Wie der NDR heute abend berichtete, ist das Wacken-Open-Air für juli abgesagt.
Es ist zu befürchten, daß derartige festivals nie wieder stattfinden können. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie es aussieht, wenn die leute da dichtgedrängt stehen und sich unwiederbringlich zu einem knäuel verkeilen, das man nie wieder auseinander bekommt, der magnetischen chips wegen, die alle nach der impfung in den armen haben. Schlimm, schlimm, schlimm.
Es ist schon schwer genug, wenn man im plattenbau ständig mit den stahlbetonwänden zu kämpfen hat oder an der kühlschranktür kleben bleibt und sämtliche biervorräte austrinken muß, ob man will oder nicht.
Was hat die geheime weltregierung sich dabei nun schon wieder gedacht? Was haben die davon, wenn menschen magnetisch sind?
»Wovon man nicht schweigen kann, darüber muß man reden.
Das ist meine meinung. Aber nicht die Wittgensteins.« (Mechthild Mühlstein)
- willkommen in der schlangengrube - (nachtrag ostern 2021)
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Dienstag, 1. Juni 2021
Donnerstag, 11. März 2021
Aus der impfstoffprobierstube
Einen wundersamen wandel gab es in der vergangenen woche an der impfstoffgegnerfront. Bisher hatten sie »gewußt«, daß niemand an, sondern alle mit corona sterben und jetzt alle an und niemand mit der impfung stirbt, weil die pharmaindustrie menschenversuche macht und »uns« aus purer bosheit nach dem leben trachtet. Aber neuerdings ist das plötzlich anders. Unter anderem das rechtspopulistische FPÖblatt »Wochenblick« berichtete am 5. märz über den Lübecker professor und unternehmer Winfried Stöcker, der einen »homemade« impfstoff gegen covid-19 entwickelt hat und verklagt wurde.
Für die, die es nicht oder nur am rande mitbekommen haben, sei die geschichte kurz zusammengefaßt: der Lübecker prof. dr. W. Stöcker hat in seinem labor einen impfstoff entwickelt, diesen an sich selbst, seinen mitarbeitern und weiteren personen ausprobiert. Nachdem dieser nach zweifacher injektion bei den meisten eine immunrektion hervorrief, hat er die zulassung des impfstoffs beim Paul-Ehrlich-Institut beantragt. Daraufhin hat das PEI umgehend anzeige gegen den herrn Professor erstattet.
Die »studienergebnisse« und das »rezept« für den impfstoff findet man übrigens in Stöckers blog zwischen rezepten für seezungen (hierbei sei zu beachten, daß diese direkt vom fischer oder Hamburger Fischmarkt sein müssen. Exemplaren vom Münchner Fischmarkt oder blumengroßhändler soll man vermutlich eher mit mißtrauen begegnen) und rhabarbersaft. Lecker. Kein scherz - wer glaubt, meine phantasie sei mir an dieser stelle durchgegangen, möge bitte selbst nachschauen. Das habe ich mir nicht ausgedacht.
Für die, die es nicht oder nur am rande mitbekommen haben, sei die geschichte kurz zusammengefaßt: der Lübecker prof. dr. W. Stöcker hat in seinem labor einen impfstoff entwickelt, diesen an sich selbst, seinen mitarbeitern und weiteren personen ausprobiert. Nachdem dieser nach zweifacher injektion bei den meisten eine immunrektion hervorrief, hat er die zulassung des impfstoffs beim Paul-Ehrlich-Institut beantragt. Daraufhin hat das PEI umgehend anzeige gegen den herrn Professor erstattet.
Die »studienergebnisse« und das »rezept« für den impfstoff findet man übrigens in Stöckers blog zwischen rezepten für seezungen (hierbei sei zu beachten, daß diese direkt vom fischer oder Hamburger Fischmarkt sein müssen. Exemplaren vom Münchner Fischmarkt oder blumengroßhändler soll man vermutlich eher mit mißtrauen begegnen) und rhabarbersaft. Lecker. Kein scherz - wer glaubt, meine phantasie sei mir an dieser stelle durchgegangen, möge bitte selbst nachschauen. Das habe ich mir nicht ausgedacht.
