Dienstag, 31. Dezember 2013

Guten Rutsch

In Berlin geht das jahr mit geradezu frühlingshaftem sonnenschein zu ende. An der »Bösen Brücke« blühen die zierkirschen.
Das ist jedoch nicht wahnsinnig ungewöhnlich, weil prunus subhierteilla »autumnalis«, auch als »bergkirsche« bezeichnet, eigentlich immer in der zeit von november bis februar blüht, nur meist fallen einem die kleinen blühten beim trüben winterwetter kaum auf.

Allen freunden und feinden des 1€blog wünsche ich einen guten start ins neue jahr.

Montag, 30. Dezember 2013

Foto am montag (87)

Heute gibt es etwas scharfes aus Kambodscha:

Chilli (capsicum)

Die streiks der Kambodschanischen textilarbeiter waren den öffentlich-rechtlichen medien kaum eine nachricht wert. Es ist ja so viel wichtigeres passiert.

Sonntag, 29. Dezember 2013

Offene geschmacklosigkeit

Heute ging es durch die medien, daß der rennfahrer Michael Schumacher beim skifahren verunglückt sei und jetzt im koma liege.

Das ist selbstverständlich für ihn persönlich und seine angehörigen eine furchtbare sache. Aber was geht MICH das an?

Wie viele millionen menschen habe ich mir nie einen skiurlaub leisten können und mir ist es vergleichsweise egal, wenn andere sich auf einen berg begeben, um runterzurutschen. Weshalb werde ich damit behelligt?

Bei dieser nachricht fielen mir die Ärzte ein…


Offener bücherschrank

Inzwischen lese ich eigentlich am liebsten eBooks: wohin auch immer ich gehe und mir im allerhinterletzten nest der bus vor der nase weggefahren ist. Ich habe meine handbibliothek dabei, so daß mir auch am langweiligsten provinzbahnhof selbst nach ende der ladenöffnungszeiten nie die wartezeit öde wird.

»Oh vergeblichkeit. Oh, vergänglichgeit. Oh, Du ohnmächtigste und schmachvollste zeit im leben eines volkes. Oh, zeit zwischen morgendämmern und öffnung der geschäfte. Wie viel graue strähnen hat sie zusätzlich in uns hineingeflochten?« Wenedikt Jerofejew

Ein offener bücherschrank funktioniert ohne jeden elektronischen schnikschnak zu jeder tageszeit. Man kann die bücher, die man ausgelesen hat, hineinstellen und nach belieben bücher, die man noch nicht kennt, mitnehmen. Im gegesatz zu einer herkömmlichen leihbibliothek gibt es weder öffnungszeiten, noch eine frist, in der man das entnommene buch zurückbringen muß. Wenn einem ein buch gefällt, muß man es überhaupt nicht wieder hergeben. Stattdessen gibt man die bücher her, die man nicht mehr braucht, über die sich andere aber durchaus freuen.

Offene bücherschränke sind eine kleine, nicht-kapitalistische nische, in der kein warenaustausch stattfindet. Jederzeit kann man nach bedarf etwas entnehmen. Und irgendwann, sofern man kann, etwas zurückgeben.


Donnerstag, 26. Dezember 2013

Worte eines weltfremden

»Wir möchten besonders in diesen weihnachtlichen stunden des friedens und des glanzes, daß es allen gut geht. […] Allen soll es in diesen tagen gutgehen […]. Haß und krieg zerstören das miteinander […] weihnachten jedoch stärkt die hoffnung danach in frieden und einklang mit unseren mitmenschen leben zu können.«
J. Gauck am 25. dezember 2013

Und nach diesen worten geht das geseier erst richtig los. Daß sich jedoch eine kapitalistisch organisierte weltwirtschaft mit einem leben in frieden und einklang mit seinem mitmenschen leider zur gänze ausschließen, möchte der herr freiheitsprediger selbstverständlich nicht registrieren.

Für viele menschen ist nicht einmal an weihnachten frieden sondern wie jeden tag überlebenskampf. Als ich am 25.12. um gegen ein uhr früh in den bahnhof Alexanderplatz ging, war dort einer mit einer putzmaschine zugange und entfernte graffiti. Also nichts mit »allgemeinem tag zum ausruhen, feiern, freunde und familie treffen«, sondern ein völlig normaler tag, an dem immer mehr menschen genau so arbeiten müssen, um zu überleben.

Da kann man noch so fromm wünschen und hoffen.








Mittwoch, 25. Dezember 2013

Weihnachtsanprache

Die weihnachtsansprache kommt in diesem jahr nicht vom bundesprediger, sondern aus dem volk. Farin Urlaub bedankt sich beim »lieben staat« fürs regiertwerden.




Das 1€blog bedankt sich ebenfalls und wünscht weiterhin schöne feiertage.

Montag, 23. Dezember 2013

Und wieder nur kaum vorstellbare gewalt und willkür im osten

Jetzt hat der Putin es getan. Er hat den verurteilten wirtschaftsverbrecher Chodorkowski amnestiert. Und weil er schon mal dabei war, hat er auch gleich die drei inhaftierten »pussy riots« laufen lassen.

Nur sei diese begnadigung für die gefangenen eine weitere demütigung, schreibt Stefan Kornelius in der »Süddeutschen«
Den »helden« Hans-Dietrich Genscher, bekanntermaßen ehemaliger außenminister der BRD, der offenbar nicht unschuldig an dieser entwürdigenden amnestie ist läßt der herr Kornelius natürlich außen vor.

Sofern es tatsächlich derart demütigend ist, von präsident Putin begnadigt zu werden, könnten sie sich als echte oppositionelle dem auch verweigern, im knast bleiben und meinetwegen die herren Genscher und Kornelius mitnehmen.

Zum glück gibt es in Deutschland kaum eine staatsgewalt. Bei Klaus Baum fand ich diesen link. Hier erzählt eine anwohnerin der Juliusstraße in Hamburg, was sie bei der demo für die »Rote Flora« am 21. dezember gesehen hat.

Das kommt in den mainstream-medien nicht vor. Wer ein blog betreibt, bei vk, google+ oder facebook ist, möge bitte weiterverbreiten, was die mainstream-medien verschweigen.

Falls das bei sich in html jemand einbinden möchte, der anklickbare link geht beispielsweise so:

<a href="http://www.freie-radios.net/60891" target="_blank">Augenzeugenbericht zur Demo in Hamburg</a>

Weil man das heute dazu schreiben sollte: dies ist AUSDRÜCKLICH KEIN aufruf zur gewalt gegen polizisten.

Es hat keinen sinn, steine oder sonstwas gegen die zu schmeißen. Vielmehr sollte man versuchen zu erörtern, was die staatsgewalt mit den menschen anstellt und was man von der staatsgewalt halten sollte.

Wo es mit der SPD hingeht…

… steht im januarheft der Titanic

Foto am montag (86)

Kurz vor weihnachten ein symbol des friedens:

Ringeltaube (columba palumbus)

Sonntag, 22. Dezember 2013

Rösler auf der Restrampe

Ex-wirtschaftsminister in die Schweiz entsorgt. Röslers »anschlußverwertung« findet in der Genf beim Weltwirtschaftsforum statt.

Klaus Schwab, gründer des weltwirtschaftsforums sagte: »Für mich war es weniger wichtig, dass er FDP-Chef oder Wirtschaftsminister war, sondern wichtig war die Frage: Bringt er die menschlichen und beruflichen Fähigkeiten mit, diese wichtige Funktion im Weltwirtschaftsforum auszuüben.«

Mechthild Mühlstein, gründer des 1€blog sagt: »wenn ihr solche nulpen brauchen könnt, gern. Wir haben hier in Deutschland noch mehr davon.«

Ein wenig mitgefühl habe ich schon mit den Schweizern, daß sie ihn jetzt ertragen müssen.

Aber ihr hättet ihn ja nicht nehmen gemußt!

Freitag, 20. Dezember 2013

Ein leider immer noch gültiges Zitat

In »Kapital, Band 3« Seite 421 schrieb Karl Marx folgendes:
Die Arbeit der Leitung und Oberaufsicht, soweit sie nicht eine besondre, aus der Natur aller kombinierten gesellschaftlichen Arbeit hervorgehende Funktion ist, sondern aus dem Gegensatz zwischen dem Eigentümer der Produktionsmittel und dem Eigentümer der bloßen Arbeitskraft entspringt – sei es nun, daß die letztere mit dem Arbeiter selbst gekauft wird wie im Sklavensystem, oder daß der Arbeiter selbst seine Arbeitskraft verkauft und der Produktionsprozeß daher zugleich als der Konsumtionsprozeß seiner Arbeit durch das Kapital erscheint –, diese aus der Knechtschaft des unmittelbaren Produzenten entspringende Funktion ist oft genug zum Rechtfertigungsgrund dieses Verhältnisses selbst gemacht, und die Exploitation, die Aneignung fremder unbezahlter Arbeit ist ebensooft als der dem Eigentümer des Kapitals gebührende Arbeitslohn dargestellt worden. Aber nie besser als von einem Verteidiger der Sklaverei in den Vereinigten Staaten, von einem Advokaten O’Conor auf einem Meeting zu New York, 19. Dez. 1859, unter dem Panier: »Gerechtigkeit für den Süden.«

»Now, gentlemen [ Nun, meine Herren]«, sagte er unter großem Applaus, »die Natur selbst hat den Neger zu dieser Knechtschaftslage bestimmt. Er hat die Stärke und ist kräftig zur Arbeit; aber die Natur, die ihm diese Stärke gab, verweigerte ihm sowohl den Verstand zum Regieren, wie den Willen zur Arbeit.« (Beifall.) »Beide sind ihm verweigert! Und dieselbe Natur, die ihm den Willen zur Arbeit vorenthielt, gab ihm einen Herrn, diesen Willen zu erzwingen und ihn in dem Klima, wofür er geschaffen, zu einem nützlichen Diener zu machen, sowohl für sich selbst, wie für den Herrn, der ihn regiert. Ich behaupte, daß es keine Ungerechtigkeit ist, den Neger in der Lage zu lassen, worin die Natur ihn gestellt hat; ihm einen Herrn zu geben, der ihn regiert; und man beraubt ihn keines seiner Rechte, wenn man ihn zwingt, dafür auch wieder zu arbeiten und seinem Herrn eine gerechte Entschädigung zu liefern für die Arbeit und Talente, die er anwendet, um ihn zu regieren und ihn für sich selbst und für die Gesellschaft nützlich zu machen.«
[New York Tribune, 20. Dez. 1859, S. 5]

