Als ich gestern eher mit halbem ohr die nachrichten auf Deutschlandradio Kultur hörte, wurde dort berichtet, innenminister Schäuble befürchte terroristische aktionen, die das ergebnis der bundestagswahl 2009 beeinflussen sollen.
Es ist mir aufrichtig peinlich, zugeben zu müssen, mit dem innenminister eine meinung zu teilen. Die erfahrung aus Hessen zeigt jedoch, daß schlimme befürchtungen angebracht sind. Ein ganzes jahr lang wurde die bevölkerung terrorisiert, weil ein wahlergebnis nicht wie gewünscht ausfiel.
Olle kamelle vom januar 2009
»Wovon man nicht schweigen kann, darüber muß man reden.
Das ist meine meinung. Aber nicht die Wittgensteins.« (Mechthild Mühlstein)
- willkommen in der schlangengrube - (nachtrag ostern 2021)
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Samstag, 14. September 2013
Dienstag, 4. Juni 2013
1-€-blog-klassiker: Berlin, Chauseestraße
Auf dem gelände des ehemaligen Walter-Ulbricht-Stadions wird der BND seine neue zentrale bauen. Man beachte die riesige dimension des geländes und, daß hier noch nichts geschehen ist, außer einen bauzaun aufzustellen und natürlich überwachungskameras.
Zeigt im übertragenen sinne sehr schön, was hierzulande läuft: anstatt irgendetwas zu ändern, wird das, was passiert überwacht. Man kann den bürgern schließlich nicht trauen.
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Donnerstag, 30. Mai 2013
1-€-blog-klassiker: Armut für Deutschland
(gesehen in Berlin-Mitte)
Hat Ihnen das jobcenter die stütze gestrichen und haben Sie deshalb Ihre wohnung verloren?
Kein problem! Firma armut holt preiswert ihre möbel ab, die werden dann schnell und zuverlässig einer neuen verwertung zugeführt. Ein obdachloser benötigt keine möbel und da kann er froh sein, wenn jemand seine exwohnung günstig entrümpelt.
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Mittwoch, 22. Mai 2013
1-€-blog-klassiker: »Berlin Grün« und gelbe Helfer
Gestern stand im »Neuen Deutschland« unter dem titel »gelbe helfer in den gärten der welt« ein artikel in welchem bejubelt wurde, daß ein team aus arbeitslosen neuerdings gehbehinderte und ältere besucher durch den park schiebt.
Der »Erholungspark Marzahn« ist tatsächlich ein schöner park über den man auch berichten sollte. Vor allem, weil man dort spazieren gehen kann, ohne daß das auge durch irgendwelche schlecht gekleideten alg-zwo-empfänger beleidigt wird, es sei denn sie tragen ein gelbes leibchen und machen sich nützlich. Sozialkartenbesitzer erhalten nämlich keinen freien eintritt, nicht mal eine ermäßigung, weshalb sie lieber anderswo erholung suchen.
Von kritischer berichterstattung kann wohl kaum die rede sein, wenn nicht hinterfragt wird, warum arbeitslose auf kosten der allgemeinheit für eine überhaupt nicht gemeinnützige GmbH arbeiten dürfen oder gar müssen. Warum wird nicht berichtet, daß trägervereine für die verwaltung arbeitsloser erstaunlich viel geld kriegen, häufig sogar mehr als die bedürftigen selbst?
Kein wort darüber, daß die Berlin Grün GmbH immer nur dann »sozial« agiert, wenn es darum geht, öffentliche gelder in anspruch zu nehmen, diese solidarität mit den armen und bedürftigen aber am kassenhäuschen endet.
Als ob wir im sozialismus leben würden wird berichtet, die arbeit sei notwendig, um als teil der gesellschaft gelten zu können.
Derartiges hat es noch nie gegeben: steuerzahler jubeln, daß sie unternehmern die arbeitskräfte bezahlen dürfen.
Der »Erholungspark Marzahn« ist tatsächlich ein schöner park über den man auch berichten sollte. Vor allem, weil man dort spazieren gehen kann, ohne daß das auge durch irgendwelche schlecht gekleideten alg-zwo-empfänger beleidigt wird, es sei denn sie tragen ein gelbes leibchen und machen sich nützlich. Sozialkartenbesitzer erhalten nämlich keinen freien eintritt, nicht mal eine ermäßigung, weshalb sie lieber anderswo erholung suchen.
Von kritischer berichterstattung kann wohl kaum die rede sein, wenn nicht hinterfragt wird, warum arbeitslose auf kosten der allgemeinheit für eine überhaupt nicht gemeinnützige GmbH arbeiten dürfen oder gar müssen. Warum wird nicht berichtet, daß trägervereine für die verwaltung arbeitsloser erstaunlich viel geld kriegen, häufig sogar mehr als die bedürftigen selbst?
Kein wort darüber, daß die Berlin Grün GmbH immer nur dann »sozial« agiert, wenn es darum geht, öffentliche gelder in anspruch zu nehmen, diese solidarität mit den armen und bedürftigen aber am kassenhäuschen endet.
Als ob wir im sozialismus leben würden wird berichtet, die arbeit sei notwendig, um als teil der gesellschaft gelten zu können.
