Posts mit dem Label zirkus sarrazyni werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label zirkus sarrazyni werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 13. Juli 2019

Dümmer geht ümmer: solidarisches grundeinkommen

Nach etwas längerer abstinenz von meinem lieblingsthema »grundeinkommen« mal wieder etwas neues. Sämtliche modelle des »grundeinkommens« seien sie nun »bedingungslos« oder nicht, sind schäbig. Aber das erbärmlichste kommt, wer hätte es ahnen können, natürlich von der SPD und soll ab sofort in Berlin eingeführt werden.

Oh jubel! Auf den neuaufguß der ABM haben alle langzeitarbeitslosen schon lange gewartet, endlich wieder als arbeitnehmer dritter klasse wenigstens malochen zu dürfen!

Die stadt hat jahrelang öffentliche stellen im gemeinnützigen bereich abgebaut und jetzt sollen zur abwechslung einmal wieder langzeitarbeitslose zum schundlohn die lücken füllen. Mindestlohn oder gar tarif soll es geben, sofern es einen gibt. Das hört sich nahezu gut an, sofern man die ABMwohltaten kennt, die es vor einigen jahren in Berlin gab, bei denen bruttolöhne unter 1000€ oder nur knapp darüber als völlig normal galten. Bei vollzeit beim aktuellen mindestlohn von 9,19€ erhält man einen bruttolohn von ca. 1600€.

Und was bleibt davon übrig? 1.181€20, sagt der brutto-netto-rechner:

Sehr schön ist hier die werbung für die Riester-Rente in der mitte. Klar, wer dermaßen üppig verdient, hat ganz gewiß im monat 175 € im monat für eine windige geldanlage über, um später nicht als armutsrentner zu enden. Schließlich hat man auch geld für eine eigentumswohnung, ein auto, das fährt, eine Montgolfière, eine segelyacht. Und einen außenbordmotor.
Ist das anständig bezahlt?

Ich meine, nein.

Der arbeitsmarktexperte Jürgen Schupp meint, ja. Im interview mit der Zeit
Zitat prof. dr. Jürgen Schupp: »Die Jobs sind nicht toll bezahlt, aber auch nicht prekär. Ich halte sie für ein faires Angebot.«
Es ist immer wieder schön, wenn irgendwelche professoren, die sehr bequem auf ihren lehrstühlen hocken darüber sprechen, welche arbeitskonditionen sie für andere als »nicht prekär« einstufen.

Einem bericht des rbb zufolge liegt die armutsgefährdungsschwelle (tolle wortschöpfung) in Berlin aktuell bei 1.215€ und meinen bescheidenen berechnungen zufolge liegt der betrag von 1.181€20 leider irgendwie darunter. Und der herr professor meint, daß man in der situation, in der man als »armutsgefährdet« gilt, nicht irgendwie »prekär« beschäftigt wäre. Schöne ansicht. Obendrein ist der mann dann auch noch unredlich, indem er dinge vergleicht, die man so nicht vergleichen kann:
Zitat prof. dr. Jürgen Schupp: »Das sind je nach Tarif ungefähr 1.200 Euro netto und damit deutlich mehr als der Hartz-IV-Regelsatz von 424 Euro.«
Einmal den nettoverdienst vor abzug der wohnkosten und einmal den regelsatz nach abzug der wohnkosten. Mich erinnert das an diesen schlauen professor, der vor jahren behauptete, man könne billigschuhe für 10€ 20 jahre lang tragen. Sicher, wenn man 40 paare davon hat, könnte es möglich sein. Ansonsten: knifflig.

H4empfänger bekommen im durchschnitt in Berlin im schnitt 916€. Das bedeutet, daß sie 424€ regelsatz für sich und 492€ für ihren vermieter erhalten. Wenn man das Solidarische Grundeinkommen mit h4 vergleichen möchte, muß man also entweder 1.181€20 mit 916€ vergleichen oder, sofern man davon ausgeht, daß die leute die gleiche miete zahlen müssen, oder 689€20 mit 424€. Man hat also mit arbeit 265€20 mehr als ohne.

Da steht man mit dem Solidarischen Grundeinkommen noch beschissener da, als man es mit der ABM war, wo man meist so schlecht verdiente, daß man aufstocken mußte: Da wurde für gewöhnlich so aufgestockt, daß man für gewöhnlich knapp 300€ mehr hatte als ohne arbeit. Plus: mit dem niedriglohn in der ABM bekam man auch den »Berlinpass«, mit dem man den ÖPNV billiger nutzen kann (aktuell 27€50 statt 81€), günstiger ins schwimmbad kommt, bibliotheken nutzen kann, äußerst preisgünstig ins theater und sogar in die oper gehen kann, sofern es kurz vor beginn restkarten gibt. Auch diese nicht unbedingt schönen verhältnisse noch zu verschlechtern ist klassisch SPD. Bei so schönen maßnahmen wundert man sich glatt, daß keiner, der bei trost ist, die noch wählt.

Wenn es im öffentlichen bereich an arbeitskräften mangelt, dann wäre doch beispielsweise eine steile lösung, leute, die dafür geeignet sind auszubilden, umzuschulen oder fortzubilden und ganz normale stellen auszuschreiben, auf die ein jeder sich bewerben kann.

Es ist klar, wer sich beim Solidarischen Grundeinkommen mit wem solidarisieren soll. Umgangssprachlich sage ich dazu »küss die hand, die Dich schlägt!«

Keine wohltat für arme, sondern auch wieder nur maßnahme, etwas zu kaschieren anstatt es zu bewältigen.

Freitag, 10. Mai 2019

Danke h4tv!

Wenn man auf »bento« liest, liegt es in der natur der sache, eher keine intelektuellen höhenflüge zu erwarten. Aber selbst dort ist es möglich, daß sie sich selbst noch unterbieten. Das hat letzens Thembi Wolf geschafft, als sie schrieb, daß sie dem »Hartz-IV-TV« dankbar sei, weil dort angeblich armut dargestellt würde, wie sie tatsächlich ist. Es ging um eine fotoausstellung mit bildern aus RTL2produktionen.
Zitat Thembi Wolf: »"Es sind nüchterne Bilder, die nicht beschönigen, den Protagonisten aber auch nicht die Würde nehmen", schreibt die "Süddeutsche Zeitung" dazu. Der Artikel heißt: "Armut an den Wänden, Sekt in den Gläsern". Ich verschlucke mich fast. Was soll das heißen – trinken arme Menschen keinen Sekt?«
Was heißt trinken? Arme menschen baden allmorgentlich in schampus, weshalb abends dann immer das geld nicht mehr reicht für bier und schnittchen. Das mit der »würde« ist tatsächlich ein seltsames konstrukt, das aber rein gar nichts damit zu tun hat, ob man sekt trinkt oder nicht, sondern wie man in der öffentlichkeit dargestellt und wahrgenommen wird.
Zitat Thembi Wolf: »Zuerst einmal ist Armut nichts Diffuses. Armut bedeutet, dass das Geld nicht reicht.«
Blödsinn. Ist der sehr-gut-verdiener, der etliche fernreisen im jahr macht, schnieke kleidung trägt, ein dickes auto fährt, seine kohle verpraßt und chronisch pleite ist, weil er auf zu großem fuß lebt, vielleicht arm? Ist der h4empfänger der mit seinem geld einigermaßen über die runden kommt, weil er seine bedürfnisse seinen einkomensverhältnissen angepaßt hat und ein äußerst bescheidenes leben führt deshalb reich, weil er mit seiner knete über den monat kommt?

Und dann kommt frau Wolf darauf, daß ihre lebensrealität in den Amerikanischen serien ihrer kindheit nicht vorkam, weil dort die erwachsenen zur arbeit gingen, was bei ihr zu hause eher nicht der fall gewesen sei.
Zitat Thembi Wolf: »Niemand saß regelmäßig von 9 bis 5 Uhr in einem Büro.«
Warum nur? Womöglich, weil das in Deutschland eine eher unübliche arbeitszeit ist? Hierzulande wird man oft genötigt, bereits um 7 uhr anzufangen und von regelmäßigkeit können viele nur träumen - flexibilität ist gefragt. Außerdem gibt es tatsächlich auch berufe, die nicht im büro ausgeübt werden.
Zitat Thembi Wolf: »Dass auch meine Welt existiert, bestätigte mir nicht das Nachmittagsprogramm auf Vox, sondern das auf RTL2.«
Amerikanische serien geben nicht vor, die lebensverhältnisse in Deutschland abzubilden. Außerdem ist es eine komische vorstellung, sich die existenz der eigenen lebenswelt durch das schrottprogramm im Deutschen privatfernsehen bestätigen lassen zu müssen.

