, daß gemeint ist, daß geimpfte nach infektion das virus sehr wahrscheinlich weitergeben könnten. Das ist etwas völlig anderes. Warum dies abgrundtief dumme offenbar absichtliche mißverstehen von information?

Auch scheint es sehr schwer zu sein, einen text auch wirklich zu ende zu lesen, da steht nämlich
zitat: »Durch ein selbsttätiges Auslaufen der Pandemie verschont zu bleiben, darauf könne niemand hoffen, erläuterte Drosten. Die Impfung sei aufgrund der Delta-Variante keine primäre Frage des Gemeinschaftsschutzes. Es gehe jetzt vielmehr darum, sich selbst zu schützen.«
Wenn eine impfung keine primäre frage des gemeinschaftsschutzes ist, kann sie durchaus aber einen sekundären schutz darstellen. Die grippeimpfung bietet auch keine herdenimmunität und trotzdem kann man gefährdete personen in seinem umfeld schützen, indem man sich impfen läßt, denn wenn man das eigene infektionsrisiko durch die impfung senkt, sinkt damit auch die wahrscheinlichkeit, andere anzustecken. Was ist daran so schwer zu begreifen?

Bei der WHO findet man dazu folgendes
Bildquelle: WHO
Da steht geschrieben, daß die impfung keinen vollen schutz bietet und es zu durchbruchinfektionen kommt, jedoch wenn mehr menschen geimpft sind, weniger leute in kontakt mit dem virus kommen. Dort findet man auch weitere informationen zur impfung in einfachem Englisch.

Es ist also keinesfalls egal, wie hoch die impfquote ist, denn je höher die ist, desto weniger chancen hat das virus sich auszubreiten. Sicherlich sollte jeder selbst entscheiden, ob er sich impfen lassen möchte oder lieber nicht. Wenn man die eingrenzung des virus allerdings als gesamtgesellschaftliche aufgabe betrachtet, muß jeder einen beitrag dazu leisten und da steht es einem frei, ob man das tut, indem man sich impfen läßt oder ob man weiterhin mit gewissen einschränkungen leben möchte. Man kann nicht erwarten, daß andere für einen das impfrisiko eingehen und es gleichzeitig in kauf nehmen, daß die leute, die da kein bock drauf haben, das virus frei weiterverbreiten können.

Dieses doofe gejammer von der »unverhältnismäßigkeit der einschränkungen der handlungsfreiheit von ungeimpften« muß aufhören. Von erwachsenen menschen sollte man erwarten dürfen, daß sie imstande sind, entscheidungen zu treffen und dann mit den daraus resultierenden konsequenzen zu leben.

Sonntag, 25. Juli 2021

Querdenker in Bad Neuenahr-Ahrweiler aus der schule geflogen

Das von »helfern« aus der querdenkerszene in einer schule errichtete familienzentrum ist bereits am mittwoch geschlossen worden. Dort hatten die masken- und impfverweigernden »Eltern stehen auf« sowie rechtsradikale, wie u.a. der aus dem schuldienst entlassene und wegen volksverhetzung verurteilte Berliner »Volkslehrer« die hilfsarbeiten im katastrophengebiet unterwandert.

Irgendwie mußte ich da an dieses bild aus dem juniheft der titanic denken.
»Jetzt ist aber mal schluß mit
Eurem scheiß unterwandern!
«
Nazis lauern auch da, wo man sie nicht erwartet. Auf der internetseite behauptet »Eltern stehen auf«, daß der staat unfähig sei, hilfe zu organisieren. Mein eindruck aus der ferne war ein anderer.
Der präsident des Rheinland-Pfälzischen landesjugendamtes sagte, daß sie eine betriebserlaufnis wegen der örtlichen rahmenbedingungen nicht erteilen können und außerdem sollen die kinder von qualifiziertem personal mit sauberen führungszeugnissen betreut werden.

Sonntag, 7. März 2021

Wie die »Querdenker-Media« uns manipulieren will

In seinem neuesten video befaßt sich dr. Janos Hegedüs mit quallektüre: dem Compact-Magazin. Darüber wollte ich auch schon mal schreiben. Allerdings wollte ich das nicht auch noch mit geld unterstützen - und was sollen die leute denken, wenn ich mir so etwas in der bahnhofsbuchhandlung kaufe? Für gewöhnlich ist mir das relativ egal, aber wenn jemand sehen würde, wie ich mir Compact kaufe und dann womöglich glaubt, daß ich das aus überzeugung tue, wäre mir das peinlich. Hoffentlich macht dr. Hegedüs weitere videos zu diesem drecksblatt, wenn er denen schon so viel kohle hinterhergeworfen hat. Dann kann ich mir wenigstens dies leidige thema sparen und brauche bloß auf seine videos hinweisen.

Freitag, 27. November 2020

Coronalatscher gemeinsam mit der AfD. Und gott.

Bei Spiegel TV gab es am mittwoch einen bericht von der demo am 18. november 2020 am Brandenburger Tor und von der »aktion« im Reichstag. Die bilder sind zum teil etwas verstörend, bei einigen figuren, die da rumspringen, wird man den eindruck nicht los, daß da womöglich gerade das tollhaus auf betriebsausflug ist. Aber verrückt sind die wohl eher nicht.
Zitat mann mit blauer jacke [0:13]: »Eine religiöse veranstaltung unterliegt keiner genehmigungspflicht und keiner anmeldungspflicht.«
Das erklärt doch einiges: das coronaleugnertum ist eher ein religiöser glaube als eine politische überzeugung. Aber das ist bei allen verschwörungsmythen so. Und manchen menschen scheint dieser glauben alles anderes als gut zu tun:
Zitat frau mit glitzermütze [0:31]: (in richtung polizei:)«Was macht ihr hier, schämt euch,(brüllt)Schämt euch! Schämt euch!« [0:38] (in richtung kamera)»Ihnen werden Ihre kinder weggenommen, die werden von zu hause weggeholt, Sie werden zwangsgeimpft, auch wenn sie das nicht sagen. Wenn sie sich nicht impfen lassen, dann können sie eingesperrt werden!«
Die frau kann einem durchaus leid tun, weil sie sicherlich glaubt, was sie erzählt und dieser glaube scheint ihr angst zu machen. Es stimmt, daß es vor einigen monaten diskutiert wurde, ob man infizierte kinder aus den familien nehmen und sie auf eine isolierstation bringen sollte, damit sie niemanden anstecken. Aus epidemiologischer sicht wäre das sicherlich vernünftig, aus sozialer sicht überhaupt nicht, weshalb die idee schnell verworfen wurde. Interessierte kreise schlachten das offenbar immer noch aus, um die leute noch weiter zu verunsichern.

Das märchen von der zwangsimpfung darf natürlich auch nicht fehlen. Noch ist in Deutschland kein impfstoff gegen covid-19 zugelassen. Und wenn er hoffentlich bald zugelassen sein wird, wird man erstmal gar nicht so viel impfstoff auf einmal hergestellen können, wie es freiwillige gibt, die sich impfen lassen möchten. Wenn es möglich wäre, würde ich mich mit dem zeug von BioNTech noch heute impfen lassen - danach bin ich dann natürlich gechippt und muß tun, was Bill Gates will - ich bin schon sehr gespannt, wie sich das anfühlt, unbedingt mit Windoofs arbeiten zu wollen, das wäre eine völlig neue erfahrung für mich.

Aber mal im ernst: für eine impfpflicht muß es eine verhältnismäßigkeit geben. Die ist für die saisonale grippe z.b. nicht gegeben, obwohl die auch gefährlich ist und tödlich enden kann. Jedoch ist sie nicht so stark ansteckend, auch weil es in der bevölkerung eine grundimmunität dagegen gibt und sich nicht jeder damit infiziert. Bei den masern ist die impfpflicht verhältnismäßig, denn eine herdenimmunität gibt es hier nur, wenn mehr als 95% der bevölkerung geimpft sind und das impfrisiko ist vergleichsweise gering. An sich war es ziel, diese krankheit bereits im letzten jahrzehnt weltweit auszurotten, dann könnte man heute über die impfpflicht gegen masern lachen. An sich würde ich es besser finden, wenn man die leute anderweitig motivieren könnte, sich bzw. ihre kinder gegen masern impfen zu lassen als durch eine verpflichtung. Nur gibt es leider in dieser bananenrepublik eine horde aberglaubiger und renitenter eingeborener, die man nur gegen ihren willen impfen kann.

Bei covid-19 wird man mit äußerst hoher wahrscheinlichkeit niemanden zur impfung nötigen müssen, weil man die notwendige impfquote von 60 bis 70% auch so erreichen wird. Daß in der BRD irgendjemand mal wegen impfverweigerung eingesperrt worden wäre, habe ich noch nie gehört.
Zitat frau mit brille [0:57]: »Die wollen in die privaträume, die wollen uns ne impfpflicht aufzwingen, Sie brauchen nur die paragraphen zu lesen 28a und 36. Die mehrzahl der bevölkerung weiß das nicht. Die medien bringen es nicht, die machen sich selber mit schuldig.« (reißt sich erbost den mundnaseschutz vom gesicht)
In den §§ 28a und 36 habe ich nichts von impfpflicht gegen corona und auch nichts von einer kontrolle in privaträumen gelesen. Vielleicht habe ich was übersehen, es könnte natürlich auch daran liegen, daß es nicht drin steht. Mit schuld an meiner unwissenheit sind natürlich die medien, die im gegensatz zu den selbsternannten »alternativen medien« nicht einfach frei erfundenes berichten.

So forderte ende oktober ein SPDpolitiker, feiern in privatwohnungen zu verhindern, stellte aber im interview klar, daß selbstverständlich die unverletzlichkeit der wohnung gelte. Es ist doch immer wieder schön, wie die leute lieber den phantasiegeschichten, die sie irgendwo im internet gefunden haben, glauben, als sich bloß mal dreieinhalb minuten anzuhören, was der eigentlich will. Da sieht man mal, was das mit einem macht, wenn man seine »informationen« nur von KenFM, Rubikon, RT und dergleichen bezieht: anstatt sich sachlich gedanken über reale schwierigkeiten zu machen, fängt man an, geradezu hysterisch zu werden.

Wenn ich mir beispielsweise anschaue, was der selbsternannte »Demokratische Widerstand« in seinen seltsamen newslettern schreibt und es mir aus irgendwelchen gründen unmöglich wäre, das auf realitätsbezug zu überprüfen, daß ich somit glauben müßte, was die schreiben, würde ich mit sicherheit auch angst kriegen. Denn was die schreiben, wirkt teilweise angsteinflößend, zum glück tendiert der realitätsgehalt gegen null.

Jetzt wird es eklig:
Zitat Hansjörg Müller (AfD) [1:31]: »Durch das neue gesetz sollen alle marionetten auf linie gebraucht werden damit hier es überhaupt keine echten demokratischen entscheidungen in diesem land mehr geben kann. Das ist ein verrat an der demokratie! Das ist ein verrat an der freiheit! Das souverän sind nicht die da drüben« (deutet in richtung bundestag) »Das souverän sind WIR! WIR SIND DAS VOLK«
Im gegesatz zu den bisher genannten personen, weiß meister Müller sehr genau, was sache ist und will politisches kapital aus der krise ziehen. Man achte auf die rhetorik. Wenn rechtsextreme anfangen, von »marionetten«, »echter demokratie« und vom »verrat an der demokratie« (den er natürlich anderen unterstellt) zu reden und sich selbst anzumaßen, das sourverän zu sein, sollte man das weite suchen, denn das heißt nichts gutes.

