Mönchsgrasmücke (sylvia atricapilla)
»Wovon man nicht schweigen kann, darüber muß man reden.
Das ist meine meinung. Aber nicht die Wittgensteins.« (Mechthild Mühlstein)
- willkommen in der schlangengrube - (nachtrag ostern 2021)
Montag, 10. Juni 2019
Samstag, 8. Juni 2019
Fernreisen durch ganz Deutschland
Leider wurde heute zum letzten mal das »Schöne-Wochenend-Ticket« der Deutschen Bahn verkauft. Wirklich billig war es in den letzten jahren nicht mehr so richtig. Bei seiner einführung mitte der 90er jahre hingegen schon.
Vorhin las ich den artikel in der Wikipedia über das Wochenendticket, das im grunde für ausflügler gedacht war und amüsierte mich über den satz »Tatsächlich nutzten aber unerwartet viele Fahrgäste das neue Ticket auch für Fernreisen durch ganz Deutschland.«
Das wäre dem weltklima ganz gewiß zugute gekommen, wenn mehr Deutsche ihre fernreisen auf Deutschland oder grenznah eingeschränkt hätten.
Vorhin las ich den artikel in der Wikipedia über das Wochenendticket, das im grunde für ausflügler gedacht war und amüsierte mich über den satz »Tatsächlich nutzten aber unerwartet viele Fahrgäste das neue Ticket auch für Fernreisen durch ganz Deutschland.«
Das wäre dem weltklima ganz gewiß zugute gekommen, wenn mehr Deutsche ihre fernreisen auf Deutschland oder grenznah eingeschränkt hätten.
Freitag, 7. Juni 2019
Elektroautos nicht umweltfreundlich
Wer hätte das nur ahnen können?
Gute doku über elektromobilität, die den wahn zeigt, jetzt die falsche verkehrspolitik der letzten 70 jahre einfach mit elektroautos fortzusetzen.
Noch mal zur erinnerung »Das Schweigen der Quandts« - für die und ihresgleichen wird hier politik gemacht. Für den rest der leute eher nicht.
Das muß man sich mal reinziehen: pro kilowattstunde batterieleistung werden in der produktion zwischen 100 und 200 kg CO2 freigesetzt und es werden natürlich leistungsstarke autos mit mehr als 100 kW gebaut, weil man mit denen besser kasse machen kann. Das ist alles andere als umweltschonend. Das gibt es jetzt trotzdem, weil sich so wunderbar geld damit verdienen läßt.
Gute doku über elektromobilität, die den wahn zeigt, jetzt die falsche verkehrspolitik der letzten 70 jahre einfach mit elektroautos fortzusetzen.
Harald Lesch:»In Deutschland ist politik vor allem wirtschaftpolitik. Und da werden alle möglichen menschlichen tragödien, umweltkatastrophen irgendwelche einschränkungen, die wo anders stattfinden, die werden einfach weggedrückt.«Es stimmt, wenn prof. Lesch sagt, daß Deutsche politik vor allem wirtschaftspolitik ist. Nur leider geht das eben auch nicht anders, wenn alles leben der wirtschaft untergeordnet ist. Hier geht es nicht darum zu wirtschaften, damit am schluß so etwas wie ein lebenswertes leben für alle herauskommt, sondern hier wird gewirtschaftet, damit die kapitalvermehrung für eine winzige oberschicht funktioniert.
Noch mal zur erinnerung »Das Schweigen der Quandts« - für die und ihresgleichen wird hier politik gemacht. Für den rest der leute eher nicht.
Das muß man sich mal reinziehen: pro kilowattstunde batterieleistung werden in der produktion zwischen 100 und 200 kg CO2 freigesetzt und es werden natürlich leistungsstarke autos mit mehr als 100 kW gebaut, weil man mit denen besser kasse machen kann. Das ist alles andere als umweltschonend. Das gibt es jetzt trotzdem, weil sich so wunderbar geld damit verdienen läßt.
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Donnerstag, 6. Juni 2019
Lügengeschichte als bodenbelag
Als ich letztens im Deutschlandfunk hörte, daß sie einer hochstaplerin aufgesessen seien, die behauptet hatte, daß sie mit 19 in Indien in einer klinik sexualaufklärung gemacht hat, erinnerte ich mich recht schnell an diesen beitrag aus Der Zeit, von dem ich damals dachte, ich muß nicht jeden mist glauben, nur weil er in der zeitung steht.
Was hat mich damals skeptisch gemacht? Beispielsweise dieser absatz:
Der text ist von 2017, das heißt, daß die autorin ihren eigenen angaben zufolge, ca. 1988 geboren sein dürfte. Bedeutet, daß ihre omma, von der im weiteren text die rede ist, jahrgang 1922, bei ihrer aufklärung ungefähr im jahr 2001 bereits 89 jahre alt war und als sie sie mit 19 um rat fragte, 95. Gut, rüstige omma. Aber wenn die mutter doch ärztin ist und die omma ohne rot zu werden über sex reden konnte, warum ist sie dann erst mit 13 aufgeklärt worden? Das ist reichlich spät. Gab es keinen biologieunterricht? Das ist nicht übermäßig glaubwürdig.
