Montag, 18. Juni 2018

Foto am montag (320)

Der gemeine wasserläufer (gerris lacustris) hat eine libelle geschnappt.

Dienstag, 12. Juni 2018

Bayern bald schön wie die DDR?

Zwar hat Bayerns umweltminister, Dr. Marcel Huber, keine »blühenden landschaften« versprochen, aber immerhin einen »Blühpakt Bayern«.

Da können die Bajuwaren mit sicherheit vom osten eine menge lernen.

Montag, 11. Juni 2018

Foto am montag (319)

Heute gibt es tatsächlich so etwas wie eine kleine rarität:
Das ist ein gänsesäger (mergus merganser) bzw. eine gänsesägerIn. Habe ich bisher im winter extrem selten und im sommer noch nie gesehen.

Sonntag, 10. Juni 2018

Nazitätowierung an Berliner speckgürtel entdeckt

An der badestelle am Zeuthener See in Eichwalde, also wenige meter südlich der stadtgrenze zu Berlin, ist ein mann angezeigt worden, der den wahlspruch der SS auf den bauch tätowiert hat - (achtung link führt zur BZ)

Soll ja jeder mit seinem speckgürtel anfangen, was er möchte, aber an den Berliner Speckgürtel gehört das nicht.

Donnerstag, 7. Juni 2018

Die schöne nachricht aus Brandenburg

Manchmal sind nachrichten der »lügenpresse« so schön, daß man sie kaum glauben kann. Beispielsweise, daß jemand Alexander Gauland beim baden im Heiligen See in Potsdam die kleidung geklaut hat.
Der Heilige See in Potsdam
Hat er den Bulgakov nicht gelesen? Sonst hätte er wissen müssen, daß es ihm ergehen kann wie Iwan Nikolajewitsch Besdomny, wenn er am fluß (bzw. see) die hüllen fallen läßt. Und ein platz im irrenhaus wäre unter umständen das verkehrteste nicht.

Montag, 4. Juni 2018

Freitag, 1. Juni 2018

Wegen trauerfall bis auf weiteres geschlossen

Nach etlichen jahren im kampf gegen den krebs habe ich heute ich meinen lebenspartner verloren. Aber nicht an den krebs. Sondern an seine raffgierige verwandtschaft.

Donnerstag, 31. Mai 2018

Noch mal was zur homöopathie

Eigentlich wollte ich schon lange mal was über den »Donner-Report« schreiben. Dazu habe ich kürzlich ein interessantes video gefunden, das mir arbeit erspart:

Ist zwar ein wenig länglich, es wird aber einiges zur »wissenschaftlichen herangehensweise« in der homöopathie erklärt.

Mittwoch, 30. Mai 2018

Am 30. mai ist der weltuntergang

Wäre auch prima wetter für so etwas. Mir zumindest käme es sehr gelegen. Ein tag mit erfolg und mißerfolg gleichzeitig. Ausgewogener könnte es kaum zu ende gehen.



Ja? Wo bleibt der den schon wieder, dieser weltuntergang, wenn man ihn gerade braucht?

Montag, 28. Mai 2018

Sonntag, 27. Mai 2018

Prost Mahlzeit, Deutschlandfunk Kultur

Seit etlichen jahren höre ich freitags mittags gern Udo Pollmers radiokolumne »Mahlzeit« auf Deutschlandfunk Kultur, in welcher er über beliebete ernährungsmythen und dergleichen aufklärt. Seit märz teilt er sich diesen sendeplatz mit Sarah Wiener, die eine bekannte und vielleicht sogar auch gute köchin sein mag, aber mit wenig sachverstand und viel ideologie ans werk geht. Beispielsweise gab sie vor einigen jahren zum besten daß »hoffnung erst wieder sei, wenn ein hühnchen 15€ kostet«, somit offenbar keine notwendigkeit sieht, daß auch arme menschen satt werden. Braucht man für die erkenntnis, daß bienen blüten zum leben benötigen belehrung aus dem radio? Lernt man dergleichen nicht mehr im kindergarten oder der grundschule?

In der letzten folge ging es um tomaten und insgesamt ziemlich durcheinander.

Tomaten, so Wiener, seien seit den 90er jahren nur noch »wasser ohne geschmack«, obgleich es ja so viele interessante tomatensorten gäbe, die sich farblich und im geschmack stark unterscheiden würden. Daß tomaten heutzutage schlecht im geschmack wären, läge daran, daß sie in Holland industriell auf steinwolle angebaut würden, aber trotz »natürlicher bestäubung durch hummeln« keinen geschmack entwickeln würden.

Da werfen sich für mich fragen auf. Was haben hydrokultur oder »natürliche bestäubung« durch hummeln mit dem geschmack von früchten zu tun? Ob die früchte schmecken oder nicht, hat wohl eher etwas mit den angebauten sorten zu tun, den pflanzen ist es überdies egal, ob sie von hand oder von hummeln bestäubt werden und woher die für sie lebensnotwendigen mineralien kommen. Hat sich frau Wiener 1999 einfrieren lassen und hat von den vergangenen knapp 20 jahren so gar nichts mitbekommen? In den jahren nach der jahrtausendwende fing es an, daß man in den gemüseabteilungen von delikatessengeschäften auch bunte tomaten für teuer geld kaufen konnte. Interessanter weise stießen diese damals sehr schnell auf kritik von gentechnikgegnern, die hinter gelben, schwarzen oder gestreiften tomaten tricks einer bösen industrie erkennen wollten. Inzwischen setzen längst supermärkte und discounter auf diversifikation und bieten höchst unterschiedliche tomatensorten an, die mit den »wassertomaten der 90er« kaum etwas zu tun haben - beim discounter, der mit einem großen »a« anfängt, wurden letztens sogar tomatenpflanzen alter sorten angeboten.

Natürlich darf auch hier wieder der unsinn von den »bösen« hybridzüchtungen nicht fehlen, mit denen die halsabschneiderkonzerne die menschen abhängig machen. Allerdings gehören inzwischen auch F1hybride tomatensorten zu den sogenannten »traditionssorten«, beispielsweise die gute, alte Harzfeuertomate, die in den 50er jahren in der DDR gezüchtet wurde. Das saatgut gibt es für pfennigbeträge in jedem anständigen supermarkt und die pflanzen lassen sich erstaunlich einfach sogar in hydrokultur auf der fensterbank ziehen, was dem ausgezeichneten geschmack der früchte keinen abbruch tut. Daß die tomatenkerne für die weiterzucht ungeeignet sind, dürfte die wenigsten balkongärtner stören, weil das saatgut in mengen verkauft wird, daß es über etliche jahre reicht.

Was frau Wiener mit ihrem text eigentlich sagen wollte, weiß womöglich nicht einmal sie selbst. Was dieser schmarrn in einer wissenschaftskulumne zu suchen hat, müßte man wahrscheinlich beim Deutschlandfunk Kultur erfragen.

Donnerstag, 24. Mai 2018

50 000 € challenge

Die GWUP hat 50.000 € für die erste person ausgelobt, die es schafft, drei selbstgewählte homöopathische mittel auseinanderzuhalten.
Das sollte doch eigentlich simpel sein, drei selbstgewählte arzeineimittel auseinanderhalten zu können. Es soll so funktionieren: man sucht sich drei homöopathische mittel aus. Diese werden per zufallsprinzip von einem notar in zwölf neutrale fläschchen gefüllt, die man dann erkennen soll. Damit der völlige zufall ausgeschlossen ist, soll man das zwei mal hintereinander schaffen.

Ist doch im grunde easy peasy, oder nicht?

Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, daß ich die knete nicht brauchen könnte. Aber leider habe ich keinen blassen dunst, wie man diese aufgabe lösen könne.

Liebe leser, die Ihr schlauer seid als ich, schnappt Euch die kohle, ich bin rein wissenschaftlich am ergebnis interessiert.

Montag, 21. Mai 2018

Konzert für 9 Harley Davidsons

Zum tode Dieter Schnebels (14. märz 1930 - 20. mai 2018) das konzert für 9 Harley Davidsons, trompete und synthesizer:

Foto am montag (316)

Grüner baumpython (morelia viridis)

Samstag, 19. Mai 2018

Royal Wedding

Es hat doch vorteile, nicht in London, sondern in Berlin zu leben. In London wird viel trara um Wedding gemacht, wenn das adelige geschmeiß meint, für teuer geld heiraten zu müssen. In Berlin ist jeden tag Wedding, kost nix extra.
Beispielsweise hier am Nettelbeckplatz. Hier ist Wedding nicht adelig oder glaumourös, sondern ist immer noch ein platz der ärmeren. Aber wer weiß wie lange noch.

Montag, 14. Mai 2018

Foto am montag (315)

Dorngrasmücke (sylvia communis) - sozusagen die fortsetzung von letzer woche.

Montag, 7. Mai 2018

Sonntag, 6. Mai 2018

Ressourcen aufgebraucht

Laut »ökologischem fußabdruck« ist in Deutschland der anteil der ressourcen für das jahr 2018 seit dem 2. mai verbraucht. Würden alle so leben wollen, wie »man« in Deutschland lebt, bräuchte man drei planeten erde.

