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Donnerstag, 18. März 2021

18. märz 1871 - 150 jahre Pariser Kommune

Dazu ein auszug aus der »Proletenpassion« der Österreichischen band »Die Schmetterlinge«, das ist eine TVproduktion des ORF von 1978: Kurze geschichte der Pariser Kommune von Karambolage bei arte tv:

Dienstag, 5. Mai 2020

Sonntag, 8. März 2020

Equal care day

An sich paßt das thema zum weltfrauentag: der »equal care day« soll daran erinnern, daß männer auch heute noch meist in puncto fürsorgearbeit stark benachteiligt sind. Und so findet dieser gedenktag sinniger weise immer am 29. februar, also nur alle vier jahre, statt, weil männer im schnitt vier jahre benötigen, um auf die selbe anzahl stunden an häuslicher arbeit zu kommen, die frauen im durchschnitt jährlich leisten.

In einem kommentar von Barbara Vorsamer zu dem thema, in welchem es offenbar um »gleichberechtigung« gehen sollte, habe ich jedoch einige ungereimtheiten gefunden. Beispielsweise folgendes:
Zitat: »In der Volkswirtschaft ist produktiv, wer ein Essen kocht und es dann verkauft. Wer ein Essen umsonst für seine Familie kocht, existiert in diesem Sinne nicht. Das verstärkt die Ungleichheit zwischen den Geschlechtern.«
Das stimmt schon einmal von daher nicht, daß es in unserer kapitalistischen volkswirtschaft nicht ausreicht, »essen zu kochen und zu verkaufen«, sondern daß man mit seiner tätigkeit dann auch noch für einen firmeninhaber einen gewinn erzielen muß, ansonsten findet die arbeit gar nicht erst statt aber das nur nebenher. An sich ist man schon produktiv, wenn man umsonst, also kostenlos für angehörige kocht, andernfalls würde es hinterher nichts geben, bloß gibt es dafür kein geld. Da gibt es keine ungleichheit zwischen den geschlechtern, ein mann bekommt für das familiebekochen ebenso keinen lohn, es gibt diesen merkwürdigen unterschied zwischen arbeit und arbeit.
Zitat: »Um das Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern aufzulösen, hat sich die Bundesrepublik eine Familienpolitik verschrieben, die Mütter genau wie Väter in der Berufstätigkeit hält. Das ist nicht verkehrt, es löst aber offensichtlich das Problem nicht. Und auch wenn sich ein gut verdienendes Großstadtpaar die Arbeit unter Einsatz von Erzieherinnen, Putzfrau und Pizzaboten untereinander gerecht aufteilen kann: Wer unterdurchschnittlich im Kindergarten, in der Gebäudereinigung oder beim Lieferdienst bezahlt wird, kann es sich kaum leisten, die eigene Fürsorgearbeit weiter zu delegieren. Die kommt einfach noch oben drauf.«
Die familienpolitik ist ganz bestimmt nicht dafür gedacht, das ungleichgewicht zwischen den geschlechtern aufzulösen, sondern um ein bürgerliches familienmodell zu fördern. Immerhin: alleinerziehende werden unabhängig vom geschlecht benachteiligt, das ist selbstverständlich eine tolle auflösung der ungleichbehandlung. Und je ärmer man ist, desto weniger hat man von dieser tollen familienpolitik.
Zitat: »Welche Maßnahme hier mehr Gerechtigkeit schaffen könnte - das bedingungslose Grundeinkommen, die 20-Stunden-Woche, Gehälter für Hausfrauen oder etwas ganz anderes - muss endlich umfassend und intensiv diskutiert werden.«
»Herdprämie« wurde bereits diskutiert und das BGE kann man durchaus als eine »herdprämie für alle« betrachten, die es gibt, ob man sie braucht oder nicht. Eine 20-stunden-woche könnte hingegen ein ansatz sein.
Zitat: »Ökonomie ist definiert als Gesamtheit aller Einrichtungen und Handlungen, die der planvollen Befriedigung der Bedürfnisse des Menschen dienen.«
Leider ist in unserem wirtschaftssystem weniges planvoll und an der befriedigung der bedürfnisse des menschen ist die ökonomie hier auch nicht ausgerichtet.
Zitat: »Die Fürsorge für andere wird oft als Liebes-Job interpretiert, an den man nicht die materiellen Maßstäbe der "echten" Wirtschaft legen solle. Es ist schön und notwendig, dass Menschen Dinge tun, für die sie nichts bekommen.«
Wenn es schön und notwendig ist, daß menschen dinge tun, für die sie nichts bekommen, wäre es dann nicht gut, wenn das immer gelten würde und zwar für alle?

