Sonntag, 5. Juli 2020

German bold italic

Freunde der drögen kunst der typographie erinnern sich womöglich an dies ding:



German bold italic von Towa Tei und, um gottes willen, Kylie Minogue. Als ich das vorhin zufällig fand, freute ich mich. Allerdigs befremdete es mich, daß ich mich an das video erinnern kann. An die besungene schrift hingegen nicht mal ein bißchen.

Freitag, 3. Juli 2020

Macron

Heute ist die französische regierung ist zurückgetreten. Ehrlich gesagt, ich weiß nicht, wie ich das bewerten sollte oder könnte.

Mittwoch, 1. Juli 2020

Währungsreform 1990

Zur erinnerung an die »währungsunion« noch mal mein artikel von vor fünf jahren:

An die währungsunion am 1. juli 1990 kann ich mich noch recht gut erinnern. Damals wurde vornehmlich von westlichen politikern propagiert, daß sich das wirtschaftswunder nach der währungsreform von 1948 dann in der DDR wiederholen würde, wenn sie da »drüben« möglichst schnell die DM bekämen. Man erinnere sich an Kohls »blühende landschaften (…), in denen es sich zu leben und zu arbeiten lohnt«.

In meinem jugendlichen leichtsinn habe ich das damals nicht geglaubt. Ich fürchte, ich habe recht behalten. Im Januar 1990 gab es in der DDR 7.440 arbeitslose. Deren zahl sich bis juni auf 142.096 deutlich erhöht hatte. Nach der währungsunion beschleunigte sich der anstieg rasant, mitte juli waren es schon 220.000 arbeitslose und zur »wiedervereinigung« im oktober 537.800 - dazu kommen ab juli 500.000 kurzarbeiter, bis ende september hatte deren anzahl sich auf 1.771.576 erhöht.

Das lag nicht an der maroden wirtschaft der DDR, die zwar technisch dem westen hinterherhinkte und sanierungsbedürftig war, aber immerhin stark genug war, 40 % der hergestellten güter zu exportieren. Es lag am politischen willen der Bonner Regierung, den realsozialismus auf Deutschem boden mit einem schlag zu zerstören und da mußten möglichst rasch unumkehrbare tatsachen geschaffen werden, koste es was es wolle. Die wirtschaftlichen interessen der bürger der DDR, deren wirtschaft zu retten gewesen wäre, waren dabei egal. Die pläne gab es, jedoch fehlte der politische wille, sie umzusetzen.

Mit einführung der DM war die wirtschaft der DDR von einen tag auf den anderen wettbewerbsunfähig. Der handel zwischen der BRD und der DDR wurde im verhältnis 1 : 4 abgewickelt. Dadurch waren die produkte aus der DDR auch im westen konkurrenzfähig, weil sie unschlagbar billig waren, damit war mit einführung der harten währung schluß: die preise stiegen mit der währungsunion um ca. 350 %, damit waren sie auch für die ehemaligen handelspartner im RGW-raum unerschwinglich. So drohte bereits im Juli 1990 mehr als 90 % der unternehmen in der DDR die zahlungsunfähigkeit.

Die wirtschaft der DDR, die nach 40 jahren realsozialismus nicht ruiniert war, hat der Oggersheimer in nur einem sommer geschafft.

Dienstag, 30. Juni 2020

Lecker chips

Während der vergangenen monate haben viele der coronamaßnahmenmüden nach schweden geschaut, weil es dort angeblich keine maßnahmen gäbe, das stimmt zwar nicht, aber darum soll es hier gar nicht gehen.

Während in Deutschland viele leute angst haben bei einer »zwangsimpfung«, mit einem impfstoff den es noch gar nicht gibt, heimlich von Bill Gates »gechippt« und überwacht zu werden, lassen sich viele Schweden »chippen«, weil sie das unheimlich praktisch finden.

In diesem video kann man sehen, wie ein chip implantiert wird:



Wie man sieht: durch eine impfspritze paßt so ein chip nie. Ist auch eine ganz andere technik, das wird nur leider niemanden davon abhalten, einen blödsinn zu glauben.

Montag, 29. Juni 2020

Samstag, 27. Juni 2020

Gaslight

Vor achtzig jahren kam der Britische thriller »Gaslight« in die kinos, in Deutschland aus naheliegenden gründen leider nicht, aber dafür heute abend hier im blog. An sich bin ich ein fan von Deutschen synchronfassungen, diesen film gibt es bei youtube allerdings nur im original und ist leicht verständlich. Das schöne an alten filmen ist, daß sie oft lange szenen ohne dialoge haben, bei denen man einfach nur gucken muß, fast wie beim stummfilm. In den hauptrollen die Britische schauspielerin Diana Wynyard und der Österreichische schauspieler Adolf Wohlbrück, der sich im exil Anton Walbrook nannte.



Kurz zur handlung des films: Paul und Bella Mallen ziehen in altes haus am Londoner Pimlico Square. Bella fühlt sich in diesem haus alles andere als gut und scheint mit der zeit verrückt zu werden, mit der zeit wird klar, was dahinter steckt.

Mehr will ich nicht erzählen, sonst ist die spannung futsch.

Der begriff gaslighting wird übrigens in der psychologie für eine form der psychischen gewalt verwendet, bei der das opfer durch leugnen von tatsachen, unterstellen einer falschen realitätswahrnehmung, isolation, schuldzuweisung, unterstellen von fehlverhalten und dergleichen verunsichert und fertiggemacht werden soll.

Freitag, 26. Juni 2020

Bestechungsversuch

Bei dieser meldung von t-online gestern abend dachte ich »ist denn schon wieder 1. april?« 

Attila der Möchtegerne Hunnenkönig sieht sich bereits als zukünftiger staatschef und möchte seine Kameraden des Deutschen Heeres und die Wachtmeister der Polizei mit einem kostenlosen burger in seiner imbißbude bestechen.

Bildschirmfoto t-online
Bildschirmfoto t-online

Offenbar mit eher mäßigem erfolg. Dabei weiß man doch längst, was man für eine erfolgreiche bestechung benötigt:

Bestechungsfax aus dem jahr 2000

Für eine echte Deutsche vollblutbestechung reicht ein (dazu auch noch veganer) burger nicht. Dafür benötigt man Schwarzwälder Schinken, echt gute würste - und eine kuckucksuhr. 

Der schmierige smutje sollte besser schleunigst zurück in die kombüse an den herd. Aber wenn er in seiner frittenbude einen hungrigen fragt »haben Sie gewählt?« und die antwort ist »ja«, dann meint der am ende, man habe ihn gewählt.

Donnerstag, 25. Juni 2020

Wozu studien und welchen kann man trauen?

In der vergangenen woche kam in einer diskussion auf, daß die frau dr. Nguyen-Kim als chemikerin überhaupt keine medizinischen studien bewerten könne, weil sie nicht vom fach sei. Das sehe ich anders. Auch laien können bis zu einem gewissen grad studien und ihre qualität bewerten. Wie komme ich dazu, sowas zu behaupten? Diese frage zu beantworten hat mir inzwischen Jörg Wipplinger von medizin-transparent, das ist eine internetseite von Cochrane Österreich, auf der gesundheitsbehauptungen aller art wissenschaftlich überprüft werden, in einem vortrag abgenommen.
   
 Er spricht über unterschiedliche arten von studien - ab ca. minute 37 auch darüber, wie vertrauenswürdig welche form von studie ist: expertenmeinungen und fallberichte sind zwar insgesamt bei den leuten sehr beliebt, allerdings nichts worauf man unbedingt vertrauen sollte und am besten metastudien, die zusammenfassend analysieren, was auf dem jeweiligen gebiet bereits geforscht wurde. Was natürlich nicht im umkehrschluß heißt, daß metaanalysen immer gut sind und expertenmeinungen grundsätzlich falsch. Jedoch sollte man sich nicht zu sehr von menschen beeindrucken lassen, die zufällig Professor Doktor heißen und gerade irgendeinen mist behaupten. Auch sollte man darauf achten ob es sich bei der studie um versuche im labor bzw. an tieren handelte oder um eine klinische studie. Im labor läßt es sich beispielsweise nachweisen, daß Sagrotan recht sicher gegen coronaviren wirkt - auf den menschen läßt sich das leider nicht übertragen.

Am schluß des vortrags gibt es auch noch ein paar nützliche links.

Dienstag, 23. Juni 2020

Samstag, 20. Juni 2020

Sag mir, wo die bücher sind


Aus dem internet erfährt man manchmal eine ganze menge. Ich, beispielweise, schreibe dieses beschissene blog, weil ich selbstdarstellerisch meine schlechtgeschriebenen bücher promoten will. Das war mir neu.

Kann mir jemand titel nennen und bitte auch tantiemen überweisen?

Donnerstag, 18. Juni 2020

Der verbraucher ist schuld!

Nachdem es in NRW erneut zu covid-19 ausbrüchen in schlachthöfen kam, wird mal wieder laut, der verbraucher mit seiner gier auf billigfleisch sei schuld, daß in dem betrieb die corona-bedingten mindestabstände nicht eingehalten werden konnten. Sowas wäre auf einem gemüsehof nie vorgekommen. Ein glück, daß man wenigstens das immer mit blütenreinem gewissen essen kann.

Der konsument kann nur kaufen was ihm angeboten wird, er bestimmt nicht den preis einer ware nicht, er kann nur kaufen, was ihm das portemonaie erlaubt.

