»Wovon man nicht schweigen kann, darüber muß man reden.
Das ist meine meinung. Aber nicht die Wittgensteins.« (Mechthild Mühlstein)
- willkommen in der schlangengrube - (nachtrag ostern 2021)
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Mittwoch, 4. März 2020
Freitag, 1. Februar 2019
Kein Fehler
Aus dem gestern verlinkten artikel vom Deutschlandfunk:
Zitat: »Da fällt mir auch die Zuschrift eines Mannes ein, wohl gemerkt, der zurecht sehr empört darüber war, dass wir mal geschrieben haben, dass Soldaten bei der Bundeswehr keine Burkas tragen dürfen. – Siehst Du den Fehler?«
Nein, da ist kein fehler. Es ist allen angehörigen der Bundeswehr, unabhängig vom geschlecht, nicht erlaubt, burkas zu tragen. Ansonsten wäre es vielleicht eine idee für den soldaten, wohl männlicher natur, der gern lange haare tragen würde, das aber nicht darf, einfach die haare unter einer burka vor dem arbeitgeber zu verbergen.
Wenn das langhaarverbot für männer gilt und das burkaverbot für frauen, liegt es doch auf der hand, das kreativ zu nutzen.
Zitat: »Da fällt mir auch die Zuschrift eines Mannes ein, wohl gemerkt, der zurecht sehr empört darüber war, dass wir mal geschrieben haben, dass Soldaten bei der Bundeswehr keine Burkas tragen dürfen. – Siehst Du den Fehler?«
Nein, da ist kein fehler. Es ist allen angehörigen der Bundeswehr, unabhängig vom geschlecht, nicht erlaubt, burkas zu tragen. Ansonsten wäre es vielleicht eine idee für den soldaten, wohl männlicher natur, der gern lange haare tragen würde, das aber nicht darf, einfach die haare unter einer burka vor dem arbeitgeber zu verbergen.
Wenn das langhaarverbot für männer gilt und das burkaverbot für frauen, liegt es doch auf der hand, das kreativ zu nutzen.
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Donnerstag, 31. Januar 2019
Biertrinkende radfahrende
Gendergerechte sprache, neulich im Deutschlandfunk: »Unter geschicktgendern.de finden sich für viele Begriffe auch gender-gerechte Alternativen. Ich habe da mal nachgeschaut: Für Bürgermeister wird dort zum Beispiel das neutrale Stadtoberhaupt empfohlen, oder für Mieter Mietperson, oder für Zeuge bezeugende Person.«
Den begriff »bügermeister« kann man sicherlich auch durch »stadtoberhaupt« ersetzen. Aber wenn Dinge die man mit einem kurzen begriff ausdrücken kann durch blähwörter künstlich aufgepustet werden, wird es blöd. Sicher kann man die begriffe »zeuge« oder »bezeugende person« synonym verwenden. Der kürzere begriff ist besser, weil man mit längerem gefasel dem leser oder hörer (achtung ich gendere selbstverständlich nicht) zeit stiehlt und das ist schlechter stil. Anstatt »mieter« »mietperson« zu sagen, geht überhaupt nicht. Eine wohnung, die man mieten kann, ist eine »mietwohnung«. Ein auto, das man mieten kann, ist ein »mietauto«. Für politiker, die sich gegen geld in talkshows den hintern plattsitzen und wirtschaftsfreundliche phrasen dreschen, wurden vor einigen jahren mit dem begriff »mietmaul« bedacht. Der sprachlogik folgend, ist eine »mietperson« nicht mieter einer sache, sondern ist eine person, die gemietet werden kann. Wofür auch immer.
Den begriff »geschickt gendern« kann man offenbar synonym mit »ungeschickt sprechen (oder schreiben)« verwenden.
Die seite »geschicktgendern.de« hat ziemlich viele merkwürdigkeiten im programm. Anstatt »mädchen für alles« soll man lieber »person für alles sagen«. Jedoch bezieht sich dieser begriff überhaupt nicht auf das geschlecht, sondern auf die tätigkeit, nämlich alle anfallenden arbeiten erledigen zu müssen. Oder, um noch ein beispiel zu nennen, sei das wort »apotheker« im plural diskriminierend und man solle stattdessen »arzeineikundige« sagen. Meines wissens ist »apotheker« jedoch eine geschützte berufsbezeichnung, so darf man sich nur nennen, wenn man ein pharmaziestudium erfolgreich abgeschlossen hat, als »arzeneikundig« hingegen kann sich jeder bezeichnen, der schon mal eine giftpflanze geraucht hat und meint, eine heilende wirkung entdeckt zu haben. Eine derartige aufweichung von begriffen ist nicht nur sprachlich meschugge, sondern unter umständen lebensgefährlich. Sofern es irgendwelche apotheker gibt, die dem dritten geschlecht angehören, dürften die sich herzlich bedanken für die entwertung des begriffs für ihren beruf. Also ich zumindest würde das tun.
Seit einiger zeit werden in Berlin verkehrsinfos geschlechtsneutral formuliert. So werden aus fußgängern zufußgehende und aus radfahrern radfahrende.
Zum glück ist’s bald wieder frühling. Dann sind an schönen tagen wieder sämtliche biergärten vollgestopft mit radfahrern, die sich die hucke vollsaufen. Oder eben mit biertrindenken radfahrenden, wie man gendergerecht sagen müßte. Nur habe ich bei diesem begriff eben ein anderes bild vor augen: ein kleines dreißigliterfäßchen auf dem gepäckträger, den zapfhahn am lenker, steigt der biertrinkende radfahrende keineswegs vom sattel, um sich dem konsum legaler drogen zu ergeben und erledigt sein trinkendes tagewerk der einfachheit halber gleich während der fahrt.
Das wäre vielleicht gut für die zufußgehenden, die später in ihrem leben einmal biergartengenießende werden möchten. Für die wäre sonst womöglich kein platz.
Den begriff »bügermeister« kann man sicherlich auch durch »stadtoberhaupt« ersetzen. Aber wenn Dinge die man mit einem kurzen begriff ausdrücken kann durch blähwörter künstlich aufgepustet werden, wird es blöd. Sicher kann man die begriffe »zeuge« oder »bezeugende person« synonym verwenden. Der kürzere begriff ist besser, weil man mit längerem gefasel dem leser oder hörer (achtung ich gendere selbstverständlich nicht) zeit stiehlt und das ist schlechter stil. Anstatt »mieter« »mietperson« zu sagen, geht überhaupt nicht. Eine wohnung, die man mieten kann, ist eine »mietwohnung«. Ein auto, das man mieten kann, ist ein »mietauto«. Für politiker, die sich gegen geld in talkshows den hintern plattsitzen und wirtschaftsfreundliche phrasen dreschen, wurden vor einigen jahren mit dem begriff »mietmaul« bedacht. Der sprachlogik folgend, ist eine »mietperson« nicht mieter einer sache, sondern ist eine person, die gemietet werden kann. Wofür auch immer.
Den begriff »geschickt gendern« kann man offenbar synonym mit »ungeschickt sprechen (oder schreiben)« verwenden.
Die seite »geschicktgendern.de« hat ziemlich viele merkwürdigkeiten im programm. Anstatt »mädchen für alles« soll man lieber »person für alles sagen«. Jedoch bezieht sich dieser begriff überhaupt nicht auf das geschlecht, sondern auf die tätigkeit, nämlich alle anfallenden arbeiten erledigen zu müssen. Oder, um noch ein beispiel zu nennen, sei das wort »apotheker« im plural diskriminierend und man solle stattdessen »arzeineikundige« sagen. Meines wissens ist »apotheker« jedoch eine geschützte berufsbezeichnung, so darf man sich nur nennen, wenn man ein pharmaziestudium erfolgreich abgeschlossen hat, als »arzeneikundig« hingegen kann sich jeder bezeichnen, der schon mal eine giftpflanze geraucht hat und meint, eine heilende wirkung entdeckt zu haben. Eine derartige aufweichung von begriffen ist nicht nur sprachlich meschugge, sondern unter umständen lebensgefährlich. Sofern es irgendwelche apotheker gibt, die dem dritten geschlecht angehören, dürften die sich herzlich bedanken für die entwertung des begriffs für ihren beruf. Also ich zumindest würde das tun.
Seit einiger zeit werden in Berlin verkehrsinfos geschlechtsneutral formuliert. So werden aus fußgängern zufußgehende und aus radfahrern radfahrende.