Schuld an der misere seien die kohlendioxidemissionen in den bereichen energie und verkehr. Und allen voran natürlich auch die industrielle landwirtschaft und ihr riesiger flächenbedarf für den anbau von futtermitteln für die fleischproduktion.
Zitat zdf:»"Agrarökologische Anbaumethoden, die ohne Pestizide und chemische Düngemittel auskommen und sowohl die Bodenfruchtbarkeit als auch die Biodiversität fördern, müssen dringend stärker gefördert werden", so die Umweltorganisationen. Zugleich müsse Schluss sein mit einer industriellen Massentierhaltung, für die "in Südamerika auf riesigen Flächen Futtermittel angebaut werden und deren Abfallprodukte wie Gülle das Grundwasser und Böden verunreinigen".«
Vorweg: Ja, das stimmt, daß in Südamerika raubbau an der natur getrieben wird und auf riesigen flächen soja angebaut wird.

Aber wofür?

Bevor soja in den futtertrögen landet, wird erst der, ach, so nachhaltig und klimaschonende biodiesel daraus gewonnen und erst der daraus entstehende ölpreßkuchen wird ans vieh verfüttert. Treibende kraft für den raubbau dürfte damit nicht der appetit auf steaks und schnitzel, sondern der bedarf an biodiesel sein. Und es ist mal wieder typisch, daß die geliebten kraftfahrzeuge selbstverständlich nichts mit dem problem zu tun haben sollen, sondern allein die todsünde der völlerei schuld sei.

Insgesamt ist das, was die beim zdf behaupten, ein ziemlicher unsinn: in der landwirtschaft ist gülle eben alles andere als ein abfallprodukt, sondern ein wertvoller rohstoff, der »chemische düngemittel« ersetzen kann, die scheiße wird gerade dann benötigt, wenn man wert auf ökologie legt.

Daß nicht biodiesel, sondern schlicht völlerei schuld an welthunger und ressourcenknappheit ist, wußte unsere kanzlerin bereits vor zehn jahren:
Zitat Angela Merkel: »In diesen Monaten ist eine der wesentlichen Diskussionen in Indien das „second meal“: Man isst zweimal am Tage. Wenn das von den über einer Milliarde Indern plötzlich jeder dritte tut, dann sind das also über 300 Millionen Menschen – das entspricht einem großen Teil der Europäischen Union. Wenn die Inder plötzlich doppelt so viele Nahrungsmittel und dann auch noch ganz andere als früher verbrauchen und wenn plötzlich 100 Millionen Chinesen beginnen, Milch zu trinken, dann verzerren sich natürlich unsere gesamten Milchquoten und vieles andere.«
Zum glück hat die vergeudung von ressourcen nichts mit unserer wegschmeißgesellschaft zu tun, sonst müßte manch einer womöglich drüber nachdenken, ob es sinnvoll ist, kleidung zu kaufen, die maximal einmal getragen wird, ob man tatsächlich alle zwei jahre ein neues auto und jedes jahr ein neues telefon braucht.

Montag, 30. April 2018

Foto am montag (313)

Zum monatsende ein suchbild:
Irgendwo auf dem bild hat sich eine maus versteckt.

Freitag, 27. April 2018

Berliner alm 

Gerade in so einem werbekäsblättchen geblättert. Das war lustiger als gedacht:
Almdudler als Berliner regionalprodukt. Als wüßte nicht jeder, daß das Österreichische kräuterbrause ist.

Meinen diese werbefuzzies tatsächlich, daß Wien in der region Berlin liegt? Oder glauben die, der teufelsberg sei das hochgebirge mit einer schönen alm obendrauf?

Fragen über fragen.

Montag, 23. April 2018

Deutsche nicht mehr so verbrechenstüchtig wie früher

Wie die jw vom 23. april berichtet, ist die zahl der straftaten in Deutschland im vergangenen jahr um fast ein zehntel gesunken.

Vor allem gab es weniger diebstahl und einbrüche - die zahl der morde sei allerdings um 3,2% gestiegen. Man muß sich also um die mangelnde verbrechenstüchtigkeit keine allzu großen sorgen zu machen.

Foto am montag (312)


Kanadagänse am Tegeler See.

Samstag, 21. April 2018

Freitag, 20. April 2018

Klotürweisheit

Letztens habe ich am bahnhof eine schöne klotürweisheit gefunden:
 
»Das universum liebt Dich und hilft Dir. (Azmuto)«

Aha.

Aber warum sollte es das tun? Dem universum dürfte es schlicht egal sein, was ein paar seltsame erdlinge hier treiben.

Montag, 16. April 2018

Samstag, 14. April 2018

Über Gentechnik, Greenpeace und viele Tote

Interessantes video von der Spaßbremse über das thema gentechnik und goldenen reis. Über das thema hatte ich im vorvergangenen jahr auch schon mehrfach geschrieben.

Montag, 9. April 2018

Samstag, 7. April 2018

Gomringer darf in Hellersdorf bleiben

Nachdem im vergangenen jahr endlich mal in der öffentlichkeit über poesie gesprochen wurden, wenngleich auch aus bescheuertem anlaß, soll Eugen Gomringers gedicht »avenidas« nun doch in Hellersdorf bleiben. Zwar nicht an der fassade der Alice-Salomon-Hochschule, sondern an einer fassade der wohngenossenschaft »Grüne Mitte«, die häuser in der nähe der hochschule besitzt. Aus dem vorschlag eines genossenschaftsmitgliedes:
»...dass wir eine gut sichtbare Wand finden, an der das Gedicht ‚Avenidas’ ein neues Zuhause bekommt. Vielleicht fällt es den hysterischen Studentinnen hier jeden Morgen auf dem Weg zu ihrer Hochschule ins Auge. Sie werden keine Chance haben, es noch einmal zu tilgen!«
Nette aktion, herr Gomringer soll bereits sein einverständnis dafür gegeben haben. Ich bin schon gespannt, wann und wie sie das umsetzen werden.

Leider ist die hysterie, »als frau« dieses oder jenes kunstwerk »abstoßend« zu finden und die überpinselung oder verhüllung durchsetzen zu müssen, nicht auf Berlin beschränkt. Das findet inzwischen auch noch im letzten kaff in Norddeutschland statt. Nach der beschwerde einer SPDgemeindevertreterin mußten dort im märz während einer ausstellung bilder verhüllt werden. Es reicht nicht, wenn Berlin provinzpossen vorturnt, die provinz selbst muß es nachturnen.

»Ich als frau« fühle mich beispielsweise von diesem objekt an zentralem ort in Berlin gestört:
Nicht, daß mich das ding direkt sexuell belästigen würde, aber belästigen an sich ist schon schlimm genug. Deshalb schlage ich das hier vor (bitte link folgen).

Über manches gehörte vielleicht doch der mantel des schweigens.

Freitag, 6. April 2018

Der Gesang der Vegetarier

Ein alkoholfreies Trinklied
(Melodie »Immer langsam voran«)

Wir essen Salat, ja wir essen Salat
Und essen Gemüse von früh bis spat.
Auch Früchte gehören zu unsrer Diät.
Was sonst noch wächst, wird alles verschmäht.
Wir essen Salat, ja wir essen Salat
Und essen Gemüse von früh bis spat.

Wir sonnen den Leib, ja wir sonnen den Leib,
Das ist unser einziger Zeitvertreib.
Doch manchmal spaddeln wir auch im Teich,
Das kräftigt den Körper und wäscht ihn zugleich
Wir sonnen den Leib und wir baden den Leib,
Das ist unser einziger Zeitvertreib.

Wir hassen das Fleisch, ja wir hassen das Fleisch
und die Milch und die Eier und lieben keusch.
Die Leichenfresser sind dumm und roh,
Das Schweinevieh – das ist ebenso.
Wir hassen das Fleisch, ja wir hassen das Fleisch
und die Milch und die Eier und lieben keusch.

Wir trinken keinen Sprit, nein wir trinken keinen Sprit,
Denn der wirkt verderblich auf das Gemüt.
Gemüse und Früchte sind flüssig genug,
Drum trinken wir nichts und sind doch sehr klug.
Wir trinken keinen Sprit, nein wir trinken keinen Sprit,
Denn der wirkt verderblich auf das Gemüt.

Wir rauchen nicht Taback, nein wir rauchen nicht Taback,
Das tut nur das scheussliche Sündenpack.
Wir setzen uns lieber auf das Gesäss
Und leben gesund und naturgemäss.
Wir rauchen nicht Taback, nein wir rauchen nicht Taback,
Das tut nur das scheussliche Sündenpack.

Wir essen Salat, ja wir essen Salat
Und essen Gemüse von früh bis spat.
Und schimpft ihr den Vegetarier einen Tropf,
So schmeissen wir euch eine Walnuss an den Kopf.
Wir essen Salat, ja wir essen Salat
Und essen Gemüse von früh bis spat.