Zu solchen gelegenheiten wird dann gern das billighuhn vom discounter genannt, das in Deutschland nur 3€99 pro kilo koste und das kein ordentlicher Franzose sich bieten lassen würde, weil man dort für ein anständiges huhn das vier bis fünffache pro kilo bezahle. Und das stimmt sicherlich auch daß man in Frankreich für ein anständiges huhn so viel zahlen muß, denn in Deutschland zahlt man dafür ungefähr das gleiche. Aber wie sieht es denn mit supermärkten und discountern aus? Das Französische billighuhn ist teurer, es kostet vier euro pro kilo. Das Polnische discounthuhn ist mit umgerechnet 2€41 billiger. In relation zu den landesüblichen mindestlöhnen von umgerechnet 3€72 in Polen, 9€35 in Deutschland und 10€35 in Frankreich, ist das Sonntagshinkelchen in Polen mit abstand am teuersten und in Frankreich am billigsten.

Das soll hier kein plädoyer für billigfleisch sein, mir fällt bloß auf, daß das eher nichts typisch Deutsches zu sein scheint, weil die preise in Frankreich erstaunlich ähnlich sind. Und das aus westlicher sicht »billigere« fleisch aus Polen ist auch nicht schlechter. Der preis und die qualität wird jedoch nicht vom verbraucher bestimmt.

Dienstag, 16. Juni 2020

Corona-äpp

Ab heute soll es also die sagenumwobene corona-äpp geben. Was läßt sich dazu sagen, wenn man sie selbst noch nicht gesehen hat?

Durchaus einiges: die entwicklung hat lange gedauert, dafür kommt die chose wenigstens teuer, 20 millionen soll der spaß gekostet haben, bis zu 3,5 millionen soll der betrieb monatlich kosten. Und am ende ist dabei nicht mal was gescheites rausgekommen.

Das beste daran ist, daß der staat mir die entscheidung, ob ich die äpp nutzen möchte oder lieber nicht, auch gleich mit abgenommen hat, denn auf meinem nicht gerade preisgünstigen glotzophon, auf dem ein nicht mal zwei jahre altes betriebssystem läuft, wird sie nicht installiert werden können. Total nett von dem staat, daß er derart viel geld für den schutz meiner persönlichen daten raushaut. Wenn er mir allerdings zwei bis drei von den milliönchen rübergeschoben hätte, wäre mir damit wahrscheinlich mehr gedient gewesen.

Montag, 15. Juni 2020

Samstag, 13. Juni 2020

Kleine denunziation

Sonnabend, der 13.

ohne große worte: ---- [also, ehrlich gesagt, ich find diese neue oberfläche bei blogger weitgehend moppelkotze - vielleicht find ich gleich sämtliche vorzüge und bin dann völlig begeistert!]

Freitag, 12. Juni 2020

Modell Schweden

Derzeit scheinen hierzulande erstaunlich viele im präventionsparadoxon festzuhängen. Ein präventionparadox ist, wenn, um unglück zu verhindern vorkehrungen dagegen getroffen werden. Und hinterher die leute denken, die vorkehrungen zur unglücksverhinderung seine maßlos übertrieben, weil schließlich nix passiert ist.

In den vergangenen wochen mußte ich an ein ereignis aus dem sommer 2004 denken. Damals passierte es, daß in Berlin im Nord-Süd-Tunnel eine s-bahn in brand geriet. Der zug brannte im Anhalter Bahnhof komplett aus. Zum glück war der lokführer aber geschult, so konnten alle fahrgäste gerettet werden und es gab nur drei leichtverletzte. Mich hat damals die meinung vieler durchaus erstaunt, daß auch von einer abgewendeten katastrophe wohl kaum die rede sein könne, schließlich sei ja niemand zu schaden gekommen, was ja für eine echte vollblutkatastrophe, auch die abgewendete, auf jeden fall notwendig gewesen wäre.

Mit corona scheint es ähnlich zu gehen. Alles halb so wild, denn wenn irgendie gefahr im verzuge gewesen wäre, müßten wir in Schland eine halbe milliarde tote haben. Mindestens, wenn nicht, mehr. Und dann wird darauf hingewiesen, daß Schweden das paradies der freiheit ist, denn in Schweden sei fast nichts verboten worden. Tatsache ist, daß auch in Schweden veranstaltungen mit mehr als fünfzig personen nicht stattfinden dürfen, was bedeutet, daß auch dort kulturveranstaltungen wie theater, konzerte oder auch disko sicher eher nicht stattfinden - zwar war ich durchaus schon bei konzerten, wo weniger als zehn leute im publikum waren, aber das wird wohl kein veranstalter freiwillig von vorn herrein so planen. Schweden ist vielmehr ein gutes schlechtes beispiel dafür, daß es wenig bringt, pflegebedürftige personen in heimen oder in häuslicher pflege mit besuchsverboten zu drangsalieren, wenn draußen infizierte ungetestet herumspringen und pflegekräfte durch ihre tollen arbeitskonditionen dazu genötigt sind, auch krank zur arbeit zu erscheinen.

Die zahlen aus Schweden sehen leider nicht übermäßig prickelnd aus (in den grafiken werden bestätigte infektionen violett, derzeit infizierte orange, genesene grün und verstorbene in rot dargestellt.)

Mehr als viertausendachthuntert tote sind relativ viele, wenn es nur rund 10,3 millionen einwohner gibt. Die kurve steigt nicht so rasant an, wie es zu erwarten wäre, wenn nichts getan würde, aber doch stetig.

Nach den täglichen neuinfektionen dargestellt sieht das so aus:
Seit monaten pendelt die kurve zwischen ca. 250 bis unter 800 neuinfizierten täglich. Daß am 3. juni mehr als 2200 neuinfizierte gemeldet wurden, muß wohl eher nicht irritieren, denn in Schweden wurden letzte woche kostenlose tests eingeführt, und daß sich demzufolge mehr leute, die sich krank fühlen, testen lassen und mehr infizierte gefunden werden, sollte wohl klar sein.

Hierzulande sieht die lage so aus:
Zum glück nur ein gutes fünftel an aktiven infektionen im vergleich zu Schweden, obwohl hier ca. acht mal mehr menschen leben, auf viel engerem raum.

Die grafik mit den täglichen neuinfektionen sieht so aus:
Der tag, an dem mit über 6.900 die meisten neuinfektionen gemeldet wurden, war der 27. märz. Die zahl konnte auf unter 500 im juni gesenkt werden.

Um die maßnahmen in frage zu stellen, wird gern die logarithmische darstellung benutzt, damit man den unterschied nicht so sieht:
Wenigstens ist es doch ein kleiner schritt in richtung menschlichkeit, daß rund 80 jahre nach der systematischen ermordung behinderter, kranker oder auch »irrer« menschen zur »rassenhygiene« in diesem land, es erstaunlicher weise eine mehrheit gibt, die immerhin für eine zeitlang bereit ist, auf schwächere rücksicht zu nehmen.

Das heißt keinesfalls, daß hier alles prima wäre, in anderen ländern ist’s auf jeden fall besser gelaufen. Ein Japaner würde sich nie im leben dazu zwingen lassen, bappenwindel zu tragen.
Offenbar haben sie in Japan irgendwas vernünftiger gemacht als anderswo, denn obwohl es bereits im februar die dersten toten gab, eskalierte dort die lage nicht. Also lieber modell Japan und eher nicht modell Schweden.

Mittwoch, 10. Juni 2020

Dienstag, 9. Juni 2020

Alles ganz harmlos!

Für alle, die immer noch glauben, covid sei harmlos wie ein grippchen - nebenher: auch die grippe ist eine ernstzunehmende erkrankung, die jedes jahr zigtausende dahinrafft - und leute, die die angelegenheit ernst nehmen als hysteriker bezeichnen, eine illustration, die sehr schön anschaulich macht, wie die zahl der coronatoten in der zeit zwischen dem 1. januar und dem 24. mai immer schneller angestiegen ist und im april sogar die zahl der an unterernährung und an malaria verstorbenen überholt.


Die gefährlichkeit der erkrankung wurde natürlich völlig überschätzt und die maßnahmen dagegen waren völlig übertrieben.

Montag, 8. Juni 2020

Sonntag, 7. Juni 2020

Schau das doch bei google nach

Endlich weiß ich bescheid.

»Es gibt keine viren. Alles nur erfunden.« Ja was denn sonst?

Samstag, 6. Juni 2020

Mach’ mal pause, Europa!

Sonneborn zum thema urlaub:

»Bahnen Sie und Ihr lächerlicher rucksack doch einfach der nächsten zoonose den weg, indem Sie in total unberührtes abenteuerland vordringen, in galaxien, die noch nie ein mensch zuvor gesehen hat. Für 19€90.«

Freitag, 5. Juni 2020

Brennpunkt


An sich bin ich nicht unbedingt ein fan von Caroli Kebekus aber ihren »Kebekus-Brennpunkt zum Thema Rassismus«, in welchem sie menschen mit Afrikanischen wurzeln selbst zu wort kommen läßt, finde ich gar nicht verkehrt.


Donnerstag, 4. Juni 2020

Dunning Kruger Blues - Corona Edition 2020



Tommy Krappweis schreibt dazu:
»Selbstverständlich gibt es Menschen, die unter den Corona-Maßnahmen leiden. Selbstverständlich muss jeder Mensch die Möglichkeit haben, seinen Unmut auszudrücken und auf fraglos existierende Misstände, Ungerechtigkeiten und Probleme hinzuweisen - egal ob laut, leise, via Medien, Social Media, politischer Einflussnahme oder Plakaten.

Wer aber aufgrund falscher Annahmen und aufgrund mangelhafter Vernunftbereitschaft dafür sorgt, dass dieser ganze Wahnsinn unnötig verlängert werden muss, sich noch mehr Menschen anstecken und noch mehr Leute in Existenznot geraten, sollte dringend mal den Begriff "Dunning Kruger Effekt" googlen und überlegen, ob da nicht vielleicht was dran ist.«
Dem muß ich nichts hinzufügen. außer, daß es dienstagsabends ab 21 uhr auf twitch unter dem titel #Ferngespräch eine talkrunde mit Tommy Krappweis und interessanten gästen zu meist spannenden themen gibt. An sich schaue ich talkshows nur, wenn ich sonst gerade nichts habe, worüber ich mich aufregen könnte, aber diese ist anders als das zeug, das man aus dem fernsehen kennt. Die älteren sendungen kann man alle hier ansehen, man muß sich zum glück dafür nicht bei twitch anmelden.