Der text hat abgrundtiefe logische löcher. Warum ist mir das aufgefallen, der zuständigen redaktion aber nicht? Lesen und denken die nicht?
Der Zeitredaktion würde ich zurufen wollen: die ist so grandios echt, wie Ihr sie wolltet.
Es spricht überhaupt nichts gegen erfundene geschichten. Entspricht alles der wahrheit, was Wenedikt Jerofejef in seinem poem »Die Reise Petuschki« erzählte? Sehr guter Sowjetischer säuferroman, wahrscheinlich teils authentisch und teils frei erfunden. Karl May wurde beschimpft, weil seine erfundene geschichten als »reiseberichte« gelesen wurden.
Es geht nicht in ordnung, literarische geschichten, also erfundene, als »journalismus« zu verkaufen. Ebensowenig wie sich in sein alter ego dermaßen reinzusteigern, die erfundene jüdische verwandtschaft dann auch noch in der gedenkstätte Yad Vashem einzuschleusen. Aber Hingst den »Goldenen Blogger« aberkennen, weil ihre geschichten erfunden waren? Ich kenne das blog »Read on my dear, read on« nicht und kann die qualität der texte dort nicht beurteilen. Hat sie den preis nun für ihre schreibe oder für ihre angebliche Jüdischkeit bekommen?
Leider kenne ich nur diesen einen text von ihr (oben verlinkt), den fand ich unplausibel aber doch zumindest amüsant.
Was hat mich damals skeptisch gemacht? Beispielsweise dieser absatz:
»...nach Indien. Vor zehn Jahren wollte ich wie viele 19-Jährige die Welt retten und so gründeten mein bester Freund und ich eine kleine Klinik in einem großen Slum von Neu-Delhi. Eine meiner ersten Patientinnen...«Darf in Indien jeder aufschneider einfach eine klinik gründen und dort patienten behandeln, ganz ohne medizinstudium? Ist doch ein bißchen dick aufgetragen, wenn jemand behauptet mit 19 dafür qualifiziert gewesen zu sein, oder nicht? Klar, es gibt auch hochbegabte. Berlins jüngste zahnärztin, um ein beispiel zu nennen, hat ihr examen mit 22 gemacht. Dafür benötigt man ungefähr genau so lange wie für ein allgemeines medizinstudium.
Der text ist von 2017, das heißt, daß die autorin ihren eigenen angaben zufolge, ca. 1988 geboren sein dürfte. Bedeutet, daß ihre omma, von der im weiteren text die rede ist, jahrgang 1922, bei ihrer aufklärung ungefähr im jahr 2001 bereits 89 jahre alt war und als sie sie mit 19 um rat fragte, 95. Gut, rüstige omma. Aber wenn die mutter doch ärztin ist und die omma ohne rot zu werden über sex reden konnte, warum ist sie dann erst mit 13 aufgeklärt worden? Das ist reichlich spät. Gab es keinen biologieunterricht? Das ist nicht übermäßig glaubwürdig.
Der text hat abgrundtiefe logische löcher. Warum ist mir das aufgefallen, der zuständigen redaktion aber nicht? Lesen und denken die nicht?
Der Zeitredaktion würde ich zurufen wollen: die ist so grandios echt, wie Ihr sie wolltet.
Es spricht überhaupt nichts gegen erfundene geschichten. Entspricht alles der wahrheit, was Wenedikt Jerofejef in seinem poem »Die Reise Petuschki« erzählte? Sehr guter Sowjetischer säuferroman, wahrscheinlich teils authentisch und teils frei erfunden. Karl May wurde beschimpft, weil seine erfundene geschichten als »reiseberichte« gelesen wurden.
Es geht nicht in ordnung, literarische geschichten, also erfundene, als »journalismus« zu verkaufen. Ebensowenig wie sich in sein alter ego dermaßen reinzusteigern, die erfundene jüdische verwandtschaft dann auch noch in der gedenkstätte Yad Vashem einzuschleusen. Aber Hingst den »Goldenen Blogger« aberkennen, weil ihre geschichten erfunden waren? Ich kenne das blog »Read on my dear, read on« nicht und kann die qualität der texte dort nicht beurteilen. Hat sie den preis nun für ihre schreibe oder für ihre angebliche Jüdischkeit bekommen?
Leider kenne ich nur diesen einen text von ihr (oben verlinkt), den fand ich unplausibel aber doch zumindest amüsant.
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Dienstag, 4. Juni 2019
Diskriminierung! Unmöglich! Tamponsteuer
Wegen einer petition muß sich der Deutsche Bundestag nun mit einer steuer befassen, die es gar nicht gibt: »tamponsteuer«. Gemeint ist hier der normalmehrwertsteuersatz von 19%. Das sei systematische geschlechtsbezogene diskriminierung. Schließlich sei es kein luxus zu menstruieren und es stimmt sogar auffallend, daß frauen das müssen ob sie wollen oder nicht. Aber bartwuchs sucht sich auch niemand aus. Oder inkontinenz oder hyperhidrose.
Gerechterweise werden in diesem fall allerdings alle geschlechter inklusive der schwulen gleichermaßen diskriminiert. Denn hierzulande sind es nicht allein hygieneartikel, die von frauen benötigt werden, die zum normalmehrwertsteuersatz besteuert werden, sondern grundsätzlich alle hygieneartikel. Selbst banales zeug wie klopapier.
