Freitag, 25. Dezember 2020

Der spaßverderbung nächster teil

Vor zwei wochen, also am 10. dezember, wagte ich eine prognose:
»Ich fürchte, daß es in den kommenden wochen 500 bis 700 tote geben wird, pro tag. Bis heiligabend also insgesamt zwischen ca. 7.000 bis knapp 10.000 - ich hoffe sehr, daß ich mich irre, denn wenn es so käme, wäre es eine katastrophe. Für diese halsstarrigen, alten männer, die teilweise sogar medizin studiert haben und immer noch behaupten, es gäbe keine pandemie, habe ich kein verständnis.«
Wie hat sich die lage seit dem entwickelt?


Neuinfektionen und todesfälle im
pro tag vom 10.12.20 bis zum 24.12.20
Quelle:ntv/RKI
datum neuinfektionen tote
10.12.2020 26.775 509
11.12.2020 27.699 538
12.12.2020 23.267 378
13.12.2020 16.400 181
14.12.2020 21.289 467
15.12.2020 21.948 777
16.12.2020 26.318 766
17.12.2020 31.058 743
18.12.2020 30.656 802
19.12.2020 25.718 479
20.12.2020 18.334 269
21.12.2020 21.803 500
22.12.2020 21.828 940
23.12.2020 30.302 925
24.12.2020 25.338 645
gesamt
24.12.2020
372.121 8.871
Wenn bei einer überschwemmung, einem erdbeben oder einem vulkanausbruch fast 9.000 menschen ums leben kommen, dann gilt es als katastrophe. Wenn wegen einer infektionskrankheit, die auch eine naturkatastrophe ist, so viele menschen ihr lebenslicht kaum aushauchen können, weil sie ersticken, dann wird es von den, ach, so achtsamen schwurbelfränzen geleugnet, daß es eine pandemie, also katastrophe, gibt. Obgleich ich hier »nur« von den toten der letzten zwei wochen hierzulande geschrieben habe und nicht von den rund hundertsiebzigtausend im selben zeitraum weltweit. Wie vernagelt muß man eigentlich sein, um das zu ignorieren?

Man muß sich mal klar machen, welche dynamik das hat: in Wuhan sind die ersten fälle von covid-19 ca. november/dezember 2019 aufgetreten, vielleicht eher etwas früher. Weltweit die ersten ca. 170.000 todesfälle hat es am 19. april gegeben, am ende der 16. kalenderwoche dieses jahres. Wofür es anfang des jahres mehr als sechzehn wochen gebraucht hat, braucht es jetzt nur noch vierzehn tage - und das trotz aller maßnahmen, die ergriffen wurden.

In Deutschland wurde der erste coronafall am 27. januar (5. kalenderwoche) bekannt, der erste todesfall am 9. märz (11. kalenderwoche). 8870 todesfälle gab es am 14. juni (24. kalenderwoche), knapp 370.000 infektionen am 18. oktober (42. kalenderwoche).

Angesichts dieser tatsachen wären im grunde ein paar figuren, die mit vornamen Professor Doktor oder zumindest Doktor heißen, entweder ein fall für den staatsanwalt, weil sie mit den unwahrheiten, die sie verbreiten, menschen in lebensgefahr bringen bzw. den tod anderer billigend in kauf nehmen oder ein fall für die klappsmühle, wegen des kompletten realitätsverlusts. Weil man hierzulande aber unterdrückt wird, wenn man dünnschiß lallt, müssen diese figuren es obendrein auch noch ertragen, daß andere widersprechen, ohne daß die dafür an die wand gestellt werden - frechheit!

So, und ich werde jetzt meiner heiligen bürgerpflicht nachkommen und feiern. Das kann man auch mit ganz wenigen leuten tun.

Kommentare:

  1. Jahr fast rum, und aus gegebenem Anlass Deiner kleinen, aber feinen statistischen Hinweise auf die nicht ganz so ungefährliche milde Grippe bedanke ich mich schon wieder mal!

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    1. Statistiken machen mir im grunde keinen spaß, aber manchmal muß es sein.

