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Donnerstag, 29. April 2021

Zitat der woche

Dienstagmittag gab es ein gespräch zwischen kunst- und kulturschaffenden und der MerkelIn. Die hat sich tatsächlich 90 minuten lang angehört, mit welchen problemen diese leute jetzt konfrontiert sind und wie ihnen geholfen werden kann. Da frage ich mich natürlich, weshalb so ein gespräch eigentlich erst jetzt stattfindet und das nicht vor einem jahr schon möglich gewesen ist. Nein, das gab es nicht wegen der aktion »hackedicht«, das war schon vorher geplant. Aber letztes jahr war nicht wahlkampf.

Nachdem die meiste zeit viel über persönliche probleme gesprochen worden war, sprach als letzte frau dr. Heidrun Derks vom Varusschlachtmuseum darüber, daß museen leider als freizeiteinrichtungen gesehen werden, obwohl sie ein bildungsangebot sind. Am schluß sagte sie über kultureinrichtungen allgemein
zitat dr Heidrun Derks: »Ich bin mit so einem gewissen unbehagen dabei, daß jede asphaltierte straße und jeder kreisverkehr, der auch hier auf dem lande ja mittlerweile gebaut wird, als eine investition in infrastruktur betrachtet wird und kultur ist immer subvention. Also, das eine ist investition in wirtschaftsstandort, in zukunft. Und wir sind die subventionsbetriebe mit den freiwilligen leistungen. Ich frage mich, ob uns diese situation nicht doch mal veranlassen sollte zu fragen, ob das für immer so sein muß und so bleiben sollte?«
Wenn kein geld da ist, werden immer als erstes konzerthäuser, theater und museen dicht gemacht, weil die ausschließlich als kostenstelle wahrgenommen werden. Ich glaube nicht, daß sich daran in der nächsten zeit etwas ändern wird.

Sonntag, 8. November 2020

Ma slose ungerechtigkeit

Svorhin bekam ich eine spammail, in der das schöne swort sendung*sverfolgung svorkam. Da sfiel mir ein, daß ich sfrüher smal eine liebling*sfehlermeldung hatte, die da hieß

»sdatei skonnte nicht gespeichert, weil slaufwerksvoll«

Die skam sfast sfortwährend. Svorallem sdann, swenn slaufwerks sgar snicht svoll swar,sondern, sweil sprogramm snicht sfunktionieren swollte. »Slaufwerksvoll« ist bis heute ein smeiner sliebling*swörter. Nur skann ich e snie sagen, weil skeine sfehlermeldungen smehr sgibt und die sfestplatten heute sriesig sind.

Menno! Das ist ungerecht!

Wer hat s*internet skaputt gemacht? Da swar doch bestimmt dieser Bill Gate s*oder der Trump oder swomöglich skeiner von Biden.

Dienstag, 6. Oktober 2020

Moritat vom Kriegsminister Theodor Graf Baillet de Latour

Mal wieder ein schönes musikvideo: Wer mich kennt, weiß natürlich, daß ich vor allem die ratte gut finde, die in dem video vorkommt.

Freitag, 2. Oktober 2020

Leben im risikogebiet

Dank der fleißigen coronalatscher und partypeople ist Berlin-Mitte endlich auch auf liste der risikogebiete. Und weil man für das partyvolk den einlaß in den club simulieren muß, gibt es auch endlich wieder türsteher vorm supermarkt, die einen nötigen, einen einkaufswagen zu nehmen, auch wenn man nur noch drei sachen braucht, die man vergessen hat und dringend noch braucht, weil samstag feiertag ist und die läden geschlossen haben.

Das werden bestimmt für einige Berliner und Berlinreisende lustige herbstferien, wenn sie an ihren urlaubsorten bzw. zurück zu hause dann erst einmal in quarantäne dürfen.

Sonntag, 12. Juli 2020

Princess of science

Als ich neulich davon hörte, daß es seit einiger zeit im kinderfernsehen eine wissenschaftssendung für mädchen gibt, mußte ich natürlich gleich in der mediathek danach suchen und sie anschauen, denn es ist durchaus eine gute idee, wenn auch mädchen sich für wissenschaft interessieren. Inzwischen habe ich mir alle folgen, die es bisher gibt, angeschaut. Zu weiten teilen nicht uninteressant und keineswegs das dümmste, was man in der ZDFmediathek finden kann.