140 jahre Erich Mühsam (6. april 1878 - 10. juli 1934)

Nachtrag: ab mitternacht kommt auf DLFkultur eine »lange nacht« über Erich Mühsam - Liebe und Anarchie

Donnerstag, 5. April 2018

Wohlfühlnoten

Kürzlich im Deutschlandfunk Kultur: Schluss mit den wohlfühl-noten.

Wenn da gestanden hätte: »schluß mit den schulnoten« hätte ich dem wesentlich eher zustimmen können.
Zitat Susanne Gaschke:»Jene, die "Faktenwissen" denunzieren, Ziffernzeugnisse verteufeln und Lehrer zu "Lernbegleitern" oder zu Hospitanten ihrer eigenen Schüler degradieren – sie müssen sich fragen lassen, ob sie denen, in deren Namen sie zu handeln vorgeben, wirklich helfen. Ob es am Ende nicht ausschließlich auf das Ergebnis ankommt: Kann ein Absolvent lesen, schreiben und denken? «
Das wäre meine frage an frau Gaschke: was sagt ein ziffernzeugnis darüber aus, ob ein mensch lesen, schreiben, denken kann?

Schulnoten bewerten nicht objektiv faktenwissen. Selten wird überprüft, ob die schüler den vermittelten lernstoff tatsächlich begriffen haben oder bloß auswendiggelerntes einfach ausspeihen.

Ziffernzeugnisse bewerten leider nicht, ob ein mensch irgend etwas kann, sondern nur, ob er in einer bestimmten situation »funktioniert hat«.

Trotz der tollen bewertungen wirft das schulsystem massenhaft menschen aus, die eben leider nicht lesen, schreiben, denken lernern, sondern stattdessen funktionale analphabeten bleiben.

Das legt vielleicht nahe, daß es in unserem schulsystem womöglich nicht ganz ums »faktenvermitteln« gehen könnte.

Montag, 2. April 2018

Sonntag, 1. April 2018

Seehofer solidarisiert sich mit problembär

Einem bericht der tagesschau zufolge möchte der neue heimatminister Horst Seehofer den braunbären in Deutschland wieder ansiedeln, schließlich gehöre der bär zu Deutschland.

Ganz im gegensatz zum waschbär, der zu den unerwünschten tieren gehört, weil er in Deutschland nicht heimisch sei.

Dieser freche Ami soll in Deutschland keine zweite heimat finden, weil er widerrechtlich Deutsche haustiere anfällt.
Aber gegen einen braunbären habe der waschbär ohnehin keine chance.

Sollte es jedoch gefährder unter den neuangesiedelten braunbären geben, sollten diese beobachtet und möglicherweise abgeschoben werden.

Montag, 26. März 2018

Samstag, 24. März 2018

Kompromißvorschlag

Leider müssen heute nacht wieder die uhren nachts um zwei eine stunde vorgestellt werden. Daß das nichts bringt oder sogar negative auswirkungen hat, ist längst bekannt.

Dieser irrsinn gehört abgeschafft. Aber den freunden der längeren helligkeit am abend könnte man vielleicht ein angebot machen: wie wäre es, die uhren nicht zweimal jährlich sondern zweimal täglich umzustellen? Jeden nachmittag stellen wir die uhren von zwei auf drei vor, damit es länger hell ist. Und stellen die uhren jede nacht von drei auf zwei zurück, damit niemand früher aufstehen muß.

Wenn die sich in der EU schon nicht einigen können, ob die »sommerzeit« abgeschafft wird oder nicht, dann wäre das doch ein vorschlag zur güte, mit dem die meisten menschen leben könnten.

Freitag, 23. März 2018

Kunstfreiheit gewinnt gegen Höcke

Im vergangenen Herbst hatte das »Zentrum für Politische Schönheit« dem fraktionsvorsitzenden der AfD Thüringen, Björn Höcke, ein eigenes mahnmal der schande vor die tür gesetzt.

Das ganze landete vor dem Landgericht Köln, weil Höcke sein recht auf privatsphäre verletzt sah, als die künstler behaupteten, »überwachungsvideos« von Höcke anzufertigen. Allerdings gab es diese videos nicht und die »überwachungsbilder« hatte Höcke selbst veröffentlicht. Und so entschied das gericht für die Kunstfreiheit.

Dienstag, 20. März 2018

Schlagschwirl schlägt rechtsrocker

Im grunde ist er ein friedlicher zeitgenosse, der schlagschwirl. Aber im Thüringischen Themar ist ihm offenbar gelungen, was den anwohnern des ortes bisher nicht gelungen ist: nämlich ein verbot für das für anfang juni geplante rechtsrock konzert zu erwirken. Denn schlagschwirle sind streng geschützt und dürfen beim brüten nicht gestört werden.

Überdies sind schlagschwirle mit sicherheit sympathischer als rechte schlägertypen.

Montag, 19. März 2018

Sonntag, 18. März 2018

Über den Rubikon

Als ich im vergangenen jahr hörte, daß es ein neues blog geben sollte, das sich »kritischen journalismus« auf die fahnen schreiben wollte, war ich sehr gespannt, was das denn werden würde. Ein knappes jahr später hält sich meine begeisteung darüber, vorsichtig ausgedrückt, doch sehr in grenzen.

Wenn ich mir deren beirat anschaue, stelle ich als erstes fest, daß das offenbar hauptschächlich ein hobby verschrobener, alter, weißer männer ist. Und bei den beiden frauen, die da mitmachen, frage ich mich, warum sie sich den quatsch eigentlich antun. Es ist interessant, was Gaby Weber, die den »verein« verließ, bevor es richtig losging, über den Rubikon schreibt:
»Dass mein Name als Redaktionsmitglied im Impressum stand, sollte wohl Seriosität vermitteln.«
Das glaube ich allerdings auch, denn frau Weber ist mir als gute journalistin bekannt, und daß sie da mitmacht, hat durchaus auch mir hoffnung gemacht, daß das mit dem Rubikon eine vernünftige sache werden kann.

Ist es aber leider nicht geworden. Für kritischen journalismus reicht es eben nicht, etwas gegen das Rußlandbild zu haben, das in den Deutschen medien tonangebend ist und den spieß dann einfach umzudrehen und statt Rußland eben Amiland für »böse« zu erklären. Da sollte man erwarten, daß möglichst neutral über die sachlage berichtet wird. Stattdessen wird haufenweise zeug von leuten verwurstet, die man schon anderswo nicht lesen mag. Ein bißchen politik, ein bißchen esoterik und haufenweise blösinn. Mir macht es spaß, ab und zu blödsinn zu schreiben, aber zumindest sollte man selbst wissen, wann man das tut. Bei Rubikon wissen sie es offensichtlich nicht.

Bevor ich mich bei Rubikon informiere, lege ich, glaube ich, lieber eine kassette mit einer rede Helmut Kohls ein. Der hatte, im gegensatz zu den machern des Rubikon, immerhin wenigstens noch einen restfunken verstand.

Freitag, 16. März 2018

Geistermonitore

Der BER ist noch lange noch nicht eröffnet, aber schon müssen die monitore ausgetauscht werden. Macht nur schlappe fünfhundertausend extra. Kommt nicht mehr drauf an.

Was haben diese monitore die ganze zeit angezeigt?



Das ist vermutlich ermüdend.

Donnerstag, 15. März 2018

Stephen Hawking

8. Januar 1942 - 14. März 2018

Kompletter dokumentarfilm von 2013:

Dienstag, 13. März 2018

Foto am montag (306)

Lachmöwen (Larus ridibundus). Hoffentlich schmilzt endlich das eis unter ihren füßen, damit es wieder mehr zum lachen gibt.

Samstag, 10. März 2018

Theorie & Praxis

Sozusagen »Altes vom Känguru«:

Aber sogar mit tollem knetfilm.

Donnerstag, 8. März 2018

Der verstand gehört nicht abgeschafft - er gehört eingeschaltet!

Letztens fand ich über die »neulandrebellen« einen artikel von Roberto De Lapuente bei Makroskop, in welchem sinngemäß drinstand, daß die lösung des problems nicht die beseitigung des problems sondern einfach nur die befürwortung des problems sei. Aber was hat er denn geschrieben?
Zitat Roberto: »Die Linke sollte sich vom Antikapitalismus verabschieden. Wenn man schon von den Lehren des letzten Weltkrieges spricht, dann sollte man auch die der Nachkriegszeit nicht vergessen: kapitalistische Dynamiken können von einem starken Staat gemeinwohlfördernd genutzt werden.«
Die LINKE (PDS) hat ausschließlich eine chance, wenn sie wieder mehr antikapitalistisches profil zeigt, eine zweite SPD braucht niemand. Rechts gewinnt nämlich keineswegs, weil links versagen würde, sondern weil es links nichts gibt. Die LINKE rennt bloß wahltaktisch herum und versucht ein paar »abtrünnige« wieder einzufangen. Das wird auf dauer nicht funktionieren, weil die leute doch sehen, daß sie für sie am schluß nichts rumkommt.

