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Donnerstag, 10. Dezember 2020

»Eine stimme der wahrheit«

Der Russische präsident Wladimir Putin hat dem russischen auslandssender RT, der am 10. dezember 2005 auf sendung ging, zum 15. geburtstag gratuliert.
Zitat Wladimir Putin: »Sehr verehrte freunde,

Heute vor 15 jahren ist der allererste internationale nachrichtenfernsehkanal Rußlands, RT auf sendung gegangen. Damals war es noch schwer vorstellbar, wie grundlegend dieses projekt die globale informationsagenda verändern, breichern, vielfältiger machen würde. Heute werden Sie täglich von dutzenden millionen menschen in vielen ländern der welt gesehen und gelesen.

Dies ist eine stimme, der man vertraut und die man achtet. Und direkt gesagt ist dies auch eine stimme der wahrheit, die manche fürchten und gerne verschweigen würden. In wirklichkeit besteht der erfolg des senders eben darin, daß er den universellen gesetzen des ehrlichen, professionellen und freien journalismus folgt. Historisch gesehen ist für ihn die ablehnung jedes informationsmonopols, jeder zensur oder jedes wunsches kennzeichnend, sich das recht auf die wahrheit in letzter instanz anzumaßen. Und daher kommt es nicht von ungefähr, daß der sender mit wahren stars der globalen politik, persönlichkeiten des öffentlichen lebens, vertretern der massenmedien aus verschiedenen ländern der welt fruchtbar zusammenarbeitet.

Und Sie haben keine angst, unangenehme Fragen zu stellen. Sie bieten eine plattform für scharfe diskussionen, für unterschiedliche, mitunter unangenehme sichtweisen. Sie bieten ihrem multinationalen publikum die frischesten, aktuellsten und objektivsten tatsachen darüber an, was in Rußland und weltweit passiert.

In Ihren nachrichtensendungen, in Ihren interessanten, aufschlußreichen medialen projekten bieten Sie eine reiche, vielfältige palette von meinungen, ansichten, einschätzungen an. Ich bin mir sicher, daß Ihre stimme dank der hochprofessionellen qualitätsleistung Ihrer journalisten, redakteure und kameraleute nach wie vor auf allen kontinenten der erde hörbar sein wird. Ich möchte Ihrem sender und der ganzen belegschaft der medienholding eine gute entwicklung, tapferkeit, wagemut und erfolg wünschen.«
Spricht präsident Putin vom selben Russischen auslandssender, den ich kenne?

Selbst als Rußland noch Sowjetunion hieß, hatte ich ein eher positives bild von diesem land. Leider hat sich das gewandelt - und zwar seit im november 2014 RTDeutsch auf sendung ging. Offensichtlich habe ich von unabhängigem qualitätsjournalismus völlig andere vorstellungen als der herr präsident.

Ein beispiel für einen mangelhaften artikel. Gestern erschien ein gastbeitrag von Susan Bonath (wird hier nicht verlinkt - bei bedarf bitte suchmaschine des vertrauens anwerfen), die früher auch für die »junge welt« schrieb, es seit einiger zeit aber nicht mehr tut, sonst wäre jetzt ein guter zeitpunkt für eine abokündigung. Es ist mal wieder einer dieser pandemieleugnungsartikel und das ist zur abwechslung momentan gar nicht angebracht.
Zitat Susan Bonath: »Die Kliniken seien überlastet, der Corona-Kollaps drohe. Solche Meldungen schießen derzeit beinahe im Stundentakt durch die News. Das Robert Koch-Institut (RKI) wartet mit steigenden Todeszahlen auf – von Verstorbenen an oder auch nur mit dem Coronavirus. Am Mittwoch meldete die dem Bundesgesundheitsministerium (BMG) untergeordnete Behörde fast 600 Tote. Die Politiker warnen, Bund und Länder reagieren mit immer härteren Lockdowns und Einschnitten in Grundrechte. Das wirft Fragen auf. Denn die angeblich gegenüber den Vorjahren massiv erhöhte Belegung der Kliniken entpuppt laut neuer Zahlen der Initiative Qualitätsmedizin (IQM) als Schimäre, als reine Einbildung. [...] Die Daten fördern Erstaunliches zutage:«
An dieser stelle folgt ein endloses gewäsch, daß nun wirklich bewiesen sei, daß die pandemie nicht stattfindet, die kliniken quasi leer stünden und die bestatter alle insolvenz anmelden müßten, weil keine toten mehr kommen. Dabei bezieht sie sich auf diese studie. Und tatsächlich. Die daten fördern wirklich erstaunliches zutage. Nämlich folgendes:
Zitat Dr. Francesco De Meo: »Stellungnahme zu der missbräuchlichen Verwendung der Analyse der Effekte der SARS-CoV-2 Pandemie auf die stationäre Versorgung im ersten Halbjahr 2020

IQM distanziert sich von Behauptung: ›Die Analyse des Leistungsgeschehens in 421 IQM Mitgliedskrankenhäusern widerlegt eine COVID-19-Pandemie von nationaler Tragweite‹


Am 26.10.2020 hat die Initiative Qualitätsmedizin e.V. eine Analyse der Effekte der SARS-CoV-2 Pandemie auf die stationäre Versorgung im ersten Halbjahr 2020 unter Einbezug der §21 Routinedaten aus 421 Mitgliedskrankenhäusern veröffentlicht.