NIEDER MIT DER LOHNARBEIT!

Mittwoch, 21. Februar 2018

170 jahre Manifest der Kommunistischen Partei

Am 21. februar 1848 wurde das Kommunistische Manifest zum ersten mal veröffentlicht.

Dazu natürlich musik:


Das Kommunistische Manifest, op. 82 (1932, nach Marx / Engels) für Soli, Chöre und Bläser (WV 100) von Erwin Schulhoff



Vor zwanzig jahren schrieb Thomas Gsella folgendes:

1998: 150 Jahre Manifest der Kommunistischen Partei

Hundertfünfzig! Hoch die Tasse!
Keine Schrift ist heiliger,
klüger und kurzweiliger!
Keine hat wie sie der Masse

aufgezeigt, daß man die Schweine
(sei's per Galgen, sei's per Schuß)
aus dem Wege räumen muß.
Leider ist die Masse keine.

Masse! Werde Besserwisser!
Steh nicht länger dumm herum!
Köpf die Ärsche! Pfähl die Pisser!
Säbel ihre Knechte um!

Andernfalls muß all die Sachen
wieder mal der Gsella machen

Sonntag, 17. September 2017

Murx bei den nds

Bei den NachDenkSeiten wurde gestern des 150. jahrestages der veröffentlichung des ersten bandes des »Kapital« von Karl Marx gedacht, welches am 14. september 1867 zum ersten mal erschien. Dort schreibt Rudolf Hickel:
Zitat:»Vor 150 Jahren, am 14. September 1867, ist der erste Band „Das Kapital“ im Otto Meißner-Verlag in Hamburg erstmals erschienen. Heute zählt dieses Werk, dessen Band zwei und drei Friedrich Engels posthum herausgegeben hat, zum UNESCO-Kulturerbe. Es gibt keinen anderen Autor, der die Bewegungsgesetze des Kapitalismus derart zutreffend radikal, d.h. an die Wurzel gehend, dechiffriert hat. Wie die Berichte selbst in den Provinzzeitungen zu diesem Kapital-Jubiläum zeigen, das Interesse an der Frage, wie kann mit Marx heute die Klärung von Widersprüchen und Ungerechtigkeiten betrieben werden, ist riesig. Das wird auch im kommenden Jahr an seinem 200sten Todestag zu beobachten sein.«
Dieser Marx scheint ein kuriosum zu sein. Wenn 2018 sein 200. todestag ist, wurden nicht nur der 2. und der 3. band des »Kapital« posthum herausgegeben, sondern dann hat der alte mann mit dem fusselbart sein gesamtes lebenswerk posthum verfaßt.

Das muß ihm erst mal einer nachmachen.

Freitag, 11. August 2017

Geldfrei mitten im kapitalismus?

Im blog »keimform« gab es ende juli einige artikel zum thema geldfreie produktion von Christian Siefkes. Das thema interessiert mich. Leider gehen die texte ziemlich am thema vorbei, hauptsächlich gießt es gedankenbrei. Als beispiel wird u.a. die Kommune Niederkaufungen genannt, über diese art zu wirtschaften heißt es dann:
Zitat Siefkes: »Kleinere Gruppen können gerade deshalb auf feste Preise und andere Mechanismen zur Kopplung von individuellen Beiträgen (Kosten) und Nutzungen verzichten, weil sie überschaubar genug sind, um alle notwendigen Entscheidungen in direkter Kommunikation zu vereinbaren.«

Preise, kosten, nutzen? Woher kommt eigentlich der gedanke, daß beim geldfreien produzieren noch über preise nachgedacht werden muß? Genau das soll doch beim wirtschaften ohne geld abgeschaft werden.

Tatsache ist, daß, um bei dem beispiel zu bleiben, die Kommune Niederkaufungen nicht irgendwo im luftleeren raum existiert, sondern in einem kaff in Nordhessen. Die siedelten sich nicht einfach so auf einer freien scholle an, sondern haben ein gehöft mit etwas land drumrum nach bürgerlichem recht für teuer geld käuflich erworben, auf dem sie im rahmen der geltenden gesetze machen können, was sie möchten. In der Süddeutschen wurde das mal als »kloster ohne gott« bezeichnet. Das ist nicht völlig von der hand zu weisen: die menschen, die dort leben möchten, bringen ihr vermögen, ihre einkünfte und eventuelle erbschaften in die gemeinschaft ein. Das kommt dann in die gemeinschaftliche kasse, aus der sich jeder kommunarde nach bedarf kleinere beträge entnehmen kann, über größere ausgaben muß in der gruppe diskutiert und entschieden werden.

