Sonntag, 23. Februar 2020

Verschwörungstheoretiker stirbt in selbstgebauter rakete

Der als »Mad Mike« bekannte USAmerikanische verschwörungstheoretiker Mike Hughes ist bei einem versuch, mit einer selbstgebauten rakete rund 1500 meter aufzusteigen ums leben gekommen.

Sein ziel war, eines tages mit einer rakete weit genug aufsteigen zu können, um zu beweisen, daß die erde keine kugel ist. Aufgezeichnet wurde sein flug vom Science Channel für eine dokumentation über »home made astronauts«.

Samstag, 22. Februar 2020

Schon wieder angriffe auf shishabars

Heute wurde in Stuttgart auf ein fenster einer shishabar geschossen und im Sächsischen Döbeln gab es mutmaßlich zwei brandanschläge auf einen dönerimbiß und eine shishabar.

Wann werden die konservativen und liberalen es merken, daß es hierzulande wenig probleme mit gewaltbereiten linken gibt, sondern mit rassisten, die alles terrorisieren, was ihnen nicht »Deutsch« genug ist?

Freitag, 21. Februar 2020

Rechtsterror

Ich möchte zu gegebenem anlaß auf einen beitrag des Deutschlandfunkkultur hinweisen, der 2017 zum ersten mal gesendet wurde:

Verdrängte vergangenheit?
Daniel Köhler hat das systematisch und akribisch getan: Verfassungsschutzberichte, Gerichtsurteile, Presseartikel, antifaschistische Archive. Seine Datenbank listet vereitelte oder erfolgreiche Taten von 1971 bis heute auf:

12 Entführungen, 174 bewaffnete Überfälle, 123 Sprengstoffanschläge, 2.173 Brandanschläge,

229 Morde mit rechtsextremen Motiven.

Und jetzt wird davon gesprochen, daß der terror eine »neue qualität« annehemen würde.

Nein. Er wurde »bloß« über jahrzehnte hinweg totgeschwiegen und es wird immer schwieriger, all das zu ignorieren.

Dienstag, 18. Februar 2020

Samstag, 15. Februar 2020

Bongpflicht

Auch in kalenderwoche 7. nach einführung der bongpflicht wurde ich bisher nicht verhaftet, weil die polizei mich ohne bong antraf.

Haben die wasserpfeifen bei medien womöglich ein nichtiges thema zum sturm aufgeblasen, weil ihnen nichts besseres eingefallen ist? Das würden die aber doch niemals wagen.

Donnerstag, 13. Februar 2020

Millionen stehen hinter mir


Der sinn des Hitlergrußes ist auch im februar 2020 noch der selbe wie im oktober 1932. Man muß der kollage von John Heartfield nichts hinzufügen. Man könnte dem dicken noch einen kopf ankleben und dem kleinen ein zeitgemäßes gesicht verpassen. Es funktioniert aber auch ohne.

Und die haben heute auch gleich noch eine millionenerbschaft kassiert. Und da sollte doch dem letzten idioten klar sein, in wessen interesse die AfD handelt.

Montag, 10. Februar 2020

Sonntag, 9. Februar 2020

Meine butter ist ’ne alte umweltsau

Der Ökotest hat es vor rund einem jahr schon gewußt und bei ze.tt bekommt man es jetzt auf’s brot geschmiert: das schlimmste, was man essen kann, ist butter. Die kommunikationsdesignerin Sophia Fahrland, die letztens das buch »Klimaschutz fängt auf dem Teller an« herausbrachte beklagt nicht ohne die heute notwendige empörung
Zitat Sophia Fahrland: »In der Öffentlichkeit und auch in der Klimabewegung wird stets ein reduzierter Fleischkonsum empfohlen. Doch der Nummer-eins-Klimakiller, die Butter, wird totgeschwiegen.«
Schlimm. Ein killer, der totgeschwiegen wird. Kann man das klima überhaupt killen? Klima ist doch immer, auch wenn es unangenehm wird.