Aber ein paar sachen fand ich so ärgerlich, daß ich erst einmal eine möhre essen mußte. Beispielsweise die auswahl der themen, nämlich handy, mode, sport, tiere, tanz und musik, farbe, kosmetik. Sicherlich sind das dinge, für die sich viele mädchen interessieren. Nur irgendwie hätte mir das meiste davon in dem alter, als ich zur zielgruppe der sendung gehörte eher nicht sonderlich gefallen. Dieser ganze rosa pferde-, balletmädchen- und prinzessinenkram hätte mich ganz grauslig genervt - und das tut er auch noch heute. In der folge »farbe«, die in der mediathek vorab zu sehen ist und die am nächsten samstag ausgestrahlt wird und die die einzige folge war, die mich interessiert hat, erklärt Johanna sehr schön, wie die farbwahrnehmung im auge zustandekommt. Und es wird ein regenbogen zusammengesetzt, in welchem anstatt violett rosa zu sehen ist. Magenta ist nun leider eine farbe, die im regenbogen tatsächlich nicht vorkommt. Und als wissenschaftliche erklärung, weshalb man mit licht aus grün und rot gelb mischen kann, das mit dem tuschekasten hingegen nicht gelingt, muß die erklärung reichen, daß stoffe gemischt werden und nicht das licht selbst. Da wäre schlauer gewesen, darauf hinzuweisen daß es additive farbmischung gibt, wie man sie in beim regenbogen oder auch am bildschirm sieht und subtraktive farbmischung, mit der man es zu tun hat, wenn man bilder mit dem farbdrucker druckt oder mit wasserfarben auf papier malt. Ich denke schon, daß man kindern derartige informationen zumuten kann, die sind schließlich nicht blöd. Jedenfalls nicht alle. 

Vielleicht leistet diese sendung einen beitrag, daß mädchen, deren lieblingsfach physik oder etwas anderes naturwissenschaftliches ist, endlich mal ernst genommen werden. Das ist ein gesellschaftliches problem: die weiber haben gefälligst gut in religion (eine katastrophe, daß das überhaupt ein schulfach ist), Deutsch, sport, musik und höchstens noch biologie zu sein - und das sollte sich wirklich ändern. An meiner schule gab es für technisch interessierte das wahlpflichtfach informatik, wo man natürlich nicht wirklich informatik lernte, sondern ein bißchen BASICprogrammieren. Es gab zwölf plätze, tatsächlich hatten genau zwölf schüler dies fach gewählt - alles prima. Einer jedoch wurde abgelehnt, so fand der kurs mit elf leuten statt. Fehlte dem abgelehnten schüler das logische denken, das die anderen hatten, er aber nicht? War er schlechter in mathe und physik als die anderen? Nein, ihm fehlte allein das wichtigste, was man für das programmieren schlechthin braucht: ein penis. Der zwölfte war nämlich eine schülerin. Dem mädchen wurde vorgeschlagen, daß es doch lieber zum maschinenschreibekurs gehen solle. Klar: jungs werden später einmal ingenieur, mädchen tippse, die haben den kopp nur, um ihn zum friseur zu tragen.

Um mit diesem dreck aufzuräumen, wäre es sicherlich gut, wenn es in diesem format oder einem ähnlichen weitere folgen geben würde - nur, BITTE, etwas weniger klischeebehaftet, das nervt absolut. Man sollte mädchen aus diesen klischees rausholen, anstatt sie da auch noch weiter reinzustecken.

Donnerstag, 18. Juni 2020

Der verbraucher ist schuld!

Nachdem es in NRW erneut zu covid-19 ausbrüchen in schlachthöfen kam, wird mal wieder laut, der verbraucher mit seiner gier auf billigfleisch sei schuld, daß in dem betrieb die corona-bedingten mindestabstände nicht eingehalten werden konnten. Sowas wäre auf einem gemüsehof nie vorgekommen. Ein glück, daß man wenigstens das immer mit blütenreinem gewissen essen kann.

Der konsument kann nur kaufen was ihm angeboten wird, er bestimmt nicht den preis einer ware nicht, er kann nur kaufen, was ihm das portemonaie erlaubt.

Zu solchen gelegenheiten wird dann gern das billighuhn vom discounter genannt, das in Deutschland nur 3€99 pro kilo koste und das kein ordentlicher Franzose sich bieten lassen würde, weil man dort für ein anständiges huhn das vier bis fünffache pro kilo bezahle. Und das stimmt sicherlich auch daß man in Frankreich für ein anständiges huhn so viel zahlen muß, denn in Deutschland zahlt man dafür ungefähr das gleiche. Aber wie sieht es denn mit supermärkten und discountern aus? Das Französische billighuhn ist teurer, es kostet vier euro pro kilo. Das Polnische discounthuhn ist mit umgerechnet 2€41 billiger. In relation zu den landesüblichen mindestlöhnen von umgerechnet 3€72 in Polen, 9€35 in Deutschland und 10€35 in Frankreich, ist das Sonntagshinkelchen in Polen mit abstand am teuersten und in Frankreich am billigsten.