›Mit der Auswertung der Routinedaten und der Veröffentlichung der Ergebnisse beteiligt sich IQM an der Förderung von Transparenz. Die Analyse zeigt, dass Routinedaten einen relevanten Beitrag zum Monitoring des Fallzahlverlaufs und Leistungsgeschehens in den Krankenhäusern leisten können.

IQM distanziert sich ausdrücklich davon, dass die Analyse genutzt wird, falsche Behauptungen zur COVID-19-Pandemie zu untermauern und die Relevanz sowie die Auswirkungen von COVID-19 zu verharmlosen.

Die Analysen dienen ausschließlich der transparenten Aufbereitung und Unterstützung unserer Mitgliedskrankenhäuser während der Pandemie. Sie dienen ausdrücklich nicht der Verleugnung des zunehmenden Infektionsgeschehens von Covid-19.‹

Dr. Francesco De Meo, Präsident des Vorstandes IQM, 25.11.2020«
Hier handelt es sich um eine sentinelstudie. Das bedeutet, daß die teilnehmenden arztpraxen oder in diesem fall krankenhäuser, anonymisiert daten über bestimmte erkrankungen erheben, um zu sehen, ob die vorkommen und das wird ans RKI gemeldet. Es handelt sich hierbei um stichproben, die nicht repräsentativ für die gesamte bevölkerung sind. Auch wenn das einige einschlägig vorbestrafte bekannte herren immer wieder behaupten, um ihre persönlichen meinungen als »wissennschaftlich fundiert« darzustellen. Dabei machen die es sich zunutze, daß die meisten medizinischen laien das ohnehin nicht wissen, was das ist und ihnen dann schon glauben, aber nicht mit mir!
Zitat Susan Bonath: »Ein Blick in das Register zeigt: Die Gesamtzahl der bereitstehenden ITS-Betten sinkt kontinuierlich. So meldeten die Kliniken beispielsweise am 1. Juli rund 32.600 bereitstehende Betten, von denen rund 21.500 belegt waren. Jetzt weist die DIVI nur noch rund 27.300 verfügbare Betten aus. Nach allem, was bekannt ist und wie auch DIVI-Pressesprecher Torben Brinkema die Situation gegenüber der Autorin vor einigen Wochen einschätzte, liegt das ›lediglich‹ am Personalmangel.«
Ob Torben Brinkema es übermäßig lustig findet, in so einem artikel erwähnt zu werden? Immerhin arbeitet er für die DIVI und deren präsident, prof. dr. Uwe Janssens hat in der letzten zeit öfter interviews gegeben. Ja, auch er hat beklagt, daß es zu wenig personal gibt und das ist seit jahren bekannt. Aber, daß das das einzige problem wäre, hat er nicht gesagt, sondern auch, daß es die pandemie gibt und es so nicht weitergehen kann.

Immerhin schrieb RTDeutsch heute an diesen artikel »RT DE bemüht sich um ein breites Meinungsspektrum. Gastbeiträge und Meinungsartikel müssen nicht die Sichtweise der Redaktion widerspiegeln.« In diesem fall sieht das aber eher nach falscher ausgewogenheit aus, denn mit jemandem, der beispielweise die schwerkraft leugnet, gibt es nichts zu diskutieren. Denen muß und im grunde darf man, wenn man als ein seriöses medium gelten will, kein forum bieten. Dieser artikel ist nicht aufgemacht, wie ein »meinungsartikel«. Es sieht aus, als sollte es »wissenschaft« sein, viele leser werden das glauben und das ist schlecht.

Hier noch ein paar bildchen und zahlen, die nicht meine meinung sind, sondern bloß die schnöde realität:
Neuinfektionen und todesfälle im
wochendurchschnitt vom 15.10.20 bis zum 10.12.20
Quelle:ntv/RKI
Datum Neuinfektionen im
7-Tage durchschnitt
Tote im
7-Tage durchschnitt
15.10.2020 4.603 21
22.10.2020 7.603 29
29.10.2020 13.140 54
05.11.2020 16.955 99
12.11.2020 18.762 155
19.11.2020 18.271 203
26.11.2020 18.290 273
03.12.2020 17.724 350
10.12.2020 19.475 406
Weil ich lesen kann, sogar zahlen und ich meine erkenntnisse nicht aus dem Rubikon gefischt habe, lehne ich mich mal weit aus dem fenster und wage eine prognose: das wird für viele in diesem jahr überhaupt kein fröhliches weihnachtsfest. Nicht, weil sie omma, oppa, familienangehörige und freunde nicht unterm weihnachtsbaum sehen werden, sondern unter der erde. Das ist weder meine persönliche meinung, noch wissenschaftlich fundierte erkenntnis. Es ist bloß meine befürchtung.