Es wird angeprangert, daß für ein einzelnes kilo butter ganze 20 liter milch benötigt würden. So über den Daumen gepeilt stimmt das. Zufällig kommt sie auf das selbe CO2 äquivalent, auf das auch Ökotest gekommen ist, auch wenn die von 18 litern ausgegangen sind, was der menge entspricht, die man beim Milchindustrieverband findet. Das ergebnis drückt sie aber lieber in gramm als in kilo aus, damit es noch ein bißchen dramatischer aussieht als es ist.
Zitat aus der ze.tt: »Das Problem: Butter wird aus Milch gewonnen. Ganze 20 Liter werden für ein Kilo fertige Butter benötigt. Dementsprechend viele Kühe braucht es auch, die wiederum klimaschädliches Methan ausstoßen. Und Methan heizt das Klima 30-mal stärker an als Kohlendioxid. Fahrland schlägt deshalb vor, besser darauf zu verzichten: ›Da es so einfach ist, Butter durch Pflanzenmargarine auszuwechseln, stellt sich gar nicht die Frage, ob wir das tun sollten oder nicht.‹«
Es wird so getan, als würde da für ein läppisches kilo butter total viel milch vergeudet - geradezu als würden die übrigen 17 liter dann einfach weggekippt oder einfach in der atmosphäre verpuffen oder was auch immer. Wenn man milchprodukte ißt - und wenn sie einem schmecken und man sie verträgt, spricht nichts dagegen - muß man sich tatsächlich gar nicht erst die frage stellen, ob man sie durch pflanzenfett austauschen sollte. Kuhmilch hat für gewöhnlich einen fettanteil von 4,12%, der kann aber auch bis zu 5% betragen. So bekommt man die aber normalerweise nicht zu kaufen. Handelsübliche milch ist hierzulande für gewöhnlich teilentrahmt und hat meist 1,5% oder 3,5% fett, in diesen fettstufen ist auch joghurt erhältlich. Das abgeschöpfte fett wird schlauerweise nicht weggeschmissen, sondern da wird schlagsahne, creme fraiche oder eben auch butter draus hergestellt. Bei der butterproduktion selbst fällt als nebenprodukt auch noch buttermilch an, die keineswegs weggekippt wird. Wenn man einmal von hartkäse absieht, der bei der lagerung trocknet und dadurch etwas an gewicht verliert, wird aus 18 litern milch die gleiche menge an fertigen molkereiprodukten.

An sich sollte man meinen, daß zeitschriften wie Ökotest nicht einfach den durchschnittlichen wert des CO2 ausstoßes pro liter mit der rein rechnerisch notwendigen menge pro kilo multiplizieren, ohne die nebenprodukte zu berücksichtigen. Aber ich habe mich schon öfter über die ergebnisse von Ökotest gewundert. Aber es ist ohnehin müßig dem CO2 in der ernährung hinterherzurechnen, weil das teil des kohlenstoffkreislaufs ist. Für alle, die sich nicht mehr an den biologieunterricht im 5. oder 6. schuljahr erinnern, gibt’s am schluß dieses artikels ein erklärvideo.

Im übrigen wird immer gern behauptet, daß der viehbestand ständig steigen würde. Was kühe betrifft, stimmt das für Deutschland nicht. Seit 1990 ist der bestand um rund 37% gesunken - bei ungefähr gleicher milchproduktion. Weil kühe immer ungefähr gleich viel methan rülpsen, egal wie viel milch sie geben, kann man davon ausgehen, daß milchprodukte heute klimafreundlicher als vor 30 jahren sind.

Aber zurück zu Sophia Fahrland und der ze.tt. Dort gibt es eine neue ernährungspyramide:
Bildschirmfoto aus der ze.tt
Hier sieht man, daß die kommunikationsdesignerin Fahrland imstande ist, ein gleichschenkliges dreieck zu malen.