Das soll hier kein plädoyer für billigfleisch sein, mir fällt bloß auf, daß das eher nichts typisch Deutsches zu sein scheint, weil die preise in Frankreich erstaunlich ähnlich sind. Und das aus westlicher sicht »billigere« fleisch aus Polen ist auch nicht schlechter. Der preis und die qualität wird jedoch nicht vom verbraucher bestimmt.

Sonntag, 7. Juni 2020

Schau das doch bei google nach

Endlich weiß ich bescheid.

»Es gibt keine viren. Alles nur erfunden.« Ja was denn sonst?

Samstag, 9. Mai 2020

Eine maske, sie zu knechten

Das beste, das ich über die maskenpflicht im ÖPNV und in geschäften hörte, war, daß sich das auf das Alte Rom beziehe, wo die sklaven hätten masken tragen müssen und »wir« nun in den stand der sklaven gedrückt werden sollen, weshalb das tragen von masken grundsätzlich abzulehnen sei.

Da leuchtete mir sofort ein, weshalb berufsgruppen wie chirurgen, zahnärzte und bankräuber bei der arbeit gern masken tragen. Das sind alles standesbewußte leute, die stolz auf ihre Altrömischen sklavenhandwerkstraditionen sind.

Logisch. Da hätte ich auch eher drauf kommen können.

Donnerstag, 30. April 2020

Leben in der pandemie

Plötzlich pandemie. Seit inzwischen fünfunddreißig bis vierzig jahren leben wir in der pandemie. Einige dinge, die wir damals darüber dachten, erscheinen heute vielleicht etwas eigenartig. Aber das virus war damals nicht erforscht und irgendwie mußte man damit umgehen. Es war unklar, wie infektiös das virus wäre. Auf etwas wie »herdenimmunität« zu hoffen war zwecklos, weil die tödlichkeit des virus offensichtlich war. Anfangs hatten viele angst, sich zu infizieren. Mit der zeit wurde es allerdings klar, wie die krankheit verbreitet wird.

Aus meinem persönlichen umfeld ist es übrigens im grunde absolut undenkbar, daß es diese erkrankung überhaupt gibt - in all den jahren habe ich NIE mit irgendwem zu tun gehabt, der damit infiziert war. Waren alle damals getroffenen maßnahmen für die katz? Oder ist es der damaligen gesundheitsaufklärung zu verdanken, daß etwas schreckliches verhindert wurde?

Übrigens schreibe ich nicht aus einer fernen zukunft über Covid-19, sondern aus der gegenwart rückblickend über AIDS.

Mittwoch, 22. April 2020

Hausärztliche versorgung für alle

Gerade las ich, daß kürzlich Berlin als einziges Bundesland ambulante medizinische versorgung für alle eingeführt hat. Menschen, die derzeit nicht krankenversichert sind, können über die clearingstelle für nicht versicherte einen kostenübernahmeschein für ein quartal erhalten, mit welchem man bei allen hausärzten behandelt werden kann. Die kosten trägt der senat.

Gelesen hab ich das hier.

Sonntag, 5. April 2020

Boni für pflegekräfte

Laut ministerpräsident Söder sollen pflegekräfte in Bayern 500€ bonus erhalten. Ob der eine einmalige leistung sein soll oder zukünftig monatlich gezahlt werden soll, blieb bisher unklar. Außerdem bekommen die beschäftigten in allen krankenhäusern, pflege- und seniorenheimen kostenlose verpflegung. Das muß man eher als strafe betrachten, sofern sie den gleichen fraß vorgesetzt bekommen wie die patienten. Zitat eines insassen dieser einrichtungen: »An manchen tagen denke ich, schlimmer als heute kann das essen nicht mehr werden. Aber gleich am nächsten tag muß der koch mir beweisen, daß es noch scheußlicher geht.« In Berlin hat es zur krankenhausverpflegung vor einiger zeit eine studie gegeben, bei der herauskam, daß der schmatzkatz nicht bloß unlecker sondern auch regelrecht ungesund ist.

Die Grünpartei fordert eine »gefahrenzulage« von 500€ monatlich für die mitarbeiter im ärztlichen und pflegerischen sektor - und sogar steuerfrei. Total nett von den Grünen! Wären sie bloß damals nicht an der Bundesregierung beteiligt gewesen, als die steuerfreiheit für schichtzuschläge abgeschafft wurde. Begründet wurde das damit, daß auch spitzenverdiener da begünstigt würden, gelitten haben darunter hauptsächlich nicht-ganz-so-toll-verdiener aus berufen, die wir seit einigen wochen modern als »systemrelevant« bezeichnen. Wenn ich zeit habe, gehe ich mal in den keller und lache über die Grünen.