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  2. Ich stelle mir vor, was los wäre, wenn seit dem 10.12.2020 jeden Tag ein Passagierflugzeug mit 500 Passagieren an Bord abstürzen würde. Keine Überlebenden. Sicher würden die Idioten dann auch auf die Strasse gehen und die entsprechenden Meldungen für Mainstreammedien-Propaganda halten, die den Schlafschafen verschweigt, dass tagtäglich über 1.000 Flieger auf deutschen Flughäfen sicher landeten und statistisch unbedeutend seien..

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    1. Das mit den flugzeugen hab ich weggelassen, weil das keine naturkatastrophe ist. Ist halt die frage wogegen die demonstrieren würden. Wahrscheinlich eher gegen chemtrails, die schuld sind.

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  3. Die statistische Bedeutungslosigkeit bezieht sich natürlich auf die 500 Toten täglich.

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  4. Recht hat sie die Blogbetreiberin.
    Was ich nicht nachvollziehen kann ist ihre ständiges draufhauen und die Versuche diese Ignoranten schlau zu
    bekommen.

    Das ist wie mit einer Unterhaltung mit einer Wand, außerdem
    sind die Leugner doch nun wirklich eine Marginalie.
    Warum soviel Zeit und Nerven dafür verschwenden.

    Einfach mal genießen und sich nicht über ein paar Idioten
    aufregen.
    Frohes Feiern und einen guten Rutsch an die Blogbetreiberin

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    1. Erstens hast Du Recht. Mit Covidioten zu diskutieren und an die Überzeugungskraft der besseren Argumente zu glauben, ist, wie mit einer Taube Schach zu spielen. Egal, wie gut du Schach spielst, die Taube wird alle Figuren umwerfen, auf das Brett kacken und herumstolzieren, als hätte sie gewonnen.

      Zweitens: Wir können diese Todesengel der Coronaleugner nicht dazu bringen, die Wahrheit zu akzeptieren. Wir können sie aber zwingen, immer unverschämter zu lügen. (Ulrike Meinhof)

      Richtig gefährlich wird es, wenn diese Typen eine gesellschaftliche Relevanz bekommen.

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    2. Mir ist klar, daß ich weitgehend in den schornstein rede. Aber ich bin angefressen: ja, die leugner sind eine marginalie, trotzdem haben sich die verantwortlichen politiker von den schreihhälsen zu lange beeindrucken lassen und haben viel zu spät reagiert. Ansonsten bin ich weitgehend gelassen. Ich hol mir jetzt noch ein glas brause - naja, was ich halt unter »brause« verstehe, dieses zeug mit dem großen korken und so.

      Ich mag anrede in der dritten person nicht.

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    3. Bei der Politik und den Gegnern/Kritikern sehe ich ein Wechselspiel a lá "Sie hassten und sie liebten sich..." Dabei Widersprüche der Querdenker in sich aufzutriefeln ist jetzt nicht Sinn der Sache, sondern der gleichzeitige Widerspruch und das Parallele des Denkens.

      Die Politik hat unnötig Leben auf dem Gewissen, weil wider besseres Wissen vom Frühjahr über den Sommer kaum Maßnahmen getroffen hat, um einen Schulbetrieb und ein grundlegendes Wirtschaftslebens mit geringstmöglicher Gefahr für die Allgemeinheit aufrecht zu halten. Stattdessen hat man die momentanen Ergebnisse billigend in Kauf genommen oder gar blauäugig riskiert in der Annahme, dass es nicht so dicke kommt. Hat jetzt nicht so richtig geklappt.

      Die Querdenker u.ä. haben in ihrer Sicht der Lage durch ihr unsinniges Verhalten sicher ebenfalls ihren Anteil am Verbreiten des Virus, denn nicht umsonst überdecken sich die Zentren von Covid-19 gerne auch mit denen der Kritiker. Das sie dabei wissenschaftliche Erkenntnisse ausblenden, um "ihre" Sicht als die richtige zu behalten, hat sie damit ebenfalls billigend und provokant Erkrankungen und Todesfälle in Kauf nehmen lassen. Dabei dienen Scheinargumente als "Beweis", dass es sich bei der Epidemie und deren Folgen um einen aufgeblasenen Popanz handelt, der nur dem Disziplinieren und Aushebeln von (Grund)-Rechten über suggestive Angstmache dient. Damit und mit dem Ignorieren der Tatsachenwahrheiten stellen sie sich selbst in den Dunstkreis der Esoteriker u.ä., wenn sie nicht bereits daraus entstammen.