Wie man an der unteren graphik sehen kann, steigen die todesfälle immer noch an. Ich fürchte, daß es in den kommenden wochen 500 bis 700 tote geben wird, pro tag. Bis heiligabend also insgesamt zwischen ca. 7.000 bis knapp 10.000 - ich hoffe sehr, daß ich mich irre, denn wenn es so käme, wäre es eine katastrophe. Für diese halsstarrigen, alten männer, die teilweise sogar medizin studiert haben und immer noch behaupten, es gäbe keine pandemie, habe ich kein verständnis.

Wer bis hier her gelesen hat, möchte vielleicht auch noch was lustiges lesen. Es geht um die Berliner weinhändlerin Sophia-Maria Antonulas, die ich vor einigen wochen textmäßig auch schon mal »am wickel« hatte, es mir dann aber unmöglich war, weiter zu schreiben, weil ich nur noch dachte bretter, bretter, bretter... jedoch nicht die fliegenden, sondern diese hier:

Freitag, 26. Juni 2020

Bestechungsversuch

Bei dieser meldung von t-online gestern abend dachte ich »ist denn schon wieder 1. april?« 

Attila der Möchtegerne Hunnenkönig sieht sich bereits als zukünftiger staatschef und möchte seine Kameraden des Deutschen Heeres und die Wachtmeister der Polizei mit einem kostenlosen burger in seiner imbißbude bestechen.

Bildschirmfoto t-online
Bildschirmfoto t-online

Offenbar mit eher mäßigem erfolg. Dabei weiß man doch längst, was man für eine erfolgreiche bestechung benötigt:

Bestechungsfax aus dem jahr 2000

Für eine echte Deutsche vollblutbestechung reicht ein (dazu auch noch veganer) burger nicht. Dafür benötigt man Schwarzwälder Schinken, echt gute würste - und eine kuckucksuhr. 

Der schmierige smutje sollte besser schleunigst zurück in die kombüse an den herd. Aber wenn er in seiner frittenbude einen hungrigen fragt »haben Sie gewählt?« und die antwort ist »ja«, dann meint der am ende, man habe ihn gewählt.

Samstag, 6. April 2019

Ende der sommerzeit

Eine der guten nachrichten in der vergangenen woche war, daß dieses blöde zeitumstellen im übernächsten jahr endlich zum letzten mal stattfinden soll. Das ist tatsächlich eine gute sache, denn das mit der »sommerzeit« war von anfang an eine schnapsidee, die nicht beim energiesparen geholfen hat, stattdessen half sie beim verschlafen und zu spät kommen, sofern man dabei hilfe braucht.

Das problem daran ist nur, daß nicht einfach zur normalzeit zurückgekehrt werden sondern in den einzelnen staaten der EU abgestimmt werden soll, welche zeit fortan dauerhaft gelten soll.

Leider sind die Deutschen nicht das schlaueste volk unter der sonne, weshalb es umfragen zufolge eine mehrheit für die sogenannte »sommerzeit« geben soll. Die idioten wollen das künstlich erzwungene früher-aufstehen-als-notwendig ganzjährig haben. Natürlich ist es eine tolle sache, wenn es an lauen sommerabenden lange hell ist und wenn man morgens nicht von lästigem licht zum aufwachen genötigt wird, dann kann man es dem bilche gleichtun und erst sehr spät im jahr aufstehen. Den meisten menschen fällt es merkwürdiger weise leichter, im dunkeln einzuschlafen als im dunkeln aufzustehen.

Wer um sechs uhr früh aufstehen muß, um rechtzeitig auf der arbeit zu sein, müßte in der ewigen »sommerzeit« die meiste zeit des jahres im dunkeln aufstehen. In Berlin haben wir es diesbezüglich noch relativ gut, denn hier geht die sonne in der »sommerzeit« vom 19. april bis zum 22. august um sechs uhr oder früher auf. In Hamburg vom 25. april bis 16. august, in München vom 29. april bis 10. august und in Köln vom 5. Mai bis zum 2. august.In Rußland wurde 2011 die »sommerzeit« dauerhaft eingeführt. Und bereits 2014 wieder abgeschafft, weil es ungesund für die leute war.

In dieser hinsicht unterscheiden sich Deutsche und Russen ganz bestimmt nicht und es wäre vernünftig, wenn man in Deutschland wenigstens in diesem fall von Rußland lernen würde.

Sonntag, 8. Juli 2018

Langsam reichelts

Unter dem titel daß »Matthäus sollte keine blutigen Hände schütteln« kommentierte heute Julian Reichelt im vierbuchstabenblatt:
»In einigen Jahren werden wir genauso fassungslos darüber sein, in Russland sorglos Fußball gespielt zu haben, wie wir heute fassungslos auf die Entscheidung blicken, dass die Welt zu Hitlers heiteren Spielen anreiste.«
Hitlervergleiche bringen es natürlich immer, wenn sportidioten staatsoberhäuptern die hände schütteln. Mich tät es natürlich interessieren, ob es irgendein zeitgenössisches staatsoberhaupt gibt, an dessen händen kein blut klebt. Mir ist keins eingefallen.