Über die tollen gemeinwohlfördernden dynamiken, die es in der nachkriegszeit in Westdeutschland gab, gibt es ein buch. Der wirtschaftshistoriker Jörg Roesler hat es verfaßt und man kann es hier kostenlos runterladen. Rund hundert seiten absolut spannende lektüre, die ich nicht nur Roberto, sondern auch allen anderen, die wissen möchten, was in der BRD nach dem Zweiten Weltkrieg in Westdeutschland passiert ist, wärmstens empfehlen kann.
Zitat Roberto: »Wo unter Linken über Gesellschaft diskutiert wird, ist nach kurzem Geplänkel meist eine Analyse nicht weit: Das liege alles am Kapitalismus. Der hole das Schlechte aus Mensch und Gesellschaft hervor.«
In einer konkurrenzgesellschaft liegt es nahe, daß was dem einen schadet, einem anderen nützt. Als halbwegs rationaldenkender mensch kann man also mit moralischen kategorien wie »gut« oder »schlecht« den kapitalismus kaum bewerten.

Wenn man also gegen diese denkart etwas hat, ist es ratsam, genau die zu kritisieren und nicht das eigentlich für »schlecht« befundene in schutz zu nehmen.
Zitat Roberto: »Ihn zu überwinden, das sei der eigentliche Antrieb linker Motivation. So haben wir es schließlich von Marx. So brillant dessen Analyse der kapitalistischen Ökonomie auch war: Gewartet auf die Überführung des Kapitalismus in den Sozialismus hat auch er umsonst. Die Zwangsläufigkeit dieses Wechsels der Systeme vereitelte seine Ergebnisoffenheit, er konnte sich Kapitalismus auch nur so vorstellen, wie er ihn zeitgenössisch erlebt hatte. Obgleich er von dessen Anpassbarkeit schrieb, schien ein Wunsch der Vater eines Gedankens zu sein: Die Überwindung des Kapitalismus ist unausweichlich und unumgänglich.«
Bla bla bla bla.
Zitat Roberto: »Wie einst Marx sind viele Linke immer noch in der Ansicht, dass die kapitalistische Produktionsweise überwunden werden muss. Sie ignorieren dabei, dass es eben jene Produktionsweise war, die in den letzten 200 Jahren einen massiven Gewinn an Lebensqualität verursacht hat. Trotz aller Verwerfungen und Ausbeutungen,«
Wenn Marxisten von »produktionsweise« sprechen, meinen sie überhaupt nicht, ob einer noch mit ziegen ackert, eine dampfmaschine oder bereits einen supermodernen lochkartenleser zum arbeiten hat, gemeint ist mit »kapitalisticher produktionsweise« immer die wirtschaftsform, die jedes ding - auch den menschen selbst und seine lebenszeit - zur ware macht.

Hier wird einfach der technische fortschritt mit der wirtschaftsform verdreht. Das ist ein schönes beispiel wie prokapitalistische demagogie geht. Bestimmt schon tausendmal erlebt. Immer wird davon ausgegangen, daß das publikum die begriffe ohnehin nicht auseinanderhalten kann.

An dieser stelle verschwindet der text hinter der bezahlschranke, an der man dann, sofern man keinen studentenausweis vorlegen kann, gleich 28€50 für ein vierteljahr latzen soll. Das geht völlig in ordnung. Die schreiber bei Makroskop nagen schließlich am hungertuch und müssen deshalb zusehen, ein paar pfennige zu verdienen. Im grunde wäre es wichtig, sich mit solchen texten zu befassen, aber ich bin ehrlich zu geizig, derart viel dafür zu zahlen, mich mit so einem bockmist zu malträtieren.

Dienstag, 6. März 2018

Verschwörung & Fakten: Ist Ganser verschwörungstheoretiker?

Vier interessante videos über Gansers theorien:












Und nun zur frage: ist Ganser ein verschwörungstheoretiker?

Zitat aus dem video: »Das macht den unterschied - das macht der klassische verschwörungstheoretiker: er nennt seine theorie, er nennt roß und reiter etc. Und das macht Ganser nicht. Der klassische verschwörungstheoretikter wird so nämlich angreifbar. Ganser achtet geradezu pedantisch darauf, daß er nicht angreifbar wird. Indem er vage bleibt und immer nur fragen stellt. Ganser ist für mich also verschwörungstheoretiker neuen typus. Ich würde ihn, in abgrenzung zum klassischen verschwörungstheoretiker, als einen postmodernen verschwörungstheoretiker oder verschwörungspropangadist bezeichnen [...] Es läßt sich eine methodische parallele zur Neuen Rechten wie den Identitären und den alten neonazis wie der NPD ziehen: die einen denken, was sie sagen unverblümt und direkt. Die anderen verstecken sich hinter netten phrasen und euphemismen und überlassen dem hörer, die schlußfolgerung selber zu ziehen. Damit ist die Neue Rechte, genau wie die verschwörungspropangadisten anschlußfähiger an breite bevölkerungsschichten. Und nur schwer angreifbar. Sobald kritik geäußert wird, greift bei beiden das opfernarrativ, das nach dem muster David gegen Goliath [...] funktioniert.[...] Hierzu Gansers ehemaliger chef, Professor Antonio Loprieno [...], mißt nämlich Gansers theorie zu 9/11 dieselbe empierische wahrscheinlichkeit bei, wie der theorie, daß außerirdische die ägyptischen pyramiden gebaut haben könnten.«

Damit ist im grunde alles erklärt: in gewisser weise ist Ganser ein verschwörungstheoretiker, aber eben ohne die eier, dazu auch zu stehen.

Montag, 5. März 2018

Foto am montag (305)

Am meisenknödel...

...oder kleiberknödel:

Freitag, 2. März 2018

Mal wieder Deutsch

Die Deutsche Sprache geht zur abwechslung mal wieder unter, weshalb die AfD nichts besseres zu tun hat, als zur »rettung der sprache« zu verlangen, daß die Deutsche Sprache als landessprache ins Grundgesetz soll.

Wofür? Das, was »Deutsche Sprache« ist, ist ein seltsamer mix aus recht verschiedenen Germanischen Sprachen, die ohnehin nicht jeder Deutsch sprechende versteht:



Der abgeordnete Johann Saathoff spricht im Bundestag Plattdüütsch - und wird von W. Schäuble darauf hingewiesen, daß er darauf achten solle, daß alle verstehen, was er sagt. Ich kann ihm relativ gut folgen.

In Deutschland gibt es keine irgendwie »einheitliche sprache«, sondern sehr unterschiedliche Germanische Sprachen, die willkürlich als »Deutsch« zusammengefaßt werden. Mindestens auch zwei Slavische Sprachen: Niedersorbisch und Obersorbisch. Und mit sicherheit auch noch welche, an die ich nicht gedacht habe.

Gib Dich nicht auf: lerne Ostdeutsch:

Sonntag, 25. Februar 2018

Foto am montag (304)

Lezte woche gab es die zeisigIn und heute gibt es das passende hähnchen dazu:
Erlenzeisige (carduelis spinus) kommen hier eher als wintergäste vor. Ich hatte keinen blassen dunst, daß die so extrem gute sänger sind. Ich mußte erst mal durchs gebüsch kriechen, um dieses kleine kerlchen beim singen zu erwischen.

Karlheinz Stockhausen hat mal sinngemäß gesagt, daß man für ein raumklangerlebnis in den wald und vielleicht eher nicht in einen konzertsaal gehen solle.

Recht hat der mann!

Donnerstag, 22. Februar 2018

Endlich bewiesen: BILD arbeitet seriös

Die BILD hat »erfundene fakten«, die sie von TITANICredakteur Moritz Hürtgen erhalten hatte, auf die titelseite gedruckt.

Das ist ein beweis für seriösen journalismus. Selbstverstänlich nicht für die Bild sondern natürlich für die TITANIC.

Weiteres dazu gibt's hier.

Mittwoch, 21. Februar 2018

170 jahre Manifest der Kommunistischen Partei

Am 21. februar 1848 wurde das Kommunistische Manifest zum ersten mal veröffentlicht.

Dazu natürlich musik:


Das Kommunistische Manifest, op. 82 (1932, nach Marx / Engels) für Soli, Chöre und Bläser (WV 100) von Erwin Schulhoff



Vor zwanzig jahren schrieb Thomas Gsella folgendes:

1998: 150 Jahre Manifest der Kommunistischen Partei

Hundertfünfzig! Hoch die Tasse!
Keine Schrift ist heiliger,
klüger und kurzweiliger!
Keine hat wie sie der Masse

aufgezeigt, daß man die Schweine
(sei's per Galgen, sei's per Schuß)
aus dem Wege räumen muß.
Leider ist die Masse keine.

Masse! Werde Besserwisser!
Steh nicht länger dumm herum!
Köpf die Ärsche! Pfähl die Pisser!
Säbel ihre Knechte um!

