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Sonntag, 7. März 2021

50 Jahre Maus

An sich werden mäuse gar nicht so alt und wie man weiß können auch filmmäuse von der katze geholt werden. Kluge mäuse werden zum glück nicht erwischt.
Bildschirmfoto aus der Mausapp
Sicherlich nicht das dümmste, das man sich in den vergangenen fünfzig jahren anschauen konnte. Die maus weiß sogar, wo die kraniche dauernd hinwollen.
Wszystkiego najlepszego, droga myszko!
Das war Polnisch.

Sonntag, 24. Februar 2019

Alban Berg: Lulu

Vor vierzig jahren wurde Alban Bergs im 3. akt unvollendete oper Lulu erstmals in der von Friedrich Cerha fertiggestellten version aufgeführt.

An dieser stelle die originalversion unter der leitung von Pierre Boulez:



Das libretto stammt von Alban Berg nach texten von Frank Wedekind. Wedekind war gesellschaftskritisch, seine texte galten häufig als anstößig und wurden wegen sittenwidrigkeit zensiert.

Sicherlich nicht musik für jeden. Aber sehr interessant.

Sonntag, 17. September 2017

Murx bei den nds

Bei den NachDenkSeiten wurde gestern des 150. jahrestages der veröffentlichung des ersten bandes des »Kapital« von Karl Marx gedacht, welches am 14. september 1867 zum ersten mal erschien. Dort schreibt Rudolf Hickel:
Zitat:»Vor 150 Jahren, am 14. September 1867, ist der erste Band „Das Kapital“ im Otto Meißner-Verlag in Hamburg erstmals erschienen. Heute zählt dieses Werk, dessen Band zwei und drei Friedrich Engels posthum herausgegeben hat, zum UNESCO-Kulturerbe. Es gibt keinen anderen Autor, der die Bewegungsgesetze des Kapitalismus derart zutreffend radikal, d.h. an die Wurzel gehend, dechiffriert hat. Wie die Berichte selbst in den Provinzzeitungen zu diesem Kapital-Jubiläum zeigen, das Interesse an der Frage, wie kann mit Marx heute die Klärung von Widersprüchen und Ungerechtigkeiten betrieben werden, ist riesig. Das wird auch im kommenden Jahr an seinem 200sten Todestag zu beobachten sein.«
Dieser Marx scheint ein kuriosum zu sein. Wenn 2018 sein 200. todestag ist, wurden nicht nur der 2. und der 3. band des »Kapital« posthum herausgegeben, sondern dann hat der alte mann mit dem fusselbart sein gesamtes lebenswerk posthum verfaßt.

Das muß ihm erst mal einer nachmachen.

Sonntag, 29. Mai 2016

Sing, Inge sing!

Der zerbochene Traum der Inge Brandenburg. Programmhinweis: Das hr-fernsehen zeigt heute nacht um 1 uhr den bemerkenswerten dokumentarfilm über die sängerin Inge Brandenburg.

An sich denkt man, in den spießigen nachkriegsjahren hätte es in Deutschland außer langweiliger schlagermusik nichts gegeben - hat es dank der Deutschen plattenindustrie und dem schmalzsongliebenden Deutschen publikum auch (fast) nicht. Der film zeigt, wie wegen der ignoranz die karriere dieser großartigen sängerin ausblieb.

Unbedingt ansehen!




Noch ein video gefunden:

Sonntag, 30. August 2015

60 jahre Helge Schneider

Zu diesem jubiläum gratuliert die gesamte redaktion des 1-euro-blog. Zur feier des tages gibt es die schlagerfilmparodie »Johnny Flash« des experimentalfilmers Werner Nekes. Die musik ist von Helge Schneider, der auch die hauptrolle spielte. Mit dabei waren unter anderem auch Andreas Kunze und Christoph Schlingensief.



Sehenswert sind natürlich meist auch die interviews von Alexander Kluge. Hier eins mit Helge als fachberater für berufsrevolutionäre:


Gratuliert hat auch Alexander Kluge. Natürlich finden sich in seinem artikel weitere interviews. Mir hat das sechste und letzte mit der scheuklappe für artilleristen am besten gefallen, auch wenn einem da das lachen im hals stecken bleibt.

Donnerstag, 30. April 2015

Rosen für den Staatsanwalt

Einer der besseren filme der Adenauerära.

Gegen ende des Zweiten Weltkrieges wird der soldat Rudi Kleinschmidt beschuldigt, zwei tafeln Scho-Ka-Kola entwendet zu haben und wird wegen wehrkraftzersetzung zum tode verurteilt. Als er vor das erschießungskommando gestellt werden soll, kann er während eines fliegeralarms entkommen.