Geldfrei ist daran schlechterdings gar nichts. Auch die kommunarden müssen mit ihren erzeugnissen und dienstleistungen an den kapitalistischen markt herantreten und sie in der dort üblichen konkurrenz verkaufen, weil sie für die welt außerhalb ihrer kommune genau wie alle anderen geld benötigen. Ein individueller ausstieg aus der geldbasierten wirtschaft ist unmöglich - und komme mir bitte niemand mit den paar lebenskünstlern, die mit containern und der hilfsbereitschaft gutwilliger menschen überleben.

Es ist ein irrtum, subsistenzwirtschaft für einen weg aus der geldbasierten wirtschaft zu halten. Von der art des wirtschaftens her kann man das mit dem der urgroßmütter im 19. jahrhundert auf dem lande vergleichen. Die lebten in großfamilien in der dorfgemeinschaft und brauchten im alltäglichen leben fast kein geld. Die lebensnotwendigen dinge stellten sie selbst her und in der dorfgemeinschaft halfen die menschen einander normalerweise ohne geld und warentausch. Aber trotzdem mußten sie zusehen, etwas mehr zu produzieren als sie selbst brauchten und zu verkaufen, denn schließlich brauchten sie auch dinge, die sie im dorf nicht selbst herstellen konnten.

Viele menschen können sich eine wirtschaft ohne geld schlecht oder gar nicht vorstellen. Eben auch, weil sie als erstes an derartige kommunen oder die kibbuzim in Israel denken und ihr leben nicht in einer solchen gemeinschaft mit hoher sozialer kontrolle verbringen möchten. Ein »ausstieg« aus der industriegesellschaft mag für einige menschen attraktiv erscheinen für die mehrheit trifft das eher nicht zu. Und selbst wenn sie das wollten, würde es daran scheitern, daß ihnen das geld fehlt, sich ein stück land unter den nagel zu reißen. Und überhaupt macht es erst technischer fortschritt und industrielle produktion möglich, daß einstige luxusartikel für viele leute hergestellt werden können.

Das darf natürlich nicht damit verwechselt werden, daß in der kapitalistischen wirtschaft keineswegs die versorgung der menschen mit nützlichen gütern, sondern ausschließlich der gewinn im mittelpunkt steht und die versorgung eigentlich nur das abfallprodukt der gewinnrechnung ist und somit auch nur für die stattfindet, die geld haben und kaufen können.

Um eine tatsächlich geldfreie wirtschaft aufzubauen, müßte man die produktionsmittel vergesellschaften, damit alle daran teilhaben können und die produktion von der ausrichtung auf gewinne für wenige auf die versorgung aller umgestellt werden kann. Damit diese elende warentauscherei, durch die die armen immer von den annehmlichkeiten des lebens ausgeschlossen sind, aufhört.

Das wäre aber etwas völlig anderes als mitten im kapitalismus ohne geld sein dasein fristen zu wollen.

Samstag, 19. November 2016

30 jahre Bolschewistische Kurkapelle

Vor 30 jahren hatte die Bolschewistische Kurkapelle ihren ersten auftritt. Dazu gab es eine sendung beim Deutschlandradio Kultur.

Auch nach 30 jahren wirken sie fast wie neu:

Mittwoch, 11. Mai 2016

Das Spanische kollektiv in Ost-Berlin

Oft wird behauptet, in der DDR habe es keine probleme mit asylanten gegeben, weil sie einfach keine flüchtlinge aufgenommen hätte. Das stimmt so nicht. In der zeit der Frankodiktatur waren viele kommunisten aus Spanien nach Frankreich geflohen. Als folge des Kalten Krieges wurden sie in Frankreich ab september 1950 nicht mehr geduldet. Viele von ihnen fanden zuflucht in der DDR, dort wurden sie eben nicht als asylanten behandelt, sie waren ja kommunistische genossen.