Donnerstag, 26. März 2020

Eine gute nachricht

In einem schriftlichen interview hat Iris Löhner, sprecherin der Bundesanstalt für arbeit zugesichert, daß die sichere auszahlung von geldleistungen die oberste priorität hat.

Sehr gut. Dafür ist ein soziales netz, wenn man es dann schon braucht, auch gefälligst da, daß es leute auffängt, die finanzielle probleme haben. Warum braucht es erst eine katastrophe, damit das funktioniert? Im bekanntenkreis schwieg es sich rum, daß in der vergangenen woche ein antrag auf arbeitslosengeld 2 schneller bewilligt wurde, als sich die zahl der mit dem coronavirus infizierten verdoppelt. Also zu jenem zeitpunkt in weniger als drei tagen. Wenn auch andere wenigstens ihr existenzminimum so schnell bewilligt bekommen, wäre das ein fortschritt.

Zugegeben, das ist nicht wirklich gut. Aber so lange die wirtschaft über geld läuft, geht es kaum anders.

Sonntag, 8. März 2020

Equal care day

An sich paßt das thema zum weltfrauentag: der »equal care day« soll daran erinnern, daß männer auch heute noch meist in puncto fürsorgearbeit stark benachteiligt sind. Und so findet dieser gedenktag sinniger weise immer am 29. februar, also nur alle vier jahre, statt, weil männer im schnitt vier jahre benötigen, um auf die selbe anzahl stunden an häuslicher arbeit zu kommen, die frauen im durchschnitt jährlich leisten.

In einem kommentar von Barbara Vorsamer zu dem thema, in welchem es offenbar um »gleichberechtigung« gehen sollte, habe ich jedoch einige ungereimtheiten gefunden. Beispielsweise folgendes:
Zitat: »In der Volkswirtschaft ist produktiv, wer ein Essen kocht und es dann verkauft. Wer ein Essen umsonst für seine Familie kocht, existiert in diesem Sinne nicht. Das verstärkt die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern.«
Das stimmt schon einmal von daher nicht, daß es in unserer kapitalistischen volkswirtschaft nicht ausreicht, »essen zu kochen und zu verkaufen«, sondern daß man mit seiner tätigkeit dann auch noch für einen firmeninhaber einen gewinn erzielen muß, ansonsten findet die arbeit gar nicht erst statt aber das nur nebenher. An sich ist man schon produktiv, wenn man umsonst, also kostenlos für angehörige kocht, andernfalls würde es hinterher nichts geben, bloß gibt es dafür kein geld. Da gibt es keine ungleichheit zwischen den geschlechtern, ein mann bekommt für das familiebekochen ebenso keinen lohn, es gibt diesen merkwürdigen unterschied zwischen arbeit und arbeit.
Zitat: »Um das Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern aufzulösen, hat sich die Bundesrepublik eine Familienpolitik verschrieben, die Mütter genau wie Väter in der Berufstätigkeit hält. Das ist nicht verkehrt, es löst aber offensichtlich das Problem nicht. Und auch wenn sich ein gut verdienendes Großstadtpaar die Arbeit unter Einsatz von Erzieherinnen, Putzfrau und Pizzaboten untereinander gerecht aufteilen kann: Wer unterdurchschnittlich im Kindergarten, in der Gebäudereinigung oder beim Lieferdienst bezahlt wird, kann es sich kaum leisten, die eigene Fürsorgearbeit weiter zu delegieren. Die kommt einfach noch oben drauf.«
Die familienpolitik ist ganz bestimmt nicht dafür gedacht, das ungleichgewicht zwischen den geschlechtern aufzulösen, sondern um ein bürgerliches familienmodell zu fördern. Immerhin: alleinerziehende werden unabhängig vom geschlecht benachteiligt, das ist selbstverständlich eine tolle auflösung der ungleichbehandlung. Und je ärmer man ist, desto weniger hat man von dieser tollen familienpolitik.
Zitat: »Welche Maßnahme hier mehr Gerechtigkeit schaffen könnte - das bedingungslose Grundeinkommen, die 20-Stunden-Woche, Gehälter für Hausfrauen oder etwas ganz anderes - muss endlich umfassend und intensiv diskutiert werden.«
»Herdprämie« wurde bereits diskutiert und das BGE kann man durchaus als eine »herdprämie für alle« betrachten, die es gibt, ob man sie braucht oder nicht. Eine 20-stunden-woche könnte hingegen ein ansatz sein.
Zitat: »Ökonomie ist definiert als Gesamtheit aller Einrichtungen und Handlungen, die der planvollen Befriedigung der Bedürfnisse des Menschen dienen.«
Leider ist in unserem wirtschaftssystem weniges planvoll und an der befriedigung der bedürfnisse des menschen ist die ökonomie hier auch nicht ausgerichtet.
Zitat: »Die Fürsorge für andere wird oft als Liebes-Job interpretiert, an den man nicht die materiellen Maßstäbe der "echten" Wirtschaft legen solle. Es ist schön und notwendig, dass Menschen Dinge tun, für die sie nichts bekommen.«
Wenn es schön und notwendig ist, daß menschen dinge tun, für die sie nichts bekommen, wäre es dann nicht gut, wenn das immer gelten würde und zwar für alle?