Dienstag, 2. Juni 2020

Mit corona gegen altersarmut

Mit der ausbreitung des virus bietet sich endlich die möglichkeit, etwas gegen die armut im alter zu tun.
Altersarmut? Nicht mit mir!

Montag, 1. Juni 2020

Foto am montag (420)

Heute mit batcontent. Megabatcontent sogar.

Sonntag, 31. Mai 2020

Faschofashion lustig wie Österreich

Das derzeit süßeste paar Österreichs:

Faschofashion
Quelle: Titanic 


Weil es derzeit in mode zu sein scheint, auf ein braunfleckiges reimtalent aus dem land der erfinder der faschismusbulette hinzuweisen, will ich das natürlich auch.

Im video ca. ab der sechsten minute zu sehen.

Samstag, 30. Mai 2020

Das wunder von Berlin

Alfons erzählte in der letzten »Anstalt« über das »Wunder von Orly«:


Ein vergleichbares »wunder« gab es in den vergangenen monaten auch in Berlin, weil in Tegel kaum noch flugzeuge starten und landen ist es wunderbar ruhig. Anstatt morgens vom fluglärm genervt zu werden, singen hier morgens die nachtigallen und amseln mit den rotschwänzchen und gartenbaumläufern um die wette, so schön war das hier noch nie.

Und das beste ist, daß hier der fluglärm tatsächlich zukünftig dauerhaft unterbleiben wird, denn der flughafen »zum abgestürzten luftfahrtpionier« soll mitte juni vorzeitig für immer geschlossen werden.

In der »Welt« stand dazu »Das Ende des Traums vom Fliegen« (brauche ich nicht verlinken, verschwindet ohnehin nach wenigen zeilen hinter der bezahlschranke). Für den namensgeber des flughafens, Otto Lilienthal, endete der traum vom fliegen so:
Das fliegen hat funktioniert, das landen hingegen eher nicht. Nur gut, daß es damit in Berlin sehr bald zu ende sein wird.

Freitag, 29. Mai 2020

Bundestag verliert

Ende 2014 gab es den »geldshop« der PARTEI, der ihr zusätzliche staatszuschüsse einbrachte. Das wollte der Bundestag nicht hinnehmen. Die Bundestagsverwaltung allerdings verlangte die zuschüsse, plus rund 380.000€ strafe, zurück.

Laut Spiegel wies das Bundesverwaltungsgericht die klage der Bundesrepublik Deutschland nun endgültig zurück. Die kosten für den kläger sollen sich auf rund 100.000€ belaufen.

Donnerstag, 28. Mai 2020

1-2-3 Corona

Corona ist keine neue erfindung, wie man in diesem film sehen kann. Der film ist von 1948 und spielt 1945, als die schulen geschlossen waren. Allerdings nicht wegen Corona.

Montag, 25. Mai 2020

Donnerstag, 21. Mai 2020

Nembro

Das Norditalienische städtchen Nembro hat ca. 11.500 einwohner und liegt in der nähe von Bergamo in der Lombardei, einer der bisher in Europa mit am schwersten von der corona-pandemie betroffenen regionen. Das coronavirus wurde in Nembro ende februar nachgewiesen, ab 8. märz wurde es zur »roten zone«, die niemand verlassen und niemand betreten durfte.

Die durchschnittliche sterblichkeit in Nembro lag in den vergangenen jahren relativ konstant bei durchschnittlich ca. zehn todesfällen pro monat. Völlig anders war es in diesem jahr: bis zum 11. april 2020 verstarben in Nembro 194 menschen, 151 allein im monat märz - also in nur einem monat rund ein viertel mehr als normalerweise im gesamten jahr zu erwarten gewesen wäre.

Es gab in Nembro im ersten quartal 2020 eine erhebliche übersterblichkeit im vergleich zu den vorjahren. Während der infektionswelle verstarben 166 menschen, von denen aber nur 85 positiv auf das sars-cov-2-virus getestet und offiziell als covid-19-sterbefälle gemeldet wurden. Einerseits, weil es nicht genug testmaterial gab, um alle kranken zu testen und andererseits, weil das gesundheitssystem durch die vielen kranken überlastet war und menschen mit anderen erkrankungen nicht bzw. nicht rechtzeitig versorgt werden konnten oder aus furcht vor infektion nicht ins krankenhaus kamen.

Nur gut, daß so etwas in Deutschland nie passieren könnte, weil wir hier experten wie den Doktor W.W. Zausel, Professor Doktor Suchard Bacardi und den herrn Doktor von der Schwindelambulanz haben. Die wissen schließlich, daß sars-cov-2 absolut harmlos ist, was die Italiener halt nicht wußten und allein deshalb gestorben sind.

Dienstag, 19. Mai 2020

Freiheit

Derzeit wird viel um freiheit diskutiert und gestritten, ob die hierzulande noch gegeben sei und schwadroniert, daß wir bereits längst in einer diktatur lebten. Dabei ist doch klar, daß die freiheit gegeben ist, immerhin darf man sich frei entscheiden, ob man freiwillig maske trägt oder ob man dazu gezwungen ist.

Über die freiheit schrieb Albert Krölls in seiner streitschrift gegen den verfassungspatriotismus folgendes:
»Wenn die Willensfreiheit den Charakter einer Konzession der staatlichen Herrschaft annimmt, wird so getan als wäre der Wille ohne das Zugeständnis einer ihm übergeordneten Gewalt, ihn haben zu dürfen, noch unvollständig. Dafür jedoch, daß die Menschen das tun, was sie ohnehin von sich aus wollen, bedürfte es einer politischen Macht und deren Setzungen nicht. Darum kann es also auch gar nicht gehen, wenn die Staatsgewalt ihren Untertanen Freiheit gewährt. Wenn die Verfassung den Regierten Rechte zuweist und ihnen das scheinbar Selbstverständliche und Menschennatürliche erst noch erlaubt, dann betätigt sich in diesem Rechtsakt eine hoheitliche Aufsichtsinstanz, die keineswegs jedermann machen läßt, was er will. Die rechtliche Anerkennung des Willens ist somit die abstrakteste, aber auch umfassendste Form, den Willen unter die Verpflichtung seiner Übereinstimmung mit den Vorgaben der staatlichen Herrschaft zu stellen. Wenn vom Dürfen des wollens die rede ist, ist eben allemal von einer über den gesellschaftlichen Subjekten und ihrem Willen stehenden (Gewalt)Instanz die Rede, welche die Totalität des Handelns ihrem Erlaubnisvorbehalt unterwirft. Mit Montesquieu (1748:Buch IX, Kap. 3) gesprochen kann ›in einem Staat, in dem es Gesetzte gibt..., die Freiheit nur darin bestehen, das tun zu können, was man wollen darf.‹«
Vielleicht ist es doch keine so gute idee, sich mit einem gesetzbuch auf die straße zu stellen und nach freiheit zu rufen.

Montag, 18. Mai 2020

Foto am montag (418)

Kaum paßt man mal ein paar minuten nicht auf, sitzt gleich ein spekulant auf dem balkon. Ringeltaube (columba palumbus).

Samstag, 16. Mai 2020

Eichhörnchenforschung

Eichhörnchen Archivbild
Heute nachmittag hat »mein« eichhörnchen mich besucht, um mich daran zu erinnern, daß ich noch etwas wichtiges schreiben wollte: das Leibnitz-Institut sucht freiwillige »eichhörnchenforscher« aus Berlin und umgebung, die vom 18. mai bis zum 25. oktober ihre eichhörnchenbeobachtungen melden. Die forscher möchten wissen
  • Wo werden vermehrt Eichhörnchen gesichtet? Gibt es Eichhörnchen-Hotspots? Wie oft werden Eichhörnchen am selben Ort gesichtet?
  • Werden sie eher auf Bäumen oder auf dem Boden gesichtet? Werden sie oft beim Überqueren von Straßen beobachtet? In welcher Umgebung werden sie gesichtet: in Wohnanlagen, in Grünanlagen oder auf öffentlichem Gelände?
  • Welche Farbe hat das Fell? Das Eurasische Eichhörnchen kann verschiedene Fellvarianten haben. Das ist spannend für die Wildtierforschung, weil diese Fellvarianten vielleicht Anpassungen an die jeweilige Umgebung sind.
  • Sind äußerliche Auffälligkeiten erkennbar wie z.B. ein struppiges Fell oder Verletzungen (z.B. Risse im Ohr)? Ist ein Eichhörnchen auffällig mager?
Der anlaß für dies bürgerforschungsprojekt ist, herauszufinden, wie sich die population unter dem einfluß des klimawandels entwickelt und wie der gesundheitszustand der tiere ist, weil vor einigen jahren ein neuartiges pockenvirus bei eichhörnchen entdeckt wurde (keine sorge, es besteht keine gefahr für menschen!) und die heutige populationsgröße abgeschätzt werden soll.

Wenn Ihr also in oder um Berlin unterwegs seid und ein eichhörnchen seht, macht, wenn es geht, ein foto und meldet es dem IZW.

Freitag, 15. Mai 2020

Gehen Sie nicht zu dieser Demo


Vorhin wurde mir eine mail von Felix Kolb weitergeleitet, die ich gern weiterverbreite. Felix Kolb ist im vorstand der organisation Campact und organisiert demonstrationen.