Andernfalls muß all die Sachen
wieder mal der Gsella machen

Montag, 19. Februar 2018

Sonntag, 18. Februar 2018

FDP entdeckt herz für radfahrer

Manchmal fängt man an zu staunen. Man denkt, daß eigentlich nichts mehr diskutiert würde. Und plötzlich fordert der Bund der Kriminalbeamten eine ende des cannabisverbots. Nur so als beispiel.

Und plötzlich ist sogar der gratis-öpnv in der diskussion. Der luftverschmutzung wegen. Was sollte man dagegen haben? Dieser staat finanziert kriege und rüstet auf. Wenn ein teil des geldes in straßenbahnen und busse investiert würde, wäre der menschheit sicherlich mehr gedient.

Die Berliner FDP macht sich allerdings sorgen um die benachteiligten radfahrer, die von besserer luft in der stadt leider so gar nichts hätten.

Herz haben die FDPisten damit, ihren möglichkeiten entsprechend, bewiesen.

Wer ist bereit, etwas verstand zu spenden?

Freitag, 16. Februar 2018

Happy new year!

Heute beginnt auch in China das neue jahr. Das jahr des hundes.
Weil es aber ein erd-hund sein soll, bin ich nicht sicher, ob nicht vielleicht eher so einer gemeint ist:
Die redaktion des 1€blogs wünscht ein schönes frühlingsfest und ein gesundes neues Jahr.

Donnerstag, 15. Februar 2018

Bilderberger bei den nachdenkseiten

So langsam bekomme ich den eindruck, daß die macher der nachdenkseiten endgültig von allen guten geistern verlassen wurden.

Bekanntermaßen soll in der großen koalition der derzeitige Hamburger bürgermeister, Olaf Scholz, vizekanzler und finanzminister werden.

Folgt nun, wie man es von einer kritischen website erwarten sollte, eine analyse der bisherigen politischen tätigkeit des herrn Scholz? Schließlich ist der in der bundespolitik kein unbeschriebenes blatt.

Natürlich nicht.

Was der z.b. von 2007 bis 2009 als bundesarbeitsminister getan hat, interessiert Markus Klöckner nicht - wichtig sind allein drei tage anfang juni 2010, an denen herr Scholz an einer nicht-öffentlichen konferenz teilgenommen hat.

Da bekommt der ausdruck kritische website eine völlig andere qualität.

Mittwoch, 14. Februar 2018

Die Theorie der feinen Menschen

Zwischendurch mal wieder ein bißchen kabarett, diesmal das soloprogramm von Claus von Wagner.



Die aufnahme ist zwar schon etwas älter und im vergleich zum liveprogramm etwas gekürzt, aber sehr sehenswert.

Montag, 12. Februar 2018

Donnerstag, 8. Februar 2018

Krieg und frieden in den medien

Der kabarettist Max Uthoff im gespräch mit Daniela Dahn und Peter Becker

Mittwoch, 7. Februar 2018

In Berlin...

... ist soeben ein sack reis umgekippt:

Und sehr viele sozialdemokraten. Letzteres ist aber keine meldung wert. Man kennt es bereits seit 1913.

Montag, 5. Februar 2018

Donnerstag, 1. Februar 2018

Dreckslochländer

In bezug auf Zeit-online, wo letztens gefragt wurde, warum manche länder drecklöcher sind, schreibt Tobias Blanken bei den Salonkolumnisten, daß der begriff »drecksregime« für solche länder angemessen wäre, weil ja nicht die länder an sich »dreckslöcher« wären, sondern das herrschende regime entscheidend sei.

Da ist die gute, alte DDR natürlich nicht weit. Schließlich sprach Donald Trump von »shithole countries«, weil er ein problem mit flüchtlingen aus dem ostblock hat - gegen die menschenmassen aus der DDR will er bekanntermaßen sogar eine mauer errichten lassen. Aber zurück zu Blankens text. Über die DDR schreibt er
zitat Tobias Blanken: »Beide Staaten fingen nach dem Krieg mit ähnlichem Menschenmaterial an, trotzdem nahm die Produktivität einen anderen Lauf.«
Natürlich fing die DDR mit ähnlichen menschen wie die BRD an, jedoch mit anderem, vor allem weniger material. Zwar waren die kriegsschäden auf dem gebiet der SBZ geringer als in den westzonen, doch leistete die SBZ 97 % der reparationsleistungen.
Zitat Tobias Blanken:»Entscheidend für die Produktivität ist nicht die Faulheit oder der Fleiß der Menschen am Arbeitsplatz, sondern wie effizient die Arbeitsprozesse organisiert sind – und welche Technologien zum Einsatz gebracht werden. Und da hat sich die dezentral organisierte Marktwirtschaft gegenüber der hierarchisch organisierten Planwirtschaft als überlegen erwiesen; die privatwirtschaftlichen Unternehmen der BRD konnten nahezu in jedem Jahr aufs Neue höhere Produktivitätszuwächse als die Staatswirtschaft der DDR erzielen. Produktivitätszuwächse, die sich dann über die Jahrzehnte so akkumulierten, dass die DDR trotz ähnlicher Ausgangsvoraussetzungen regulär abgehängt wurde. Und das mit drastischen Folgen, mit einem Drittel der Produktivität der BRD hätte die DDR 1989 die Arbeitszeiten verdreifachen müssen, um das Wohlstandsniveau der BRD zu erreichen. Was aber auch nur in der Theorie möglich ist, da Menschen schlichtweg nicht in der Lage sind, jede Woche aufs Neue eine 120-Stunden-Woche abzureißen.«
Wie ich oben bereits dargelegt hatte: auf dem gebiet der SBZ waren vor der staatsgründung der DDR ganze fabriken abgebaut, eisenbahngleise herausgerissen, loks und waggons mitgenommen worden. Nach der demontage von industrie- und eisenbahnanlagen lag die wirtschaftliche leistungfähigkeit bei etwas mehr als der hälfte des vorkriegsniveaus. All das mußte erst wieder aufgebaut werden. Damit waren die ausgangsvorraussetzungen eben alles andere als ähnlich wie im westen, sondern tatsächlich wesentlich schlechter.

Immerhin erkennt herr Blanken, daß für die produktivität andere dinge notwendig sind als bloß fleiß. Ein problem der DDR war, daß sie moderne maschinen, beispielsweise mangels devisen, nicht einfach so auf dem weltmarkt kaufen konnte, weshalb die notwendige modernisierung langsamer als im westen verlief.

Auf jeden fall sollte man darüber nachdenken, was das mit der produktivität übrhaupt bedeutet. Die wurde in Westdeutschland nicht aus langeweile oder wohltätigen zwecken gesteigert, sondern damit mehr gewinn für die unternehmer rausspringt. Produktivitätssteigerung bedeutet nicht unbedingt mehr wohlstand für die leute, die die leistung erbringen, sondern daß härter gearbeitet werden muß. Hierzu schreibt herr Blanken:
Zitat Tobias Blanken:»Heruntergebrochen, wenn ein Bürger der BRD eine Stunde arbeiten musste, um etwas herzustellen, musste ein Insasse der DDR drei Stunden arbeiten.«
Erstmal ist es natürlich ein ding, daß die menschen in der DDR für herrn Blanken natürlich keineswegs »bürger« sind, sondern knackigleich »insassen.«

Was hat denn die produktivitätssteigerung in der BRD gebracht?

Die leute, die arbeitsplätze hatten, mußten härter arbeiten. Und der rest, den man nicht mehr brauchte, war arbeitslos. In den 80er jahren gab es in der BRD arbeitslosenquoten von 7 – 9 %. 1989 gab es in der BRD mehr als zwei millionen arbeitslose.

In einer volkswirtschaft, in der die anfallende arbeit auf die gesamte arbeitsfähige bevölkerung verteilt wird, geht es nicht drum, aus jedem einzelnen das meiste rauszuprügeln, sondern die notwendige arbeit so zu verteilen, daß sie für die menschen möglichst leichter wird. Das ist ein völlig anderes konzept und läßt sich so nicht besonders gut vergleichen
Zitat Tobias Blanken:»Aber „Menschen aus Drecksregimen“ läuft womöglich Trumps Intention zuwider, denn „Regime“ klebt nicht an den Menschen, es taugt nicht als Stigmata.«
Meines wissens ist »stigmata« plural. Dieser satz ist also einigermaßen verkorkst. Aber jeder macht fehler, nicht nur die plankommission der DDR.
Zitat Tobias Blanken:»Dass die Produktivitätskluft zwischen der BRD und der DDR trotz ähnlichem Menschenmaterial breit wie der Grand Canyon war, geht vermutlich schon gar nicht mehr in seinen Kopf, dass schwarze Einwanderer in den USA sogar überdurchschnittlich performen, noch viel weniger, schließlich müsste der alte Mann mit dem blondierten Haar dann sein krudes Weltbild hinterfragen.«
So breit ist der Grand Canyon nun auch wieder nicht. Vielleicht müßte der mann mit den kruden gedanken unter der frisur sein weltbild mal hinterfragen, wenn er weniger vorurteilsbeladen auf die wirtschaft der DDR gucken würde. Die sache dürfte den einen oder anderen erstaunen.