So sah die »klassische« ernährungspyramide aus. Für die interpretation derselben gilt folgendes:
Zitat wikipedia: »n der Ernährungsempfehlung der DGE (nach 1992)[15] stehen an erster Stelle die Getränke, vor allem Wasser. Man sollte täglich mindestens 1,5 Liter trinken. An der Basis stehen die Grundnahrungsmittel, die langkettige Kohlenhydrate (Stärken) enthalten, wie Brot, Reis und Nudeln. Auf der nächsthöheren Ebene befinden sich Gemüse und Obst. Die dritte Stufe beinhaltet Proteine und eiweißhaltige Nahrungsmittel wie Milch und Milchprodukte einerseits sowie Fleisch, Fisch, Geflügel, Eier, Nüsse und Bohnen (Hülsenfrüchte) andererseits. An der Spitze der Pyramide sind Zucker und Fette wie Pflanzenöle zu finden, von denen nur wenig konsumiert werden sollten.«
Sophia Fahrlands neue pyramide empfiehlt also, daß man sich bei bio zurückhalten sollte, saisonales und regionales mehrfach die woche essen kann, aber hauptsächlich pflanzliches zu sich nehmen sollte. Das anorganische lebensmittel wasser wird nicht empfohlen, das kann man jedoch zur not wahrscheinlich durch das pflanzliche lebensmittel wein ersetzen.


Und jetzt noch das video zum kohlenstoffkreislauf:


Menschen atmen übrigens auch CO2 aus, jeder ungefähr zwei tonnen pro jahr und leute, die wie Sophia Fahrland viel heiße luft durch die gegend blasen, wahrscheinlich noch mehr. Vielleicht sollten diese gelegentlich die luft anhalten.

Dienstag, 4. Februar 2020

Bienensterben

Ein vortrag zum thema bienensterben von Robert Brodschneider von der uni Graz. Für interessierte menschen bietet der vielleicht nicht viel neues, aber weil viele leute glauben, daß man sich sorgen machen müßte, weil die honigbiene auf dem aussterbebett liege, möchte ich darauf aufmerksam machen.

Das bienensterben gibt es. Allerdings betrifft es wildbienen, die mit veränderten klima- und umweltbedingungen nicht klarkommen - andere hingegen scheinen davon zu profitieren. Ich erinnere an mein mittsommerrätsel vom letzten jahr, dessen auflösung die blaue holzbiene war. Hatte ich vorher nie gesehen.

Montag, 3. Februar 2020

Foto am montag (403)

Einer meiner lieblingsvögel (corvus corone cornix).

Sonntag, 2. Februar 2020

Nur echt mit den 52 faulen zähnen

Schlimmer als ratten im speisekeller war in der gar nicht mal so guten, alten zeit nur Leibnitz Butterkeks von Bahlsen, der sich dort von selbst zu vermehren schien und regelrecht zur plage wurde - kein schulwandertag und kein besuch im freibad verging ohne den furztrockenen, bröseligen keks, der schmeckte, als stamme er noch aus der erstauflage von 1891 und immer an den zähnen klebte. So etwas ißt heute niemand mehr und so ist es nicht verwunderlich, daß der krümelmonsterkonzern mit seinen keksen aus dem 19. jahrhundert verluste macht.

Die vom vielen keksverzehr etwas pausbäckicke firmenerbin hielt das im vergangenen jahr nicht ab, blödsinn zu reden.
Zitat Verena Bahlsen:»Mir gehört ein viertel von Bahlsen, da freue ich mich auch drüber, es soll mir auch weiterhin gehören, ich will geld verdienen und mir segelyachchten kaufen von meiner dividende und sowas.«
Ihr gehört ein viertel von Bahlsen, aber dafür, zu wissen wie das heißt, das ihr hinten reingeschoben wird, hat es trotzdem nicht gereicht. Sie ist miteigentümerin einer GmbH & Co KG - und da bekommt man keine dividende.