Zum glück ist’s bald wieder frühling. Dann sind an schönen tagen wieder sämtliche biergärten vollgestopft mit radfahrern, die sich die hucke vollsaufen. Oder eben mit biertrindenken radfahrenden, wie man gendergerecht sagen müßte. Nur habe ich bei diesem begriff eben ein anderes bild vor augen: ein kleines dreißigliterfäßchen auf dem gepäckträger, den zapfhahn am lenker, steigt der biertrinkende radfahrende keineswegs vom sattel, um sich dem konsum legaler drogen zu ergeben und erledigt sein trinkendes tagewerk der einfachheit halber gleich während der fahrt.
Das wäre vielleicht gut für die zufußgehenden, die später in ihrem leben einmal biergartengenießende werden möchten. Für die wäre sonst womöglich kein platz.
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Sonntag, 9. Oktober 2016
§ 175
22 jahre nach der abschaffung des »schwulenparagraphen« sollen die nach 1945 wegen ihrer homosexualität verurteilten männer rehabilitiert und entschädigt werden. Das kommt zwar viel zu spät und es wirft fragen auf, weshalb die urteile, die unter den nazis gegen homosexuelle verhängt worden waren, als »schlimmer« gelten sollten als die des »rechtsstaats« BRD. Aber besser jetzt als nie. Und was schreibt die ard drüber?
Volker Beck von der GRÜNpartei meinte hierzu:
Zitat ard:»In der DDR waren homosexuelle Handlungen bis 1968 strafbar, im Westen bis 1969 - und komplett abgeschafft wurde der "Schwulen-Paragraf" sogar erst 1994.«Ein satz. Viele fehler. Ich weiß leider nicht, wie viele homosexuelle in der DDR verurteilt wurden. Allerdings gab es seit 1957 eine anweisung, den »schwulenparagraphen« nicht mehr anzuwenden. Im westen hingegen wurden bis 1994 in jedem jahr männer nach diesem paragraphen verurteilt. Anfangs jahr für jahr im vierstelligen, am schluß im kleineren zweistelligen bereich.
Volker Beck von der GRÜNpartei meinte hierzu:
»Die strafrechtliche Verfolgung hat die Existenz Tausender schwuler Männer vernichtet [...] Demokratien und Rechtsstaaten sind nicht fehlerfrei, aber sie unterscheiden sich von Unrechtsstaaten dadurch, dass sie ihre Fehler erkennen, eingestehen und korrigieren.«Hoffentlich sieht er das genau so, wenn es um die politischen gefangenen in der BRD geht, deren leben genau so zerstört wurden.
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Samstag, 4. Juni 2016
Gedenken an die opfer der Argentinischen millitärdiktatur
Außenminister Steinmeier hat heute im Park der Erinnerung in Buenos Aires der ungefähr 30.000 opfer der millitärdiktatur gedacht, unter ihnen befanden sich auch ca. 100 Deutsche staatsbürger.
Steinmeier sagte: »Da läßt sich aus rückblickender bewertung immer sagen, daß man noch intersiver in diesen fällen hätte nachgehen müssen.«
Wolfgang Kaleck: »Maßgeblich für die Deutsche außenwirtschaftspolitik war damals, man wollte offene türen für Deutsche unternehmen und atomtechnologie. Man hat der militärdiktatur waffen verkauft. Und damit ist eigentlich alles gesagt.«
Das auswärtige amt unter ex-NSDAP mitglied Genscher hat, im gegensatz zu den USAmerikanischen und Britischen kollegen, nicht verhandelt, um die wirtschaftsbeziehungen nicht zu gefährden. Laut Steinmeiner hätte man das also noch intensiver machen sollen.
Estela de Carlotto, präsidentin der vereiningung »Großmütter der Plaza de Mayo« sagte, daß es eine große bedeutung habe, auch außerhalb von Argentinien wahrgenommen zu werden.
Leider spreche ich kein Spanisch. Aber ich möchte ihr zurufen: »Liebe Estela, seien Sie bitte der Deutschen regierung nicht dankbar. Es ist der blanke hohn: Ihre freunde und verwandte wurden mit unterstützung der Deutschen regierung mit Deutschen waffen ermordet.
»Dear Estela, please, never be thankful to the German government. In the 1970s the German government was informed about the massacres in Argentina and they delivered weapons there. The German export is more important than human lifes. Please, don’t forget your related and friends were killed by German weapons.«
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Mittwoch, 2. September 2015
Asylwelle
Angeblich wird Schland derzeit von asylanten überrannt. In den medien wird derzeit ständig von 800.000 gesprochen, die in diesem jahr angeblich kommen sollen.
Laut Bundesministerium für Migration und Flüchtlinge (BAMF) sind im jahr 2015 bisher 218.221 asylanträge eingegangen. Ende juli waren inklusive der folgeanträge 254.559 verfahren anhängig.
Das sind mehr als in den letzten jahren, aber weit weniger als fortwährend behauptet wird. Zur abwechslung wird etwas herbeigeschrieben, das es so nicht gibt.
Laut Bundesministerium für Migration und Flüchtlinge (BAMF) sind im jahr 2015 bisher 218.221 asylanträge eingegangen. Ende juli waren inklusive der folgeanträge 254.559 verfahren anhängig.
Das sind mehr als in den letzten jahren, aber weit weniger als fortwährend behauptet wird. Zur abwechslung wird etwas herbeigeschrieben, das es so nicht gibt.
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Samstag, 13. Juni 2015
(Menschen)freies Kosovo!
Die Republik Kosovo hat 1,8 millionen einwohner. Allein im jahr 2014 begrüßten 37.895 menschen vom Amselfeld die lebensumstände dort so sehr, daß sie um asyl in der EU baten.
Zwar war die NATO sehr daran interessiert, daß es ein »freies Kosovo« geben muß. Was aus den leuten werden soll, die in der nicht lebensfähigen republik klar kommen müssen, hat von anfang an nicht interessiert. Nach der grandiosen befreiung vom »Serbischen joch« tät die freundschaft der westlichen staaten not. Nur hat die eigenartiger weise ausgedient, weil die NATO-stützpunkte jetzt bereits im land sind und die menschenrechte waren nur ein vorwand eine mögliche Serbische vorherrschaft auf dem Balkan zu verhindern.
Die GRÜNIN und abgebrochene theologIN Katrin Göring-Eckard gab dazu folgendes zu protokoll:
Wie schön, daß die entscheidung richtig war. Nicht, weil den menschen mit der bombardierung gedient gewesen wäre. Und nicht, weil es gelungen wäre, daß die menschen dort irgendeine lebensperspektive hätten.
Nein, es ist ja schon genug, wenn wenigstens die freunde von der »Atlantik Brücke« zu ihrem kommen. Wo kämen wir denn hin, wenn unter die menschenrechtsheuchelei denn dann auch noch die bedürfnisse der Kosovarischen bevölkerung fielen?
Liebe menschen aus dem Kosovo, unsere politiker können sich leider nicht mehr daran erinnern, daß es bei der zerstörung Eures landes um Euer menschenrecht auf leben gegangen soll. Und das stimmt leider auch, darum ist es nie gegangen. Die würden Euch jetzt gern nicht als asylbewerber in der EU sehen, da gehört Ihr nicht hin, der westen hat Euch schließlich gerettet.
Kommt trotzdem bitte alle, damit der imperialismus, der Euer land gespalten und in den ruin getrieben hat, wenigstens eine chance bekommt unterzugehen.
Zwar war die NATO sehr daran interessiert, daß es ein »freies Kosovo« geben muß. Was aus den leuten werden soll, die in der nicht lebensfähigen republik klar kommen müssen, hat von anfang an nicht interessiert. Nach der grandiosen befreiung vom »Serbischen joch« tät die freundschaft der westlichen staaten not. Nur hat die eigenartiger weise ausgedient, weil die NATO-stützpunkte jetzt bereits im land sind und die menschenrechte waren nur ein vorwand eine mögliche Serbische vorherrschaft auf dem Balkan zu verhindern.
Die GRÜNIN und abgebrochene theologIN Katrin Göring-Eckard gab dazu folgendes zu protokoll:
Zitat Katrin Göring-Eckard »Eine weitere Entscheidung betraf den Militäreinsatz im Kosovo. Ich tat mich sehr schwer damit, eine Abwägung zu treffen: Auf der einen Seite das Friedensgebot, auf der anderen die Menschenrechte. Wie kann man da eine Abwägung finden?! Damals las ich sehr, sehr viel in der Bibel und sprach mit vielen Leuten darüber, was mir sehr wichtig war. Ich sagte mir, wenn es um Krieg und Frieden geht oder um Leben und Tod, kann man nicht gegen den Glauben handeln. Ich stimmte allerdings für den Militäreinsatz, weil ich beim Abwägen fand, dass es wahrscheinlich richtig war. Im Nachhinein bin ich sehr froh, dass es sich als richtig herausgestellt hat.«
Wie schön, daß die entscheidung richtig war. Nicht, weil den menschen mit der bombardierung gedient gewesen wäre. Und nicht, weil es gelungen wäre, daß die menschen dort irgendeine lebensperspektive hätten.