1950 waren beide Deutschen staaten gegründet, sie fingen an zu wirtschaften - also für beide BIP-index (BIP = Bruttoinlandsprodukt) 100. 1989, also zum ende der DDR war der BIP-index immerhin auf 558 gewachsen. Der der BRD auf 534. Die DDR hatte also ein höheres wirtschaftswachtum als die BRD.

Dabei weiß man doch, daß die damals in der DDR gar nichts hinbekamen. Aber mal ehrlich: in der DDR haben sie aus eigener kraft aus erbärlichen verhältnissen einen immerhin bescheidenen wohlstand geschaffen.

Um ein klares bild von der planwirtschaft zu bekommen, müßte man das experiment mit tatsächlich gleichen bedingungen auf beiden seiten wiederholen.
Zitat Tobias Blanken:»Und das Hinterfragen ist eine Disziplin, bei der narzisstische, vorurteilsbeladene Menschen ganz mies performen, in diesem Fall sogar vollkommen unabhängig vom System.«
Daß der narzißtische, vorurteilsbeladene mensch nicht unbedingt bestens »performt« hat uns herr Blanken exzellent vorgeturnt. Ob er wohl bereit wäre, seine vorurteile abzubauen, kann man nicht wissen.

Er lebt leider in einem dreckslochland, in dem man vor politischer indoktrination nicht sicher ist - und so muß man ihm seine voreingenommenheit vielleicht nachsehen.

Montag, 29. Januar 2018

Foto am montag (300)

Graugänse (anser anser). Nicht sicher ist, ob sie jetzt erst in den süden fliegen oder bereits aus dem süden zurückkehren. Oder haben sie sich das mit dem weiterfliegen gespart und sind einfach hier geblieben?

Donnerstag, 25. Januar 2018

The Fall

Gestern verstarb im alter von 60 jahren der aus Salford stammende Sänger Mark E. Smith. Das dürfte wohl auch das ende der band The Fall sein, die seit 1976 in höchst unterschiedlicher besetzung, aber immer mit Mark E. Smith, existierte.

Konzertausschnitt vom vergangenen Herbst:


Peel Session 1978:



Hit the north:

Montag, 22. Januar 2018

Freitag, 19. Januar 2018

In memoriam

von Thomas Gsella

Der war nie jung, der das nicht kennt:
Bekifft ist’s gut besaufen,
doch hat man leider voll verpennt,
noch Blättchen einzukaufen.

Der war nie jung, der diesen Scheiß
nie machte (blau, versteht sich):
Zwar ist ein gutes Blättchen weiß,
doch auch druckschwarzes dreht sich.


Heute wird Thomas Gsella, der ehemalige chefredakteur des satiremagazins Titanic, 60 jahre alt, die redaktion des 1€blog gratuliert - also hundertfünfzig, hoch die tasse ... das ist aber aus einem anderen gedicht, das vielleicht zu einem anderen anlaß zitiert werden wird.
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Nachtrag über einen, der diese woche 70 wurde:

Donnerstag, 18. Januar 2018

Kommunikative oberflächlichkeit!

Vierter teil meines artikels »Der computer ist schuld!« hier geht es zum anfang
Zitat Werner Seppmann: »Alle Untersuchungen, die sich mit den sogenannten "Neuen Medien" beschäftigen, dokumentieren darüber hinaus eine Tendenz zur kommunikativen Oberflächlichkeit, die mit einer normativen Bedenkenlosigkeit korrespondiert, wie die zunehmenden Hasstiraden im Netz zeigen.«
Das kommunikative neandertal der verblödeten. Man findet im internet an vielen stellen die ewigleich verlaufenden diskussionen, in denen immer die selben sprüche kommen. Im grunde also kaum etwas anderes, als wenn man mit seinen kollegen mittags in die kantine geht und dort jeden tag auf die gleiche art geblödelt wird, weil die themen immer die gleichen sind und die tretmühle, in der man steckt, leider auch nicht täglich eine andere ist.


Oberflächlichkeit und hasstirade schließen einander jedoch aus: einem oberflächlichen menschen ist alles mehr oder weniger egal. Hass hingegen ist kein oberflächliches gefühl, wer im internet hasstiraden postet, fühlt sich in der (vermeintlichen) anonymität des internets sicher. Und so wird gepöbelt, wie am stammtisch, nur unter umständen eine spur drastischer, weil man sich anonym wähnt.
Zitat Werner Seppmann: »Die den Suchvorgängen zugrunde liegende algorithmischen Programme verstärken jedoch Mehrheitsmeinungen und verdrängen Ansichten von Minderheiten, denn als Suchergebnis wird vorrangig das präsentiert, was schon auf großes Interesse (das oft durch Einflussinitiativen stimuliert wurde) gestoßen ist. Hinzu kommt, dass die meisten Nutzer in der Regel nur die ersten beiden Einträge (die zumeist auch noch kommerzielle Schaltungen sind) zur Kenntnis nehmen. Das wird systematisch ausgenutzt. Alleine schon dadurch wird wirksam der Möglichkeit vorgebaut, dass alternative Ansichten sich in einer relevanten Intensität zur Geltung bringen können.
Es ist also gar nicht nötig, dass Inhalte verfälscht oder verzerrte und sachwidrige Behauptungen verbreitet werden. Es reicht aus, dass nur bestimmte Sichtweisen in der Vordergrund gerückt werden und kritische Sachverhalte im rauen und grauen Meer der Informationen untergehen. Eine Konsequenz dieses Informationsimperialismus ist der allmähliche Verfall eines kritischen Realitätsbildes, weil es eine wirkungsmächtige Tendenz gibt, das netzvermittelte "Wissen" (das mittlerweile fast einen Monopolstatus besitzt) für bare Münze zu nehmen. Man googelt, ohne die tatsächlich vorhandenen Informationsmöglichkeiten auszuschöpfen, lässt sich von der vermeintlichen "Vielfalt" blenden, ohne dem Aspekt der Verlässlichkeit noch besondere Achtung zu schenken.«
Das stimmt, daß algorithmen im internet bestimmen, was man findet und was nicht. Aber da ist auch der nutzer selbst gefragt: es gibt nicht nur die eine suchmaschine im internet, sondern etliche - ich benutze beispielsweise gern metager der Leibnitz Universität Hannover oder startpage. Wenn die leute aus bequemlichkeit immer dieselbe suchmaschine verwenden, ist das auch wieder kein problem der technik, sondern ein problem der menschlichen bequemlichkeit.

Demnächst weiter.

Montag, 15. Januar 2018

Donnerstag, 11. Januar 2018

Totale zerstreuung!

Dritter teil meines artikels »Der computer ist schuld!« hier geht es zum anfang
Zitat Werner Seppmann: [...]»Worum es geht, zeigt ein einfaches Beispiel: Wer sich nur auf das Navigationssystem seines Autos verlässt, verliert schleichend seine geographische Orientierungsfähigkeit.«
Man kann nur fähigkeiten verlieren, die man irgendwann mal erworben hatte. Die meisten leute können sich gut dort orientieren, wo sie sich auskennen. In einer fremden stadt haben viele ein problem, den stadtplan zu lesen. Sicher sollte man sich nicht allein auf die technik verlassen, aber wenn man gerade nicht weiß, wo man lang muß, kann ein navigator durchaus hilfreich sein.

Diese technik ist dazu da, daß man sie an der stelle einsetzt, wo der persönliche orientierungssinn aussetzt. Natürlich kann man auch jemanden nach dem weg fragen, das setzt aber voraus, daß jemand da ist, den man fragen könnte.
Zitat Werner Seppmann: »Denken wir nur an die Auswirkungen permanenter Ablenkung, wenn ein Text mit vielen Links versehen ist. Texte mit Verweisungen auf andere Texte und Quellen, Erklärungen und Informationen - als Hypertext glorifiziert - gelten als große Errungenschaft der Internets. Der Text soll lesbarer und zugänglicher, sein Verständnis gefördert werden. Aber das Gegenteil ist der Fall. Entsprechende Studien zeigen, dass sowohl die Leseleistung reduziert wird, als auch das inhaltliche Verstehen abnimmt, wenn der Nutzer mit einer entgrenzten Informationsflut konfrontiert wird und er von einem Informationsangebot zum anderen springt.«
Ob links in texten tatsächlich stören, und die leseleistung (was auch immer darunter verstanden werden soll) reduzieren, kann ich nicht beurteilen. Beispielsweise in fremdsprachlichen texten finde ich es durchaus praktisch, wenn schwierige begriffe mit einer erklärung z.b. in einem lexikon verlinkt sind, mir zumindest hilft sowas durchaus für das verständnis. Links sind aber überhaupt keine erfindung der computerei, sondern kamen schon lange in gedruckten büchern vor. Damals nannte man das fuß- oder endnote.