Seit über 25 Jahren organisiere ich Proteste und kritisiere die Politik von Regierungen und Konzernen. Mehr als einmal musste ich als friedlicher Demonstrant den Kontakt mit der Staatsmacht in Form von Wasserwerfern machen. Erleben, wie Medien unsere Proteste diskreditierten – ohne über unsere Forderungen zu berichten. Warum ich Ihnen das schreibe? Um zu unterstreichen, wie ungewohnt es für mich ist, vor Protesten zu warnen – den aktuellen Corona-Protesten oder sogenannten Hygiene-Demonstrationen. Und doch bin ich überzeugt, dass das jetzt nötig ist. Lassen Sie mich erklären, warum.

Deutschland ist bisher erfolgreich in der Eindämmung des Virus


Das dürfen wir in der aufgeregten Debatte nicht vergessen und nur deshalb haben wir heute diese Diskussion: Deutschland ist bislang deutlich besser durch die Corona-Krise gekommen als viele andere Länder. Überlastete Intensivstationen wie in Italien oder eine enorme Ausbreitung wie in den USA kennen wir zum Glück nicht.[1] Doch das liegt nicht daran, dass das Virus weniger gefährlich ist als gedacht. Der einfache Grund: Die bisherigen Maßnahmen haben gut funktioniert.

Die Gesundheitsbehörden haben früh, viel und systematisch getestet. Dadurch konnten sie das Infektionsgeschehen rechtzeitig eindämmen. So waren die Krankenhäuser auf stark steigende Patientenzahlen vorbereitet.[2] Auch deswegen sind in Deutschland der Seuche im Pro-Kopf-Vergleich viel weniger Menschen zum Opfer gefallen als beispielsweise in Spanien, Schweden, Großbritannien, Italien oder den USA.[3]

Wir alle haben auf soziale Kontakte und Mobilität verzichtet, sind zu Hause geblieben, wenn es ging – und wir halten weiterhin Abstand. Die Politik hat Orte, an denen man sich leicht ansteckt, konsequent geschlossen – zum Beispiel Geschäfte, Schulen oder Veranstaltungen. So haben wir gemeinsam unzählige Menschenleben gerettet, darauf dürfen wir stolz sein. Gleichzeitig schrumpft die Wirtschaft bei uns zwar – aber nicht stärker als in den Ländern, die zögerlicher auf das Virus reagierten.[4] Großbritannien und die USA wird die Wirtschaftskrise vermutlich sogar noch deutlich härter treffen. 

Abstandsregeln, Kontaktbeschränkungen, Schul- und Geschäftsschließungen haben unser aller Leben verändert – und bringen unzählige Menschen in existenzielle Nöte. Das höre ich von befreundeten Freiberufler*innen und während ich beim Italiener an der Ecke auf meine Pizza-to-go warte. Ihnen muss der Staat helfen – und tut es bereits. Teilweise zu wenig. Zum Beispiel bei Empfänger*innen von Arbeitslosengeld II: Sie brauchen jetzt Unterstützung, um wegfallende Schulessen und höhere Lebensmittelpreise zu kompensieren. Dass sich hier nichts tut, ist erbärmlich. 

Natürlich: Alle Maßnahmen dürfen kritisiert werden. Und manche waren eindeutig überzogen – wie die anfänglichen Verbote, auf einer Parkbank frische Luft zu tanken. Auch mangelnde Hilfen in der Krise sind ein wichtiger Teil des Diskurses. Ebenso die fehlende Schutzausrüstung und die schlechte Bezahlung von Pflegepersonal in Krankenhäusern und Altenwohnheimen. Campact hat sich hier bereits eingemischt. Bei aller Kritik dürfen aber nicht vergessen, mit welcher Wucht die Pandemie uns überrannt hat. Und wie schnell die Regierungen weltweit Entscheidungen treffen mussten – ohne viel über das Virus zu wissen. 
Im Detail haben die Verantwortlichen sicher Fehler gemacht – auch in Deutschland. Aber: Im Kern waren die Maßnahmen zum Infektionsschutz richtig und angemessen. Die Alternative wären mit hoher Sicherheit Tausende, wenn nicht Zehntausende zusätzliche Tote gewesen – bevor die Bundesregierung dann doch die Notbremse gezogen hätte. Denn dem Coronavirus einfach freien Lauf zu lassen, bedeutet den Zusammenbruch des Gesundheitssystems. Das kann niemand wollen, der bei Verstand ist.

Warum die Corona-Proteste gefährlich sind

Viele der Menschen, die gerade samstags auf die Straße gehen, verleugnen, wie gefährlich das Virus ist. Andere tun so, als sei die Gefahr gebannt. Das ist leider nicht der Fall. Nach allem, was wir wissen, hat sich bislang nur ein Bruchteil der Bevölkerung infiziert.[5]Wenn unsere Vorsicht nachlässt und die Lockerungen zu weit gehen, ist eine zweite Infektionswelle unausweichlich. Diese Welle wäre wahrscheinlich deutlich schlimmer als die erste. Denn das Virus hat sich mittlerweile flächendeckend in Deutschland ausgebreitet. Es drohen dann nicht ein Heinsberg – ein Landkreis in NRW, der zum ersten großen Infektionsherd in Deutschland wurde – sondern unzählige.[6]

Deswegen sind die Proteste, die in einigen Städten entstehen, auch so gefährlich. Klar, eine Pandemie mit ihren gesundheitlichen, sozialen und ökonomischen Folgen macht Angst und verunsichert – auch mich. Denn so schnell die Wissenschaft auch forscht: Viele Fragen werden vorerst ungeklärt bleiben: Wie infektiös sind Kinder? Welche Rolle spielen Schulen, Restaurants oder Geschäfte? Wie viel hilft das Händewaschen? Antworten auf diese Fragen werden vorläufig bleiben, sich wieder ändern, wenn es neue Erkenntnisse gibt – so funktioniert Wissenschaft.

Diese Unsicherheiten auszuhalten, kostet Kraft. Aber Verschwörungstheorien und Fake-News bieten keine Lösung, sie verführen. Sie gaukeln eine Eindeutigkeit und eine Sicherheit vor, die es gerade leider nicht gibt. Eindeutigkeit und Sicherheit fühlen sich für manche Menschen erst einmal gut an, insbesondere wenn sie ökonomisch hart von der Krise getroffen sind. Doch die Folgen dieser Ideologien sind real und gefährlich für uns alle.

Die Gefahr läuft auf diesen Protesten mit. Viele Demonstrant*innen verweigern Masken und missachten sogar grundlegende Abstandsregeln.[7] Die Demonstrant*innen gefährden damit völlig unnötig sich selbst – aber auch ihre Familien, Polizeibeamt*innen, Ärzt*innen, Pfleger*innen und letztlich uns alle.

Zudem untergraben die Proteste auch die öffentliche Unterstützung für die Schutzmaßnahmen. Zwar befürwortet noch immer eine Mehrheit die Corona-Regeln. Aber die Zahl der Befürworter*innen schrumpft.[8]Und der lauten Minderheit scheint es sogar zu gelingen, das Handeln einiger Landesregierungen zu beeinflussen.[9] Wenn nicht mehr Vorsicht und Wissenschaft die Corona-Politik bestimmen – sondern Ideologien und Emotionen –, schweben bald viele Menschen in Lebensgefahr. 

Nicht jede*n mögen diese Argumente überzeugen, und das ist okay. Aber selbst diese Menschen sollten den Corona-Demonstrationen fernbleiben. Denn viele der Proteste werden von einer beunruhigenden Mischung aus Reichsbürger*innen, Rechtsextremen und einschlägigen Verschwörungsideolog*innen organisiert.[10] Wer an ihren Demonstrationen teilnimmt, macht sich mit diesen Menschen gemein. Zudem ist das Gewaltpotenzial in den Reihen der Protestierenden erschreckend groß: Polizei und Journalist*innen werden aus den Demonstrationen heraus angegriffen, und in Großbritannien zünden Randalierer*innen Dutzende Mobilfunkmasten an.[11]

Was wir tun können, um eine zweite Infektionswelle zu verhindern

Wir haben gemeinsam so viel erreicht: Für viele andere Staaten ist Deutschland in der Krise weiterhin ein Vorbild. Um das Erreichte zu sichern, müssen wir eine zweite Infektionswelle verhindern. Jede*r kann hierzu einen Beitrag leisten: Dazu gehört zunächst – auch wenn es manchmal unheimlich schwerfällt –, sich weiter penibel an Abstandsregeln und das Tragen von Masken zu halten. Wir sollten weiterhin genau überlegen, wann und wie häufig es wirklich nötig ist, die wiedergewonnene Freiheit zu genießen.

Ebenso wichtig ist, dass wir uns einmischen in den öffentlichen Diskurs. Im persönlichen Gespräch, durch einen Leserbrief an die lokale Zeitung oder auch in den sozialen Medien. Wir können Zweifel zerstreuen und Ängsten begegnen. Wir sollten den Verunsicherten einerseits mit Empathie begegnen, aber andererseits in der Sache klare Haltung zeigen, sachlich bleiben – und mit Fakten argumentieren. Schweigen kann in dieser Situation leicht als Zustimmung verstanden werden.
Auch Campact treffen die Einschränkungen der Corona-Krise. Viele meiner Kolleg*innen haben kleine Kinder. Sie geben ihr Bestes und übernehmen – wie Millionen zurzeit – die Arbeit von Erzieher*innen und Lehrer*innen. Uns alle belastet das Leid und die Unsicherheit, die die Corona-Pandemie weltweit auslöst. Ein Trost für uns war in den letzten Wochen und Monaten das Engagement von Ihnen und den mittlerweile über 2,3 Millionen Campact-Unterstützer*innen. Vielen Dank dafür!

Wann werden wir wieder große Demonstrationen organisieren können, um unseren Anliegen das nötige Gewicht zu geben? Das wissen wir noch nicht. Aber wir werden Wege finden, uns einzumischen. Jetzt ist es wichtig, dass die richtigen Entscheidungen fallen – denn sie werden auf Jahre und Jahrzehnte die Gesellschaft prägen. Die Krise darf überkommene Strukturen nicht künstlich festigen und bestehende Ungerechtigkeiten verschärfen. Stattdessen muss aus ihr heraus eine notwendige sozial-ökologische Transformation entstehen. 