Nun muß auch der Lohnarbeiter wie der Sklave einen Herrn haben, um ihn arbeiten zu machen und ihn zu regieren. Und dies Herrschafts- und Knechtschaftsverhältnis vorausgesetzt, ist es in der Ordnung, daß der Lohnarbeiter gezwungen wird, seinen eignen Arbeitslohn zu produzieren und obendrein den Aufsichtslohn, eine Kompensation für die Arbeit der Herrschaft und Oberaufsicht über ihn, »und seinem Herrn eine gerechte Entschädigung zu liefern für die Arbeit und Talente, die er anwendet, um ihn zu regieren und ihn für sich und für die Gesellschaft nützlich zu machen«.
Fast könnte man meinen, daß der alte Marx schon den Sarrazin gekannt hätte. Hier hat er analysiert, daß die »minderwertigkeit« bestimmter menschen biologisch begründet wird. Daß die verfechter der sklaverei, einfach behaupten, die menschen mit der helleren haut von der natur zur herrschaft über die dunkelhäutigen bestimmt wären, weil die dunklen zwar mit kraft, jedoch nicht gerade mit verstand gesegnet seien. Genau so argumentieren die sarrazyniker, wenn sie zu protokoll geben, es sei genetisch bedingt, daß kinder von h4empfängern oder muslimen es nie zu was bringen könnten.

Rassismus ist kein problem der hautfarbe. Rassismus ist ein problem der klassenfrage.

Mittwoch, 18. Dezember 2013

Zum glück nie gewalt in Europa, sondern bloß im osten


Wer in den letzen wochen die nachrichten über die Ukraine in den öffentlich-rechtlichen medien verfolgt hat, wird festgestellt haben, daß darüber sehr viel berichtet wird.

Mir ist dazu aufgefallen, daß, wie in anderen fällen auch, fortwährend berichtet wird, ohne das geringste darüber auszusagen. Ständig sieht man bilder, daß die »opositionellen« auf dem Maidan in der kälte ausharren und böse »staatsgewalt« anrollt und zelte und barrikaden plattmacht. Und publikumsliebling Vitali Klitschko von der partei »faustschlag« darf dann äußern, daß er »das beste« für die Ukraine wolle, also »reformen« im land. Der redet von »guter zukunft und arbeitsplätzen für alle«. Was auch immer das heißen soll.

Was er vorhat und wessen interessen er vertritt kommt nicht zur sprache. Auch nicht, daß seine partei von der Konrad-Adenauer-Stiftung tatkräftig unterstützt wird und trotz der finanziellen hilfe aus dem westen die wahl verloren hat. Ebensowenig wird erwähnt, daß diese partei, gemeinsam mit der partei Timoschenkos, »vaterland«, die von der FDP unterstützt wird, mit der partei »freiheit« kooperiert, die mit der NPD zusammenarbeitet und kollaborateure des NS-regimes, denen vorgeworfen wird, für das massaker von Lemberg, bei dem 7000 menschen ermordet wurden, verantwortlich zu sein, als »volkshelden« feiert.

Alles, was man sich merken soll, ist, daß opposition »gut« und regierung »böse« sei. Schließlich vertrete die regierung die interessen »der oligarchen«. Daß Timoschenko ihrerseits oligarchin ist, die nicht allein aus purer bosheit, sondern ihrer geschäftspraktiken wegen einsitzt, soll nicht weiter stören. Auch nicht, daß Klitschko seinerseits mit seinem politischen engagement ebenfalls geschäftliche interessen verfolgen dürfte.

US außenminister John Kerry hat anfang dezember gesagt, »daß übermäßige gewalt« keinen platz in einem mondernen Europäischen staat habe. Somit gehören Deutschland und Italien für ihn offensichtlich für ihn nicht zu Europa - und modern sind diese staaten schon gar nicht - anders ist es wohl kaum zu erklären, weshalb das brutale vorgehen gegen demonstranten in Genua oder Heiligendamm keine sanktionen der USA nach sich zog.

Gewalt wird stets als solche instrumentalisiert, wenn sie sich gegen die gewalt der westlichen kapitalinteressen wendet.

Montag, 16. Dezember 2013

Foto am montag (85)

Heute gibt es zwei fotos vom schwarzspecht (dryocopus martius) - meine beiden ersten, die binnen einer sekunde entstanden. Schwarzspechte gehören zu den beeindruckend großen vögeln, die man in Berliner wäldern beobachten kann.

Allerdings meist eher durch zufall oder sehr viel geduld zu sehen. In diesem fall handelt es sich übrigens um »frau specht«.

Schwarzspecht

Schwarzspecht

Sonntag, 15. Dezember 2013

Petition 46483

Noch drei tage kann man die petition zur abschaffung der sanktionen und leistungsbeschränkungen mitzeichnen.

Es fehlen noch rund 4000 unterschriften.

Leider bewirken petitionen meist nicht viel. Es hilft nichts, einfach nur seinen namen unter einen text zu schreiben, das interessiert niemanden. Allerdings könnte es für A. Nahles und ihren staatssekretär Asmussen von anfang an ungemütlich werden, wenn arbeitnehmer und arbeitslose sich solidarisieren und signalisieren, daß sie sich die zumutungen der letzten jahre nicht mehr gefallen lassen wollen.

Diese petition wird die probleme, die der kapitalistisch organisierte arbeitsmarkt mit sich bringt, nicht lösen. Sie könnte jedoch ein anfang sein, als arbeitnehmer oder arbeitsloser endlich wieder bessere lebensbedingungen zu fordern.

Druck auf arbeitslose auszuüben, hat noch nie auch nur einen einzigen arbeitsplatz geschaffen.

Freitag, 13. Dezember 2013

Ach!

Ach, noch in der letzten Stunde
werde ich verbindlich sein.
Klopft der Tod an meine Türe,
ruf ich geschwind: Herein!

Woran soll es gehn? Ans Sterben?
Hab ich zwar noch nie gemacht,
doch wir werd’n das Kind schon schaukeln —
na, das wäre ja gelacht!

Interessant so eine Sanduhr!
Ja, die halt ich gern mal fest.
Ach – und das ist Ihre Sense?
Und die gibt mir dann den Rest?

Wohin soll ich mich jetzt wenden?
Links? Von Ihnen aus gesehn?
Ach, von mir aus! Bis zur Grube?
Und wie soll es weitergehn?

Ja, die Uhr ist abgelaufen.
Wollen Sie die jetzt zurück?
Gibts die irgendwo zu kaufen?
Ein so ausgefall’nes Stück

Findet man nicht alle Tage,
womit ich nur sagen will
— ach! Ich soll hier nichts mehr sagen?
Geht in Ordnung! Bin schon

Robert Gernhardt
13. dezember 1937 bis 30. juni 2006

Donnerstag, 12. Dezember 2013

Fables of Faubus

In den letzen tagen wurde viel über die arpartheit und den rassismus in Südafrika gesagt und geschrieben. In sogenannt »zivilisierten« ländern ist das leider auch nicht lange her - und bis heute nicht überwunden.

Zur erinnerung daran ein stück von Charles Mingus:


Mittwoch, 11. Dezember 2013

Unternehmerparadies

Was fordern eigentlich menschen, die ein bedingungsloses grundeinkommen wollen?

Zu dieser frage gibt es einen neuen artikel von Christoph Butterwegge. Zwar teile ich seine bedenken, die »gerechtigkeitsdefizite« oder finanzierbarkeit betreffend, überhaupt nicht. Jedoch gibt er zu bedenken, was die einführung des BGE bedeuten würde, nämlich das ende des wohlfahrtsstaates.

Keine »erlösung der armen«, sonder eher »befreiung der reichen«. Sehr lesenswerter artikel.

Dienstag, 10. Dezember 2013

Nobelpreis für Frieden

Wer sich schon immer gefragt hat, warum manch einer den »Friedensnobelpreis« erhält, obgleich es kaum erklärbar ist, wie der dazu kommt, dem sei der artikel »Lob für Bündnistreue« in der jw empfohlen.

Interessant und aufschlußreich.

Samstag, 7. Dezember 2013

Die gute nachricht

Über parteien kann man eigentlich nichts gutes schreiben. Gerade jetzt, schließlich darf man sich auf weitere wohltaten sozialdemokratischer politik freuen, sofern die SPDmitglieder nicht »nein« zum koalitionsvertrag sagen.

Hoffnung macht derzeit allein die entwicklung meiner lieblingspartei. Wie die FAZ berichtete, sind einige landesverbände der AfD derart zerstritten, daß sie nicht einmal im stande waren, einen vorstand zu wählen.

Das muß kaum wundern, bei einer partei mit einem programm, das ausschließlich aus luftblasen besteht, die jeder nach nach seinen eigenen vorstellungen auslegt.

Schön ist’s, wenn dieser rechtsdebile haufen sich einfach selbst in die restmülltonne der parteiengeschichte entsorgt.

Donnerstag, 5. Dezember 2013

Mittwoch, 4. Dezember 2013

Falsch und nicht totzukriegen: totalitarismustheorie

Die politische welt sei ein hufeisen, denken politisch abergläubische menschen. Doch bringe es nicht, wie »normale« abergläubische menschen über hufeisen denken, glück, sondern an beiden enden extreme, linke wie rechte.

Und diese hätten, zumal bei einem ordentlichen hufeisen die enden einander zugebogen sind, ähnliche weltanschauungen. Und die könne man entweder gar nicht oder gar nicht einfach voneinander unterscheiden.

Hilfreich ist es, sich die merkmale der beiden »fast identischen« anzuschauen:

Die merkmale des faschismus sind die verabsolutierung des nationalen interesses und die verherrlichung der geschichte des eigenen volkes, mythisierung der volksgemeinschaft, aus der die feindschaft gegenüber minderheiten resultiert, befürwortung des krieges, aktion und recht des stärkeren, führerprinzip und streben nach dem totalen staat.