Auf mich wirkt es zumindest komisch, wenn ein AfDhinterbänkler aus dem bundestag meint, den MdBs aller anderen parteien erklären zu müssen, daß sie nicht demokratisch wären. Meister Müller und der AfDabgeordnete Udo Hemmelgarn sollen es auch gewesen sein, die störer wie den rechten youtuber Elijas Tee, den verschwörungserzähler »der Silberjunge« und die intelektuelle Rebecca Sommer in den Reichstag einschleusten.
Zitat Rebecca Sommer [5:22]: (in richtung Peter Altmaier>»Sie nehmen uns die freiheit weg! Und das wissen Sie, ne?« [6:05] »Was für ein Arschloch. Aufgeblasener, kleiner wannabekönig.«
Unterdessen kam es vor dem Brandenburger Tor zu einem wasserwerfereinsatz, es war eher der einsatz einer sprinkleranlage. Auf genehmigten demos gegen nazigewalt habe ich erheblich härtere wasserwerfereinsätze miterlebt. In Berlin ist es der polizei erlaubt, tränengas ins wasser zu mischen, so daß es den leuten, die auch bloß vom sprühnebel etwas abkriegen erstmal richtig dreckig geht. Davon war beim einsatz am 18. november nichts zu sehen und dafür, daß die demo nicht genehmigt war, hielt sich die polizei ganz schön zurück. Nicht, daß ich gern mehr gewalt gesehen hätte, aber gegen linke demonstranten wird wesentlich härter durchgegriffen.
Zitat Heinrich Fiechtner (ehemals AfD) [6:53]: »Sie mißbrauchen die polizei für ihre zwecke! Wie es alle faschistoiden, totalitären regime getan haben! Und die polizisten geben sich hier dem auch noch willig hin! Ich schäme mich für eine solche polizei!«
Jede regierung gebraucht die polizei als ausführende gewalt, im gegensatz zu faschistoiden regimes gibt es in der bürgerlichen demokratie eine gewaltenteilung. Offenbar schlief Fiechtner im politikunterricht immer oder er setzt gezielt darauf, daß seine mitstreiter im politikunterricht geschlafen haben und er ihnen deshalb einen derartigen blödsinn auftischen kann. Nach wie vor bin ich kein freund der bürgerlichen demokratie, aber bevor sich derartige figuren ermächtigen, ist mir eine bürgerliche regierung immer noch lieber.
Zitat Andreas Kalbitz (ehemaliger vorsitzender der AfD Brandenburg[7:13]: »Ich bin kein rechtsextremist, sonst wäre ich nicht zwölf jahre soldat gewesen, ich habe einen eid auf dieses grundgesetz geleistet...«
Es wäre nicht der erste meineind in der geschichte gewesen. Und nazis in einer Deutschen armee hat es ohnehin noch nie gegeben.

Was auffällt, ist, daß es offenbar menschen gibt, die bereit sind wirklich jeden mist zu glauben, solange er nicht aus »den medien« stammt, selbst oder gerade auch dann, wenn er noch viel bedrohlicher ist, als alles, was in wirklichkeit passiert. Und bei der AfD sind sie schäbig genug, anstatt problemlösungen anzubieten, die ängste der leute noch zu vergrößern.

Samstag, 31. Oktober 2020

BER

Heute wird in Berlin heimlich ein flughafen eröffnet. Corona wurde nur erfunden, damit diese peinlichkeit nicht so sehr auffällt. Während es anderswo so etwas wie architektur gibt, sieht das ding so sch.... ich meine natürlich schön aus wie die bahnhöfe Gesundbrunnen, Südkreuz und Ostkreuz. Innovation war halt schon immer eine Berliner erfindung.

Samstag, 12. September 2020

Möchtegernhunnenkönig teil 1 - smutje und verhetzung

Es folgt ein längerer text über einen verschwörungserzähler. Da habe ich mir einfach mal den Hildmann rausgepickt - im grunde hätte es auch jeder andere sein können, denn im großen und ganzen unterscheiden die sich nicht zu sehr. Damit man das alles nicht am stück lesen muß, habe ich es in verschiedene kapitel zerteilt, das hat überdies den vorteil, daß man zwischendurch die einzelnen abschnitte kommentieren kann, sofern man das will.

Über Attila Hildmann liest man in der letzten zeit gelegentlich was. Beispielsweise, daß er mal wieder festgenommen wurde oder er wirres zeug redet. So wirr, daß sein instagramaccount gelöscht wurde und der account bei youtube zumindest zeitweise gesperrt war. Dann wird behauptet , daß er sich in den letzten monaten radikalisiert habe und die kontrolle über sich verloren habe.

Das würde allerdings voraussetzen, daß er irgendwann einmal die kontrolle über sich gehabt haben müßte. Für kritikfähigkeit war er jedoch nie bekannt, sondern als wutdödel, der bei jeder kritik komplett ausrastet. Jemand schrieb mal irgendwo über Hildmanns imbißbude, daß ca. 15€ für eine portion spaghetthi mit tomatensoße vielleicht eher kein angemessener preis sei - riesendrama. Eine restaurantkritikerin schrieb über die kochkünste in Attilas frittenbude, daß das burgerbrötchen pappig sei und die süßkartoffelpommes nicht kross, sondern klebrig und matschig - drama und hausverbot. Als bei der »hellfire challenge« um den schärfsten veganen burger der welt, für den Hildmann die drei schäftsten chilisorten der welt plus mehrere chiliextrakte gemixt hat, von denen eins 9 millionen scoville enthält (scoville ist eine maßeinheit, in der man den schärftegrad von chili mißt. Jalapeños haben zwischen 3.000 und 8.000 und ein pfefferspray zur abwehr von bären bis zu 300.000 scoville), ein junger mann kollabierte und ärztlich versorgt werden mußte, wurde dieser von Hildmann als »mimose« beschimpft. Später kam heraus, daß Hildmann selbst den burger nicht essen konnte und er etwas zusammengeschmiert und seinen gästen vorgesetzt hat, ohne es abgeschmeckt und selbst probiert zu haben. Einem smutje, der den fraß, den er seinen gästen vorsetzt, nicht wenigstens selbst probiert, sollte man eher nicht trauen.

Ein anderes mal lud er journalisten zur verkostung seiner burger ein und sagte, daß er ein steak essen würde, sofern es nicht allen schmeckt. In dem fall hatte er es auf »verlieren« abgesehen, um vor einem kalb und einem zicklein zu posieren. Mit einem santokumesser. Den journalisten, die einen »echten« burger dem veganen bevorzugten, warf er feigheit vor, sofern sie das kalb nicht selbst schlachten. Da bleibt mir nur zu hoffen, daß er zu feig war, die viehcher aus denen die ledersitze seiner angeberkarre gemacht sind, selbst abzumurksen, denn ohne bolzenschußgerät und mit einem santokumesser ist das mit sicherheit keine gute idee - und ohne es dem veterinäramt zu melden und ohne sachkundenachweis überdies aus gutem grund verboten. Einmal soll Hildmann wegen eines knöllchens derart ausgerastet sein, daß die bullen ihn erst mal zum drogentest mitgenommen haben. Nebenher erfährt man von Hildmann, daß das sperma von veganern besser schmecke, als homophobiker muß er das wohl ganz genau wissen. In seiner welt sind homosexuelle allesamt pädophil, in allen asylsuchenden steckt ein verbrecher und vergewaltiger und die MerkelIn ist eine verräterin am Deutschen volke. Er vertritt also auffassungen, wie handelsübliche rechtsextreme das tun. Von einem stadtmagazin wurde Hildmann zum »peinlichsten Berliner« ernannt. Sicherlich nicht grundlos.

Inzwischen liegen gegen Hildmann anzeigen wegen volksverhetzung vor, weil er über den GRÜNENpolitiker Volker Beck sagte
Zitat Attila Hildmann: »Wenn ich reichskanzler wäre, dann würde ich die Todesstrafe für Volker Beck wieder einführen, indem man ihm die eier zertretet auf einem öffentlichen platz.«
Und wenn ich kaiserin wäre, würde ich dem schwurbelfranz eine tüte Deutsch um die ohren hauen, damit ihm gehelfet werde, verben zu konjugieren.

Leider dauern die ermittlungen gegen Hildmann immer noch an, weil es juristisch nicht klar sei, ob die drohung gegen Beck wegen der politik oder wegen seiner homosexualität ausgesprochen wurde.

Beck hatte sich vor über dreißig jahren für die legalisierung von sex mit kindern geäußert. Nachdem er jedoch mit den problemen von mißbrauchsopfern konfrontiert wurde, hat er das zurückgenommen und sich für die rechte von mißbrauchten kindern eingesetzt. Im gegensatz zu Hildmann scheint er etwas hinzugelernt zu haben.

Damit ein bißchen klar wird, wie Hildmann tickt, gehe ich im folgenden auf eine rede von ihm ein. Schließlich las ich anderswo, daß er was zu sagen habe. Und das schauen wir uns jetzt mal an. Keine widerrede.


>>> weiter zu teil 2

Möchtegernhunnenkönig teil 2 - sorgen und aufopferung

>>> zurück zu teil 1


Damit niemandem die frühstückstulle nicht aus dem gesicht fallen muß, höre ich mir Hildmanns rede an und schreibe sie weitgehend mit. Wer sich selbst überzeugen will, kann bei bitch Ute (wer auch immer das sein mag) nach der »rede vom 16. mai« suchen. Eine wahre freude is dit nich, das kann ich versprechen.
Zitat Attila Hildmann: »[...] Ihr seid hier, ich bin sehr stolz darauf, daß Ihr präsent seid, weil viele von Euch haben große sorgen um die zukunft Eurer familien, um die zukunft dieses landes. Ist es nicht so? Diese sorgen [brüllt] sind berechtigt!

Und diese sorgen wurden in den letzten wochen massiv unterdrückt. Ich kann Euch sagen, wie ich zu diesem coronathema kam: ich bin biolebensmittelunternehmer, ich hab überhaupt nichts mir politik am hut, ich war einer der profitöre von corona. Meine sachen standen zu dem zeitpunkt noch bei den ganzen händlern und Ihr hattet damals nichts anderes zu tun oder durftet nichts anderes zu tun als zu hause zu bleiben und einzukaufen.«
Wie soll der staat es unterdrücken, sich sorgen zu machen? Die kann man sich auch zu hause machen. Es gab aber auch eine ganze reihe von leuten, die nicht zu hause bleiben durften, z.b. müllmänner, kassiererinnen, erntehelfer, krankenschwestern und viele andere mehr. Sofern man nicht unter quarantäne stand, konnte man auch während der zeit des »lockdown light« zu jeder tages- und nachzeit raus, wenn man spazierengehen, joggen, rollschuhlaufen, radfahren oder sich anderweitig an der frischen luft sportlich betätigen wollte. Nur halt nicht in der gruppe.
Zitat Attila Hildmann: »Ich hätte mich zurücklehnen können und ich hätte sagen können, mit ist das alles egal was in meinem land passiert. Mir ist das alles egal, was mit unseren grundrechten geschieht. Ich konnte es nicht. Ich hab an einem tag tausend follower auf instagram verloren, weil ich mich einfach öffentlich positioniert hab. Heute, stichtag 16. mai, wurde mein ganzer instagramkanal mit 70.000 followern gelöscht.