Die mehrwertsteuersätze von 19% und 7% haben nichts mit »luxus« und »dem, was man zum leben braucht« zu tun, es gibt (die merkwürdigen umsatzsteuersätze, die einem begegnen, wenn man sich auf das gebiet der agrarökonomie begibt, lasse ich hier unter den tisch fallen. Die sind für verbraucher eher nicht relevant) eben den vollen steuersatz und den ermäßigten steuersatz. Den ermäßigten satz auf bestimmte eßwaren - längst ausgenommen: sämtliche getränke außer leitungswasser, jedoch inklusive genußmitteln wie tee, kaffee, kakao, sofern es nicht um gesüßte fertigprodukte handelt. Und auf gewisse kulturgüter. Wenn man steuern sparen möchte, kann man schließlich für rückwärtige zwecke die zum ermäßigten steuersatz gekaufte tagespresse einer sinnvollen verwendung zuführen.
Schön ist es, daß ein besonders hippes unternehmen aus süddeutschland die urst angesagte werbeabgetur Scholz & Friends (bekannt für ihre werbestrategien für die INSM, welche unter anderem für eine »flat tax« eintritt. »Flat tax« finden die ultragerecht, denn es gibt einen steuersatz auf alles. Und damit würden nicht nur die tatsächlich armen ein problem bekommen, weil der preis für grundnahrungsmittel deutlich steigen würde, sondern auch einen großteil der relativ wohlhabenden, die glauben, daß das gut wäre, weil sie vergessen, daß dann auch ihre miete besteuert wird und sie keinerlei vorteil davon hätten. Ganz im gegenteil. Ende der randbemerkung.) anheuerte, um ein marketingkonzept für ihre überteuerten produkte zu erfinden.
Ein schmuckes buch zum ermäßigten steuersatz über die menstruation. Sowas braucht die tamponsuchende ganz gewiß, denn immerhin liegen 15 tampons bei. Zum ermäßigten steuersatz kosten auf diesem wege die 15 tampons schlappe 3€11.
Zum regelmehrwertsteuersatz bezahlt man im ganz normalen supermarkt für ein päck tampons aktuell 2€55 (incl. MwSt. 19%), allerdings enthält es anstatt 15 auch bloß 80 stück.
Das ist diskriminierung. Die halten ihr zielpublikum definitiv für doof.
Gerechterweise werden in diesem fall allerdings alle geschlechter inklusive der schwulen gleichermaßen diskriminiert. Denn hierzulande sind es nicht allein hygieneartikel, die von frauen benötigt werden, die zum normalmehrwertsteuersatz besteuert werden, sondern grundsätzlich alle hygieneartikel. Selbst banales zeug wie klopapier.
Die mehrwertsteuersätze von 19% und 7% haben nichts mit »luxus« und »dem, was man zum leben braucht« zu tun, es gibt (die merkwürdigen umsatzsteuersätze, die einem begegnen, wenn man sich auf das gebiet der agrarökonomie begibt, lasse ich hier unter den tisch fallen. Die sind für verbraucher eher nicht relevant) eben den vollen steuersatz und den ermäßigten steuersatz. Den ermäßigten satz auf bestimmte eßwaren - längst ausgenommen: sämtliche getränke außer leitungswasser, jedoch inklusive genußmitteln wie tee, kaffee, kakao, sofern es nicht um gesüßte fertigprodukte handelt. Und auf gewisse kulturgüter. Wenn man steuern sparen möchte, kann man schließlich für rückwärtige zwecke die zum ermäßigten steuersatz gekaufte tagespresse einer sinnvollen verwendung zuführen.
Schön ist es, daß ein besonders hippes unternehmen aus süddeutschland die urst angesagte werbeabgetur Scholz & Friends (bekannt für ihre werbestrategien für die INSM, welche unter anderem für eine »flat tax« eintritt. »Flat tax« finden die ultragerecht, denn es gibt einen steuersatz auf alles. Und damit würden nicht nur die tatsächlich armen ein problem bekommen, weil der preis für grundnahrungsmittel deutlich steigen würde, sondern auch einen großteil der relativ wohlhabenden, die glauben, daß das gut wäre, weil sie vergessen, daß dann auch ihre miete besteuert wird und sie keinerlei vorteil davon hätten. Ganz im gegenteil. Ende der randbemerkung.) anheuerte, um ein marketingkonzept für ihre überteuerten produkte zu erfinden.
Ein schmuckes buch zum ermäßigten steuersatz über die menstruation. Sowas braucht die tamponsuchende ganz gewiß, denn immerhin liegen 15 tampons bei. Zum ermäßigten steuersatz kosten auf diesem wege die 15 tampons schlappe 3€11.
Zum regelmehrwertsteuersatz bezahlt man im ganz normalen supermarkt für ein päck tampons aktuell 2€55 (incl. MwSt. 19%), allerdings enthält es anstatt 15 auch bloß 80 stück.
Das ist diskriminierung. Die halten ihr zielpublikum definitiv für doof.