Nach dem krieg begegnet er zufällig dem ehemaligen kriegsgerichtsrat Dr. Wilhelm Stamm, der ihn zum tode verurteilt hatte und in der jungen BRD karriere gemacht, weil er einige details aus seiner vergangenheit verschwiegen hat.














Freitag, 26. Dezember 2014

Feiertagskino: Kuhle Wampe

Auf den »feierabend« einen film, den ich mir von zeit zu zeit immer wieder anschauen kann: Kuhle Wampe oder: wem gehört die welt?

Die musik ist von Hanns Eisler. Ich wünsche viel vergnügen.

Donnerstag, 30. Oktober 2014

Letzte Sendung

Zur erinnerung an Karl Eduard von Schnitzlers »Schwarzen Kanal«, der heute vor 25 jahren zum letzten mal im fernsehen der DDR lief, gibt es einen schnipsel aus der letzten sendung.



Im westen schauten wir den eher als satire an, weil das alles so überspitzt schien, daß man es unmöglich ernst nehmen konnte.

Aus heutiger sicht stelle ich immer wieder fest, daß Karl Eduard von Schnitzler in vielen dingen völlig recht hatte. Schade, daß er es nicht verstand, die menschen zu überzeugen.

Dienstag, 13. Mai 2014

1€blog-klassiker: Lebensverhältnisse wie im 19. jahrhundert erwünscht oder: wissenswertes über Erlangen

Dieser artikel erschien vor fünf jahren im alten 1€blog

Vor wenigen wochen wurde eine neue studie der INSM vorgestellt. Ein »regional-ranking«, also sozusagen eine »hitparade der besten gegenden« in Deutschland. Eine studie, um die viel wirbel gemacht wurde, obwohl sie für den normalen bürger, lohn- und mehrwertsteuerzahler wertlos ist.

Wie meine stadt in diesem hochwissenschaftlichen ranking punktet, werde ich zum glück nie erfahren, weil die INSM sich an Berlin gar nicht erst herangewagt hat, also greife ich willkürlich eine andere stadt heraus:

Erlangen. Über diese stadt gibt es bekanntermaßen viel wissenswertes.

Erlangen liegt im bundesvergleich auf platz 7. Laut studie der INSM hat die stadt den höchsten anteil an ingenieuren und hochqualifizierten (12,1 % bzw. 25,3 %, im bundesdurchschnitt 2,2 % bzw. 7,8 %) unter den sozialversicherungspflichtigen beschäftigten. Allerdings wurden in Erlangen rund 14 % mehr straftaten registriert als im bundesdurchschnitt. Weil der erhöhte anteil an ingenieuren  irgendwie mit der erhöhten kriminalitätsrate korreliert, könnte man aus dieser statistik auch herauslesen, daß ingenieure eine höhere kriminelle energie an den tag legen als normale menschen. Klingt plausibel, denn wahrscheinlich haben die ein größeres »know-how«, wie man tresore knackt, banknoten fälscht oder statistiken schönrechnet.

Positiv schlägt zu buche, daß auf 100 Erlanger 38,1 berufspendler kommen. Daraus schließt man bei der Initiative für Neoliberale SchönrechnungsMathematiker, daß es dort attraktive arbeitgeber gäbe.

Der hohe anteil der pendler liegt selbstredend auf keinen fall an wohnungsknappheit oder überteuerten mieten und schon gar nicht an arbeitsverhältnissen, für die es sich nicht lohnt, umzuziehen.

Ich kenne die aktuelle situation in Erlangen nicht, jedoch ist mir aus anderen städten bekannt, daß viele menschen pendeln, weil arbeitsplatznahes wohnen unbezahlbar ist. Ein anderer grund, lange anfahrtswege in kauf zu nehmen, sind unsichere arbeitsplätze. Wer einen befristeten arbeitsvertrag hat, ist wahrscheinlich eher bereit, stundenlang zu fahren, als das gewohnte soziale umfeld zu verlassen und am ende in einer fremden stadt arbeitslos zu versauern, ohne aussicht, jemals wieder zurück zu können.

Eine hohe pendlerquoute ist demzufolge für nicht unbedingt ein indiz für gute arbeitsbedingungen. Mit diesen zahlen könnte man genausogut eine schieflage »beweisen«. Wenn menschen nicht in arbeitsplatznähe wohnen und kostbare zeit unterwegs verbringen, sind die bedingungen nicht attraktiv genug für einen wohnortwechsel.