Faschisten beklagen den schwachen staat, weshalb sie alle menschen, die nach ihrer auffassung zum volk des staates gehören, unabhängig von ihrer klassenzugehörigkeit in den dienst für das unterstellte »gemeinsame interesse« nehmen: den nationalen staat voranbringen.

Hierbei entdecken sie menschen, die dabei störend sind: historisch waren es die juden, die sie als »parasit im volkskörper« wahrnahmen und die schuld an der schlechten lage der nation sein sollten, heute sind es »die ausländer«, die angeblich den staat ausplünderten und damit für dessen schwäche verantwortlich wären.

Aber nicht nur die werden als schädlich für das »gemeinsame, große ganze« betrachtet. Als schädlich gelten natürlich auch gewerkschafter, sozialisten, anarchisten, sozialdemokraten und kommunisten, weil sie nicht der »gemeinsamen sache« dienen und sich unterordnen wollen, sondern für die interessen ihrer klasse eintreten. Und das schädige die interessen der nation. Oder homosexuelle, weil sie sich dem ziel, ein »gesundes volk zu züchten« einfach verweigern. Behinderte, »zigeuner« oder arbeitsscheue gelten ebenfalls als »schädlich«, weil sie dem ideal, des ordentlichen und tüchtigen volkskörpers nicht entsprechen.

Die wirtschaft wird nicht sozialisiert, sondern, ähnlich wie der gesamte staat nach dem »führerprinzip« streng hierarchisch organisiert.

Das ausbeutende kapital bleibt bestehen.

Kommunisten haben keinesfalls »irgendwie ähnliche ziele«. Kommunisten wollen die nationalstaatlichkeit überwinden. Es soll nicht mehr geherrscht, sondern nur noch verwaltet werden. Die produktionsmittel werden vergesellschaftet, es wird nicht mehr für einen markt, sondern für die bedürfnisse der menschen produziert. Der grundsatz »jeder nach seinen fähigkeiten, jedem nach seinen bedürfnissen« soll gelten.

Der realsozialimus, den es gab, wurde als »vorstufe auf dem weg zum kommunismus« betrachtet. Die weltrevolution blieb aus. So wurde aus der »diktatur des proletariats« die »diktatur der partei«, um die ziele der revolution wenigstens in einem land zu verteidigen. Die ziele des realsozialistischen staates (später der realsozialistischen staatengemeinschaft) waren und blieben jedoch andere als die der faschistischen staaten.

Sozialismus oder kommunismus und faschismus sind keinesfalls einander zum verwechseln ähnliche systeme, nur unter anderem vorzeichen, sondern gegensätze, die einander ausschließen.

Gern wird als gemeinsamkeit der realsozialisten und der faschisten die möglichst flächendeckende überwachung aufgeführt. Da sollte einem auffallen, daß bürgerliche demokratien ebenfalls das bedürfnis haben, ihre bürger auszuhorchen, um gewißheit darüber zu haben, daß die »brave untertanen« sind. Und das nicht erst seit den enthüllungen des Edward Snowden. Wenn man die systeme vergleicht, fällt einem auf, daß die bürgerliche demokratie durchaus gemeinsamkeiten mit dem faschismus hat.

Aber das war hier nicht thema.

Dienstag, 3. Dezember 2013

Lebensmittelpreise steigen schneller als inflation

Laut tagesschaubericht stiegen die verbraucherpreise für lebensmittel von oktober 2011 bis oktober 2013 um 7,6 %, während die inflationsrate bei 3,3 % lag.

Mein persönlicher eindruck ist allerdings ein völlig anderer, nämlich daß lebensnotwendiges nicht innerhalb der vergangenen zwei jahre um nicht einmal 8 % teurer geworden wäre, sondern daß sich die preise innerhalb des vergangenen jahres teilweise verdoppelt haben.

Der preis für kartoffeln mag ein extrembeispiel sein. Allerdings geht es hier nicht um luxus, sondern um ein grundnahrungsmittel. Vergangenes jahr zur haupterntezeit kostete das kilo zwischen 20 und 22 cent, wenn man einen sack von 5 oder 10 kilo kaufte. In diesem jahr war so ein vorratssack nicht unter 45 cent das kilo zu haben. Oft waren die großen kartoffelsäcke einfach auf 7,5 kilo reduziert, um die preissteigerung ein wenig zu kaschieren.

Aber man darf sich trösten: die Deutschen geben nicht einmal 12 % ihres einkommens für lebensmittel aus. Die niedriglöhner und arbeitslosen, die ihr gesamtes geld verfressen, sind halt undiszipliniert. Im gegensatz zu den spitzenverdienern, die nicht mal 0,1 % ihres einkommens benötigen, um sich vollzufressen.

Niedriglöhner und arbeitslose sind eben maßlose menschen.

Sonntag, 1. Dezember 2013

Kalender 1913 - Dezember


Nun teilt der gute Nikolaus
die schönen Weihnachtsgaben aus.
Das arme Kind hat sie gemacht,
dem reichen werden sie gebracht.
Erich Mühsam

Donnerstag, 28. November 2013

Straßenbahn

Als ich neulich die straßenbahn verpaßt hatte, war mir der bleistift im rucksack abgebrochen, weshalb ich nicht zum zeitvertreib in mein notizbuch schreiben konnte, wie ich es gelegentich tue, wenn ich unterwegs bin und mir nicht gerade zum lesen zumute ist. Also mußte ich mir einen anderen zeitvertreib suchen.

»Dir werd’ ich erklären, was kommunismus ist.« Sagte eine stimme hinter mir. Die dame von knapp fünfzig jahren, die es gesagt hatte, meinte selbstverständlich nicht mich, sondern das kind von vielleicht zehn jahren, das sie begleitete. »Gut,« dachte ich. »Da höre ich zu. Da kann ich glatt noch etwas lernen.« »Stell Dir vor, Du hast ein haus und auch dem, den Du überhaupt nicht leiden kannst, gehört das haus genau so wie Dir.« Das kind fragte ungläubig, ob es auch mit demjenigen aus seiner klasse, den es am wenigsten leiden könne, sein zimmer hätte teilen müssen. Dies wurde bejaht.»Du hättest alles teilen müssen, auch mit denen, die Du nicht leiden kannst.« Das kam mir ganz schön christlich vor.»... und stell Dir vor: im fach ›Einführung in die sozialistische Produktion‹ mußte ich ohne bezahlung in einer fabrik arbeiten. Ich mußte plastteilchen sortieren und wenn die lange vor feierabend alle waren, weil nicht genug geliefert worden waren, haben die kollegen dort dann karten gespielt und schnaps getrunken.«

Da kam kreischend meine bahn um die ecke, weshalb ich nicht mehr mitbekam, wie die frau dem kind den »kommunismus«, der in der DDR zu keinem zeitpunkt realisiert war, eigentlich erklären wollte. So, wie sie angefangen hatte, überhaupt nicht. Völlig falscher ansatz. Schließlich war auch in der DDR nicht der häusliche privatbereich des menschen vergesellschaftet worden, man mußte also keinesfalls sein zimmer mit jedem teilen, sondern die produktionsmittel, was nun wirklich etwas völlig anderes ist.

P1000064In der Bonner Republik war es durchaus üblich, daß schüler durch praktika an das arbeitsleben herangeführt wurden. Nach belieben wurde die arbeit, die die schüler leisten mußten, bezahlt oder eben nicht. Geleistet wurde die arbeit nicht für den gesellschaftlichen mehrwert, sondern für die private bereicherung. Auch im westen passierte es, daß die arbeit vor der zeit erledigt war. Dann konnte man weder nach hause gegen noch mit den kollegen karten spielen oder einen heben. Man mußte so tun, als würde man arbeiten. Solche leerlaufzeiten gibt es in der heutigen arbeitswelt praktisch nicht mehr. Ist sie dadurch menschenfreundlicher geworden?

Sonntag, 24. November 2013

Wer regiert eigentlich…

… die FDP?

Eigentlich ist die frage kaum relevant, weil die »gelben säcke« ohnehin nicht mehr den Bundestag vermüllen dürfen.

Trotzdem wird dieser Lindner noch in talkshows geladen und darf dort reden.

Seine hauptlebensleistung dürfte darin bestehen, daß er in jahr 2000 die »Moomax GmbH« mitbegründete, die laut wikipedia eine anschubfinanzierung von rund 1 million DM von der Kreditanstalt für Wiederaufbau erhielt. Bereits ein jahr später war das geld in den sand gesetzt. Herr Lindner verließ das sinkende schiff kurz bevor es insolvent war.

Offensichtlich hat er dann sehr schnell begriffen, daß die »freie wirtschaft«, die er so sehr möchte, an sich nicht so sein ding ist, weshalb er sie lieber vom sicheren staatpöstlein aus propagieren möchte.

Liebe freunde der »freien demokraten«: von solchen figuren, die am staatstropf hängen, weil sie unfähig sind, in der von Euch verehrten freien wirtschaft überleben zu können, erhofft Ihr Euch die »befreiung des marktes«. Ihr habt geschafft, was die kabarettisten der letzten hundert jahre nicht geschafft haben:

Ich bin vor lachen aus meinem sessel gekippt.

Donnerstag, 21. November 2013

Störsender

Als ich davon hörte, daß Dieter Hildebrandt »störsender.tv« mitgründet, dachte ich »der mann hat schneid. Der fängt mit ca. mitte 80 etwas neues an.«

Klasse, daß jemand in dem alter noch die energie hat, etwas neues anzufangen. Ich war fest davon überzeugt, daß einer, der trotz des alters so voll lebensdrang ist, bestimmt sehr langlebig sei.

Traurigerweise habe ich mich geirrt.

Montag, 18. November 2013

Foto am montag (81)

Herbst in Brandenburg: im strömenden regen in einer matschpfütze stehen und sich über die vielen kraniche (grus grus) freuen.

P1200560

Samstag, 16. November 2013

Hm....

Während der ewigdämlichen koalitionsverhandlungen vergeht mir etwas die lust am bloggen.