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Montag, 3. Juni 2019
Mittwoch, 29. Mai 2019
Sonntag, 26. Mai 2019
Die PARTEI hat die wahl gewonnen
Kann irgendwer sonst von sich behaupten, das ergebnis vom letzten mal vervierfacht zu haben? Da muß man doch mal ein glas sekt aufmachen, wie Edmund Stoiber nach der verkackten wahl 2002 sagte.
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Donnerstag, 23. Mai 2019
Gefahr durch problemwähler: briefwähler
An sich hatte ich mir vor etlichen jahren vorgenommen, mich vom demokratiezirkus ins lager der nichtwähler zu verabschieden, weil es schließlich auch das berühmte »kleinere übel« zu verschmähen gilt. Seit es aber die option gibt die partei »die PARTEI« zu wählen, habe ich normalerweise briefwahl beantragt. Damit die wahl dann nicht am inneren schweinehund scheitert: bei regenwetter geht man sonntags besser nicht vor die tür und bei schönem wetter wird der sonntagsausflug lieber ohne umweg über das wahllokal angetreten, so ein wahllokal ist schließlich keine freibierhalle. Also wahlunterlagen nach hause schicken lassen, in ruhe den wahlzettel lesen,
die PARTEI ankreuzen, die wahlunterlagen ordnungsgemäß in die briefumschläge packen, zu beliebiger zeit vor dem wahlsonntag einen spaziergang zum zuständigen rathaus machen, den briefumschlag dort in den briefkasten werfen und fertig.
Insgesamt geht der trend hin zur briefwahl, außer mir haben das für die Europawahl fast eine halbe million Berliner getan.
Aber diese form der teilnahme an der wahl ist offensichtlich nicht jedem recht.
Bundeswahlleiter Georg Thiel, der politologe Everhard Holtmann von der Universität Halle-Wittenberg und der staatsrechtler Alexander Thiele von der Uni Göttingen sehen probleme.
Der abstimmungszeitraum würde damit auf mehrere wochen ausgedehnt, briefwähler könnten aktuelle ereignisse nicht bei der wahlentscheidung berücksichtigen und außerdem erfordere es das prinzip der gleichheit der wahl, daß die wahlberechtigten über die gleichen informationen verfügten. Seit wann wird bei der wahl darüber nachgedacht, über welche informationen die wähler verfügen? Wurden wähler je vor der wahl abgefragt, ob sie die programme der wählbaren parteien alle gelesen und verstanden haben? Gilt es als manipulation, daß ich potentiellen AfDwählern das AfDwahlprogramm erklärte und sie danach nicht mehr AfD wählen wollten?
Außerdem sei nicht zu sehen, ob der wähler seine stimme selbst abgegeben habe oder womöglich bestochen worden sei.
Als meine wahlunterlagen eintrudelten blieben leider auch diesmal die politiker aus, die mir für meine wahlstimme eine Wannseevilla, ein gut dotiertes pöstchen mit sehr wenig arbeit oder wenigstens freibier angeboten hätten. Schade eigentlich.
Insgesamt geht der trend hin zur briefwahl, außer mir haben das für die Europawahl fast eine halbe million Berliner getan.
Aber diese form der teilnahme an der wahl ist offensichtlich nicht jedem recht.
Bundeswahlleiter Georg Thiel, der politologe Everhard Holtmann von der Universität Halle-Wittenberg und der staatsrechtler Alexander Thiele von der Uni Göttingen sehen probleme.
Der abstimmungszeitraum würde damit auf mehrere wochen ausgedehnt, briefwähler könnten aktuelle ereignisse nicht bei der wahlentscheidung berücksichtigen und außerdem erfordere es das prinzip der gleichheit der wahl, daß die wahlberechtigten über die gleichen informationen verfügten. Seit wann wird bei der wahl darüber nachgedacht, über welche informationen die wähler verfügen? Wurden wähler je vor der wahl abgefragt, ob sie die programme der wählbaren parteien alle gelesen und verstanden haben? Gilt es als manipulation, daß ich potentiellen AfDwählern das AfDwahlprogramm erklärte und sie danach nicht mehr AfD wählen wollten?
Außerdem sei nicht zu sehen, ob der wähler seine stimme selbst abgegeben habe oder womöglich bestochen worden sei.
Als meine wahlunterlagen eintrudelten blieben leider auch diesmal die politiker aus, die mir für meine wahlstimme eine Wannseevilla, ein gut dotiertes pöstchen mit sehr wenig arbeit oder wenigstens freibier angeboten hätten. Schade eigentlich.
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Dienstag, 21. Mai 2019
Freitag, 17. Mai 2019
Deutsches alphabet!
Neulich gings beim Spiegel mal wieder um analphabethismus. Und um eine arme frau aus Griechenland, die nur zwei jahre zur ſchule gegangen iſt, weil ſie bereits mit dreizehn jahren als dienſtmädchen hat arbeiten müſſen und deshalb auch in ihrer mutterſprache nicht richtig alphabetiſiert war. Und dann ließ er nicht lange auf ſich warten, der ſcheinbar unvermeidbare fehler:
Vermutlich tut ſich die mehrheit der nach 1942 eingeſchulten Deutſchen mit dem Deutſchen alphabet ſchwer, weil es ſeit dem nicht mehr gelehrt wird. Leſen mag ſchon noch gehen. Aber ſelbst von hand ſchreiben oder zum bloggen benutzen? Da bekam ich natürlich gleich luſt, ein wenig zu ſpielen und mein blog ſpaßeshalber mal auf Deutſche ſchrift umzuſtellen. Ich mußte tatsächlich ungefähr ganze zwei minuten drüber nachdenken, wie das geht. Bleibt jetzt für immer ſo, wo ich mir ſchon mal die mühe gemacht habe.
