Meines erachtens geht das so nun gar nicht.
Ich habe keine ahnung was der wirkliche grund zur schließung der schrottpresse war. Doch nicht etwa wegen der
»neger-diskussion«, das wäre doch zu blöd.
Ich hatte zu dem thema einen text getippt, den ich dort nicht mehr loswurde:
Aus meiner sicht ist es literaturfälschung, wenn begriffe, die heute nicht mehr als »politisch korrekt« gelten, zensiert werden.
Schön, wenn sich Menschen dafür einsetzen, selbst denken zu dürfen… - das sehe ich im grunde sehr ähnlich, bloß bin ich der auffassung, daß man das
selbst denken keinesfalls durch zensur erreicht, sondern im gegenteil, indem man den text so läßt. Da wäre vielleicht der verlag gefragt, ein kurzes, kindgerechtes vorwort über den wandel im sprachgebrauch zu schreiben, ist aber offensichtlich einfacher, textstellen zu streichen oder zu fälschen.
Kinder, die imstande sind, eigenständig bücher zu lesen, sind absolut fähig, einen gewissen historischen kontext herzustellen - ich kann das beurteilen, schließlich war ich selbst mal ein kind. Und die abenteuerromane, die ich las, waren ein anderes kaliber als Preußler oder Lindgren. Selbst bei Else Uris relativ harmlos daherkommenden »Nesthäkchen« heißt es irgendwo, daß das negerpüppchen die »unsauberkeit offenbar aus seiner heimat« mitgebracht habe. Heute würde man das vermutlich ersatzlos streichen. Damals dachte ich, daß solche ansichten ganz schön von gestern sind. Weil mich das interessierte, fand ich dann heraus, daß man so gedacht hatte, als meine oma kind war und ich war froh, nicht in so finsteren zeiten leben zu müssen.
Was die finsteren zeiten betrifft, bin ich mir längst nicht mehr sicher, was die geistesleistung sehr junger leser anbelangt, hingegen schon, daß die begriffe wie »neger« vernünftig einordnen können, sofern man sie läßt.
Viel spaß dann beim weinchen trinken und so, bitte weitermachen!
Liebe grüße von Mechthild
Und da stehe ich zu.
Punkt.