Derartiges hat es noch nie gegeben: steuerzahler jubeln, daß sie unternehmern die arbeitskräfte bezahlen dürfen.
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Freitag, 19. April 2013
1-€-blog-klassiker: blühende landschaften
Vor fünf jahren:
Na, bitte. Hier sind die blühenden landschaften, die altkanzler Kohl in der wendezeit versprach. Das im hintergrund stehende gebäude hat in den letzten jahren zwar stark unter vandalismus gelitten, aber das versendet sich.
Nachtrag 2013: Es läßt tief blicken, daß ein land, welches sich selbst als »Bundesrepublik« bezeichnet, ein gebäude abreißen ließ, das »Palast der Republik« hieß, um ein Hohenzollernschloß wieder aufzubauen, das nicht einmal Wilhelm II gefiel.
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Dienstag, 16. April 2013
Zwanzig jahre »tafel« und kein ende
Zum tafeljubiläuum und zur buchveröffentlichung von Stefan Selke war das thema »tafel« in den letzten tagen mal wieder ein bißchen in den medien vertreten.
Es ist ja schön daß es inzwischen so etwas wie das »aktionsbündnis 20« überhaupt gibt. Aber dann fordern die auch wieder bloß sozialstaat, als wäre der nicht schon allein aus seiner existenz heraus beweis genug, daß unser wirtschaftssystem vor allem dazu taugt, arme leute zu produzieren.
Video »aktionsbündnis 20«
Das thema »tafel« war von anfang an ein thema des 1€blog. Einer der ganz frühen artikel war im dezember 2007 eine anfrage an die politikerin Petra Pau von der LINKEN. Heute würde ich das etwas anders formulieren - aber auch damals schrieb ich, daß das keine menschenfreundliche veranstaltung ist:
***Ab hier originaltext von 2007 (anführungszeichen angepaßt)***
Meine frage an frau Pau im abgeordnetenwatchforum:
12.12.2007 Frage von
Mechthild Mühlstein
18.12.2007 Antwort von
Petra Pau
Immerhin gibt frau Pau zu, keine ahnung zu haben von dem, was in jenem verein, für den sie ihr gesicht hergibt, passiert.
Zugegebenermaßen mag es für manch einen arbeitslosen, der seine arbeit bei der tafel verrichtet, sogar attraktiv erschein, anstatt ehrenamtlich und völlig ohne lohn zu arbeiten, dann wenigstens für die »sinnvolle« arbeit mit dem in Berlin üblichen einen euro fünfzig pro stunde belohnt zu werden. Für manch einen wird diese arbeit aber auch zur qual.
Was mich verwundert, ist, daß frau Pau, begriffe wie »1-Euro-jobber« oder »MAE-kräfte« für verwerflich hält. Den inhalt der arbeit, von denselben personen ehrenamtlich durchgeführt, findet sie offenbar in ordnung. Selbstverständlich sind die »tafeln« nicht ursache der armut. Die »tafeln« sind ein mittel zur bekämpfung der symptome der armut. Und ähnlich wie in der medizin das mittelchen zur bekämpfung der symptome einer krankheit den patienten unter umständen erst richtig krank macht, vernichten einrichtungen wie diese nicht nur arbeitsplätze, sie zementieren die situation derer, die auf sie angewiesen sind. Diese menschen werden in eine demutsposition gezwungen, indem man sie zu almosenempfängern macht.
Auf der gegenseite stehen die »edlen« spender, die die überreste des kalten buffets, die die anspruchsvollen gäste verschmähten, großzügigst an wohltätige organisationen spenden, damit es hinterher so ausschaut, als habe man das freßgelage nur veranstaltet, um hinterher der allgemeinheit dienen zu können.
Die aufgabe linker politik darf nicht die einrichtung von suppenküchen sein, das ziel muß die überflüssigmachung dieser einrichtungen sein.
Es ist ja schön daß es inzwischen so etwas wie das »aktionsbündnis 20« überhaupt gibt. Aber dann fordern die auch wieder bloß sozialstaat, als wäre der nicht schon allein aus seiner existenz heraus beweis genug, daß unser wirtschaftssystem vor allem dazu taugt, arme leute zu produzieren.
Video »aktionsbündnis 20«
Das thema »tafel« war von anfang an ein thema des 1€blog. Einer der ganz frühen artikel war im dezember 2007 eine anfrage an die politikerin Petra Pau von der LINKEN. Heute würde ich das etwas anders formulieren - aber auch damals schrieb ich, daß das keine menschenfreundliche veranstaltung ist:
***Ab hier originaltext von 2007 (anführungszeichen angepaßt)***
Meine frage an frau Pau im abgeordnetenwatchforum:
12.12.2007 Frage von
Mechthild Mühlstein
Sehr geehrte Frau Pau,Ich erhielt auf meine frage folgende antwort:
zumal Sie im beirat der »Berliner Tafel« sind, wende ich mich an Sie. Ich habe gehört, daß bei einem von der »Tafel« betriebenen restaurant für kinder, sogenannte MAE-kräfte als küchenhelfer eingestellt werden, die dann allerdings ihrer ausbildung entsprechend als koch dort arbeiten. Wie sehen Sie das Problem?