Als negativ an Erlangen wird gewertet, daß das lohnniveau dort 41 % über dem bundesdurchschnitt liegt. Ist das ein wunder, wenn dort viele gut qualifizierte arbeiten? Hat die neoliberale seele erst ruh‘, wenn alle löhne unter 7€50 pro stunde gedrückt sind? Ist ein niedriges lohnniveau volkswirtschaftlich überhaupt sinnvoll?

Armutslöhne sichern den luxus der reichen, auf keinen fall sichern sie das überleben des sogenannten mittelstandes, dessen komplette auslöschung offensichtlich ziel der INSM ist: zu ausbeuterlöhnen kann man kein handwerk betreiben. Der lebensstandard schrumpft und es ist nicht mehr möglich ihn durch wissen oder können zu sichern.

Den abhängig beschäftigten soll diese art der propaganda einbläuen: Wenn Ihr funktioniert, geht es Eurer region gut.

Ein klebriger zahlenbrei ergießt sich, wenn man sich dann auch noch die »hitparade der demografie« antut. Hier wird mit folgenden werten gerechnet:
- Anteil der unter 20-Jährigen an der Bevölkerung in Prozent
- Anteil der über 60-Jährigen an der Bevölkerung in Prozent
- Alterskoeffizient (Verhältnis der 20- bis 60-Jährigen zu den 60-Jährigen)
- Geburtenüberschuss je Einwohner
- Lebenserwartung (gewichtet nach Geschlecht)
- Erwerbsquote in Prozent
- Arbeitsplatzwanderungen (Zuzüge abzüglich Fortzüge der 25- bis 30-Jährigen in Prozent der Altersgruppe)

Hieraus ergibt sich, daß für die INSM die welt völlig in ordnung ist, wenn auf verschleiß gearbeitet wird und die menschen munter abkratzen, bevor sie an rente auch nur denken können. Hauptsache, die leute arbeiten und produzieren nebenher noch einen geburtenüberschuß, den man auf späteren kriegsschauplätzen verheizen kann.

Es reicht vollkommen aus, wenn eine dünne oberschicht die lebenserwartung möglichst weit nach oben drückt und die breite unterschicht nutzbar ist und nicht vor dem wehr- bzw. gebärfähigen alter abtritt, ohne die »pflicht« erfüllt zu haben. Für diese menschen ist es schicklich, nützlich zu sein. Ameisengleich dienst zu tun und abzutreten, bevor das rentenalter sie ereilt oder krankheit kosten verursacht.

Das weltbild, das hier vermittelt wird, ist äußerst rückschrittlich und paßt in das vorvergangene jahrhundert. Die menschen sollen nicht um das eigene wohlergehen besorgt sein, sondern um das wohlergehen derer, die »gottgegeben« das sagen haben.

Die studie belegt vor allem eines: der buchstabe »S« steht bei der INSM keinesfalls für »sozial« (= das zusammenleben der menchen in staat und gesellschaft betreffend), sondern für »sponsored« (= für werbezwecke finanziert)

Freitag, 24. Januar 2014

Das Hungerlied

Georg Weerth
Verehrter Herr und König,
Weißt du die schlimme Geschicht?
Am Montag aßen wir wenig,
Und am Dienstag aßen wir nicht.

Und am Mittwoch mußten wir darben,
Und am Donnerstag litten wir Not;
Und ach, am Freitag starben
Wir fast den Hungertod!

Drum laß am Samstag backen
Das Brot, fein säuberlich –
Sonst werden wir sonntags packen
Und fressen, o König, dich!

Samstag, 14. September 2013

1€blog-klassiker: terror, um das ergebnis der kommenden Bundestagswahl zu beeinflussen?

Als ich gestern eher mit halbem ohr die nachrichten auf Deutschlandradio Kultur hörte, wurde dort berichtet, innenminister Schäuble befürchte terroristische aktionen, die das ergebnis der bundestagswahl 2009 beeinflussen sollen.

Es ist mir aufrichtig peinlich, zugeben zu müssen, mit dem innenminister eine meinung zu teilen. Die erfahrung aus Hessen zeigt jedoch, daß schlimme befürchtungen angebracht sind. Ein ganzes jahr lang wurde die bevölkerung terrorisiert, weil ein wahlergebnis nicht wie gewünscht ausfiel.