Allerdings schreibt Thembi Wolf, daß sie eine reformschule besucht und ein musikinstrument gelernt habe. Wie viele figuren aus dem »unterschicht-tv« leisten sich privatschulen und musikunterricht?
Zitat Thembi Wolf: »Die TV-Formate heißen heute anders – "Hartz" ist in vielen Titeln – das Prinzip ist geblieben. In "Armes Deutschland" werden pro Folge drei oder vier Deutsche begleitet, die nicht viel Geld haben.«
Bei »Armes Deutschland« werden eben gerade nicht drei oder vier Deutsche mit wenig geld begleitet. Hier wird armut dargestellt, wie sie in den köpfen irgedwelcher drehbuchschreiber windiger produktionsfirmen existiert. Es soll so aussehen, als seien die charaktere alle echt und ihre geschichten quasi vom leben selbst erzählt. Tatsächlich ist alles frei erfunden.

Die unterschiede zwischen dokumentarfilm, doku-soap und »scripted reality« muß man als schreiber bei bento offensichtlich nicht wissen.
Zitat Thembi Wolf: »Sie sind nicht die am Leben scheiternden Schluffis aus den Öffentlich-rechtlichen: schüchtern, grundsympathisch und immer ein bisschen langsam im Kopf. Bemitleidenswert und maximal unschuldig.

Wir sprechen dem Hartz-IV-TV ab, dass es mit Stilmitteln arbeitet. Mit denselben, wie jede Netflixserie: Übertreibung, überzeichneten und fehlbaren Charakteren und einer Dramaturgie. Und wir sprechen denen, die zuschauen, ab, dass sie das wissen.«
Wer soll dieses ominöse »wir« sein, das die stilmittel verleugnet? Es ist doch durchsichtig: die »dramaturgie« ist stets die selbe: es wird der faule h4mensch gezeigt, sich daneben benimmt und kein bock auf arbeit hat. Als gegenpart kommt der workingpoor hinzu, der mindestens 35 stunden pro tag arbeitet, sich den ganzen arsch aufreißt, um seine familie zu ernähren. Für den preis, daß er seine kinder leider vernachläßigen muß, obwohl er so gern mehr zeit mehr für sie hätte.

Das konnte das öffentlich-rechtliche auch schon im jahr 2012 relativ gut als der etwas verquere esoteriker Ralph Boes in der Maischbergertalkshow der fleißigen putzfrau Heidi Ralfs gegenübergestellt wurde: auf der einen seite der »faule« hartzer, der bestimmte arbeiten nicht machen möchte und auf der anderen die fleißige, die mit ihrer plackerei auf keinen grünen zweig kommt aber wahnsinnig stolz drauf ist.
Zitat Thembi Wolf: »Aber auch die Annahme, alle Darstellerinnen müssten Opfer eines ausbeuterischen Systems sein, ist ein Stigma.«
Der begriff »armutsporno« des Britischen »Guardian« trifft die angelegenheit ziemlich gut.

Es wird nicht die realität abgebildet. Stattdessen werden die phantasien des drehbuchschreibers und des publikums bedient. Die darsteller haben oft knebelverträge aus denen sie nicht wieder rauskommen und müssen vor der kamera tun, was ihnen vorgegeben wird. Die sagen nicht, was sie denken oder fühlen, sondern müssen etwas darstellen, was sie überhaupt nicht sind. So etwas kann durchaus spaß machen, ansonsten würde vermutlich niemand schauspieler werden wollen - ich habe mal eine kleine, aber gemeine nebenrolle in einem hörspiel gesprochen und habe durchaus gern die fieslingin gespielt. Das unredliche an diesen angeblichen »dokus« ist, daß sie ebenso »wahr« sind wie sämtliche seifenopern der welt, vom publikum aber größtenteils nicht als fiktion, sondern als realität wahrgenommen werden. Tatsächlich ist die realität von langzeitarbeitslosen oft unspektakulär, weil sie einfach versuchen, mit dem wenigen geld, das sie haben ein möglichst normales leben zu führen. So daß sie, wenn man realitätsnah davon berichten wollte, beim sensationsheischenden RTL2publikum keinerlei quote brächten.

Über Christian und Nathalie, die die »asozialen« in »Armes Deutschland« geben, schreibt Thembi Wolf:
Zitat Thembi Wolf: »Selbst in der Geschichte vom "Ich nehme lieber Hartz IV"-Christian und der rauchenden, schwangeren Natalie steckt diese Nuance. Was schuldet Christian der Gesellschaft? Ist es okay, nicht zu arbeiten? Ist es okay, Arbeit abzulehnen, weil er sich mehr wert ist als den 500-Euro-Job seines besten Kumpels?

Und da ist der Umgang mit dem Stigma der Armut. Studien sagen, Armut führt zu schlechterer Gesundheitsvorsorge. Zu wissen, was gesund ist, ist eine Frage der Bildung. Darf Natalie in der Schwangerschaft rauchen? Wer mal mit Kippe und Kinderwagen unterwegs war, kennt die urteilenden Blicke. Aber solche gesellschaftliche Ächtung prallt an Natalie vielleicht ab.«

Wie sich Christian und Nathalie im richtigen leben verhalten, wird das publikum nicht erfahren. Sie sind, wie schon gesagt, figuren in einer »scripted-reality-show«, die vor der kamera sagen, was sie sollen. Und es geht nicht darum, mal drüber nachzudenken, daß es schon in ordnung ginge, schlecht bezahlt arbeit nicht anzunehmen. Weiter oben wird scheinheilig gefragt:
Zitat Thembi Wolf: »Er will nicht arbeiten, selbst Schuld an der Armut. Schürt das nicht Vorurteile gegen Arbeitslose? Stigmatisiert sie?«
Was denn sonst?
Zitat Thembi Wolf: »Wir verkennen, dass die Hartz-IV-TV-Sendungen hochpolitisch sind.«
Und da ist es schon wieder, dieses »wir« in das man ungefragt eingemeindet wird, auch wenn man es völlig anders sieht.

Natürlich sind diese sendungen hochpolitisch. Es geht darum, die gruppe der arbeitslosen - und speziell der langzeitarbeitslosen - zu diskreditieren.

Zwar ist es in einer konkurrenzgesellschaft zwangsläufig, daß es konkurrenzverlierer gibt. Aber die konkurrenzverlierer sind nach den darstellungen des h4tv grundsätzlich selber schuld. Weil eben dumm, faul, träge und viel zu unmotiviert für den tollen erfolg in der lohnarbeit.

Verachtung gegenüber ärmeren oder weniger leistungsfähigen menschen hat es in dieser gesellschaft schon immer gegeben, seit es diese von Thembi Wolf gelobten formate im fernsehen gibt, hat sich der ton allerdings wesentlich verschärft.
Zitat Thembi Wolf: »Der Wunsch nach "würdevollen" Bildern von Armut war für mich deshalb immer verlogen. Denn es ist nicht das Bedürfnis der Betroffenen – sondern derer, die von außen auf sie blicken und sich ihrer Vorteile und Vorurteile schämen.«
Ja, natürlich ist es verlogen, »würdevolle« bilder von armut zu wünschen. Daß das etwas mit vor- oder vorurteilen oder scham zu tun hätte, ist jedoch auch wieder ein vorurteil. Vielleicht wäre es auch möglich und wesentlich vernünftiger, die abschaffung von armut zu verlangen, statt ihre würdelose darstellung zu bejubeln.

Zitat Thembi Wolf: »Das weiß ich, seit ich klein war und unter Menschen lebte, die meinen 2,90-Latte für die ultimative Dekadenz halten würden.«
Schlechte grammatik. Die 2,90 latte ist in diesem fall offensichtlich kein kaffehaltiges milchschaumgetränk im hochglas, sondern eher ein brett, das an bestimmter stelle sitzt.

Nö, da gibt’s nichts zu danken!

Donnerstag, 15. Februar 2018

Bilderberger bei den nachdenkseiten

So langsam bekomme ich den eindruck, daß die macher der nachdenkseiten endgültig von allen guten geistern verlassen wurden.

Bekanntermaßen soll in der großen koalition der derzeitige Hamburger bürgermeister, Olaf Scholz, vizekanzler und finanzminister werden.

Folgt nun, wie man es von einer kritischen website erwarten sollte, eine analyse der bisherigen politischen tätigkeit des herrn Scholz? Schließlich ist der in der bundespolitik kein unbeschriebenes blatt.

Natürlich nicht.

Was der z.b. von 2007 bis 2009 als bundesarbeitsminister getan hat, interessiert Markus Klöckner nicht - wichtig sind allein drei tage anfang juni 2010, an denen herr Scholz an einer nicht-öffentlichen konferenz teilgenommen hat.

Da bekommt der ausdruck kritische website eine völlig andere qualität.

Dienstag, 12. Dezember 2017

Aluminiumfarbene Aluminiumehrennadel an der Goldenen Impfspritze

In diesem jahr vergibt das 1€blog einmalig den ausschließlich im feinstofflichen existierenden ehrenpreis »Aluminumfarbene Aluminiumehrennadel an der Goldenen Impfspritze.«

Die juri hat ausgiebig diskutiert und sich einstimmig für besonders große lyrik entschieden:

Gewonnen hat DIE BANDBREITE mit ihrem text »Bitte impft sie nicht!«

Wer mag, kann sich das video hier ansehen, denn aus respekt vor diesem grandiosen werk, binde ich es hier nicht ein.