      Nimmt man den Vergleich des Infektionsschutzgesetzes und des Labels "Ermächtigungsgesetz", dann ist schon daran zu sehen, dass der nicht nur hinkt, sondern Quatsch ist. Hitler hat 1933 die Gewaltenteilung der Weimarer Republik abgeschafft und konnte auch nicht verfassungskonforme Gesetze ohne Zustimmen anderer Regierungsteile erlassen. Das ist so dem geänderten Infektionsschutzgesetz nicht inneliegend und soweit ich weiss, funktioniert abseits dessen auch die Judikative noch, sonst würde verschiedene Anordnungen im Zusammenhang mit Covid-19 nämlich nicht mehr per Gericht zurückgewiesen werden können - unter anderem auch Demonstrationsverbote von Querdenkern.

      Es mag sein, dass sich über weitere Fassungen auch anderer Gesetze Freiheiten einschränken lassen. Im Moment sehe ich die politische Grundtendenz jedoch tatsächlich in einem Eindämmen der Pandemie. Wenn die Querdenker mit dem Grundgesetz als Monstranz aufmarschieren, dann meinen sie doch zuerst ihre „bürgerlichen“ Freiheiten und nicht die Freiheit aller, wie auch immer diese zu definieren wäre. Insgeheim ist es vielleicht der Ärger darüber, sich in seinem egoistischen Leben einem Dritten beugen zu müssen. Das führt dann auch den auf beiden Seiten überstrapazierten Begriff Solidarität ad absurdum, weil diese jeweils nur für sich selbst in Anspruch genommen wird oder einem unsolidarischen Zweck dient wie dem Füttern der Konzerne über die "Corona-Hilfen", während wirklich Bedürftige am ausgestreckten Arm hängen.

      Ein grösseres Risiko sehe ich in denen, die diese Proteste mit treiben und als Vehikel für ihre Interessen nutzen wie Reichsbürger und andere Rechte. Kämen diese über so einen Hebel an die Macht, dann wird es für die ausgehöhlte parlamentarische Demokratie gefährlich und deswegen ist man auch so "zahm" zu dieser Bewegung, weil man doch Bruder im Geiste ist und glaubt, sich gegenseitig vereinnahmen zu können. Nur schafften die Rechten die Rechte mit den jetzt gegebenen Mitteln wirklich ab und die Querdenker und ihr Umfeld wollen nicht wahrhaben, wen sie da als "Verbündeten" dabei haben oder sind selbst in ihrer Spitze längst vereinnahmt, weil bestimmte Sichtweisen der Bewegungen wie auch dieses ganze Querfrontgekasper eben immer den Drang in ein ausschliessendes und damit totalitäres/diktatorisches Wesen haben, dass Tatsachen ausblendet und stattdessen in sich selbst erklärend sein soll wie die Verschwörungsszene.

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    4. Vor allem vergessen die querdenker, daß recht und freiheit keine natureigenschaften des menschen sind, sondern immer eben die rechte und freiheiten, die ihnen die herrschaft zubilligt und diese, beispielsweise zur abwehr von gefahren, auch eingeschränkt werden können. Wenn ein stadtbezirk wegen einer bombenentschärfung evakuiert werden muß und man denkt »wird schon so schlimm nicht sein« und beschließt, seine bude nicht zu verlassen, ist es der staatsgewalt erlaubt, einen zum eigenen schutz dazu zu zwingen - und bei einer ansteckenden krankheit, bei der man mit dem eigenen handeln auch noch das leben anderer gefährdet, sollte es eigentlich einleuchten, daß das recht auf dummheit zumindest in einigen dingen etwas eingeschränkt wird.