Iſt zwar unpraktiſch und ſchlecht lesbar, weil man gern die buchſtaben »ſ«, »f«, »l«, »t« und »k« verwechſelt. Den buchſtaben »ſ« kennen viele nicht einmal mehr, weil er ſchon lange verſchwunden ist, ausgeſtorbener buchſtabe ſozusagen. Das macht aber nichts. Alles funktionale analphabeten, dieſe
Deutſchen, die ihre eigene ſchrift nicht leſen
und ſchreiben können. Demnächſt dann aber
doch lieber weiter in »richtiger« ſchrift, alſo lateinischen buchſtaben.
Zitat Spiegel-online: »Hätte Gotter in ihrer Mutterſprache leſen und ſchreiben gekonnt, hätte ſie das vielleicht auch auf Deutſch gelernt. Denn es liegt in der Regel nicht allein an der fremden Herkunftsſprache, wenn Menschen ſich mit dem deutſchen Alphabet ſchwertun.«Merken dieſe hirnies bei Spiegel-online nicht, daß ſie ſelbst überhaupt kein Deutſches alphabet, ſondern lateinische schrift verwenden?
Vermutlich tut ſich die mehrheit der nach 1942 eingeſchulten Deutſchen mit dem Deutſchen alphabet ſchwer, weil es ſeit dem nicht mehr gelehrt wird. Leſen mag ſchon noch gehen. Aber ſelbst von hand ſchreiben oder zum bloggen benutzen? Da bekam ich natürlich gleich luſt, ein wenig zu ſpielen und mein blog ſpaßeshalber mal auf Deutſche ſchrift umzuſtellen. Ich mußte tatsächlich ungefähr ganze zwei minuten drüber nachdenken, wie das geht. Bleibt jetzt für immer ſo, wo ich mir ſchon mal die mühe gemacht habe.
Iſt zwar unpraktiſch und ſchlecht lesbar, weil man gern die buchſtaben »ſ«, »f«, »l«, »t« und »k« verwechſelt. Den buchſtaben »ſ« kennen viele nicht einmal mehr, weil er ſchon lange verſchwunden ist, ausgeſtorbener buchſtabe ſozusagen. Das macht aber nichts. Alles funktionale analphabeten, dieſe
Deutſchen, die ihre eigene ſchrift nicht leſen
und ſchreiben können. Demnächſt dann aber
doch lieber weiter in »richtiger« ſchrift, alſo lateinischen buchſtaben.
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Donnerstag, 16. Mai 2019
Im Sparadies der Frisöre
»Es tat so weh. Ein messer trennte mir den bauch auf. Ich schrie vor schmerzen, verstarb, verließ die irdische hölle und erwachte wo? Genau. Im sparadies, wo man ›haarvanagila‹ sang. Und das ist nicht an den haaren hairbeigezogen.«
Wiglaf Droste (27. juni 1961 – 15. mai 2019)
Hoffentlich ist ihm wenigstens das erspart geblieben.
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Mittwoch, 15. Mai 2019
Montag, 13. Mai 2019
Freitag, 10. Mai 2019
Danke h4tv!
Wenn man auf »bento« liest, liegt es in der natur der sache, eher keine intelektuellen höhenflüge zu erwarten. Aber selbst dort ist es möglich, daß sie sich selbst noch unterbieten. Das hat letzens Thembi Wolf geschafft, als sie schrieb, daß sie dem »Hartz-IV-TV« dankbar sei, weil dort angeblich armut dargestellt würde, wie sie tatsächlich ist. Es ging um eine fotoausstellung mit bildern aus RTL2produktionen.
Und dann kommt frau Wolf darauf, daß ihre lebensrealität in den Amerikanischen serien ihrer kindheit nicht vorkam, weil dort die erwachsenen zur arbeit gingen, was bei ihr zu hause eher nicht der fall gewesen sei.
Allerdings schreibt Thembi Wolf, daß sie eine reformschule besucht und ein musikinstrument gelernt habe. Wie viele figuren aus dem »unterschicht-tv« leisten sich privatschulen und musikunterricht?
Die unterschiede zwischen dokumentarfilm, doku-soap und »scripted reality« muß man als schreiber bei bento offensichtlich nicht wissen.
Das konnte das öffentlich-rechtliche auch schon im jahr 2012 relativ gut als der etwas verquere esoteriker Ralph Boes in der Maischbergertalkshow der fleißigen putzfrau Heidi Ralfs gegenübergestellt wurde: auf der einen seite der »faule« hartzer, der bestimmte arbeiten nicht machen möchte und auf der anderen die fleißige, die mit ihrer plackerei auf keinen grünen zweig kommt aber wahnsinnig stolz drauf ist.