Olle kamelle vom januar 2009

Freitag, 2. August 2013

Hot-Sonate

Der außentemperaturen wegen gibt es heute nur ein wenig musik: Die »Hot-Sonate« (1930) von Erwin Schulhoff.
Klingt amerikanisch, ist es aber nicht. Erwin Schulhoff scheint heutzutage in vergessenheit geraten zu sein. Im »Brockhaus Lexikon« von ende der 80er jahre steht er nicht, obgleich er in den 20er und 30er jahren des vergangenen jahrhunderts ein bedeutender komponist war.

Den Hitlerfaschisten galt seine musik als »entartet«, weshalb er in der Deutsch besetzten Tschechischen Republik kaum leben konnte. Als kommunist wollte er in die Sowjetunion gehen, doch als er 1941 die dafür nötigen einreisedokumente erhielt, war es zu spät für eine flucht. Er wurde ins lager Wülzburg bei Weißenburg in Bayern deportiert, wo er ein jahr darauf am 18. august an hunger und krankheit starb.

Dienstag, 4. Juni 2013

1-€-blog-klassiker: Berlin, Chauseestraße



Auf dem gelände des ehemaligen Walter-Ulbricht-Stadions wird der BND seine neue zentrale bauen. Man beachte die riesige dimension des geländes und, daß hier noch nichts geschehen ist, außer einen bauzaun aufzustellen und natürlich überwachungskameras.

Zeigt im übertragenen sinne sehr schön, was hierzulande läuft: anstatt irgendetwas zu ändern, wird das, was passiert überwacht. Man kann den bürgern schließlich nicht trauen.

Donnerstag, 30. Mai 2013

1-€-blog-klassiker: Armut für Deutschland


(gesehen in Berlin-Mitte)

Hat Ihnen das jobcenter die stütze gestrichen und haben Sie deshalb Ihre wohnung verloren?

Kein problem! Firma armut holt preiswert ihre möbel ab, die werden dann schnell und zuverlässig einer neuen verwertung zugeführt. Ein obdachloser benötigt keine möbel und da kann er froh sein, wenn jemand seine exwohnung günstig entrümpelt.

Mittwoch, 22. Mai 2013

1-€-blog-klassiker: »Berlin Grün« und gelbe Helfer

Gestern stand im »Neuen Deutschland« unter dem titel »gelbe helfer in den gärten der welt« ein artikel in welchem bejubelt wurde, daß ein team aus arbeitslosen neuerdings gehbehinderte und ältere besucher durch den park schiebt.

Der »Erholungspark Marzahn« ist tatsächlich ein schöner park über den man auch berichten sollte. Vor allem, weil man dort spazieren gehen kann, ohne daß das auge durch irgendwelche schlecht gekleideten alg-zwo-empfänger beleidigt wird, es sei denn sie tragen ein gelbes leibchen und machen sich nützlich. Sozialkartenbesitzer erhalten nämlich keinen freien eintritt, nicht mal eine ermäßigung, weshalb sie lieber anderswo erholung suchen.

Von kritischer berichterstattung kann wohl kaum die rede sein, wenn nicht hinterfragt wird, warum arbeitslose auf kosten der allgemeinheit für eine überhaupt nicht gemeinnützige GmbH arbeiten dürfen oder gar müssen. Warum wird nicht berichtet, daß trägervereine für die verwaltung arbeitsloser erstaunlich viel geld kriegen, häufig sogar mehr als die bedürftigen selbst?

Kein wort darüber, daß die Berlin Grün GmbH immer nur dann »sozial« agiert, wenn es darum geht, öffentliche gelder in anspruch zu nehmen, diese solidarität mit den armen und bedürftigen aber am kassenhäuschen endet.

Als ob wir im sozialismus leben würden wird berichtet, die arbeit sei notwendig, um als teil der gesellschaft gelten zu können.

Derartiges hat es noch nie gegeben: steuerzahler jubeln, daß sie unternehmern die arbeitskräfte bezahlen dürfen.

Freitag, 19. April 2013

1-€-blog-klassiker: blühende landschaften

Vor fünf jahren:
 

Na, bitte. Hier sind die blühenden landschaften, die altkanzler Kohl in der wendezeit versprach. Das im hintergrund stehende gebäude hat in den letzten jahren zwar stark unter vandalismus gelitten, aber das versendet sich.

Nachtrag 2013: Es läßt tief blicken, daß ein land, welches sich selbst als »Bundesrepublik« bezeichnet, ein gebäude abreißen ließ, das »Palast der Republik« hieß, um ein Hohenzollernschloß wieder aufzubauen, das nicht einmal Wilhelm II gefiel.