Beim »Wochenblick« wissen die natürlich genau, weshalb der geniale herr Professor Doktor angezeigt wurde: er hat ein wirksames antigen entwickelt und weil es der »impflobby« ohnehin bloß um den gewinn geht, wird er dafür verklagt. Aber nicht nur, denn schließlich wird der arme alte mann, wie sollte es anders sein, auch politisch verfolgt.
Seit monaten plärren blätter wie der »Wochenblick« aus allen rohren, daß die pharmaindustrie menschenversuche mache, die impfstoffe nicht ausreichend erprobt wären, die wirksamkeit fragwürdig, man die nebenwirkungen noch gar nicht kennen könne und das alles zwangsläufig zum tode führe. In diesem fall jedoch wissen sie hingegen ganz genau, daß hier nur eine riesensauerei vorliegen kann, wenn dieser rechtschaffende mensch so eine tolle erfindung macht und dann verklagt wird.
Auf die idee, daß das womöglich daran liegen könnte, daß der saubere herr erfinder sich in keiner weise an geltende gesetze gehalten hat, kommt keiner von denen: bevor man arzeneimittel an irgendwelchen menschen testet, muß man nachweisen, daß diese für den menschen ungefährlich sind und sich studien dazu von den zuständigen behörden genehmigen lassen. Im falle von impfstoffen sind das die ethikkommission und das Paul-Ehrlich-Institut. Der herr Professor Doktor ist so überzeugt von sich, daß er meint, das nicht nötig zu haben. Überdies ist es verboten, die eigenen mitarbeiter für derartige versuche heranzuziehen, denn womöglich ist es mit der freiwilligkeit von abhängig beschäftigten nicht so weit her. Insgesamt kann man sagen, daß man es hier nicht mit einem selbstlosen weltretter zu tun hat, sondern eher mit einem schwerreichen unternehmer, dem gesetze und wissenschaftliche standards am arsch vorbeigehen. Dazu hat er sich auf seiner internetseite auch geäußert.
Was ich meinen lesern nicht vorenthalten möchte: Stöckers rezept für rhabarbersaft finde ich so lala, einen selbstversuch ist das eher nicht wert. Von so einem laborexperten hätte ich erhofft, daß er wenigstens erklärt, wie man bananadrink auf rhabarberbasis macht.
Zitat Wochenblick, 5. märz 2021: »Aus welchen Gründen diese offene Feindschaft besteht ist unklar. Was dafür sehr wohl bekannt ist: Dass Stöcker bereits in der Vergangenheit gegen öffentliche Erzählungen aufbegehrte. So führte eine Aussage des früheren Medizin-Professors, dass er Migranten aus dem nahen Osten lieber in die Heimat zurückschicken wolle als ihnen zu erlauben, sich in Deutschland ›festzusetzen‹, zu einer Distanzierungswelle des politisch-korrekten Empöriums.Und weil es um die interessen finsterer mächte geht, hat der »Wochenblick« am dienstag noch einmal nachgelegt:
Insbesondere für die Vollverschleierung von Frauen hatte er zudem kein Verständnis. Kritisch sah er auch die #MeToo-Bewegung und den postmodernen Feminismus. Mehrfach äußerte er sich zudem kritisch gegenüber Kanzlerin Merkel (CDU). Ob seine Ausbootung auch mit seiner Unbotmäßigkeit zu tun hat, ist nicht bekannt. Aber offenbar haben es Systemkritiker in Deutschland schwierig, selbst dann, wenn sie sich in die Dienste dessen stellen wollen, was die Regierung zum Staatsziel erklärt.«
Zitat Wochenblick, 9. märz 2021: »Es sollte eigentlich DIE Sensation sein: Der erfolgreiche deutsche Immunologe Professor Dr. Stöcker entwickelte in Eigenregie einen wirksamen Tot-Impfstoff gegen das Corona-Virus. Er soll so wirksam sein, dass er sogar vor einer Erst-Infektion schützt. Doch die Impfstoff-Sensation soll im Interesse der Pharma-Industrie offenbar im Verborgenen bleiben werden. Sie klagte den erfolgreichen Erfinder, wie Wochenblick berichtete.«Dazu ist es natürlich interessant zu wissen, daß der herr Professor Doktor selbst ein teil der pharmaindustrie ist. Er war gründer und eigentümer der firma Euroimmun, welche ein bedeutender hersteller von reagenzien für labormedizin ist und die er 2017 für $1,3 milliarden verkauft hat. Derzeit besitzt er ein labor mit fünfzig mitarbeitern in Lübeck.