Noch schlimmer als das, war ihre behauptung, Bahlsen habe die zwangsarbeiter in der nazizeit genau so gut behandelt, wie die Deutschen arbeiter. Das ist glatt gelogen. Da würde man sich eigentlich wünschen, daß dieser drecksladen endlich pleite geht. Das problem ist, daß dafür nicht das dralle dummchen mit dem privatvermögen haftet, sondern die leute, die mit Bahlsen nicht geld verdienen wollen, sondern die bei Bahlsen geld verdienen müssen.

Samstag, 1. Februar 2020

Der B.Scheuer-t-Andi mal wieder

Ein Bayrisches satire-magazin hat den B.Scheuer-t-Andi als »Minister Mühlstein« bezeichnet. Der Söder Markus hätts gsagt. Das ist diskriminierend und herabwürdigend.


Und zwar für mich. Ja, leben die in dem Bayern da drunten nur noch von feinstaub?

Mittwoch, 29. Januar 2020

Unsichtbare gigafactory

Wie ich eben gelesen habe, ist der kauf des geländes für die Teslafabrik notariell beglaubigt worden. Weil ich an gescheiterte Brandenburger großprojekte wie BER (Flughafen Willy Brand) oder lastzeppeline (Cargolifter) glaube, freue ich mich sehr auf Tesla, womöglich wird das noch lustig.

Die Cargolifterhalle ist nicht unsichtbar, die ist weithin sichtbar. Da ist jetzt das Tropical Island drin. Aber was machen wir hinterher mit dem Teslagelände, wenn die auf die idee kommen, daß das eine voll saublöde idee ist, mitten im nichts eine riesige fabrik hinzustellen?

Kreative ideen sind gefragt.


Das 1-€-blog wird weiterhin berichten.

Dienstag, 28. Januar 2020

Die drohungen des käpt’n plattfuß (teil 2)

Fortsetzung

Im zweiten und letzten teil gibt es ein paar originalschnipsel aus dem interview mit Hasso Plattner, die im Digitec Podcast der FAZ nachgehört werden können.

[8:11]Hasso Plattner: »Jetzt ist es aber so, daß noch nie in der geschichte der menschheit einzelne so schnell, also kleine gruppen so schnell etwas bauen können, damit erfolgreich werden können wie in der software. Selbst in der hochphase des automobilbaus, wo es also -zig automobilfirmen gegeben hat, das war nicht so einfach ein auto zu bauen, einen betrieb aufzubauen, in die massenproduktion zu gehen. Das ist in der software unvergleichlich viel einfacher, weil die vorabinvestitionen relativ gering sind.«
Das stimmt auffallend, daß man heutzutage mit relativ geringer investition software entwickeln kann. Computer sind heute für die meisten menschen in den industriestaaten eine selbstverständlichkeit - und jeder der einen computer besitzt, hat im prinzip das produktionsmittel für softwareentwicklung in der hand. Er muß »bloß« programmieren lernen und ideen haben. Aber nicht jeder der programmieren kann, hat ideen. Und nicht jeder, der ideen hat, hat den geschäftssinn, andere abzuzocken und damit reich zu werden. Ansonsten gäbe es wohl keine open source software.