Was sollte man darüber schreiben?

Eines doch bestimmt: Sofern die LINKSpartei weiterhin ernst genommen werden will, begibt sie sich nicht in koalition mit einer kriegspartei. Wenn sie seit an seit mit den »genossen« von der SPD in den krieg ziehen und die antimillitaristischen standpunkte aufgeben, braucht diese partei kein mensch mehr.

Neuwahlen wären eine unverschämtheit. Aber so kommt es immer, wenn das doofe volk so entschieden hat, wie die herrschenden es nicht wollen: Es wird so lange abgestimmt, bis das ergebnis »richtig« ist.

Montag, 11. November 2013

Foto am montag (80)

Kein haifischbecken, wie man auf den ersten blick meinen könnte, sondern ein freundlicher sterlet (acipenser ruthenus).

P1190337

Freitag, 8. November 2013

Überraschung!

Arbeitslosigkeit durch h4reform nicht gesunken.

Wer hätte das gedacht?

Wer es gedacht hat, möge jetzt bitte die hand heben (aber nur, wenn man nicht gerade in der bahn sitzt, das würde womöglich komisch aussehen).

Belgiens bettelmonarch

Der ehemalige Belgische könig, Albert II, ist bitterarm. Er kann sein schloß nicht mehr heizen, weshalb er allabendlich mit kalten füßen zu bett gehen muß. So hat er den staat gebeten, wenigstens einige seiner nebenkosten zu übernehmen. Die unverschämten armutsrentner sterben einfach nicht aus.

Das volk sollte ihn aus seiner überteuerten bude rauswerfen und ihm eine wohlig warm beheizte 1raumwohnung anbieten. Was braucht man mehr zum leben?

Dienstag, 5. November 2013

Kritik der zinskritik

In der letzten zeit scheint die zinskritik wieder in mode gekommen zu sein. Zumindest hatte ich in den letzten wochen das gefühl, öfter darüber zu lesen.

Zinskritiker stellen einen »fehler« am kapitalismus fest: daß es eine umverteilung von unten nach oben gibt. Somit die breite mehrheit der bevölkerung verlierer des systems ist. Und sie haben einen schuldigen an dieser misere entdeckt: das finanzkapital.

Deren argumentation geht ungefähr so: geld arbeitet nicht, die zinsen für kredit müssen von privatpersonen finanziert und erarbeitet werden.

So lande das geld, das die leute durch redliche arbeit verdient hätten, durch den zins auf den konten der windigen kredithaie, die so ungerechter weise zu wohlstand kämen, den sie gar nicht verdient hätten. Ohne zins sei die warenwelt, in der man gegen geld produzieren und kaufen soll, eine heile.

Außerdem müsse das system zusammenbrechen, weil die bevölkerung verarme, während die kreditgeber immer mehr bekämen.

Das ist eine merkwürdig einseitige sicht auf das »beste wirtschaftssystem aller zeiten«: den kapitalismus. Einen nicht unerheblichen teil der ausbeutung des lohnarbeiters lassen die unter den tisch fallen.

Das mit der umverteilung von »unten nach oben« stimmt zwar, ein »fehler im system« ist das schlechterdings nicht.

Hier ist alles darauf ausgerichtet, daß die besitzlose klasse für die geldvermehrung der besitzenden klasse aufkommen muß. Das fängt relativ harmlos beim wohnen an: wer kein wohneigentum hat und zu wenig geld hat, sich eins zu erwerben, ist lebenslänglich dazu gezwungen, ein drittel oder die hälfte des monatlichen einkommens an einen grundeigentümer zu zahlen, der etwas hat, an das man, der eigenen armut wegen, nicht anders rankommt. Viele leute stellen sich das so vor, daß miete sein müßte, damit die maurer und betonfacharbeiter an ihren lohn kommen. Es geht jedoch nicht darum, daß die leben können. Es geht um den gewinn für die grundeigentümer.

Zinskritiker machen die absurde trennung in »schaffendes« und »raffendes« kapital. Da gibt es keinen unterschied: die einen kapitalisten verleihen geld gegen zins und die anderen wenden arbeit und/oder eigentum an, um profit zu machen. Für beide zählt nur eins: der gewinn, also am schluß mehr geld zu haben. Aus wirtschaftlicher sicht ist es humbug, da einen unterschied zu machen.

Vielleicht wäre es eine gute sache wenn das system, wie von den zinskritikern behauptet, einfach mal durch ungleichverteilung zusammenbräche. Das wird es aber nicht, weil ungleichverteilung zweck des kapitalismus ist: die armut wird durch das eigentum der reichen produktiv gemacht. Je ungleicher das wird, desto stärker sind die besitzlosen erpreßbar, wenn sie einfach nur ihren lebensunterhalt verdienen möchten.

Wenn man die welt durch die brille eines faschisten betrachtet, hat die trennung in »schaffendes« und »raffendes« kapital schon einen sinn. Das möchte ich an dieser stelle weglassen. Das wäre eine eher ideologische erklärung, die aber nicht sachdienlich ist, wenn man leute auf einen ökonomischen denkfehler aufmerksam machen möchte.


Auf die idee, über das thema zu schreiben kam ich durch »Heut schon gedacht?«

Freitag, 1. November 2013

Kalender 1913 - November


Der Tag wird kurz. Die Kälte droht.
Nun tun die warmen Kleider not.
Ach, wärmte doch der Pfandschein so
wie der versetzte Paletot!
Erich Mühsam

Dienstag, 29. Oktober 2013

Mühsam



Hab gerade einen mitschnitt einer lesung aus den »Unpolitischen Erinnerungen« Erich Mühsams gefunden.
Enthält auch einige gedichtneuvertonungen von Knarf Rellöm. Etwas gewöhnungsbedürftig. Insgesamt recht lang, besonders mühsam ist es jedoch nicht, das anzuhören, weil die texte sehr gut vorgetragen werden.

Montag, 28. Oktober 2013

Foto am montag (78)

P1190043

Ein seeadler (haliaeetus albicilla). Mit sicherheit nicht beste foto schlechthin, aber das erste seiner art. Sowas sieht man nicht jeden tag.

Freitag, 25. Oktober 2013

Vattenfall den saft abdrehen



Am 3. november beim volksentscheid mitmachen und mit »ja« stimmen. Wer in Berlin wahlberechtigt ist, kann hier briefwahlunterlagen bestellen. Noch ist es früh genug.

Mittwoch, 23. Oktober 2013

STASI-opfer des abends: Angela Merkel

23 jahre nach dem ende der DDR, fällt es auf, daß die MerkelIn möglicherweise überwacht wurde. Allerdings nicht in ihrer kindheit und jugend, sondern jetzt.

Welch überraschung: geheimdienste sind mit der DDR nicht untergegangen.

Vor der NSA sind alle gleich.

h4empfänger dürfen sich bald über schärfere regeln freuen

Die jw von morgen berichtet, daß die bund-länder arbeitsgruppe härtere gesetze für h4empfänger erarbeitet.

In den verschiedenen bundesländern wird das, wie immer, sehr unterschiedlich gehandhabt werden.

Für Alleinerziehende soll der mehrbedarf wegfallen. Menschen, die in wohngemeinschaften leben, werden »zwangsverbedarfsgemeinschaftet«, die sollen dann »beweisen«, daß sie einander nicht finanziell unterstützen. Junge menschen unter 25 sollen noch besser an ihre eltern gekettet werden. Und wenn jemand umziehen möchte oder muß, soll das nur mit erlaubnis gehen.

Das sind allerdings »bloß« die größten gemeinheiten, die ich mir nach dem oberflächlichen lesen des artikels sofort gemerkt habe.

Angesichts dieser »wohltaten«, die der staat den arbeitslosen angedeihen lassen möchte, sollten die nocharbeitsplatzbesitzer sich gedanken machen, was ihnen blüht, wenn sie nach der kündigung keine »anschlußverwertung« finden.

Dienstag, 22. Oktober 2013

China baut atomkraftwerk in GB

Die beiden Chinesischen atomkonzerne CGN und CNNC und der Französische atomkonzern EDF werden in Großbritannien für rund 20 milliarden € ein neues AKW bauen.

Angeblich ohne subventionen aus steuermitteln. Allerdings ist auch in GB die frage nach der endlagerung des mülls ungeklärt, für die die einwohner Großbritanniens aufkommen müssen. Außerdem wird sich durch garantierte abnahmepreise der strompreis für Britische verbraucher, der derzeit relativ niedrig ist, verdoppeln. Billigen atomstrom gibt es nicht.

Bei der gelegenheit möchte ich daran erinnern, daß es am 3. november in Berlin einen volksentscheid gibt, ob dem atomkonzern Vattenfall in Berlin der saft abgedreht werden soll. Wer in Berlin wahlberechtigt ist und bei novemberwetter sonntags nicht vor die tür gehen mag, kann hier briefwahlunterlagen bestellen.

Man muß schließlich nicht immer alles ablehnen. Und in diesem fall kann man wirklich einmal »JA« sagen.

Mittwoch, 16. Oktober 2013

Millionenbrücke

…oder geschichte an »originalorten«, wo sie nie stattgefunden hat.

Kürzlich dachte ich, DIE PARTEI habe nun heimlich doch die wahl gewonnen und begönne nun unverzüglich, die mauer wieder aufzubauen.

Das grenzhäuschen war schon da:
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Weil es aber an der völlig verkehrten stelle geschah, war mir sehr schnell klar, daß mal wieder das schauspielerische talent der Swinemünder Brücke gefragt ist und die in mauer-schmonzetten schlicht und ergreifend die beste charakter-darstellerin ist.

Und wieder muß sie ihre nachbarin, die Bösebrücke mimen.
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Die im halteverbot parkenden autos konnten mich nicht überzeugen. Der Trabi war meist beige oder himmelblau, Ladas normalerweise rot.
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Hammer, zirkel und ährenkranz schmücken ungemein. Meinetwegen kann das so bleiben.

Der name »Millionenbrücke« zeugt von der weisen vorausicht der Berliner: sie ahnten vom ruhm dieser brücke, daß sie in vielen millionen filmen würde mitspielen dürfen.