Seit monaten plärren blätter wie der »Wochenblick« aus allen rohren, daß die pharmaindustrie menschenversuche mache, die impfstoffe nicht ausreichend erprobt wären, die wirksamkeit fragwürdig, man die nebenwirkungen noch gar nicht kennen könne und das alles zwangsläufig zum tode führe. In diesem fall jedoch wissen sie hingegen ganz genau, daß hier nur eine riesensauerei vorliegen kann, wenn dieser rechtschaffende mensch so eine tolle erfindung macht und dann verklagt wird.
Auf die idee, daß das womöglich daran liegen könnte, daß der saubere herr erfinder sich in keiner weise an geltende gesetze gehalten hat, kommt keiner von denen: bevor man arzeneimittel an irgendwelchen menschen testet, muß man nachweisen, daß diese für den menschen ungefährlich sind und sich studien dazu von den zuständigen behörden genehmigen lassen. Im falle von impfstoffen sind das die ethikkommission und das Paul-Ehrlich-Institut. Der herr Professor Doktor ist so überzeugt von sich, daß er meint, das nicht nötig zu haben. Überdies ist es verboten, die eigenen mitarbeiter für derartige versuche heranzuziehen, denn womöglich ist es mit der freiwilligkeit von abhängig beschäftigten nicht so weit her. Insgesamt kann man sagen, daß man es hier nicht mit einem selbstlosen weltretter zu tun hat, sondern eher mit einem schwerreichen unternehmer, dem gesetze und wissenschaftliche standards am arsch vorbeigehen. Dazu hat er sich auf seiner internetseite auch geäußert.
Zitat prof. dr. Winfried Stöcker: »Man braucht in der aktuellen katastrophalen Situation keine langwierigen Doppelblindversuche, um Unterschiede in der Wirksamkeit genau herauszuarbeiten. Man impft die ersten tausend Probanden (am besten mit dem Lübecker Verfahren), und macht sie gleich immun. Wenn das gut geht, kommen zehntausend Leute dran, und dann der Rest. Aber manche Kliniker haben stets ihr Drittmittelkonto im Auge und wollen in für sie bewährter Weise die Sache wissenschaftlich angehen und erst einmal sorgsam herausfinden, ob sich bei einem Impfstoff-Kandidaten ein paar Prozent mehr oder weniger Anti-Covid-Antikörper entwickeln. Denn nicht jeder Impfstoff wird wie der aus Lübeck in der Lage sein, bei 95% der Patienten Antikörper in sehr hoher Konzentration zu induzieren, die den Coronavirus ausschalten (neutralisieren).«Während sich die böse pharmamafia an die gesetze gehalten hat und ihre impfstoffe erst auf unbedenklichkeit überprüft hat und danach in aufwändigen kontrollierten doppelblindstudien an zigtausenden probanden die wirksamkeit und nebenwirkungen überprüft hat, um die zulassung zu erhalten, findet der herr Professor Doktor so etwas unnütz und zeitverschwendung. Ist schließlich unsinn, denn seltene nebenwirkungen, die nur bei einem von zehn- oder hunderdtausend vorgekommen wären, hat es bekanntermaßen noch nie gegeben. Aber immerhin kann man an diesem fall lernen, daß es auffällt, wenn jemand sich nicht an die gesetze hält. Und daß ausgerechnet die, die das tiefste mißtrauen gegen die pharmaindustrie hegen, am lautesten protestieren, wenn einer unerlaubte menschenversuche macht und dafür angezeigt wird.
