Mittwoch, 17. Oktober 2018

Nänie an einen toten pflaumenbaum


ritz ratz ritz ratz
ritz ratz ritz ratz
ritz ratz ritz ratz
ritz ratz ritz ratz

ritz ratz ritz ratz
ritz ritz ratz ratz
ritz ratz ritz ratz
ritz ratz ritz ratz

ratz ritz ratz ritz
ritz ratz ritz ratz
ritz ritz ratz ratz
ritz ratz ritz ratz

ratz ratz ritz ratz
ritz ratz ritz ratz
ritz ratz ritz ratz
grrr! bloink! bumm!




Bei Brecht heißt es über den pflaumenbaum:

»Weil er nie eine Pflaume hat.
Doch er ist ein Pflaumenbaum:
Man kennt es an dem Blatt.«


Dieser pflaumenbaum hatte mehr pflaumen als verwertbar waren. Aber diesen ätzenden scheißsommer hat er leider nicht überlebt.

Das macht mich jetzt ganz traurig.

Montag, 15. Oktober 2018

Foto am montag (337)

Mal wieder graureiher.
Die machen sich immer gut. Kraniche habe ich leider keine gesehen, sondern nur gehört.

Samstag, 13. Oktober 2018

Ernährung und religion (teil 2)

Mit dem leid und der gesundheit endete teil 1 und damit geht es jetzt auch weiter:
Daniela Wakonigg: »Da es aus Sicht der Veganer um nichts Geringeres geht als eine Welt mit weniger Leid, schlagen die emotionalen Wellen in solchen Diskussionen mitunter natürlich hoch.«
Machen sich die hausstaubmilben vielleicht mal einen gedanken darüber, daß sie der menschheit unnötiges leid ersparen könnten, wenn sie einfach mal durch abwesenheit glänzten? Nein, ist denen scheißegal. Bei den mistviehchern könnte ich es mir sogar vorstellen, daß sie sich freuen, andere zu malträtieren. Auch wenn ich weiß, daß das eher unwahrscheinlich ist.

Die noble idee, eine welt mit weniger leid schaffen zu wollen, endet leider häufig im wahn. Die eugeniker im 19. jahrhundert hatten die schöne idee, weniger leid in der welt zu haben, indem sie menschen mit behinderungen ausmerzen. Das mündete in Deutschland in der »Aktion T4«, bei der aus der moral, das leid in der welt verringern zu wollen, mal eben rund 216.000 menschen ermordet wurden, ohne daß irgendwer von ihnen gefragt worden wäre, ob er unter seinem leben nun besonders leiden würde.

Mit dem tierleid hat das relativ wenig zu tun, außer, daß auch hier anderen lebewesen die eigenen vorstellungen vom leben mit möglichst wenig leid aufgedrängt werden, ob sie das nun möchten oder nicht. Die idee, daß es besser sei nicht zu leben, als mit leid ist widerlich. Dann müßte man in letzter konsequenz alle empfindungsfähigen wesen ausrotten, weil sie leiden könnten.
Daniela Wakonigg: »Und sicherlich gibt es auch einige Veganer, die dabei den Pfad des Sachlichen verlassen. Der Grund für ihre wie auch immer gearteten Argumentationen bleiben dennoch stets Fakten...«
Wenn vernünftige dinge unsachlich vorgetragen werden, bleiben sie trotzdem vernünftig. Was bei den genannten »fakten« eher nicht der fall ist.
Daniela Wakonigg: »Denn dass Fleisch und andere Lebensmittel tierischer Herkunft keine effektive Ernährungsweise zur Stillung des Hungers der immer weiter wachsenden menschlichen Bevölkerung sind,... «
Die menschheit ist nicht drauf gekommen sich viehzeug zu halten, weil sie ihr täglich brot mit bruder rind und schwester schwein brüderlich teilen wollte, um dann völlig pervers zu handeln und sie aufzufressen, sondern weil durch tierhaltung für menschen nahrungspotential entsteht, das es sonst nicht gäbe. Der mensch ißt halt nicht so gern gras oder sojapreßkuchen.
Daniela Wakonigg: »...dass durch die Produktion dieser Lebensmittel der Klimawandel massiv angeheizt wird,...«
Wie ich bereits im letzten teil sagte, der klimawandel wird ganz bestimmt nicht davon angeheizt, daß die meisten leute ganz gern möglichst gut essen möchten, sondern weil zu viele fossile energieträger verbrannt werden.

