Donnerstag, 6. Dezember 2018

Verkehrtes verständnis

Schäbig wird es, wenn selbsternannte »experten« verständnis für bestimmte bevölkerungsgruppen äußern, dann aber doch wieder bloß gängige klischees bedienen. Wie beispielsweise letztens mal wieder Ilka Bessin besser bekannt als »Cindy aus Marzahn«.
Zitat Ilka Bessin:»Um 14 Uhr bin ich aufgewacht, dann habe ich „Vera am Mittag“ geguckt, obwohl ich das schon aus der Nacht davor kannte. Es lief ja nichts anderes.«
Wenn sie das so erzählt, will ich ihr das schon glauben. Aber ein bißchen stutzig macht mich das schon. Zwar schaue ich wenig fernsehen, was daran liegt, daß ich noch nie im leben einen fernseher besessen habe, jedoch kann ich mich noch genau daran erinnern, daß es in der zeit von 2001 bis 2003, was die zeit von Bessins arbeitslosigkeit gewesen sein soll, in Berlin andere fernsehsender gab als nur Sat1.

Und dann kommen mir ganz traurige gedanken, wie frau Bessin in ihrer einraumwohnung in der achtzehnten etage im plattenbau in Marzahn vor einem Junostfernseher hockte, der nur Sat1 und DDR2 kann - und letzterer sender ist bekanntermaßen mit der DDR untergegangen. Aber wahrscheinlich wird sie dabei wenigstens nicht gefroren haben.

Trotzdem sagt sie bloß die halbe wahrheit. Sie hat hat doch auch noch etwas anderes gemacht. Sie hat sich in der zeit ihre bühnenfigur ausgedacht, sie hatte sehr viel glück und hat es damit bis ins fernsehen geschafft. Andere arbeitslose denken sich auch etwas aus, womit sie ihre zeit verbringen, nur häufig leider mit geringem erfolg. Und dann werden sie von einer, die verständnis heuchelt, einerseits blöde angekumpelt, so von wegen daß man ihnen selbstbewußtsein geben müsse und auf der anderen seite doch wieder als faule säcke verlacht, die schon um 14 uhr in der frühe aufstehen. Und das ist eine art von »verständnis«, die ganz bestimmt niemand braucht.

Kommentare:

  1. Na ja, seit dem RTL-Koffer voll Geld hat sie sich endgültig abgeschossen ;(

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    1. Schande, war die bei RTL? Ich mit meinem nicht-einmal-junost-fernseher bin da relativ blöde dran.

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  2. Ich erlaube mir, Deine Erinnerung etwas aufzufrischen.
    https://1-euro-blog.blogspot.com/2018/07/zahltag-ein-koffer-voller-sch.html

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  3. Über ein schlichtes Dankeschön hätte ich mich bestimmt nicht geärgert.

    Peinlich, peinlich.

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