Donnerstag, 4. Juni 2015

FI-FA-vergabe

An sich nervt es nur noch. Schlimmer als bei einer WM wird in so ziemlich allen medien nur noch über die FIFA berichtet, in der vergangenen woche tauchte das thema allein im rss-feed der tagesschau 31 mal auf. Dabei wissen menschen, die ernsthaften journalismus bevorzugen und nicht immer bloß die tägliche satireschau um 20 uhr gucken, bereits seit 15 jahren, daß es bei der FIFA korrupt zugeht:

Wenn Rußland nun wegen bestechungsvorwürfen um die nächste WM bangen muß, dann muß die WM 2006 in Deutschland rückgängig gemacht werden. Mindestens.

Aber am besten fußball und die FIFA gleich ganz verbieten - die kickerei und die machenschaften drumrum sind ohnehin größtenteils kriminell, und daß sport tatsächlich mord ist, hat erst letzten monat der unternehmer Goldberg bewiesen.

Samstag, 9. Mai 2015

Спасибо

Dank Euch, Ihr Sowjetsoldaten


Auch wenn es etwas aus der mode zu kommen scheint, das kriegsende als befreiung zu sehen und Erika Steinbach der begriff »dankbarkeit« nie in den sinn gekommen wäre und geschichtsklitternd behauptet, daß Hitler und Stalin Polen gemeinsam überfallen hätten.

Man kann dankbar sein, daß Deutschland den krieg verloren hat und das land vom faschismus befreit wurde, wenngleich auch ungenügend.

Mittwoch, 8. April 2015

Absturz des journalismus

In einer diskussion um RTdeutsch bemerkte ich im herbst des vergangenen jahres, daß ein gut gemachter auslandsrundfunk durchaus eine bereicherung der medienlandschaft sein kann. RTdeutsch gehört nach wie vor leider nicht dazu.

Viele Deutsche haben es noch nicht bemerkt, daß Bulgarien seit acht jahren mitglied der EU ist und »Radio Bulgaria« auch über eine Deuschsprachige internetseite mit täglich ca. halbstündigem programm verfügt. Dort ging es am ostersonntag um die berichterstattung zum absturz der Germanwingsmaschine.

Die einleitende frage war »Die Boykottkampagne gegen die BILD-Zeitung wegen der Germanwings-Berichterstattung könnte der Anstoß zu einem Überdenken der Rolle der Medien im deutschen Alltagsleben. Könnte das auch in Bulgarien passieren?«

Es wurde nicht nur über den absturz der Deutschen medien berichtet, sondern auch über den der Bulgarischen. Denn auch sie schickten trotz geldmangel korrespondenten zu den orten des geschehens, von wo sie viel und schlecht berichteten.
Nach dem Flugzeugunglück wurde jeder im Netz kurzerhand zum Experte. Dort tobt man sich aus: ob Tennis, Fußball, Krim-Annexion, Schuldenkrise oder eben Cockpit-Regeln – jeder kennt sich aus und lässt den wildesten Spekulationen freien Lauf. So geschehen ist es auch mit dem angeblich exklusiven Mitschnitt aus dem abstürzenden Flugzeug. Er lief mit der Bemerkung: "Noch ist unklar, ob der Mitschnitt echt ist". Allein diese Bemerkung ist Grund genug, ihn nicht laufen zu lassen.
Mit diesen sätzen endet der artikel bei Radio Bulgaria, den man hier auch ganz lesen kann.

Dienstag, 2. Dezember 2014

Der fehlende hirn... (part 2)

äh, …schmant, natürlich. (fortsetzung) Es geht nach wie vor um »der fehlende part« vom 28. november 2014.

[…]zwischendurch war das thema der »Arabische Frühling« und seine folgen dran, auf das ich hier nicht weiter eingehen möchte[…]

Moderatorin: »Die presse reagiert verkrampft und beleidigt auf jede kritik gegen sich selbst. Und das liegt jetzt nicht nur daran, daß RTdeutsch ins bild gerutscht ist. Wir sind ein dorn im auge der Deutschen medien. Aber eigentlich eine natürliche folge quasi eine manifestation der medienverdrossenheit und des mißtrauens, das über die letzten monate und jahre hinweg gewachsen ist.«
[Schnitt auf video-aufzeichnung.] Gezeigt wird eine yoga-lehrerin aus Köln mit blonden dreadlocks in einem Berliner zeitschriftenladen und anschließend auf der Friedrichstraße.
Lea Frings: »Was ist nur passiert mit unserer Medienbranche? Wo es früher noch nahmhafte koryphäen gab, namen wie Gaus, Scholl-Latur, Nannen oder Haffner. Da sind die heutigen kollegen ziemlich farblos geworden. Ihre berichterstattung unterscheidet sich im wesentlichen kaum noch voneinander. Ich frag mich manchmal, ob Kai Diekmann seine redakteure überhaupt noch namentlich auseinanderhalten kann. Böse zungen behaupten, Claus Kleber und Gundula Gause wären ein und die selbe person. Was ist nun also los mit unserer freien und ergebnisoffenen berichterstattung?«
Die junge dame scheint ein etwas verschrobenes verhältnis zu bereits verstorbenen, größtenteils konservativen männern zu haben. Hoffentlich ist sie nicht auch noch nekrophil. Etwas merkwürdig scheint sie schon zu sein, wenn sie die behauptung, daß Claus Kleber und Gundula Gause für ein und dieselbe person zu halten, nicht eindeutig ausschließen kann.