Was ich meinen lesern nicht vorenthalten möchte: Stöckers rezept für rhabarbersaft finde ich so lala, einen selbstversuch ist das eher nicht wert. Von so einem laborexperten hätte ich erhofft, daß er wenigstens erklärt, wie man bananadrink auf rhabarberbasis macht.
Samstag, 7. April 2018
Gomringer darf in Hellersdorf bleiben
Nachdem im vergangenen jahr endlich mal in der öffentlichkeit über poesie gesprochen wurden, wenngleich auch aus bescheuertem anlaß, soll Eugen Gomringers gedicht »avenidas« nun doch in Hellersdorf bleiben. Zwar nicht an der fassade der Alice-Salomon-Hochschule, sondern an einer fassade der wohngenossenschaft »Grüne Mitte«, die häuser in der nähe der hochschule besitzt. Aus dem vorschlag eines genossenschaftsmitgliedes:
Leider ist die hysterie, »als frau« dieses oder jenes kunstwerk »abstoßend« zu finden und die überpinselung oder verhüllung durchsetzen zu müssen, nicht auf Berlin beschränkt. Das findet inzwischen auch noch im letzten kaff in Norddeutschland statt. Nach der beschwerde einer SPDgemeindevertreterin mußten dort im märz während einer ausstellung bilder verhüllt werden. Es reicht nicht, wenn Berlin provinzpossen vorturnt, die provinz selbst muß es nachturnen.
»Ich als frau« fühle mich beispielsweise von diesem objekt an zentralem ort in Berlin gestört:
»...dass wir eine gut sichtbare Wand finden, an der das Gedicht ‚Avenidas’ ein neues Zuhause bekommt. Vielleicht fällt es den hysterischen Studentinnen hier jeden Morgen auf dem Weg zu ihrer Hochschule ins Auge. Sie werden keine Chance haben, es noch einmal zu tilgen!«Nette aktion, herr Gomringer soll bereits sein einverständnis dafür gegeben haben. Ich bin schon gespannt, wann und wie sie das umsetzen werden.
Leider ist die hysterie, »als frau« dieses oder jenes kunstwerk »abstoßend« zu finden und die überpinselung oder verhüllung durchsetzen zu müssen, nicht auf Berlin beschränkt. Das findet inzwischen auch noch im letzten kaff in Norddeutschland statt. Nach der beschwerde einer SPDgemeindevertreterin mußten dort im märz während einer ausstellung bilder verhüllt werden. Es reicht nicht, wenn Berlin provinzpossen vorturnt, die provinz selbst muß es nachturnen.
»Ich als frau« fühle mich beispielsweise von diesem objekt an zentralem ort in Berlin gestört:
Nicht, daß mich das ding direkt sexuell belästigen würde, aber belästigen an sich ist schon schlimm genug. Deshalb schlage ich das hier vor (bitte link folgen).
Über manches gehörte vielleicht doch der mantel des schweigens.
Über manches gehörte vielleicht doch der mantel des schweigens.
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Mittwoch, 29. März 2017
Der Deutsche traum: vom tellerwäscher zur AfD
An sich ist es kein geheimnis: nicht alle menschen, die zu einer an sich diskriminierten minderheit gehören, sind deshalb automatisch links. Es gibt konservative oder sogar rechtsextreme frauen, schwule und ausländer.