Hypertext bedeutet doch bloß, daß man den text nicht unbedingt stur linear von anfang bis ende liest, sondern zwischendurch zu fuß- oder endnoten springt, um dann weiterzulesen. Wer sich z.b. mal mit dem Kapital befaßt hat, wird wissen, daß man sich an den fußnoten manchmal festlesen kann und man dann erstmal vom thema abweicht, an manchen stellen kann man auch erstmal bücher von anderen autoren hervorholen und darin lesen, wenn man wissen will, worauf Marx sich bezog, muß man aber nicht. Es sind einfach hinweise. Nicht anders verhält es sich mit links in texten. Da läßt die leseleistung natürlich gewaltig nach, wenn man den text nicht so schnell liest, weil man sich zwischendurch mit etwas anderem befaßt. Wahrscheinlich bin ich glatt verblödet, weil ich anstatt mich auf das Kapital zu konzentrieren, zwischendurch etwas über Malthus oder Proudhon wissen wollte. Das war widerrechtliche abschweifung.
Zitat Werner Seppmann: »Pädagogen müssen gegenwärtig mit Erschrecken feststellen, dass durch die Dominanz der Computertechnologie auch die Kulturtechnik der handschriftlichen Artikulationsfähigkeit verloren geht. Mittlerweile können schon Millionen von der Tastatur der elektronischen Apparate geprägten Kinder nicht mehr ausdauernd und leserlich schreiben.«
Ebensogut könnte man sich beschweren, daß mit der erfindung des buchdrucks die kulturtechnik des handschriftlichen bücherkopierens verloren ging.

Haben kinder heute tatsächlich größere schwierigkeiten mit der handschrift als früher? Soweit ich mich erinnern kann, haben sich schüler aller jahrgangsstufen immer darüber beklagt, zu viel schreiben zu müssen, wenn sie ein paar sachen notieren sollten und viele aufsatzhefte glichen, vorsichtig ausgedrückt, nicht unbedingt kalligraphiebüchern. Wenn man es gelernt hat sich schriftlich zu artikulieren, ist es relativ egal, ob man dazu einen bleistift, einen kuli, eine schreibmaschine oder einen computer benutzt. In meiner grenzenlosen naivität habe ich geglaubt, daß kinder zur schule geschickt werden, damit sie dort lernen, wie man texte schreibt.

Daß die jugend verblödet, war schon den Alten Griechen bekannt, allein bei meiner generation hat es zum ersten mal auch wirklich gestimmt. Schließlich kam uns die sprache abhanden, weil wir walkmen besaßen und ständig mit kopfhörern rumliefen und uns mit bekanntermaßen verdummender popmusik zududelten, anstatt miteinander zu reden. Aber mit irgendwem mußten selbst wir über die musik, die wir toll fanden, reden. Schließlich wollten wir kassetten tauschen und manchmal mußten sogar briefe verfaßt werden, um an noch spannendere musik zu kommen. Das alles mitten im kommunikativen Neandertal ganz ohne sprache. Wobei briefe schreiben und kopfhörer aufhaben sich nun wirklich nicht ausschließen müssen.
Zitat Werner Seppmann: »Für viele ist der Smartphonegebrauch wichtiger als ein unmittelbarer Weltzugang und die personenbezogene Kommunikation geworden. An fast jedem Familientisch kann beispielsweise eine neue Form der Beziehungslosigkeit beobachtet werden, weil jeder auf das Smartphone-Display starrt und sein Gegenüber mit Missachtung straft.«
War es »beziehungslosigkeit« als man am familientisch noch die gute, alte, gedruckte zeitung las? Macht das einen unterschied, wenn man die zeitung heute in digitaler form liest? Da hat sich doch nicht viel geändert: man informiert sich über neuigkeiten - die, sofern man zeit hat, gleich diskutiert werden.

In früheren zeiten war es üblich, vor einem familiären freßgelage ein tischgebet zu sprechen. Man ließ den Herrn Jesus virtuell an der veranstaltung teilnehmen. Wenn heute zu so einem anlaß aufgetischt wird, fällt man auch nicht sofort über die speisen her, man läßt die nicht anwesenden virtuell teilhaben, indem man ihnen ein foto schickt. Das kann man blöde finden, aber ein »kommunikationskiller« muß das nun wirklich nicht sein. Man kann die bilder, die man erhalten hat, rumzeigen - und schon hat man wieder ein gesprächsthema. Wenn man sich mit den leuten, mit denen man am tisch sitzt, nichts zu sagen hat, nützt auch der verzicht auf zeitung oder smartphone nicht. Das sind auch wieder probleme, die mit der technik an sich wenig oder nichts zu tun haben.

In bälde geht es weiter.

Montag, 8. Januar 2018

Sonntag, 7. Januar 2018

Schlimmer als atomkraft!

Zweiter teil meines artikels »Der computer ist schuld!« - hier geht es zum anfang

Zitat Werner Seppmann: »Selbst Kommunikationsprozesse werden zunehmend automatisiert, so dass es immer häufiger geschieht, dass Computer stellvertretend für die Menschen untereinander kommunizieren. Oder denken wir an den vollautomatisierten Börsenhandel, in dem kontrollierende Instanzen, wenn die Programme einmal in Gang gesetzt sind, nicht mehr eingreifen können. Geradezu erschreckend sind die Perspektiven der Cyberkriegsführung, deren Grundlage destruktive Aktivitäten sind, also das Eindringen in gegnerische Netzwerke, die von überlebenswichtiger Bedeutung sind, um sie zu zerstören. Problematisch ist, dass durch die netzspezifischen Anonymisierungmöglichkeiten die Hoffnung bei den Aggressoren besteht, unentdeckt zu bleiben. Dadurch reduzieren sich jene Hemmschwellen, die so manchen konventionellen Krieg doch noch verhindert haben. Aber noch aus einem anderen Grund drängt sich ein Vergleich mit der Atomenergie auf. Von ihren Protagonisten in den 50er und 60er Jahren wurden im Prinzip die gleichen Argumente benutzt, die wir heute auch von den Computerideologen hören: Mit Hilfe der Nuklear-Technologie ließen sich alle gesellschaftlichen und wirtschaftlichen, alle kulturellen und zivilisatorischen Probleme lösen. Die Grundtendenz des vorherrschenden "Atom-Bewusstseins" war eine grenzenlose Naivität. Ich erinnere mich an die Prognosen in einer populärwissenschaftlichen Zeitschrift Anfang der 60 Jahre, dass zukünftig nicht nur die Autos mit kleinen Atommeilern angetrieben würden, sondern im Haushalt auch die Staubsauger. Und das alles natürlich risikofrei und zu den minimalsten Kosten. Wir wissen, was daraus geworden ist.«
Der vergleich atommeiler - computer hinkt gewaltig: meines wissens wird in atommeilern energie durch spaltung von atomkernen erzeugt, wobei leider auch radioaktive strahlung freigesetzt wird, die nachweislich gesundheitsschädlich ist und menschen töten kann. Das war auch schon in den frühen 60er jahren bekannt.

Das mit computern zu vergleichen, die untereinander kommunizieren oder vollautomatisiertem börsenhandel, ist doch ein bißchen weit hergeholt. Wenn menschen wirtschaftlich ruiniert werden, ist es trotz aller grausamkeit etwas anderes als wenn sie physisch ausgelöscht würden.

Aber es kommt noch besser.
Zitat Werner Seppmann: »In der Durchsetzungsphase des Nuklear-Komplexes waren - gelinde gesagt - ebenso wie bei den IT-Technologien Mythos und Realität nicht deckungsgleich: Die Verbreitung der IT-Technologien ist in vergleichbarer Weise mit ideologischen Legitimationsformeln und mehr noch mit falschen Behauptungen umstellt.«
Was die durchsetzung der atomenergie in der BRD betrifft, ist da was dran. Aber in welcher weise trifft das auf IT zu? Herr Seppmann fängt an, über autos zu reden:
Zitat Werner Seppmann: »Das stimmt, aber das ist auch bei der Bewertung des Individualverkehrs der Fall. Obwohl seine problematischen Aspekte bekannt sind, ist das Auto immer noch affektiv besetzt. Natürlich deshalb, weil es größere und kleinere Vorteile bei Lebensgestaltung mit sich bringt und im Mittelpunkt vieler "Lebensträume" steht.[...]«
Was das auto betrifft, sollte man sich klar machen, daß der »traum« von der individuellen freiheit in den meisten fällen mit dem albtraum der härteren lohnarbeit erkauft wird. Das wäre jedoch ein anderes thema.
Zitat Werner Seppmann: »Der Umfang der digitalen Ausspähung bleibt dabei ebenso im Dunkeln wie die Kriterien, mit denen die Unmengen von Daten, die der Nutzer selbst liefert bearbeitet und welche Schlüsse aus ihnen gezogen werden. Man erfährt als Betroffener nur, dass man nicht eingestellt oder der beantragte Kredit verweigert wird. Bei allen problematischen Aspekten muss immer berücksichtigt werden, dass die Entwicklung erst am Anfang steht und niemand wirklich weiß, wohin die Reise geht. An ein informationsgesellschaftliches Paradies als Zielpunkt kann nur glauben, wer von grenzenloser Naivität ist.«
Da ist was dran. Man muß sich bewußt sein, daß das internet natürlich nicht besser ist als alles andere im kapitalismus und viele der für den nutzer kostenlosen angebote natürlich nicht »umsonst« sind, sondern beispielsweise mit den daten, die man hinterläßt, »bezahlt« werden. Und ein stückweit liegt es an einem selbst, wie man mit seinen daten im internet umgeht.
Zitat Werner Seppmann: »Die Digitalisierung hat viel weitgehendere Konsequenzen. Mit Hilfe der Netzinformationen werden beispielsweise soziale Selektionsprozesse organisiert: Internetrecherchen sind heute ein gängiges Mittel bei Einstellungsverfahren: "Das Netz vergisst nichts!" - und die Betroffenen wissen nicht, wer Informationen über ihn sammelt, welchen Wahrheitsgehalt und welche Konsequenzen sie haben.[...] «
Darauf, daß das netz nichts vergißt, sollte man sich nicht verlassen. Vieles, das ich einst irgendwo schrieb, ist längst verschwunden. Von meinen ersten blogversuchen ist nichts mehr sichtbar, obgleich ich sie nie selbst gelöscht habe - irgendwann hat der bloganbieter seinen server ausgeschaltet und mit der zeit sind diese sachen auch aus den suchmaschinen verschwunden. Überdies kann man in der EU personenbezogene daten zumindest aus suchmaschinen wie google entfernen lassen.