Nein, es ist ja schon genug, wenn wenigstens die freunde von der »Atlantik Brücke« zu ihrem kommen. Wo kämen wir denn hin, wenn unter die menschenrechtsheuchelei denn dann auch noch die bedürfnisse der Kosovarischen bevölkerung fielen?
Liebe menschen aus dem Kosovo, unsere politiker können sich leider nicht mehr daran erinnern, daß es bei der zerstörung Eures landes um Euer menschenrecht auf leben gegangen soll. Und das stimmt leider auch, darum ist es nie gegangen. Die würden Euch jetzt gern nicht als asylbewerber in der EU sehen, da gehört Ihr nicht hin, der westen hat Euch schließlich gerettet.
Kommt trotzdem bitte alle, damit der imperialismus, der Euer land gespalten und in den ruin getrieben hat, wenigstens eine chance bekommt unterzugehen.
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Sonntag, 7. Juni 2015
Gnadenlos
In Saudiland hat der oberste gerichtshof das Urteil gegen den liberalen blogger Raif Badawi bestätigt. Diese entscheidung des gerichts ist letztinstanzlich und »unwiderruflich«, damit wird Raif Badawi seine zehnjährige haft verbüßen müssen, weiterhin drohen ihm 950 peitschenhiebe.
Dem blogger wird vorgeworfen, er habe den islam verspottet, weil er u.a. geschrieben hatte, daß atheisten, christen, juden und muslime gleichwertige menschen sind.
Sicherlich wird dieses urteil den geschäftlichen beziehungen Deutschlands zu Saudi Arabien keinen abbruch tun. Die rüstungsindustrie wird es freuen.
Dem blogger wird vorgeworfen, er habe den islam verspottet, weil er u.a. geschrieben hatte, daß atheisten, christen, juden und muslime gleichwertige menschen sind.
Sicherlich wird dieses urteil den geschäftlichen beziehungen Deutschlands zu Saudi Arabien keinen abbruch tun. Die rüstungsindustrie wird es freuen.
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Sonntag, 8. Februar 2015
Notarzt soll wegen blaulichteinsatz fahrerlaubnis verlieren und strafe zahlen
Bei manchen nachrichten, glaubt man kaum, daß sie echt sein könnten. Ein NOTARZT, der ein kind retten wollte, soll sich dafür verantworten, daß er andere verkehrsteilnehmer GENÖTIGT habe.
In meiner ersten fahrstunde passierte es, das an einer ampel ein krankenwagen auftauchte und ich spontan in eine parkbucht fuhr, die zum glück frei war. Der fahrlehrer fragte »was machst Du da?« - »ich mache platz, damit der blaulichtwagen durchkann«. Der fahrlehrer sagte, daß ich völlig richtig gehandelt habe. Und daß ich mir merken soll, daß ich es vielleicht mal eilig haben könnte, ein notarzt im zweifelsfall noch eiliger.
Wer es nicht akzeptiert, für notärztliche einsätze für eine minute an den straßenrand zu fahren, hat vermutlich einiges nicht begriffen.
In meiner ersten fahrstunde passierte es, das an einer ampel ein krankenwagen auftauchte und ich spontan in eine parkbucht fuhr, die zum glück frei war. Der fahrlehrer fragte »was machst Du da?« - »ich mache platz, damit der blaulichtwagen durchkann«. Der fahrlehrer sagte, daß ich völlig richtig gehandelt habe. Und daß ich mir merken soll, daß ich es vielleicht mal eilig haben könnte, ein notarzt im zweifelsfall noch eiliger.
Wer es nicht akzeptiert, für notärztliche einsätze für eine minute an den straßenrand zu fahren, hat vermutlich einiges nicht begriffen.
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Samstag, 7. Februar 2015
Kinder prügeln, aber ohne zu erniedrigen
Bei einer generalaudienz hat der papst von einem vater erzählt, der gesagt habe »ich muß manchmal meine kinder ein bißchen schlagen, aber nie ins gesicht, um sie nicht zu erniedrigen.« Das kommentierte papst Franz mit »wie schön! Er weiß um den sinn der würde. Er muß sie bestrafen, aber tut es gerecht und geht dann weiter.«
Das ist aber eine schöne vorstellung von gerechtigkeit, die es erlaubt, kleinere und schwächere zu hauen, solange es die würde nicht verletzt. Prügel zu beziehen ist allerdings immer erniedrigend, ganz egal ob das nun die ohrfeige ist, die gerüchtehalber noch niemandem geschadet habe, oder ob man mit dem teppichklopfer, kochlöffel, kleiderbügel oder was es sonst noch an geeigneten gegenständen dafür gibt, den hintern versohlt bekommt.
Wirklich überrascht hat mich die einstellung des oberhauptes der katholischen kirche zur kindererziehung nicht. In den frühen 80er jahren hörte ich, wie eine frau zu unserem dorfpfarrer sagte, daß sie unmöglich ihren sohn in die kirche prügeln könne, wenn er nicht am gottesdienst teilnehmen wolle. Darauf hin antwortete der pfarrer, daß sie ihn sogar prügeln müsse, schließlich gehe es um das seelenheil des kindes.
Was ist schon eine tracht prügel gegen die ewige qual der hölle? Das sind die werte des christlichen abendlandes, die es zu verteidigen gilt.
Das ist aber eine schöne vorstellung von gerechtigkeit, die es erlaubt, kleinere und schwächere zu hauen, solange es die würde nicht verletzt. Prügel zu beziehen ist allerdings immer erniedrigend, ganz egal ob das nun die ohrfeige ist, die gerüchtehalber noch niemandem geschadet habe, oder ob man mit dem teppichklopfer, kochlöffel, kleiderbügel oder was es sonst noch an geeigneten gegenständen dafür gibt, den hintern versohlt bekommt.
Wirklich überrascht hat mich die einstellung des oberhauptes der katholischen kirche zur kindererziehung nicht. In den frühen 80er jahren hörte ich, wie eine frau zu unserem dorfpfarrer sagte, daß sie unmöglich ihren sohn in die kirche prügeln könne, wenn er nicht am gottesdienst teilnehmen wolle. Darauf hin antwortete der pfarrer, daß sie ihn sogar prügeln müsse, schließlich gehe es um das seelenheil des kindes.
Was ist schon eine tracht prügel gegen die ewige qual der hölle? Das sind die werte des christlichen abendlandes, die es zu verteidigen gilt.
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Donnerstag, 5. Februar 2015
Weitere rüstungsexporte nach Saudi Arabien
Nachdem die regierung die krokodilstränen für die pressefreiheit verdrückt hat, hat sie weitere rüstungsexporte nach Saudi Arabien bewilligt.
Weiterhin bleibt unklar, ob Raif Badawi nach dem machtwechsel in Saudi Arabien begnadigt wird oder weiter in haft bleibt und, nachdem die prügelstrafe nach den ersten 50 peitschenhieben wegen seines gesundheitszustands ausgesetzt wurde, die übrigen 950 schläge wird erdulden müssen.
Weiterhin bleibt unklar, ob Raif Badawi nach dem machtwechsel in Saudi Arabien begnadigt wird oder weiter in haft bleibt und, nachdem die prügelstrafe nach den ersten 50 peitschenhieben wegen seines gesundheitszustands ausgesetzt wurde, die übrigen 950 schläge wird erdulden müssen.
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Freitag, 16. Januar 2015
Je suis Raif
Da stand sie nun, die Deutsche kanzlerin im kleinen schwarzen auf der straße in Paris, um für die »meinungsfreiheit« zu demonstrieren.
Gleichzeitig sitzt in Saudiland ein mann in haft, der jeden freitag, so auch heute, 50 peitschenhiebe ertragen muß. Er hat nichts verbrochen, sondern nur geschrieben, daß muslime, christen und atheisten gleichwertig wären.
Mir ist nicht bekannt, daß die Deutsche regierung nun saktionen gegen den Saudischen staat in erwägung ziehen würde, um damit ein zeichen für die meinungsfreiheit zu setzen. Die waffenexporte laufen weiter. Und Raif Badawi bleibt in haft.
Bitte unterstützt amnesty in dieser sache und erzählt es weiter.
Gleichzeitig sitzt in Saudiland ein mann in haft, der jeden freitag, so auch heute, 50 peitschenhiebe ertragen muß. Er hat nichts verbrochen, sondern nur geschrieben, daß muslime, christen und atheisten gleichwertig wären.