Dieses land und diese regierung fürchtet die wahrheit. Weil sie allen von Euch, jedem einzelnen bewußt und zwar lange geplant [brüllt] geschadet hat!«
Wie aufopferungsvoll! Hildmann hat für mich seinen instragramaccount geopfert. Vielleicht hätte er mich vorher mal fragen sollen, ob ich das überhaupt für sinnvoll halte. Meinetwegen hätte er weiter seinen fraß verhökern können und einfach die klappe halten. Denn das, was er für die »wahrheit« hält, hat mit den realexistierenden zuständen nicht übermäßig viel zu tun.

Was die regierung damit zu tun hat, wenn ein privates unternehmen das benutzerkonto eines users löscht, weil es dessen verhalten womöglich geschäftsschädigend findet, erschließt sich auch nicht unbedingt von selbst.
Zitat Attila Hildmann: »Wie haben sie das gemacht? Sie sagen ja immer seit wochen wir haben alles zum schutze der Deutschen bevölkerung getan. Wir haben zum schutze der Deutschen bevölkerung bewußt die wirtschaft gegen die wand gefahren. Zum Schutze der gesundheit der menschen in Deutschland verbieten wir, daß alte menschen sich auf eine parkbank setzen und sonne tanken. Diese absurdität, die hier passiert ist, ist historisch einmalig. Die ersten kritiker damals, die die politischen maßnahmen hinterfragt haben, die wurden sofort als unsolidarisch gegenüber alten und risikogruppe diffamiert. Ist das nicht so?«
Es stimmt nicht so ganz, daß die wirtschaft bewußt gegen die wand gefahren wurde. Etliche betriebe hatten von sich aus geschlossen oder die produktion stark runtergefahren, weil ihre ausländischen zulieferbetriebe kein material mehr liefern konnten. Als ob die Bundesregierung als einzige auf der welt hier alles dicht gemacht hätte. In anderen ländern gab es einen wesentlich härteren lockdown.

In Berlin war es eine woche lang verboten, länger als für eine verschnaufpause auf einer parkbank zu sitzen, nämlich vom 25. märz bis zum 1. april. Und selbst da wurde das nicht mit drastischen maßnahmen durchgesetzt. Als ich eines morgens in einer sonst menschenleeren grünanlage auf einer bank saß und kurz in die zeitung schaute, kamen zufällig ein paar bullen vorbei. Es gab deshalb keinen wasserwerfereinsatz, ich wurde weder verscheucht noch festgenommen, das wäre denen wohl selbst lächerlich vorgekommen.
Zitat Attila Hildmann: »Was hat diese korrupte bundesregierung in den letzten jahrzehnten mit den altenheimen und krankenhäusern gemacht? Und mit den gehältern der pflegeberufe? Sie totgespart! Diese regierung hat eine agenda durchgeballert und hat Euch ein schlechtes gewissen gemacht, weil Ihr ein mulmiges gefühl hattet. Diese regierung hat es geduldet, daß alte, arme menschen achtzig, neunzig jahre alt, die nicht mehr viel freude haben im leben. Die nicht mehr sport machen können oder im biergarten sitzen können, menschen, die sich einfach nur freuen, wenn sich die enkel bei ihnen melden und sie besuchen und sie die hand gereicht bekommen. Daß man ihnen vielleicht was vorbeibringt, eine kleine aufmerksamkeit.«
Der staat kann krankenhäuser und altenheime kaum kaputtsparen, weil die größtenteils nämlich gar nicht mehr in öffentlicher hand sind. Die sind gezwungen sich selbst kaputtzusparen, weil dort eben nicht mehr das ziel ist zu heilen und zu pflegen, sondern damit einen gewinn zu erzielen.

Zu keinem zeitpunkt war es verboten, sich bei alten leuten zu melden. Dafür gibt es diese dinger, wo früher eine wählscheibe dran war. Auch war es nie verboten, denen eine kleine aufmerksamkeit vorbeizubringen und mit denen - auf abstand, z.b. wenn sie auf dem balkon oder der terasse sind, zu reden. Besuche sind seit ca. anfang mai wieder erlaubt - unter hygieneauflagen.
Zitat Attila Hildmann: »Diese regierung hat dafür gesorgt, daß diese alten menschen aktuell vereinsamen in den altenheimen [...] kommentiert mit dem schutze der alten und immunschwachen. Aber sie hat in den letzten jahren gar nichts drauf gegeben. Deswegen ist es verlogen.«
Wo wir schon bei verlogenheit sind: hat sich Hildmann in der vergangenenheit irgendwann einmal gegen die vereinsamung von menschen in altenheimen eingesetzt? Davon würde ich jetzt zum ersten mal hören. Menschen in altenheimen leben nicht isoliert voneinander, sondern in wohngruppen, in denen sie, soweit sie das noch können und wollen, auch gemeinsam aktiv sind. Aber zumindest treffen sie sich beim essen - und wenn da einer eine ansteckende krankheit hat, ist das eine katastrophe.

Je weniger infizierte draußen rumlaufen, desto unwahrscheinlicher ist es, daß das virus in ein pflegeheim eingeschleppt wird. Und deshalb ist es unsolidarisch, sich nicht an die hygieneregeln zu halten.


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Möchtegernhunnenkönig 3 - Galileovergleich und stärkung des immunsystems

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Es folgt die mär von der stärkung des immunsystems, die sich hartnäckig hält.
Zitat Attila Hildmann: »Und diese regierung hat die ganze zeit davon gesprochen, daß es um Eure gesundheit geht, hat einer dieser korrupten politiker jemals in den letzten wochen davon gesprochen, daß Ihr Euer immunsystem selber stärken sollt? Durch gesunde ernährung oder ausgewogenen sport?«
Jeder allergiker weiß, daß ein zu starkes immunsystem, das auf allen möglichen scheiß reagiert, alles andere von vorteil ist. Selbiges gilt auch für alle anderen autoimmunerkrankungen. Schön wäre es, wenn man im umkehrschluß dann durch ungesunde ernährung das immunsystem dahingehend schwächen könnte, daß die allergie bzw. autoimmunerkrankung von selbst verschwindet. Sinnvoll stärken kann man das immunsystem aber trotzdem: indem man sich impfen läßt.

Soweit ich mich erinnern kann, wurde in diesem staat »schon immer« propaganda dafür gemacht, daß man mit einer wie auch immer gearteten abwechslungsreichen ernährung und sport gesund leben solle.
Zitat Attila Hildmann: »Sie haben Euch eingesperrt wie eine schafsherde und Ihr habt einen maulkorb verpaßt bekommen.«
Sicher. Menschen, die allein in ihrer einraumwohnung hocken und das womöglich gar nicht schlecht finden, sind schafsherde.
Zitat Attila Hildmann: »Einen maulkorb den sie noch vor wenigen wochen als medizinisch komplett sinnlos degradiert haben.«
Wenn es anfang märz wissenschaftlich nicht belegt war, daß mund-nase-schutz nützlich ist, ist es mitte mai natürlich völlig undenkbar, daß die wissenschaft herausgefunden haben könnte, daß der eben doch was bringt. Wissenschaft hat es an sich, nie zu neuen erkenntnissen zu gelangen.
Zitat Attila Hildmann: »[...] Ich kann Euch nur sagen, was hier in den letzten wochen passiert ist das sind massive einschränkungen in unsere freiheit und wo mich das erste mal ein mulmiges gefühl überkam, war, als ich gesehen hab, daß 83 millionen Deutsche, denen wird eingebläut, daß es nur noch eine meinung gibt.«
Und weil es nur eine meinung gibt, können sich leute vor den Reichstag stellen und rumbrüllen und kompletten schwachsinn erzählen, solange sie sich an geltende gesetze halten und nicht zum lynchmord aufrufen.
Zitat Attila Hildmann: »Ich hab nen physikalischen, wissenschaftlichen background. In der wissenschaft gibt es nicht nur eine meinung, in der wissenschaft gibt es allein zum urknall oder zur atomphysik zwanzig, dreißig, hunderte von theorien. Und jede ist valide. Und jede oder jeder verfechter dieser theorien hat das recht angehört zu werden ohne, daß man ihn eine aluhutkeule oder verschwörungstheoretikerkeule überzieht.«
Hildmann hat dahingehend einen physikalischen, wissenschaftlichen hintergrund, daß er zweimal durchs diplom gerauscht ist, die uni ohne abschluß verlassen hat, er sich selbst jedoch lieber als quasi-promovierten wissenschaftler betrachtet.

Wissenschaft bedeutet nicht, eine meinung zu einer sache zu haben, sondern erkenntnisse über eine sache zu gewinnen. Es ist egal, ob man an das gravitationsgesetz glaubt oder welche meinung man dazu hat. Es funktioniert auch so.

Wenn Hildmann behauptet, daß jede theorie in der physik valide sei, dann darf man reinen gewissens annehmen, daß Hildmann invalide ist. Freie energie gibt es beispielsweise wirklich. Und jede menge verquaster theorien dazu, die allesamt wissenschaftlich nicht haltbar sind. Es gibt immer noch leute, die felsenfest darauf beharren, man könne ein perpetuum mobile bauen - und daran, daß es das nicht gibt, seien allein die energiekonzerne schuld, weil deretwegen kein geld in die dahingehende forschung gesteckt würde, weil die dann pleite gehen würden. Vertreter derartigen blödsinns bekommen zurecht die aluhutpompfe auf die omme.
Zitat Attila Hildmann: »Wir haben gesehen, wie hochanerkannte, wissenschaftler und virologen, wie zum beispiel der Hamburger Streeck, der professor Streeck, professor Wodarg, oder wie der gerichtsmediziner Püschel von den medien öffentlich zerrissen wurden. Püschel hat in Hamburg leichen von sogenannten »coronatoten« obduziert. Was hat er gefunden? Massive vorerkrankungen, schwerwiegende vorerkrankungen, was hat Püschel gesagt? Die menschen starben nicht an corona, die menschen starben mit corona. Und mit corona wurde die statistik des Robert-Koch-instituts [brüllt] verschönert!«
Es liegt vielleicht nicht ganz fern, daß der vegan-bulletten-brater als erstes an Hamburger denkt, aber professor Streeck ist Niedersachse und arbeitet im Rheinland. Er ist der direktor des instituts für virologie der Universität Bonn und er wird von den medien nicht zerrissen, sondern ist ein durchaus gern gesehener talkshowgast. Professor Klaus Püschel hingegen wird offenbar in boshafter absicht falsch zitiert. Über das, was er gesagt hat, schrieb ich bereits am 25. april. Zitat: »Wie es aussieht, hat er das so aber nicht gesagt, offensichtlich wird er falsch zitiert und für bestimmte zwecke instrumentalisiert. Von den 65 patienten, die in der zeit bis 11. april in Hamburg im zusammenhang mit covid-19 verstarben und obduziert wurden, war bei 61 die todesursache covid-19, bei vier verstorbenen konnte diese todesursache ausgeschlossen werden. Alle hatten vorerkrankungen. Aber niemand weiß, wie lange sie ohne diese infektion gelebt hätten.« Und der zausel Wodarg heißt mit vornamen gar nicht Professor.