Der vergleich mit der autoindustrie ist ziemlich schräg. Regnet es manna vom himmel und materialisieren sich autos dank ausgefuchster software einfach von selbst oder müssen die im jahr 2020 noch irgendwo hergestellt werden? Ich habe den verdacht, daß letzteres zutrifft, denn ein gewisser Elon Musk hat letztens rund 41 millionen in den Brandenburger sand gesetzt, weil er dort elektroautos produzieren will. Exkurs: Das war sicherlich ein schnäppchenpreis. Allerdings ist noch lange nicht gesagt, daß da jemals irgendwas produziert wird, wasserschutzgebiet und alles. Hat herr Musk dies gelände jemals gesehen? Ich hingegen bereits vor einigen jahren schon, in der gegend steppt der bär, mein fahrrad blieb im sande stecken. In Brandenburg liebt man gescheiterte großprojekte. Nicht produzierte riesenluftschiffe (Cargolifter) und ein ganz leiser großflughafen (BER) sind nur ein paar beispiele. Eine unsichtbare giga-autofabrik paßt gut in diese sammlung.
[11:11]Hasso Plattner: »Das land ist finanziell [...] ein wie auch immer definiertes grundleben mit grundgesundheit, grundeinkommen, grund- äh,äh,äh-wohnung zur verfügung stellen...«
Das klingt erstmal nett, daß an die grundbedürfnisse aller gedacht werden soll - nur hat er ja bereits betont, daß er nicht bereit ist, dafür mehr steuern zu zahlen. Der plebs soll sich selbst finanzieren - das ist eine sehr schäbige idee: erst läßt man die menschen gegeneinander konkurrieren und am schluß nimmt man den gewinnern was weg, um es auf alle zu verteilen. Besonders gut scheint Plattner über seine mitmenschen zu denken:
Hasso Plattner: »Es wird passieren oder es ist jetzt so, daß große teile der bevölkerung, vielleicht 30%, vielleicht mehr, nicht mehr sich beteiligen können an dem wertschöpfungsprozeß...«
Warum können die sich denn nicht am wertschöpfungsprozeß beteiligen? Doch nicht, weil sie zu dumm dafür wären, sondern weil es in einem konkurrenzsystem verlierer geben muß. Man könnte ebensogut alle am wertschöpfungsprozeß beteiligen, indem man die vorhandene arbeit auf alle verteilt, das hätte den vorteil, daß alle eher feierabend machen können. Das paßt nur schlecht mit Plattners lebensunterhalt zusammen.
Hasso Plattner: »...die können sich nicht beteiligen, weil sie mit noch so viel schulung sie nicht das talent haben dazu. Man kann die fußballspieler, die in der 5. liga spielen noch so viel trainieren, daraus werden keine bundesligaspieler.«
Für einen großteil der berufe, die man ausüben kann, benötigt man nicht besonders viel talent. Glaubt herr Plattner, daß die fachverkäuferin an der wursttheke besonders talentiert sein muß, um blutmagen von kartoffelwurst unterscheiden zu können? Auch software-entwickler wird man nicht unbedingt des talents wegen. Um das zu sehen muß man sich bloß einmal mit Plattners lieblingsprogramm SAP-ERP (fachpersonal weiß, daß das die abkürzung für Schlechtes Anwender Programm - Eine Regelrechte Plage ist) befassen. Aber dafür benötigt man tatsächlich talent, denn sonst hat meine keine freude an diesen künstlerisch wertvollen eingabemasken. Sonst muß man nicht viel können, bloß lesen, schreiben, rechnen und vielleicht noch etwas von betriebswirtschaft verstehen. In der 1. Bundesliga muß man dafür nicht kicken, man muß sich nicht einmal für fußball interessieren.

Und die normalen leute, die heute für eine fachausbildung oder sogar ein studium tauglich sind, sollen dafür zukünftig einfach zu doof sein?

Aber es kommt noch besser:
[21:42]Hasso Plattner: »daß wir eine ungehemmte und unkontrollierte informationsverteilung in der welt jetzt haben, die sehr zum nachteil der kultur, der sicherheit und der politischen meinungsbildung funktioniert. Also Sie müßten hier jetzt eigentlich auftreten und sagen wie kann information in der welt verteilt werden, ohne daß die vor- und nachbearbeitung der professionellen journalisten da ist. Das ist ja fürchterlich, was jetzt über das internet verbreitet werden kann und sich durch ganz andere kanäle explosionsartig in ganz kurzer zeit verbreiten kann. Ohne jede kontrolle, ohne jedes sachliche hinterfragen.«
Herr Plattner traut auch hier seinen mitmenschen nicht übermäßig viel zu: leider sind wir alle nicht bloß zu doof, am werschöpfungsprozeß teilzunehmen. Wir sind obendrein zu blöde für’s internet, weil wir jeden mist glauben und den dann auch noch unhinterfragt weiterverbreiten.