NIEDER MIT DER LOHNARBEIT!

Samstag, 29. Februar 2020

Aktion eichhörnchen

Heute mittag im supermarkt hatte ich irgendwie das gefühl, im falschen film zu sein. Für einen sonnigen tag war es um diese zeit auffallend voll, kartoffeln und zwiebeln bereits ausverkauft. Menschen, die palettenweise konservendosen in ihre einkaufswägen packen als stünde bereits morgen der weltuntergang an. Sogar die bockwürste, die sonst massenhaft bleischwer im regal stehen, neigten sich bereits dem ende zu und so beschloß ich, sicherheitshalber ein glas pferdebockwurst mitzunehem, sofern auch chappi knappi werden sollte. Dafür, daß der laden voll war, ging es an der kasse heute wesentlich schneller als sonst bei gleichem betrieb.

Die empfehlungen, was man für ca. 10 tage im haus haben sollte, sofern man unter quarantäne gestellt wird, muten dann aber doch eher nach Adenauerära an:
Haltbare Lebensmittel
- Vollkornbrot: 1000 g
- Zwieback: 400 g
- Knäckebrot: 1000 g
- Nudeln, roh: 500 g
- Reis, roh: 250 g
- Hafer-/Getreideflocken: 750 g
- Kartoffeln, roh: 1000 g
- Bohnen in Dosen: 800 g
- Erbsen/Möhren in Dosen: 900 g
- Rotkohl in Dosen/Gläsern: 700 g
- Sauerkraut in Dosen: 700 g
- Spargel in Gläsern: 400 g
- Mais in Dosen: 400 g
- Pilze in Dosen: 400 g
- Saure Gurke im Glas: 400 g
- Rote Bete: 400 g
- Zwiebeln, frisch: 500 g
- Kirschen im Glas: 700 g
- Birnen in Dosen: 250 g
- Aprikosen in Dosen: 250 g
- Mandarinen in Dosen: 350 g
- Ananas in Dosen 350 g
- Rosinen: 200 g
- Haselnusskerne: 200 g
- Trockenpflaumen: 250 g
- Zitronensaft 0,2 l
- Kaffee (Pulver) / Instantkaffee 250 g
- Tee schwarz, trocken 125 g
- H-Milch 3,5%
- Streichfett 250 g (Butter, Margarine)
- Öl (z.B. Maiskeim, Sonnenblumen) 0,3 l
- Hartkäse 700 g
- Thunfisch in Dosen 150 g
- Ölsardinen in Dosen 100 g
- Heringsfilet in Soße, Konserve 100 g
- Corned Beef in Dosen 250 g
- Bockwürstchen im Glas/Dosen 300 g
- Kalbsleberwurst im Glas/Dosen 300 g
- Dauerwurst (z.B. Salami) 360 g
- 10 Eier Gewichtsklasse (à 60 g Einkaufsgewicht) 530 g
- Mineralwasser 28 l

Frischobst (1000 g)
- Apfel roh
- Birne roh
- Banane roh
- Orange roh
Das klingt, als würde sogleich die öffentliche wasserversorgung zusammenbrechen und die kühlung versagen, weil der strom ausfällt. Ist die lage dermaßen schlimm? Ich glaube, nicht. In Berlin gibt es bisher keinen einzigen fall von Covid-19 und somit wenig grund, in panik zu geraten. In dem fall kann man auch selbst was tun, indem man menschenmengen eher meidet und besser auf hygiene achtet.

Man darf die lage nicht unterschätzen - ich habe auch keine lust, krank zu werden. Wenn in ein bis zwei jahren das mindesthaltbarkeitsdatum der gehorteten lebensmittel abgelaufen ist, kommt dann das große wegschmeißen.