Mir ist nicht bekannt, daß die Deutsche regierung nun saktionen gegen den Saudischen staat in erwägung ziehen würde, um damit ein zeichen für die meinungsfreiheit zu setzen. Die waffenexporte laufen weiter. Und Raif Badawi bleibt in haft.
Bitte unterstützt amnesty in dieser sache und erzählt es weiter.
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Donnerstag, 16. Oktober 2014
Friedensnobelpreis für kinderrechte
Fünfundzwanzig jahre nach der verabschiedung der UN-kinderrechtskonvention erscheint es erfreulich, daß zwei menschen, die sich für kinderrechte einsetzen den friedensnobelpreis erhalten, Kailash Satyarthi und Malala Yousafzai.
An sich sieht es wie ein fortschritt aus, daß der friedensnobelpreis in diesem jahr mal nicht an kriegstreiber wie Obama oder die EU geht, sondern an tatsächlich friedfertige menschen. Allerdings sehe ich das mit den kinderrechten nicht so positiv, wie die meisten zeitgenossen das tun. Mir ist dazu sofort ein fünf jahre alter text von Freerk Huisken eingefallen, den ich nach wie vor richtig finde. Auf seiner internetseite findet man unter »lose texte« neben diesem auch noch andere lesenswerte texte zum herunterladen.
Weil nicht jeder texte im .doc format herunterladen möchte, habe ich mich entschlossen, den text in all seiner länge zu zitieren, ich habe daran nur einen offensichtlichen tippfehler bereinigt, die hervorhebungen des authors ins html-format übertragen und typographische richtige anführungszeichen eingefügt.
Freerk Huisken, Bremen 2009
An sich sieht es wie ein fortschritt aus, daß der friedensnobelpreis in diesem jahr mal nicht an kriegstreiber wie Obama oder die EU geht, sondern an tatsächlich friedfertige menschen. Allerdings sehe ich das mit den kinderrechten nicht so positiv, wie die meisten zeitgenossen das tun. Mir ist dazu sofort ein fünf jahre alter text von Freerk Huisken eingefallen, den ich nach wie vor richtig finde. Auf seiner internetseite findet man unter »lose texte« neben diesem auch noch andere lesenswerte texte zum herunterladen.
Weil nicht jeder texte im .doc format herunterladen möchte, habe ich mich entschlossen, den text in all seiner länge zu zitieren, ich habe daran nur einen offensichtlichen tippfehler bereinigt, die hervorhebungen des authors ins html-format übertragen und typographische richtige anführungszeichen eingefügt.
Freerk Huisken, Bremen 2009
Anlässlich des zwanzigjährigen Jubiläums der Verabschiedung der UN-Kinderrechtskonvention am 20.11.1989
Kritik der Kinderrechtsbewegung:
Kinder brauchen nichts weniger als Rechte
1.Nimmt man sich einmal die Liste der Kinderrechte vor – seien es die 41 Artikel der Uno-Kinderrechtskonvention oder die Liste der 10 wichtigsten Kinderrechte, wie sie von Kinderrechtsaktionsgruppen zusammengestellt worden sind -, dann kann man sich einem beklemmenden Gefühl schwerlich entziehen. Nicht wegen der darin zusammengetragenen Rechtsansprüche, sondern wegen der in den Rechtsansprüchen aufgelisteten physischen und psychischen Misshandlungen, Drangsalierungen und Beschädigungen, der in ihnen aufgezählten Formen von Unterdrückung und Ausbeutung, der Kinder weltweit ausgesetzt sind. Man muss dafür die Kinderrechte eben nur als das lesen, was sie sind, als verbale Zeugnisse des äußerst rohen und rücksichtslosen Umgangs mit Kindern: Wenn in Kinderrechten gefordert wird, dass Kinder gesund leben und ihre Krankheiten medizinisch versorgt werden sollen, dass niemand sie schlagen, misshandeln oder sexuell missbrauchen darf, dass sie am Gebrauch von Suchtstoffen gehindert werden müssen und ihnen Leistungen der Sozialversicherungen nicht vorenthalten werden dürfen, dass sie vor Ausbeutung, Prostitution, Kinderhändlern und vor Verwendung als Kindersoldaten geschützt werden müssen usw., dann wird festgehalten, dass genau das mit ihnen angestellt wird. Warum sollten Kinderrechtsaktivisten auch sonst die Unterlassung von all dem fordern?
Diese noch unvollständige Aufzählung gibt bereits über so Einiges Auskunft. Zum ersten: Wer solcherart Rechte einfordert, der geht, so mag man erst einmal festhalten, zwar von der guten Absicht aus, all dies – wenigstens - den Kindern vorzuenthalten, der weiß aber zugleich, dass er sich solcherart Misshandlungen nicht ausdenken musste, sondern dass er sie dem realexistierenden Umgang mit Kindern weltweit entnehmen kann und zwar nicht nur dem in der sogen. »Dritten Welt«, sondern auch dem Umgang mit Kindern in den kapitalistischen Metropolen – also auch in Deutschland. Zweitens formulieren diese Listen mit all ihren guten Absichten bei Lichte besehen nichts Außergewöhnliches, stellen keine besonderen Ansprüche dar, sondern fordern nur Selbstverständliches. Eigentlich, so sollte man meinen, sind doch medizinische Versorgung und Schutz vor Missbrauch und Ausbeutung von Kindern so etwas wie die Minimalstufe eines anständigen Umgangs – nicht nur - mit Heranwachsenden, selbstverständlich eben. Weswegen es drittens schon verwundern kann, dass es zu deren Durchsetzung langer und aufwendiger Kampagnen, internationaler Konferenzen mit langem Streit über Formulierungen von Schutzartikeln und der Intervention durch Staatsgewalten bedarf, damit diese Anliegen - ja was eigentlich genau: durchgesetzt werden, Aufmerksamkeit finden, Rechtsform erhalten...? Es muss deswegen viertens der Schluss gezogen werden, dass der eingeklagte Umgang mit Kindern alles andere als selbstverständlich ist, es vielmehr offenkundig in vielen Ländern »gute Sitte« und gewohnheitsmäßige Praxis ist, wenn es nicht gar als politische, militärische oder ökonomische Notwendigkeit gilt, Kindern solche Behandlungen angedeihen zu lassen; sie zu Kinderarbeitern, Kindersoldaten, Kinderprostituierten abzurichten, ihnen dabei nicht etwa nur alles vorzuenthalten, was Kinder für ein einigermaßen gedeihliches Aufwachsen benötigen, sondern sie umstandslos als lebendiges und unverbrauchtes Material schlimmer gesellschaftlicher Zwecke, nicht selten mit der Konsequenz seelischer oder körperlicher Verkrüppelung oder gar mit Todesfolge zu verheizen.
2. Vieles von dem lässt sich auch an der Art und Weise aufzeigen, in der hierzulande mit Kindern umgegangen wird. Aber dabei bleibt es nicht.
Zwar rennt man mit der Formulierung einiger Rechte für Kinder, so wie sie in Kinderrechtschartas stehen, hierzulande offene Türen ein. Hier sind Gewalt gegen Kinder und Kindstötung, sexueller Missbrauch und Kinderausbeutung, Kindsverwahrlosung und Drogen-, Tabak- und Alkoholverkauf an Kinder unter Strafe gestellt; auch darf man Kinder nicht verkaufen oder zur Prostitution zwingen, sie nicht zu Dealern oder Taschendieben abrichten. Was, wie gesagt, darauf verweist, dass es auch in der zivilisierten deutschen Demokratie Gründe gibt, solche Straftatsbestände zu formulieren. Sie verweisen erneut auf nichts anderes, als dass auch hier solch ein Umgang mit Kindern vorkommt und dass es sich dabei nicht um singuläre Tatbestände handelt – sonst müsste man all das nicht verbieten. Ein Blick in die Zeitungen offenbart zudem, dass alle nur vorstellbaren Ekligkeiten und Gemeinheiten von Erwachsenen im Umgang mit Kindern auch in deutschen Landen an der Tagesordnung sind.