Mit solidarischen Grüßen
Felix Kolb, Campact-Vorstand


[1]„Fast 400 Corona-Tote an einem Tag: ‚Wir halten nicht mehr lange durch‘ - Norditaliens Kliniken stehen vor dem Kollaps”, Tagesspiegel, 16. März 2020
[2]„Coronavirus-Pandemie. Wie deutsche Krankenhäuser vorbereitet sind”, ZDF Online, 15. März 2020
[3]Echtzeitstatistik auf Worldometers.info/coronavirus/, Zugriff am 14. Mai 2020
[4]„Corona-Krise in Europa. EU vor Rezession von ‚historischem Ausmaß‘”, Tagesschau Online, 6. Mai 2020
[5]„Corona-Antikörper. WHO bremst Hoffnung auf Herdenimmunität”, Spiegel Wissenschaft, 21. April 2020
[6]„‘Eine ganz andere Wucht’: Drosten warnt vor zweiter Corona-Welle”, n-tv Online, 20. April 2020
[7]„Tausende bei Anti-Corona-Demos – nicht immer mit Abstand”, FAZ Online, 9. Mai 2020
[8]„Corona-Maßnahmen: Wie groß ist die Akzeptanz der Bevölkerung? Umfrage kommt zu eindeutigem Ergebnis”, Merkur Online, 3. Mai 2020
[9]„Anti-Corona-Proteste: Zurück auf die Straße”, Die Zeit Online, 13. Mai 2020
[10]„Seit an Seit mit Extremisten: Wen ziehen die Corona-Proteste an?”, Tagesspiegel Online, 10. Mai 2020
[11]„Corona als Waffe von Terroristen”, Zeit Online, 13. Mai 2020

Mein kommentar zu den sogenannten »Hygienedemos«: wenn die regierung zugunsten von menschenleben die wirtschaft größtenteils herunterfährt und wegen infektionsgefahr die menschen bittet, möglichst abstand zueinander zu halten, dann muß man sich nicht mit wirrköpfen wie Jebsi James oder Anselm Lenz auf den Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin stellen, weil die glauben, irgendwelche wildgewordenen virologen hätten die weltherrschaft ergriffen und die demokratie abgeschafft.

Ich bin auf der gegendemo, also zu hause. Nicht weil die regierung das sagt, sondern weil es klüger ist, sich möglichst nicht mit einem bisher unerforschten virus zu infizieren. Wer masern hatte, kann auch jahre später durch das virus noch an einer hirnentzündung erkranken, die immer tödlich verläuft. Oder wer windpocken hatte, kann später an gürtelrose erkranken, die sehr schmerzhaft ist und ebenfalls zu hirnentzündungen, schweren nervenschädigungen oder zu darmkrebs führen können.

Viren sind heimtückisch und man sollte ihnen besser aus dem weg gehen.

Mittwoch, 13. Mai 2020

Foto am montag (417)

Turmfalke (falco tinnunculus) und zwei kamikazetauben.

Samstag, 9. Mai 2020

Eine maske, sie zu knechten

Das beste, das ich über die maskenpflicht im ÖPNV und in geschäften hörte, war, daß sich das auf das Alte Rom beziehe, wo die sklaven hätten masken tragen müssen und »wir« nun in den stand der sklaven gedrückt werden sollen, weshalb das tragen von masken grundsätzlich abzulehnen sei.

Da leuchtete mir sofort ein, weshalb berufsgruppen wie chirurgen, zahnärzte und bankräuber bei der arbeit gern masken tragen. Das sind alles standesbewußte leute, die stolz auf ihre Altrömischen sklavenhandwerkstraditionen sind.

Logisch. Da hätte ich auch eher drauf kommen können.

Freitag, 8. Mai 2020

Jugend ohne Gott

Heute ab 18 uhr 30 gibt es im onlinespielplan der schaubühne das stück »Jugend ohne Gott« nach dem 1937 erschienenen roman von Ödön von Horváth. Das stück wurde im vergangenen juli bei den Salzburger festspielen uraufgeführt und war ab september auch an der schaubühne in Berlin zu sehen. Ich hab’ es schon gesehen und schaue es mir gern noch einmal an. Leider gibt es das onlineangebot immer nur bis mitternacht.

Es paßt auch ein bißchen zum heutigen feiertag - allerdings mag ich jetzt keine nacherzählung schreiben. Wer wissen will, worum es geht, kann das hier nachlesen.

Mittwoch, 6. Mai 2020

Übersterblichkeit

Todesstatistiken sind nicht unbedingt mein lieblingsthema, aber manchmal ist auch was egal.

Diese grafik zeigt die wöchentliche übersterblichkeit von der ersten bis zur zwanzigsten kalenderwoche der jahre 2016 (braun), 2017 (rot), 2018 (gelb), 2019 (grau) und 2020 (blau) aus den ländern Österreich, Belgien, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Deutschland (leider nur Berlin und Hessen, warum auch immer), Griechenland, Ungarn, Republik Irland, Italien, Luxemburg, Malta, Niederlande, Norwegen, Portugal, Spanien, Schweiz, England, Nordirland, Schottland und Wales:

Quelle: Euromomo

Man kann an der roten linie für 2017 und der gelben linie für 2018 sehen, wie sich die grippewellen in diesen jahren entwickelten: die hatten ihre spitzen von januar bis ca. mitte märz.

Während die blaue kurve für dies jahr in dieser zeit eher unauffällig blieb.

Jedes knopfauge sieht es, daß sie ab der elften kalenderwoche, also ab mitte märz, rasant ansteigt - und zwar auf mehr als doppelte der spitze der schlimmen grippewelle von 2017. Ich bin kein wissenschaftler und erst recht kein epidemieologe. Jedoch sagt mir meine laienlogik, daß es äußerst unwahrscheinlich ist, daß das ein spätes aufflackern einer gewöhnlichen grippeepedemie wäre und ich glaube nicht, daß die toten einfach vom himmel gefallen wären.

Auch in der siebzehnten kalenderwoche dieses jahres gab es eine für diese zeit hohe übersterblichkeit. Hat irgendjemand eine plausible erklärung, wo die toten so plötzlich herkommen, wenn nicht von einer bisher unbekannten erkrankung?

Montag, 4. Mai 2020

Samstag, 2. Mai 2020

Covid-19 kostet mehr lebenszeit als gedacht

Fast so schön wie arbeitslosen praktikanten den lohn mit dem argument »Sie dürfen ja eh nichts verdienen!« vorzuenthalten, ist’s, über die coronatoten zu behaupten, »der wäre ja eh demnächst gestorben!«, bloß weil betagte menschen mit vorerkrankungen eher an covid-19 sterben als junge gesunde.

Eine studie der Universität Glasgow ergab, daß männer durch den tod an covid-19 im schnitt dreizehn jahre lebenszeit verlieren und frauen immerhin elf jahre. Das ist viel zeit und läßt vermuten, daß das alles tatsächlich nicht so harmlos ist, wie manche behaupten.

Donnerstag, 30. April 2020

Leben in der pandemie

Plötzlich pandemie. Seit inzwischen fünfunddreißig bis vierzig jahren leben wir in der pandemie. Einige dinge, die wir damals darüber dachten, erscheinen heute vielleicht etwas eigenartig. Aber das virus war damals nicht erforscht und irgendwie mußte man damit umgehen. Es war unklar, wie infektiös das virus wäre. Auf etwas wie »herdenimmunität« zu hoffen war zwecklos, weil die tödlichkeit des virus offensichtlich war. Anfangs hatten viele angst, sich zu infizieren. Mit der zeit wurde es allerdings klar, wie die krankheit verbreitet wird.

Aus meinem persönlichen umfeld ist es übrigens im grunde absolut undenkbar, daß es diese erkrankung überhaupt gibt - in all den jahren habe ich NIE mit irgendwem zu tun gehabt, der damit infiziert war. Waren alle damals getroffenen maßnahmen für die katz? Oder ist es der damaligen gesundheitsaufklärung zu verdanken, daß etwas schreckliches verhindert wurde?

Übrigens schreibe ich nicht aus einer fernen zukunft über Covid-19, sondern aus der gegenwart rückblickend über AIDS.

Mittwoch, 29. April 2020

Corona in Europa

Hier wird noch einmal schön chronologisch dargelegt, wie sich das coronavirus weitgehend ungehindert von Tirol aus in Europa ausbreiten konnte.



Aber in Deutschland war es nicht wesentlich besser. Sicherlich wäre es schlau gewesen, angesichts der situation den karneval und die damit verbundenen volksfeste in diesem jahr einfach mal ausfallen zu lassen - oder wenigstens auf den sommer zu verschieben. Das wäre nach dem anschlag in Hanau sicherlich eine freundliche geste gegenüber den angehörigen der ermordeten gewesen und hätte uns vielleicht den derzeitigen lockdown erspart. Aber das ging ja nicht, weil mit dem fasching viel geld verdient wird. Obgleich bekannt war, daß ende januar eine Deutsche touristin nach ihrem aufenthalt in Ischgl positiv auf corona getestet worden war (im video ca. bei 1min12), wurde weder in Österreich noch in Deutschland großartig handlungsbedarf gesehen und offenbar darauf gehofft, das problem irgendwie aussitzen zu können. Erst wesentlich später mußte dann »plötzlich« was passieren.

Geschlagene sechs wochen nach dem bekanntwerden des falls aus Tirol vom 30. januar jubelte die BLÖD über Sebastian Kurz, weil der es in diesem galaktischen tempo geschaft hat, zwei gebiete unter quarantäne zu stellen:
Bildschirmfoto aus der BLÖD vom 13. märz 2020
»So einen brauchen wir auch!« - fragt sich halt bloß, wofür?