Freitag, 11. Oktober 2013

Armut ist diebstahl

Es gibt ein neues buch, in welchem zur abwechslung die armen mal wieder als »bequem«, »faul« und »zur eigeninitiative unfähig« abgestempelt werden. Laut des in der Schweiz lebenden buchautors René Zeyer sind es diesmal nicht »die juden« oder »die muslime«, sondern »die armen«, die »uns« ruinieren.

Auch wenn er die leser nicht darüber aufklärt, wer denn zu seinem imaginären kollektiv, das er mit »uns« bezeichnet, gehören soll. Ich jedenfalls nicht. Wenn man drüber nachdenkt, was einen eigentlich ruiniert, sind es keinesfalls die vielen habenichtse. Da kommt man auf völlig andere ursachen, die krank machen und ruinieren.

Nicht die armen ruinieren, die armut ruiniert.

Und die ist unter lohnarbeitenden menschen weiter verbreitet als einem gemeinhin gesagt wird.

Zeyer stellt in seinem buch die these auf, daß es in Europa seit rund 400 jahren so etwas wie armutsbekämpfung gäbe, selbige aber nicht übermäßig viel geholfen habe. Zeyer sagt hierzu in einem interview, daß die »relative armut« in Europa zunehme und deshalb die armutsbekämpfung völlig erfolglos gewesen sei.

Zwar stimmt es auffallend, daß das christentum mit seiner wohltätigkeit nichts wirklich bewegt hat. Die christiliche mildtätigkeit war in der geschichte sicherlich ein fortschritt: man hat es organisiert, menschen, die in not geraten waren, nicht einfach verrecken zu lassen, alten und kranken zu helfen und die not zu lindern.

Jedoch war armutsbekämpfung nie das ziel, das die christenheit sich gesetzt hatte, sondern armutsbetreuung. Und das ist etwas völlig anderes.

Nicht umsonst hat sich im ausgehenden 19. jahrhundert die obrigkeit selbst für die armutsbetreuung eingesetzt. Berliner kennen noch die »Kirchenjuste«, die sich hauptsächlich selbst mit den kirchenbauten ein denkmal setzte, aber den armen, sofern sie sittlich lebten und brav den Jesus bejubelten anstatt zu rebellieren, eine tasse muckefuck und ‘ne schrippe gewährte. Selbstverständlich nicht aus ihrem privatvermögen, sondern aus spendengeldern mitleidiger bürger.

Weitaus eher im gedächtnis geblieben dürfte den meisten die einführung der sozialversicherung unter reichskanzler Bismarck sein. Das war kein zugeständnis an die arbeiterklasse. Das war das eingeständnis, daß die lohnarbeitende mehrheit nie genug lohn erhalten würde, um sich in notlagen, um es in Zeyers worten zu sagen, »eigenverantwortlich« selbst zu helfen.

Daran hat sich bis heute nicht wesentlich was geändert. Und das war auch so gewollt: Die lohnarbeitende mehrheit hat z. B. im fall einer ernsten erkrankung nie das geld, eine behandlung zu bezahlen und den arbeitsausfall auszugleichen. Wer seine stelle verliert - und personal zu entlassen ist in der kapitalistisch organisierten wirtschaft alles andere als verboten, schließlich kommt das vielbeschworene wirtschaftswachstum nur zu stande wenn man aus möglichst wenig arbeitern möglichst viel leistung rausprügelt, weil deren löhne sonst den gewinnerwartungen im wege stehen - ist im normalfall nicht in der lage, einfach selbst für seinen lebensunterhalt aufzukommen.

Der lohn ist keinesfalls dafür gedacht, den menschen, der arbeitet »reich« zu machen. Der ist in einer wirtschaftsform, in der alles gekauft und verkauft werden muß, bestenfalls ein notwendiges übel. Hauptsächlich schlägt sich der lohn negativ in den bilanzen nieder - er steht im widerspruch zum gewinn.

Somit geht Zeyers geseier schlicht an den realen zuständen vorbei.

Den von ihm behaupteten »konsum ohne gegenleistung« gibt es in dieser wirtschaftordnung definitiv nicht. Als gegenleistung für konsum gibt es hier in jedem fall ausschließlich eins: geld. Ob man das beispielsweise durch lohnarbeit verdient, von irgendeinem amt bekommen hat oder leistungslos bezogen, weil man wohnungen besitzt, die man selbst nicht braucht und so menschen geld abpressen kann, weil man etwas hat, was man selbst nicht zum leben braucht, ist völlig egal.

Der Zeyer fordert eine härtere in die pflicht nahme der armen. Offensichtlich hat er verschlafen, womit die armen in den industrienationen von der besitzenden klasse in die pflicht genommen werden: Lohnarbeit, also dienst am kapital und wenn das nicht funktioniert, gilt es, almosen zu beziehen.

Dienstag, 8. Oktober 2013

Sächsisch für anfänger

Auch am 64. geburtstag der republik gab es immer noch mehr als 60 millionen menschen in Deutschland, die nicht oder ungenügend Ostdeutsch sprechen.



Auf begriffe wie »schnorbslich« sollte man niemals freiwillig verzichten.


Bei mir gab es zum geburtstag der republik ausnahmweise süßkram. Sowas gibt es bei mir selten.

Erdbeersahneeis (äußerst lecker):

500 g frische erdbeeren
200 g sahne
3 eßlöffel limettensaft
1 eßlöffel zucker
1 g johannisbrotkernmehl (z.b. bindobin)

So wird es gemacht:

Die erdbeeren waschen und putzen. Zusammen mit dem zucker (wer es richtig süß mag sollte mehr davon nehmen als ich es tue. Anstatt bloß einem vielleicht vier bis fünf eßlöffel), dem limettensaft (zitrone ist auch gut) und dem johannisbrotkernmehl im mixer zerkleinern.

Die sahne schlagen. Dann alle zutaten in die eismaschine geben und so lange rühren lassen, bis eine leckere kreme entsteht. Gegebenenfalls geht es auch ohne eismaschinchen. Es gibt mehrere möglichkeiten, wie man eis auch ohne maschine herstellen kann.

Johannisbrotkernmehl ist ein bindemittel, im gegensatz zu beispielsweise maisstärke bindet es kalt. Das eis wird dadurch geschmeidiger und leckerer. Wenn man es nicht bekommt oder es zu teuer ist, kann man es getrost weglassen. Das eis gelingt auch ohne, bloß nicht ganz so gut.

Für menschen, die es (wie ich) eher scharf lieben, empfehle zum eis ich frischen grünen pfeffer. Der ist leider sehr teuer und schwer zu beschaffen, paßt mit seiner fruchtigen schärfe aber sehr gut zum eis.

Montag, 7. Oktober 2013

Foto am montag (75)


Im herbst ist die »stille jagd« ein schönes freizeitvergnügen. Wie viele andere Berliner nutze ich hierfür den ehemaligen »mauerstreifen«. Den erbauern der mauer bin ich dankbar, daß sie die grundlage für einen interessanten wanderweg und ein spannendes biotop mitten in Berlin und um Berlin herum gesorgt haben.

Im grenzstreifen habe ich schon gar manches gefunden, das den speisezettel bereicherte. Aber das bedürfnis nach kultur wurde nicht vergessen: an »augenschmaus« wurde auch gedacht:

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Wirkliche bilderbuchexemplare des fliegenpilzes (amanita muscaria).

Freitag, 4. Oktober 2013

Das Kommunistische Manifest

Zum angeblichen »nationalfeiertag« ist mir angesichts der dramatischen ereignisse vor Lampdusa, bei denen auf einen schlag mehr menschen getötet wurden als an der systemgrenze zwischen dem kapitalistischen und dem realsozialistischen weltsystem, die durch »schland« verlief, das lästern vergangen.

Aus diesem anlaß das Kommunistische Manifest von Erwin Schulhoff:



Arbeiter aller länder, vereinigt Euch!

Dienstag, 1. Oktober 2013

Kalender 1913 - Oktober


Zum Herbstmanöver rücken an
der Landwehr- und Reservemann.
Es drückt der Helm, es schmerzt das Bein.
O welche Lust, Soldat zu sein!
Erich Mühsam

Sonntag, 29. September 2013

Manchmal…

… gibt es wichtigeres als zu bloggen.

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Gibt es größere gaumengenüsse als derart »freche« waldpilze, die man einfach am wegesrand einsammeln kann?


Freitag, 27. September 2013

Mal eben die welt retten

Weil es Martin Sonneborn nicht gelungen ist, endlich inhalte zu überwinden und bundeskanzler zu werden, geht es eine nummer kleiner: die welt retten.

Zu sehen ab 10. oktober 2013, 22 uhr 45 auf ZDFneo.

Mittwoch, 25. September 2013

Energie-Volksentscheid

Wegen der bundestagswahl ist es ein bißchen untergegangen, daß in Hamburg am vergangenen sonntag auch ein volksentscheid stattgefunden hat und die Hamburger für ein energienetz in öffentlicher Hand gestimmt haben.

In Berlin wird darüber am 3. november abgestimmt. Wer für eine kommunale energieversorgung ist, sollte sich diesen termin schon mal merken und am 3. november mit »JA« stimmen. Auch, oder gerade weil, der rot-schwarze senat empfiehlt, mit »nein« zu stimmen.
zukunftja Als die CDU noch in der opposition war, warb sie noch fürs »ja-sagen«.
Weitere informationen gibt es beim Berliner Energietisch.

Sonntag, 22. September 2013

So dumm wählt der junge Deutsche

Dies wochenende wurde mir ungefragt eine zeitung zugestellt, die ich mir noch nie gekauft habe und die ich auch nicht haben möchte und normalerweise auch nicht lese.

Auf seite drei wird frau Merkel von sogenannten »promis« mit weltbewegenden fragen gelöchert. Beispielsweise gibt es für Wolfgang Joop nichts wichtigeres, als zu erfahren, wann frau Merkel endlich gedenke, ihre unterhose, pardon - selbstverständlich ihren schneider, zu wechseln. Auf seite vier fragt unter anderem Daniela Katzenberger Herrn Steinbrück, ob der daheim in jogginghosen rumspringt. Das sind fragen, die Deutsche »prominente« an politiker stellen. Wichtigere fragen gibt es nicht.