Und es gibt den herrn Demagbo von der AfD, der aus Benin in Westafrika stammt, der sprachwissenschaftler ist, zum studium nach Kiel kam, dort eine zweite heimat fand und »multikulti« als gescheitert bezeichnet, was auch immer man als »multikulti« bezeichnet. Beispiele hierfür seien Duisburg-Marxloh und Berlin-Marzahn.
Ich kenne Duisburg-Marxloh nur dem namen nach. Ist berüchtigt wegen der über 50% ausländeranteil. Aber Marzahn? Multikulti? Ich hatte dort in den letzten tagen mehrfach zu tun. War alles wie immer: im russischen supermarkt ein paar leute, die mit akzent Deutsch sprachen und der frühlingsrollenverkäufer in der bude an der ecke, der vielleicht in den 80er jahren als vertragsarbeiter aus Vietnam kam. Ansonsten alles Deutsch. Wahrscheinlich gibt es in Deutschland in einer großstadt keinen Deutscheren ort als Marzahn. Mit mehr als 95% inländeranteil ist multikulti tatsächlich kaum möglich. Das sind ganz neue töne aus der AfD, daß multikultur offenbar am zu hohen inländeranteil scheitert.
In einem interview mit dem ZDF im März 2016 sagte herr Demagbo über seine integration in Deutschland:
Das ist keine gute idee. Er denkt allein von seiner eigenen betroffenheit aus. In Kiel sind die von der AfD offenbar eher wirtschaftorientiert, die gegen die »guten ausländer« wenig haben. Und zu den »guten« zählt herr Demagbo sich auch selbst. Schließlich ist er kein armutsflüchtling, er stammt aus guten verhältnissen, hat sich sein studium in Deutschland redlich mit tellerwaschen verdient und ist in der Deutschen bürgergesellschaft angekommen. Er betrachtet es sogar als positiv, wenn Björn Höcke vom lebensfreudigen Afrikanischen ausbreitungstyp spricht. Schließlich sei er lebensbejahend. Noch mal zur erinnerung in kürze, was herr Höcke gesagt hat:
Mich erinnert die geschichte des herrn Demagbo ein wenig an jene Juden, die Deutschnational waren und kaum begreifen konnten, daß sie im »Dritten Reich« unerwünscht waren. Bezugnehmend auf Brecht sagte damals Horst Hannibal »HoHaSchmi« Schmidt: »Und die noch dümmeren kälber verrichten sogar die arbeit ihrer schlächter selber.«
Und es gibt den herrn Demagbo von der AfD, der aus Benin in Westafrika stammt, der sprachwissenschaftler ist, zum studium nach Kiel kam, dort eine zweite heimat fand und »multikulti« als gescheitert bezeichnet, was auch immer man als »multikulti« bezeichnet. Beispiele hierfür seien Duisburg-Marxloh und Berlin-Marzahn.
Ich kenne Duisburg-Marxloh nur dem namen nach. Ist berüchtigt wegen der über 50% ausländeranteil. Aber Marzahn? Multikulti? Ich hatte dort in den letzten tagen mehrfach zu tun. War alles wie immer: im russischen supermarkt ein paar leute, die mit akzent Deutsch sprachen und der frühlingsrollenverkäufer in der bude an der ecke, der vielleicht in den 80er jahren als vertragsarbeiter aus Vietnam kam. Ansonsten alles Deutsch. Wahrscheinlich gibt es in Deutschland in einer großstadt keinen Deutscheren ort als Marzahn. Mit mehr als 95% inländeranteil ist multikulti tatsächlich kaum möglich. Das sind ganz neue töne aus der AfD, daß multikultur offenbar am zu hohen inländeranteil scheitert.