Damit alle wissen, worum es geht, habe ich den text mitgeschrieben. Denn erst beim lesen bemerkt man die wahre größe des textes:

»Hallo Ihr zwei, weil ihr grad mama und papa seid
hab ich mich hingesetzt, dat ich euch ein paar zeilen schreib
ich hab ja selber zwei ganz wunderbare kinder
sie hatten masern, röteln, mumps, wat gar nich schlimm war
doch hört man immer, dat kinderkrankheiten,
als seis der teufel nach dem leben der kleinen greifen.
vargeßt den streifen, denn die angst soll euch begleiten.
Sie wolln euch dazu kriegen zu vaxxinen zu greifen
am besten gleich noch im babyalter
mit trägerstoffen aus schwermetall, ja.
fragst du den arzt, da weiß er nich, was steht im faltblatt,
dat weiß er nich, da zuckt er mit den achseln
und sacht dat geht auf jeden fall klar.

All das zeigt, wie das ist wenn man sich verleiten
steht ihr dann ganz alleine irgendwann vor der entscheidung
und weil dann meistens niemand mehr einen plan hat
drum erzähl ich von erfahrungen
bewahr euch vor dem drama

refrain:
bitte, bitte impft sie nicht
verabreicht ihnen nicht das gift
spielt nicht mit ihrer zukunft
bitte, impft die kinder nicht

nein!

denn dieser ablaßhandel ist gefährlich
das RKI und deine ärzte sind nicht ehrlich
autismus und epilepsie die folgen schwerlich
für die pharmaindustrie sind eure kinder so entbehrlich

sogar auf dem beipackzettel steht daß dat gefährlich ist, doch hat Dein doc den leider nicht gelesen, wenn er ehrlich ist

inhaltsstoff formaldehyd ein schwerwiegendes nervengift
alluminium hydroxyd gegen dat deine immunabwehr wehrlos ist
ohne dieses gift gäbe es den titer nicht
kein antigen entsteht, wenn man nur die viren spritzt
dieser witz offenbart sich später in statistiken
denn was steht nach nem maserausbruch später in den listen drin?
die geimpften kinder sind genau so oft betroffen
wie die kinder die frei sind von impfstoffen
wat muß ich noch tun damit ihrs endlich glaubt?
eine krankheit die kommen will, hält die impfung niemals auf
der bessere verlauf
ja da pochen sie drauf
und alle drucken es
denn sie haben die presse gekauft
bitte, glaubt ihnen nicht
ein wort dat sie reden
sie vergiften eure kinder, machen damit noch moneten

refrain:
bitte, bitte impft sie nicht
verabreicht ihnen nicht das gift
spielt nicht mit ihrer zukunft
bitte, impft die kinder nicht

nein!

Denn dieser ablaßhandel ist gefährlich
das RKI und deine ärzte sind nicht ehrlich
autismus und epilepsie die folgen schwerlich
für die pharmaindustrie sind eure kinder so entbehrlich

ich weiß, dat wat ich hier erzähle dat schockt
doch für krankheiten, die kommen wollen, gibt es keinen stopknopp
ob der liebe gott doch sich da wat bei gedacht hat
grad die krankheit als symbol hilft und und dich damit zur acht mahnt
grad den kleinen helfen kinderkrankheiten
sich an durchgemachter krankheit physisch-geistig zu entfalten
ihr müßt begreifen wat damit gemeint ist
Wenn ich sage senk dat fieber nicht, weil fieber nicht Dein feind ist

Wir sind uns einig: vielen fehlt die weitsicht
zu erkennen daß die welt genial designed statt hundsgemein ist
und darum mein ich: sei der natur nicht feindlich
gegenüber eingestellt und seid offen für nen einblick
lang braucht die einsicht
Komm bitte nicht mit (?)
impfen ist ein aberglaube
nur ein paar jahre später
danken euch die kinder durch(?)
darum schick sie in die wüste, diese pharmavertreter

Refrain:
bitte, bitte impft sie nicht
verabreicht ihnen nicht das gift
spielt nicht mit ihrer zukunft
bitte, impft die kinder nicht

nein!

denn dieser ablaßhandel ist gefährlich
das RKI und deine ärzte sind nicht ehrlich
autismus und epilepsie die folgen schwerlich
Für die pharmaindustrie sind eure kinder so entbehrlich
...

Es sitzen schwerverbrecher am RKI und bei Paul Ehrlich«
Wirklich großartiger text. Ist schließlich gut, wenn man erst mal »bitte« sagt. Ich bin immer noch begeistert von diesem text, andere jurimitglieder haben das nicht so positiv bewertet und kommentierten »ist dieser scheißsong eigentlich immer noch nicht zu ende?«, »das ekligste, was ich je gehört habe« oder »so eine ladung geballten bullenscheiß muß man sich erst einmal zusammenreimen.« Ja, genau, so etwas muß man erst einmal hinkriegen - ohne scheiß kein preis - denn dafür wird sie doch verliehen, die Aluminiumfarbene Aluminiumehrennadel an der Goldenen Impfspritze.

Auf den gesamten text mag ich nicht eingehen, aber wenigstens auf ein paar ausgesucht schöne stellen. Schließlich weiß ich texte zu schätzen in denen große sauereien entlarvt werden. »das RKI und deine ärzte sind nicht ehrlich/autismus und epilepsie die folgen schwerlich«. Das mit dem autismus geht sicherlich auf die längst widerlegte Wakefield studie zurück, die der britische arzt Andrew Wakefield 1998 in der zeitschrift The Lancet veröffentlichte, die aber längst zurückgezogen wurde und der arzt wegen dieser angelegenheit berufsverbot bekam, weil er offenbar geld von den anwälten angenommen hatte, die eltern autistischer kinder vertraten. Daß impfungen epilepsie auslösen könnten, habe ich noch nie gehört. Jedoch können beispielsweise masern hirnschädigungen zur folge haben, die ein derartiges krampfleiden auslösen, insofern kann eine maserimpfung dieser form von epilepsie sogar vorbeugen.

»Sogar auf dem beipackzettel steht daß dat gefährlich ist«. DIE BANDBREITE leistet hier ganz große aufklärungsarbeit: die pharmaindustrie lügt, gibt interessanter weise aber faltblätter und beipackzettel heraus, wo man sich über die risiken und nebenwirkungen der impfungen informieren kann. Da hat echt mal wer was aufgedeckt: etwas streng geheimes, das in beipackzetteln längst erwähnt wird, das ist voll investigativ. Ärzte sind bekanntermaßen meist so typen, die sich als analphabeten durchs studium mogeln und deshalb nicht wissen, was in faltblättern oder beipackzetteln steht. Und erst so hip-hop-heinis aus Duisburg müssen aufdecken, daß ärzte nicht lesen können und von medizin keinen blassen dunst haben.

»die geimpften kinder sind genau so oft betroffen/wie die kinder die frei sind von impfstoffen/wat muß ich noch tun damit ihrs endlich glaubt?« Auf eine einfache frage gehört eine einfache antwort: beweise liefern. Wenn die geimpften kinder genau so betroffen sind: warum sind die pocken ausgerottet? Möcht ich gern mal wissen. Warum gibt es auf dem Amerikanischen kontinent, wo konsequent gegen masern geimpft wurde, keine masern mehr? Und warum tritt polio heutzutage nur in regionen auf, in denen nicht ausreichend dagegen geimpft wird? Das sind fragen, die leicht zu beantworten wären, wenn die geimpften kinder genau so oft von diesen krankheiten befallen würden.

Und natürlich darf der gastauftritt des »lieben gottes« nicht fehlen: »ob der liebe gott doch sich da wat bei gedacht hat grad die krankheit als symbol hilft und und dich damit zur acht mahnt grad den kleinen helfen kinderkrankheiten sich an durchgemachter krankheit physisch-geistig zu entfalten«. Wenn ein kind an polio erkrankt und nach durchgemachter krankheit deformierte knochen hat, ist das eine ganz prima hilfe zur entfaltung. Zum glück sind impfstoffe menschengemacht und keine »himmelsgeschenke« dieser art, »sei der natur nicht feindlich« ist auch bloß wieder eine form der verklärung, daß das menschengemachte »böse« und die natur von sich aus »gut« sei. So sieht die welt nicht aus.

DIE BANDBREITE sind so zwei typen: Torben Eckhoff alias DJ Torben und dem sänger und songwriter Marcel Wojnarowicz, der sich auch »Wojna« nennt. Hach, wie lustig, wojna ist das Polnische wort für »krieg«.

Jener sich »Wojna« nennende trat 2009 als direktkandidat für die Willi-Weise-Bewegung an. Eher rechtsradikale bewegung mit zinskritischem blödsinn.

Im wahlkampf 2017 hat DIE BANDBREITE die rechte kleinpartei »Deutsche Mitte« unterstützt. Das war der wahlverein des Christoph Hörstel, bei dem ein gewisser Hans Tolzin gesundheitspolitischer sprecher war (oder noch ist).