Dienstag, 28. April 2020

Die abgesagteste kabaretttour des universums

Derzeit schreibt der astronom Florian Freistetter in seinem blog über die abgesagte tour der Science Busters und wissenschaftsgeschichten über all die orte, an denen sie nicht aufgetreten sind. Sie waren beispielsweise nicht in Salzburg, nicht in Ingolstadt, nicht in München, nicht in Wildon, nicht in Wien, nicht in Dresden, nicht in Leipzig und am vergangenen samstang leider auch nicht in Berlin und bei diesem termin war auch ich nicht anwesend. Und so erfährt man etwas über den Halleyschen Kometen und warum Neptun ein Berliner ist.

Aber man kann sie montagsmittags im ORF FM4 hören, hier kann man es als podcast nachhören. Und heute abend nach 23 uhr im ORF sehen, wo sie sich mit der frage »Warum landen Asteroiden immer in Kratern?« befassen. In der ORFtvthek kann man sendungen meist sieben tage sehen.

Montag, 27. April 2020

Samstag, 25. April 2020

Richtigstellung

In der vergangenen woche schrieb ich, daß der professor Klaus Püschel aus Hamburg mir suspekt ist, weil ich den eindruck hatte, daß er ebenfalls der auffassung sei, daß die leute, die an covid-19 gestorben sind, ohnehin ihren löffel abgegeben hätten.

Wie es aussieht, hat er das so aber nicht gesagt, offensichtlich wird er falsch zitiert und für bestimmte zwecke instrumentalisiert. Von den 65 patienten, die in der zeit bis 11. april in Hamburg im zusammenhang mit covid-19 verstarben und obduziert wurden, war bei 61 die todesursache covid-19, bei vier verstorbenen konnte diese todesursache ausgeschlossen werden. Alle hatten vorerkrankungen. Aber niemand weiß, wie lange sie ohne diese infektion gelebt hätten.

Es tut mir leid, daß ich ihn falsch eingeordnet habe. Er gehört sicher zu den seriösen wissenschaftlern, deren forschung wichtig ist, die auswirkungen dieser krankheit zu ergründen.

Donnerstag, 23. April 2020

Welttag des Bieres

Selten war es so einfach gutes zu tun wie heute. Ein bier retten.

Oder am besten auch gleich die ganze brauerei:

Mittwoch, 22. April 2020

Hausärztliche versorgung für alle

Gerade las ich, daß kürzlich Berlin als einziges Bundesland ambulante medizinische versorgung für alle eingeführt hat. Menschen, die derzeit nicht krankenversichert sind, können über die clearingstelle für nicht versicherte einen kostenübernahmeschein für ein quartal erhalten, mit welchem man bei allen hausärzten behandelt werden kann. Die kosten trägt der senat.

Gelesen hab ich das hier.

Dienstag, 21. April 2020

Sonntag, 19. April 2020

Zitat der Woche


Auch herr Drosten hat gelegentlich schon ziemlich quark geredet. Soweit ich mich erinnere, sagte er, daß er auch in kneipen ginge, dort aber nur bier aus flaschen tränke, weil das hygienischer sei. Aus virologischer sicht stimmt das sicherlich. Aus bierologischer sicht ist das aber blanker unsinn. Das ist doch keine saufkultur. Kein mensch muß in eine kneipe gehen, um flaschenbier zu trinken. Gepflegtes bier trinkt man vom faß aus einem glas - und zwar an orten, an denen man wenigstens glauben darf, daß die gläser ordentlich abgewaschen werden.

Aber er sagte auch vernünftiges, beispielsweise folgendes:

Zitat Christian Drosten: »Ich verstehe diese ganze diskussion nicht so richtig. An oder mit einem virus gestorben?

Die frage ist doch, wo ist so ein patient überhaupt gestorben aus welcher situation heraus. War der patient schon vorher im krankenhaus? War er grunderkrankt und hatte deswegen schon eine relativ schlechte prognose und ist es dann so, daß im krankenhaus diese infektion zusätzlich erworben wurde? In so einem fall würde man vielleicht die tendenz haben, daß das virus nicht dran schuld war, aber man weiß es dort doch auch gar nicht. Also müßte man nicht nur den virusnachweis führen, sondern man müßte mal fragen, hatte der patient eine lungenentzündung durch das virus oder in abgrenzung davon, hat man nur im rachen das virus nachgewiesen und dann sagt man, das wird wohl so schlimm nicht gewesen sein und dann ist er wahrscheinlich an was anderem gestorben und das virus war so nur da. Ich glaube aber nicht, daß man diesen schluß im moment überhaupt so genau nicht ziehen kann, also man kann natürlich testen, ist das virus in der lunge oder im rachen, auch bei verstorbenen kann man das machen, in der sektion. Aber welche konsequenz will man medizinisch daraus nun ziehen?

Man kommt da relativ schnell in einen argumentationsbereich rein, wo man sagt: wären diese patienten wirklich sowieso gestorben, durch das virus oder hat das virus nachgeholfen? Und will man dieses »nachhelfen« nun verhindern oder nicht. Es schwingt ja immer dieses grundsätzliche argument im hintergrund mit, daß das alles in wirklichkeit nicht so schlimm ist und alles total [...] Und ich glaube nicht, daß man anhand von einzelnen fällen und wo jemand, der schon sehr alt war und daran gestorben ist, jetztgeneralisieren kann [...] die argumentation, der ist nur mit dem virus gestorben, die könnte auch ganz besonders falsch sein.[...] Da wird ein argument gemacht, das so medizinisch klingt, wir differenzieren jetzt den tod an dem virus von dem tod mit dem virus und daraus entsteht dann sofort eine gesellschaftliche bewertungsdiskussion, eine politische diskussion, bei der immer im hintergrund eine ganz andere botschaft mitschwingt. Nämlich, wir verschätzen uns hier total, wir übersehen was. In wirklichkeit ist das alles gar nicht so schlimm, wir legen hier die wirtschaft lahm, wegen nichts. Ich finde das total gefährlich. [...]«

***

Wenn der Doktor »Zausel« Weh Weh auf den rechtsmediziner Professor Püschel hinweist, mit der bemerkung, daß im Hamburger Gesundheitswesen vernünftige leute arbeiten, denk ich am ehesten an dies vorstellungsgespräch:



Solchen figuren vertraut man im zweifel gern sein leben an.

Donnerstag, 16. April 2020

Burkapflicht für alle?

Bis vor kurzem galt es als pflicht des abendlandes, das gesicht unverhüllt zu zeigen. Und als die pandemie begann, waren schutzmasken rar, weshalb davon abgeraten wurde.

Rar sind schutzmasken immer noch, zur gesichtsverschleierung wird inzwischen aber trotzdem geraten. Anderswo empfehlen sie die gesichtsverschleierung einem teil der bevölkerung schon länger. Im grunde gibt’s endlich emanzipation. Männer wie frauen sind angehalten, sich die fresse zu verhüllen. Weil herkömmliche atemschutzmasken nach wie vor mangelware sind, ist kreativität gefragt. Es kann ja so anmutig aussehen:

Mit dieser kopfbedeckung ist man nicht nur vor neugierigen blicken und blitzen geschützt, sondern auch vor besonders bissigen, böswilligen bazillen. Und wenn man mangels sicht mal vor einen laternenpfahl oder die schrankwand läuft, egal.

Es sieht ja keiner, wenn man damit konsequent zu hause hockt.


Montag, 13. April 2020

Mittwoch, 8. April 2020

Das schönste argument der covid-19-verharmloser

Aus einem interview mit dem Berliner privatradiosender 94,3rs2. Das gesamte interview kann man hier nachhören.
Zitat Prof. Dr. Stefan Hockerz[1:24]»Die meisten menschen, die wir jetzt als todesfälle zu beklagen haben, wären entweder so oder so gestorben [...]«
»Wäre sowieso gestorben« ist immer das beste argument. Wenn man einem alten villenbesitzer einen ungebetenen besuch abstattet und die kalashnikov »sprechen« muß, damit man an seine wertgegenstände kommt, kommt es bestimmt gut an, wenn man sagt, daß der ohnehin gestorben wäre.

Aber mal im ernst: ein mediziner, der dann auch noch mit vornamen professor doktor heißt und die auffassung vertritt, daß ein paar leichen mehr oder weniger so rein statistisch gar nicht auffallen würden, erscheint mir nicht ganz sauber. Allein in New York sind im zusammenhang mit covid-19 in den vergangenen wochen knapp 6.300 menschen gestorben, in den vergangenen 24 stunden rund 780. In Italien verstarb im zusammenhang mit dieser erkrankung der erste am 21. februar. In den fast sieben wochen seither fielen der seuche dort nahezu 17.700 menschen zum opfer. Und das soll nicht weiter auffallen, weil das angeblich alles ohnehin totgeweihte gewesen wären?

Das glaube, wer will.

Montag, 6. April 2020

Foto am montag (412)

Soll nur mal einer sagen, daß straßentauben nicht reinlich wären. Sie baden sogar gelegentlich - auch wenn man bei dem flüßchen, in welchem sie baden vor wenigen jahrzehnten noch von »chemischer reinigung« hätte sprechen müssen.

Sonntag, 5. April 2020

Boni für pflegekräfte

Laut ministerpräsident Söder sollen pflegekräfte in Bayern 500€ bonus erhalten. Ob der eine einmalige leistung sein soll oder zukünftig monatlich gezahlt werden soll, blieb bisher unklar. Außerdem bekommen die beschäftigten in allen krankenhäusern, pflege- und seniorenheimen kostenlose verpflegung. Das muß man eher als strafe betrachten, sofern sie den gleichen fraß vorgesetzt bekommen wie die patienten. Zitat eines insassen dieser einrichtungen: »An manchen tagen denke ich, schlimmer als heute kann das essen nicht mehr werden. Aber gleich am nächsten tag muß der koch mir beweisen, daß es noch scheußlicher geht.« In Berlin hat es zur krankenhausverpflegung vor einiger zeit eine studie gegeben, bei der herauskam, daß der schmatzkatz nicht bloß unlecker sondern auch regelrecht ungesund ist.