In einem interview mit dem ZDF im März 2016 sagte herr Demagbo über seine integration in Deutschland:
Zitat Achille Demagbo: »Damals war die stimmung sehr gut, mir wurde enorm geholfen. Ich bin sehr dankbar dafür. Die Deutschen sind nicht ausländerfeindlich, ganz im gegenteil, die Deutschen schätzen jeden, der hier lebt und die demokratischen werte Deutschlands schätzt.«Positiver rassismus ist immer schon nicht schlauer gewesen als negativer. Die aussage, daß »die Deutschen« nicht ausländerfeindlich sind ist genau so falsch wie die behauptung, daß »die Deutschen« alle rassisten wären. Wahrscheinlich wäre es sogar falsch zu behaupten, daß alle in der AfD ausländerfeindlich wären.
Zitat Achille Demagbo: »Man kann mir getrost abnehmen, daß ich niemals einer rassistischen partei beitrete. Und eine solche partei würde mich auch nicht in den landesvorstand wählen.«Allein, weil Achille Demagbo es in den vorstand der AfD geschafft hat, soll man also glauben, die AfD hätte nichts mit rassismus zu tun.
Das ist keine gute idee. Er denkt allein von seiner eigenen betroffenheit aus. In Kiel sind die von der AfD offenbar eher wirtschaftorientiert, die gegen die »guten ausländer« wenig haben. Und zu den »guten« zählt herr Demagbo sich auch selbst. Schließlich ist er kein armutsflüchtling, er stammt aus guten verhältnissen, hat sich sein studium in Deutschland redlich mit tellerwaschen verdient und ist in der Deutschen bürgergesellschaft angekommen. Er betrachtet es sogar als positiv, wenn Björn Höcke vom lebensfreudigen Afrikanischen ausbreitungstyp spricht. Schließlich sei er lebensbejahend. Noch mal zur erinnerung in kürze, was herr Höcke gesagt hat:
Zitat Björn Höcke:»In Afrika herrscht nämlich die sogenannte r-strategie vor, die auf eine möglichst hohe wachstumsrate abziehlt, dort dominiert der sogannte ›ausbreitungs-typ‹ und in Europa verfolgt man großteils die K-strategie, die die kapazität des lebensraumes optimal ausnutzen möchte, hier lebt der ›platzhalter-typ‹Das hört sich nicht danach an, als wären dem Herrn Höcke Afrikaner in Deutschland besonders willkommen. Für mich klingt das eher völkisch. Es klingt ein bißchen wie die aussage eines anderen, der früher in Deutschland unter dem namen »der Führer« bekannt war:
[…] im 21. jahrhundert trifft der lebensfreudige Afrikanische ›ausbreitungs-typ‹ auf den selbstverneinenden Europäischen ›platzhalter-typ‹ […] An dieser stelle ist es angeraten, meiner meinung nach, mal die populationsökologische brille aufzuziehen, um den blick noch etwas zu weiten.[…] Die länder Afrikas, sie brauchen die Deutsche grenze, die länder Afrikas, sie brauchen die Europäische grenze, um zu einer ökologisch-nachhaltigen bevölkerungspolitik zu finden.«
Zitat Hitler: »Juden waren und sind es, die den Neger an den Rhein bringen, immer mit dem gleichen Hintergedanken und klaren Ziele, durch die dadurch zwangsläufig eintretende Bastardierung die ihnen verhaßte weiße Rasse zu zerstören, von ihrer kulturellen und politischen Höhe zu stürzen und selber zu ihren Herren aufzusteigen.So würde das heute niemand mehr sagen. Schon allein, weil es den meisten menschen bekannt ist, daß das mit den Juden eine verschwörungstheorie ist und man sich damit lächerlich macht. Aber, daß man den Hitler als »böse« darstellt, damit hat Höcke ein problem:
Denn ein rassereines Volk, das sich seines Blutes bewußt ist, wird vom Juden niemals unterjocht werden können. Er wird auf dieser Welt ewig nur der Herr von Bastarden sein.
