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Donnerstag, 7. September 2017

Überfremdung? Weg mit den Arabischen zahlen!

Am 24. september ist nicht nur bundestagswahl. In vielen städten wird an diesem tag auch der bürgermeister gewählt. So auch in Völklingen im Saarland. Dort tritt der 60jährige handelsvertreter Otfied Best für die NPD an.


Uwe Faust:»Mein name ist Uwe Faust von der partei DIE PARTEI. Ich hätte eine frage an herrn Best.

Herr Best, laut baugesetzbuch § 126 ist jeder eigentümer verpflichtet, sein grundstück mit der durch die gemeinde vorgegebenen nummer zu kennzeichnen.

Jetzt ist mir erschreckend aufgefallen, dass in Völklingen viele hausnummern mit arabischen zahlen gekennzeichnet sind. Wie möchten Sie gegen diese schleichende überfremdung vorgehen?«


Otfried Best:»Da warten Sie ab, Herr Faust, wenn ich Oberbürgermeister bin, da werde ich das ändern und dann werden da mal normale zahlen drankommen.«

Bleibt nur die frage offen, was denn »normale zahlen« sind.

Sonntag, 30. Oktober 2016

UN-Menschenrechtsrat

Erinnert sich noch jemand an Raif Badawi?

Das ist der Saudiarabische blogger, der vor zwei jahren wegen der forderung nach religionsfreiheit zu zehn jahren knast, 1000 peitschenhieben und einer sechsstelligen geldstrafe verurteilt wurde. Zwar wurde die körperstrafe ausgesetzt, weil sein gesundheitszustand im januar 2015 nach den ersten 50 hieben sehr schlecht war und der fall internationale aufmerksamkeit auf sich zog, doch laut bericht der FAZ drohen weitere hiebe.

Gegen die menschenrechte scheint all das nicht zu verstoßen. Saudi-Arabien wurde wieder in den UN-Menschenrechtsrat gewählt. Der bock als gärtner hat sich schon immer gut gemacht.

Samstag, 9. April 2016

Die atheisten sind an allem schuld

Die frohe botschaft an ostern wurde der christlichen welt und besonders den katholiken durch den Fuldaer bischof Algermissen überbracht. Denn ein
zitat:»Mensch ohne Auferstehungsglauben zu einem 'großen Sicherheitsrisiko' für die Mitwelt werde, denn seine Hektik und Daseinsangst ließen ihn 'zuschlagen und zerstören'.«
Angeblich würden sonst die menschen im »hauch der mächte des todes ersticken«. Das ist eine erstaunliche botschaft, denn atheisten sind keine übermäßig todesverliebten menschen. Für atheisten gibt es kein jenseits, keine auferstehung und kein leben nach dem tod. Aus diesem grund ist es für atheisten wichtig, das leben vor dem tod zu achten.

Mir ist bisher nicht zu ohren gekommen, daß säkulare menschen aus hass religiöse menschen töten würden. Stattdessen mußte ich erst kürzlich wieder lesen, daß in Bangladesh schon wieder ein atheistischer blogger von religiösen fanatikern ermordet wurde. Er war der zehnte seit 2013.

Aber es sind keinesfalls nur muslime, die die welt in ein schlachtfeld verwandeln. Im »Spiegel« nr. 13/2016 wurde auf seite 20 erwähnt, daß fundamentalisten aus dem »bible belt« es sich etwas kosten lassen, den bürgerkrieg in Côte d’Ivoire auf religiöse weise anzuheizen. Diese christen haben offensichtlich kein problem damit, im vermeintlichen endkampf gegen den »antichristen« (in diesem fall die muslimischen gegner) menschenopfer zu bringen.

Vermutlich sind für den Fuldaer bischof Algermissen, dessen vorgänger Dyba als der »glöckner von Fulda« bekannt war, an all diesen problemen allein die atheisten schuld, die nicht an die auferstehung glauben.


Samstag, 16. Januar 2016

Muß sie denn, muß sie denn ins zwangsjäckle hinein?