Anscheinend hat Hildmann sich kein bild davon gemacht hat, was die wissenschaft insgesamt über SARS-CoV-2 rausgefunden hat, stattdessen pickt er sich eine handvoll leute raus, die irgendwas gesagt haben, was er hören wollte, auch wenn das vielleicht völlig aus dem zusammenhang gerissen war.
Zitat Attila Hildmann: »Wißt Ihr wer der erste, berühmte verschwörungstheoretiker war? Galileo Galiley! ›Und sie dreht sich doch!‹ Wenn Galiley ein verschwörungstheoretiker ist, hab ich mir damals gesagt, dann bin ich’s gern auch.«
Der Galileovergleich darf natürlich nicht fehlen. Hildmann zieht hier, wie so viele andere schwurbelfränze den fehlschluß »hach, ich werde für meine aussagen kritisiert, also muß ich recht haben, war schließlich bei Galiley auch so.«

Galileo Galiley war allerdings kein verschwörungserzähler. Er hat nicht einfach irgendwelche kruden behauptungen aufgestellt, für die er keinerlei beweise hatte, schließlich war sein ziel erkenntnisgewinn und nicht wie bei den verschwörungsmystikern, sich selbst interessant zu machen. Er hat naturphänomene beobachtet, aus denen er schlüsse gezogen hat. Die kirche hat diese erkenntnisse unterdrückt, weil sie ihrem weltbild nicht entsprachen. Andere wissenschaftler haben Galileos erkenntnisse trotzdem übernommen, weil die für sie nachvollziehbar waren und nicht, weil sie die tollen rebellen gegen die kirche sein wollten.
Zitat Attila Hildmann: »Weil wir machen hier aufklärung. Und wir alle wollen nicht in einem land leben, was von der pharmamafia regiert wird, was von einer kleinen elite regiert wird.«
Der große aufklärer klärt nicht einmal auf, über wen er eigentlich spricht. Wer soll das sein »die pharmamafia« oder die »kleine elite«? Da müßte man doch wenigstens mal konkret jemanden benennen. Aber mal so nebenher: was macht die »pharmamafia« eigentlich? Sie entwickelt produkte, die sie möglichst gewinnbringend verkauft. Und was tut unternehmer Hildmann? Er entwickelt produkte, die er dann möglichst gewinnbringend verkauft. Vom prinzip her das selbe.


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Möchtegernhunnenkönig 4 - Schweden, Japan und das böse

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Hierzulande habe man alles falsch gemacht und in anderen teilen der welt sei ohnehin alles besser gemacht.
Zitat Attila Hildmann: »Ihr müßt verstehn, die Deutsche politik sagt, es wäre gar nicht anders möglich gewesen, dieser shutdown, lockdown, das ist unsinn. Man hätte immer kompromisse finden können. Man hätte sagen können, restaurants können weiterhin aufmachen, sie müssen sich an den mindestabstand halten etc., wie in Schweden oder in Japan. Das, was sie gemacht haben, haben sie bewußt getan. Sie haben bewußt die wirtschaft ruiniert, warum haben sie das getan? Es ergibt doch gar keinen sinn. Die wirtschaft war die letzten jahrzehnte doch immer heilig. Warum bin ich in die wirtschaft gegangen als unternehmer? Weil ich dachte, die wirtschaft ist mächtiger als die politik. Ist sie aber nicht.«
Niemand sagt, daß andere maßnahmen zur eindämmung der pandemie nicht möglich gewesen wären. Nur - hinterher ist man immer schlauer.

»Schweden oder Japan« - dort hat man zwei völlig unterschiedlich strategien verfolgt. Gern wird behauptet, in Schweden sei im grunde alles erlaubt, das stimmt aber nicht. Die schulen blieben bis klassenstufe neun normal geöffnet. Allerdings gilt auch dort ein abstandsgebot, man soll zu hause bleiben, wenn man sich auch nur ein bißchen krank fühlt, es gibt ein veranstaltungsverbot für veranstaltungen mit mehr als fünfzig personen. Menschen, die über siebzig jahre alt sind, sollen kontakte meiden, für altenheime- und pflegeheime gilt ein grundsätzliches besuchsverbot. Angehörige sonstiger risikogruppen sind angehalten, sich selbst zu isolieren. Gebracht hat das nicht wahnsinnig viel, die Schwedische wirtschaft ist ähnlich ruiniert wie die Deutsche, jedoch haben sie auf die bevölkerung gerechnet fünf mal mehr tote.

Es ist durchaus bemerkenswert, daß Hildmann erst krokodilstränen darüber vergießt, daß in Deutschland die armen, einsamen alten bis anfang mai nicht besucht werden durften und dann ausgerechnet die maßnahmen in dem land lobt, in dem fast ausschließlich die alten in den pflegeheimen isoliert wurden und dann auch noch mit mäßigem erfolg. Das besuchsverbot gilt dort seit anfang april und besteht immer noch.

In Japan sieht es ganz anders aus. Reisende aus bestimmten ländern werden unter quarantäne gestellt und dürfen öffentliche verkehrsmittel nicht benutzen. Im ganzen land wurde der ausnahmezustand ausgerufen, wodurch die behörden der präfekturen ausgangssperren verhängen und schulen schließen können. Dort werden infektionscluster verfolgt, die dann sehr schnell unter quarantäne gesetzt werden können. Eine maskenpflicht muß in Japan wohl eher nicht eingeführt werden, weil es dort schon seit langem üblich ist, zur vermeidung der ausbreitung von infektionskrankheiten masken zu tragen. Irgendwie scheinen Japaner eher nicht zu glauben, daß eine maske ein maulkorb sei und ihnen damit die freiheit gestohlen würde oder daß sie durch das bedecken von mund und nase zu sklaven würden.
Zitat Attila Hildmann: »Wir dachten vor corona, daß konzerne diese welt lenken. Nein, konzerne lenken diese welt nicht. Das sind kleine eliten, die nur böses vorhaben mit Euch. Für diese menschen seid Ihr NICHTS. Wertlos.«
Das ist ein seltsames weltbild. Wer soll böses vorhaben und vor allem warum?
Zitat Attila Hildmann: »Diese menschen habt Ihr finanziert. Durch Eure arbeit. Durch Eure steuern. Die politiker, die hier sitzen. Die sitzen hier und werden bezahlt von Euch. Ihr habt Euch über generationen abgeschuftet, dafür, daß Ihr heute vor dem nichts steht. Was ist das?«
Der konfuse weiß anscheinend selbst nicht, was genau er will: erst ist es eine ominöse elite und jetzt sind es plötzlich doch wieder die politiker. Ich schätze es, wenn man leuten gar nicht widersprechen muß, weil sie’s selbst ständig tun.
Zitat Attila Hildmann: »Man hätte kompromisse finden können, ich sag’s mal so, fitneßstudio weiter öffnen können, mit sicherheitsabständen. Man hätte friseure weiterhin offen lasssen können, wenn’s bei ärzten möglich ist und in praxen, die ja auch offen blieben, dann hätte das auch bei masseuren und fitneßtrainern etc. machen können.«
Anfangs durfte nur geöffnet bleiben, was lebensnotwendig ist - es soll leute geben, die recht gut ohne die miefige muckibude leben können. Und auch masseure, friseure und fitnesstrainer braucht man im gegensatz zu ärzten nicht unbedingt. Und um beim friseur den mindestabstand halten zu können, muß man schon ziemlich lange haare haben.
Zitat Attila Hildmann: »Es ist verlogen, sie haben es getan mit einem satanischen motiv. Und was sie gerade machen, das ist ein altes spiel, das kennen wir: zuckerbrot und peitsche! Sie geben Euch hoffnung, sie sagen wir lockern, gleichzeitig sagen sie, machen Sie sich bereit auf ne infektionswelle im herbst, ne zweite, dieser albtraum ist noch nich vorbei. Es wäre schön, wenn dieser albtraum morgen vorbei ist oder in vier wochen.«
Jetzt kommt auch noch der satan ins spiel. Der ist immer gut, wenn man nach rationalen erklärungen für etwas sucht.

Sicher wäre es schön, wenn die pandemie endlich vorbei wäre, aber die ist eben kein albtraum, sondern real. Und ob es eine zweite welle gibt oder nicht, hängt auch davon ab, ob die leute sich weiterhin einigermaßen vernünftig verhalten oder nicht. Was auffällt ist, daß außer in den sogenannten »alternativen medien« nirgends von einem möglichen zweiten lockdown die rede ist, dort jedoch schon seit monaten.
Zitat Attila Hildmann: »Aber sie bereiten uns schon auf den herbst vor. Und die NATOtruppen bereiten sich auch schon auf den herbst vor, denn die wollen unterstützen. Natürlich nur helfen. Genauso wie dreihunderfünfzig polizeibeamte helfen bei ner friedlichen demo von dreihundert demonstranten, und rentnerinnen im alter von siebzig jahren im würgegriff abtransportieren. So wollen sie helfen.«
Erst bereiten »sie« uns vor, dann die NATO sich selbst und dann sind wir plötzlich bei der polizei, die einem im alter von siebzig hilft, indem sie im würgegriff abtransportiert. Was das alles soll und was das eine mit dem anderen zu tun hat, erfährt der geneigte zuhörer nicht.

Vielleicht erfährt man es noch?
Zitat Attila Hildmann: »Und was Ihr verstehen müßt is, es gibt verschiedene ebenen und verschiedene spieler dieses würgespiels und jeder hat andere interessen.«
Da gibt es nichts zu verstehen.


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Möchtegernhunnenkönig 5 - Bilderberger und immunitätsausweis

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Nicht fehlen dürfen natürlich die Bilderberger. Die sind bekanntermaßen »schon immer« dafür zuständig Deutsche diktatoren zu ernennen.
Zitat Attila Hildmann: »Wir haben einmal die Deutschen politiker, Ihr kennt sie seit jahrzehnten, korrupt und mit böser absicht, das sind keine volksvertreter. Das sind vertreter für den eigenen arsch. Menschen, die Ihr gewählt habt, aber die eigentlich schon vorherbestimmt waren in ihrem positionen. Bestes beispiel Jens Spahn. Bei der Bilderbergerkonferenz im jahr 2017, 2018 war er schon bundesgesundheitsminister. Und de facto ist er momentan der diktator von Deutschland. Durch sein ermächtigungsgesetz, durch sein infektionsschutzgesetz zwei.«
Man nimmt einfach mal an der Bilderbergerkonferenz teil - und zack - spätestens drei jahre später ist man diktator von Deutschland. Ist doch ganz einfach.
Zitat Attila Hildmann: »[...] Laßt Euch nicht aufhetzen, denn sie wollen einen bürgerkrieg. Sie wollen gewalt.

Wir wollen keine gewalt, wir wollen frieden und aufklärung und friedliche demonstration. [...]«
Auch hier wird wieder nicht klar, welche finsteren mächte eigentlich mit »sie« gemeint sind. Auf mich macht Hildmann nicht den eindruck als wäre er für aufklärung. Und jemand, der ganz gern mal mit waffen posiert, wirkt in puncto friedlichkeit auch nicht unbedingt glaubwürdig.
Zitat Attila Hildmann: »Wer profitiert von corona? Niemand hat gesagt, daß corona nicht existent ist. Ich habe das nie gesagt. Ich hab das nie geleugnet. Es gibt USmillitärs, die mittlerweile davon ausgehen, daß corona in einem labor entstanden ist. Es gibt geldflüsse von der Gatesfoundation nach Wuhan vor ausbruch von corona. Es gibt theorien dazu, daß es eben menschengemacht ist, auch ein französischer nobelpreisträger hat das gesagt, und es gibt andere theoretiker, die sagen, das virus stammt aus nem tiermarkt aus Wuhan. Es ist eigentlich völlig irrelevant. Relevant ist nur, daß es da ist. Und die frage, die sich jeder Deutsche Bundesbürger stellen muß, ist, wer profitiert von corona?«
Es ist schon lange sehr sicher, daß das coronavirus nicht menschengemacht ist, weil man es dann nämlich wesentlich schlauer konstruiert hätte. Auch interessant: erst wird schwadroniert, wer da wohl wen bezahlt hätte und dann erklärt, daß das irrelevant sei. Was denn nun?