So versucht er planmäßig, das Rassenniveau durch eine dauernde Vergiftung der einzelnen zu senken.«
Zitat Björn Höcke: »Wissen Sie, das große Problem ist, dass man Hitler als das absolut Böse darstellt[...]Wir wissen aber natürlich, dass es in der Geschichte kein Schwarz und kein Weiß gibt. Und dass es viele Grautöne gibt. [...]Sogar der schlimmste Schwerverbrecher hat vielleicht irgendetwas Gutes, irgendetwas Liebenswertes, aber er ist trotzdem ein Schwerverbrecher [...] es ist ausgeschlossen – rein von der Logik her, also rein philosophisch gesehen ist es ausgeschlossen – dass ein Mensch nur dunkel ist.«Weniger probleme dürften Höcke und seine freunde damit haben, was Hitler über die integration von ausländern, damals »Germanisation« genannt, geschrieben hat:
Zitat Hitler: »Es ist aber ein kaum faßlicher Denkfehler, zu glauben, daß, sagen wir, aus einem Neger oder einem Chinesen ein Germane wird, weil er Deutsch lernt und bereit ist, künftighin die deutsche Sprache zu sprechen und etwa einer deutschen politischen Partei seine Stimme zu geben. Daß jede solche Germanisation in Wirklichkeit eine Entgermanisation ist, wurde unserer bürgerlichen nationalen Welt niemals klar. Denn wenn heute durch das Oktroyieren einer allgemeinen Sprache bisher sichtbar in die Augen springende Unterschiede zwischen verschiedenen Völkern überbrückt und endlich verwischt werden, so bedeutet dies den Beginn einer Bastardierung und damit in unserem Fall nicht eine Germanisierung, sondern eine Vernichtung germanischen Elementes. Es kommt in der Geschichte nur zu häufig vor, daß es den äußeren Machtmitteln eines Eroberervolkes zwar gelingt, den Unterdrückten ihre Sprache aufzuzwingen, daß aber nach tausend Jahren ihre Sprache von einem anderen Volk geredet wird und die Sieger dadurch zu den eigentlich Besiegten werden.Daß man Deutsch nicht werden, sondern nur sein kann, entspricht bis heute dem denken der rechtsextremen. Und das kommt auch in der AfD vor, weshalb jeder, der sich in der partei engagiert oder sie wählt, sich mit faschisten gemein macht.
Da das Volkstum, besser die Rasse, eben nicht in der Sprache liegt, sondern im Blute, würde man von einer Germanisation erst dann sprechen dürfen, wenn es gelänge, durch einen solchen Prozeß das Blut der Unterlegenen umzuwandeln. Das aber ist unmöglich. Es sei denn, es erfolge durch eine Blutvermischung eine Änderung, welche aber die Niedersenkung des Niveaus der höheren Rasse bedeutet.«
Mich erinnert die geschichte des herrn Demagbo ein wenig an jene Juden, die Deutschnational waren und kaum begreifen konnten, daß sie im »Dritten Reich« unerwünscht waren. Bezugnehmend auf Brecht sagte damals Horst Hannibal »HoHaSchmi« Schmidt: »Und die noch dümmeren kälber verrichten sogar die arbeit ihrer schlächter selber.«
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Samstag, 25. Juli 2015
Einheitspartei Deutschlands (ED)
Wirklich erstaunt hat mich diese woche die aussage des ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein, Torsten Albig. So eine grundehrliche aussage über die politik in diesem staat, bekommt man selten zu hören. Und schon gar nicht von einem SPDisten. Aber was hat er denn eigentlich gesagt?
»Früher« war es notwendig, zwei parteien zu so einer einheit willkürlich zusammenzuschweißen. Der heutige staat schafft das durch sachzwänge auch so. Zu wählen gibt es die Einheitspartei Deutschlands (ED) - und die muß nicht einmal so heißen - egal, was man in der wahlkabine ankreuzt, heraus kommt das selbe. Einig sind sie sich, wohin es gehen muß. Und weil »die Deutschen Merkel mögen« (ich nicht), braucht auch niemand einen gegenkandidat. Endlich hat sich mal einer getraut, das auszusprechen.