Aber daneben gibt es hierzulande zusätzlich eine ganze Reihe von der Drangsalierungen und Beschädigungen von Kindern, die mitnichten verboten sind: Ganz offen wird - erstens - der Sachverhalt der Kinderarmut vermeldet. Die ZS ›Die Grundschulzeitschrift‹ widmete 12/2007 dem Thema ein sogar ganzes - ziemlich unsägliches - Heft. Offizielle Statistiken errechnen, dass in Deutschland zwischen 12% und 22% aller Kinder unter die Kategorie der »Kinderarmut« fallen , d.h. selbst nach den äußerst problematischen Maßstäben des Statistischen Bundesamtes bzw. von Armutsforschern nicht unter Verhältnissen aufwachsen, in denen so etwas wie ausreichende, regelmäßige Mahlzeiten, hinreichende Kleidung und befriedigende Wohnverhältnisse gegeben sind. Dass Kinderarmut nicht vom Himmel fällt, sondern das »Abfallprodukt« von Erwachsenenarmut ist, zeigen diese Statistiken gleich mit auf, wenn sie von den Eltern vermelden, dass sie mehrheitlich zu den Hartz-IV-Empfängern gehören oder wenn sie Singles in prekären Arbeitsverhältnissen überdurchschnittliche Zahlen von Kinderarmut zuordnen. Zum beliebten Unterhaltungsthema im deutschen Fernsehen hat es - zweitens - eine Form von Beschädigung gebracht, die sich als das Produkt »zerrütteter Familienverhältnisse« präsentiert: die Kinderverrohung. Supernanny führt dem deutschen Publikum vor, wie »überforderte« Eltern aus den berühmten »bildungsfernen Schichten« vor ihren Kindern kapitulieren, die es in kurzer Zeit zu echten Widerlingen gebracht haben, denen Vandalismus, der Griff ins elterliche Portemonnaie, Gewalt gegen Eltern und Ignoranz notwendiger Regeln im familialen Zusammenleben völlig selbstverständlich ist. Es ist natürlich kein Zufall, dass sich diese Beschädigungen an den Kindern - drittens - in der Schule fortsetzen. Diesmal sogar weit entfernt davon, wenigstens als Skandal verbucht zu werden, schafft es die als Sortierungsanstalt organisierte Schule hierzulande, die Mehrheit des Nachwuchses im Kindesalter von weiterführender Bildung auszuschließen. Diese mit System betriebene Kinderverblödung, vornehm »Bildungarmut« genannt – ca.25% der Kinder gehören nach PISA I zu den funktionalen Analphabeten – wird national nur dann registriert, wenn darüber Deutschland im internationalen Bildungsranking hintere Plätze einnimmt oder die Kindersortierung zu offensichtlich alle Ideale von Chancengleichheit blamiert. Viertens ist in der Schulzeit obendrein ein gebilligter und medizinisch abgesegneter spezifischer Drogengebrauch immer häufiger an der Tagesordnung. Das Verschreiben von Ritalin für Kinder, bei denen schnell ADHS diagnostiziert wird, wenn sie es an der schulisch gebotenen Aufmerksamkeit und Unterwerfungsbereitschaft fehlen lassen, gilt geradezu als pädagogisch notwendig. Kinder werden so ruhig gestellt - in Schule und Elternhaus. Nebenwirkungen wie Gewichtsabnahme und Apathie werden in Kauf genommen. Die auf die eine oder andere Restschule abgeschobenen Schüler, die sich früh die Karriere in der kapitalistischen Arbeitswelt abschminken können und auf Hartz-IV, die Großfamilie oder eine Karriere als Kleinkriminelle setzen, erfahren - fünftens - den schulischen Ausschluss noch im – offiziellen – Kindesalter als Einstieg in lebenslange materielle Depravierung, d.h. als die Aussicht, der Sozialkarriere ihrer Eltern folgen zu dürfen. Auch Kinderarbeit ist - sechstens - hierzulande erlaubt, soweit sie den Bestimmungen des Jugendarbeitsschutzgesetzes entspricht. Das erlaubt deswegen das Arbeiten von Menschen ab dem 15. Lebensjahr, weil die hiesige Definition von Kindheit die der UNICEF glatt um drei Jahre unterbietet. Schließlich ist es - siebtens - immer noch gestattet, Kinder armer Leute, denen nicht die Gnade der deutschen Geburt teilhaftig geworden ist, in jene »Heimat« abzuschieben, aus der ihre Eltern mit guten Gründen geflohen sind. Auf diesem Vorbehalt hatte die deutsche Regierung 1992 bestanden, als sie die Kinderrechtskonvention paraphierte. Und letztlich ist - achtens - jene Sorte militärischer »Kollateralschäden«, die in Kindstötung bestehen, gleichfalls nicht unter Strafe gestellt. Die »unschuldigen Opfer unter der Zivilgesellschaft« werden zwar regelmäßig - wie jüngst bei der Bombardierung von Tanklastzügen - öffentlich betränt, doch ist den für Kriege, die nicht so genannt werden dürfen, zuständigen Ministern klar, dass überall dort wo gehobelt wird nun einmal Späne fallen. Und wie sollen »unsere Jungs in Afghanistan« denn auch zwischen »unschuldigen Kindern« und zivil maskierten Kindersoldaten der Taliban unterscheiden!
Verboten sind diese hier aufgezählten Kinderkarrieren mit all ihren rohen, schädlichen und verblödenden Begleitumständen bzw. aussichtslosen Perspektiven in dieser Gesellschaft nicht. Wie auch, gehören sie doch zur Klassengesellschaft dazu. In der braucht es arm gehaltene Menschen fürs nationale Wachstum und zugleich den Nachwuchs, der dann in entsprechenden Verhältnissen aufwächst. Teile von ihm werden dann schon im Jugendalter in unbrauchbare Armut – Prekariat genannt - entlassen, andere dürfen sich, zusammen mit den ausländischen Kollegen an Arbeitsplätzen um Verdienst bemühen, an denen ihre »Bildungsarmut« nicht stört. Von der Politik durchgesetzte, wachsende Volksverarmung ist folglich der letzte Grund der hier aufgezählten Beschädigungen an Kindern und Heranwachsenden, an denen die Politik zudem nie diese selbst, sondern immer nur deren Auswirkungen auf die nationale Ordnung stören – wie gleich noch näher ausgeführt wird.
3. Doch damit nicht genug: Es gibt einen guten Grund, sich zusätzlich einmal die Frage vorzulegen, welche Stellung die demokratischen Herrschaft zu dem nationalen Nachwuchs insgesamt einnimmt. Ihre Sorge um »das Kind« verrät, dass ein anderes Wohl im Vordergrund steht, wenn vom »Wohl des Kindes« die Rede ist. Denn wenn in demographisch ambitionierten Traktaten davor gewarnt wird, dass »wir Deutschen aussterben«, wenn Kampagnen mit dem Motto »Mache dich unsterblich« Männer zur Kinderproduktion anregen wollen, wenn es Nachwuchsprämien in Gestalt von – nein, nicht von Mutterkreuzen, sondern von - Kindergeld gibt, das die Familienministerin übrigens kürzlich so umgestaltet hat, dass von ihm nicht nur die sozial-depravierten Schichten »profitieren«, dann ist damit hinreichend belegt, dass hierzulande Kinder aller Klassen und Schichten als notwendiges zuschüssiges Volksmaterial gelten, angefordert werden und später so oder so gefordert werden. Sie werden gleich nach ihrer Geburt als Teil des Staatsvolks registriert und als Material des Staates für diverse Fronten verplant. Denn Größe und Erfolg des deutschen Nationalstaats in Konkurrenz zu anderen Staaten sind immer auch eine demographische Frage. Nachwuchsproduktion ist deswegen nationaler Dienst und die Familie die Keimzelle des Nation. Die Rede vom »Wohl des Kindes« bleibt einem schon wieder im Halse stecken, erst recht, wenn auch seine Verfechter, wie etwa das »Aktionsbündnis Kinderrechte« die »Zukunftsfähigkeit der deutschen Gesellschaft angesichts sinkender Kinderzahlen« als Argument für Kinderrechte bemüht.