Es wird nicht die realität abgebildet. Stattdessen werden die phantasien des drehbuchschreibers und des publikums bedient. Die darsteller haben oft knebelverträge aus denen sie nicht wieder rauskommen und müssen vor der kamera tun, was ihnen vorgegeben wird. Die sagen nicht, was sie denken oder fühlen, sondern müssen etwas darstellen, was sie überhaupt nicht sind. So etwas kann durchaus spaß machen, ansonsten würde vermutlich niemand schauspieler werden wollen - ich habe mal eine kleine, aber gemeine nebenrolle in einem hörspiel gesprochen und habe durchaus gern die fieslingin gespielt. Das unredliche an diesen angeblichen »dokus« ist, daß sie ebenso »wahr« sind wie sämtliche seifenopern der welt, vom publikum aber größtenteils nicht als fiktion, sondern als realität wahrgenommen werden. Tatsächlich ist die realität von langzeitarbeitslosen oft unspektakulär, weil sie einfach versuchen, mit dem wenigen geld, das sie haben ein möglichst normales leben zu führen. So daß sie, wenn man realitätsnah davon berichten wollte, beim sensationsheischenden RTL2publikum keinerlei quote brächten.
Über Christian und Nathalie, die die »asozialen« in »Armes Deutschland« geben, schreibt Thembi Wolf:
Natürlich sind diese sendungen hochpolitisch. Es geht darum, die gruppe der arbeitslosen - und speziell der langzeitarbeitslosen - zu diskreditieren.
Zwar ist es in einer konkurrenzgesellschaft zwangsläufig, daß es konkurrenzverlierer gibt. Aber die konkurrenzverlierer sind nach den darstellungen des h4tv grundsätzlich selber schuld. Weil eben dumm, faul, träge und viel zu unmotiviert für den tollen erfolg in der lohnarbeit.
Verachtung gegenüber ärmeren oder weniger leistungsfähigen menschen hat es in dieser gesellschaft schon immer gegeben, seit es diese von Thembi Wolf gelobten formate im fernsehen gibt, hat sich der ton allerdings wesentlich verschärft.
Nö, da gibt’s nichts zu danken!
Zitat Thembi Wolf: »"Es sind nüchterne Bilder, die nicht beschönigen, den Protagonisten aber auch nicht die Würde nehmen", schreibt die "Süddeutsche Zeitung" dazu. Der Artikel heißt: "Armut an den Wänden, Sekt in den Gläsern". Ich verschlucke mich fast. Was soll das heißen – trinken arme Menschen keinen Sekt?«Was heißt trinken? Arme menschen baden allmorgentlich in schampus, weshalb abends dann immer das geld nicht mehr reicht für bier und schnittchen. Das mit der »würde« ist tatsächlich ein seltsames konstrukt, das aber rein gar nichts damit zu tun hat, ob man sekt trinkt oder nicht, sondern wie man in der öffentlichkeit dargestellt und wahrgenommen wird.
Zitat Thembi Wolf: »Zuerst einmal ist Armut nichts Diffuses. Armut bedeutet, dass das Geld nicht reicht.«Blödsinn. Ist der sehr-gut-verdiener, der etliche fernreisen im jahr macht, schnieke kleidung trägt, ein dickes auto fährt, seine kohle verpraßt und chronisch pleite ist, weil er auf zu großem fuß lebt, vielleicht arm? Ist der h4empfänger der mit seinem geld einigermaßen über die runden kommt, weil er seine bedürfnisse seinen einkomensverhältnissen angepaßt hat und ein äußerst bescheidenes leben führt deshalb reich, weil er mit seiner knete über den monat kommt?
Und dann kommt frau Wolf darauf, daß ihre lebensrealität in den Amerikanischen serien ihrer kindheit nicht vorkam, weil dort die erwachsenen zur arbeit gingen, was bei ihr zu hause eher nicht der fall gewesen sei.
Zitat Thembi Wolf: »Niemand saß regelmäßig von 9 bis 5 Uhr in einem Büro.«Warum nur? Womöglich, weil das in Deutschland eine eher unübliche arbeitszeit ist? Hierzulande wird man oft genötigt, bereits um 7 uhr anzufangen und von regelmäßigkeit können viele nur träumen - flexibilität ist gefragt. Außerdem gibt es tatsächlich auch berufe, die nicht im büro ausgeübt werden.
Zitat Thembi Wolf: »Dass auch meine Welt existiert, bestätigte mir nicht das Nachmittagsprogramm auf Vox, sondern das auf RTL2.«Amerikanische serien geben nicht vor, die lebensverhältnisse in Deutschland abzubilden. Außerdem ist es eine komische vorstellung, sich die existenz der eigenen lebenswelt durch das schrottprogramm im Deutschen privatfernsehen bestätigen lassen zu müssen.
Allerdings schreibt Thembi Wolf, daß sie eine reformschule besucht und ein musikinstrument gelernt habe. Wie viele figuren aus dem »unterschicht-tv« leisten sich privatschulen und musikunterricht?
Zitat Thembi Wolf: »Die TV-Formate heißen heute anders – "Hartz" ist in vielen Titeln – das Prinzip ist geblieben. In "Armes Deutschland" werden pro Folge drei oder vier Deutsche begleitet, die nicht viel Geld haben.«Bei »Armes Deutschland« werden eben gerade nicht drei oder vier Deutsche mit wenig geld begleitet. Hier wird armut dargestellt, wie sie in den köpfen irgedwelcher drehbuchschreiber windiger produktionsfirmen existiert. Es soll so aussehen, als seien die charaktere alle echt und ihre geschichten quasi vom leben selbst erzählt. Tatsächlich ist alles frei erfunden.
