Der Ökotest hat es vor rund einem jahr schon gewußt und bei ze.tt bekommt man es jetzt auf’s brot geschmiert: das schlimmste, was man essen kann, ist butter. Die kommunikationsdesignerin Sophia Fahrland, die letztens das buch »Klimaschutz fängt auf dem Teller an« herausbrachte beklagt nicht ohne die heute notwendige empörung
Zitat Sophia Fahrland: »In der Öffentlichkeit und auch in der Klimabewegung wird stets ein reduzierter Fleischkonsum empfohlen. Doch der Nummer-eins-Klimakiller, die Butter, wird totgeschwiegen.«Schlimm. Ein killer, der totgeschwiegen wird. Kann man das klima überhaupt killen? Klima ist doch immer, auch wenn es unangenehm wird.
Es wird angeprangert, daß für ein einzelnes kilo butter ganze 20 liter milch benötigt würden. So über den Daumen gepeilt stimmt das. Zufällig kommt sie auf das selbe CO2 äquivalent, auf das auch Ökotest gekommen ist, auch wenn die von 18 litern ausgegangen sind, was der menge entspricht, die man beim Milchindustrieverband findet. Das ergebnis drückt sie aber lieber in gramm als in kilo aus, damit es noch ein bißchen dramatischer aussieht als es ist.
Zitat aus der ze.tt: »Das Problem: Butter wird aus Milch gewonnen. Ganze 20 Liter werden für ein Kilo fertige Butter benötigt. Dementsprechend viele Kühe braucht es auch, die wiederum klimaschädliches Methan ausstoßen. Und Methan heizt das Klima 30-mal stärker an als Kohlendioxid. Fahrland schlägt deshalb vor, besser darauf zu verzichten: ›Da es so einfach ist, Butter durch Pflanzenmargarine auszuwechseln, stellt sich gar nicht die Frage, ob wir das tun sollten oder nicht.‹«Es wird so getan, als würde da für ein läppisches kilo butter total viel milch vergeudet - geradezu als würden die übrigen 17 liter dann einfach weggekippt oder einfach in der atmosphäre verpuffen oder was auch immer. Wenn man milchprodukte ißt - und wenn sie einem schmecken und man sie verträgt, spricht nichts dagegen - muß man sich tatsächlich gar nicht erst die frage stellen, ob man sie durch pflanzenfett austauschen sollte. Kuhmilch hat für gewöhnlich einen fettanteil von 4,12%, der kann aber auch bis zu 5% betragen. So bekommt man die aber normalerweise nicht zu kaufen. Handelsübliche milch ist hierzulande für gewöhnlich teilentrahmt und hat meist 1,5% oder 3,5% fett, in diesen fettstufen ist auch joghurt erhältlich. Das abgeschöpfte fett wird schlauerweise nicht weggeschmissen, sondern da wird schlagsahne, creme fraiche oder eben auch butter draus hergestellt. Bei der butterproduktion selbst fällt als nebenprodukt auch noch buttermilch an, die keineswegs weggekippt wird. Wenn man einmal von hartkäse absieht, der bei der lagerung trocknet und dadurch etwas an gewicht verliert, wird aus 18 litern milch die gleiche menge an fertigen molkereiprodukten.
An sich sollte man meinen, daß zeitschriften wie Ökotest nicht einfach den durchschnittlichen wert des CO2 ausstoßes pro liter mit der rein rechnerisch notwendigen menge pro kilo multiplizieren, ohne die nebenprodukte zu berücksichtigen. Aber ich habe mich schon öfter über die ergebnisse von Ökotest gewundert. Aber es ist ohnehin müßig dem CO2 in der ernährung hinterherzurechnen, weil das teil des kohlenstoffkreislaufs ist. Für alle, die sich nicht mehr an den biologieunterricht im 5. oder 6. schuljahr erinnern, gibt’s am schluß dieses artikels ein erklärvideo.
Im übrigen wird immer gern behauptet, daß der viehbestand ständig steigen würde. Was kühe betrifft, stimmt das für Deutschland nicht. Seit 1990 ist der bestand um rund 37% gesunken - bei ungefähr gleicher milchproduktion. Weil kühe immer ungefähr gleich viel methan rülpsen, egal wie viel milch sie geben, kann man davon ausgehen, daß milchprodukte heute klimafreundlicher als vor 30 jahren sind.
Aber zurück zu Sophia Fahrland und der ze.tt. Dort gibt es eine neue ernährungspyramide:
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| Bildschirmfoto aus der ze.tt |
Hier sieht man, daß die kommunikationsdesignerin Fahrland imstande ist, ein gleichschenkliges dreieck zu malen.
So sah die »klassische« ernährungspyramide aus. Für die interpretation derselben gilt folgendes:
Und jetzt noch das video zum kohlenstoffkreislauf:
Menschen atmen übrigens auch CO2 aus, jeder ungefähr zwei tonnen pro jahr und leute, die wie Sophia Fahrland viel heiße luft durch die gegend blasen, wahrscheinlich noch mehr. Vielleicht sollten diese gelegentlich die luft anhalten.
Zitat wikipedia: »n der Ernährungsempfehlung der DGE (nach 1992)[15] stehen an erster Stelle die Getränke, vor allem Wasser. Man sollte täglich mindestens 1,5 Liter trinken. An der Basis stehen die Grundnahrungsmittel, die langkettige Kohlenhydrate (Stärken) enthalten, wie Brot, Reis und Nudeln. Auf der nächsthöheren Ebene befinden sich Gemüse und Obst. Die dritte Stufe beinhaltet Proteine und eiweißhaltige Nahrungsmittel wie Milch und Milchprodukte einerseits sowie Fleisch, Fisch, Geflügel, Eier, Nüsse und Bohnen (Hülsenfrüchte) andererseits. An der Spitze der Pyramide sind Zucker und Fette wie Pflanzenöle zu finden, von denen nur wenig konsumiert werden sollten.«Sophia Fahrlands neue pyramide empfiehlt also, daß man sich bei bio zurückhalten sollte, saisonales und regionales mehrfach die woche essen kann, aber hauptsächlich pflanzliches zu sich nehmen sollte. Das anorganische lebensmittel wasser wird nicht empfohlen, das kann man jedoch zur not wahrscheinlich durch das pflanzliche lebensmittel wein ersetzen.
Und jetzt noch das video zum kohlenstoffkreislauf:
Menschen atmen übrigens auch CO2 aus, jeder ungefähr zwei tonnen pro jahr und leute, die wie Sophia Fahrland viel heiße luft durch die gegend blasen, wahrscheinlich noch mehr. Vielleicht sollten diese gelegentlich die luft anhalten.