In anderen songtexten verbreitet DIE BANDBREITE die rechtsradikale urbane legende, daß ausländer Deutschen ins essen wixen, freunde des romantischen liebesliedes kommen natürlich auch auf ihre kosten. Und es gibt auch einen freundlichen text mit vorurteilen über h4empfänger
Zitat:»Dein Gelaber macht mich aggro, ich steck den Kopp ins Klo.«
Oh, hoffentlich. Spülung bitte nicht vergessen. Wenn der braune mist sich einfach selbst im klo runterspülte, wäre womöglich schon einiges gewonnen.

Diese texte kann man kaum beschönigend als »querfront« bezeichnen, das ist stramm rechts.

Wer es sich nicht verkneifen möchte, kann DIE BANDBREITE in Berlin am kommenden donnerstag live bei der verleihung des sogenannten »Kölner Karlspreises« im kino Babylon in Berlin erleben.

Da wächst dann vermutlich zusammen, was zusammen gehört.



Sonntag, 15. Oktober 2017

Rechte auf der Buchmesse und wer macht für sie PR?

Hätte man sie einfach rechts liegen gelassen, hätte wahrscheinlich kaum jemand notiz von den rechten verlagen auf der Frankfurter Buchmesse genommen - und ich übrigens auch nicht. Erst als die ansichtsexemplare eines rechten verlages mit zahnpasta beschmiert wurden und die lage bei einer buchpräsentation zu eskalieren drohte, erfuhr ich aus dem Deutschlandfunk Kultur, daß die überhaupt teilnehmen und wunderte mich, daß denen so eine internationale messe nicht zu multikulturell ist.
Zitat Svenja Flaßpöhler: »Es kam dann tatsächlich der AfDpolitiker Björn Höcke auf die bühne und nahm das publikum noch mal sehr für sich ein [...] zentrum seiner rede war eigentlich auch eine art opfer-diskurs [...] und hat nochmal eine lanze dafür gebrochen, diese deutungshoheit der linken, also diese filterblase der linken, dieses vorrecht der linken, sich präsentieren zu dürfen - aber die rechten dürfen es eben nicht, dieses ungleichgewicht eben aufzubrechen [...] wir wollen, daß wir genau so ernst genommen werden, wie die.

[...]

Entgegen der erzählung von herrn Höcke war es so, daß die linken abgeführt wurden.«
Immer wieder sei gesagt worden »Wir wollen mit den Linken leben und auch mit ihnen reden, aber die Linken sind die Verblendeten und wir sind die, die auf dem Boden der Wahrheit stehen.«

Ist es sinnvoll, mit anderen reden zu wollen, wenn man sich von vornherein einbildet, die wahrheit gepachtet zu haben während die anderen die verblendeten sind?

Freitag, 8. September 2017

Ab 2018 bricht wohlstand aus

Welch zufall, welch zusammenspiel! Keine drei wochen vor der bundestagswahl wurde ein anstieg der h4regelsätze verkündet. Für alleinstehende steigt der satz um 1,7 % von 409 € auf 416 €. Eine so große erhöhung bekommen natürlich nicht alle. Dafür reicht’s leider mal wieder nicht. So meldet die jw von heute:

»Im kommenden Jahr sollen die Regelsätze für Alleinstehende um sieben auf 416 Euro und für Paare pro Person um sechs auf 374 Euro angehoben werden. Für Kinder ab sechs Jahren, Behinderte und junge Menschen unter 25 gibt es fünf Euro mehr. Je nach Alter erhalten sie dann zwischen 296 und 332 Euro pro Monat. Nach einer Nullrunde hat das BMAS diesmal auch wieder die Kleinkinder bis fünf Jahre bedacht: Deren Satz soll um drei auf 240 Euro angehoben werden. Kindergeld und Unterhalt werden davon jedoch abgezogen. Insgesamt ist das ein Anstieg je nach Alter um 1,2 bis 1,7 Prozent. Die Preise in der Bundesrepublik steigen schneller. Laut Statistischem Bundesamt um jährlich 1,8 Prozent. Bei Grundbedürfnissen – und kaum mehr können sich von Hartz IV Betroffene leisten – war die Entwicklung noch rasanter. So waren Nahrungsmittel im August drei und Energie 2,3 Prozent teurer als im Vorjahresmonat.«

Damit werden vor allem familien und alleinerziehende zukünftig im geld schwimmen. Aber etwas anderes war nicht zu erwarten.

Mittwoch, 29. März 2017

Der Deutsche traum: vom tellerwäscher zur AfD

An sich ist es kein geheimnis: nicht alle menschen, die zu einer an sich diskriminierten minderheit gehören, sind deshalb automatisch links. Es gibt konservative oder sogar rechtsextreme frauen, schwule und ausländer.

Und es gibt den herrn Demagbo von der AfD, der aus Benin in Westafrika stammt, der sprachwissenschaftler ist, zum studium nach Kiel kam, dort eine zweite heimat fand und »multikulti« als gescheitert bezeichnet, was auch immer man als »multikulti« bezeichnet. Beispiele hierfür seien Duisburg-Marxloh und Berlin-Marzahn.

Ich kenne Duisburg-Marxloh nur dem namen nach. Ist berüchtigt wegen der über 50% ausländeranteil. Aber Marzahn? Multikulti? Ich hatte dort in den letzten tagen mehrfach zu tun. War alles wie immer: im russischen supermarkt ein paar leute, die mit akzent Deutsch sprachen und der frühlingsrollenverkäufer in der bude an der ecke, der vielleicht in den 80er jahren als vertragsarbeiter aus Vietnam kam. Ansonsten alles Deutsch. Wahrscheinlich gibt es in Deutschland in einer großstadt keinen Deutscheren ort als Marzahn. Mit mehr als 95% inländeranteil ist multikulti tatsächlich kaum möglich. Das sind ganz neue töne aus der AfD, daß multikultur offenbar am zu hohen inländeranteil scheitert.

In einem interview mit dem ZDF im März 2016 sagte herr Demagbo über seine integration in Deutschland:
Zitat Achille Demagbo: »Damals war die stimmung sehr gut, mir wurde enorm geholfen. Ich bin sehr dankbar dafür. Die Deutschen sind nicht ausländerfeindlich, ganz im gegenteil, die Deutschen schätzen jeden, der hier lebt und die demokratischen werte Deutschlands schätzt.«
Positiver rassismus ist immer schon nicht schlauer gewesen als negativer. Die aussage, daß »die Deutschen« nicht ausländerfeindlich sind ist genau so falsch wie die behauptung, daß »die Deutschen« alle rassisten wären. Wahrscheinlich wäre es sogar falsch zu behaupten, daß alle in der AfD ausländerfeindlich wären.
Zitat Achille Demagbo: »Man kann mir getrost abnehmen, daß ich niemals einer rassistischen partei beitrete. Und eine solche partei würde mich auch nicht in den landesvorstand wählen.«
Allein, weil Achille Demagbo es in den vorstand der AfD geschafft hat, soll man also glauben, die AfD hätte nichts mit rassismus zu tun.

Das ist keine gute idee. Er denkt allein von seiner eigenen betroffenheit aus. In Kiel sind die von der AfD offenbar eher wirtschaftorientiert, die gegen die »guten ausländer« wenig haben. Und zu den »guten« zählt herr Demagbo sich auch selbst. Schließlich ist er kein armutsflüchtling, er stammt aus guten verhältnissen, hat sich sein studium in Deutschland redlich mit tellerwaschen verdient und ist in der Deutschen bürgergesellschaft angekommen. Er betrachtet es sogar als positiv, wenn Björn Höcke vom lebensfreudigen Afrikanischen ausbreitungstyp spricht. Schließlich sei er lebensbejahend. Noch mal zur erinnerung in kürze, was herr Höcke gesagt hat:
Zitat Björn Höcke:»In Afrika herrscht nämlich die sogenannte r-strategie vor, die auf eine möglichst hohe wachstumsrate abziehlt, dort dominiert der sogannte ›ausbreitungs-typ‹ und in Europa verfolgt man großteils die K-strategie, die die kapazität des lebensraumes optimal ausnutzen möchte, hier lebt der ›platzhalter-typ‹

[…] im 21. jahrhundert trifft der lebensfreudige Afrikanische ›ausbreitungs-typ‹ auf den selbstverneinenden Europäischen ›platzhalter-typ‹ […] An dieser stelle ist es angeraten, meiner meinung nach, mal die populationsökologische brille aufzuziehen, um den blick noch etwas zu weiten.[…] Die länder Afrikas, sie brauchen die Deutsche grenze, die länder Afrikas, sie brauchen die Europäische grenze, um zu einer ökologisch-nachhaltigen bevölkerungspolitik zu finden.«
Das hört sich nicht danach an, als wären dem Herrn Höcke Afrikaner in Deutschland besonders willkommen. Für mich klingt das eher völkisch. Es klingt ein bißchen wie die aussage eines anderen, der früher in Deutschland unter dem namen »der Führer« bekannt war:
Zitat Hitler: »Juden waren und sind es, die den Neger an den Rhein bringen, immer mit dem gleichen Hintergedanken und klaren Ziele, durch die dadurch zwangsläufig eintretende Bastardierung die ihnen verhaßte weiße Rasse zu zerstören, von ihrer kulturellen und politischen Höhe zu stürzen und selber zu ihren Herren aufzusteigen.