Es folgt eine passantenbefragung [bla bla bla bla bla bla bla], langweilig. Was sollen die leute auch spontan sagen, wenn sie ein mikro vor die nase gehalten bekommen und gefragt werden, ob sie mit den Deutschen medien zufrieden sind. Es dürfte leicht sein, ablehnende stimmen zu hören, denn zufrieden ist niemand und am nächsten tag wird doch wieder die BILD gekauft und fernsehn geguckt.

Oder man wähnt sich gar »informiert«, wenn man die erzeugnisse des Kopp-Verlages oder dergleichen konsumiert.

Auch wage ich, anzuzweifeln, daß es diese »freie und ergebnisoffene« berichterstattung je gegeben hat. Das problem daran ist, daß das hauptanliegen der medien nicht ist, menschen mit informationen zu versorgen, sondern daß die hauptsächlich als geschäftsmodell zum geldverdienen da sind.
Lea Frings: »[…] Da werden mal eben ganze kommentarspalten unter artikeln gesperrt, mit dem hinweis darauf, daß die kritischen kommentare ja sowieso nur von Putin-trollen kommen. Wir haben für diesen beitrag nicht die komplette Friedrichstraße gesperrt. Und meine gespächspartnerinnen haben auch kein geld für ihre meinungen bekommen.«
Ich lege meine hand dafür ins feuer, daß bei RTDeutsch noch NIE eine kommentarspalte geschlossen wurde. Was es von anfang an nicht gibt, kann schließlich später nicht dicht gemacht werden.

Zurück ins studio.
Moderatorin: »Warum aber - und so handhaben sie sich selbst - feinde, sich so schwer tun mit kritik, möchte ich nun mit herrn Albrecht Müller von den ›nachdenkseiten‹ besprechen.«
Aha, bei RTdeutsch ist man manchmal doch in der lage, organisationen nennen von denen interviewgäste kommen, wenn die nicht allzu peinlich sind.
Moderatorin: »Hallo Herr Müller! […] Warum tun sich, wie sie sich auch selbst ernennen - feinde - so schwer mit kritik?«
Albrecht Müller: »Zunächcht muß ich sagen, daß es durchaus qualitativ gute beiträge auch in Deutschland gibt, Das problem ist, daß wir auf der anderen seite eine art von mehrheitsmeinung und mehrheitsmeinungsmache haben und diese leute, die auch große interessen vertreten, die fühlen sich gestört durch diejenigen, die deren kampagne und deren meinungsmache hinterfragen.

Das erleben Sie nicht als RTdeutsch nun zum ersten mal. Das haben wir als macher der nachdenkseiten nun seit 10 jahren schon erfahren und auch andere blogs [...] medien wie etwa Telepolis oder Niggemeier oder sowas haben immer damit zu tun, daß dann, wenn man medien kritisiert, sie sofort beleidigt sind, sie sofort vermuten, daß da verschwörungstheorien dahinter stecken und dergleichen mehr. Und das ist wirklich eine demokratiefeindliche situation in der wir sind.

Pluralität der meinungen wird schon als störfaktor betrachtet und das entspricht natürlich überhaupt nicht unserem grundverständnis von demokratie. Auch im grundgesetz ist im grunde vorgesehen, bei den paragraphen oder auch artikeln, die die meinungsfreiheit behandeln, daß wichtig ist die pluralität und das war auch der grund, warum wir vor elf jahren begonnen haben mit unseren nachdenkseiten, weil wir gesagt haben, wir müssen einfach aufzeigen, wo wir manipuliert werden. Das ist unser grundanliegen.

Und wenn ich mir anseh, was sie machen, dann machen sie in punkt auf Russische politik auch das, nur das sie ein element mehr hinzufügen, wo Sie zeigen, wie die Deutsche öffentlichkeit von den mehrheitsmedien manipuliert wird [...] «
Immerhin redet er diesmal nicht von »gleichschaltung« und räumt ein, daß es auch gute beiträge in den Deutschen medien gibt. Wäre nur die sache mit der angeblichen »manipulation«.
Moderatorin: »Sie schreiben selber ›wer aufklären will, der muß die glaubwürdigkeit der hauptmedien in zweifel ziehen, und hat somit schon einen schwierigen start.‹ Also rennt quasi gegen eine wand?!«
Albrecht Müller: »Ja, das ist doch so: wenn Sie hundert impulse von der einen meinung haben, ich nehm mal ein praktisches beispiel, kein außenpolitisches, wenn hundert medienbeiträge sagen, die Riesterrente ist prima, dann kommen Sie dagegen nur an, wenn Sie die glaubwürdigkeit dieser absender in frage stellen.

Denn Sie haben ja keine hundert impulse. Wir haben das nicht bei den nachdenkseiten, sie habens nicht, also man ist dann darauf angewiesen, zu zeigen, wie wir manipuliert werden. Und damit auch zu zeigen, wie wenig man diesen medien glauben kann. Und wenn es sich heute in den medien abzeichnet, daß die medienmachenden, ich sags nochmal, nicht alle, so nervös werden, weil auf den blogs immer widersprochen wird. Und weil auch grundsätzlich widersprochen wird.