Freitag, 21. Februar 2020

Rechtsterror

Ich möchte zu gegebenem anlaß auf einen beitrag des Deutschlandfunkkultur hinweisen, der 2017 zum ersten mal gesendet wurde:

Verdrängte vergangenheit?
Daniel Köhler hat das systematisch und akribisch getan: Verfassungsschutzberichte, Gerichtsurteile, Presseartikel, antifaschistische Archive. Seine Datenbank listet vereitelte oder erfolgreiche Taten von 1971 bis heute auf:

12 Entführungen, 174 bewaffnete Überfälle, 123 Sprengstoffanschläge, 2.173 Brandanschläge,

229 Morde mit rechtsextremen Motiven.

Und jetzt wird davon gesprochen, daß der terror eine »neue qualität« annehemen würde.

Nein. Er wurde »bloß« über jahrzehnte hinweg totgeschwiegen und es wird immer schwieriger, all das zu ignorieren.

Samstag, 15. Februar 2020

Bongpflicht

Auch in kalenderwoche 7. nach einführung der bongpflicht wurde ich bisher nicht verhaftet, weil die polizei mich ohne bong antraf.

Haben die wasserpfeifen bei medien womöglich ein nichtiges thema zum sturm aufgeblasen, weil ihnen nichts besseres eingefallen ist? Das würden die aber doch niemals wagen.

Donnerstag, 13. Februar 2020

Millionen stehen hinter mir


Der sinn des Hitlergrußes ist auch im februar 2020 noch der selbe wie im oktober 1932. Man muß der kollage von John Heartfield nichts hinzufügen. Man könnte dem dicken noch einen kopf ankleben und dem kleinen ein zeitgemäßes gesicht verpassen. Es funktioniert aber auch ohne.

Und die haben heute auch gleich noch eine millionenerbschaft kassiert. Und da sollte doch dem letzten idioten klar sein, in wessen interesse die AfD handelt.

Sonntag, 2. Februar 2020

Nur echt mit den 52 faulen zähnen

Schlimmer als ratten im speisekeller war in der gar nicht mal so guten, alten zeit nur Leibnitz Butterkeks von Bahlsen, der sich dort von selbst zu vermehren schien und regelrecht zur plage wurde - kein schulwandertag und kein besuch im freibad verging ohne den furztrockenen, bröseligen keks, der schmeckte, als stamme er noch aus der erstauflage von 1891 und immer an den zähnen klebte. So etwas ißt heute niemand mehr und so ist es nicht verwunderlich, daß der krümelmonsterkonzern mit seinen keksen aus dem 19. jahrhundert verluste macht.

Die vom vielen keksverzehr etwas pausbäckicke firmenerbin hielt das im vergangenen jahr nicht ab, blödsinn zu reden.
Zitat Verena Bahlsen:»Mir gehört ein viertel von Bahlsen, da freue ich mich auch drüber, es soll mir auch weiterhin gehören, ich will geld verdienen und mir segelyachchten kaufen von meiner dividende und sowas.«
Ihr gehört ein viertel von Bahlsen, aber dafür, zu wissen wie das heißt, das ihr hinten reingeschoben wird, hat es trotzdem nicht gereicht. Sie ist miteigentümerin einer GmbH & Co KG - und da bekommt man keine dividende.

Noch schlimmer als das, war ihre behauptung, Bahlsen habe die zwangsarbeiter in der nazizeit genau so gut behandelt, wie die Deutschen arbeiter. Das ist glatt gelogen. Da würde man sich eigentlich wünschen, daß dieser drecksladen endlich pleite geht. Das problem ist, daß dafür nicht das dralle dummchen mit dem privatvermögen haftet, sondern die leute, die mit Bahlsen nicht geld verdienen wollen, sondern die bei Bahlsen geld verdienen müssen.

Dienstag, 28. Januar 2020

Die drohungen des käpt’n plattfuß (teil 2)

Fortsetzung

Im zweiten und letzten teil gibt es ein paar originalschnipsel aus dem interview mit Hasso Plattner, die im Digitec Podcast der FAZ nachgehört werden können.