Es ist notwendig, daß kinder anständig ernährt werden, und weil es in Berlin leider überdurchschnittlich viele kinder gibt, die in armut aufwachsen besteht ein bedarf an preisgünstigen (oder im idealfall kostenlosen) kantinen. Aber ist es sinnvoll derartiges mit billigarbeitskräften und lebensmittlespenden zu realisieren? Die »Tafel« untergräbt mit diesen mitteln den wettbewerb: schulkantinen, die ihre mitarbeiter anständig bezahlen, können bei solchen preisen nicht mithalten und müssen schließen. Aber die entlassenen arbeitskräfte können sich freuen: sie sind keineswegs überflüssig, sie können ja gemeinützig karriere machen für 1 euro 50 die stunde. Dreht sich bloß die abwärtsspirale ein stückchen weiter nach unten.
Als stammwählerin der LINKEN sehe ich das gesamte projekt der »Tafel« äußerst kritisch, derartige hilfsmaßnahmen verbessern die lage der armen nur unerheblich und im grunde wird sie sogar zementiert. Anstatt almosen zu verteilen sollte es stehts das ziel der LINKEN sein, die wohlfahrtsindustrie überflüssig zu machen. PDSwählerin bin ich NICHT geworden, weil ich mich nach der wilhelministischen wohlfahrtspolitik zu zeiten der Kirchenjuste zurücksehnte!
Mit freundlichen grüßen
Mechthild Mühlstein
18.12.2007 Antwort von
Petra Pau
Sehr geehrte Mechthild Mühlstein,Mein kommentar:
wenn reguläre Arbeitsstellen durch so genannte MAE-Kräfte oder auch 1-Euro-Jober verdrängt werden, dann ist das selbstverständlich nicht in Ordnung. Da haben sie völlig recht. Dadurch wird eine Spirale bedient, die für immer mehr direkt oder indirekt Betroffenen in die Armut führt.
Wobei mir beim Schreiben gerade erneut auffällt, wie unwürdig solche Begriffe wie »MAE-Kräfte« oder »1-Euro-Jober« klingen. Schließlich geht es um Menschen.
Ob diese oben beschriebene Verdrängung auch bei der »Berliner Tafel« stattfand, das weiß ich nicht. Ich vermute aber, eher nicht, denn die »Berliner Tafel» fußt, wie die »Tafeln« anderen Ortes auch, vor allem auf ehrenamtlichem Engagement.
Zur »Tafel« selber habe ich eine andere Einschätzung als Sie. Ich kritisiere nicht die »Tafeln«, sondern die gesellschaftlichen Missstände, die sie für viele Menschen in Not erst nötig machen. Und leider sind im reichen Deutschland immer mehr Menschen auf solche karikativen Einrichtungen angewiesen, um wenigstens ihr täglich Brot zu haben.
Gewiss gibt es Schul-Kantinen, die ihre Mitarbeiter nicht mehr bezahlen können. Es gibt aber auch zunehmend Eltern, die schlicht das Schul-Essen für ihre Kinder nicht mehr bezahlen können. Daran ist aber nicht die »Tafel« schuld, sondern vor allem die Bundes-Politik und ihr ungerechtes Steuer- und Sozialsystem.
Ich habe übrigens vor einigen Tagen gemeinsam mit dem Autor Helmut Kuhn sein jüngstes Buch vorgestellt. Es heißt »Arm, Reich – und dazwischen nichts?« Ich empfehle es.
Mit freundlichen Grüßen
Petra Pau
Immerhin gibt frau Pau zu, keine ahnung zu haben von dem, was in jenem verein, für den sie ihr gesicht hergibt, passiert.
Zugegebenermaßen mag es für manch einen arbeitslosen, der seine arbeit bei der tafel verrichtet, sogar attraktiv erschein, anstatt ehrenamtlich und völlig ohne lohn zu arbeiten, dann wenigstens für die »sinnvolle« arbeit mit dem in Berlin üblichen einen euro fünfzig pro stunde belohnt zu werden. Für manch einen wird diese arbeit aber auch zur qual.
Was mich verwundert, ist, daß frau Pau, begriffe wie »1-Euro-jobber« oder »MAE-kräfte« für verwerflich hält. Den inhalt der arbeit, von denselben personen ehrenamtlich durchgeführt, findet sie offenbar in ordnung. Selbstverständlich sind die »tafeln« nicht ursache der armut. Die »tafeln« sind ein mittel zur bekämpfung der symptome der armut. Und ähnlich wie in der medizin das mittelchen zur bekämpfung der symptome einer krankheit den patienten unter umständen erst richtig krank macht, vernichten einrichtungen wie diese nicht nur arbeitsplätze, sie zementieren die situation derer, die auf sie angewiesen sind. Diese menschen werden in eine demutsposition gezwungen, indem man sie zu almosenempfängern macht.
Auf der gegenseite stehen die »edlen« spender, die die überreste des kalten buffets, die die anspruchsvollen gäste verschmähten, großzügigst an wohltätige organisationen spenden, damit es hinterher so ausschaut, als habe man das freßgelage nur veranstaltet, um hinterher der allgemeinheit dienen zu können.
Die aufgabe linker politik darf nicht die einrichtung von suppenküchen sein, das ziel muß die überflüssigmachung dieser einrichtungen sein.