Und mit fakten gearbeitet wird und was sich da abspielt, das ist genau das ergebnis dessen, daß eben diese mehrheitsmeinungen nicht mehr unkritisiert im raume stehen, sondern daß menschen, medien, so wie wir eben sagen, leute, hier stimmt etwas nicht. Hier werdet ihr manipuliert und macht am besten aus. Lest die dinger nicht mehr, wie etwa Spiegel«
Und nochmal diese merkwürdige behauptung, daß die öffentlichkeit von den mehrheitsmedien »manipuliert« würde. Das kann einem mitunter zwar schon so vorkommen, jedoch muß man doch nur einmal betrachten, wovon die großen zeitungen und deren online-varianten hauptsächlich leben. Von der werbung. Dementsprechend kapitalfreundlich fallen die berichte aus, man möchte schließlich keine kunden vergrämen, auch die potentiellen nicht.
Moderatorin: »Sie haben damals ähm, äh, die Willy Brand kampagne mitgestaltet. Und Sie sind massiv, ähm, Sie haben massiv mit der BILD ZU kämpfen gehabt... «
Albrecht Müller: »Ja, nun gut, wir haben das alles erlebt schon mal, in sofern...«
Moderatorin: »Wie war das denn damals, entschuldigung, das wollte ich noch hinzufügen… «
Albrecht Müller: »Es war sehr schwer, weil sollten nicht glorifizieren, wie es früher war, die Bildzeitung und der Springerkonzern hat gegen diese damalige friedenspolitik total mobilgemacht.

Wir hatten es immer damit zu tun, und wir haben damals schon - eine völlig parallele situation - Willy Brandt hat die leute aufgerufen, sich selbst gedanken zu machen. Und das war der entscheidende faktor, zum beispiel im wahlkampf 1972, das die menschen gesagt haben, wir glauben der Bildzeitung nicht mehr, wir glauben dem ZDF-magazin von herrn Löwental nicht mehr, wir entscheiden selbst, was wir wahrnehmen.

Und wir wollen endlich frieden machen mit der Sowjetunion damals und mit den völkern Osteuropas. Und das war die richtige politik. Und wir haben damals eine ganz andere welt gehabt. Wir haben nicht von sanktionen gesprochen, sondern ein schlüsselwort war damals vertrauensbildende maßnahmen. Also vertrauen bilden zu den vorherigen feinden und sich verständigen und damit, mit der verständigung und mit dem abbau der konfrontation auch die chance zu haben, daß sich dort etwas verändert und so war es ja auch.

Und deshalb bin ich so traurig, daß das alles abgebrochen wird. Alles...«
Sicher ist es traurig, daß es heute keine friedliche politik gegenüber Rußland gibt. Aber die situation heute ist mit der zeit im Kalten Krieg wohl eher nicht vergleichbar. Damals gab es einen zweiten Deutschen staat im osten, den die Bonner Republik nicht anerkannte, weil man sich als rechtmäßiger eigentümer sah.

Aber auch was das betrifft, ist es ratsam, sich die interessen anzuschauen. Die Deutsche industrie ist gegen sanktionen. Die Russen waren immer gute geschäftspartner, öl und gas haben die immer zuverlässig geliefert und alles mögliche in Deutschland gekauft. An den bahnlinien, die für die Olympischen Spiele in Sotschi gebaut wurden, haben Deutsche Unternehmen sehr gut verdient. Aus dieser sicht wäre es am vernünftigsten, wenn Rußland in die EU käme und all diese geschäfte ohne auslandsmehrwertsteuer und zoll laufen könnten.

Dafür ist Rußland jedoch zu groß, Deutschland würde seine vormachtstellung in der EU verlieren und das geht eben gar nicht.
Moderatorin: »Sehen Sie aktuell die parallele auch mit dem feindbild Rußland, daß in den medien auch aufgebaut wird?«
Albrecht Müller: »Ja, ich fühle mich erinnert an die fünfziger jahre, ich war sehr früh politisiert, mit zwölf, dreizehn jahren. Und mit vierzehn, fünfzehn war damals schon eine entscheidende auseinandersetzung zwischen ost und west.

Und was, wenn ich heute so höre, was heute so erzählt wird, was gesagt wird, dann ist das die gleiche agitation, die wir damals von der Jungen Union oder von ganz scharfen Rechts Außen in Deutschland gehört haben. Und die leute, die versucht haben frieden zu halten, wie etwa Gustav Heinemann, der spätere bundespräsident oder Willy Brandt oder Egon Bahr, sind zunächt einmal extrem angefeindet worden. Wenn Sie daran denken wie Willy Brandt gehaßt worden ist, wie er verfolgt worden ist.