[8:11]Hasso Plattner: »Jetzt ist es aber so, daß noch nie in der geschichte der menschheit einzelne so schnell, also kleine gruppen so schnell etwas bauen können, damit erfolgreich werden können wie in der software. Selbst in der hochphase des automobilbaus, wo es also -zig automobilfirmen gegeben hat, das war nicht so einfach ein auto zu bauen, einen betrieb aufzubauen, in die massenproduktion zu gehen. Das ist in der software unvergleichlich viel einfacher, weil die vorabinvestitionen relativ gering sind.«
Das stimmt auffallend, daß man heutzutage mit relativ geringer investition software entwickeln kann. Computer sind heute für die meisten menschen in den industriestaaten eine selbstverständlichkeit - und jeder der einen computer besitzt, hat im prinzip das produktionsmittel für softwareentwicklung in der hand. Er muß »bloß« programmieren lernen und ideen haben. Aber nicht jeder der programmieren kann, hat ideen. Und nicht jeder, der ideen hat, hat den geschäftssinn, andere abzuzocken und damit reich zu werden. Ansonsten gäbe es wohl keine open source software.

Der vergleich mit der autoindustrie ist ziemlich schräg. Regnet es manna vom himmel und materialisieren sich autos dank ausgefuchster software einfach von selbst oder müssen die im jahr 2020 noch irgendwo hergestellt werden? Ich habe den verdacht, daß letzteres zutrifft, denn ein gewisser Elon Musk hat letztens rund 41 millionen in den Brandenburger sand gesetzt, weil er dort elektroautos produzieren will. Exkurs: Das war sicherlich ein schnäppchenpreis. Allerdings ist noch lange nicht gesagt, daß da jemals irgendwas produziert wird, wasserschutzgebiet und alles. Hat herr Musk dies gelände jemals gesehen? Ich hingegen bereits vor einigen jahren schon, in der gegend steppt der bär, mein fahrrad blieb im sande stecken. In Brandenburg liebt man gescheiterte großprojekte. Nicht produzierte riesenluftschiffe (Cargolifter) und ein ganz leiser großflughafen (BER) sind nur ein paar beispiele. Eine unsichtbare giga-autofabrik paßt gut in diese sammlung.
[11:11]Hasso Plattner: »Das land ist finanziell [...] ein wie auch immer definiertes grundleben mit grundgesundheit, grundeinkommen, grund- äh,äh,äh-wohnung zur verfügung stellen...«
Das klingt erstmal nett, daß an die grundbedürfnisse aller gedacht werden soll - nur hat er ja bereits betont, daß er nicht bereit ist, dafür mehr steuern zu zahlen. Der plebs soll sich selbst finanzieren - das ist eine sehr schäbige idee: erst läßt man die menschen gegeneinander konkurrieren und am schluß nimmt man den gewinnern was weg, um es auf alle zu verteilen. Besonders gut scheint Plattner über seine mitmenschen zu denken:
Hasso Plattner: »Es wird passieren oder es ist jetzt so, daß große teile der bevölkerung, vielleicht 30%, vielleicht mehr, nicht mehr sich beteiligen können an dem wertschöpfungsprozeß...«
Warum können die sich denn nicht am wertschöpfungsprozeß beteiligen? Doch nicht, weil sie zu dumm dafür wären, sondern weil es in einem konkurrenzsystem verlierer geben muß. Man könnte ebensogut alle am wertschöpfungsprozeß beteiligen, indem man die vorhandene arbeit auf alle verteilt, das hätte den vorteil, daß alle eher feierabend machen können. Das paßt nur schlecht mit Plattners lebensunterhalt zusammen.
Hasso Plattner: »...die können sich nicht beteiligen, weil sie mit noch so viel schulung sie nicht das talent haben dazu. Man kann die fußballspieler, die in der 5. liga spielen noch so viel trainieren, daraus werden keine bundesligaspieler.«
Für einen großteil der berufe, die man ausüben kann, benötigt man nicht besonders viel talent. Glaubt herr Plattner, daß die fachverkäuferin an der wursttheke besonders talentiert sein muß, um blutmagen von kartoffelwurst unterscheiden zu können? Auch software-entwickler wird man nicht unbedingt des talents wegen. Um das zu sehen muß man sich bloß einmal mit Plattners lieblingsprogramm SAP-ERP (fachpersonal weiß, daß das die abkürzung für Schlechtes Anwender Programm - Eine Regelrechte Plage ist) befassen. Aber dafür benötigt man tatsächlich talent, denn sonst hat meine keine freude an diesen künstlerisch wertvollen eingabemasken. Sonst muß man nicht viel können, bloß lesen, schreiben, rechnen und vielleicht noch etwas von betriebswirtschaft verstehen. In der 1. Bundesliga muß man dafür nicht kicken, man muß sich nicht einmal für fußball interessieren.

Und die normalen leute, die heute für eine fachausbildung oder sogar ein studium tauglich sind, sollen dafür zukünftig einfach zu doof sein?