Die unkontrollierte informationsverteilung in der welt haben wir nicht erst jetzt, sondern seit ca. mitte der 90er jahre. Und auch damals wurde bereits vom untergang der kultur geredet, weil jeder mitmachen könne, den größten blödsinn sehr schnell zu verbreiten und manch einer jede höflichkeitsform in der vermeintlichen anonymität vermissen lasse. Damals besuchte ich ein seminar, in welchem wir darüber diskutierten, wie man betrügern im internet aus dem weg geht oder auch falschmeldungen - »fakenews« gab es damals auch schon, die hießen bloß anders. Oder wie man seriöse quellen im internet erkennen kann. Das fazit war, daß insgesamt mehr für bildung getan werden muß, damit die leute das neue medium vernünftig nutzen können. Weil sich seit dem an den problemen mit der benutzung des internets nicht übermäßig viel geändert hat, ist wohl nicht genug für bildung getan worden. Bei Amerikanischen präsidenten, beispielsweise.

Herr Plattner allerdings hat offensichtlich kein besonders freundliches bild von seinen mitmenschen - im vergleich zu ihm sind wir alle konkurrenzversager, uns ist nichts besseres eingefallen als SAP. Folglich müssen wir kontrolliert werden, weil wir dumm sind.

Montag, 27. Januar 2020

Samstag, 25. Januar 2020

Frohes neues!

Heute beginnt das Chinesische jahr der ratte.


In China sagt man zu diesem anlaß wohl so viel wie »glückwunsch für erfolg und wohlstand.«

Freitag, 24. Januar 2020

GUZ

Leider hat in den letzten tagen nicht nur Terry Jones (Februar 1942 - Januar 2020), freunden komischer filme bekannt als mitglied der Monty Pythons, ins gras beißen müssen, sondern wie der Schweizer Tagesanzeiger bereits gestern meldete auch Oliver Maurmann (Dezember 1967 - Januar 2020), freunden komischer musik besser bekannt als Olifr M. Guz oder einfach nur GUZ. In Deutschland war er dem publikum hauptsächlich als sänger und gitarrist der Aeronauten bekannt, er spielte aber auch bei zahlreichen anderen bands, wie Freds Freunde, Raumpatrouille Rimini, the Hunchbacks, nur um einige zu nennen. 1997 erschien »Anthology 1984 - 95«. Auf dem CDinlay stand »daß diese CD gut ist, sieht man schon an der hülle,« deshalb mußte ich sie unbedingt haben. Der ton war mäßig, wie bei so vielem, das mit einem vierspurrekorder auf kompaktcassette produziert wurde, die musik aber gut und die texte größtenteils lustig.




Im jahr 2008 sang er »irgendwann bin ich würdevoll und alt.« Schade, daß es nicht so weit gekommen ist.

Montag, 20. Januar 2020

Foto am montag (401)

Die ratten sind mit dem mäusebussard gen himmel aufgefahren. Ob sie das gut finden, weiß ich leider nicht.

Dienstag, 14. Januar 2020

Foto am montag (400)

Ein stieglitz (carduelis carduelis) aus Steglitz.