Das waren die früheren zeiten und dann hatten wir 1990 letztlich diese versöhnung und das ist alles wieder kaputtgemacht worden oder wird zur zeit wieder kaputt gemacht, deshalb bin ich so engagiert in dieser sache und deshalb war ich auch bereit zu diesem interview. «
Natürlich wurde Willy Brandt angefeindet, weil er mit formellen anerkennung der DDR die besitztümer im osten preisgab. Interessanter weise hat er die westgrenze Polens damals nicht anerkannt. Eine versöhnung mit Rußland hat es 1990 nicht gegeben, es war wohl eher so, daß der Kohl dem Gorbatschow ein stück land abgekauft hat.
Moderatorin: »Vielen dank, herr Müller. Kann ich auch nur empfehlen, absolut.

Was ich persönlich nicht verstehe, ist, warum unsere kleine 10-mann-redaktion Euch so nerven. Und warum statt diesem gegeneinander. Und das habt Ihr kreiert, es nicht zu einem nebeneinander kommen kann. So auf die art, wir kritisieren Euch, Ihr kritisiert uns.«
Mich nervt RTDeutsch eher nicht, ich muß es mir nicht angucken. Als kritik an den westlichen medien taugt es allerdings nicht, wenn die beteiligten offenbar nicht über das notwendige hintergrundwissen verfügen. Sicher, wenn man sich vor eine kamera stellt und sagt, daß man Claus Kleber und Gundula Gause nicht mag, ist das schon eine kritik. Nur was für eine - »nein meine suppe mag ich nicht« dazu ist noch jeder dreijährige imstande und einen »kristischen« sender, der auf diesem niveau kritik übt, braucht kein mensch.

Zwar kann sich jeder vor eine kamera hocken und mit leuten quasseln. Ein gutes interview zu führen, will allerdings gelernt sein. Ich habe den eindruck, die haben ihre leute nach aussehen von der straße weg gecastet und das bringt halt nicht so viel.

Die moderatorin der sendung heißt, wie am schluß kurz eingeblendet wurde, Jasmin Kosubek und hat laut eigenden angaben bei der einstellung bei RT »einfach glück gehabt«. Das glaube ich allerdings auch.

Samstag, 29. November 2014

Der fehlende hirn…

äh, …schmant, natürlich.
Am gestrigen freitag lief auf RTDeutsch mal wieder »Der fehlende Part«, diesmal mit Albrecht Müller, was ich mir natürlich angeschaut habe. Allerdings blieb ich beim ersten interviewgast hängen, einem gewissen Michael Westphal, seines zeichens politischer aktivist und referent. Michael wer? Der tennisstar von einst war doch an AIDS gestorben…
Moderatorin:»[…] Michael Westphal, politischer aktivist und referent.«
Dies »berufsbild« scheint für RTdeutsch ausreichend zu sein. Ob er auf eigene faust aktiv ist oder für eine organisation und wenn ja, für welche, scheint der moderatorin, die das pickelalter offenbar kaum überwunden hat, egal zu sein. Mal nebenher: ich habe nichts gegen junge gesichter auf dem bildschirm. Nur wenn sie für ein medium arbeiten, das sich selbst als »kritisch« sehen möchte, sollten die leute schon so weit geschult sein, interviewhanseln wenigstens soweit zu fragen, daß jeder zuseher weiß, wo sie herkommen. Ansonsten könnte sich jeder als »spezialist« für irgendwas ausgeben und einen zuvor auswendig gelernten text aufsagen.

Nun gut, wenn etwas wirklich vernünftiges gesagt würde, wäre es im grunde egal, wer es gesagt hat. Wenn allerdings komisches zeug erzählt wird, ist es schon interessant, wo es herkommt.
Moderatorin: »[…] Erdöl ist ein politisches instrument geworden.«
Michael Westphal: »Ja, ähhh, nee, das ist es nicht erst geworden, seit kurzem, sondern schon sehr lange. Erdöl ist einfach der strategische rohstoff auf grund seiner hohen energiedichte und seiner leichten handhabbarkeit. Also ich hab damit die möglichkeit flugzeuge zu betreiben, äh, fahrzeuge zu betreiben, wenn wir zum beispiel daran denken, wie schwierig das früher war, als es… als das erdöl noch nicht benutzt wurde, als verbrennungsmotoren, beispielsweise, noch nicht entwickelt waren, äh, welche kräfte dafür notwendig waren, um die kanonen, beispielsweise zu bewegen. Und jeder, der mal mit dem auto stehengeblieben ist, weil das benzin alle war, der weiß auch, wie viel energie dort drinsteckt.«
Aha. Das hätte zuvor natürlich niemand auch nur geahnt, daß in erdöl »energie« drin ist. Aber komischer ansatz, daß nun ausgerechnet das nicht mehr vorhandensein des benzins im tank der beweis für energie sein soll. Aber schon verstanden, energie merkt man immer dann, wenn der tank leer ist.