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1-€-blog-klassiker: »Berlin Grün« oder »ordentliche Baumversammlung«
Die »Berlin Grün GmbH« ist, neben dem »Britzer Garten«, dem »Erholungspark Marzahn« und dem »Schöneberger Südgelände«, für die eintritt erhoben wird, verantwortlich für Berlins erbärmlichste grünanlagen wie den »Invaliden-« und den »Mauerpark« oder den »Lustgarten« - und es ist klar, wo in dieser ödnis die lust bleibt, nämlich weg.
Der »Mauerpark« ist eine öde fläche, auf der die bäume, so vorhanden, quasi in viererreihen marschieren, das einzig interessante, worüber das auge sich schon fast freuen mag, ist der schrille müllkübel am wegesrand.
Dienstag, 2. April 2013
1-€-blog-klassiker: Abriss Ost
Vor fünf jahren:
Wird hier aufgebaut oder abgebaut? Weil sich diese baustelle in Ostberlin befindet, darf man letzteres annehmen. Man benötigt dort keine häuser mehr. Jedenfalls nicht, wenn sie an die DDR erinnern.
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Samstag, 16. März 2013
1-€-blog-klassiker: Adenauer
Manche städte und gemeinden wissen wichtige persönlichkeiten wirklich zu schätzen. Diese straße endet blind auf einem feld und hat nur eine hausnummer.
So muß man einen bedeutenden exkanzler würdigen! Gesehen in Nordhessen.
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Dienstag, 19. Februar 2013
1-€blog klassiker: ... und noch etwas passendes zum Zirkus Sarrazyni
Noch ein schöner beitrag zum thema »gesunde und abwechslungreiche ernährung ist ja so billig, die armen wissen nur nicht, wie man sich wirklich billig ernähren kann.«
Daß für viele die nahrung aus der konservendose den vorteil hat, daß man sie notfalls auch kalt essen kann, auf jeden fall strom spart, weil sie nicht aufwendig zubereitet werden muß, wird einfach vergessen.
Wo soll eigentlich ein mensch, der seit jahren von einer beschäftigungsmaßnahme in die nächste geschoben wird, weil es für ihn, trotz guter ausbildung keine reguläre arbeit gibt, noch elan haben? Eine solche feststellung entbehrt den sinn für die realität.
Die hiesigen schönheitsideale sind pervers. Man gilt als »schön« wenn man an anorexia nervosa leidet und aussieht als hätte man an eine schwere, auszehrende krankheit wie darmkrebs oder tbc.
Nachbemerkung februar 2013: was daran abwechslungsreich sein soll, wenn der speiseplan aus kohl und rettich besteht, habe ich bis heute nicht rausgefunden. Der artikel paßt irgendwie ein bißchen zum aktuellen lebensmittelskandal. Auf der einen seite wird den menschen vorgerechnet, daß ihr lebensunterhalt nichts kosten darf, auf der anderen seite stellt sich dann diese Künast von den grünen vor eine kamera und erzählt allen ernstes, die leute wären selbst schuld, betrogen zu werden, wenn sie so billiges zeug kaufen. Als ob es eine garantie gegen betrug gäbe, wenn man mehr bezahlt.
Daß für viele die nahrung aus der konservendose den vorteil hat, daß man sie notfalls auch kalt essen kann, auf jeden fall strom spart, weil sie nicht aufwendig zubereitet werden muß, wird einfach vergessen.
Zitat: xyz »Kohl und Rettich kostet nix. Im übrigen könnten die Leute viel Geld sparen, wenn sie nicht so viel essen würden. Ist ja völlig sinnlos. Führt nur zu Wohlstandskrankheiten und seinen Elan verliert man auch noch. Super aussehen tut's auch nicht, nach hiesigen Schönheitsidealen.«Das ist die argumentation eines menschen, für den vermutlich einen anderen für sich einkaufen läßt. Neulich im discounter habe ich einen kohlkopf nicht gekauft, weil der 2euro50 kosten sollte – kilopreis 1euro10 – ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, daß das früher meist das billigste gemüse war, kostete beim selben discounter immer zwischen 69 und 79 pfennig. Rettich leiste ich mir schon lange nicht mehr, der war in dieser gegend schon immer etwas teuer.
Wo soll eigentlich ein mensch, der seit jahren von einer beschäftigungsmaßnahme in die nächste geschoben wird, weil es für ihn, trotz guter ausbildung keine reguläre arbeit gibt, noch elan haben? Eine solche feststellung entbehrt den sinn für die realität.
Die hiesigen schönheitsideale sind pervers. Man gilt als »schön« wenn man an anorexia nervosa leidet und aussieht als hätte man an eine schwere, auszehrende krankheit wie darmkrebs oder tbc.
Nachbemerkung februar 2013: was daran abwechslungsreich sein soll, wenn der speiseplan aus kohl und rettich besteht, habe ich bis heute nicht rausgefunden. Der artikel paßt irgendwie ein bißchen zum aktuellen lebensmittelskandal. Auf der einen seite wird den menschen vorgerechnet, daß ihr lebensunterhalt nichts kosten darf, auf der anderen seite stellt sich dann diese Künast von den grünen vor eine kamera und erzählt allen ernstes, die leute wären selbst schuld, betrogen zu werden, wenn sie so billiges zeug kaufen. Als ob es eine garantie gegen betrug gäbe, wenn man mehr bezahlt.