Denn ein rassereines Volk, das sich seines Blutes bewußt ist, wird vom Juden niemals unterjocht werden können. Er wird auf dieser Welt ewig nur der Herr von Bastarden sein.

So versucht er planmäßig, das Rassenniveau durch eine dauernde Vergiftung der einzelnen zu senken.«
So würde das heute niemand mehr sagen. Schon allein, weil es den meisten menschen bekannt ist, daß das mit den Juden eine verschwörungstheorie ist und man sich damit lächerlich macht. Aber, daß man den Hitler als »böse« darstellt, damit hat Höcke ein problem:
Zitat Björn Höcke: »Wissen Sie, das große Problem ist, dass man Hitler als das absolut Böse darstellt[...]Wir wissen aber natürlich, dass es in der Geschichte kein Schwarz und kein Weiß gibt. Und dass es viele Grautöne gibt. [...]Sogar der schlimmste Schwerverbrecher hat vielleicht irgendetwas Gutes, irgendetwas Liebenswertes, aber er ist trotzdem ein Schwerverbrecher [...] es ist ausgeschlossen – rein von der Logik her, also rein philosophisch gesehen ist es ausgeschlossen – dass ein Mensch nur dunkel ist.«
Weniger probleme dürften Höcke und seine freunde damit haben, was Hitler über die integration von ausländern, damals »Germanisation« genannt, geschrieben hat:
Zitat Hitler: »Es ist aber ein kaum faßlicher Denkfehler, zu glauben, daß, sagen wir, aus einem Neger oder einem Chinesen ein Germane wird, weil er Deutsch lernt und bereit ist, künftighin die deutsche Sprache zu sprechen und etwa einer deutschen politischen Partei seine Stimme zu geben. Daß jede solche Germanisation in Wirklichkeit eine Entgermanisation ist, wurde unserer bürgerlichen nationalen Welt niemals klar. Denn wenn heute durch das Oktroyieren einer allgemeinen Sprache bisher sichtbar in die Augen springende Unterschiede zwischen verschiedenen Völkern überbrückt und endlich verwischt werden, so bedeutet dies den Beginn einer Bastardierung und damit in unserem Fall nicht eine Germanisierung, sondern eine Vernichtung germanischen Elementes. Es kommt in der Geschichte nur zu häufig vor, daß es den äußeren Machtmitteln eines Eroberervolkes zwar gelingt, den Unterdrückten ihre Sprache aufzuzwingen, daß aber nach tausend Jahren ihre Sprache von einem anderen Volk geredet wird und die Sieger dadurch zu den eigentlich Besiegten werden.

Da das Volkstum, besser die Rasse, eben nicht in der Sprache liegt, sondern im Blute, würde man von einer Germanisation erst dann sprechen dürfen, wenn es gelänge, durch einen solchen Prozeß das Blut der Unterlegenen umzuwandeln. Das aber ist unmöglich. Es sei denn, es erfolge durch eine Blutvermischung eine Änderung, welche aber die Niedersenkung des Niveaus der höheren Rasse bedeutet.«
Daß man Deutsch nicht werden, sondern nur sein kann, entspricht bis heute dem denken der rechtsextremen. Und das kommt auch in der AfD vor, weshalb jeder, der sich in der partei engagiert oder sie wählt, sich mit faschisten gemein macht.

Mich erinnert die geschichte des herrn Demagbo ein wenig an jene Juden, die Deutschnational waren und kaum begreifen konnten, daß sie im »Dritten Reich« unerwünscht waren. Bezugnehmend auf Brecht sagte damals Horst Hannibal »HoHaSchmi« Schmidt: »Und die noch dümmeren kälber verrichten sogar die arbeit ihrer schlächter selber.«

Sonntag, 19. März 2017

Partei der pessimisten

Die forscher des Instituts der deutschen Wirschaft haben herausgefunden, daß die AfD keine prekariatspartei ist, sondern eine partei der gutverdiener. Wer hätte das gedacht? Es wird zwar immer gern behauptet, daß arbeitslosigkeit zu rechtsradikalität und rassismus führe, gestimmt hat das aber noch nie. Die AfD-anhänger sind kleinbürgliche pessimisten, die angst vor der zukunft und vor ausländern haben.

Daraus schließt die FAZ, daß diese figuren zur mitte der gesellschaft gehörten, weil es eben keine prekären existenzen sind, die den verein wählen. Das ist natürlich falsch: rechtsradikal ist halt nicht mitte, sondern rechtsradikal, egal wie überdurchschnittlich man verdient.

Dazu fällt mir noch ein, daß ich letztens in der gewerkschaftszeitung der IGMetall las, daß die AfD im April 2016 nur ca. 15% weibliche mitglieder hatte. Es ist also die partei der pessimistischen männer.

Dienstag, 28. Februar 2017

Gedanken des geschichtslehrers BH

Im interview mit dem Spiegel (ausgabe, nr. 8/18.02.2017) sagte der fraktionsvorsitzende der AfD, Björn Höcke, daß er in seiner Dresdner Rede »das falsche thema zum falschen zeitpunkt mit dem falschen pathos vorgetragen« habe. Aber im grunde hat er doch nichts gesagt, was man ihm nicht ohnehin zugetraut hätte, der mann ist schließlich längst dafür bekannt, des öfteren haarsträubendes von sich zu geben.

Damit es nicht heißt, ich würde dinge aus dem zusammenhang reißen, habe ich ungefähr die hälfte seiner rede mitgeschrieben, inklusive der viel zitierten angelegenheit mit dem Holocaust Mahnmal. Diese goldenen worte sollten der nachwelt erhalten bleiben. Ist alles drin, was man für eine große, rechtsextreme rede braucht: pathos, heiße luft und opfermythos. Als beamter des landes Hessen, der seit jahren geschichte unterrichtet, kann er nicht behaupten, daß er nicht gewußt habe, wovon er redet.
Zitat BH: »Die bombardierung Dresdens und der anschließende feuersturm vernichteten das Elbflorenz und die darin lebenden menschen. Die bombardierung Dresdens war ein kriegsverbrechen. Sie ist vergleichbar mit den atombombenabwürfen über Hiroshima und Nagasaki.

Mit der bombardierung Dresdens und der anderen Deutschen städte wollte man nichts anderes, als uns unsere kollektive identität rauben. Man wollte uns mit stumpf und stil vernichten, man wollte unsere wurzeln roden. Und zusammen mit der dann nach 1945 begonnenen systematischen umerziehung hat man das dann auch fast geschafft. Deutsche opfer gab es nicht mehr, sondern es gab nur noch Deutsche täter. Bis heute sind wir nicht in der lage, unsere eigenen opfer zu betrauern. Und augenfällig wurde das wieder mit dem würdelosen umgang mit den opfern des Berliner Terroranschlags.«
Der herr geschichtslehrer tut so, als wäre die zerstörung Dresdens und zahlreicher anderer Deutscher städte aus heiterem himmel über das friedliebende Dritte Reich hereingebrochen.

Das war aber nicht so. Bereits 1937 zerstörten die bomber der Deutschen Legion Condor mehrere Baskische städte, darunter die stadt Gernika, welche als »kulturelle hauptstadt des Baskenlandes« von bedeutung war. Und auch in Großbritannien wurden in den ersten kriegsjahren historische städte zerstört, die nicht unbedingt kriegswichtig waren.

Man kann also kaum behaupten, die zerstörung Dresdens sei eine überraschung gewesen. Sicherlich ging es bei den angriffen der alliierten auch um vergeltung. Die strategie war, das Deutsche Reich durch die bombardierungen zur kapitulation zu zwingen bzw. das volk so weit zu demoralisieren, daß es gegen die obrigkeit aufsteht. Das ist aber leider nicht passiert. Das dumme volk hat es lieber erduldet, in die steinzeit zurück gebombt zu werden als zu rebellieren.

Und dann maßt sich dieser kasper auch noch an zu behaupten, »wir« wären nicht imstande, um »unsere eigenen opfer« zu trauern. Glaubt der im ernst, daß die meschen, die ihre liebsten im krieg verloren haben, nicht ganz von selbst um ihre »eigenen opfer« getrauert hätten? Der staat, der sie in diesen krieg geschickt hat, dürfte so ziemlich das letzte gewesen sein, das sie dazu brauchten. Es ist natürlich nicht auszuschließen, daß nazifamilien tatsächlich dermaßen emotional auf der strecke geblieben sind, daß sie ohne hoheitliche erlaubnis unfähig zum trauern sind. »Deutsche Helden« weinen schließlich nicht. Alle anderen haben ihre toten angehörigen beweint. Und viele mußten gar nicht groß »umerzogen« werden, um anhand dieser erfahrungen zu begreifen, daß »die sache der nation« keinesfalls ihren eigenen interessen entspricht und man deshalb vom patriotismus besser abstand hält.