Man muß aber immer bedenken, daß man im internet nie wirklich anonym ist und deshalb sollte man immer vorher überlegen, was vielleicht besser nicht ins internet gehört.

Hier geht es in weiter mit teil 3

Samstag, 6. Januar 2018

Der computer ist schuld!

In der zeit zwischen den jahren las ich bei Telepolis ein dreiteiliges interview mit dem soziologen Werner Seppmann, von dem kürzlich das buch »Kritik des Computers« erschien. Er sagt in diesem interview durchaus richtiges zur gesellschaftskritik aber leider wenig taugliches zur technikkritik.

Teil 1
Zitat Werner Seppmann: »Zuallererst sollte uns zu denken geben, dass die Entwicklung des Computers von militärischen Interessen determiniert ist - und die Computer-Technologie diese Kainsmale immer noch mit sich herumschleppt. Der große Computer-Pionier und gleichzeitig unerbittliche Kritiker einer in ihren Konsequenzen unreflektierten Informatisierung, Joseph Weizenbaum, hat vehement darauf hingewiesen, dass der Computer nicht nur im Krieg geboren wurde, sondern dass fast alle Forschungen und Entwicklungen vom Militär präjudiziert wurden und heute noch werden. Alleine aus diesem Grund kann nicht gesagt werden, dass der Computer eine wertfreie Technologie wäre.[...]«
Genauso gut könnte man sagen »zuallererst sollte uns zu denken geben, dass die entwicklung der konservendose von militärischen interessen determiniert ist - und die konservendose diese kainsmale immer noch mit sich herumschleppt.« Und im gegensatz zum computer stimmt das sogar, man sollte sich womöglich gedanken drüber machen, wenn man sich das nächste mal eine büchse baked beans oder so reinpfeifft.

Bei allem respekt vor herrn Weizenbaum, der computer wurde nicht »im krieg geboren«. Der erste computer war Analytical Engine, der vom Englischen mathematiker Charles Babbage in der ersten hälfte des 19. jahrhunderts entwickelt wurde. Ada Lovelace, die tochter von Lord Byron, erdachte dafür eine programmiersprache und schrieb das erste komplexe anwenderprogramm. Sie war der erste softwareentwickler der geschichte und hatte auch damals schon die idee, daß man einen computer auch zum musikmachen verwenden könnte. Leider scheiterte die umsetzung an den damaligen technischen gegebenheiten, aber vom logischen aufbau her hätte die maschine funktioniert.

Auch Konrad Zuse hatte die idee zum Z1 nicht, weil er unbedingt was für das millitär tun wollte. Er arbeitete als statiker und hatte kein bock auf die ewige rechnerei. Daß auch das militär sich für solche technischen entwicklungen interessiert, ist kaum verwunderlich.

Computer wurden jedoch nicht für das militär erdacht und sind nicht auf millitärische nutzung festgelegt. Computer sind frei programmierbare maschinen, denen es wertneutral egal ist, ob sie im krieg eine drohne ansteuern, um zu töten oder ob sie im krankenhaus helfen, leben zu retten oder für etwas völlig anderes eingesetzt werden.

Hier geht es weiter

Donnerstag, 4. Januar 2018

Deutschland 88

Letzens kam im Deutschlandfunk ein interessantes radiofeature, in welchem Englische Germanistikstudenten von ihrem studium in Deutschand erzählten.

Das spannende daran: die sendung war eine wiederholung von 1988 und die studenten hatten eine zeit in der BRD und eine zeit in der DDR studiert. Dabei hatten sie ein erstaunlich schlechtes bild von der BRD gewonnen, in der sie beispielsweise probleme mit bürokratischen hürden hatten und ein ziemlich gutes von der DDR, an der ihnen positiv auffiel, daß es keine bettler gab und daß alle menschen sich restaurantessen und kulturveranstaltungen leisten konnten. Gefragt, wo sie denn leben wollten, wenn sie denn in Deutschland leben müßten, entschieden sie sich eindeutig für die DDR.

Die sendung kann man hier anhören.

Der Spiegel meldete letzte woche, daß Westdeutsche studenten bis heute nicht in Ostdeutschland studieren wollen.

Mittwoch, 3. Januar 2018

40 jahre Kombinat Mikroelektronik

Aus westlicher sicht galt der ostblock in puncto computertechnik als entwicklungsland. Kaum jemand erinnert sich, daß in Bulgarien einst prozessoren hergestellt wurden und dort mit dem Prawez sogar ein Applecompatibler computer gebaut wurde.

In der jw vom 2. januar war ein interessanter artikel von Jörg Roesler über halbleitertechnologie in der DDR. Darin schreibt er:
»Eigentlich – denn es wurde von den »Aufarbeitern« in den Medien einiges unternommen, um die Mikroelektronik in ihr Bild von der DDR-Wirtschaft einzupassen: Die Zuwendung zur Mikroelektronik in der DDR sei allein auf das Renommierbedürfnis der SED-Führung, insbesondere von Generalsekretär Erich Honecker und seines Wirtschaftssekretärs Günter Mittag zurückzuführen. Die SED-Führung habe die Vorstellung, die Bundesrepublik auf ökonomischem Gebiet einzuholen – ursprünglich eine Idee Walter Ulbrichts – nicht aufgeben wollen. Man habe sich aber technologisch überhoben. Statt des erhofften Millionengeschäftes sei die Mikroelektronik zum Milliardengrab geworden. Als Beweis für die verfehlte Technologiepolitik wird gern die Geschichte vom Ein-Megabit-Chip erzählt. Mit diesem Speicher sollte technologisch der Anschluss an westliche Standards erreicht werden. Im September 1988 sei der erste Ein-MB-Chip mit großem propagandistischen Aufwand – das Neue Deutschland berichtete seitenlang darüber – an Erich Honecker übergeben worden, der sich beeilte, damit vor Michail Gorbatschow zu prahlen. Dabei sei der Chip überhaupt nicht funktionsfähig gewesen. Honecker und Mittag hätten schlicht geblufft. Der 40. Jahrestag der Gründung des Kombinats Mikroelektronik am 1. Januar 1978 soll Anlass sein, sich anhand dieses Beispiels einmal genauer mit den wirklichen Problemen und Errungenschaften der DDR-Mikroelektronik zu beschäftigen.

[...] Haben die Medien also recht, wenn sie die Milliarden Mark verschlingende Mikroelektronikförderung in der DDR als ein »technologisches Desaster« bezeichnen? Nein. Man darf nicht vergessen, dass zwischen beiden Schätzungen mehr als ein Jahrzehnt rasanter Entwicklung der Mikroelektronik im Weltmaßstab lag und dass das in den Plänen der DDR von 1976 angestrebte Weltniveau 1988/89 nicht mehr mit dem der zweiten Hälfte der 70er Jahre vergleichbar war. Die SZS-Studie lässt damit immerhin auch diese Schlussfolgerung zu: Die DDR hatte sich im Wettbewerb auf diesem Gebiet nicht abhängen lassen. Das aber war angesichts der Hindernisse, die ihr in den Weg gelegt wurden, eine bemerkenswerte technologische Leistung.«

Den gesamten artikel kann man hier lesen.

Montag, 1. Januar 2018

Foto am montag (296)

Frohes neues jahr!

Heute geht natürlich nichts ohne den vogel des jahres 2018, den star (sturnus vulgaris):

Davon gibt es hier zum glück reichlich.