Die Grünpartei fordert eine »gefahrenzulage« von 500€ monatlich für die mitarbeiter im ärztlichen und pflegerischen sektor - und sogar steuerfrei. Total nett von den Grünen! Wären sie bloß damals nicht an der Bundesregierung beteiligt gewesen, als die steuerfreiheit für schichtzuschläge abgeschafft wurde. Begründet wurde das damit, daß auch spitzenverdiener da begünstigt würden, gelitten haben darunter hauptsächlich nicht-ganz-so-toll-verdiener aus berufen, die wir seit einigen wochen modern als »systemrelevant« bezeichnen. Wenn ich zeit habe, gehe ich mal in den keller und lache über die Grünen.

Samstag, 4. April 2020

Tauben vergiften am bahnhof

Als ich die meldung am mittwoch zum ersten mal las, hielt ich es für einen aprilscherz, wenngleich auch keinen übermäßig guten. Als es donnerstag früh auch in der Süddeutschen stand, beschlich mich das gefühl, daß das kein witz sein soll. Die tierrechtsorganisation PETA sorgt sich, daß während der ausgangssperre die armen straßentauben vom aussterben bedroht sein könnten, weil sie nicht mehr genügend futter finden, wenn keine menschen unterwegs sind, die essensreste wegwerfen. Die städte und kommunen wurden deshalb aufgefordert, das taubenfütterungsverbot aufzuheben.

In städten wie Berlin sind stadttauben mancherorts ein problem, weil sie in massen auftreten und alles vollkoten. Dabei ist taubendreck eigentlich ein guter dünger. Die dummen viehcher haben bloß noch nicht begriffen, daß den auf dem bahnhofsvorplatz leider kein mensch braucht. PETA vertritt die auffassung, daß es eine rechtliche pflicht gäbe, die tauben nicht verhungern zu lassen, weil es ein tierschutzgesetz gibt. Allerdings gibt es keine pflicht, wildtiere vor dem hungertod zu retten.

Nur hat man bei PETA eben etwas andere ansichten darüber, was eigentlich wildtiere sind. Die straßentauben sind laut PETA nämlich keineswegs wildtiere sondern in wirklichkeit haustiere, vom menschen gezüchtet und dann brutalstmöglich auf die straße gesetzt. Die herkunft der bei vielen leuten nicht übermäßig beliebten vögel ist tatsächlich umstritten. Es ist aber sehr wahrscheinlich, daß es sich um kreuzungen aus haus- und brieftauben und deren urform, der felsentaube handelt, also eher um eine sogenannte pariaform, also keineswegs um haustiere, wie von PETA behauptet, sondern um dedomestizierte tiere.

Bereits im vergangenen sommer verbreitete PETA einen ziemlichen unsinn über stadttauben (verlinke ich nicht), wobei ich in einem punkt sogar zustimmen kann, nämlich daß spikes zur taubenvergrämung häufig zu verletzungen der tiere führt und zu verstümmelungen führen können. Alles andere ist der reinste schwachsinn. Behauptet wird, daß es den straßentauben in der stadt an platz mangele, sie unter hunger litten und der böse mensch ihnen gar einen »brutzwang« angezüchtet hätte. Diese figuren halten die tauben für wesentlich dümmer als sie sind. Es wird vergessen, daß tauben natürliche fähigkeiten haben, beispielsweise, daß sie problemlos sehr weite strecken fliegen können, um futter zu suchen und zielsicher zurück finden und vor allem, daß tauben offensichtlich völlig andere vorstellungen davon haben, was geeignetes futter sei als die etepeteteveganer der organisation PETA. Das mit dem »brutzwang« ist selbstredend auch völliger schwachsinn. Behauptet wird, daß wildtauben nur zweimal im jahr brüten würden. Richtig ist, daß auch wildtauben unter günstigen bedingungen öfter brüten, nämlich bis zu vier mal im jahr. Die in menschennähe lebenden stadttauben finden das ganze jahr über energiereiche nahrung und können deswegen unter günstigen bedingungen auch im herbst und winter brüten. Insgesamt bis zu acht mal im jahr. Das hängt hauptsächlich vom futterangebot ab und hat nichts mit künstlich angezüchtetem verhalten zu tun. Das gleiche verhalten kann man auch bei stadtspatzen beobachten, welche noch nie domestiziert waren und sich das leben in menschennähe selbst ausgesucht haben.



Nein, man muß die tauben nicht vergiften. Wenn die jetzt durch die ausgangsbeschränkungen mehr aufwand mit der futtersuche haben, werden sie weniger brüten und es wird kein schaden sein, wenn der bestand auf diese art dezimiert wird. Nur dumm, daß tierschützer häufig dazu neigen, die natur zu romantisieren und es nicht akzeptieren, daß frei lebende tiere ohne zutun des menschen häufig kein lustiges leben haben.

Dienstag, 31. März 2020

Die tote stadt

Wenn ich derzeit durch Berlin laufe, habe ich das gefühl die stadt sei tot. Das hat mit dieser oper allerdings nichts zu tun. Uraufgeführt 1920, hätte modern sein können ist allerdings spätromantisch.



Ist nicht ganz meine richtung. Wenn nichts dazwischen kommt, gibt’s demnächst was, das definitiv meine richtung ist.

Everyday is like sunday



Dazu muß ich wohl wirklich nichts sagen.

Montag, 30. März 2020

Attentäter von Hanau angeblich kein rechtsextremer

Dem Bundeskriminalamt reicht der glaube an verschwörungsideologien und gruppenbezogene menschenfeindlichkeit als tatmotiv anscheinend nicht aus, um einen täter als rechtsextrem einzustufen.

Was muß ein attentäter eigentlich noch alles anstellen, um als staatlich geprüfter rechtsextremer zu gelten, wenn massenmord aus rassistischen gründen nicht ausreicht?

Die altnazis glaubten an eine »Jüdische weltverschwörung«, und daß »die Juden« das Deutsche volk von innen zersetzen wollten. Die heutigen rechtsextremen finden andere personengruppen, die schuld am niegergang Deutschlands sein sollen - beispielsweise frauen, die etwas besseres zu tun haben, als sich mit derart verknöselten figuren einzulassen oder leute, die ihnen nicht »Deutsch genug« erscheinen, weil der oppa oder uroppa aus dem ausland stammte. Einen großen unterschied macht das nicht.

Foto am montag (411)

Zaunkönig (troglodytes troglodytes)

Sonntag, 29. März 2020

Symphony No. 1

Zum tode Krzysztof Pendereckis (23. November 1933 - 29. März 2020) die Symphony No. 1, welche 1972/73 komponiert und im juli 1973 vom London Symphony Orchestra uraufgeführt wurde. Damals galt er als einer der bedeutenden avantgardistischen komponisten.

Samstag, 28. März 2020

Donnerstag, 26. März 2020

Eine gute nachricht

In einem schriftlichen interview hat Iris Löhner, sprecherin der Bundesanstalt für arbeit zugesichert, daß die sichere auszahlung von geldleistungen die oberste priorität hat.

Sehr gut. Dafür ist ein soziales netz, wenn man es dann schon braucht, auch gefälligst da, daß es leute auffängt, die finanzielle probleme haben. Warum braucht es erst eine katastrophe, damit das funktioniert? Im bekanntenkreis schwieg es sich rum, daß in der vergangenen woche ein antrag auf arbeitslosengeld 2 schneller bewilligt wurde, als sich die zahl der mit dem coronavirus infizierten verdoppelt. Also zu jenem zeitpunkt in weniger als drei tagen. Wenn auch andere wenigstens ihr existenzminimum so schnell bewilligt bekommen, wäre das ein fortschritt.

Zugegeben, das ist nicht wirklich gut. Aber so lange die wirtschaft über geld läuft, geht es kaum anders.

Dienstag, 24. März 2020

Schlechte nachrichten

Leider werden wir alle sterben. Diese traurige neuigkeit habe ich kürzlich bei irgendeinem herrn oberschlau lesen müssen. Zum glück jedoch nicht an COVID-19, weil wir nämlich verhungern werden. Aber nicht, weil diese ausländer, die »uns« die arbeitsplätze wegnehmen, der seuche wegen »unseren« spargel nicht stechen und »unsere« erdbeeren nicht pflücken werden. So oder so gibt es SARS-CoV-2 überhaupt nicht, sondern ist nur erfunden worden, um uns vom wesentlichen abzulenken.

Ich sage es nur ungern, denn es ist etwas wirklich etwas schlimmes: der rundfunkbeitrag wird ab 2021 kräftig erhöht. Ob man will oder nicht, muß man ab januar 21 anstatt 17€50 tatsächlich 18€36 zahlen - also in den ruin treibende 0€86 mehr.

Es ist absolut verständlich, daß die (mutmaßlich geheime welt)regierung sich angesichts derartiger sauereien eine seuche ausdenken muß, um ausgangssperren zu verhängen, damit es deshalb auf der straße nicht zu protest und tumult kommt.

Aber wenn es doch galt, die erhöhung des rundfunkbeitrages zu vertuschen, warum haben die zeitungen nichts wichtigeres zu tun gehabt, als das zu berichten?

Montag, 23. März 2020

Foto am montag (410)

Auch der kleiber (sitta europaea) hält sich an die ausgangssperre, er guckt bloß aus dem fenster, obgleich ausflüge nicht verboten sind.