Klar ist nur: wer profitiert, ist schuld. Wenn Hildmann mit seinem Porsche gegen eine backsteinmauer brettert, liegt es am autohändler, der gern noch so ein teil verkaufen will. Und wenn er stürzt und sich die arme bricht, ist das die schuld des chirurgen, der geld mit dem knochenzusammenschrauben verdienen will.

Also muß es dringend demonstrationen gegen autohändler und chirurgen geben, weil die nämlich von unfällen profitieren und somit schuld sind.
Zitat Attila Hildmann: »Wir haben einmal die politiker, die seit jahrzehnten ihre überwachungspläne aktuell geplant haben und jetzt die beste möglichkeit haben, die staatliche überwachung und repression auszubauen. Das ist das was wir erlebt haben. Beim infektionsschutzgesetz eins in der ersten fassung war sofort die Jens Spahnsche händyüberwachung drin. Infektionsketten sollten nachverfolgt werden, man sollte quasi sehen, mit wem habta kontakt gehabt? War der immun oder nicht immun? Muß man den nicht vielleicht in quarantäne packen? Er hat das verworfen, weil er kein mann ist, weil er kein rückgrat hat und weil er vor dem öffentlichen druck zusammengebrochen ist. Wie jetzt wieder.«
Soviele verkorkste gedankenwolken in nur einem absatz muß man erst mal hinkriegen und Jens Spahn ist natürlich an allem schuld:

Erst geht es um jahrzehntelang geplante überwachung. Es ist de facto überhaupt nichts neues, daß jeder, der eine ortungswanze mit sich rumschleppt, ziemlich gut überwachbar ist. Viele leute benötigen überhaupt keine repression, um einen großteil ihres lebens öffentlich in den sozialen medien auszubreiten.

Das infektionsschutzgesetz in der ersten fassung ist bereits seit dem jahr 2000 in kraft und auch damals war es nicht neu, es löste das seuchengesetz ab, welches es damals erst hundert jahre gab. Und bei der rückverfolgung möglicher infektionsketten geht es keineswegs darum, menschen zu finden, die bereits immun gegen das virus sind, die sind dafür nicht interessant, sondern darum, herauszufinden, bei welcher gelegenheit man sich angesteckt haben könnte, um weitere infektionen zu verhindern. In Japan, welches von Hildmann gerade noch gelobt wurde, wurden infektionscluster sehr strikt in quarantäne geschickt.

Und dann kommt Hildmanns plötzliche kehrtwende. Jens Spahn hat sich mit alldem nicht durchgesetzt, weil er kein mann ist und kein rückgrat hat. Schließlich wird man ausschließlich minister, um im amt die männlichkeit zu beiweisen und seinen willen gegen jeden verstand durchzudrücken.
Zitat Attila Hildmann: »Bei dem infektionsschutzgesetz zwei hat er gefordert, daß wir unsere grundrechte an unseren immunitätsnachweis koppeln. Ihr müßt Euch das vorstellen, wie historisch das ist. Stellt Euch vor, Ihr seid nicht immun gegenüber einem virus, vielleicht einem tödlicherem virus als corona. Eure grundrechte, eure grundfreiheiten wie berufsfreiheit, reisefreiheit, bewegungsfreiheit sind damit nicht mehr existent oder Ihr seid immun, laßt Euch quasi impfen und bekommt einen impfstoff, und das ist keine verschwörung, von Gates in die pobacke. Ihr müßt verstehen, das ist verfassungswidrig. Wir brauchen dringend ein coronaausschuß, wir brauchen dingend verfassungsrichter, die alle akteure dieses bösen spiels ganz genau untersuchen und unter die lupe nehmen und gucken, was wirklich ihre motivation war.«
Daran ist überhaupt nichts »historisch«. Daß man keine vollumfängliche reisefreiheit ohne die immunität gegen ein tödlicheres virus als das coronavirus hatte, gab es schon: in einigen jahrzehnten des vergangenen jahrhunderts durfte man ohne pockenschutzimpfung in manche länder nicht einreisen. Den immunitätsnachweis hatte man auch wenn man gar nicht verreisen wollte stets bei sich. Nein, man war nicht gechipt, chips gab es damals nur »ungarisch scharf« mit paprika, man hatte impfnarben am arm.

Das impfrisiko bei der pockenimpfung war vergleichsweise hoch. Jedoch hat es was gebracht. Spätergeborene windelkacker wie Hildmann mußten diesem risiko nicht mehr ausgesetzt werden, weil durch konsequentes impfen die krankheit ausgerottet werden konnte und daran war überhaupt nichts verfassungswidrig.
Zitat Attila Hildmann: »Jetzt hat Jens Spahn schon wieder diesen immunitätsnachweis, also schon wieder seine absichten verworfen. Der immunitätsnachweis kommt nicht. Aber die politiker, liebes Deutsche volk sind schlau, jetzt kommt er über die EU. Über Schengen. Da heißt er nicht immunitätsausweis, da heißt er covid-19-paß. Ihr dürft dann nur mit einem positiven covid-19-paß zum beispiel nach Italien reisen der Spanien. Was bedeutet das? Das ist ein indirekter impfzwang. Seid ihr also nicht immun, verliert Ihr Eure grundrechte, was könnt Ihr dagegen tun. Naja, in quarantäne gehn und das aktzeptieren oder ihr laßt Euch impfen.«
Das ist reine panikmache. Ich zumindest habe schon immer einen immunitätsausweis, man nennt das umgangssprachlich »impfpaß«. Hildmann spinnt sich da etwas zusammen, was auch mitte mai schon absehbar unsinn war: es war damals absehbar, daß reisen ab juni wieder erlaubt sein würde.


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Möchtegernhunnenkönig 6 - Zyklon-B und impfstoffwahn

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Hildmann stellt unter beweis, daß er sich fünf namen merken kann und er ein meister im logischen denken ist.
Zitat Attila Hildmann: »Und damit kommen wir zur zweiten riege der coronaprofiteure. Die pharmamafia. Bayer, Monsanto, Merck, Biontech, Curevac. Alles spieler dieses spiels. Und bei allen spielern dieses spiels hängt Bill Gates mit drin. Wie sieht man das, ist das eine verschwörung? Das sieht man, indem man sich die finanzflüsse anschaut. Und diese finanzflüsse und das ist ja das dreiste an Gates, auf der gatesfoundation.org-seite.«
Alles streng geheim. Und dreister weise im internet öffentlich nachzulesen. Logisch. Wenn man sich im geheimen verschwört, stellt man es öffentlich ins internet, damit jeder es nachlesen kann.
Zitat Attila Hildmann: »Man sieht also, in welche impffirmen Gates schon investiert hat, in den letzten monaten, die zufälliger weise jetzt schon den impfstoff schon an menschen testen. Die leute glauben, es gibt noch gar kein impfstoff, das stimmt nicht. Es gibt ’nen impfstoff. Biontech testet ihn an menschen aktuell. Und, wißt Ihr, die Deutsche pharma ist mit der politik best friends seit der giftgasproduktion des 1. Weltkriegs, wo millionen menschen gestorben sind, und best friends seit zyklon-b. Das ist auch Deutsche pharma.«
Es versteht sich von selbst, daß zusammengebracht werden muß, was nicht zusammen gehört. Was hat Biontech mit zyklon-b zu tun?

Genau. Gar nichts.

Auch hier sieht man einmal mehr, daß Hildman nichts kann, außer schlagworte runterbeten, weil er von nichts eine ahnung hat.

Zyklon-b konnte im Ersten Weltkrieg nicht eingesetzt werden, weil es erst 1922 erfunden wurde. Es wurde zur Zeit des Zweiten Weltkriegs in den KZs eingesetzt für die ermordung der Juden und anderer unerwünschter menschen. Das verschweigt Hildmann.

Im Ersten Weltkrieg sind an giftgas nicht millionen gestorben, sondern ungefähr hunderttausend, mehr als eine million wurden verletzt. Insgesamt kann man sagen, daß der giftgaseinsatz im freien gelände ineffizient war. Für Hildmann ist das alles noch nicht schlimm genug, er muß das natürlich steigern. Und gleich auch noch einen schuldigen liefern, die pharmaindustrie. Tatsache ist jedoch, daß das giftgas von der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften entwickelt wurde, bei der es seiner zeit keine pharmazeutische forschung gab.

Die firma Biontech gibt es erst seit zwölf jahren. Die forschen an medikamenten für die individualisierte krebsimmuntherapie. Aber sie sind natürlich böse, weil sie im auftrag der Gates Foundation auch an medikamenten zur therapie/vorbeugung gegen HIV und TBC arbeiten. Und natürlich wie Hildmann sagt, einen impfstoff gegen covid-19 testet. Am menschen. Als ob die das einfach so dürften. Derartige versuche unterliegen strengen regeln. Bevor das genemigt wird, muß entschieden werden, ob das ethisch vertretbar ist, versuche an freiwilligen durchzuführen.

Zitat Attila Hildmann: »Und die Deutsche pharma quält jedes jahr in Deutschen laboren drei millionen unschuldige tiere zu tode. Hunde, katzen, affen und ich bin tierschützer und ich kann bei sowas nicht wegschauen.«
Ebenso genemigungspflichtig sind tierversuche. Die von Hildmann genannten hunde machen bei den versuchstieren 0,14% aus, katzen 0,03% und affen 0,12%, zusammen sind das sagenhafte 0,29%. Vom berühmten versuchskaninchen hat der herr tierschützer anscheinend noch nie etwas gehört. Sind auch nur 3% der versuchstiere. Mit 74,5% sind Mäuse und Ratten mit 10,4% die häufigsten versuchstiere. Die scheint der tierschützer aber nicht sympathisch genug zu finden.
Zitat Attila Hildmann: »Eine industrie, die jetzt sagt, wir verdienen millionen damit, daß wir coronatests verkaufen und die jetzt gut verdient, wenn sie jetzt 83 millionen menschen und am ende über acht milliarden menschen weltweit mit ihrem impfstoff versorgt. Einem impfstoff, der nicht ausreichend getestet ist. Eine impfstoffentwicklung dauert normalerweise mehrere jahre, fünf jahre zum beispiel. Wie schnell geht das aktuell hier? Im märz sagen sie, vielleicht haben wir den impfstoff im herbst. Jetzt testen sie schon impfstoff. Wollt ihr Euch einen impfstoff geben lassen, der nicht fünf jahre getestet wurde?

Ist es nicht ein einschnitt in Eure körperliche unversehrtheit, daß der staat sich anmaßt, daß er euch ne spritze verpassen kann? [...]«
Ein einschnitt in die körperliche unversehrtheit ist es, wenn selbsternannte freiheitsapostel meinen, sie hätten ein recht darauf,andere mit viren zu invizieren, die sie nicht haben wollen. Das problem an einem nicht jahrelang erprobten impfstoff ist hauptsächlich, daß niemand weiß, wie lange die impfung wirkt.
Zitat Attila Hildmann: »Und jetzt kommt die satanischste riege bei den coronagewinnern und das ist Bill Gates mit seiner foundation. Am anfang meiner recherche dachte ich, dieser mann will einfach nur geld verdienen. Am anfang dachte ich, wow, der ist ja schlau. Vor drei jahren sagte die Zeit schon, er wäre der geheime chef der WHO, könnt Ihr nachlesen. Vor drei jahren schon hieß es, die WHo wäre zusammengebrochen ohne die finanzspritze vom Gates. Ich dachte mir so, hm, kann ja sein, daß er da mitmischt, bei der politik. Daß der quasi bewußt pandemiepolitik steuert. [...]«
Das hat die Zeit im april 2017 tatsächlich so geschrieben. Allerdings handelte es sich dabei um eine rezension einer Artedoku.