Vielleicht begreift jetzt der erste sozialdemokrat, der gern etwas ändern würde, daß die Deutsche sozialdemokratie am 30. juni 1913 untergegangen ist. Damals bewilligte die SPD die besitzsteuervorlage zur finanziellen deckung der rüstungskosten. Damit stand die SPD gegen die interessen der arbeiter auf der seite der obrigkeit und deren kriegsinteressen. Das ist bis heute so. Die SPD ist immer dafür gut, dem kapital die kohlen aus dem feuer zu holen.
Ein »hoch« auf die bürgerliche demokratie!
Zitat Torsten Albig:»Ich kann auch nicht beurteilen, wieviel frau merkel als person ausmacht, hab’s ja an einer anderen stelle schon gesagt, sie macht das ganz ausgezeichnet, sie ist ’ne gute kanzlerIn. ’ne kanzlerIn, wie Deutsche sie offensichtlich mögen.Das ist doch eine klare ansage, was die wahl in diesem staat bedeutet. Es geht beileibe nicht um eine andere politik, sondern um nuancen in der selben politik. Und etwas anderes als das ist nicht möglich.
Und das muß man nun mal zur kenntnis nehmen. Und macht auch kein sinn, sich jeden tag ein beißholz zu nehmen und da weinend reinzubeißen […] ich glaube, es ist schwer, gegen diese bundeskanzlerin eine wahl zu gewinnen.
Deswegen ist auch eine wahl, wo wir sagen ›wir wollen teil einer bundesregierung sein‹ eine berechtigte wahl. Ich glaube jetzt reinzugehen und zu sagen ›wir erwarten morgen die absolute mehrheit‹, das wär ziemlich bescheuert. Das glaubt uns ja kein mensch.
Ähm, es ist noch lange hin bis 2017, aber wär heute wahl, finde ich das wäre eine absolut legitime wahlaussage, das eine regierung an der sozialdemokraten beteiligt sind eine bessere regierung ist als eine, wo die CDU alleine regiert und das muß unser wahlziel und kann auch ein wahlziel sein. Und auch dafür brauchen sie einen starken kandidaten, der uns dann inne regierung führt.
Ob da die bezeichnung ›kanzlerkandidat‹ noch richtig ist, werden wir sehen. Er ist dann der ›spitzenkandidat der sozialdemokraten‹ und er sorgt dafür wie wir das, finde ich, derzeit exzellent tun, das sozialdemokratische programmatik auch gegenstand von vierjähriger politik auch in Berlin ist.
Und das wir nicht erleben, daß wir der in opposiotion schöne programme schreiben, die aber kein mensch umsetzt.«
»Früher« war es notwendig, zwei parteien zu so einer einheit willkürlich zusammenzuschweißen. Der heutige staat schafft das durch sachzwänge auch so. Zu wählen gibt es die Einheitspartei Deutschlands (ED) - und die muß nicht einmal so heißen - egal, was man in der wahlkabine ankreuzt, heraus kommt das selbe. Einig sind sie sich, wohin es gehen muß. Und weil »die Deutschen Merkel mögen« (ich nicht), braucht auch niemand einen gegenkandidat. Endlich hat sich mal einer getraut, das auszusprechen.
Vielleicht begreift jetzt der erste sozialdemokrat, der gern etwas ändern würde, daß die Deutsche sozialdemokratie am 30. juni 1913 untergegangen ist. Damals bewilligte die SPD die besitzsteuervorlage zur finanziellen deckung der rüstungskosten. Damit stand die SPD gegen die interessen der arbeiter auf der seite der obrigkeit und deren kriegsinteressen. Das ist bis heute so. Die SPD ist immer dafür gut, dem kapital die kohlen aus dem feuer zu holen.
Ein »hoch« auf die bürgerliche demokratie!
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