Wenn die deutsche Politik eine Kinderrechtskonvention der UNO verabschiedet hat, in der die »Verpflichtung auf das Wohl des Kindes« einen hohen Stellenwert besitzt, dann passt das dennoch, aber nur so zusammen: Das Wohl der Kinder gilt, aber eben nur und nur soweit wie diese dadurch in die Lage versetzt werden, ihre zukünftige Funktion als tragende Teile des Staatsvolks im eingerichteten demokratischen Kapitalismus qualitativ und quantitativ erfüllen zu können. Nur deshalb sollen sie auch nicht zu früh, d.h. nicht schon als Kinder verschlissen und unbrauchbar gemacht werden – wenigstens nicht in zu großer Zahl. Ihr Wohl buchstabiert sich folglich so: Sie haben sich in der Familien- und Schulerziehung als »mündige Staatsbürger« und für etliche nachgefragte Jobs zu qualifizieren, d.h. sie müssen sich geistig, moralisch und körperlich darauf vorbereiten (lassen), aus freien Stücken – also ohne Vormund – an den diversen Plätzen der Gesellschaft, als Lehrer und Lagerist, als Professorin und Friseurin, als Hausfrau und Soldat, als Chefarzt und kleine Angestellte ihre Dienste für das Gelingen des global angelegten Projekts »Deutschland« zu leisten. Und das schließt ein, dass später, wenn sie erwachsen sind, so ziemlich all das mit ihnen angestellt werden darf, wovor sie als Kinder hierzulande möglichst noch verschont werden sollten: Sie dürfen ausgebeutet werden und »dürfen« sich dafür selbst lebenslang als Arbeitskräfte verkaufen – einschließlich aller ruinösen Folgen. Diese Variante von Menschenhandel gilt bekanntlich als Gütezeichen von Marktwirtschaft. Erwachsene dürfen Drogen nehmen, damit Armutsfolgen zu kompensieren versuchen und sie dürfen sich prostituieren. Ihre geistige Verrohung, kräftig gefördert von Presse, Funk und TV, ist, gerade wenn sie Soldaten werden – was sie dann auch dürfen – gefragt; eignet sich aber auch fürs Aushalten von 40 Jahren Fabrikarbeit. Den mündig sozialisierten Erwachsenen wird zugemutet und es wird von ihnen erwartet, dass sie all das bewältigen und aushalten; und zwar in jener Menge, die hier als nützliches Staatsvolk gebraucht wird. Nichts von dem, was Kindern erspart werden soll, gilt also dem Kind; es gilt vielmehr seiner Rolle, die es später als Erwachsener im Kapitalismus zu bewältigen hat. Denn wer als Kind kaputt gemacht wird, taugt als Erwachsener nicht mehr zum Dienst an Staats- und Geldmacht. Darin fasst sich der ganze Unterschied zwischen Kindern und Erwachsenen hierzulande zusammen. Ein Aktionsbündnis zum Schutz der Erwachsenen vor Ausbeutung und Missbrauch, vor Kriegen und Suchtstoffen usw. braucht es da nicht. So etwas fällt auch Kinderrechtsaktivisten in ihrer Bornierung auf die Heranwachsenden nicht ein
Deshalb ärgert es die Politik schon, wenn es Teile des produzierten Nachwuchses an Respekt vor Eltern und Amtsinhabern fehlen lassen, wenn sie sich »falsche Freunde« wählen, als Kleinkriminelle agieren, sich zu Schlägerbanden zusammenschließen usw., wenn sie also, gemessen an den Erwartungen an sie, aus dem Ruder laufen. Und es wächst sich für die Politik zum nationalen Notstand aus, wenn sich Deutsche zu wenig um die Produktion von Nachwuchs kümmern. Dabei ist all das, was die Politik da an der Nachwuchsproduktion und am heranwachsenden Nachwuchs stört, nichts als das Resultat ihrer eigenen polit-ökonomischen Werke: Kinder kann man sich nicht leisten, weil es an Geld fehlt; oder umgekehrt: Kinder werden nur in die Welt gesetzt, um eine bessere Wohnung zugewiesen zu bekommen, danach sind die »Blagen« nur noch Störung. Ein Schicksal, dass sie mit vielen anderen Kindern armer Leuten teilen. Und so verhalten sich große Teile von ihnen dann auch – in der Familie, auf der Straße, in der Schule.
4. Und gegen all das sollen Kinderrechte helfen? Ist nicht bereits die Erinnerung daran, dass die UNO ihre Kinderrechtskonvention vor 20 Jahren abgezeichnet hat, Jahre, in denen sich an der Lage der Kinder weltweit nichts zum Positiven gewendet hat, Beweis genug dafür, dass an solche Kampagnen ganz falsche Erwartungen geknüpft werden? Doch soll der Kinderrechtsbewegung dies gar nicht als ihre Erfolglosigkeit vorgehalten werden. Denn Misserfolg, der bekanntlich viele Väter haben kann, setzt voraus, dass die Kinderechtsaktivitäten tatsächlich von dem Bemühen geprägt sind, eine gesicherte materielle und geistige Besserstellung von Kindern durchzusetzen. Doch genau das leisten Rechte für Kinder nicht. Kinder brauchen keine Rechte, sondern ordentliche Ernährung, Kleidung und Wohnung, einen Freiraum zum Spielen und eine vernünftige Ausbildung nebst der Perspektive, dass sie nicht später als Erwachsene ihr Leben doch wieder als gebrauchte oder unbrauchbare bzw. nicht mehr gebrauchte Knechte und Mägde fremden Reichtums einzurichten haben. Rechte liefern und sichern all das nicht - weder »protection«, noch »provision« oder »participation«, wie das Credo der Freunde von Kinderrechten lautet.
Die Kinderrechtsaktivitäten sind nämlich falsch – und zwar in mehrfacher Hinsicht. Zum einen sind sie selbst ziemlich kindisch. Sie stellen nicht ernsthaft und konsequent die Frage nach den Ursachen all der Kinds-»Misshandlungen«; weder nach denen, die hier auch darunter fallen, und schon gar nicht nach den Ursachen all jener Beschädigungen, die, erwünscht oder geduldet, zum gesellschaftlichen Kinderleben in der Klassengesellschaft dazu gehören. Statt dessen erfährt die Auflistung der inkriminierten Drangsalierungen nur ihre Umkehrung vom Negativen ins Positive: Das was Kinder zerstört, soll nicht sein. Wie das störrische Kleinkind, das mit dem Fuß auftritt und sich davon verspricht, dass ihm die Welt dadurch schon zu Diensten sei, wird das Gute gegen das Böse gewünscht. Und als Instrument, mit dem diesen frommen und gegen Ursachen ignoranten Wünschen Wirksamkeit verliehen werden soll, fällt den Aktivisten fürs Kinderwohl – darin sind sie dann nicht mehr kindisch, sondern gut erzogen - zum zweiten nur das Einklagen von Rechten und deren Verankerung im Grundgesetz ein. Ein Interesse an der Verbesserung der Lage von Kindern zu äußern, sich Mittel seiner Durchsetzung gegen die existierenden Widerstände zu überlegen und zu verschaffen - all das wäre im übrigen Sache von Erwachsenen -, das ist es nicht, was sie umtreibt. Die Differenz zwischen dem Bedürfnis bzw. dem Interesse, das man hat, und dem Recht, das einem von höchster Stelle erlaubt wird, haben sie gefressen. Nur was als Recht gewährt wird, also das was man darf, das geht in Ordnung. Auf dem eigenen, gut begründeten Interesse zu bestehen, das fällt hierzulande unter verpönten Egoismus; die Relativierung aller Interessen am Erlaubten ist denn auch die durchgesetzte Stellung der Menschen zu ihren ganzen eigenen Wünschen und Lebenszielen. Zum dritten ist das Recht nicht zu verwechseln mit der materiellen Sicherung und schon nicht mit der Garantie dessen, was da als Recht gewährt wird. Wie steht es denn mit dem fundamentalsten aller Rechte, dem Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit? Geschützt ist das freie Bemühen darum, gesichert sind deswegen noch lange nicht die dafür notwendigen sachlichen Bedingungen. Und erst recht nicht der Erfolg, der hängt schlicht davon ab, ob das eigene Bemühen denn auf die Mittel zurückgreifen kann, die fürs Wohlergehen notwendig sind. Was man aus gewährten Rechten machen kann, dass ist folglich nichts als eine Frage der staatlich geschützten Reichtumsverteilung in der Klassengesellschaft. Deswegen ist der Aktivismus der Kinderfreunde untertänig, weil er ausgerechnet von der Staatsgewalt, die die vorgeführten schlimmen Kinderkarrieren hierzulande organisiert oder zulässt, durch die Gewährung von Rechten die Wendung zum Guten erwartet. Noch einmal anders: Haben denn z.B. die im Grundgesetz paraphierten Rechte auf Unverletzlichkeit der Person und auf Schutz des Privateigentums je etwas daran geändert, dass weiterhin Vergewaltigungen, Misshandlungen und Mord, Diebstahl und Raub auf der Agenda von hiesiger Zeitgenossen stehen? Wie auch! Dass all das von Staats wegen nicht erlaubt ist, verweist eben nur - man kann es gar nicht oft genug betonen - darauf, dass all dies tagtäglich passiert, und zu den Umgangsweisen von Menschen miteinander gehört, die durch tiefe Gegensätze und durch ein Hauen und Stechen in der Konkurrenz charakterisiert sind. Die besondere Güte der Rechte besteht nun darin, dass man als Privatmensch gegen Rechtsverletzungen klagen darf, und zwar dann, wenn sie passiert sind. Ist es das, was Kinderrechtler wollen? Wollen sie wirklich dann vor den Schranken des Gerichts mit den juristischen Vertretern der staatlichen Rechtsgewalt darum streiten, was eigentlich und hierzulande zum Wohle des Kindes ist, wenn es bereits geprügelt und missbraucht worden ist, also das Kind – fast im wahrsten Sinne des Wortes – bereits in den Brunnen gefallen ist? Und wenn schließlich – viertens - gefordert wird, dass jedes Kind ein Recht auf Bildung, Gesundheit und Meinungsfreiheit besitzen soll, dann könnte ein genauerer Blick auf das herrschende Bildungs- und Gesundheitswesen ebenso wie auf die Praxis der Meinungsfreiheit klären, dass diese Rechte nichts als die Verpflichtung auf jenes Schulsystem sind, das 60-70% des Nachwuchses zu Restschülern macht, und auf jenes Gesundheitswesen, in welchem viele Krankheiten gar nicht mehr als solche gelten, Zuzahlungen Pflicht und der Aufenthalt im Krankenbett allein am Wohl des Krankenhauses Maß nimmt. Und ob es eine Errungenschaft ist, dass jedermann, der Grund zur Beschwerde hat, sich damit zufrieden geben soll, dass er diese immerhin frei sagen darf und zwar ohne dass sich an der Beschwerde etwas ändert, das steht auch sehr in Frage. Der Inhalt der geforderten Rechte obliegt eben nicht der freien, phantasievollen und von guten Absichten getragenen Ausgestaltung durch Kinderrechtsaktivisten. Wo sie den Staat darum bitten, dass er den Kindern Rechte einräumen möge, da tut er das oder auch nicht, und zwar immer nach seiner Räson, in der Kinder - wie gesagt – etwas anders vorkommen als in der Wunschwelt der Kinderrechtler.