Weil sich sehr viele verschwörungsideologen auf diesen artikel beziehen und das dem autor alles andere als recht ist, hat er im juni unter dem titel »Bill Gates, die Weltverschwörung und ich« einen weiteren sehr lesenswerten artikel geschrieben.
Zitat Jakob Simmank: »Für alle Zweifler: Ja, Gates' Vermögen ist seit der Gründung der Stiftung immer größer geworden. Obwohl er mehr als 40 Milliarden Euro an die Stiftung weitergab, stieg sein Privatvermögen in den vergangenen 20 Jahren von 55 auf mehr als 90 Milliarden Euro. Das, erklärt die Soziologin McGoey, liege aber an der Wertsteigerung seiner Geldanlagen – und ist bei anderen Superreichen wie Warren Buffet genauso.

Das Ärgerliche an den Verschwörungstheorien, die kursieren, ist ohnehin, dass sie derart laut durch das Netz und über Plätze tönen, dass sie die berechtigte Kritik an der Gates-Stiftung ersticken. Und zwar nicht nur daran, dass sie diesen Einfluss hat, sondern auch daran, wie sie ihn wahrnimmt.

Dabei gibt es die. Wie eine Recherche der amerikanischen Zeitung The Nation zeigt, flossen knapp zwei Milliarden Euro Gates-Stiftungsgelder an große profitorientierte Unternehmen wie den Pharmariesen GlaxoSmithKline, Unilever, IBM oder Mastercard. Ob das, was die Unternehmen (im Falle einer Mastercard-Tochergesellschaft sollten ärmere Menschen laut The Nation dazu angeregt werden, digitale Finanzprodukte zu nutzen) mit dem Geld machen, die Welt gesünder macht, darf man in manchen Fällen bezweifeln. Womöglich schadet es der Gesundheit sogar, indem es globale Ungleichheiten verstärkt. Überhaupt, sagt Linsey McGoey, trete Gates wie kaum ein anderer für marktbasierte Lösungen für Gesundheitsprobleme ein. In vielen Fällen, glaube Gates, müsse man nur Marktanreize setzen und schon würden Unternehmen Probleme lösen, wie etwa einen Mangel an guten Medikamenten gegen Tropenkrankheiten, die die Ärmsten der Armen betreffen.«
Man kann hier sehr deutlich den unterschied zwischen kritik und verschwörungsideologie sehen: bei Hildmann sind immer irgendwelche ominösen »finsteren mächte« und/oder der teufel persönlich im spiel. Kritiker hingegen finden beispielsweise die marktgläubigkeit des Bill Gates schlecht, weil sie zum teil die probleme vergrößert, anstatt sie zu lösen.
Zitat Attila Hildmann: »Tatsächlich ist der bei allen impfstoffirmen drin. Biontech, Curevac lest das selber nach. Er ist da investor gewesen. Das heißt, wir brauchen gar nicht so weit gehen, daß wir sagen, okay, Bill Gates hat nach Wuhan letztes jahr schon geld geschickt, vielleicht hat er sogar die entwicklung dieses virus befeuert, um dann zu sagen, ich laß über die WHO ein politischen plan durchballern, global. Nein, er hat doch das medikament und er tarnt das als eine wohltäter-stiftungs-agenda. Er ist ein wohltäter geworden. Ein menschenfreund, der dafür gesorgt hat, daß in Kenia nachweislich mit regierungsdokumenten menschen mit ner tetanusspritze zwangssterilisiert wurden. Man hat ihnen ohne ihre kenntnis eine sterilisationsformel in die tetanusimpfung gepackt. Dieser mann hat über eine partnerorganisation in Indien 24000 minderjährige mädchen impfen lassen, mit ner HPVimpfung und viele von diesen mädchen bekamen lähmungen, andere haben zufälliger weise selbstmord begangen und es wurde keine nachbetreuung gemacht und das schlimmste, sie wurden gar nicht gefragt. Die eltern wurden gar nicht um erlaubnis gefragt.«
In Kenia soll die katholische kirche und eine vereinigung katholischer ärzte der WHO vorgeworfen haben, einen impfstoff gegen tetanus zu verwenden, dem das hormon HCG beigemengt sei, um frauen chemisch zu sterilisieren. Ob tatsächlich irgendeine frau nach der impfung unfruchtbar wurde, ist nie untersucht worden. Die katholische kirche hat auch schon in den 80er jahren hilfsorganisationen daran gehindert, in Afrika kondome zur AIDSprävention zu verteilen, weil das gegen ihre moralvorstellungen verstößt und da ist’s anscheinend egal, wenn leute von einer vermeidbaren seuche dahingerafft werden. Einen impfstoff mit verhütenden hormonen zu versetzen wäre sicherlich unsinn, denn ein impfstoff soll möglichst für alle da sein und um verhütung für männer per spritze sicherzustellen bräuchte man bestimmt ein anderes hormon.

Interessanter weise kommt Hildmann etwas mit den verschwörungserzählungen durcheinander, denn das mit den lähmungen und selbstmorden gehört zu anderen erzählungen. Nachdem in Indien 23.500 mädchen gegen HPV geimpft wurden, starben tatsächlich einige von ihnen. Insgesamt sollen sieben mädchen innerhalb von hundert tagen nach der letzten impdosis gestorben sein. Jedoch ließen sich keine zusammenhänge zwischen tod und impfung feststellen: bei zwei mädchen wurde gift im magen gefunden, die anderen starben an unterschiedlichen ursachen wie ertrinken, schlangenbissen oder malaria.


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Möchtegernhunnenkönig 7 - Planned parenthood, massenmord und schluß

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Natürlich geht es noch ein bißchen weiter mit Bill Gates. Und auch hier sieht man, daß Hildmann nicht so richtig weiß, wovon er eigentlich redet.
Zitat Attila Hildmann: »Dieser mann war Microsoft CEO und hat mehrfach gegen das kartellrecht verstoßen, dieser mann hat genug geld, diesen mann geht es nicht mehr um geld, dieser mann hat nur ein ziel: und dieses ziel ist unfaßbar schrecklich.

Er ist vorstand einer organisation mit seinem vater, die nennt sich Planned Parenthood. Planned Parenthood hat eine begründerin, frau Sanger [unverständlich], diese begründerin hat folgendes zitat in die welt hinausposaunt, die hat gesagt, die migranten, schwarze und arme sollen keine kinder bekommen, wir müssen diese kinder vernichten. Wißt Ihr, Bill Gates hat nur ein ziel, er möchte die agenda von Planned Parenthood global durchsetzen, er denkt, der planet ist überbevölkert, er denkt quasi, daß er dem planeten und der menschheit etwas gutes tut, wenn er dafür sorgt, daß siebeneinhalb milliarden menschen sterben. Warum siebeneinhalb milliarden menschen? Weil das die zahl ist, die auf den Georgia Guidestones steht, in Amerika. Reduziere die weltbevölkerung auf fünfhundert millionen.

Das ist sein ziel, er möchte eine globale elite, Ihr seid nur noch vieh für ihn, schafsherde, manche von Euch werden arbeiten können, andere von Euch werden umgebracht, viele von Euch, damit er auf seinem weltdiktatorthron sitzen kann und die ganze welt kontrollieren. Und das macht er über diverse UNprojekte.«
Planned Parenthood ist in Amiland eine organisation wie in Deutschland Pro Familia, wo sich ungewollt schwangere beraten lassen können und die über geschlechtskranheiten, AIDS und verhütungsmittel aufklärt. Daß das rechten fanatikern nicht paßt, die vor allem frauen das recht auf ihren eigenen körper absprechen wollen, muß niemanden wundern. Einige ansichten Magaret Sangers (1879 bis 1966), also der gründerin von Planned Parenthood, sind aus heutiger sicht mit sicherheit fragwürdig. Sie war ein kind ihrer zeit und wie viele andere auch, anhängerin der eugenik. So war sie für zwangssterilisation für menschen mit vererbbaren krankheiten - und für vererbar hielt man damals auch asozialität, verbrechertum, alkoholismus, drogensucht und dergleichen.

Hildmann jedoch behauptet, sie sei für die vernichtung dieser gesellschaftlich unerwünschten kinder gewesen. Das stimmt nicht, sie war gegen die zerstörung von leben. Beispielsweise, indem man durch aufklärung über eine gescheite verhütung schwangerschaftsunterbrechungen verhindert, weil man vorhandenes leben, egal, wie »schlecht« es sei, nicht beseitigen solle. Man kann es nicht unbedingt als konseqente argumentation bezeichnen, wenn einer Adolf Hitler lobt, unter dessen herrschaft 216.000 behinderte, über 10.000 »asoziale« und viele millionen andere unerwünschte menschen ermordet wurden, selbiges einer frau vorwirft, die nie eine machtposition inne hatte, derartiges durchzusetzen. Und hauptsächlich, weil sie sich für ein recht auf verhütungsmittel aber nicht für ein recht auf fortpflanzung für alle eingesetzt hat. Das sagt durchaus etwas über Hildmanns geisteszustand aus.

Und was haben die Georgia Guidstones damit zu tun?

Nichts. Die sind einfach ein relikt aus einer zeit, in der man den atomkrieg befürchtete und einige esos glaubten, daß es danach halt besser sei, nicht zu einer industriegesellschaft zurückzukehren, sondern mit wenigen menschen im »einklang mit der natur« im walde zu hausen.

Es ist unlogisch, daß einer, der auf den weltdiktatorthron will, die leute umbringt - so einer will doch möglichst viele untertanen haben, die im huldigen und ihm dienen.