Samstag, 11. Januar 2020

Die drohungen des käpt’n Plattfuß (Teil 1)

Kurz vor weihnachten gab SAPmitbegründer Hasso Plattner der FAS ein interview, das man leider nicht kostenlos lesen kann. Das blödeste daran ist, daß sich sehr darüber mausig gemacht wird, weil käpt’n Plattfuß zum besten gab, daß er sich sorgen mache, weil er im teletext gelesen habe, daß 72% der Deutschen eine vermögenssteuer befürworten würden. Nein, nicht über den inhalt seiner aussage, sondern über die tatsache, daß der knispel sich tatsächlich über den teletext informiert, anstatt modern mit brieftauben und telefax zu arbeiten - aber wahrscheinlich war das faxpapier gerade alle und die brieftauben bereits für das weihnachtsessen gerupft.

Von Plattner kommen die üblichen plattitüden wie »Ich habe die SPD viele Male gewählt und unterstützt, jetzt manövriert sie sich halt für mich ins Abseits.« Und droht mit wegzug, nicht nur aus Potsdam, sondern aus Deutschland.

Autsch. Ist dem mann vielleicht schon mal aufgefallen, daß die mehrheit der (ehemaligen) SPDwähler zufällig keine milliardäre sind und die SPD nicht unbedingt politik für die mehrheit ihrer wähler gemacht hat und deshalb keiner, der halbwegs bei trost ist, die SPD noch wählt? Das ist ein schönes beispiel dafür, wie die macht in der bürgerlichen demokratie verteilt ist: die stimmen der vielen sind relativ egal, während einzelne superreiche bestimmen können, wo es lang geht - gegebenenfalls mit erpressung.

Und dann wird dem Plattner auch noch zugute gehalten, daß seine stiftung den einen oder anderen euro in Potsdam investiert. Warum hat eigentlich die stadt Potsdam nicht selbst genügend geld, um in kultur zu investieren? Stattdessen bestimmen irgendwelche reichen bzw. prominenten blödmänner und -frauen, was in der stadt passiert. Beispielsweise über den wiederaufbau der Garnisionskirche - wobei ich in diesem fall fairer weise dazusagen muß, daß Hasso Plattner diesbezüglich meines wissens nicht in erscheinung getreten ist.

Im zweiten teil gibt es ein paar originalschnipsel aus dem interview, die tief blicken lassen, was käpt’n Plattfuß über seine mitmenschen denkt.

Freitag, 10. Januar 2020

Idyll mit müll...

...eimer. Der Berliner an sich schätzt doch sehr die gepflegte grünanlage. So auch am ufer der spree auf dem kurzen weg zwischen hauptbahnhof und regierungsviertel.



Hier gibt’s einfach alles, was das herz begehrt: ein bißchen gras (nicht zu verwechseln mit marihuana), die spree, asphahlt und steine. Das im hintergrund ist nicht einfach trauerweide. Nein es ist augenweide.



Das wichtigste für die gelungene, echte Berliner grünanlage ist der orange beklebte müllkübel.


Das ist das Ludwig-Ehrhardt-Ufer. Ich gebe zu: wäre ich gartengestalter hätte ich es kaum schöner gestaltet. Aber als blickfang hätte ich wenigstens noch ein öffentliches hundeklo aufgestellt.

Mittwoch, 8. Januar 2020

Lübcke »aus versehen« ermordet

Im mordfall Lübcke  hat es heute eine neue aussage des bisher hauptverdächtigen Stephan E. gegeben. Wie die HNA berichtete, habe dessen kumpel Markus H. regierungspräsident Lübke im streit versehentlich erschossen.

Auch drecksnazis haben ein recht darauf, nicht vorverurteilt zu werden. Schließlich hat es eine logik: wenn man nachts bis auf die zähne bewaffnet bei einem politiker, den man nicht leiden kann, auf die terrasse steigt, kann man nicht vom motiv der umbringung ausgehen. Jemand der so etwas tut, möchte sicherlich nur eine gepflegte politische diskussion führen. Was denn sonst?

Nur glauben muß man wirklich nicht alles.

Montag, 6. Januar 2020

Sonntag, 5. Januar 2020

Connewitz. Brokdorfbeschluß.