Auf den seiten zehn und elf verraten dreiunddreißig erstwähler exklusiv in BILD, wen sie wählen und warum.
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Von den befragten 33 wollten 9 die CDU/CSU wählen, 6 die SPD, 6 die GRÜNpartei oder die Piraten, 2 glaubten bereits, sie gehörten zu den reichen und wollten FDP wählen und 1 für die interessen des adels für die AfD stimmen. Die LINKE oder andere Pateien kommen nicht zur sprache.

Acht machten überhaupt keine genauen angaben darüber, wen sie wählen würden und warum. Der BLÖD sollte man tatsächlich nicht zu viel verraten. Schade nur, daß so die schöne schlagzeile für die katz ist.

Ich weiß schon, weshalb ich diese zeitung sonst nicht lese: Es tut einfach weh, wenn man lesen muß, daß junge menschen sich für die atompolitik der MerkelIn begeistern oder gar die AfD wegen angeblicher »bürgernähe« wählen.

Wenn die jungend so langweilig und angepaßt ist, wie von der BLÖD dargestellt, wäre es das beste, Deutschland schaffte sich tatsächlich ab - und zwar sofort.

Kohl droht mit wiedergeburt!

Buddhismus bizarr

Damit das nicht eintritt zur wahl gehen und partei wählen. Natürlich nicht irgendeine dahergelaufene partei. Da könnte ja jeder kommen. Sondern DIE PARTEI. Denn sie ist sehr gut.

Samstag, 21. September 2013

Die guten ideen der SPD

schlechte idee
An die »guten ideen«, die die SPD an den start gebracht hat, erinnern sich hoffentlich noch viele, allen voran die sogenannten hartz-reformen. Eine »bessere existenzgründerförderung« gab es bereits: die sogenannten »ich-ags«. Eine gute idee war das nicht.

Freitag, 20. September 2013

Wahlwerbung 2

Inzwischen bin ich fast entschlossen, doch wählen zu gehen. Sehen Sie selbst:

Macht alle mit, wählt Oliver Maria Schmitt. Er braucht den job.

Donnerstag, 19. September 2013

Kein mut zur wahrheit.

Einer, der die wahrheit momentan offensichtlich überhaupt nicht vertragen kann, ist Bernd Lucke von der AfD.

Nachdem sein wahlverein in den letzten umfragen der Forsa eindeutig mit 2,5 % an der fünfprozenthürde scheiterte, warf der dem meinungsforschungsinstitut manipulation vor. Laut einstweiliger verfügung darf er nun nicht mehr behaupten, daß die AfD in den »rohdaten der Forsa über fünf prozent« liege.

Vielleicht sind sich die potentiellen wähler der AfD bewußt geworden, daß sie nicht die katze im sack wählen möchten und auf ein wahlprogramm, das nur aus hohlen phrasen besteht, lieber nicht vertrauen.

Direktkandidatin in Berlin Mitte und auf der bundesliste auf platz zwei ist Beatrix von Storch, geborene von Holstein-Gottorp, Herzogin von Oldenburg, enkelin von Johann Ludwig Graf Schwerin von Krosigk, welcher reichsminister der finanzen unter Hitler war. Menschen können nichts für ihre herkunft, weshalb man ihr dies wohl nicht zum vorwurf machen kann.

Im Cicero stand, daß ihr »hauptberuf protest« sei und sie sich in verschiedenen »bürgerrechtsinitiativen engagiere« (link fürt zu LOBBYPEDIA, da kann man sich schon ausrechnen, um welche art von »bürgerrechten« es sich wohl handelt). Dort war auch zu lesen, daß sie selbst sich nicht als »konservativ« sehe, weil die MerkelIn sich ebenfalls als »konservativ« sehe. Und konservativ ist sie tatsächlich nicht. Sie ist reaktionär, denn sie will die bodenreform von 1946, die auf dem gebiet der damaligen SBZ stattfand, zugunsten der adeligen großgrundbesitzer rückgängig machen. Kämpft gegen die rechte von frauen und homosexuellen. Und gegen die rechte des gemeinen volkes sowieso.

Die wahrheit, zu der die AfD keinen mut hat, ist, daß offenbar ein teil der konservativen wähler erkannt hat, daß sie auch keine adeligen »bürgerrechtler« haben wollen, die gern zustände wie im 19. jahrhundert herstellen möchten.

Derart reaktionär ist nicht einmal die CSU.

Mittwoch, 18. September 2013

Mit ausnahme der Kommunisten

Klassengenossen, in welchen Lagern ihr stehen mögt:
Hat euch das Wort der Regierung
nicht tief zu denken gegeben:

»Alle Parteien sind zugesassen,
am Sender Wahlpropaganda zu treiben —
mit Ausnahme der Kommunisten!«

Noch einmal — hört aufmerksam zu:
»Alle — mit Ausnahme der Kommunisten!«

Wißt ihr denn, was das bedeutet?
Wißt ihr denn, was sie damit gesagt haben?
Alle Parteien durchkreuzen der Regierung
nicht die »gottgewollte Regelung der Dinge«.
»Alle — mit Ausnahme der Kommunisten!«

Alle Parteien rühren nicht an der Ordnung
der Kirche, des Kapitals und der Volksentrechtung,
»Alle — mit Ausnahme der Kommunisten!«
Ja, Klassengenossen, das ist die Wahrheit!
Die Regierung hat hier die Wahrheit gesprochen.

Die Regierung ist die Bastei des Profits.
Sie wird jeden Aufruf ersticken,
der den Brand in ihre Festungen schleudert.

Sagten die Sozialdemokraten:
Wir stützen den Kapitalismus!?
Glaubt ihr, Klassengenossen, wenn dem so wäre,
glaubt ihr, wenn die Regierung nicht wüßte:
dieser Sturm kommt aus der Windmaschine,
glaubt ihr, sie ließe Sozialdemokraten
am Sender sprechen?

Sagten nicht die Nationalsozialisten:
Wir stürzen den Kapitalismus!?
Meint ihr denn denn, der Generalstab des Kapitals
ließe die Nationalsozialisten ans Mikrophon,
wenn er nicht wüßte, daß diese seine treuen Dienstmänner sind?

Klassengenossen, wo ihr auch stehen mögt:
Hat die Regierung nicht die Verfassung beschworen?
Zerreißt sie nicht diese selbe Verfassung,
da sie der Partei der Arbeiter-Staatsbürger
das Recht der Propaganda zertritt?
Welche Furcht müssen die Herrschenden haben
vor der Propaganda der Freiheit,
welche Furcht vor der Wahrheit!

Alle werden ihr Äthersprüchlein aufsagen,
die Schwachköpfe des Liberalismus,
die Militäranwärter des Dritten Reichs,
die Eiferer der heiligen Inquisition,
die weimernden Bittsteller der SPD,
alle, die den Turm der morschen Bastei
mit dem Mortel der Volksgemeinschaft kitten,
»Alle – mit Ausnahme der Kommunisten!«

Denn alle werden
den Ausweg nach rückwärts empfehlen,
alle werden
die Ordnung der Unterdrückung verewigen,
die einem aus machtrohem Trieb,
die anderen aus Hilflosigkeit.
Alle —
»alle — mit Ausnahme der Kommunisten!«

Klassengenossen, in welchen Lagern ihr auch stehen mögt:
Hier ist das Attest,
ausgestellt von der Reaktion:
Sie kennt nur den einen Feind —
die Kommunisten!

Sie glaubten, uns zu beleidigen.
Aber sie haben es nicht bedacht,
wie sehr sie uns ausgezeichnet haben.

Erich Weinert, 1932

Dienstag, 17. September 2013

Sozialpolitik bizarr 2

In Berlin-Mitte gibt es auch wahlwerbung für direktkandidaten, die parteilos in den bundestag einziehen wollen. Beispielsweise dieser hier von der »initiative armutsbetreuung für alle« (oder so ähnlich):

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»Machen« tut bekanntermaßen der kleine hund an der ecke. Eine wahlstimme macht überhaupt nichts - sie ergibt nicht einmal sinn: die zur wahl stehenden parteien sind keine interessenvertreter der wählenden. Bei der wahl darf das volk sich das personal aussuchen, das das volk für die zwecke des kapitals verwertbar machen soll. So kann man im grunde getrost darauf verzichten, wählen zu gehen, weil bei einer wahl bloß entschieden wird, welche holzköpfe die kapitalinteressen gegen einen selbst durchsetzen dürfen.

Man könnte auf die idee kommen, daß ein parteiloser kandidat für etwas anderes antreten könnte. Beispielsweise für die interessen von arbeitslosen oder arbeitnehmern oder wenigstens seine eigenen. Damit befände man sich in diesem fall allerdings im irrtum, denn dieser kandidat tritt für das interesse des milliadärs Götz Werner an, für dessen »weltverbesserungsvorschlag« er wirbt.

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Leider haben schlechte ideen oft die eigenschaft, mächtiger zu sein als beispielsweise gute ideen. »Ideen« an sich sind schließlich nicht von sich aus etwas grundsätzlich positives. Der Peter Hartz beispielsweise hatte mal eine idee, wie man durch sogenannte »sozialreformen« das volk verbilligen könnte.

Für die breite mehrheit hatte diese idee eher negative folgen. Es gibt also auch ausgesprochen schlechte ideen, deren zeit zwar gekommen ist, jedoch nicht unbedingt der lebensverbesserung dienen.

Auch wenn die anhänger dieses kandidaten es immer wieder mit bunter kreide auf die gehwege schreiben, daß mit grundeinkommen angeblich arbeit spaß machen würde und niemand mehr zum »sanktionshungern« gezwungen werden würde, ändert nichts an der tatsache, daß man sich mit dem BGE nach Götz Werner im grunde von vorn herrein wie sanktioniert fühlen dürfte: Mit 650 €, von denen man dann noch 200 für eine basiskrankenversicherung abdrücken soll, kommt der mensch, in einer gesellschaft, in der er für alles bezahlen muß, nicht übermäßig weit.