Achtung. Es folgt der vielzitierte teil mit dem »denkmal der schande«.
Zitat BH: »Der von Markus Mohr schon zu recht thematisierte wiederaufbau der Frauenkirche war für uns patrioten ein hoffnungsschimmer dafür, daß es ihn doch noch gibt, diesen kleinen funken Deutschen selbstbehauptungswillen.

Aber, liebe Freunde, bis jetzt sind es nur Fassaden, die wieder entstanden sind. Jetzt ist unsere geistesverfassung, unser gemütszustand immer noch der eines total besiegten volkes. Wir Deutschen, und ich rede jetzt nicht von euch patrioten, die sich hier und heute versammelt haben, wir Deutschen als unser volk, sind das einzige volk der welt, das sich ein denkmal der schande in das herz seiner hauptstadt gepflanzt hat.«
Dazu sagt er im interview mit dem Spiegel: »Aber nicht nur ich habe das gefühl, daß alle anderen länder in dieser welt die positiven seiten ihrer geschichte in den mittelpunkt ihrer erinnerungskultur stellen, während es bei den Deutschen die dunkle seite der Judenvernichtung im Dritten Reich ist. Mir ist es wichtig klarzustellen, daß diese verbrechen unentschuldbar sind, ein schandfleck in der Deutschen geschichte. Aber warum stellen wir ausgerechnet diesen schandfleck in den mittelpunkt unserer erinnerungskultur? Warum gehen wir nicht den weg aller anderen länder?« Interessant ist, daß er von der dunklen seite der Judenvernichtung spricht. Das setzt voraus, daß der geschichtslehrer Höcke offenbar auch eine lichte seite der Judenvernichtung kennt, an die man erinnern könnte. Und überhaupt wurde nicht das Jüdische Volk geschädigt, das ausgelöscht werden sollte und auch nicht die einzelnen individuen, die beraubt, gequält und ermordet wurden, sondern das Deutsche Volk, weil es mit der schande leben muß.

Wie ein klassischer faschist sieht Höcke die angebliche schwäche der eigenen nation, die dem untergang geweiht sei. Wer im gegensatz zu Höcke halbwegs trost ist, weiß, daß »die Deutschen« schon lange kein »total besiegtes volk« mehr sind. In der EU diktiert Deutschland den anderen, was zu tun ist. Das entspricht ganz und gar nicht einer total besiegten nation.
Zitat BH: »Wenn man sich statt die nachwachsende generation, mit den großen wohltätern, mit den bekannten, weltbewegenden philosophen, den musikern, den genialen entdeckern und erfindern in berührung zu bringen, von denen wir ja so viele haben. Markus Mohr hat darauf hingewiesen und sie namentlich stellenweise erwähnt und es war doch nur eine kleine Gruppe, die er mangels Zeit aufzählen konnte. Vielleicht mehr als jedes andere volk auf dieser welt, liebe freunde, und anstatt unsere schüler in den schulen mit dieser geschichte in berührung zu bringen, wird die geschichte, die Deutsche geschichte mies und lächerlich gemacht. So kann es und so darf es nicht weiter gehen.

So kann es, so darf es und so wird es nicht weiter gehen, liebe freunde. Es gibt keine moralische pflicht zur selbstauflösung. Die gibt es nicht. Im gegenteil, es gibt die moralische pflicht, dieses land, diese kultur, seinen noch vorhandenen wohlstand und seine noch vorhandene staatliche wohlordnung an die kommende generation weiter zu geben, das ist unsere moralische pflicht.«
Höcke glaubt also, daß mit der erinnerung an den Holocaust die Deutsche geschichte nicht nur mies, sondern auch lächerlich gemacht würde. Aber es kommt noch besser:
Zitat BH: »Wenn wir eine zukunft haben wollen und wir wollen diese zukunft haben und immer mehr Deutsche erkennen, daß eigentlich auch sie eine zukunft haben wollen, dann brauchen wir eine vision. Eine vision wird aber nur dann entstehen, wenn wir uns wieder selber finden, wenn wir uns wieder selbst entdecken. Wir müssen wieder wir selbst werden.

Selber haben werden wir uns nur, wenn wir wieder eine positive beziehung zu unserer geschichte aufbauen. Und schon Franz-Josef Strauß bemerkte, die vergangenheitsbewältigung als gesamtgesellschaftliche daueraufgabe, die lähmt ein volk. Liebe Freunde, recht hat er, der Franz-Josef Strauß! Und diese dämliche bewältigungspolitik, die lähmt uns heute noch viel mehr als zu Franz-Josef Strauß zeiten. Wir brauchen nichts anderes als eine erinnerungspolitische wende um 180 Grad.

Wir brauchen so dringend wie niemals zuvor diese erinnerungspolitische wende um 180 grad. Liebe freunde, wir brauchen keine toten riten mehr in diesem land, wir haben keine zeit mehr, tote Riten zu exekutieren, wir brauchen keine hohlen phrasen mehr in diesem land, wir brauchen eine lebendige erinnerungskultur, die uns vor allen dingen und zu aller erst mit den großartigen leistungen der altvorderen in berührung bringt.«
Klar, wenn der Deutsche durch die gedenkkultur an die Shoa daran erinnert wird, wo rassismus hinführt, ist er gelähmt und kann einfach nicht er selbst sein. Da kann FJ Strauß, selig, noch ein lied von singen. Nur der hatte es seiner zeit besser, weil es noch ausreichend altnazis in der politik gab, die heute aus biologischen gründen eher knapp sind.

Anstatt mit dem rassistischen völkermord sollen sich die Deutschen also mit den großartigen leistungen der altvorderen befassen. Aber genau so wenig wie man schuld sein kann an greueltaten, die jahre vor der eigenen geburt passierten, kann man stolz auf »großartige leistungen« sein, die andere vor einem erbracht haben. Mehr weltbewegende philosophen, musiker, geniale entdecker und erfinder zu haben »vielleicht mehr als jedes andere volk auf dieser welt« bilden sich die chauvinisten aller nationen ein. Ohne selbst etwas geleistet zu haben.
Zitat BH: »Kurz, es geht darum, diese neuentstandenen fassaden in Dresden aber auch in Potsdam und in Berlin wird gerade auch das stadtschloß wieder aufgebaut. Gott sei dank wird es wieder aufgebaut. Es geht darum, diesen neu entstandenen fassaden einen würdigen, neuen geist einzuhauchen. Es ist der geist eines neuen, ehrlichen, vitalen, tiefgegründeten und selbstbewußten patriotismus. Denn wir wissen, ohne so einen patriotismus kann keine bürgerliche gesellschaft überleben. Und das ist die innere erneuerung an die Roman Herzog vielleicht vor 20 jahren insgeheim auch schon dachte, die er sich aber nicht wagte auszusprechen.«
Weshalb man einem nicht existenten danken sollte, weil alter dreck neu aus dem boden gestampft wird ist unverständlich. Diese fassaden sind nicht für einen pfennig ehrlich, sondern nur eine kulisse für ewiggestrige. Das Hohenzollerschloß, das in Berlin aus beton gegossen wird, ist historisch so wertvoll wie Neuschwanstein in Disneyland. Jeder profane plattenbau und sei er auch noch so häßlich, ist wertvoller. Es gibt in Ostdeutschland (im westen mit sicherheit auch) und Berlin sehr viel historische bausubstanz, die man der nachwelt erhalten könnte und meiner meinung nach auch erhalten müßte. Aber dafür ist kein geld da, weil idioten wie Höcke quasi einen orgasmus bekommen, wenn man ihnen eine gefälschte Schlüterfassade verspricht. Das ist schließlich viel mehr wert, als die echten historischen gebäude denkmalgerecht zu erhalten.

Der Roman Herzog hat vor 20 jahren ziemlich genau ausgesprochen, was er »insgeheim« dachte: das volk muß entsagungen hinnehmen, damit der staat aufblühen kann und in der staatenkonkurrenz vorankommt. Wo auch immer patriotismus gefordert wird, bedeutet es niemals ein angenehmes leben für die untertanen.

Im interview mit dem Spiegel wurde Höcke wegen seiner kritik an Richard v. Weizsäcker, der den 8. Mai als »tag der befreiung« bezeichnet hatte, gefragt, ob es ihm denn lieber gewesen wäre, wenn die nazis an der macht geblieben wäre. Auf diese frage antwortete er »daß die nazidiktatur überwunden werden mußte, das ist doch selbstverständlich. Aber ebenso selbstverständlich war der 8. Mai 1945 für die menschen, die in diesem völlig ausgebombten land dahinvegitierten, nicht nur eine befreiung, sondern eben auch eine totale niederlage. Die Deutschen erlebten den 8. Mai 1945 nun mal ambivalent. Die einen hatten glück und wurden von soldaten befreit, die ihnen kaugummis und schokolade gaben. Andere trafen auf soldaten und wurden vergewaltigt. Für viele Deutsche begann auch eine neue diktatur. In Ostdeutschland war erst der 9. November 1989 der tag der befreiung. Als geschichtslehrer muß ich diese ambivalenz berücksichtigen.« Als geschichtslehrer könnte Höcke aber auch weniger klischeebehaftetes zeug faseln und etwas sachlicher mit der geschichte umgehen. Ganz nebenher setzt er den faschismus und den realsozialismus gleich.
Zitat BH: »Aber wir, wir wagen es diese innere erneuerung einzufordern. Wir wagen es nicht nur, sie einzufordern, nein, liebe freunde, wir werden sie, um unser lieber vaterland willen, auch durchsetzen.