Aber es kommt noch besser:
[21:42]Hasso Plattner: »daß wir eine ungehemmte und unkontrollierte informationsverteilung in der welt jetzt haben, die sehr zum nachteil der kultur, der sicherheit und der politischen meinungsbildung funktioniert. Also Sie müßten hier jetzt eigentlich auftreten und sagen wie kann information in der welt verteilt werden, ohne daß die vor- und nachbearbeitung der professionellen journalisten da ist. Das ist ja fürchterlich, was jetzt über das internet verbreitet werden kann und sich durch ganz andere kanäle explosionsartig in ganz kurzer zeit verbreiten kann. Ohne jede kontrolle, ohne jedes sachliche hinterfragen.«
Herr Plattner traut auch hier seinen mitmenschen nicht übermäßig viel zu: leider sind wir alle nicht bloß zu doof, am werschöpfungsprozeß teilzunehmen. Wir sind obendrein zu blöde für’s internet, weil wir jeden mist glauben und den dann auch noch unhinterfragt weiterverbreiten.

Die unkontrollierte informationsverteilung in der welt haben wir nicht erst jetzt, sondern seit ca. mitte der 90er jahre. Und auch damals wurde bereits vom untergang der kultur geredet, weil jeder mitmachen könne, den größten blödsinn sehr schnell zu verbreiten und manch einer jede höflichkeitsform in der vermeintlichen anonymität vermissen lasse. Damals besuchte ich ein seminar, in welchem wir darüber diskutierten, wie man betrügern im internet aus dem weg geht oder auch falschmeldungen - »fakenews« gab es damals auch schon, die hießen bloß anders. Oder wie man seriöse quellen im internet erkennen kann. Das fazit war, daß insgesamt mehr für bildung getan werden muß, damit die leute das neue medium vernünftig nutzen können. Weil sich seit dem an den problemen mit der benutzung des internets nicht übermäßig viel geändert hat, ist wohl nicht genug für bildung getan worden. Bei Amerikanischen präsidenten, beispielsweise.

Herr Plattner allerdings hat offensichtlich kein besonders freundliches bild von seinen mitmenschen - im vergleich zu ihm sind wir alle konkurrenzversager, uns ist nichts besseres eingefallen als SAP. Folglich müssen wir kontrolliert werden, weil wir dumm sind.

Samstag, 11. Januar 2020

Die drohungen des käpt’n Plattfuß (Teil 1)

Kurz vor weihnachten gab SAPmitbegründer Hasso Plattner der FAS ein interview, das man leider nicht kostenlos lesen kann. Das blödeste daran ist, daß sich sehr darüber mausig gemacht wird, weil käpt’n Plattfuß zum besten gab, daß er sich sorgen mache, weil er im teletext gelesen habe, daß 72% der Deutschen eine vermögenssteuer befürworten würden. Nein, nicht über den inhalt seiner aussage, sondern über die tatsache, daß der knispel sich tatsächlich über den teletext informiert, anstatt modern mit brieftauben und telefax zu arbeiten - aber wahrscheinlich war das faxpapier gerade alle und die brieftauben bereits für das weihnachtsessen gerupft.

Von Plattner kommen die üblichen plattitüden wie »Ich habe die SPD viele Male gewählt und unterstützt, jetzt manövriert sie sich halt für mich ins Abseits.« Und droht mit wegzug, nicht nur aus Potsdam, sondern aus Deutschland.

Autsch. Ist dem mann vielleicht schon mal aufgefallen, daß die mehrheit der (ehemaligen) SPDwähler zufällig keine milliardäre sind und die SPD nicht unbedingt politik für die mehrheit ihrer wähler gemacht hat und deshalb keiner, der halbwegs bei trost ist, die SPD noch wählt? Das ist ein schönes beispiel dafür, wie die macht in der bürgerlichen demokratie verteilt ist: die stimmen der vielen sind relativ egal, während einzelne superreiche bestimmen können, wo es lang geht - gegebenenfalls mit erpressung.

Und dann wird dem Plattner auch noch zugute gehalten, daß seine stiftung den einen oder anderen euro in Potsdam investiert. Warum hat eigentlich die stadt Potsdam nicht selbst genügend geld, um in kultur zu investieren? Stattdessen bestimmen irgendwelche reichen bzw. prominenten blödmänner und -frauen, was in der stadt passiert. Beispielsweise über den wiederaufbau der Garnisionskirche - wobei ich in diesem fall fairer weise dazusagen muß, daß Hasso Plattner diesbezüglich meines wissens nicht in erscheinung getreten ist.

Im zweiten teil gibt es ein paar originalschnipsel aus dem interview, die tief blicken lassen, was käpt’n Plattfuß über seine mitmenschen denkt.