Die unterschiede zwischen dokumentarfilm, doku-soap und »scripted reality« muß man als schreiber bei bento offensichtlich nicht wissen.
Zitat Thembi Wolf: »Sie sind nicht die am Leben scheiternden Schluffis aus den Öffentlich-rechtlichen: schüchtern, grundsympathisch und immer ein bisschen langsam im Kopf. Bemitleidenswert und maximal unschuldig.Wer soll dieses ominöse »wir« sein, das die stilmittel verleugnet? Es ist doch durchsichtig: die »dramaturgie« ist stets die selbe: es wird der faule h4mensch gezeigt, sich daneben benimmt und kein bock auf arbeit hat. Als gegenpart kommt der workingpoor hinzu, der mindestens 35 stunden pro tag arbeitet, sich den ganzen arsch aufreißt, um seine familie zu ernähren. Für den preis, daß er seine kinder leider vernachläßigen muß, obwohl er so gern mehr zeit mehr für sie hätte.
Wir sprechen dem Hartz-IV-TV ab, dass es mit Stilmitteln arbeitet. Mit denselben, wie jede Netflixserie: Übertreibung, überzeichneten und fehlbaren Charakteren und einer Dramaturgie. Und wir sprechen denen, die zuschauen, ab, dass sie das wissen.«
Das konnte das öffentlich-rechtliche auch schon im jahr 2012 relativ gut als der etwas verquere esoteriker Ralph Boes in der Maischbergertalkshow der fleißigen putzfrau Heidi Ralfs gegenübergestellt wurde: auf der einen seite der »faule« hartzer, der bestimmte arbeiten nicht machen möchte und auf der anderen die fleißige, die mit ihrer plackerei auf keinen grünen zweig kommt aber wahnsinnig stolz drauf ist.
Zitat Thembi Wolf: »Aber auch die Annahme, alle Darstellerinnen müssten Opfer eines ausbeuterischen Systems sein, ist ein Stigma.«Der begriff »armutsporno« des Britischen »Guardian« trifft die angelegenheit ziemlich gut.
Es wird nicht die realität abgebildet. Stattdessen werden die phantasien des drehbuchschreibers und des publikums bedient. Die darsteller haben oft knebelverträge aus denen sie nicht wieder rauskommen und müssen vor der kamera tun, was ihnen vorgegeben wird. Die sagen nicht, was sie denken oder fühlen, sondern müssen etwas darstellen, was sie überhaupt nicht sind. So etwas kann durchaus spaß machen, ansonsten würde vermutlich niemand schauspieler werden wollen - ich habe mal eine kleine, aber gemeine nebenrolle in einem hörspiel gesprochen und habe durchaus gern die fieslingin gespielt. Das unredliche an diesen angeblichen »dokus« ist, daß sie ebenso »wahr« sind wie sämtliche seifenopern der welt, vom publikum aber größtenteils nicht als fiktion, sondern als realität wahrgenommen werden. Tatsächlich ist die realität von langzeitarbeitslosen oft unspektakulär, weil sie einfach versuchen, mit dem wenigen geld, das sie haben ein möglichst normales leben zu führen. So daß sie, wenn man realitätsnah davon berichten wollte, beim sensationsheischenden RTL2publikum keinerlei quote brächten.
Über Christian und Nathalie, die die »asozialen« in »Armes Deutschland« geben, schreibt Thembi Wolf:
Zitat Thembi Wolf: »Selbst in der Geschichte vom "Ich nehme lieber Hartz IV"-Christian und der rauchenden, schwangeren Natalie steckt diese Nuance. Was schuldet Christian der Gesellschaft? Ist es okay, nicht zu arbeiten? Ist es okay, Arbeit abzulehnen, weil er sich mehr wert ist als den 500-Euro-Job seines besten Kumpels?Wie sich Christian und Nathalie im richtigen leben verhalten, wird das publikum nicht erfahren. Sie sind, wie schon gesagt, figuren in einer »scripted-reality-show«, die vor der kamera sagen, was sie sollen. Und es geht nicht darum, mal drüber nachzudenken, daß es schon in ordnung ginge, schlecht bezahlt arbeit nicht anzunehmen. Weiter oben wird scheinheilig gefragt:
Und da ist der Umgang mit dem Stigma der Armut. Studien sagen, Armut führt zu schlechterer Gesundheitsvorsorge. Zu wissen, was gesund ist, ist eine Frage der Bildung. Darf Natalie in der Schwangerschaft rauchen? Wer mal mit Kippe und Kinderwagen unterwegs war, kennt die urteilenden Blicke. Aber solche gesellschaftliche Ächtung prallt an Natalie vielleicht ab.«
Zitat Thembi Wolf: »Er will nicht arbeiten, selbst Schuld an der Armut. Schürt das nicht Vorurteile gegen Arbeitslose? Stigmatisiert sie?«Was denn sonst?
Zitat Thembi Wolf: »Wir verkennen, dass die Hartz-IV-TV-Sendungen hochpolitisch sind.«Und da ist es schon wieder, dieses »wir« in das man ungefragt eingemeindet wird, auch wenn man es völlig anders sieht.