Da hat endlich mal einer was gesagt. Und zwar etwas, was viele ohnehin schon immer »gewußt« haben: die MerkelIn gehört in einer zwangsjacke aus dem bundeskanzleramt abgeführt.

Es ist auch nicht schlimm, wenn man sich ärgert und sowas denkt oder am stammtisch sagt.

In der öffentlichkeit ist sowas eher peinlich. Die MerkelIn hat keinesfalls den verstand verloren, sie führt den staat sehr souverän. Im gegensatz zu herrn Höcke hat sie genau begriffen, worum es hier geht: nämlich nicht, etwas für die bisherigen insassen dieses staates zu tun, sondern etwas zu machen, was hauptsächlich dem hiesigen kapital nützt.

Da sind quasi alle bedient. Das wollen die idiotischen nationalisten auch, nur ein bißchen anders. Toll.

Donnerstag, 24. September 2015

Das smartphone ist schuld!

Im vergangenen sommer hatte ich eine etwas merkwürdige diskussion. Das smartphone sei schuld, daß das kapital den klassenkampf gewonnen habe, schließlich verblöde so ein ding schon die jugend, die nicht mehr miteinander rede, weil sie immer nur auf den doofen kasten gucke und ihre umwelt ohnehin nicht mehr wahrnehme.

Von selber seite kam kürzlich die wundersame wandlung: das smartphone sei schuld an den flüchtlingsströhmen, weil die hier eintreffenden jungen menschen ihren daheimgebliebenen kollegen das gerücht vom »kostenlosen Deutschland« mitteilen würden.

Was denn nun? Oder sind Afrikaner und menschen aus dem Nahen Osten in der richtigen anwendung von technik einfach nur klüger als Deutsche?

Die widrigen herrschaftsverhältnisse, an denen menschen verzweifeln, setzt so ein smartphone garantiert nicht in die welt.

Sonntag, 7. Juni 2015

Gnadenlos

In Saudiland hat der oberste gerichtshof das Urteil gegen den liberalen blogger Raif Badawi bestätigt. Diese entscheidung des gerichts ist letztinstanzlich und »unwiderruflich«, damit wird Raif Badawi seine zehnjährige haft verbüßen müssen, weiterhin drohen ihm 950 peitschenhiebe.

Dem blogger wird vorgeworfen, er habe den islam verspottet, weil er u.a. geschrieben hatte, daß atheisten, christen, juden und muslime gleichwertige menschen sind.

Sicherlich wird dieses urteil den geschäftlichen beziehungen Deutschlands zu Saudi Arabien keinen abbruch tun. Die rüstungsindustrie wird es freuen.

Donnerstag, 2. April 2015

Neues von Raif Badawi

In der aktuellen ausgabe druckt der Spiegel den »brief aus dem gefängnis« ab, den Raif Badawi schrieb und der gestern zusammen mit seinen blogtexten im Ullsteinverlag erschienen ist.

In der kleinen auswahl an blogposts, die der Spiegel abgedruckt hat, konnte ich nichts blasphemisches finden. Im grunde glaube ich nicht, daß die mehrheit der muslime so denkt. In einem dieser artikel aus dem jahr 2011 schreibt er, daß seine großmutter ihm erzählt habe, daß die es die trennung der geschlechter noch nicht lange gäbe und daß vorher frauen auch in händlerinnen auf dem markt oder auch in handwerksbetrieben gearbeitet hätten, und daß dies erst seit ungefähr dreißig jahren nicht mehr so wäre.

Bereits am 18. februar 2012 schrieb er über das kalifat in seinem blog:

Träume vom Kalifat

Viele islamistisch frömmelnden Aktivisten in unserer Region träumen von einer Wiedereinführung des Kalifats. […] Es ist eine systematische Massenmobilisierung im Gange, bei der die Bürger indoktriniert werden, indem man sie die ganze Zeit mit Religion und Religiosität berieselt - oder zumindest mit dem, was Islamisten dafür halten.