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Sonntag, 10. Februar 2013
1-€-blog-klassiker: Zirkus Sarrazyni
Fünf jahre ist es inzwischen her, daß der damalige finanzsenator Berlins den dummen arbeitslosen beweisen wollte, wie wunderbar billig man sich in Deutschland ernähren könne. Darum heute noch mal zur erinnerung:
Folgende »diät« empfiehlt ein deutscher politiker seinen wählern. Man kann ruhig allgemein von wählern sprechen – jeder hat heutzutage die möglichkeit, teilhaber des h4paradieses zu werden. Für diejenigen, die die 3-tage-sarrazin-diät noch nicht kennen, hier der üppige speiseplan:
Leider wird herr Sarrazin diese einladung nicht annehmen, weil er gerade andere termine hat. So muß der h4empfänger sein gammelfleisch selbst essen und sich der gefahr der lebensmittelvergiftung aussetzen. Diejenigen, die in armen verhältnissen aufgewachsen sind, haben oft nicht einmal das bewußtsein, daß sie mit derartiger nahrung ihre gesundheit ruinieren. Friedrich Engels hat bereits im vorvergangenen jahrhundert in seiner beschreibung der lage der arbeiter in England beklagt, daß den armen in jedem fall minderwertige nahrung angedreht wird, schon allein, weil sie ja gar nicht wissen können, wie gesunde und frische nahrung beschaffen sei.
Der h4proband stellt fest, daß über seine gammelfleischverwertungsaktion die verbliebene halbe gurke von tag eins schlecht geworden ist und der saft aus 1,5 liter getränkepackung merkwürdige fäden zieht. Ihn selbst ziehts eher kreidebleich zum klosett, weil der bullettenverzehr vom vortage nicht ganz ohne auswirkungen blieb.
Daß man mit antikem rinderhack selbst einen säbelzahntiger umbringen könnte, schrieb Henning Venske bereits in den frühen achziger jahren in einer kriminalgeschichte.
Am sechsten tag bohrt herr Sarrazin gemächlich in seiner nase. Während er sich neue ernährungsmöglichkeiten für andere menschen ausdenkt, freut er sich auf das abendessen.
Der h4proband liegt krank im bett, nährt sich schlückchenweise von wasser, pfefferminz- oder hagebuttentee. Das ist das ernährungsideal der armen, das herrn Sarrazin offensichlich vorschwebt, er hält ein glas tee schließlich für eine vollwertige zwischenmahlzeit.
Was für den normalverbraucher eine »wassersuppe aus einem brühwürfel« ist, geht bei herrn Sarrazin als »suppe mit fleisch« durch.
Am siebten tag konsumiert herr Sarrazin eine staatlich subventionierte mahlzeit in der senatskantine, obgleich er die subvention nicht nötig hat und sich ein restaurantessen zum regulären preis problemlos leisten könnte. Der h4empfänger ißt pellkartoffeln mit salz, dazu gibt es nichts, weil sich an den restlichen neun würstchen aus der großpackung vom dritten tag bereits maden gebildet haben und sich der h4empfänger als undankbar erweist und diese gratisproteinbeigaben verschmäht. Nachmittags gibts zwei äpfel, die nichts gekostet haben, weil er sie in einer kleingartenkolonie mitgenommen hat.
Zum glück hat es niemand bemerkt – der mundraubparagraph ist in Deutschland längst wieder abgeschafft worden, weil in diesem land niemand mehr hungere und somit der paragraph überflüssig sei.
Wenn man gar nichts hat, kann man ja einen totgefahrenen igel von der fahrbahn kratzen und bestimmt findet sich im senatskantinenmüllkübel noch der eine oder andere leckerbissen.
Oder man kann pilze suchen gehen. Herr Sarrazin würde dem arbeitslosen sicherlich den »champignon« mit den weißen lamellen und der dicken knolle unten dran emfehlen. Schon kaiser Claudius soll den in den höchsten tönen gelobt haben.
Dann wäre auch bald das arbeitslosenproblem gelöst.