Man soll sein schlechtes gewissen beruhigen, verzicht üben, damit mehr braunkohle verbrannt werden kann und die autoindustrie weitere dieselskandale fabrizieren kann.
Daniela Wakonigg: »...dass die meisten Tiere psychisch und physisch ebenso leiden können wie der Mensch...«
Keine frage. Tiere sind leidensfähig, das heißt aber noch lange nicht, daß sie unter den gleichen dingen leiden wie menschen. Menschen vergessen gern, daß beispielsweise ein huhn keine menschlichen bedürfnisse hat, sondern eben bedürfnisse wie ein huhn und die sehen anders aus, als manche menschen denken.
Daniela Wakonigg: » ...und dass menschliche Arterien vor allem durch den Konsum tierischer Fette verstopfen, sind Erkenntnisse, die heute kaum noch bezweifelt werden können.«
Die hauptursache für »verstopfte arterien« ist meines wissens immer noch das rauchen. Und ob es eine übermäßig schlaue idee ist seine ernährung auf »einseitig« umzustellen, wenn man bereits durch fehlernährung erkrankt ist oder genau das vermeiden möchte, darf angezweifelt werden.
Daniela Wakonigg:»Tatsächlich erinnern Streitgespräche zwischen Veganern und Fleischessern in den Kommentarspalten der Sozialen Medien hierbei häufig an Diskussionen mit Religiösen, genauer an Diskussionen zwischen Atheisten und Religiösen. Allerdings sind es hierbei erstaunlicherweise oft die Fleischesser, die die Rolle der Religiösen einnehmen, nicht die Veganer.«
Und warum?
Daniela Wakonigg:»Die kennen Sie doch bestimmt, diese Religiösen, die Nicht-Gläubigen regelmäßig einen missionarischen Atheismus vorwerfen, der angeblich zeigt, dass auch Atheismus im Grunde nur eine Religion ist. Die Atheisten jedoch betrachten ihre Ausführungen nicht als Missionierung, sondern – ebenso wie die Veganer – als Aufklärung. Sie wollen mit rationalen Argumenten zeigen, dass Religionen global viel Schaden anrichten, dass sie Menschen Leid zufügen und dass sie überdies durch ein wenig Nachdenken leicht abgelegt werden können.«
Atheisten sollten sich darüber bewußt sein, daß religiöse menschen glauben wollen und dann ist argumentieren zwecklos.

Demnächst geht es weiter mit der veganen aufklärung

Mittwoch, 10. Oktober 2018

Ernährung und religion (teil 1)

Unter dem schönen titel
»Ist Fleischessen eine Religion?«
hat frau Wakonigg sich beim Humanistischen Pressedienst ausgetobt. Eigentlich ist das kaum ein aufreger, weil es im grunde zu blöde ist. Allerdings sind ihre argumente so bescheuert, daß ich trotzdem drauf eingehen möchte.
Daniela Wakonigg: »Na, ist Ihnen beim Lesen des Titels das Steak im Hals stecken geblieben? Oder das Schnitzel, der Schweinebraten, die Blutwurst? Falls ja, möchte ich Sie bitten, sich zunächst den Wutschaum vom Mund zu wischen und sich zu beruhigen. Natürlich ist Fleischessen keine Religion. Allerdings benehmen sich Fleischesser häufig so wie Religiöse, wenn es ihnen an den Braten gehen soll.«
Das ist schon der erste komische gedanke. Wenn schon schaum vorm maul, dann entweder vom milchschaumkaffeegetränk oder vom bier. Alles andere wäre übertrieben. Und wie soll mir beim lesen eines titels irgendwas im halse stecken bleiben? Ich zumindest bereite doch nicht ein schönes essen zu, um nebenher internet zu gucken. Da wirft sich die frage auf, was hat die frau für eine eßkultur?
Daniela Wakonigg: »In letzter Zeit war in den Kommentarspalten des hpd und jenen des weltweiten Netzes oft die Behauptung zu lesen, dass Veganismus eine Religion sei. Das ist natürlich kompletter Unsinn. Zu einer Religion gehört nach allgemeinem Verständnis der Glaube an eine übernatürliche Dimension, die Einfluss auf das diesseitige Leben nimmt. Ein Glaube, der noch dazu von mehreren Menschen in weitgehend gleicher Form geteilt werden muss.[...] Allenfalls könnte man beim Veganismus von einer Ideologie sprechen, wenn man ihn denn klassifizieren möchte.«
Meines wissens gibt es zum beispiel im Buddhismus glaubensströmungen, die nicht an eine »übergeordnete dimension« glauben, sich aber moralisch mit der welt auseinandersetzen und dann glauben, mit ihrem moralscheiß auf einer höheren ebene zu stehen und genau das tut ein teil der veganer. Das sind die schreihälse, die in der öffentlichkeit wahrgenommen werden. Die leute, die einfach bescheiden auf tierische produkte verzichten, weil sie sowas nicht mögen oder aus welchen gründen auch immer ablehnen, fallen nicht auf. Tatsächlich würde ich beim veganismus aber auch eher von einer ideologie denn von religion sprechen, in dem punkt kann ich frau Wakonigg zustimmen.
Daniela Wakonigg: »Eigentlich geht es bei dem Vorwurf, dass Veganismus eine Religion sei, auch um etwas anderes. Die Vorwerfenden beklagen, dass Veganer bei jeder Gelegenheit missionieren und keine andere Position als ihre eigene dulden, kurz: sich benehmen wie Religiöse.«
Das stimmt so nicht, veganer missionieren viel eher als religiöse menschen. Das liegt womöglich daran, daß manche veganer sich mit ihrer ernährung weit mehr beschäftigen als mancher gläubige Christ mit Jesus. Man kann sich mit religiösen menschen beim essen unter umständen stundenlang über literatur, musik, die römer oder spulwürmer unterhalten, ohne daß der glaube überhaupt zu sprache kommt. Mit einem veganer am tisch wäre das eher nicht möglich, weil veganer ja eben glauben, daß die anderen mit ihrer leichenfresserei schuld am übel in der welt wären.
Daniela Wakonigg: »Veganer hingegen betrachten diese "Missionierung" nicht als Missionierung, sondern als Aufklärung. Sie wollen mit rationalen Argumenten zeigen,...«
An der stelle wird es dann tatsächlich fast religiös: für vegane ernährung gibt es exakt so viele rationale argumente wie es rationale gottesbeweise gibt.
Daniela Wakonigg: »...dass der Verzehr von Fleisch und Lebensmitteln tierischen Ursprungs Klima und Umwelt schädigt, dass diese Ernährungsweise einer immensen Zahl fühlender nicht-menschlicher Lebewesen massives Leid zufügt, dass sie der eigenen Gesundheit schadet und dass sie überaus leicht vermieden werden kann.«
Mal wieder das »überaus leicht vermeidbare leid nicht-menschlicher lebewesen«. Zu den nicht menschlichen lebewesen zählen aber eindeutig auch pflanzen und pilze und um deren leid geht es veganern offensichtlich nicht.