Sonntag, 22. März 2020

»Zwangsvorstellungen«

Weil in den kommenden wochen gar nichts läuft, haben viele theater einen online-spielplan erstellt. So auch die schaubühne am lehniner platz. Heute gibt es aus dem videoarchiv »Die Mutter« von Bert Brecht in der inszenierung von 1970 zu sehen.


Die Mutter from Schaubühne Berlin on Vimeo.

Den onlinespielplan der schaubühne kann man hier anschauen.

Samstag, 21. März 2020

Klorollenlobbyist

Vorhin wurde mir klar, wer hinter dieser klopapierpanik steckt: Friedrich Merz. Wer sonst?

Der sitzt im aufsichtsrat der hygienepapierfabrik WEPA 

Liebe mitmenschen, macht Fotzenfritz nicht reicher als er schon ist. Klopapier zu horten ist schlimmer als CDU wählen. Hört auf damit!

Mittwoch, 18. März 2020

Kann eine seuche zählen?

Schon wieder gibt es einen aufreger, für den es morddrohungen gab. Es geht um dies video:

Und dies zitat:
»Wir vom Browser Ballett sagen ja zu Corona, denn mit diesem Virus heilt sich der Planet praktisch selbst. Interessant, wie fair dieses Virus dabei ist. Es rafft die Alten dahin, aber die Jungen überstehen diese Infektion nahezu mühelos. Das ist nur gerecht, immerhin hat die Generation 65 plus diesen Planeten in den vergangenen 50 Jahren voll an die Wand gefahren«
In Barry Hugharts roman »Die Brücke der Vögel«, einer geschichte aus dem alten China, wie es nie gewesen ist, werden ausschließlich kinder eines bestimmten alters von einer merkwürdigen seuche dahingerafft. Meister Li, der auf der suche nach einer medizin dagegen ist, denkt darüber nach, ob eine seuche zählen kann. Im buch wie im richtigen leben kann sie das natürlich nicht.

Den dr Li Wenlilang, den es im realexistirenden China tatsächlich gab und der im dezember 2019 als einer der ersten, vielleicht sogar als der erste vom neuen coronavirus berichtete, verstarb im biblischen alter von 33 jahren. Auch junge menschen können daran sterben, wenn die pech haben oder eben zu einer risikogruppe gehören. Wie beispielsweise diese leute:

Die sind nicht übermäßig alt. Aber eben nicht gesund. Im weiteren verlauf des videos ist dann auch noch die rede davon, daß die anzahl der menschen auf diesem planeten ein problem sei, und daß das leben auf diesem planeten ohne die »überzähligen« menschen besser sei. Da färbt sich der humor dunkelbraun.

Aber morddrohungen wegen brauner eselei sind auch wieder nur braune eselei.

Dienstag, 17. März 2020

Idyll mit müll- [2]

eimer.

Der frühling naht. Das erkennt man am festlich geschmückten müllkübel:
Während es für kinder in Berlin seit heute bei strafe verboten ist, auf den spielplatz zu gehen, saßen nebenan im park dutzende jugendliche und rauchten shisha, alle mit dem selben mundstück. Das war sicherlich sinn und zweck der coronaferien, daß die sich schön alle gegenseitig infizieren, damit endlich noch mehr bazillenschleudern durch die gegend laufen.

Montag, 16. März 2020

Foto am montag (409)

Ein bißchen ungewöhnlich: straßen- bzw. stadttauben (columba livia f. domestica), die auf bäumen hocken.

Samstag, 14. März 2020

Zwei konzerte

Freunde moderner musik haben heute abend ab 19 uhr die qual der wahl:

Entweder die Digital Concert Hall der Berliner Philharmonie. Dort gibt es heute einen kostenlosen stream, weil die Philharmonie  bis 19. april geschlossen ist und sie so zumindest ein virtuelles publikum haben. Dort dirigiert heute Sir Simon Rattle Luciano Berio und Béla Bartók . Man muß sich dafür nur kostenlos mit Namen und eMail registrieren und schon hat man zugang.

Oder im Deutschlandfunk Kultur »Al gran sole carico d’amore« von Luigi Nono live aus dem Staatstheater Mainz. »Al gran sole carico d’amore« ist Nonos revolutionsoper, unter anderem mit texten von Fidel Castro, Che Guevara, Lenin, Karl Marx, Brecht.

Wenn es derartige musik frei haus gibt, muß man sich nicht grämen, daß zahlreiche veranstaltungen ersatzlos gestrichen wurden. Hoffentlich bricht das internet nicht zusammen, wenn jetzt das ganze feierwütige partyvolk netflixen »muß«, anstatt den leuten unterwegs auf den geist zu gehen.

Dienstag, 10. März 2020

Sonntag, 8. März 2020

Equal care day

An sich paßt das thema zum weltfrauentag: der »equal care day« soll daran erinnern, daß männer auch heute noch meist in puncto fürsorgearbeit stark benachteiligt sind. Und so findet dieser gedenktag sinniger weise immer am 29. februar, also nur alle vier jahre, statt, weil männer im schnitt vier jahre benötigen, um auf die selbe anzahl stunden an häuslicher arbeit zu kommen, die frauen im durchschnitt jährlich leisten.

In einem kommentar von Barbara Vorsamer zu dem thema, in welchem es offenbar um »gleichberechtigung« gehen sollte, habe ich jedoch einige ungereimtheiten gefunden. Beispielsweise folgendes:
Zitat: »In der Volkswirtschaft ist produktiv, wer ein Essen kocht und es dann verkauft. Wer ein Essen umsonst für seine Familie kocht, existiert in diesem Sinne nicht. Das verstärkt die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern.«
Das stimmt schon einmal von daher nicht, daß es in unserer kapitalistischen volkswirtschaft nicht ausreicht, »essen zu kochen und zu verkaufen«, sondern daß man mit seiner tätigkeit dann auch noch für einen firmeninhaber einen gewinn erzielen muß, ansonsten findet die arbeit gar nicht erst statt aber das nur nebenher. An sich ist man schon produktiv, wenn man umsonst, also kostenlos für angehörige kocht, andernfalls würde es hinterher nichts geben, bloß gibt es dafür kein geld. Da gibt es keine ungleichheit zwischen den geschlechtern, ein mann bekommt für das familiebekochen ebenso keinen lohn, es gibt diesen merkwürdigen unterschied zwischen arbeit und arbeit.
Zitat: »Um das Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern aufzulösen, hat sich die Bundesrepublik eine Familienpolitik verschrieben, die Mütter genau wie Väter in der Berufstätigkeit hält. Das ist nicht verkehrt, es löst aber offensichtlich das Problem nicht. Und auch wenn sich ein gut verdienendes Großstadtpaar die Arbeit unter Einsatz von Erzieherinnen, Putzfrau und Pizzaboten untereinander gerecht aufteilen kann: Wer unterdurchschnittlich im Kindergarten, in der Gebäudereinigung oder beim Lieferdienst bezahlt wird, kann es sich kaum leisten, die eigene Fürsorgearbeit weiter zu delegieren. Die kommt einfach noch oben drauf.«
Die familienpolitik ist ganz bestimmt nicht dafür gedacht, das ungleichgewicht zwischen den geschlechtern aufzulösen, sondern um ein bürgerliches familienmodell zu fördern. Immerhin: alleinerziehende werden unabhängig vom geschlecht benachteiligt, das ist selbstverständlich eine tolle auflösung der ungleichbehandlung. Und je ärmer man ist, desto weniger hat man von dieser tollen familienpolitik.
Zitat: »Welche Maßnahme hier mehr Gerechtigkeit schaffen könnte - das bedingungslose Grundeinkommen, die 20-Stunden-Woche, Gehälter für Hausfrauen oder etwas ganz anderes - muss endlich umfassend und intensiv diskutiert werden.«
»Herdprämie« wurde bereits diskutiert und das BGE kann man durchaus als eine »herdprämie für alle« betrachten, die es gibt, ob man sie braucht oder nicht. Eine 20-stunden-woche könnte hingegen ein ansatz sein.
Zitat: »Ökonomie ist definiert als Gesamtheit aller Einrichtungen und Handlungen, die der planvollen Befriedigung der Bedürfnisse des Menschen dienen.«
Leider ist in unserem wirtschaftssystem weniges planvoll und an der befriedigung der bedürfnisse des menschen ist die ökonomie hier auch nicht ausgerichtet.
Zitat: »Die Fürsorge für andere wird oft als Liebes-Job interpretiert, an den man nicht die materiellen Maßstäbe der "echten" Wirtschaft legen solle. Es ist schön und notwendig, dass Menschen Dinge tun, für die sie nichts bekommen.«
Wenn es schön und notwendig ist, daß menschen dinge tun, für die sie nichts bekommen, wäre es dann nicht gut, wenn das immer gelten würde und zwar für alle?

NIEDER MIT DER LOHNARBEIT!

Montag, 2. März 2020

Sonntag, 1. März 2020

Impfpflicht

Was in Deutschland die »Heute Show« ist, heißt in unserem kotelettförmigen, südöstlichen nachbarland »Gute nacht Österreich«. Eine der besten sendungen im Deutschsprachigen fernsehen.

Weil ab heute in Deutschland die impfpflicht gegen masern gilt, ein video dazu.
Endlich erfahren wir, warum nach dem impfen der arm weh tut. Peter Klien zum impfen:


Zitat Peter Klien:»... eine impfpflicht bedeutet, daß die einen sich gegen masern, mups oder tetanus impfen lassen und die anderen gegen ihren willen.«
Die sendung »Gute Nacht Österreich« gibt’s übrigens erst seit vergangenem september, aber man kann das durchaus als Beösterreichrung der medienlandschaft bezeichnen. Die witze über Österreichische politiker versteht man als außenstehender natürlich nicht immer, aber man kann die lacherquote extrem schnell steigern. Wenn man ab und an ein paar Ösizeitungen liest, kennt man die figuren, um die es geht, relativ schnell. Aber auch ohne das alles ist die sendung sehenswert.