Aber weiter:
Moderatorin: »Ist es zufall, daß in den ländern, in denen bestimmte, äh, wo wo es vielleicht noch an der demokratie mangelt - zumindest aus der sicht einiger länder - ähm - auch besch - auch öl - erdölvorkommen sind?«
[…] (gezeigt wird karte mit erdölfördernden ländern) […]
Michael Westphal: »Es fällt auf jeden fall auf, ähm, daß immer gerade dort freiheit, demokratie und menschenrechte herbeigebombt werden müssen, wo also erdöl ist. Ein paradebeispiel ist Libyen […], wo jetzt das tor zur hölle geöffnet ist. Wo also jetzt, äh, im grunde chaos herrscht.«
Sicher sind die lebensumstände in Libyen in den letzten jahren furchtbar, skeptisch macht es trotzdem, wenn menschen, die über politische konflikte im allgemeinen sprechen mit bildern wie »hölle« oder wenn etwas als gut dargestellt werden soll von »paradiesischen zuständen« sprechen. Wenn jemand von persönlichen erfahrungen spricht, und er schlimmes durchgemacht oder schönes erlebt hat, mag ein solches vokabular durchgehen. In allen anderen fällen wirkt das unseriös.

Moderatorin: »Also demokratieexport und erdöl gehören unweigerlich zusammen? [… (unverständlich)]«
Michael Westphal: »Unweigerlich… ähhh… es wird einfach dafür instrumentalisiert. Es wird den leuten eingeredet, dort muß jetzt demokratie hin, weil dort jetzt keine demokratie ist und deshalb müssen wir jetzt dieses land angreifen, deshalb müssen wir jetzt dieses land besetzen. Und gerade im Irak sehen wir das ja. Dort ist die USA 2003 reingegangen in den in den Irak und ja, wie sieht es da heute aus? Äh ja das ist die die demokratie die dort hergestellt werden konnte. Das sehen wir heute im Irak.«
[…] bla bla bla
Michael Westphal: »Ja da haben wir diese synergie zwischen rüstung und erdölförderung […] Königreich Saudiarabien müssen wir eigentlich sagen, wenn wir von demokratie auch sprechen. Das ist also ein staat der kaum etwas anderes macht außer erdöl aus der erde zu pumpen und die USA liefert einfach Saudiarabien die waffen, damit die ressoucen dort geschützt werden können. Das ist der zusammenhang, das ist sozusagen diese… diese synergie, diese symbiose. Diese allianz die sich dort entwickelt hat und die dort auch hergestellt wurde. Dem einen oder anderen sind vielleicht auch die fotos bekannt wo der George W. Bush, also junior zum beispiel mit dem könig zusammen äh, sich umarmt. Das ist ja auch alles dokumentiert. «
Moderatorin: »Vielen dank, Herr Westphal! Gut, daß überall wo es an demokratie fehlt erdöl ist, ne. Das wär sonst echt schade.
[…]«
Interesant ist hier, daß der herr Westphal auf die Amerikanischen waffenlieferungen an Saudiland hinweist, die Deutschen waffengeschäfte jedoch nicht einmal im ansatz erwähnt. Das ist doch komisch. Da hätte eine gute journalistin, die etwas ahnung hat, doch mal bohrend nachfragen müssen. Das konnte die ärmste nun vermutlich gar nicht, weil sie noch nie etwas davon gehört hatte.

Das verschlägt nun erst einmal die sprache. Ein kritischer sender, dessen moderatoren nicht imstande sind, auch nur im geringsten kritisch nachzufragen. Herrn Müller werde ich mich zuwenden, wenn ich diesen schlimmen schock verwunden habe.

Freitag, 21. November 2014

Rußland vorgestern

An sich ist auslandsrundfunk kaum etwas schlechtes. Viele länder bieten ein mehrsprachiges programm mit informationen für ein ausländisches publikum an. So gibt es beispielsweise das programm der Deutschen Welle in 30 sprachen, darunter auch Russisch und Ukrainisch. Auch China oder der Iran bieten Deutschsprachige nachrichten an und seit kurzem gibt es RT aus Rußland ebenfalls in Deutscher sprache.

Ich bin durchaus Rußlandfreundlich gesonnen, aber in bezug auf diesen sender frage ich mich wirklich, ob die nicht spinnen, die Russen. Denn das was die dem Deutschsprachigen publikum vorsetzen, ist schlicht und ergreifend eine zumutung.

Es sollte einem zu denken geben, daß RT im letzten jahr zum NSA-skandal niemanden aus dem bundestag befragte, sondern ausgerechnet die in Deutschland damals wie heute weitgehend unbekannte Beatrix von Storch. Daß nun diese erzreaktionäre ausgesucht wurde, und nicht irgendjemand sonst, war sicherlich kein zufall, im umfeld von RT sind eher reaktionäre figuren aus Deutschland zu beobachten. Leute wie Elsässer, Schachtschneider, Ochsenreiter oder Ulfkotte.

Wenn das die »alternative« zum neoliberal geprägten einerlei der westlichen medien sein soll, verzichte ich auf beides gern. Man muß sich nicht freuen, wenn man anstatt mist etwas wie verdauungsendprodukt geboten bekommt.

RT, das steht offensichtlich für die »rückwärtsterminierten«.

Dienstag, 2. September 2014

Kein Russisches millitär in der Ukraine

OSZEbeobachter konnten den vorwurf der millitärischen einmischung Rußlands in der Ostukraine nicht bestätigen.

An sich wären längst deeskalationmaßnahmen notwendig, daran scheint die westliche welt jedoch nicht interessiert zu sein. Die rechnung für Merkels und Obamas konfrontationskurs werden wir alle teuer bezahlen müssen.