Liebe freunde, die angriffe der politischen gegner sind omnipräsent. Sie sind manchmal in ihrer perfidie nicht zu übertreffen. Sie sind manchmal gewalttätig, sie sind hinterhältig, sie sind skrupellos und wir werden vor den Bundestagswahlen 2017 noch eine verstärkung dieser furchtbaren angriffe zu erleiden, zu ertragen, zu erdulden, haben. Aber wir werden diesen angriffen widerstehen, denn wir führen einen gerechten kampf, einen kampf, der mit der Bundestagswahl nicht endet und der langfristig darüber entscheiden wird, ob wir und unsere kinder noch eine zukunft in der mitte Europas haben oder ob unser wohlstand, unser staat, unsere kultur und unser liebes volk im chaos versinkt.«
Die übliche heulsusigkeit der extrem rechten, die schlimmer als alle anderen angegriffen werden. Sicherlich wurden mehr als 3.553 angriffe auf die AfD und ihre gesinnungkameraden begangen, wobei auch mehr als 43 kinder verletzt wurden.
Zitat BH: »Liebe freunde, wir müssen nichts weniger als geschichte schreiben, wenn es für uns Deutsche und uns Europäer noch eine zukunft geben soll. Wir können geschichte schreiben. Tun wir es!«
Nachdem ich mir diese rede ca. eine stunde angehört hatte, empfand ich tiefes mitgefühl mit den schülern aus dem Nordhessischen Bad Sooden-Allendorf, die sich das Höckesche gefasel allwöchentlich anhören mußten. Unerträglich. Damit diesen jugendlichen das erspart bleibt, hoffe ich sehr, daß Höcke nicht aus der AfD ausgeschlossen wird. Der soll sich besser nicht hinter verschlossenen schultüren vor jugendlichen ausgurgeln, sondern sich in aller öffentlichkeit blamieren.



Freitag, 1. Juli 2016

AfD-programm wissenschaftlich geprüft

Der physiker prof. dr. Harald Lesch hat überprüft, ob die behauptungen der AfD wissenschaftlich haltbar sind. Wie man sich unschwer denken kann, sind sie das nicht.

Hierbei geht es nicht um politik, sondern einfach nur um die sachliche überprüfung von fakten.

Samstag, 28. Mai 2016

Selbstmord aus angst vor dem tod

Der titel ist vielleicht ein bißchen übertrieben, jedoch habe ich den eindruck, daß es durchaus frauen gibt, die aus angst vor dem islam auf den unklugen gedanken kommen, AfD wählen zu wollen, weil die gegen den islam ist.

Das ist allerdings keine übermäßig schlaue idee, weil die AfD nicht unbedingt ein fortschrittliches frauenbild hat und es diesen reaktionären bloß drum geht, daß frauen nicht in einer burka am herd stehen sollen. Ansonsten unterscheiden die sich von den muslimischen vorstellungen, wie frauen zu sein haben nicht besonders: die sollen den kerlen gehorchen und werfen. Das christliche abendland war die meiste zeit seit seinem bestehen nicht unbedingt ein hort der frauenfreudlichkeit - und weil ich nicht unbedingt feminist bin und der auffassung, daß es männer wie frauen gleichermaßen zu befreien gilt, schiebe ich gleich auch noch hinterher, daß es mit der emanzipation der arbeiterklasse nicht weit her ist. Und daran werden die konservativen aus der AfD ganz bestimmt nichts ändern.

Im parteiprogramm der AfD steht, daß religionskritik, also auch die kritik am islam erlaubt sein muß. Bisher habe ich aus den reihen der AfD noch keine religionskritik gehört, sondern immer nur hetze gegen den islam. Die kritik, die man an religion haben kann, nämlich daß sich religiöse menschen für ihr tun auf irgendeine »höhere« aber nur ausgedachte instanz berufen, gilt für das christentum und alle anderen religionen.

Eine lösung des konflikts zwischen den unterschiedlichen konservativen auffassungen kann laizismus sein, damit die unterschiedlichen religionen im staat endlich nichts mehr zu melden haben, was im grundgesetz übrigens längst drinsteht und nach 67 jahren endlich mal durchgesetzt werden könnte.

Aber das vertritt die AfD garantiert nicht, weil die nämlich hauptsächlich gegen die vorgehen wollen, die hier ihrer meinung nach nicht her gehören. Ich bin auch dafür, daß glaubensvereine keine öffentlich-rechtlichen körperschaften sein sollten. Für die kirche will die AfD das jedoch nicht abschaffen.

Für frauen, die nicht erzkonservativ sind und nicht aus dem hochadel stammen, ist AfD zu wählen tatsächlich so etwas wie selbstmord aus angst vor dem tod. Es ist falsch aus angst vor den fremden konservativen die hiesigen reaktionäre zu wählen.

Donnerstag, 12. Mai 2016

AfD und kultur

Zwar nicht brandneu, aber trotzdem sehenswert ist Michel Abdollahis bericht vom landesparteitag der AfD in Hamburg.



Wer wissen will, was mit der AfD während des hafengeburtstags in Hamburg in der letzten woche losgewesen ist, wird bei Kommentar Rex fündig - es ist unglaublich.

Donnerstag, 5. Mai 2016

AfD: unsäglich, vorgestrig, peinlich

In diesem fall nicht meine worte, sondern sogar selbstkritik.

Erinnert sich noch jemand an Jörn Kruse?

Zur erinnerung:
Zitat: »… befürchtung immer gehabt, daß etwas furchtbares irgendwo bei uns hier - und Paris ist für mich genauso wie Hamburg, gehört zur gleichen wertegemeinschaft - passieren wird.

Und leider ist es viel früher passiert, als ich gehofft habe.«


Der unterzeichner des Hamburger Appells schämt sich für das der programm partei, deren fraktionschef er in Hamburg ist, aber jedoch nicht zu sehr.

Das ist doch endlich mal ein politiker, der den arsch in der Hose hat!

Könnte er mit dieser geisteshaltung nicht genau so gut mitglied der SPD sein?

(fade out. leiser gesang: »wasch mir den pelz, bloß mach mich nicht naß...«)

Donnerstag, 10. März 2016

Untergangsstimmung aus Rottenburg

Ein kurzer bericht über die »irren aus Rottenburg«. Haarsträubend, daß es menschen gibt, die diesen schwachsinn auch noch glauben.

Dienstag, 15. Dezember 2015

Worte des evolutionstheologen Björn Höcke

Zitat Björn Höcke:»Die evolution hat Afrika und Europa, vereinfacht gesagt, zwei unterschiedliche reproduktionsstrategien beschert. Sehr gut nachvollziehbar für jeden biologen.

In Afrika herrscht nämlich die sogenannte r-strategie vor, die auf eine möglichst hohe wachstumsrate abziehlt, dort dominiert der sogannte ›ausbreitungs-typ‹ und in Europa verfolgt man großteils die K-strategie, die die kapazität des lebensraumes optimal ausnutzen möchte, hier lebt der ›platzhalter-typ‹

[…] im 21. jahrhundert trifft der lebensfreudige Afrikanische ›ausbreitungs-typ‹ auf den selbstverneinenden Europäischen ›platzhalter-typ‹ […] An dieser stelle ist es angeraten, meiner meinung nach, mal die populationsökologische brille aufzuziehen, um den blick noch etwas zu weiten.

Liebe freunde, der bevölkerungsüberschuß Afrikas beträgt etwa 30 millionen menschen im jahr. Solange wir bereit sind, diesen bevölkerungsüberschuß aufzunehmen, wird sich am reproduktionsverhalten der Afrikaner nichts ändern. […] Die länder Afrikas, sie brauchen die Deutsche grenze, die länder Afrikas, sie brauchen die Europäische grenze, um zu einer ökologisch-nachhaltigen bevölkerungspolitik zu finden.«

Eine wirklich dermaßen verquaste scheiße, die diese bezeichnung auch ehrlich verdient hat, findet man selbst bei der AfD nicht jeden tag.

Zwar bin ich kein biologe, bin aber der auffassung, daß man auch mit normaler allgemeinbildung in biologie dafür kein verständnis haben braucht. Ich habe mal gelernt, daß die r-strategen eher im pflanzenreich oder unter weniger hoch entwickelten tieren zu finden sind, dazu gehören z.b. stechmücken, lurche oder fische, die keine bis wenig brutpflege betreiben, während die K-strategen, zu denen säugetiere wie der mensch, affen oder elefanten gehören, nur vergleichswese wenig nachwuchs bekommen, dafür jedoch brutpflege betreiben, um die überlebenschancen des nachwuchses zu verbessern.