Gestern brachte der Deutschlandfunk ein erstaunlich gutes radiofeature über das Spanische kollektiv in Ost-Berlin. Es kann bis zum 17. mai hier angehört werden, das manuskript der sendung ist wahrscheinlich länger online.
O-ton Olga García Dominguéz, 68 jahre, Spanierin, ärztin, arbeitet seit 1989 in Madrid, nachdem sie aus der DDR nach Spanien zurückging: »Die DDR war und ist heute, dieses Stück DDR, was ich noch in meinem Kopf habe, immer noch meine Heimat. Dort hat man so gelebt, wie wir leben wollten, dass alle Menschen das Recht haben zu arbeiten, das Recht haben auf Gesundheitswesen, das Recht haben auf Bildung – dort gab es das. Dieses Land war mein Land. Ich war eine mehr. Wir waren keine Ausländer.
Meine schlimmste Emigration war, nach Spanien zurückzukommen.«

Freitag, 15. Januar 2016

1919

Hier wurde gemordet.

Heute Rosa-Luxemburg-Steg.

Donnerstag, 15. Oktober 2015

Was ist eigentlich privateigentum?

Beliebter als gutes wetter oder sommerferien ist das privateigentum. Es ist sogar so beliebt, daß es sogar von leuten verteidigt wird, die überhaupt keines haben.

Das leben der mehrheit der menschen sieht eher traurig aus: kein eigenes dach über dem kopf und jeden monat das problem, die miete zu zahlen, also kein eigentum besitzen und durch das bedürfnis irgendwo leben zu müssen, das eigentum anderer zu mehren.

Die meisten menschen denken bei dem begriff »privateigentum« an das gelumpe, das sie in der wohnung stehen haben oder an das auto, das benötigt wird, um pünktlich zur arbeit zu kommen. Das macht sie zu anti-kommunisten, denn ihre paar schwer erarbeiteten habseligkeiten wollen sie nicht fortgeben oder gar enteignet bekommen.

Für kommunisten sind diese dinge allerdings überhaupt nicht von interesse, im gegenteil. Kommunisten denken darüber nach, wie man die menschen mit nützlichen sachen möglichst gut versorgen kann. Und dafür bräuchte es eben die vergesellschaftung von produktionsmitteln, die sich derzeit leider in privateigentum befinden und zum nutzen weniger verwendet werden. Die villen irgendwelcher reichen, ihre autos, »gated communities« und wie man ihre privatzoos sonst noch nennt, sind herzlich egal. Es geht hauptsächlich um die produktionsmittel, die nicht mehr für die private bereicherung einiger weniger eingesetzt werden sollen, sondern für die versorgung aller.

Privateigentum ist das, was man zum geldverdienen einsetzen kann.

Donnerstag, 8. Januar 2015

Charlie Hebdo-Massaker: Stellungnahme der Französischen Kommunistischen Partei

Charlie Hebdo: „Entschlossen, die Werte von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit zu leben“ (FKP)
Aufruf zur nationalen Einheit an alle republikanischen Kräfte angesichts der Barbarei, die die Mannschaft von Charlie Hebdo getroffen hat.

Das barbarische Blutbad, dem die Redaktion von Charlie Hebdo zum Opfer fiel, hinterlässt uns in Entsetzen und Schmerz, und verlangt eine kräftige Antwort der ganzen Nation.

Pierre Laurent und der Parteivorstand der FKP rufen dazu auf, dass sich im ganzen Land alle republikanischen Kräfte gegen die Barbarei wenden. Wenn eine Zeitung so angegriffen wird, wenn Menschen massakriert werden, deren Leidenschaft die Information und die Freiheit des Wortes waren, dann ist in der Tat jeder von uns angegriffen, dann ist die Republik ins Herz getroffen. Mögen die Täter dieser abscheulichen Tat gefasst werden und vor Gericht kommen.

Unsere Gedanken sind bei den Opfern, bei ihren Familien und Freunden. Heute morgen war es die Welt der Karikatur, der politischen Frechheit, des Humors und der Liebe zum Leben, das die Terroristen zum Schweigen bringen wollten. Die Brüderlichkeit und Gemeinschaft, die uns mit den Zeichnern von Charlie Hebdo einte, insbesondere beim Pressefest der Humanité, lassen den Schmerz noch tiefer sitzen.

Heute ist ein Tag, um in größtmöglicher Zahl Bürgerinnen und Bürger um die republikanischen Werte zu versammeln. Lasst uns als Millionen die Entschlossenheit unseres Landes bekräftigen, die Werte von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit zu leben.

Die Mitglieder der KPF und die kommunistischen und republikanischen Abgeordneten sind alle bei allen Initiativen der kommenden Tage dabei, wenn es darum geht, die Nation in einem Geiste der großen Zuversicht im Sinne der republikanischen Grundsätze zu vereinen, ohne Unterschied von philosophischen, politischen oder religiösen Weltanschauungen. Wir fordern auf, alle Pauschalisierungen und Stigmatisierungen abzulehnen und Aufrufe zu Hass und Rassismus zurückzuweisen.