5. Was Kindern gut täte, darum geht es also beiden Seiten nicht, weder den Kinderrechtsaktivisten noch denen, von denen sie Rechte einfordern. Erstere wollen allein dem »Kind« als staatlich anerkannten Wert im Grundgesetz Rechtsgeltung verschaffen, völlig gleichgültig gegenüber der Wertschätzung, die Kinder in der herrschenden Volksrekrutierungspolitik erfahren, und völlig gleichgültig gegenüber der Frage, was das Kindern eigentlich bringt. Letztere, die Politiker, haben allein das Problem, inwieweit ihre Politik der letzten Jahrzehnte, mit der sie das kapitalistische Deutschland in Europa und der Welt vorangebracht haben, nicht im Inneren des Landes bei Nachwuchsproduktion und Nachwuchsaufzucht von »Kollateralschäden« begleitet ist, die sich in der demographischen Volksentwicklung und bei der Domestizierung der Jugend zu freien und mündigen Staatsbürgern störend bemerkbar machen könnten. Aber eines muss auch festgehalten werden: Für sehr gravierend achten sie diese Probleme nicht. Sie haben im Inland und Ausland dringendere Fragen zu lösen, Fragen von Krieg und Frieden, von Krise und Wachstum. Und sie sind sich recht sicher, dass ihnen dies unter entsprechender Benutzung von zu guten Erwachsenen herangezogenen Ex-Kinder aller Klassen und Schichten auch gelingt.
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Freitag, 11. Juli 2014
Schlimmer als elektroschocks: denken. Und flaschenpfand als sinn
Eigentlich eine schöne sache im leben: nur mal da sitzen und ohne ablenkung keinesfalls nichts tun, sondern den gedanken nachhängen, tagträumen, frei vom zwang, sie aufzuschreiben oder sie anderen mitteilen zu wollen.
Doch offenbar wird das, was manch einer als lebensqualität sieht, von US-college-studenten als zumutung empfunden. Einer studie der Harvard Universität und der Universität von Virginia zufolge lenkten sich die studenten lieber mit elektroschoks ab, als auch nur 15 minuten nachzudenken.
Das gibt hoffnung: die werdende elite der supermacht malträtiert sich lieber selbst, als zu denken.
Ebenso wenig erhellend scheint die dissertation »Pfandsammler. Erkundungen einer urbanen Sozialfigur« des Freiburger soziologen Sebastian J. Moser zu sein.
Er will bei seinen beobachtungen festgestellt haben, daß die pfandsammler nicht des geldes wegen unterwegs seien, sondern aus sehnsucht nach einer festen tagesstruktur und einer sinnvollen betätigung. Es stelle ein zentrales problem dar, freie zeit auszufüllen.
Um freie zeit vernünftig zu verbringen, gäbe es aber wirklich genügend andere tätigkeiten, denen man nachgehen könnte: sich in einem verein engagieren, eine fremdsprache lernen, sich zu einem thema, das einen interessiert fortbilden, lesen, musik hören, selbst musizieren oder was einem auch immer einfallen mag. Um rauszukommen und leute zu sehen, was ein motiv der flaschensammler sei, könnte man auch in ein café oder einfach spazieren gehen.
Das problem dabei ist, das all diese betätigungen, die allesamt auch ihren sinn haben, in den meisten fällen nicht nur kein geld bringen, sondern im gegenteil sogar geld kosten. Wenn man knapp bei kasse ist, ist es tatsächlich sinnvoller, einer betätigung nachzugehen, die etwas geld einbringt.
Was an Mosers dissertation bzw. an diesem UniSpiegelartikel so ärgerlich ist, ist daß darum geworben wird, daß man auch diese arbeit, bei der im müll herumgewühlt werden muß, anerkennen soll.
Das sollte man nicht tun! Die menschenunwürde fängt keinesfalls erst an, wenn man solche menschen als »penner« bezeichnet, oder sie mit einer an eine schnur gebundenen flasche demütigt.
Für solche figuren, die dafür anerkennung fordern, scheint es völlig selbstverständlich zu sein, daß in dieser gesellschaft menschen so weit an den rand gedrängt werden, daß sie um jeden flaschenpfandcent dankbar sind. Da soll man nichts gegen die verhältnisse haben, sondern diese armen in ihrer gesellschaftlichen rolle anerkennen. Das ist schäbig.
Nachtrag: letzteres heißt natürlich keinesfalls, daß man zu den pfandflaschensammlern unfreundlich oder gemein sein soll. Das nicht. Man sollte jedoch nicht aktzeptieren, daß menschen so leben müssen. Auch in zeiten der arbeitslosigkeit habe ich nie das gefühl gehabt, daß es »zeit zum totschlagen« gegeben hätte, weshalb es mich fast depressiv stimmt, daß menschen mit freizeit angeblich nichts besseres mit ihrer zeit anzufangen wüßten, als aus purer langeweile flaschen im müll zu suchen. So ganz ohne not. Ich glaub das nicht.
Doch offenbar wird das, was manch einer als lebensqualität sieht, von US-college-studenten als zumutung empfunden. Einer studie der Harvard Universität und der Universität von Virginia zufolge lenkten sich die studenten lieber mit elektroschoks ab, als auch nur 15 minuten nachzudenken.
Das gibt hoffnung: die werdende elite der supermacht malträtiert sich lieber selbst, als zu denken.
Ebenso wenig erhellend scheint die dissertation »Pfandsammler. Erkundungen einer urbanen Sozialfigur« des Freiburger soziologen Sebastian J. Moser zu sein.
Er will bei seinen beobachtungen festgestellt haben, daß die pfandsammler nicht des geldes wegen unterwegs seien, sondern aus sehnsucht nach einer festen tagesstruktur und einer sinnvollen betätigung. Es stelle ein zentrales problem dar, freie zeit auszufüllen.
Um freie zeit vernünftig zu verbringen, gäbe es aber wirklich genügend andere tätigkeiten, denen man nachgehen könnte: sich in einem verein engagieren, eine fremdsprache lernen, sich zu einem thema, das einen interessiert fortbilden, lesen, musik hören, selbst musizieren oder was einem auch immer einfallen mag. Um rauszukommen und leute zu sehen, was ein motiv der flaschensammler sei, könnte man auch in ein café oder einfach spazieren gehen.
Das problem dabei ist, das all diese betätigungen, die allesamt auch ihren sinn haben, in den meisten fällen nicht nur kein geld bringen, sondern im gegenteil sogar geld kosten. Wenn man knapp bei kasse ist, ist es tatsächlich sinnvoller, einer betätigung nachzugehen, die etwas geld einbringt.
Was an Mosers dissertation bzw. an diesem UniSpiegelartikel so ärgerlich ist, ist daß darum geworben wird, daß man auch diese arbeit, bei der im müll herumgewühlt werden muß, anerkennen soll.
Das sollte man nicht tun! Die menschenunwürde fängt keinesfalls erst an, wenn man solche menschen als »penner« bezeichnet, oder sie mit einer an eine schnur gebundenen flasche demütigt.
Für solche figuren, die dafür anerkennung fordern, scheint es völlig selbstverständlich zu sein, daß in dieser gesellschaft menschen so weit an den rand gedrängt werden, daß sie um jeden flaschenpfandcent dankbar sind. Da soll man nichts gegen die verhältnisse haben, sondern diese armen in ihrer gesellschaftlichen rolle anerkennen. Das ist schäbig.