      Und weil die armen, unterdrückten querulanten nicht demonstrieren dürfen, fanden in Berlin mehr demos statt als in dem meisten früheren jahren.

      Es ist das letzte, daß der staat mal wieder viel geld rauswirft, um die gewinne von konzernen zu retten und für die rettung von menschen zu wenig getan wird, im grunde im frühjahr wie im herbst erst spät gehandelt wurde - für inzwischen bald 32.000 zu spät - immer in der hoffnung, daß das an »uns« vorrübergehen möge. Mich hat es auch geärgert, daß extrem viel geld für eine app und werbung für die app rausgehauen wurde, die leute mit nicht mehr ganz aktuellen glotzophonen jedoch gar nicht benutzen können. Oder die tolle aktion mit den ffp2masken kurz vor weihnachten. Ist ja schön, daß ältere und chronisch kranke wenigstens einige kostenlos bekommen können. Aber das so kurzfristig zu beschließen, war auch wieder eine tolle idee, binnen sehr kurzer zeit gab es keine mehr. Konnte man nicht früher planen und es wäre auch zu einfach gewesen, jedem rechtzeitig welche mit der post zuzuschicken.

      Aber um solche dinge geht es den coronalatschern nicht. Stattdessen spinnen die sich eine parallelwelt zusammen in der es kein corona gibt, das alles nur erfunden wurde, um zu vertuschen, daß in wirklichkeit 5G »uns« krank macht, Bill Gates die weltherrschaft will, die weltbevölkerung mit impfungen wahlweise ausrotten oder oder chippen will und alle maßnahmen, die pandemie in den griff zu kriegen faschistisch sind und nur dafür da, die leute zu drangsalieren. Wie soll man mit leuten diskutieren, die so etwas glauben?

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    5. "Wie soll man mit leuten diskutieren, die so etwas glauben?"

      Gar nicht? Wenn beim Gegenüber nicht wenigstens ansatzweise etwas reflektiert, sondern sich alles nur im eigenen Kreis der "Beweise" dreh, spart man sich die Luft besser. Und meist dient das im Internet doch auch nur dem Stapeln der Argumente, wer den Dicksten in der Hose hat, während das vielleicht Konstruktive nebensächlich ist.

      PS zum Kommentieren:

      Auf Blogger pflege ich nach wie vor das Öffnen des Antwort-Frames in einem neuen Tab/Fenster. Leider muss dazu auch unter NoScript alles freigegeben werden, damit auch die Captcha-Abfrage läuft. Wie das mit einem Account bei Blogger ist, lässt sich damit natürlich nicht feststellen.

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    6. Hm. Das war eher eine rhetorische frage. Über das diskutiern mit esoterikern müssen wir nicht weiter ausholen. Wer den boden der tatsachen verlassen hat, ist nicht mehr diskussionsfähig.

      Du bekommst eine captchaanfrage? Das ist mal bannig seltsam. Du dürftest keine kriegen, weil ich die nämlich ausgeschaltet habe.

      Juten rutsch!

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  5. Der linke Lapuente nun auch im Querfront-Rubikon.
    Was ist nur aus Klein-Bloggersdorf geworden...?
    https://www.rubikon.news/artikel/der-rettungsanker
    André Hüssy

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    1. Da sagst Du nichts neues. Pünte ist doch schon recht lange im strudel des Rubikon.

      Im grunde finde ich den Rubikon aber richtig gut. Es ist ein praktischer gewinn, daß es den gibt: wenn mir ein text seltsam vorkommt, schaue ich einfach, ob der autor auch dort publiziert. Und falls ja, weiß ich, daß ich mir keine weiteren gedanken drüber machen muß, wenn ich das grad nicht will.^^

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  6. Das liegt bestimmt an den grandiosen Maßnahmen, dass nix Schlimmeres passiert. Wer meint, schlimmer als die Zahlen der Juneites Stehts zu toppen geht nicht, hat nicht mit den Deutschen gerechnet. Ich bin erst mal Skifahren in Österreich. Live Long & Prosper...

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