Es ist eine seltsame idee, ausgerechnet der herstellung von lebensmitteln anzulasten, daß das dem klima schaden würde. Im gegensatz zu allen anderen wirtschaftzweigen setzt die landwirtschaft nicht nur treibhausgase frei, sondern ist auch imstande sie zu binden. Die tiere geben nur den kohlenstoff ab, den ihre futterpflanzen zuvor zum leben benötigt haben.

Für den menschen gilt das genauso: wer sich fürchtet, klima und umwelt zu schädigen, sollte vielleicht mal das ausatmen bleiben lassen. Das ist allerdings ganz schlecht fürs leben.

Wenn man dem weltklima etwas gutes tun möchte, ist es meinen berechnungen zufolge wesentlich effizienter, wenn man nicht mehr auto fährt und keine flugreisen unternimmt, als auf irgenwelche landwirtschaftlichen produkte zu verzichten. Das muß man weder moralisch oder ideologisch verbrämen, sondern es einfach nur lassen, sofern man die möglichkeit dazu hat.

weiter mit teil 2

Montag, 8. Oktober 2018

Sonntag, 7. Oktober 2018

69 jahre DDR

In der letzten zeit wurde ziemlich viel schlechtes über den osten gesagt und geschrieben. Darüber wird gern vergessen, daß die beste band leider nicht aus Eschwege oder Wolfhagen stammt, sondern natürlich aus Dräsdn:

Die Freunde der Italienischen Oper.

Die nachbarn freuen sich über so viel wohlklang mit sicherheit gern auch schon morgens und nicht erst am abend.

Mittwoch, 3. Oktober 2018

Deutsche Sinfonie

»Oh Deutschland bleiche Mutter,
wie bist Du besudelt
mit dem Blut Deiner besten Söhne!«

B.Brecht

Komposition von Hanns Eisler.



Noch ein wenig kultur. Ein konzert vom oktober 1987 aus dem Konzerthaus Berlin. Eine aufnahme, die ich zufällig gefunden habe und die ich bisher noch gar nicht kannte. Nach dem spätromantischen zeug vom sonntagabend sollte auch mal was modernes folgen - und das hier ist recht ordentlich zwölftönend.

Entstanden ist die »Deutsche Sinfonie - An Antifascist Cantata« in den jahren zwischen 1935 bis 1957. Die uraufführung fand 1959 in Berlin statt.

Montag, 1. Oktober 2018