Natürlich sind diese sendungen hochpolitisch. Es geht darum, die gruppe der arbeitslosen - und speziell der langzeitarbeitslosen - zu diskreditieren.
Zwar ist es in einer konkurrenzgesellschaft zwangsläufig, daß es konkurrenzverlierer gibt. Aber die konkurrenzverlierer sind nach den darstellungen des h4tv grundsätzlich selber schuld. Weil eben dumm, faul, träge und viel zu unmotiviert für den tollen erfolg in der lohnarbeit.
Verachtung gegenüber ärmeren oder weniger leistungsfähigen menschen hat es in dieser gesellschaft schon immer gegeben, seit es diese von Thembi Wolf gelobten formate im fernsehen gibt, hat sich der ton allerdings wesentlich verschärft.
Zitat Thembi Wolf: »Der Wunsch nach "würdevollen" Bildern von Armut war für mich deshalb immer verlogen. Denn es ist nicht das Bedürfnis der Betroffenen – sondern derer, die von außen auf sie blicken und sich ihrer Vorteile und Vorurteile schämen.«Ja, natürlich ist es verlogen, »würdevolle« bilder von armut zu wünschen. Daß das etwas mit vor- oder vorurteilen oder scham zu tun hätte, ist jedoch auch wieder ein vorurteil. Vielleicht wäre es auch möglich und wesentlich vernünftiger, die abschaffung von armut zu verlangen, statt ihre würdelose darstellung zu bejubeln.
Zitat Thembi Wolf: »Das weiß ich, seit ich klein war und unter Menschen lebte, die meinen 2,90-Latte für die ultimative Dekadenz halten würden.«Schlechte grammatik. Die 2,90 latte ist in diesem fall offensichtlich kein kaffehaltiges milchschaumgetränk im hochglas, sondern eher ein brett, das an bestimmter stelle sitzt.
Nö, da gibt’s nichts zu danken!
Der dübel ist schuld
Nein, nicht Deutschlands angeblich »frechster arbeitsloser«, sondern dieses ding, das man benötigt, wenn man beispielsweise irgendwas an einer betonwand oder wie in diesem fall kalksandsteinwand festschrauben will.
Nachrichten vom klima- und anwohnerfreundlichsten flughafen der welt. Diesmal geht es um lockere dübel, die den brandschutzbestimmungen nicht entsprechen. Wenn da mal nicht auch ’ne schraube locker ist.
Vielleicht wäre es aber so verkehrt nicht, wenn Berlin für touristen nicht mehr so gut erreichbar wäre. Und ein paar extrastartbahnen für feldlerchen sind auch eine gute sache.
Nachrichten vom klima- und anwohnerfreundlichsten flughafen der welt. Diesmal geht es um lockere dübel, die den brandschutzbestimmungen nicht entsprechen. Wenn da mal nicht auch ’ne schraube locker ist.
Vielleicht wäre es aber so verkehrt nicht, wenn Berlin für touristen nicht mehr so gut erreichbar wäre. Und ein paar extrastartbahnen für feldlerchen sind auch eine gute sache.
Donnerstag, 9. Mai 2019
Dialog Imaginär 3
Georg Katzer ( 10. Januar 1935 bis 7. Mai 2019)
Nachtrag: zum tode Georg Katzers im Tagesspiegel - immer gesprächsbereit
labels:
DDR,
imaginäre dialoge,
neue musik
Mittwoch, 8. Mai 2019
Was ich vor jahren schon sagte...
labels:
BRD,
faschismus,
sowjetunion,
verarschismus,
weltkriegslaune
Montag, 6. Mai 2019
Mittwoch, 1. Mai 2019
Blutmai
Bildquelle: AdsD D. FES
Historisches foto vom 1. mai 1929 aus der Kösliner Straße.
In der Jungen Welt vom 29. april war ein guter artikel über den 1. mai 1929 in Berlin.
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Leider habe ich heute wieder die MyGruni-Demo im elendsbezirk Grunewald verpennt (für Nichtberliner: Grunewald ist eins dieser sozial ausgegrenzten villenviertel). Aber der rbb hat darüber berichtet.
Traurig finde ich in dem video den anwohner, der sich darüber beklagt, daß der feiertag für ihn blockiert sei, weil er mit dem auto weder rein- noch rausfahren kann und deshalb zuhause sitzen muß, aber bekundet, daß das demonstrationsrecht und die meinungsfreiheit vorgingen und er sich dem fügen müsse. Wer hat ihn daran gehindert, sein auto vor der demo irgendwo abzustellen, wo er es problemlos ausparken kann? Kann der arme mann die 7€ für die ÖPNVtageskarte nicht berappen (bzw. 7€70 für Berlin+Umland), weil die miete in Grunewald zu teuer ist, so daß er feiertagsausflug ins jrüne ersatzlos ausfallen muß?
Angesichts solcher not kann man sich im grunde nur niedergeschlagen fühlen. Aber das zeigt eben auch, daß diese demo notwendig ist.
labels:
berlin,
BRD,
geklautes,
hinweis,
kapitalismus,
nach unten,
schland,
ulk,
unsinn,
verarschismus
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