Die tage eins, zwei, drei
Folgende »diät« empfiehlt ein deutscher politiker seinen wählern. Man kann ruhig allgemein von wählern sprechen – jeder hat heutzutage die möglichkeit, teilhaber des h4paradieses zu werden. Für diejenigen, die die 3-tage-sarrazin-diät noch nicht kennen, hier der üppige speiseplan:
| tag 1 | |||
| frühstück | 2 | brötchen | 0,30 |
| 25 g | marmelade | 0,06 | |
| 20 g | butter | 0,10 | |
| 1 | scheibe käse | 0,25 | |
| 1 | apfel | 0,24 | |
| 1 | glas saft, 200 ml | 0,30 | |
| 2 | tassen tee | 0,10 | |
mittagessen | 100 g | hack | 0,38 |
| »Spaghetti Bolognese« | 125 g | spaghetti | 0,15 |
| 200 g | tomatensauce | 0,40 | |
| div. | gewürze/öl | 0,10 | |
snack | 1 | kaffee und | |
| 1 | joghurt, zusammen | 0,40 | |
abendessen | 1/2 | gurke | 0,30 |
| 130 g | leberkäse | 0,56 | |
| 200 g | kartoffelsalat | 0,34 | |
| summe | 3,98 | ||
| regelsatz | 4,25 | ||
tag 2 | |||
| frühstück | 80 g | müsli | 0,40 |
| 1 | banane | 0,25 | |
| 1/4 l | milch | 0,35 | |
| 20 g | honig | 0,08 | |
mittagessen | 100 g | kartoffeln | 0,05 |
| gemüsesuppe mit fleisch | 1 | möhre | 0,05 |
| 1 | stange porree | 0,30 | |
| 1/2 | kohlrabi | 0,30 | |
| ? g | rindfleisch und gewürze | 0,65 | |
snack | 1 | glas tee | 0,05 |
abendessen | 2 | scheiben brot | 0,12 |
| 2 | scheiben käse | 0,50 | |
| 1 | scheibe bierschinken | 0,15 | |
| 100 g | krautsalat | 0,20 | |
| summe | 3,80 | ||
| regelsatz | 4,25 | ||
tag 3 | |||
| frühstück | 3 | scheiben vollkornbrot | 0,12 |
| 2 | scheiben wurst | 0,30 | |
| 1 | scheibe käse | 0,25 | |
| 2 | tassen kaffee | 0,10 | |
| 1 | glas saft | 0,30 | |
| 20 g | Butter | 0,10 | |
| 1 | mandarine | 0,25 | |
mittagessen | 1 | bratwurst | 0,38 |
| wurst mit kraut | ? g | kartoffelbrei | 0,25 |
| 150 g | sauerkraut | 0,12 | |
| ? g | gewürze, öl | 0,20 | |
snack | 1 | kaffee und | |
| 1 | banane, zusammen | 0,30 | |
abendessen | 2 | scheiben brot | 0,12 |
| 100 g | kräuterquark | 0,30 | |
| 1 | scheibe schinken | 0,30 | |
| 2 | tomaten | 0,27 | |
| 2 | glas tee | 0,10 | |
| summe | 3,76 | ||
| regelsatz | 4,25 |
Tag vier
Am vierten tag ist der selbstversuch des herrn Sarrazin bereits beendet. Er wirft das handtuch. Schließlich ist der rest des hackfleischs aus der billigen 500 g packung von tag eins bereits leicht grünlich angelaufen und macht keinen wirklich appetitlichen eindruck mehr. Während herr Sarrazin sein lieblingslokal aufsucht, ein kalbsfilet mit salat und salzkartoffeln bestellt und seinen ekel mit einer guten flasche rotwein herunterspült, überwindet der h4empfänger seinen brechreiz mit einem glas frischen leitungswassers – herr Sarrazin wird den genauen preis dafür sicherlich im kopf haben – und überlegt, wie er die verbliebenen 400 g gammelfleisch im wert von 1 euro 52 sinnvoll verwerten kann. Man könnte hackfleischschnittchen daraus fabrizieren und herrn Sarrazin zum abendessen einladen. Selbst sollte man sich allerdings erinnern, daß man zu sparen hat und lieber einen trockenen kanten brot verzehren, stattdessen nur den gast mit dieser besonderen delikatesse verwöhnen – knoblauch, der den unangenehmen geruch faulenden fleisches überdeckt, kostet nur wenige cent, bewirkt aber eine menge.Leider wird herr Sarrazin diese einladung nicht annehmen, weil er gerade andere termine hat. So muß der h4empfänger sein gammelfleisch selbst essen und sich der gefahr der lebensmittelvergiftung aussetzen. Diejenigen, die in armen verhältnissen aufgewachsen sind, haben oft nicht einmal das bewußtsein, daß sie mit derartiger nahrung ihre gesundheit ruinieren. Friedrich Engels hat bereits im vorvergangenen jahrhundert in seiner beschreibung der lage der arbeiter in England beklagt, daß den armen in jedem fall minderwertige nahrung angedreht wird, schon allein, weil sie ja gar nicht wissen können, wie gesunde und frische nahrung beschaffen sei.
Tag fünf
Am fünften tag läßt sich herr Sarrazin wieder völlig normal von seiner ehefrau bekochen.Der h4proband stellt fest, daß über seine gammelfleischverwertungsaktion die verbliebene halbe gurke von tag eins schlecht geworden ist und der saft aus 1,5 liter getränkepackung merkwürdige fäden zieht. Ihn selbst ziehts eher kreidebleich zum klosett, weil der bullettenverzehr vom vortage nicht ganz ohne auswirkungen blieb.
Daß man mit antikem rinderhack selbst einen säbelzahntiger umbringen könnte, schrieb Henning Venske bereits in den frühen achziger jahren in einer kriminalgeschichte.
Tag sechs
Am sechsten tag bohrt herr Sarrazin gemächlich in seiner nase. Während er sich neue ernährungsmöglichkeiten für andere menschen ausdenkt, freut er sich auf das abendessen.
Der h4proband liegt krank im bett, nährt sich schlückchenweise von wasser, pfefferminz- oder hagebuttentee. Das ist das ernährungsideal der armen, das herrn Sarrazin offensichlich vorschwebt, er hält ein glas tee schließlich für eine vollwertige zwischenmahlzeit.