Was denn nun? Globale elite, weltdiktatorthron, malochende schafsherde oder bevölkerungsvernichtung? Vier wünsche auf einmal lassen sich schlecht gleichzeitig verwirklichen. Die welt ist schließlich kein überraschungsei - und da bekommt man bekanntermaßen auch nur drei.
Zitat Attila Hildmann: »Es gibt ein projekt, alle sagen das sei verschwörung, daß man die menschheit chippen sollte, es gibt ein projekt von der UN, wir denken ja alle, daß WHO und UN unabhängige institutionen sind, weit gefehlt, das sind organisationen, die von privatiers geld bekommen. Es gibt ein programm das heißt ID 2020 das ist ein UNprojekt. Und dieses projekt hat das ziel die globale kontrolle der menschheit zu machen und zwar daß jeder mensch auf diesem planeten eine digitale geburtsurkunde bekommen soll. Das heißt auf dieser digitalen geburtsurkunde soll alles von Euch draufstehen. Wann seid Ihr geboren, was habt Ihr für krankheiten, wie ist Euer kontostand, welche politische gesinnung habt Ihr etc. und dieses projekt wurde finanziert von Microsoft, [unverstänlich], das ist die impflobby, die gehört auch zu microsoft bzw. bekommt sie geld von Microsoft und der Rockefellerfoundation. Dieses ID2020projekt ist das, worauf es hinauslaufen soll, auch hier. Das heißt, Ihr sollt, um es ganz konkret zu sagen, irgendwann entweder über spritze eins, zwei, drei oder sechs nanochips implantiert bekommen, wo Eure daten draufstehen.«
Es ist sehr unwahrscheinlich, daß man mit einer impfung gechippt werden könnte. Hier kann man sich ein video anschauen, wie ein chip implantiert wird. Im viel besungenen coronamusterländle Schweden haben viele menschen so gar keine angst vorm chippen, die finden es womöglich schade, daß man das nicht einfach gleichzeitig bei der impfung erledigen kann.
Zitat Attila Hildmann: »Und dann ist es wie mit einem parkautomaten, wenn Ihr parken wollt oder wenn Ihr in einen bezirk gehen wollt, wo Ihr quasi nicht die zugangsgenehmigung habt, dann wird Euch der zutritt verwehrt. Ihr könnt ja nur in ein parkhaus rein, wenn Ihr ein parkticket habt, richtig? Heißt, wenn Euer chip blau ist und ihr wollt nach Zehlendorf, das ist der rote bezirk, dann wird das per sateliten konntrolliert, daß Ihr da nicht hingehen könnt, bzw. werden die behörden alarmiert. Ihr werdet komplett kontrolliert. Das ist der ziel dieser ganzen agenda. Und wenn Bill Gates Euch irgendwas nicht paßt, wenn Ihr zum beispiel systemkritisch seid, dann drückt der in Seattle auf einen knopf und sperrt Euer konto, weil das ist ja alles auf dem chip. Und über nanotechnologie und das ist auch keine verschwörung, nanotechnologie gibt es schon seit jahrzehnten, kann er auch euren hormonhaushalt beeinflussen, heißt, wenn ihr zu gute stimmung habt, dann sagt Bill Gates und seine foundation, naja, dann lassen wir jetzt mal die nanorobotter ein bißchen schlechte stimmung machen, in Deutschland ist mir zu viel sonnenschein. Ihr seid mit diesen chips oder diesen impfungen kontrollierte menschen.«
Warum sollte sich Bill Gates in Seattle (wohnt der da überhaupt noch?) für die falschparker in Zehlendorf interessieren, wenn die doch schon den leuten in Steglitz egal sein dürften? Was interessiert den die stimmung in Deutschland? Und warum hat man überhaupt noch ein auto und ein konto, wenn doch Bill Gates bestimmt, was man darf und was nicht? Also, wenn ich weltdiktatorin wäre und richtig grausam, dann würde ich dem plebs doch als erstes das autofahren verbieten, weil man damit so figuren wie Hildmann bestimmt gut quälen könnte.

Ansonsten müßte Hildmann sich kaum sorgen machen, denn er ist nicht systemkritisch sondern hauptsächlich gaga.
Zitat Attila Hildmann: [...] Haben Eure großeltern für dieses land geblutet? Habt Ihr für dieses land geschuftet? Für Eure kinder oder für Bill Gates seine vision? Ist das hier noch eine demokratie in der ich lebe, wo andere meinungen mundtot gemacht werden. Wo wie bei mir ein 70000follower-instagramkanal gelöscht wurde. Ist das noch eine demokratie? Das ist zensur pur und wir sind schon mitten im faschismus und in der diktatur. Und ich kann Euch nur sagen, kämpft für Eure von gott gegebene freiheit. Ihr habt nicht dieses land mit aufgebaut oder Eure großeltern, Ihr zahlt nicht seit jahrzehnten steuern dafür, daß wir in einer welt leben, wo unsere grundrechten an immunitätsnachweisen gekoppelt sind. Und es gibt immer noch das grundgesetz und in diesem grundgesetz steht, artikel zwanzig, absatz vier: gegen jeden, der es wagt unsere demokratische ordnung zu gefährden, hat jeder Deutsche das recht auf widerstand!

Diese regierung muß abgesetzt werden. Ich danke für die aufmersamkeit«
Und auch hier geht alles wild durcheinander. Erst ist er bei den armen großeltern die für dies land geblutet hätten, was sehr nach dem pathos der USAmerikanischen rechten klingt, aber womöglich auch unter Deutschen hohlköpfen beliebt. Dem folgt aber sofort das weh- und selbstmitleid über das ihm angetane »unrecht«, daß sein toller instagramkanal gelöscht wurde. Und wenn ein privates unternehmen um seinen ruf und kunden fürchtet, ist das natürlich gleich zensur, diktatur und faschismus.

Es entbehrt nicht völlig der komik, daß einer, der Hitler als einen segen für Deutschland bezeichnet hat, sich dann ausgerechnet über derlei dinge beschwert. Es ist komisch, wie diese verschwörungsideologen sich an komplett herbeiphantasierten dingen abarbeiten als ob es in der realexistierenden welt nicht genug probleme gäbe. Was außerdem auffällt, ist, daß sie ein extrem schäbiges menschenbild haben: niemand hat sowohl negative als auch positive eigenschaften. Man selbst ist natürlich gut, während alle anderen das konzentrierte böse sind. Das alles erscheint schon ziemlich paranoid.

Wie der Volksverpetzer gestern petzte, wurde Hildmann mit maske beim arzt »erwischt«. Da weiß ich nicht, worüber ich mehr staunen soll, daß ein so krankhaft gesunder überhaupt zum arzt geht oder daß er sich der gefahr aussetzt, durch das tragen der maske kommunist zu werden.

Da ist es glatt ein bißchen schade, daß das tragen von masken nichts an der gesinnung ändert. Es wäre doch schön, wenn menschen so einfach zu kommunisten würden.

Dienstag, 25. August 2020

Aluhut für’s händy

Es ist erstaunlich, was manche leute so alles glauben. Für einen besonderen lacher sorgte kürzlich Xavier Naidoo.
Zitat Xavier Naidoo: »Für alle die nach Berlin fahren:

Handy aus 100 Kilometer vor Berlin und in Alufolie packen, bitte. Von Sendemast zu Sendemast werden die Signale gezählt. Damit kann erfasst werdenm wie viele Menschen in die Stadt fahren. Entsprechend wurde am 01.08.20 die A9 dicht gemacht und 500.000 Demonstranten kamen nicht rein oder erst sehr spät.

Leitet das unbedingt weiter!Handy nur ausschalten reicht nicht! Alufolie ist wichtig! Oder eine gute Blechdose. Vorher testen«
Mal ordentlich blech reden hilft sicherlich auch. Alufolie soll also gegen funksignale wirken. Dabei wirkt sie nicht mal gegen geruchssignale: wenn man mit einem alufolieverpackten döner in den park geht, kommen immer sofort die ratten, weil sie riechen, daß es was gibt.

Wenn man das glotzophon sicher gegen ortung schützen möchte, muß man es in die microwelle packen - die ist nämlich sicher abgeschirmt. Ist auch eine prima idee, so für das handtäschchen.

Mittwoch, 19. August 2020

Diallyldisulfid

Falls sich irgendwer über das wort im titel wundert, weil er das noch nie gehört hat, den kann ich beruhigen. Kannte ich bis heute auch nicht. Nur habe ich heute unfreiwillig einen selbstversuch damit gemacht.

Der tag verlief eigentlich völlig normal und dann war ich auf einem markt, wo knoblauch so sagenhaft billig war, daß ich mehr davon als normal kaufte, weil ich es schon lange ausprobieren wollte, knofl mal selbst einzulegen, weil der fertig eingelegte meist in maschinenöl schwimmt und ich das nicht mag. Und knoblauch ist ja so gesund!

Was mir beim schälen des knoblauchs passierte, ist mir bisher noch nie passiert - und ich habe beispielsweise auch schon mit bloßen händen aus chilis sambal oelek selbst hergestellt, damit der ungefähr den schärfegrad bekommt den ich für richtig halte - ich hatte das gefühl, daß ich verbrennungen an meinen fingern hätte und kaum noch etwas tun konnte.

Wie ich dann herausfand, kam das vom diallyldisulfid, das im knoblauch ist und das hautreizungen hervorrufen kann. Ich hab meine pfoten jetzt ein paar stunden lang gekühlt und bis auf ein bißchen kribbeln in den fingerspitzen scheint alles wieder »normal« zu sein. Nie im leben hätte ich gedacht, daß so ein profanes zeug wie knoblauch, mit dem ich alltäglich in der küche umgehe, derartige probleme bereiten könnte.

Hoffentlich ist das jetzt nicht der beginn einer wunderbaren allergie, denn ohne knoblauch hat essen überhaupt keinen sinn.

Dienstag, 18. August 2020

Nachricht aus dem seltsamen Parallelberlin

Zwischendurch habe ich ein wenig in den newslettern des selbsternannten »Demokratischen Widerstands« geschmökert und in der ausgabe nr. 75 vom 9. august noch eine perle des künstlichen dramatisierens gefunden, die ich meinen lesern keineswegs vorenthalten möchte.
Zitat Anselm Lenz: »Liebe Demokratinnen und Demokraten!

Ich habe bisher vermieden, mich in diesen Rundschreiben persönlich zu äußern. Zumal wir viele gute AutorInnen und ein feines Kollegium haben. Wir sind jetzt seit fünf Monaten mit friedlicher Aufklärung und der Arbeit für unser Grundgesetz und verfassungsgemäße Demokratie beschäftigt:
 
  • Die wichtigen Fragen werden diskutiert und dann abgestimmt, 
  • Grundrechte gelten unabschaffbar immer, auch für Minderheiten 
  • Gewaltenteilung, freie Presse, unabhängige Wissenschaft haben nicht nur einen guten Ruf (»und sie bewegt sich doch...«), 
  • sondern werden ohne Ausnahme umgesetzt. 
Corona-Regime, Sonntag, 9. August 2020: In Berlin sehe ich nur noch fertige Leute. Alte Menschen in Rollstühlen hinter Masken mit hochroten Gesichtern. Der Stoff zieht sich in die Mundhöhle, der Speichel rinnt.

Ich sehe fast nur noch traurige oder weinende Kinder. Ich sehe Männer in Schweden-T-Shirts, die auf S-Bahnsteigen nicht aufhören zu rufen, »Lüge! Lüge!« und »Masken ab!«. Immer wieder, wenn ein Zug angehalten hat, ertönt seine Stimme, schon ganz rauh. Manche Passanten nicken ihm zu, die meisten gehen gesenkten Hauptes weiter, die Scham tief in ihre Augen, ihre ganze Gestalt eingeschrieben. Gebrochene, Gedemütigte.

Mittlerweile muss festgehalten werden, dass wir nicht in etwas sind, dass ein paar faschistoide Züge trägt. Es ist der Faschismus selbst. Es ist der pure menschenverachtende Horror, es ist ein Terrorregime, das sich einzig und allein gegen die Menschen richtet, gegen die 99 Prozent, die unter ihm zu leiden haben.

Ich treffe jammernde Frauen mit ihren schlafenden Kindern vor dem Roten Rathaus in Berlin. Ihren Wangen und ihren Augen sehe ich an, dass sie in diesen Corona-Monaten viel weinen. Eine Gruppe Sinti und Roma sitzt fast regungslos auf Parkbänken, ein Junge der Familie, etwa 12 Jahre, nimmt wie irre immer wieder die Maske ab und legt sie wieder im Fünfsekundentakt wieder an.

Ich sehe nur noch Trauer, Armut und Verlendung. Nachts in unserer Siedlung, einem Ensemble von Dreigeschoss-Mietwohnungsbauten im Bezirk Pankow, das für Verhältnisse der Berliner Innenstadt immer sehr ruhig war, höre ich Menschen in verschiedenen Sprachen schreien, weniger aggressiv, eher leidend. Dann unsere Nachbarin: »Ich halte das nicht mehr aus«, »aaaahh!« und »Tötet Angela Merkel!«. Wir haben sie dann auf unseren Balkon eingeladen und beruhigt.