Doch in letzter Zeit haben sie angefangen, sich gegenseitig mit ihrer Liebe zum Propheten Mohammed, Friede sei mit ihm geradezu zu überbieten. Man wetzt jetzt kräftig die Messer, wiegelt die Gemüter auf und droht lautstark mit eine Vernichtungskrieg gegen alles, was irgendwie mit Kultur und Aufklärung zu tun hat. Denn aus ihrer Sicht ist das gleichzusetzen mit Ketzertum, Atheismus und Blasphemie.

Hoffentlich bleiben ihm die weiteren 950 peitschenhiebe erspart.

Der religionskritische blogger Abhijit Roy wurde ende februar in Bangladesch von unbekannten ermordet

Nachtrag: Am 30. märz 2015 wurde in Bangladesch der blogger Washiqur Rahman ermordet.
Bereits im Jahr 2013 war Bangladesch der atheistische Blogger Ahmed Rajib Haider von einer kleinen Islamistengruppe ermordet worden. Sein Tod trieb damals zehntausende Menschen zu Protesten auf die Straßen. Zugleich forderten radikale Islamisten, atheistische Blogger wegen Gotteslästerung hinzurichten.

Die säkulare Regierung von Ministerpräsidentin Sheikh Hasina ließ daraufhin vier Blogger festnehmen und ein Dutzend Websites und Blogs blockieren. Zugleich verstärkte sie die Sicherheitsvorkehrungen für die Blogger.

Donnerstag, 5. Februar 2015

Weitere rüstungsexporte nach Saudi Arabien

Nachdem die regierung die krokodilstränen für die pressefreiheit verdrückt hat, hat sie weitere rüstungsexporte nach Saudi Arabien bewilligt.

Weiterhin bleibt unklar, ob Raif Badawi nach dem machtwechsel in Saudi Arabien begnadigt wird oder weiter in haft bleibt und, nachdem die prügelstrafe nach den ersten 50 peitschenhieben wegen seines gesundheitszustands ausgesetzt wurde, die übrigen 950 schläge wird erdulden müssen.

Sonntag, 11. Januar 2015

1.000 peitschenhiebe und 10 jahre haft

Leider ist das »christliche abendland« nicht so zivilisiert, wie man es manchmal gern sehen würde. Man muß dafür nicht weit in der geschichte zurückgehen, wie etwa bis zu den hexenprozessen, die es bis ins späte 18. jahrhundert gab.

Und man muß auch nicht nicht in die USA schauen, wo bis heute in gefängnissen gefoltert wird und bis heute die todesstrafe gilt. Auch in Deutschland passieren ausreichend unerfreuliche dinge. Ich erinnere daran, daß am 7. januar 2005 Oury Jalloh unter bis heute ungeklärten umständen am ums leben kam. Wahrscheinlich, weil er nicht bloß zur falschen zeit am falschen ort war, sondern auch die »falsche« hautfarbe hatte.

Bei manchen nachrichten verschlägt es einem aber dennoch den atem: der blogger Raif Badawi hat nichts verbrochen, nicht einmal karrikaturen hat er gezeichnet. Er hat nur geäußert, daß Muslime, Christen und Atheisten gleichwertige menschen sind.

Das ist kein verbrechen, sondern ein relativ vernünftiger blick auf die welt. Allerdings lebt Raif in Saudiland. Und dort mögen sie vernünftige gedanken nicht, weil sie religiöse bevorzugen. Deshalb sitzt Raif Badawi seit juni 2012 im gefängnis. Zusätzlich zu zehn jahren haft wurde er im vergangenen jahr zu 1.000 peitschenhieben verurteilt, die er seit letzem freitag abbüßen muß. Zwanzig wochen lang je 50 nach dem freitagsgebet.

Während der anschlag in Frankreich in den Deutschen medien omnipräsent ist, muß man nach diesem fall im öffentlich-rechtlichen suchen. Allein die Deutsche Welle hat aktuell über den Saudischen liberalen berichtet, der die staatsreligion kritisch betrachtet.

Leider geht das nach dem anschlag in Paris unter. Bitte unterstützt amnesty in dieser sache und erzählt es weiter.