Mittwoch, 4. Dezember 2013

Falsch und nicht totzukriegen: totalitarismustheorie

Die politische welt sei ein hufeisen, denken politisch abergläubische menschen. Doch bringe es nicht, wie »normale« abergläubische menschen über hufeisen denken, glück, sondern an beiden enden extreme, linke wie rechte.

Und diese hätten, zumal bei einem ordentlichen hufeisen die enden einander zugebogen sind, ähnliche weltanschauungen. Und die könne man entweder gar nicht oder gar nicht einfach voneinander unterscheiden.

Hilfreich ist es, sich die merkmale der beiden »fast identischen« anzuschauen:

Die merkmale des faschismus sind die verabsolutierung des nationalen interesses und die verherrlichung der geschichte des eigenen volkes, mythisierung der volksgemeinschaft, aus der die feindschaft gegenüber minderheiten resultiert, befürwortung des krieges, aktion und recht des stärkeren, führerprinzip und streben nach dem totalen staat.

Faschisten beklagen den schwachen staat, weshalb sie alle menschen, die nach ihrer auffassung zum volk des staates gehören, unabhängig von ihrer klassenzugehörigkeit in den dienst für das unterstellte »gemeinsame interesse« nehmen: den nationalen staat voranbringen.

Hierbei entdecken sie menschen, die dabei störend sind: historisch waren es die juden, die sie als »parasit im volkskörper« wahrnahmen und die schuld an der schlechten lage der nation sein sollten, heute sind es »die ausländer«, die angeblich den staat ausplünderten und damit für dessen schwäche verantwortlich wären.

Aber nicht nur die werden als schädlich für das »gemeinsame, große ganze« betrachtet. Als schädlich gelten natürlich auch gewerkschafter, sozialisten, anarchisten, sozialdemokraten und kommunisten, weil sie nicht der »gemeinsamen sache« dienen und sich unterordnen wollen, sondern für die interessen ihrer klasse eintreten. Und das schädige die interessen der nation. Oder homosexuelle, weil sie sich dem ziel, ein »gesundes volk zu züchten« einfach verweigern. Behinderte, »zigeuner« oder arbeitsscheue gelten ebenfalls als »schädlich«, weil sie dem ideal, des ordentlichen und tüchtigen volkskörpers nicht entsprechen.

Die wirtschaft wird nicht sozialisiert, sondern, ähnlich wie der gesamte staat nach dem »führerprinzip« streng hierarchisch organisiert.

Das ausbeutende kapital bleibt bestehen.

Kommunisten haben keinesfalls »irgendwie ähnliche ziele«. Kommunisten wollen die nationalstaatlichkeit überwinden. Es soll nicht mehr geherrscht, sondern nur noch verwaltet werden. Die produktionsmittel werden vergesellschaftet, es wird nicht mehr für einen markt, sondern für die bedürfnisse der menschen produziert. Der grundsatz »jeder nach seinen fähigkeiten, jedem nach seinen bedürfnissen« soll gelten.

Der realsozialimus, den es gab, wurde als »vorstufe auf dem weg zum kommunismus« betrachtet. Die weltrevolution blieb aus. So wurde aus der »diktatur des proletariats« die »diktatur der partei«, um die ziele der revolution wenigstens in einem land zu verteidigen. Die ziele des realsozialistischen staates (später der realsozialistischen staatengemeinschaft) waren und blieben jedoch andere als die der faschistischen staaten.

Sozialismus oder kommunismus und faschismus sind keinesfalls einander zum verwechseln ähnliche systeme, nur unter anderem vorzeichen, sondern gegensätze, die einander ausschließen.

Gern wird als gemeinsamkeit der realsozialisten und der faschisten die möglichst flächendeckende überwachung aufgeführt. Da sollte einem auffallen, daß bürgerliche demokratien ebenfalls das bedürfnis haben, ihre bürger auszuhorchen, um gewißheit darüber zu haben, daß die »brave untertanen« sind. Und das nicht erst seit den enthüllungen des Edward Snowden. Wenn man die systeme vergleicht, fällt einem auf, daß die bürgerliche demokratie durchaus gemeinsamkeiten mit dem faschismus hat.

Aber das war hier nicht thema.

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