Interessantes interview im Deutschlandfunk Kultur über die vorfälle in der Sylvesternacht in Leipzig-Connewitz.
Zitat Heribert Pantl: »Aber ich kann doch nicht unwahrheiten verbreiten [...] und das ist das grundprinzip von polizeieinsätzen in heiklen situationen seit 30 jahren: deeskalation. Polizei darf nicht eskalieren, darf konflikte nicht weiter anheizen. Deeskalieren ist das verhindern von konflikten in sich aufschaukelnden prozessen. Und da gibt es eine wunderbare entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes aus dem jahr 1985 [...]: es gibt eine pflicht der polizei zur kooperation und zur kommunikation sowie zur einer professionellen öffentlichkeitsarbeit der polizei. Und wenn ich diesen satz nehme aus dem Brokdorfbeschluß des Verfassungsgerichtes, der 35 jahre alt ist, denk ich mir, im polizeiunterricht sollten mal wieder die alten urteile und die alten beschlüsse des Bundesverfassungsgerichtes gelehrt und dann diskutiert werden was daraus folgt.«
Den Brokdorfbeschluß kannte ich bisher nicht. Unter diesem gesichtspunkt wären etliche gewalteskalationen mit polizeibeteiligung der letzten jahre neu zu betrachten.

Aber es ist ja klar, wenn gewalt eskaliert, sind grundsätzlich kleine punkmädchen mit einem eBass in der hand schuld. Sieht man auch an Katja Meier, der Sächsischen Justizministerin. Ich weiß das.

Freitag, 3. Januar 2020

Passagierrekord dank flugscham

Im jahr 2019 verzeichneten die Berliner flughäfen einen neuen passagierrekord. Mit rund 35,5 millionen fluggästen lag das passagieraufkommen fast doppelt so hoch wie im jahr 2006.

Und das obwohl das thema »flugscham«, bzw. die umweltschädlichkeit des fliegens überhaupt, öfter in den medien war als sonst. Aber wie ich es mir schon gedacht hatte, eine gepflegte flugangst ist im zweifelsfall besser umweltverträglich als eine verlogene flugscham.

Mittwoch, 1. Januar 2020

Schöner schwurbeln mit den sternen

Während man sich drüber aufregte, daß im WDR SUVfahrende, Deutsche ommsen in einem bekloppten kinderlied verunglimpft wurden, gab sich der RBB weitgehend unbemerkt nicht minder bescheuert: ein astrologischer schwurbelonkel durfte uns erzählen, was die sterne uns über das kommende jahr verraten.

Zitat: »Der himmel gibt uns zeichen. Die können wir deuten und verstehen, ja [...] zu behaupten, daß 2020 ein leichtes jahr wäre, wäre gelogen, es birgt doch ganz große herausforderungen. Wichtig ist, daß uns jetzt klar ist, was wir jetzt an weichenstellungen vornehmen, daß das sehr langfristige konsequenzen haben wird, also was 2020 passiert legt ein fundament für eine zukunft, die über jahrzehnte hinweg bestand haben wird. In sofern ist es wichtig, daß wir die fundamente richtig setzen und gleichzeitig einen schlußstrich unter das ziehen, was vergangen ist. Das ist ja nicht immer einfach zu erkennen, was ist vorbei?«

So tiefsinnige gedanken können einem schon mal kommen, wenn man sternhagelvoll über die reling reihert und man sich danach sehnt, dieser zustand möge bitte irgendwie vorüber gehen. Aber warum muß so etwas im öffentlichrechtlichen rundfunk laufen? An sich kann ich recht gut damit leben, daß leute einen blödsinn glauben. Aber sollte das obendrein offiziell unterstützt werden?

Es ist ohnehin lustig, daß ausgerechnet Jesus und Stalin das selbe sternzeichen haben. Und ich übrigens auch. Das hat ganz gewiß einen tieferen sinn.

Die nacht aus blei