Was für den normalverbraucher eine »wassersuppe aus einem brühwürfel« ist, geht bei herrn Sarrazin als »suppe mit fleisch« durch.
Tag sieben
Am siebten tag konsumiert herr Sarrazin eine staatlich subventionierte mahlzeit in der senatskantine, obgleich er die subvention nicht nötig hat und sich ein restaurantessen zum regulären preis problemlos leisten könnte. Der h4empfänger ißt pellkartoffeln mit salz, dazu gibt es nichts, weil sich an den restlichen neun würstchen aus der großpackung vom dritten tag bereits maden gebildet haben und sich der h4empfänger als undankbar erweist und diese gratisproteinbeigaben verschmäht. Nachmittags gibts zwei äpfel, die nichts gekostet haben, weil er sie in einer kleingartenkolonie mitgenommen hat.
Zum glück hat es niemand bemerkt – der mundraubparagraph ist in Deutschland längst wieder abgeschafft worden, weil in diesem land niemand mehr hungere und somit der paragraph überflüssig sei.
Wenn man gar nichts hat, kann man ja einen totgefahrenen igel von der fahrbahn kratzen und bestimmt findet sich im senatskantinenmüllkübel noch der eine oder andere leckerbissen.
Oder man kann pilze suchen gehen. Herr Sarrazin würde dem arbeitslosen sicherlich den »champignon« mit den weißen lamellen und der dicken knolle unten dran emfehlen. Schon kaiser Claudius soll den in den höchsten tönen gelobt haben.
Dann wäre auch bald das arbeitslosenproblem gelöst.
Samstag, 12. Januar 2013
1-€-blog-klassiker: Swinemünder Brücke
Weil es den besonderen wunsch gab, ich solle noch mal den artikel von der »millionenbrücke« bringen, will ich mal so sein. Der originalartikel erschien mitte juli 2008.
In Berlin gibt es viele brücken. Die wahrscheinlich bemerkenswerteste von ihnen ist die Swinemünder Brücke inmitten des Weddings. Sie führt östlich des bahnhofs Gesundbrunnen über Ring- und Nord-Süd-Bahn, verbindet die Swinemünder Straße mit der »plumpe«. Im Berliner jargon heißt diese brücke auch »millionenbrücke«, nicht nur, weil sie nicht ganz billig gewesen ist, sondern auch der millionen nieten wegen.

Erstaunlich ist, daß diese aufwendige konstruktion zwei an sich bedeutungslose nebenstraßen verbindet.
Ungefähr alle drei wochen kommt es vor, daß die brücke gesperrt wird, weil wieder ein film produziert werden muß, der belegen soll, daß die DDR eine grenze hatte. Und natürlich auch, daß es dort fortwährend regnete.
Und während der kinobesucher sich ordnungsgemäß darüber aufregt, wie unmenschlich der realexistierende sozialismus doch gewesen ist, merkt er nicht, daß soeben weitere wohltaten des kapitalismus beschlossen werden. An den negativen auswirkungen ist dann im zweifelsfall der sozialstaat schuld, der einfach zu viele »leistungsunwillige« mit durchschleppt.

Am rechten bildrand kann man hier erkennen, daß die mauer wieder hochgezogen wird. Das hier ist mitten im Wedding, an dieser stelle hat es nie eine mauer gegeben. In zahlreichen filmen durfte die Swinemünder Brücke mitwirken. Aber allein im film »Wedding« (BRD 1989) konnte sie einfach sie selbst sein, ansonsten muß sie immer die Böse Brücke (grenzbrücke zwischen Prenzlauer Berg und Wedding) oder die Glienicker Brücke (völlig absurd und ganz andere gegend) spielen.
Dem zuschauer soll suggeriert werden, der film sei an »originalschauplätzen« gedreht worden. Für eine einfache brücke ist es zwar eine erstaunliche schauspielerische leistung, so viele »originalschauplätze« darstellen zu können, aber: wer grenzverläufe fälscht, fälscht auch geschichte.

In Berlin gibt es viele brücken. Die wahrscheinlich bemerkenswerteste von ihnen ist die Swinemünder Brücke inmitten des Weddings. Sie führt östlich des bahnhofs Gesundbrunnen über Ring- und Nord-Süd-Bahn, verbindet die Swinemünder Straße mit der »plumpe«. Im Berliner jargon heißt diese brücke auch »millionenbrücke«, nicht nur, weil sie nicht ganz billig gewesen ist, sondern auch der millionen nieten wegen.
Erstaunlich ist, daß diese aufwendige konstruktion zwei an sich bedeutungslose nebenstraßen verbindet.
Ungefähr alle drei wochen kommt es vor, daß die brücke gesperrt wird, weil wieder ein film produziert werden muß, der belegen soll, daß die DDR eine grenze hatte. Und natürlich auch, daß es dort fortwährend regnete.
Und während der kinobesucher sich ordnungsgemäß darüber aufregt, wie unmenschlich der realexistierende sozialismus doch gewesen ist, merkt er nicht, daß soeben weitere wohltaten des kapitalismus beschlossen werden. An den negativen auswirkungen ist dann im zweifelsfall der sozialstaat schuld, der einfach zu viele »leistungsunwillige« mit durchschleppt.