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Das BGE ändert nichts an der tatsache, daß die mehrheit der menschen in dieser gesellschaft als habenichtse rumlaufen und darauf angewiesen sind, ihre lebenszeit gegen geld zu verkaufen, um an die simpelsten dinge wie nahrung, kleidung oder essen zu kommen. In einer kapitalistisch organisierten wirtschaft hat arbeit für diejenigen, die lohn zum leben benötigen immer nur einen zweck: geld verdienen. In sofern wird sie über das geld in gewisser weise immer erzwungen. Wer kann es sich leisten, die lohnplackerei einfach bleiben zu lassen?

Arbeit ist keine »betätigung des innersten menschenwesens«, sie ist schlicht und ergreifend »mühsal«. Es ist eine seltsame sache, auf der einen seite den zwang zur arbeit als »verbrechen« zu bezeichnen und gleichzeitig für eine idee zu kämpfen, die selbigen zwang zur arbeit verschärfen wird. Aber daß dieser kanditat eine merkwürdige vorstellung davon hat, zu welchem zweck arbeit in dieser gesellschaft stattfindet, hat er bereits im vergangenen dezember bei Maischberger kundgetan.

Sonntag, 15. September 2013

Was die Deutsche obrigkeit vom volk erwartet

Lerne leiden, ohne zu klagen
Gesehen im schönen Brandenburg an einer adelsgeschmeißgedenksäule (oder wie man das nennt) aus dem 19. jahrhundert für Friedrich III und Wilhelm I.

Heute nennt sich das Deutsche Reich republik. Daran, daß untertanen gefragt sind, die klaglos hinnehmen, was ihnen aufgedrückt wird, hat sich bis heute nichts geändert.

Samstag, 14. September 2013

1€blog-klassiker: terror, um das ergebnis der kommenden Bundestagswahl zu beeinflussen?

Als ich gestern eher mit halbem ohr die nachrichten auf Deutschlandradio Kultur hörte, wurde dort berichtet, innenminister Schäuble befürchte terroristische aktionen, die das ergebnis der bundestagswahl 2009 beeinflussen sollen.

Es ist mir aufrichtig peinlich, zugeben zu müssen, mit dem innenminister eine meinung zu teilen. Die erfahrung aus Hessen zeigt jedoch, daß schlimme befürchtungen angebracht sind. Ein ganzes jahr lang wurde die bevölkerung terrorisiert, weil ein wahlergebnis nicht wie gewünscht ausfiel.

Olle kamelle vom januar 2009

Freitag, 13. September 2013

Nur mit uns II

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Hier wurde korrektur gelesen.

Im wahlwerbespot der FDP spielt Rainer Brüderle einen graubrotesser, der sich wünscht, daß die arbeitnehmer nicht die butter vom brot genommen kriegen. Besonders überzeugend wirkte er in dieser rolle nicht.

Die botschaft die rüberkam war: butterstullen für die arbeitnehmer, aber den schinken essen wir!

Donnerstag, 12. September 2013

iDemo gegen Merkel

Die PARTEI demonstriert für Dich gegen Merkel. Morgen, also am freitag, dem 13. september um 18 uhr vor dem Brandenburger Tor in Berlin.

Das schöne daran ist, man kann zu bequem zu hause bleiben und vom sofa aus seine forderungen an die PARTEI senden. Das nenne ich eine innovative idee! Niemand muß sich auf den weiten, beschwerlichen und touristenverseuchten weg vom Wedding nach Mitte vor das Brandenburger Tor machen.

Demoaufruf mit griechischen untertiteln:
Kein risiko. Kein regen. Keine bullen.

Das ist doch mal ein wort.

Mittwoch, 11. September 2013

Grüner fraß

Als ob es der mehrheit der menschen zu eigen wäre, mit irgendwas zu spekulieren, fragen die GRÜNEN »mit essen spekulier ich nicht. Und Du?«
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Die meisten menschen spekulieren jedoch nicht mit essen, sondern auf essen. Nämlich, daß es was gutes möglichst günstig gibt.

Vor fünf jahren postete ich dieses foto unter der überschrift: Ackermann rät: »rechnen sie mit dem hunger anderer!«
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In einer kapitalistisch organisierten wirtschaft ist und bleibt es ein frommer wunsch, daß lebensmittel für etwas anderes als ein lukratives geschäft gut wären.

Und daran wird die GRÜNPARTEI nichts ändern. Hat sie, als sie das letzte mal mitregieren durfte, nicht getan.

Wenn es nach denen ginge, müßte essen noch viel teurer werden, was zur folge hätte, daß arme menschen in aller welt über den preis davon ausgeschlossen wären.

Dienstag, 10. September 2013

Das Schwalbenbuch

In meiner Zelle
nisteten im Jahre 1922
zwei Schwalben.


P1180015 Vielleicht interessanter als das »schwalbenbuch« selbst ist die geschichte des festungsgefangenen Ernst Toller.
Das blieb
Frei!
Frei!
Frei!

Kommt zu mir dem zwiefach Gefangenen:
Gefangen eingekerkert von Gefangenen…


In dieser Nacht
Schlief das Schwalbenpärchen in meiner Zelle

Es lebe das binnen-I

An sich bin ich kein freund des binnen-I. Aber an manchen stellen macht es sich einfach gut.

Heute im supermarkt gesehen: HähnchenInnenfilet.

Das gefällt mir.

Sonntag, 8. September 2013

Die erste pappkameraradin, die sprechen kann

Geht man an den neuen wahlplakaten der CDU vorbei, grinst einen nicht bloß die MerkelIn in ungewohnter weise an. Obendrein wird darauf hingewiesen, daß dies plakat »sprechen« könne und man die tolle wahlkampf-»äpp« herunterladen solle.

Hier erreicht die vereinnahmung der menschen eine bisher noch nicht dagewesene qualität. Wer sich - und sei es bloß aus neugierde - diese »äpp« runterlädt, wird als teil des »kanzlerinwahlkampfteams« betrachtet.

Der nutzer ist nicht mehr einer, der sich leichtsinnigerweise einen blödsinn aus dem »äpp-store« herunterlädt, sondern er ist unwissend teil des CDU-wahlkampf-teams. Er wird zum »teAM Deutschland« gezählt, zu dem er unweigerlich dazugehört, sonst wäre er schließlich kein wahlberechtigter dieses staates.

Noch interessanter wird diese »äpp« in pucto datenschutz, der bekanntermaßen für die kanzlerIn »neuland« ist.
Ihre IP-adresse, Browsererkennung und Domain, der Name der abgerufenen Datei, Datum und Uhrzeit des Abrufs, die übertragene Datenmenge sowie der erfolgreiche Abruf werden in Protokolldateien (Logfiles) festgehalten
hier nachlesen

Liebe leser, bitte erzählt es weiter, wie die regierungspartei mit den menschen und ihren daten umspringt. Am besten nicht (bloß) im internet, sondern sprecht in Eurem umfeld mit freunden, verwandten, bekannten oder kollegen darüber. Diese form des »datenschutzes« wählt der Merkelwähler.

Samstag, 7. September 2013

Grüner wohnraum

Die GRÜNpartei macht werbung damit, daß jedem ein recht auf angemessenen wohnraum zustünde.

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Damit kann man bei einer wahl nun ehrlich keinen blumenpott gewinnen, weil dieses recht längst umgesetzt ist. Angemessen ist, was man bezahlen kann.

Und wer nicht bezahlen kann, geht leer aus. Das ist keine besondere härte. Das ist kapitalismus. Die GRÜNEN haben die hartzgesetze mitgetragen, denen es zu verdanken ist, daß arbeitslose die »unangemessen« wohnen, zimmertüren zumauern müssen. Oder gleich ganz umziehen.

Wenn diese GRÜNEN spießbürger bestimmen, was für andere »angemessen« sei, muß man nicht erwarten, daß irgendwas angenehmes rauskäme. Die finden es gut, wenn sie andere zur bescheidenheit nötigen können.

Etwas anders kann man bei denen wohl kaum erwarten.

Freitag, 6. September 2013

Donnerstag, 5. September 2013

Einsam reich

Hier darf man sich an die vergangene regierungskoalition erinnern und sich schon mal auf die kommende freuen:
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Quizfrage: wer war doch gleich finanzminister als der »bankenrettungsschirm« aufgespannt wurde?

Mittwoch, 4. September 2013

Das wird man wohl mal sagen dürfen...

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Grundeinkommen.

Selbstverstänlich darf man das sagen. Allerdings wird man dabei vom »piraten« zum »primaten«. Das behaupte ich allerdings nur, weil ich ein unmensch bin. Denn juhu, juhu! Es gibt fünf gründe für ein gruneinkommen.

Dienstag, 3. September 2013

Air Port Willy Brandt

Neulich habe ich irgendwo gelesen, daß von den 75.000 baulichen mängeln am BER bereits 10.000 ausgebessert wären. Der »song des monats« ist der Flughafen-Song. Zwar schon ein jahr alt, aber immer noch aktuell. Zumindest fast.
»Platzi« gehört inzwischen der geschichte an und »Wowi« bis der flughafen eingeweiht wird, hoffentlich auch, aber ansonsten hat sich seit dem nicht viel geändert.

Immerhin gibt es so keinen lärm. Vor jahren wurde ich mal von einer bürgerinitiative gegen fluglärm um eine unterschrift gebeten. Deren anliegen verstand ich sehr gut, weil ich von einem anderen flughafen belästigt werde. Aus meiner sicht ist die nichtnutzung des flughafens viel effektiver als jede unterschrift gegen fluglärm, weshalb ich nirgends unterschreibe, aber keine flughäfen nutze.

Überzeugen konnte ich damit leider niemanden, aber bisher hat die politik genau das geschafft.

Und in ferner zukunft werde ich dann ohnehin mit einer einflugschneise nichts mehr zu tun haben.

Hoffentlich.

Sonntag, 1. September 2013

Kalender 1913 - September


Vorüber ist die Ferienzeit.
Der Lehrer hält den Stock bereit.
Ein Kind sah Berg und Wasserfall,
ein anderes nur den Schweinestall.
Erich Mühsam

Freitag, 30. August 2013

Mut zur wahrheit.