Für heute Abend rufen wir zu einer Versammlung zu Ehren der Opfer auf: Platz der Republik, Paris, 18 Uhr.

Französische Kommunistische Partei

Paris, 7. Januar 2015

Übersetzung: DKP

Sonntag, 22. Juni 2014

Tanz in den den sommer

Ausnahmsweise gibt es heute im 1€blog eine kapelle - und zwar eine Bolschewistische Kurkappelle.

… Dir ist der farbfilm gerissen…



Zugabe! Zugabe!

Bittesehr:

Freitag, 23. Mai 2014

Mein schönstes ferienfoto

Von meiner kurzen reise bin ich leider schon zurück. Ich habe viel neues gesehen. Wie eigentlich immer, wenn ich reise, bin ich auch diesmal nicht übermäßig weit gekommen.

Ich könnte jetzt mit naturfotos langweilen, wie ich es ohnehin schon allwöchentlich tue. Ich habe auch eine stadt besichtigt, eine der schöneren. Dort sah ich das:

Ein älterer herr hatte die fahne einfach geschultert.

Nur gibt es leider keine soviets mehr, für die man sein könnte.

Dienstag, 25. Februar 2014

Revolutionslieder

»Melodie & Rhythmus« und die »Junge Welt« suchen die zehn wichtigsten revolutionslieder. Aus fünfzig liedern, die allesamt auf der internetseite hörbar sind, kann man bis zu zehn, die einem am besten gefallen, auswählen.

Ich bin fleißig am hören, denn alles kenne ich nicht. Und die lieder, die ich noch nicht kenne, sollen auch eine chance kriegen.

Mit dabei sind natürlich die klassiker von Brecht, Eisler, Busch. Aber auch Oktoberklub, Sex Pistols, Ton Steine Scherben, Renft, The Clash, Nina Simone, The Exploited, Konstantin Wecker und so.

Abstimmen kann man bis zum 18. märz. Zu gewinnen gibt es auch was: jahresabos von »Melodie & Rhythmus« und ein paar nicht uninteressante CDs, aber deshalb nimmt man an so etwas nicht teil.

Hier geht es zum anhören und abstimmen

Samstag, 11. Januar 2014

Marx in München

Als student der Ludwig-Maximilians-Universität hat man es offenbar nicht leicht. Wenn man den klassiker der politischen ökonomie lesen möchte, muß man als »eine art geheimbund« in aktion treten und seinen namen besser nicht der presse verraten.

Bei den »saupreißn« ist das zum glück anders, da kann man einfach in die uni spazieren, Marx lesen, denn hier ist das buch erstaunlicherweise nicht verboten. Und auf der treppe zu den hörsälen kommt man an einer marmornen wand vorbei, an der in goldenen lettern
»Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert, es kommt aber darauf an, sie zu verändern«.

geschrieben steht. Das stammt natürlich nicht vom pfaffen Gauck, sondern von Karl Marx.

Unispiegelschreiberin Baurmann findet, man brauche eine übersetzungshilfe, wenn man den Marx verstehen wolle, der sei unverständlich, der vielen fremdwörter wegen. Dabei ist in jeder ordentlichen Marx ausgabe ein ausführliches fremdwörterverzeichnis, das ist jedoch nur für alphabeten und nicht für Unispiegelschreiberinnen. Studenten hingegen tät ich es eigentlich zutrauen, daß sie imstande sind, im inhaltsverzeichnis nachzulesen, was im register steht.

Einer, der in der Unispiegelgeschichte Sebastian genannt wird, will es nicht hinnehmen »an die gesetze des marktes zu glauben« und sich seinen gesetzen unterwerfen zu müssen. Der muß anscheindend noch weiterlernen.

In dem dicken buch doch drin, daß es da nichts zu glauben gibt und daß, solange es kapitalismus gibt, die leute den zwangsläufigkeiten des marktes unterworfen sind. Denen kann man sich fügen oder revolution machen.

Donnerstag, 28. November 2013

Straßenbahn

Als ich neulich die straßenbahn verpaßt hatte, war mir der bleistift im rucksack abgebrochen, weshalb ich nicht zum zeitvertreib in mein notizbuch schreiben konnte, wie ich es gelegentich tue, wenn ich unterwegs bin und mir nicht gerade zum lesen zumute ist. Also mußte ich mir einen anderen zeitvertreib suchen.