Am rechten bildrand kann man hier erkennen, daß die mauer wieder hochgezogen wird. Das hier ist mitten im Wedding, an dieser stelle hat es nie eine mauer gegeben. In zahlreichen filmen durfte die Swinemünder Brücke mitwirken. Aber allein im film »Wedding« (BRD 1989) konnte sie einfach sie selbst sein, ansonsten muß sie immer die Böse Brücke (grenzbrücke zwischen Prenzlauer Berg und Wedding) oder die Glienicker Brücke (völlig absurd und ganz andere gegend) spielen.
Dem zuschauer soll suggeriert werden, der film sei an »originalschauplätzen« gedreht worden. Für eine einfache brücke ist es zwar eine erstaunliche schauspielerische leistung, so viele »originalschauplätze« darstellen zu können, aber: wer grenzverläufe fälscht, fälscht auch geschichte.
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Dienstag, 8. Januar 2013
1-€-blog-klassiker: Biodiesel nicht schuld am hungerproblem, sondern die gefräßigkeit der Inder
Laut A. Merkel ist nicht die gier der reichen nach biodiesel daran schuld, daß lebensmittelknappheit für hohe preise auf dem weltmarkt sorgt, sondern das zweite frühstück der Inder.
Ich halte es eher mit Horst Hannibal Schmidt: »Es hungere, wer die moral dazu hat!« Mein mitleid mit den notleidenden autos hält sich in grenzen.
***
Weil gestern der steinbrück dran war mit ollen kamellen, an die er sich vermutlich nicht erinnern kann, heute etwas nettes über die pfarrerstochter. Frisch aus der mottenkiste des 1-€-blogs, diesmal allerdings garniert mit einem hübschen videoschnipsel, den ich damals noch nicht hatte.
Zwar schon fast ein jahrfünft alt, aber nichts hat sich seit dem geändert.
In diesen Monaten ist eine der wesentlichen Diskussionen in Indien das „second meal“: Man isst zweimal am Tage. Wenn das von den über einer Milliarde Indern plötzlich jeder dritte tut, dann sind das also über 300 Millionen Menschen – das entspricht einem großen Teil der Europäischen Union. Wenn die Inder plötzlich doppelt so viele Nahrungsmittel und dann auch noch ganz andere als früher verbrauchen und wenn plötzlich 100 Millionen Chinesen beginnen, Milch zu trinken, dann verzerren sich natürlich unsere gesamten Milchquoten und vieles andere.Ob frau Merkel, seit dem ihr das klargeworden ist, auf ihr zweites frühstück verzichtet?
(Angela Merkel)
Ich halte es eher mit Horst Hannibal Schmidt: »Es hungere, wer die moral dazu hat!« Mein mitleid mit den notleidenden autos hält sich in grenzen.
***
Weil gestern der steinbrück dran war mit ollen kamellen, an die er sich vermutlich nicht erinnern kann, heute etwas nettes über die pfarrerstochter. Frisch aus der mottenkiste des 1-€-blogs, diesmal allerdings garniert mit einem hübschen videoschnipsel, den ich damals noch nicht hatte.
Zwar schon fast ein jahrfünft alt, aber nichts hat sich seit dem geändert.
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Sonntag, 8. Februar 2009
MFS Upgrade
Wer in Berlin geschichtsrelevante orte sucht, wird sich vielleicht in den östlichen abschnitt der Frankfurter Allee verirren. Unweit des u-bahnhofs Magdalenenstraße ist an einem plattenbau folgende gedenktafel angebracht:
Um
die architektur des bauwerks angemessen würdigen zu können, ist es
ratsam, ein paar schritte abstand zu nehmen und es noch einmal zu
betrachten:
Die
überwachungskamera wird von der heute dort ansässigen organisation
weitergenutzt. Täglich passieren tausende diesen ort, ohne daß sich
unmut breitmachen würde. Offenbar lebt man gern in dem zwiespalt, der
sich zwischen vergangenheitsbewältigung und realität der gegenwart
auftut.
Den interessantesten eindruck des gebäudes bietet jedoch
der blick von der gegenüberliegenden straßenseite. Man kann es von der
leuchtreklame auf dem dach bis hin zur gedenktafel an der wand
betrachten und auf sich wirken lassen.
Der überwachungsstaat ist nicht untergegangen. Die ideologie hat sich geändert, das tatmotiv ist geblieben.
Nachtrag september 2012: Vielleicht nach dreieinhalbjahren nicht mehr ganz verständlich. Damals ging der skandal durch die presse, daß die Deutsche Bahn AG rund hundertdreiundsiebzigtausend mitarbeiter ohne ihr wissen bespitzelt hatte. Die menschen werden in diesem staat nicht weniger überwacht als in der untergegangenen DDR. Die überwachung ist bloß anders organisiert.
Nachtrag september 2012: Vielleicht nach dreieinhalbjahren nicht mehr ganz verständlich. Damals ging der skandal durch die presse, daß die Deutsche Bahn AG rund hundertdreiundsiebzigtausend mitarbeiter ohne ihr wissen bespitzelt hatte. Die menschen werden in diesem staat nicht weniger überwacht als in der untergegangenen DDR. Die überwachung ist bloß anders organisiert.
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