30 millionen menschen »bevölkerungsüberschuß« in Afrika - und nur weil die Europäische grenze offen sei und »der Afrikaner« sich schlimmer vermehre als froschlurche?

Das ist absurd! In Deutschland waren in der zeit vom 18. bis ins frühe 20. jahrhundert frauen mit zehn bis fünfzehn kindern keine ausnahmeerscheinung. Die leute waren nicht aufgeklärt und die medizin nicht übermäßig weit, weshalb viele bereits im kindesalter dahingerafft wurden. Und oft auch nur aus mangelhafter hygiene, die leute wußten es halt nicht besser oder sie hatten nicht die mittel.

Es ist kein ding der evolution, daß binnen weniger generationen die sache völlig anders aussieht. In der kurzen zeit hat sich nicht die biologische veranlagung der Europäer verändert, sondern ihre lebensverhältnisse. Und Afrikanische menschen unterscheiden sich in dieser hinsicht nicht von anderen menschen. Im gegensatz zu Deutschen rechten, die meinen, sie müßten nachkommen mindestens dritteldutzendweise in die welt setzen, obgleich sich seit langem niemand mehr über menschenmangel in der welt beklagt hat. Mir kam zu ohren, daß es in Schnellroda, wo diese goldene rede gehalten wurde, eine AfDmitgliedIn lebt, die neurechts ist und sieben mal geworfen hat. Damit übertrifft sie auch den Afrikanischen durchschnitt und wäre nach Höckes theorie damit alles andere als Europäisch - und schon gar nicht Deutsch. Ist »der Deutsche« doch höher entwickelt als diese r-strategen, die fortwährend eier legen.

Zum schluß noch ein screenshot von neulich aus der Süddeutschen Zeitung:

»Thüringen. So vielseitig wie die natur selbst.«
Aus biologischer sicht ist Höcke in Thüringen so etwas wie ein invasives neozoon: ist dort vermutlich aus versehen eingeschleppt worden, vermehrt sich überdurchschnittlich. Also im prinzip schlimmer als ein ochsenfrosch. Am besten schnell einfangen und wieder in seinem natürlichen biotop in NRW aussetzen, wo es hingehört, vielleicht richtet es dort weniger schaden an. Bloß, was sollen die armen Westfalen mit dem?


Weiteres bitte nachschlagen unter »premiumdenker der gegenwart«

Mittwoch, 14. Oktober 2015

Unmöglich: Querfront

Vor einiger zeit kam in einer diskussion auf, Jürgen Elsässer könne nicht »rechts« sein, schließlich habe der ja für »konkret«, die »junge welt« und andere linke zeitungen gearbeitet.

Ehrlich gesagt weiß ich nicht, welche ansichten Elsässer vor seiner rechtswerdung verbreitet hat. Ich habe ein sehr gutes gedächtnis für texte, jedoch kann ich mich nicht erinnern, irgendwann mal einen text von ihm gelesen zu haben, in dem er klar kommunistische oder auch nur sozialdemokratische inhalte vertreten hätte.

Stattdessen denke ich, wenn ich diesen namen höre an die gründung der »volksinitiative gegen finanzkapital« vor knapp sieben jahren, in deren grundsatzprogramm man zwar keine linke ideen, dafür aber konfuses zeug und massenhaft nationalismus findet.

Aus einer partei kam damals jubel, daß Elsässer sich damit nicht nur ihrer politik angenähert habe, sondern ihre positionen vertrete. Das war keineswegs die LINKE. Der jubel kam aus der NPD.

In diesem programm behauptete die »volksinitiative« einen widerspruch zwischen dem finanz- und dem industriekapital. Das hat ein gewisser »führer« auch schon hinbekommen. Das ist aber eben kein widerspruch: beide schießen geld vor, um profit zu machen. Das sind dinge, die sich ergänzen: der eine gibt kredit, damit der andere investieren kann, der andere investiert und beide kassieren den mehrwert, den andere erarbeiten müssen.

Wer irgendwie »links« ist, glaubt so einen nationalistischen scheißdreck nicht.

Mittwoch, 2. September 2015

Asylwelle

Angeblich wird Schland derzeit von asylanten überrannt. In den medien wird derzeit ständig von 800.000 gesprochen, die in diesem jahr angeblich kommen sollen.

Laut Bundesministerium für Migration und Flüchtlinge (BAMF) sind im jahr 2015 bisher 218.221 asylanträge eingegangen. Ende juli waren inklusive der folgeanträge 254.559 verfahren anhängig.

Das sind mehr als in den letzten jahren, aber weit weniger als fortwährend behauptet wird. Zur abwechslung wird etwas herbeigeschrieben, das es so nicht gibt.

Mittwoch, 12. August 2015

Aktion gegen den herztod

In der stadt Gera haben die menschen offensichtlich humor. Eine initiative wirbt für den großen herztag. Und gleich daneben klebt als mahnung das bild eines bekanntermaßen seit jahrzehnten herztoten:

Dienstag, 30. Juni 2015

Sarrazynismus des tages

Zum morgigen 25. jahrestag der währungsunion ein zitat von Thilo Sarrazin, der gemeinsam mit Horst Köhler und Theo Waigel die einführung der DM in der DDR vorbereitete:
»Mit der schlagartigen Einbeziehung der DDR-Wirtschaft in den
D-Mark-Wirtschafts- und Währungsraum gewinnt der Reformprozeß eine neue, gänzlich anders geartete Qualität: Die Hirn zermaternden, fast unlösbaren Fragen, wie in einem planwirtschaftlichen System zügig und ohne zu große soziale Kosten ein funktionierendes Preissystem, Wettbewerb, ein funktionierender Kapitalmarkt verwirklicht werden können, lösen sich in ein Nichts auf, denn mit dem Tag der Umstellung ist alles da.«
Später wurde behauptet und gern geglaubt, daß man vorher nicht hätte wissen können, was passiert, wenn man in einem realsozialistischen staat eine »richtige« währung einführt. Den »vätern« der währungsunion dürfte allerdings sehr klar gewesen sein, daß sie mit der einführung der DM die wirtschaft der DDR auf einen schlag zerstören.

Samstag, 13. Juni 2015

(Menschen)freies Kosovo!

Die Republik Kosovo hat 1,8 millionen einwohner. Allein im jahr 2014 begrüßten 37.895 menschen vom Amselfeld die lebensumstände dort so sehr, daß sie um asyl in der EU baten.

Zwar war die NATO sehr daran interessiert, daß es ein »freies Kosovo« geben muß. Was aus den leuten werden soll, die in der nicht lebensfähigen republik klar kommen müssen, hat von anfang an nicht interessiert. Nach der grandiosen befreiung vom »Serbischen joch« tät die freundschaft der westlichen staaten not. Nur hat die eigenartiger weise ausgedient, weil die NATO-stützpunkte jetzt bereits im land sind und die menschenrechte waren nur ein vorwand eine mögliche Serbische vorherrschaft auf dem Balkan zu verhindern.

Die GRÜNIN und abgebrochene theologIN Katrin Göring-Eckard gab dazu folgendes zu protokoll:

Zitat Katrin Göring-Eckard »Eine weitere Entscheidung betraf den Militäreinsatz im Kosovo. Ich tat mich sehr schwer damit, eine Abwägung zu treffen: Auf der einen Seite das Friedensgebot, auf der anderen die Menschenrechte. Wie kann man da eine Abwägung finden?! Damals las ich sehr, sehr viel in der Bibel und sprach mit vielen Leuten darüber, was mir sehr wichtig war. Ich sagte mir, wenn es um Krieg und Frieden geht oder um Leben und Tod, kann man nicht gegen den Glauben handeln. Ich stimmte allerdings für den Militäreinsatz, weil ich beim Abwägen fand, dass es wahrscheinlich richtig war. Im Nachhinein bin ich sehr froh, dass es sich als richtig herausgestellt hat.«

Wie schön, daß die entscheidung richtig war. Nicht, weil den menschen mit der bombardierung gedient gewesen wäre. Und nicht, weil es gelungen wäre, daß die menschen dort irgendeine lebensperspektive hätten.

Nein, es ist ja schon genug, wenn wenigstens die freunde von der »Atlantik Brücke« zu ihrem kommen. Wo kämen wir denn hin, wenn unter die menschenrechtsheuchelei denn dann auch noch die bedürfnisse der Kosovarischen bevölkerung fielen?

Liebe menschen aus dem Kosovo, unsere politiker können sich leider nicht mehr daran erinnern, daß es bei der zerstörung Eures landes um Euer menschenrecht auf leben gegangen soll. Und das stimmt leider auch, darum ist es nie gegangen. Die würden Euch jetzt gern nicht als asylbewerber in der EU sehen, da gehört Ihr nicht hin, der westen hat Euch schließlich gerettet.

Kommt trotzdem bitte alle, damit der imperialismus, der Euer land gespalten und in den ruin getrieben hat, wenigstens eine chance bekommt unterzugehen.