»Dir werd’ ich erklären, was kommunismus ist.« Sagte eine stimme hinter mir. Die dame von knapp fünfzig jahren, die es gesagt hatte, meinte selbstverständlich nicht mich, sondern das kind von vielleicht zehn jahren, das sie begleitete. »Gut,« dachte ich. »Da höre ich zu. Da kann ich glatt noch etwas lernen.« »Stell Dir vor, Du hast ein haus und auch dem, den Du überhaupt nicht leiden kannst, gehört das haus genau so wie Dir.« Das kind fragte ungläubig, ob es auch mit demjenigen aus seiner klasse, den es am wenigsten leiden könne, sein zimmer hätte teilen müssen. Dies wurde bejaht.»Du hättest alles teilen müssen, auch mit denen, die Du nicht leiden kannst.« Das kam mir ganz schön christlich vor.»... und stell Dir vor: im fach ›Einführung in die sozialistische Produktion‹ mußte ich ohne bezahlung in einer fabrik arbeiten. Ich mußte plastteilchen sortieren und wenn die lange vor feierabend alle waren, weil nicht genug geliefert worden waren, haben die kollegen dort dann karten gespielt und schnaps getrunken.«

Da kam kreischend meine bahn um die ecke, weshalb ich nicht mehr mitbekam, wie die frau dem kind den »kommunismus«, der in der DDR zu keinem zeitpunkt realisiert war, eigentlich erklären wollte. So, wie sie angefangen hatte, überhaupt nicht. Völlig falscher ansatz. Schließlich war auch in der DDR nicht der häusliche privatbereich des menschen vergesellschaftet worden, man mußte also keinesfalls sein zimmer mit jedem teilen, sondern die produktionsmittel, was nun wirklich etwas völlig anderes ist.

P1000064In der Bonner Republik war es durchaus üblich, daß schüler durch praktika an das arbeitsleben herangeführt wurden. Nach belieben wurde die arbeit, die die schüler leisten mußten, bezahlt oder eben nicht. Geleistet wurde die arbeit nicht für den gesellschaftlichen mehrwert, sondern für die private bereicherung. Auch im westen passierte es, daß die arbeit vor der zeit erledigt war. Dann konnte man weder nach hause gegen noch mit den kollegen karten spielen oder einen heben. Man mußte so tun, als würde man arbeiten. Solche leerlaufzeiten gibt es in der heutigen arbeitswelt praktisch nicht mehr. Ist sie dadurch menschenfreundlicher geworden?

Dienstag, 8. Oktober 2013

Sächsisch für anfänger

Auch am 64. geburtstag der republik gab es immer noch mehr als 60 millionen menschen in Deutschland, die nicht oder ungenügend Ostdeutsch sprechen.



Auf begriffe wie »schnorbslich« sollte man niemals freiwillig verzichten.


Bei mir gab es zum geburtstag der republik ausnahmweise süßkram. Sowas gibt es bei mir selten.

Erdbeersahneeis (äußerst lecker):

500 g frische erdbeeren
200 g sahne
3 eßlöffel limettensaft
1 eßlöffel zucker
1 g johannisbrotkernmehl (z.b. bindobin)

So wird es gemacht:

Die erdbeeren waschen und putzen. Zusammen mit dem zucker (wer es richtig süß mag sollte mehr davon nehmen als ich es tue. Anstatt bloß einem vielleicht vier bis fünf eßlöffel), dem limettensaft (zitrone ist auch gut) und dem johannisbrotkernmehl im mixer zerkleinern.

Die sahne schlagen. Dann alle zutaten in die eismaschine geben und so lange rühren lassen, bis eine leckere kreme entsteht. Gegebenenfalls geht es auch ohne eismaschinchen. Es gibt mehrere möglichkeiten, wie man eis auch ohne maschine herstellen kann.

Johannisbrotkernmehl ist ein bindemittel, im gegensatz zu beispielsweise maisstärke bindet es kalt. Das eis wird dadurch geschmeidiger und leckerer. Wenn man es nicht bekommt oder es zu teuer ist, kann man es getrost weglassen. Das eis gelingt auch ohne, bloß nicht ganz so gut.

Für menschen, die es (wie ich) eher scharf lieben, empfehle zum eis ich frischen grünen pfeffer. Der ist leider sehr teuer und schwer zu beschaffen, paßt mit seiner fruchtigen schärfe aber sehr gut zum eis.