Erinnert sich noch jemand an die etwas »verunglückte« satirefigur Gero von Storch?

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Seine schwester oder tante, Beatrix von Storch, macht in diesem jahr wahlkampf für die satirepartei AfD.

Das verrückte ist, daß die es mit ihren flachheiten womöglich sogar ernst meinen. Die AfD hat kein ausgearbeitetes wahlprogramm, sondern füttert die menschen mit markigen schlagworten ab. Das muß reichen. Insgesamt scheint die AfD darauf zu spekulieren, daß der IQ der wähler nicht unbedingt weit über den gefrierpunkt hinausreicht.



Donnerstag, 29. August 2013

Langweiliger wahlkampf

In den medien wird es seit wochen so dagestellt, daß der derzeitige wahlkampf langweilig sei. Meine frage an die sogenannten »medien« wäre »müßt Ihr Euch drüber wundern? Ist das nicht ohnehin von anfang an ein abgekartetes spiel?«

Mein persönlicher eindruck ist, daß die leute mehr als sonst über diese blöde wahl sprechen - resignativ. Man kann am 22. ein kreuzchen machen oder es lassen. Es ist doch festgelegt, wohin das führt.

Weil ich in Schland lebe, ist klar, daß der frust der menschen nicht in der solidarität mit anderen niederschlagen wird, sondern nach autorität und ordnung fordern wird.

Mittwoch, 28. August 2013

Eigentlich nichts neues

Im ard-morgenmagazin sagte der journalist Glenn Greenwald im interview gestern, daß mit sicherheit weitere dinge im zusammenhang mit der spionage-affäre aufgedeckt werden würden.

Heute berichtete die tagesschau, daß der britische geheimdienst GCHQ alle wesentlichen teile des internet-verkehrs speichern und analysieren kann. Die inhalten würden 3 tage gespeichert, die metadaten 30 tage.

Hierzu fiel mir ein älteres interview von Martin Sonneborn mit Wolfgang Schmidt (Oberstleutnant a. D. des MfS) ein:



Sonneborn: »Fehlt ihnen nocht irgendwas zur totalen überwachung? Fehlt ihnen irgend ein feature, irgendein Ding?«

Schmidt:»Die totale überwachung ist bereits jetzt möglich. Die personen können in ihren bewegungen überwacht werden, die können in ihren öffentlichen äußerungen überwacht werden. Was soll da noch fehlen? Ist doch alles da.«

In sofern muß es nicht wundern, daß es gemacht wird.

Dienstag, 27. August 2013

Revolution?

Ja, was denn sonst? Die LINKSPARTEI antwortet auf diese frage jedoch etwas anderes, nämlich nein.

LINKE
Auch sie möchte die verhältnisse, die armut erzeugen keinesfalls abschaffen, den armen soll es dabei bloß nicht ganz so schlecht gehen.

Es mag als »zeitgemäß« erscheinen, einen mindestlohn von 10 € zu fordern, weil dieser lohn im vergleich zu dem, was derzeit teilweise gezahlt wird, schon fast als »gut« erscheint. Als ich jedoch letztens einen werbeprospekt des übel beleumundeten discounters »lidl« aus dem briefkasten zog, stand da drauf, daß wer für »lidl« arbeite, mindestens einen lohn von 11€50 erhalte. Mir gibt es zu denken, wenn offiziell anerkannte ausbeuter mehr zahlen, als die LINKE sich traut zu fordern. Bleibt natürlich die frage offen, ob wer bei »lidl« arbeitet auch tatsächlich bei »lidl« angestellt ist, oder nicht vielleicht doch billig über eine leiharbeitsfirma eingekauft wird.

In den medien wird über die LINKE gern behauptet, daß es in der partei »flügelkämpfe« zwischen »fundis« und »realos« gäbe, was dem wähler angeblich gar nicht gefiele, weshalb der wähler sich von ihr abwende. Eine nicht repräsentative umfrage des 1€blog unter Berliner stammwählern der LINKEN hat jedoch etwas anderes ergeben: »wenn die LINKE in der regierung jeden scheißdreck der SPD mitträgt, dann ist das mit dem wählen schiet!«

Bei den wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus 2001 hatte die LINKE, damals noch PDS, das rekordergebnis von 22,6 %, die wahlbeteiligung lag damals bei rund 68 %. Sie durfte in Berlin mitregieren. Ihre wähler waren davon derart begeistert, daß zehn jahre später das ergebnis auf 11,7 % nahezu halbiert war, die wahlbeteiligung lag bei ca. 60 %. Der eine oder andere ist einfach zu hause geblieben oder hat lieber eine linke kleinpartei gewählt.

In der Berliner regierung hat sich die LINKE nicht übermäßig darum bemüht die interessen ihrer wähler zu vertreten. Unter dem rot-roten senat wurde die lernmittelfreiheit abgeschafft, die gentrifizierung durch drastisch steigende mieten vorangetrieben - brauchbarer wohnraum abgerissen (teils sogar als »arbeitsbeschaffungsmaßnahme« auf kosten der allgemeinheit), die privatisierung öffentlichen eigentums schritt weiter voran. Dafür wählt man nicht die LINKE. Da könnte man auch gleich GRÜN oder CDU wählen.

Eigentlich sollte man am 22. september überhaupt nicht wählen. Und auch nicht vorher per briefwahl. Oder vielleicht doch die zweitstimme für die LINKE? Für eine starke, linke opposition? Selbst das ist zweifelhaft. Und der Berliner direktkandidat ohnehin unwählbar. Für revolution.

Montag, 26. August 2013

Foto am montag (69)

P1160099
Ein neuntöter oder rotrückenwürger (lanius collurio). So einen gab es im vergangenen jahr zwar schon einmal, diesmal ist er jedoch von der anderen seite zu sehen.

Sonntag, 25. August 2013

93 sekunden für die katz

Weil es für meine leser kaum zumutbar wäre, rund 1 1/2 minuten der MerkelIn im roten jäckchen zuzuhören, hat das 1-euro-blog keine kosten und mühen gescheut, die phrasendreschmaschine zu zitieren. Und siehe da: ohne das seichte geklimper im hintergrund wird noch besser sichtbar, was sie zwischen den zeilen sagt:

»Es gibt momente, da steht viel auf dem spiel.«
Bei wahlen beispielsweise eher nicht. Eine andere politik bekommt Ihr so oder so nicht, also wählt lieber mich.
»In der eurokrise, zum beispiel.«
Für die »pleitesüdeuropäer« ist das nicht so gut ausgegangen wie für Euch, also seid gefälligst dankbar!
»Oft betreten wir auch neuland.«
Auf der »datenautobahn«, beispielsweise.
»Als kanzlerin treffe ich entscheidungen für unser land.«
Und Ihr eben nicht. Dafür sollt Ihr mich schließlich wählen, damit ich über Euch entscheiden kann. Und nicht umgekehrt.
»Für die menschen in Deutschland.«
Zumindest für einige.
»Ich muß sicher sein, daß wir auch das richtige tun.«
Das falsche zu tun, wäre schließlich fatal. Aber wenn ich gewählt bin, habe ich das sagen, was das richtige ist, somit überhaupt kein problem.
»Richtig ist nicht immer das, was am lautesten gefordert wird.«
Und das, was leise gefordert wird, bestimme ich. Dafür sollt Ihr mich ja wählen.
»Richtig ist, was am ende den menschen hilft.«
Zum beispiel den netten menschen, die immer fleißig großspenden an die CDU tätigen.
»Deutschland steht heute gut da.«
Die menschen hingegen schlecht. Das macht aber nichts, solange es den richtigen schlecht geht.
»Eine starke wirtschaft.«
Durch die verarmung breiter massen.
»Mehr menschen in beschäftigug als je zuvor.«
Die von ihrer arbeit nicht leben können.
»Das ist keine selbstverständlichkeit.«
Also freut Euch des lebens!
»Das haben wir gemeinsam geschafft.«
Das ist Deutsche arbeitsteilung: Die einen machen die arbeit, die anderen das geld!
»Das darf jetzt nicht aufs spiel gesetzt werden.«
Wo kämen wir denn hin, wenn wir hier was ändern wollten?
»Durch höhere steuern und mehr belastungen.«
Zumindest nicht für unternehmer.
»Das wäre nicht gut für Deutschland.«
Es reicht, wenn der plebs zur kasse gebeten wird.
»Ich will, daß wir auch in zukunft gemeinsam erfolgreich sind.«
Wie schon gesagt: Die einen die arbeit, den anderen das geld.
»Durch gute arbeit.«
Ohne bezahlung, versteht sich.
»Und neue ideen.«
Uns fällt immer was ein, wie man die menschen besser quälen kann.
»Ich will, daß wir ein faires land sind.«
Und was fair ist, denke ich mir gemeinsam mit meinen freunden vom kapital aus
»Ich will ein land, in dem die stärkeren den schwächeren helfen.«
Und schwach ist in jedem fall der kapitaleigentümer. Dem zu helfen gilt meine politik.
»Ich will ein land, in dem die belohnt werden, die etwas leisten.«
Wer sich etwas leisten kann, bekommt belohnung. Und als belohnung muß für die, die etwas leisten auch einfach mal ein »dankeschön« reichen.
»Ein land, in dem wir unseren kindern die besten chancen bieten.«
Ich hab zwar keine. Macht sich aber gut, sowas zu sagen.
»Das ist mein ziel als kanzlerin.«
Sonst habe ich nichts anderes vor.
»Dafür bitte ich Sie um Ihre unterstützung.«
So ganz ohne menschen, die unbedingt regiert werden wollen, würde das regieren nur halb so viel spaß machen.
»Am 22. september.
Mit beiden stimmen für die CDU.
Gemeinsam schaffen wir das.«
Wenn ich mich nur selbst wähle reicht es schließlich nicht. Und überhaupt: Ein kreuz auf dem wahlzettel paßt am besten zu den christdemokraten - nicht umsonst heißt es anKREUZen. Wenn es um etwas anderes ginge, würden wir unsere wahl mit galgenmännchen, halbmonden oder niedlichen kuschelhäschen kenntlich machen.

CDU. Damit Sie auch nach der wahl Ihr kreuz zu tragen haben.