Mittwoch, 26. August 2020

Realitätsverlust

Heute morgen um ca. viertel nach zehn twitterte der Berliner innensenator:
Das bedeutet ziemlich klar, daß die coronalatscher zu hause bleiben sollen. Ungefähr eine stunde später, nämlich um 11uhr26, haben die diesen newsletter rausgehauen:

 

+ + + Aktuell: Wir haben gewonnen! + + +

Sehr geehrte DemokratInnen,

jetzt haben wir gewonnen! Das verfassungsbrüchige Regime will laut der Propagandaplattform tagesschau.de die Versammlung am Freitag verbieten. Die Maske ist gefallen. Eines ist damit sicher:

WIR HABEN GEWONNEN!

Und: Wir kommen selbstverständlich alle persönlich und nun noch viel mehr. Die Traktoren sind auch schon unterwegs.

Wir bleiben alle absolut friedlich und gehen millionenfach gemeinsam unseres Weges. Nicht wir haben die Regierung verlassen, das Regime hat uns und unsere Demokratie verlassen.

Adieu und bis morgen 17 Uhr am Berliner Breitscheidplatz!Auftakt zu unserer Friedlichen Revolution 1989 - 2020. Willkommen in Berlin! Berlin ivites Europe! Kommet zuhauf, kommet in Frieden, kommet, kommet, kommet.

Wir bleiben alle!
Die Regierung fliegt.

Herzlich demokratisch grüßt das Kollegium.
Das ist ein schönes beispiel für propaganda: selbst eine klare niederlage wird noch als »sieg« gefeiert. Das ist ungefähr wie bei esoterikern, die alles dahingehend verdrehen, daß es ins eigene weltbild paßt.

Die traktoren sind schon unterwegs. Wahrscheinlich auch tausend kamele, die gern krank werden möchten, falls sie es nicht schon sind.

Und dann auch noch dieser affige bezug zu 1989. Damals gingen die DDRler für einen besseren sozialismus auf die straße. Bekommen haben sie eine feindliche übernahme, bei der ihre produktionsmittel enteignet wurden. Daran war gar nichts friedlich. Zumindest, wenn man unter »friedlich« etwas anderes versteht als die bloße abwesenheit von waffengewalt. Die staatsgewalt hat den bürgern der DDR ihr eigentum an produktionsmitteln weggenommen.

Es verbietet sich ohnehin von selbst, zu einer demo zu gehen, zu der auch Bernd Höcke aufruft.

Nachtrag: vielleicht hätten die coronalatscher bei zeiten einen guten rat aus Island annehmen sollen. Dort wird empfohlen, von anderen »zwei schafe« abstand zu halten. Sicherlich taugen für die »zwei-schafe-regel« auch schlafschafe.

Kommentare:

  1. "Es verbietet sich ohnehin von selbst, zu einer demo zu gehen, zu der auch Bernd Höcke aufruft.
    "
    gut zu wissen. Den kann man dann ja immer gegen Entgelt dort auflaufen lassen, wo man eine Demo zerlegt haben möchte.

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    1. Unsinn. Es gibt ausreichend themen zu denen man den nicht auftreten lassen kann. Beispielsweise wenn es gegen antisemitismus und rassismus geht oder für den klimaschutz.

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  2. Es geht doch sowieso nicht um Höcke. Dort wird die gesamte deutsche Rechte Szene auflaufen. Alles was an Demokratieabschaffern Rang und Namen hat, ruft zur Teilnahme auf.

    Hier eine bebilderte Übersicht:
    https://www.volksverpetzer.de/aktuelles/corona-demo-29-08/

    Wer da mitläuft, identifiziert/infiziert sich mit Rechten. Keiner kann hinterher sagen, er/sie hätte es nicht gewußt.

    Daher bin ich für Herdenimmunität gegen Blödheit.

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    1. Herdenimmunität gegen blödheit wird es leider nicht geben.

      Na eben, bevor man zu einer demo geht, egal wie wichtig und sinnvoll einem das thema auch immer sein mag, muß man sich darüber informieren, wer der veranstalter ist, welche organisationen dazu aufrufen und wer dort reden wird. Ansonsten macht man sich zum depp. Und was für figuren das sind, die dazu aufrufen und die da rumlaufen, hat man schon am 1. august gesehen. Die rechten freuen sich natürlich, wenn sie ein paar verwirrte agitieren können. In diesem fall ist es echt nicht so, daß bei einer linken demo ein paar nazis mitmarschieren, das ist eine stramm rechte veranstaltung - die hoffentlich nicht stattfinden wird.

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    2. Für die Berlin-Demo hat das Verwaltungsgericht eine neue Hygiene-Regel bestimmt: 1,5 km (nicht m) Abstand zu Höcke.

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    3. Das demoverbot ist kassiert. Wenn man liest wer da aufruft (NPD, AfD, Patriot Opposition Europe, die identitären, der III. Weg und diverse einzelpersonen aus dem ultrarechten sumpf), weiß man, daß ein mindesabstand von 5 km geboten ist. Niemand kann hinterher behaupten, nicht gewußt zu haben, mit wem er da hinterher läuft.

      Ich gehe morgen nur zum brot holen auf die straße.

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