Nachtrag: letzteres heißt natürlich keinesfalls, daß man zu den pfandflaschensammlern unfreundlich oder gemein sein soll. Das nicht. Man sollte jedoch nicht aktzeptieren, daß menschen so leben müssen. Auch in zeiten der arbeitslosigkeit habe ich nie das gefühl gehabt, daß es »zeit zum totschlagen« gegeben hätte, weshalb es mich fast depressiv stimmt, daß menschen mit freizeit angeblich nichts besseres mit ihrer zeit anzufangen wüßten, als aus purer langeweile flaschen im müll zu suchen. So ganz ohne not. Ich glaub das nicht.
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Montag, 27. Januar 2014
Snowden
Gerade habe ich dieses video mit dem Edward Snowden interview angeschaut. Es war schwer zu ertragen. Der mann hat das, was sein staat tut, für schlimm genug befunden, daß er seine bürgerliche existenz aufs spiel gesetzt hat.
Er bekam morddrohungen für das, was er getan hat.
Mir ist klar, daß er kaum sagen kann, was er denkt, wenn ihm sein leben lieb ist. Daß er dermaßen hündisch der politik der USA ergeben ist, hätte ich letzten endes nicht gedacht.
Snowden ist nicht verräter der USA sondern vermutlich der letzte patriot, der tatsächlich noch an die »werte« irgendwelcher demokratien glaubt. Danken wird ihm das niemand.
Ich auch nicht, denn für patrioten, egal woher, habe ich wenig sympathien übrig.
Er bekam morddrohungen für das, was er getan hat.
Mir ist klar, daß er kaum sagen kann, was er denkt, wenn ihm sein leben lieb ist. Daß er dermaßen hündisch der politik der USA ergeben ist, hätte ich letzten endes nicht gedacht.
Snowden ist nicht verräter der USA sondern vermutlich der letzte patriot, der tatsächlich noch an die »werte« irgendwelcher demokratien glaubt. Danken wird ihm das niemand.
Ich auch nicht, denn für patrioten, egal woher, habe ich wenig sympathien übrig.
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Mittwoch, 18. Dezember 2013
Zum glück nie gewalt in Europa, sondern bloß im osten
Wer in den letzen wochen die nachrichten über die Ukraine in den öffentlich-rechtlichen medien verfolgt hat, wird festgestellt haben, daß darüber sehr viel berichtet wird.
Mir ist dazu aufgefallen, daß, wie in anderen fällen auch, fortwährend berichtet wird, ohne das geringste darüber auszusagen. Ständig sieht man bilder, daß die »opositionellen« auf dem Maidan in der kälte ausharren und böse »staatsgewalt« anrollt und zelte und barrikaden plattmacht. Und publikumsliebling Vitali Klitschko von der partei »faustschlag« darf dann äußern, daß er »das beste« für die Ukraine wolle, also »reformen« im land. Der redet von »guter zukunft und arbeitsplätzen für alle«. Was auch immer das heißen soll.
Was er vorhat und wessen interessen er vertritt kommt nicht zur sprache. Auch nicht, daß seine partei von der Konrad-Adenauer-Stiftung tatkräftig unterstützt wird und trotz der finanziellen hilfe aus dem westen die wahl verloren hat. Ebensowenig wird erwähnt, daß diese partei, gemeinsam mit der partei Timoschenkos, »vaterland«, die von der FDP unterstützt wird, mit der partei »freiheit« kooperiert, die mit der NPD zusammenarbeitet und kollaborateure des NS-regimes, denen vorgeworfen wird, für das massaker von Lemberg, bei dem 7000 menschen ermordet wurden, verantwortlich zu sein, als »volkshelden« feiert.
Alles, was man sich merken soll, ist, daß opposition »gut« und regierung »böse« sei. Schließlich vertrete die regierung die interessen »der oligarchen«. Daß Timoschenko ihrerseits oligarchin ist, die nicht allein aus purer bosheit, sondern ihrer geschäftspraktiken wegen einsitzt, soll nicht weiter stören. Auch nicht, daß Klitschko seinerseits mit seinem politischen engagement ebenfalls geschäftliche interessen verfolgen dürfte.
US außenminister John Kerry hat anfang dezember gesagt, »daß übermäßige gewalt« keinen platz in einem mondernen Europäischen staat habe. Somit gehören Deutschland und Italien für ihn offensichtlich für ihn nicht zu Europa - und modern sind diese staaten schon gar nicht - anders ist es wohl kaum zu erklären, weshalb das brutale vorgehen gegen demonstranten in Genua oder Heiligendamm keine sanktionen der USA nach sich zog.
Gewalt wird stets als solche instrumentalisiert, wenn sie sich gegen die gewalt der westlichen kapitalinteressen wendet.
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Donnerstag, 12. Dezember 2013
Fables of Faubus
In den letzen tagen wurde viel über die arpartheit und den rassismus in Südafrika gesagt und geschrieben. In sogenannt »zivilisierten« ländern ist das leider auch nicht lange her - und bis heute nicht überwunden.
Zur erinnerung daran ein stück von Charles Mingus:
Zur erinnerung daran ein stück von Charles Mingus:
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Samstag, 24. August 2013
Unschlauer protest gegen homophobie
Der US-Amerikanische journalist James Kirchick hat im englischsprachigen Russischen sender RT ein tolles zeichen gegen homophobie gesetzt: Er hat regenbogenhosenträger getragen, nicht über Manning gesprochen und den journalisten, die bei RT arbeiten, vorgeworfen, vierundzwanzig stunden täglich nur lügen über die Vereinigten Staaten zu verbreiten.
So ein nationalistischer blödsinn muß einem erstmal einfallen, wenn man aus einem land stammt, wo es überhaupt nicht verboten ist, homosexuelle mit fragwürdigen methoden »heilen« zu wollen, auch wenn das mit sicherheit nicht geht.
Es mag berechtigt sein, die russischen gesetze zu kritisieren. Aber wenn, dann wäre es doch schlauer gewesen, über »Chelsea« Mannings transsexualität zu sprechen, als in tumbe selbstdarstellung zu verfallen.
Würde der Ami denn auch in Saudiland die selbe dicke lippe riskieren? Die Saudis sind immerhin verbündete der USA - und dort werden homosexuelle nicht bloß bei »propaganda in bezug auf minderjährige« verfolgt und mit einer geldstrafe belegt.
Bei den sauberen verbündeten der USA, die auch von Deutschland mit waffen aller art beliefert werden, werden homosexuelle handlungen - oder was man dafür hält - mit dem tode bestraft.
So ein nationalistischer blödsinn muß einem erstmal einfallen, wenn man aus einem land stammt, wo es überhaupt nicht verboten ist, homosexuelle mit fragwürdigen methoden »heilen« zu wollen, auch wenn das mit sicherheit nicht geht.
Es mag berechtigt sein, die russischen gesetze zu kritisieren. Aber wenn, dann wäre es doch schlauer gewesen, über »Chelsea« Mannings transsexualität zu sprechen, als in tumbe selbstdarstellung zu verfallen.
Würde der Ami denn auch in Saudiland die selbe dicke lippe riskieren? Die Saudis sind immerhin verbündete der USA - und dort werden homosexuelle nicht bloß bei »propaganda in bezug auf minderjährige« verfolgt und mit einer geldstrafe belegt.
Bei den sauberen verbündeten der USA, die auch von Deutschland mit waffen aller art beliefert werden, werden homosexuelle handlungen - oder was man dafür hält - mit dem tode bestraft.
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Montag, 13. August 2012
Herzlichen Glückwunsch!
Heute wird Fidel Castro 86 und Karl Liebknecht 141.
Nichtsdestotrotz werden sich heute mittag in Berlin leute an einem nichtsbedeutendem denkmal versammeln, um gemeinsam die fresse zu halten.
Sie schweigen zur vergangenheit genau so, wie sie zur gegenwart das maul nicht aufkriegen.
Nichtsdestotrotz werden sich heute mittag in Berlin leute an einem nichtsbedeutendem denkmal versammeln, um gemeinsam die fresse zu halten.
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Montag, 20. Februar 2012
Präsident der arschgeigen
Noch nie habe ich das bedürfnis nach einem staatsoberhaupt empfunden. Ich benötige niemanden als präsidenten - und erst recht nicht diesen ekelhaften pfaffen Gauck.
So etwas widerwärtiges soll hier im staate etwas zu sagen bekommen. Dies sarrazynistische stück mist ist auf ganzer linie abzulehnen!
So etwas widerwärtiges soll hier im staate etwas zu sagen bekommen. Dies sarrazynistische stück mist ist auf ganzer linie abzulehnen!
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