Und wieviel stumme Schreie vernehmen wir nicht? Von Menschen, die in Todesangst vor Viren und Bakterien jetzt Waschzwänge haben, Ängste vor anderen menschlichen Körpern und Berührung, vor ihrem eigenen Körper und vor Händen, vor Küssen, vor Oberflächen — oder sich gleich überhaupt gar nicht mehr hinaustrauen. Die schlimmsten Früchte, die diese Perversion getrieben hat und noch treiben wird, werden erst über die kommenden Monate, Jahre und Jahrzehnte ans Licht kommen. Die Verbrechen des Corona-Regimes sind jetzt schon ohne Zahl.

Heute morgen dann auf dem Weg zum Bäcker: Ein Mann liegt in der Straße, wispert immer wieder »Diktatur, Diktatur«. Er will sich nicht mehr bewegen. Er liegt einfach da, wie ein nasser Sack in der Sonne. »Diktatur, Diktatur.« Er ist zu schwer, als dass ich ihn von der Straße ziehen könnte. Die Autos fahren lamgsam drumherum. Dann kommt Hilfe, wir setzen ihn auf einen Sitz vor dem Supermarkt und bringen ihm das verlangte Bier. »Diktatur, Diktatur.«

Die Leute können nicht mehr. Es ist Fürchterlichstes, Schrecklichstes angerichtet worden in epischen Dimensionen. Möglicherweise auf lange Sicht noch viel Schlimmeres, als in begrenzten Kriegen geschieht.

So, wie sich mir meine Mitmenschen in Berlin dieser Tage präsentieren, habe ich den Eindruck, dass die Leute völlig zerrüttet sind. Sie können nicht mehr, sie haben ihre Würde verloren und schreien, schweigen oder weinen nur noch.

Ich persönlich muss Ihnen auch sagen aus meiner ganz eigenen Einschätzung für mich persönlich heraus: Es reicht jetzt.

Es. Reicht. Jetzt.

Friedlich und demokratisch grüßt Sie heute,

Anselm Lenz«
Eigentlich ist es nicht komisch, wenn jemand derart offensichtlich reif für die gummiinsel ist. Trotzdem habe ich an einigen stellen herzlich lachen müssen, weil der typ seine eigene parodie ist, der den quark den er selbst denkt »tötet Merkel« etc. frei erfundenen figuren in den mund legt, damit er nicht dafür belangt werden kann.

Pankow ist nicht so weit weg von hier und ich habe weder dort noch hier irgendwen gesehen, der irgendwas von »lüge« oder »diktatur« gerufen hätte - vor ein paar monaten hat mich einmal einer angeraunzt, weil ich mir vor dem betreten eines ladens ordnungsgemäß eine maske aufgesetzt habe, dem habe ich so freundlich es nötig war »Dir hamse wohl zu heeß jebadet« geantwortet und damit war die angelegenheit erledigt. Wenn man davon absieht, daß in den geschäften und im ÖPNV die meisten leute mund-nase-schutz tragen und das touristische partyvolk nicht da ist, ist ansonsten kaum etwas anders als sonst auch. Wenn man hier fertige leute, verheulte weiber, plärrende blagen, verelendung und armut sieht, dann liegt es eben daran, daß das hier schon immer so war. Niemand braucht einen fatzke aus Hamburg, der einem erklärt, daß Berlin teilweise scheußlich ist, der Normalberliner weiß das nämlich schon längst.

Dann auch noch die verharmlosung des faschismus und terrorregimes, das ist eher nicht zum lachen. Wer das anzetteln eines weltkrieges und das millionenfache abschlachten unerwünschter personen gleichsetzt mit der aufforderung, sich selbst und andere durch gewisse hygienemaßnahmen vor einer potentiell tödlichen erkrankung zu schützen, hat mit sicherheit eine defizitäre wahrnehmung von der welt.

Wer es für einen waschzwang und nicht für eine selbstverständlichkeit hält, sich nach dem nasebohren oder anderen täglichen verrichtungen die hände zu waschen, ist vermutlich nicht so ganz auf der höhe zeit. Auf jeden fall weiß ich, welchen leuten ich auch nach corona besser nicht die hand zum gruß geben werde.

Mittwoch, 22. Juli 2020

Bescheuerte meldung

Erstaunt hat mich, was ich auf der offiziellen internetseite der stadt Krefeld fand:
Zitat internetseite der stadt Krefeld: »Montag, 6. Juli

27 Krefelder aktuell mit Corona infiziert

Die Zahl der Corona-Infektionen ist in Krefeld im Vergleich zum Freitag um drei Fälle gestiegen: Aktuell (Stand: Montag, 6. Juli, 0 Uhr) sind 27 Personen mit dem Virus infiziert. Die Zahl der bisher insgesamt positiv Getesteten in Krefeld beträgt nun 674 (Freitag 668), die Zahl der Genesenen liegt bei 624 (622). Obwohl es laut Feststellung des städtischen Fachbereichs Gesundheit keinen neuen Todesfall im Zusammenhang mit Covid-19 zu verzeichnen gibt, muss die Zahl der Verstorbenen systemrelevant um einen Fall auf nun 23 heraufgesetzt werden, um die Statistik an die des Robert-Koch-Institutes anzupassen. Grund ist, dass Personen, die einmal positiv auf das Coronavirus getestet wurden und später versterben grundsätzlich in dieser Statistik aufgeführt werden. Im vorliegenden Krefelder Todesfall galt die Person (mittleren Alters und mit multiplen Vorerkrankungen) nachdem es mehrfach negative Testergebnisse gab inzwischen seit längerem als genesen.«
Was ist das für eine bekloppte meldung? Sind die denn komplett pleed? »Multiple vorerkrankungen« hat man doch schon, wenn man z.b. allergiker ist und, weil die kombination so beliebt ist, dazu noch asthma hat. Da hat man ohnehin schon probleme mit der atmung, die aber ganz gut behandelbar sind und mit denen man leben kann. Es ist aber vorstellbar, daß es problematisch werden könnte, wenn dann zusätzliche lungen- oder herzprobleme als folge einer coronainfektion hinzukommen, die bisher nicht richtig behandelbar sind.

An sich müßte es sich mit der zeit doch rumgeschwiegen haben, daß SARS-CoV-2 heimtückisch ist und »infiziert« nicht das selbe ist wie »erkrankt« und »genesen« nicht das selbe wie »gesund«. Seit monaten gibt es berichte darüber, daß menschen, die als von corona genesen gelten, sich teilweise auch noch monate später alles andere als gesund fühlen. Im übrigen glaube ich nicht, daß das RKI menschen, »die einmal positiv auf das coronavirus getestet wurden und später versterben grundsätzlich in dieser Statistik« aufführen würde - wer 2020 infiziert war und 2025 von einem laster überrollt wird, kommt wahrscheinlich eher in die statistik für verkehrstote.

Auch wenn man covid-19 nicht mit der grippe vergleichen sollte: die zahl der jährlichen grippetoten wird nicht durch virustestungen ermittelt, sondern durch schätzungen und wer sich, weil er durch grippe geschwächt ist, eine bakterielle lungenentzündung einfängt (das grippevirus selbst befällt, im gegensatz zum coronavirus, die lunge nicht) und dran stirbt, gilt trotzdem als grippetoter. Wahrscheinlich, weil das dann die folgen der grippeerkrankung sind.

Aber vermutlich halten die in Krefeld es auch für »systemrelevant«, wenn dort demnächst auch noch ein fahrradschlauch platzt.

Sonntag, 12. Juli 2020

Princess of science

Als ich neulich davon hörte, daß es seit einiger zeit im kinderfernsehen eine wissenschaftssendung für mädchen gibt, mußte ich natürlich gleich in der mediathek danach suchen und sie anschauen, denn es ist durchaus eine gute idee, wenn auch mädchen sich für wissenschaft interessieren. Inzwischen habe ich mir alle folgen, die es bisher gibt, angeschaut. Zu weiten teilen nicht uninteressant und keineswegs das dümmste, was man in der ZDFmediathek finden kann.

Aber ein paar sachen fand ich so ärgerlich, daß ich erst einmal eine möhre essen mußte. Beispielsweise die auswahl der themen, nämlich handy, mode, sport, tiere, tanz und musik, farbe, kosmetik. Sicherlich sind das dinge, für die sich viele mädchen interessieren. Nur irgendwie hätte mir das meiste davon in dem alter, als ich zur zielgruppe der sendung gehörte eher nicht sonderlich gefallen. Dieser ganze rosa pferde-, balletmädchen- und prinzessinenkram hätte mich ganz grauslig genervt - und das tut er auch noch heute. In der folge »farbe«, die in der mediathek vorab zu sehen ist und die am nächsten samstag ausgestrahlt wird und die die einzige folge war, die mich interessiert hat, erklärt Johanna sehr schön, wie die farbwahrnehmung im auge zustandekommt. Und es wird ein regenbogen zusammengesetzt, in welchem anstatt violett rosa zu sehen ist. Magenta ist nun leider eine farbe, die im regenbogen tatsächlich nicht vorkommt. Und als wissenschaftliche erklärung, weshalb man mit licht aus grün und rot gelb mischen kann, das mit dem tuschekasten hingegen nicht gelingt, muß die erklärung reichen, daß stoffe gemischt werden und nicht das licht selbst. Da wäre schlauer gewesen, darauf hinzuweisen daß es additive farbmischung gibt, wie man sie in beim regenbogen oder auch am bildschirm sieht und subtraktive farbmischung, mit der man es zu tun hat, wenn man bilder mit dem farbdrucker druckt oder mit wasserfarben auf papier malt. Ich denke schon, daß man kindern derartige informationen zumuten kann, die sind schließlich nicht blöd. Jedenfalls nicht alle. 

Vielleicht leistet diese sendung einen beitrag, daß mädchen, deren lieblingsfach physik oder etwas anderes naturwissenschaftliches ist, endlich mal ernst genommen werden. Das ist ein gesellschaftliches problem: die weiber haben gefälligst gut in religion (eine katastrophe, daß das überhaupt ein schulfach ist), Deutsch, sport, musik und höchstens noch biologie zu sein - und das sollte sich wirklich ändern. An meiner schule gab es für technisch interessierte das wahlpflichtfach informatik, wo man natürlich nicht wirklich informatik lernte, sondern ein bißchen BASICprogrammieren. Es gab zwölf plätze, tatsächlich hatten genau zwölf schüler dies fach gewählt - alles prima. Einer jedoch wurde abgelehnt, so fand der kurs mit elf leuten statt. Fehlte dem abgelehnten schüler das logische denken, das die anderen hatten, er aber nicht? War er schlechter in mathe und physik als die anderen? Nein, ihm fehlte allein das wichtigste, was man für das programmieren schlechthin braucht: ein penis. Der zwölfte war nämlich eine schülerin. Dem mädchen wurde vorgeschlagen, daß es doch lieber zum maschinenschreibekurs gehen solle. Klar: jungs werden später einmal ingenieur, mädchen tippse, die haben den kopp nur, um ihn zum friseur zu tragen.

Um mit diesem dreck aufzuräumen, wäre es sicherlich gut, wenn es in diesem format oder einem ähnlichen weitere folgen geben würde - nur, BITTE, etwas weniger klischeebehaftet, das nervt absolut. Man sollte mädchen aus diesen klischees rausholen, anstatt sie da auch noch weiter reinzustecken.