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Samstag, 13. November 2021

Alles in butter

Beim lesen aufgeschnappt
zitat: »Ich habe im Februar eine – wie ich glaubte – Erkältung gehabt, die weniger unangenehm war, als ich sie von früher in Erinnerung habe, und nur vier Tage dauerte. Später ergab eine Blutuntersuchung, daß ich Corona gehabt habe. Ich gehöre...«
Immerhin wurden die wichtigsten drei personen im leben eines menschen genannt: ich, ich, ich, ich. Und bloß nie auf die idee kommen, daß es unter umständen vielleicht noch wen anders geben könnte. Weiter so.

Sonntag, 5. September 2021

Gesundes saufen

Wenn man daran denkt, daß bier atome enthält, möchte man es nicht trinken. Als ich neulich beim nömix las, daß es veganen likör gibt, wollte ich glatt glauben, es gäbe den wirklich gesunden weg zur sauferei, denn wenn es vegan ist, muß es besser sein als anderes.

Allerdings gibt es noch viel bessere getränke, nämlich veganen nagellackentferner:
Hm, schmeckt fein! Und ist wahrscheinlich gesund wie malventee*. Um den perfekten cocktail zu mixen, benötigt man da bloß noch fußschweißpulver und haarschampoo »nacht auf dem kahlen berge«.

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Dieser winzigkleine text enthält drei literaturanspielungen. Wer eine erkennt, hat wahrscheinlich schon mal etwas gelesen. Das ist gut. Wer alle drei findet, ist vermutlich ein dreckiger schweinehund, der allen möglichen mist liest und hat somit einen ganz dicken pluspunkt verdient.

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* Mal im ernst: es ist unakzeptabel, daß nagellackentferner mit einem an tee erinnernden design, der aufschrift »vegan« von der manche menschen denken, sie wiese auf ein gesundes produkt hin, ohne kindersicherungsdeckel verkauft werden darf.

Freitag, 25. Juni 2021

Alle jahre wieder

Inzwischen kann man schon fast die uhr danach stellen: immer wenn so langsam das sommerloch um die ecke guckt, kommt die diskussion auf, daß grillfleisch viel zu billig sei. Und in diesem jahr natürlich auch.
Zitat: »Obwohl der Fleischkonsum in Deutschland tendenziell langsam zurückzugeht, lag er im Jahr 2020 immer noch bei etwas mehr als 57 Kilo pro Person. Im Jahr 2000 hatte der jährliche Verzehr bei über 61 Kilo gelegen. Allerdings ist das nach Angaben des WWF etwa das Doppelte des Verzehrs in den 1950er-Jahren.«
In den 1950er jahren hatte man andere vorstellungen davon, was eine portion fleisch sei. Ich hab ein kochbuch aus der zeit und da steht drin, daß man pro person sechzig bis hundert gramm rechnen soll, bei knochenanteil entsprechend mehr. In meinem DDRkochbuch von 1979 durften es auch schon mal 150 g sein, im westen war zur gleichen zeit die verzehrempfehlung ähnlich. In den 1990er jahren hatte das »riesenschnitzel« 250g, heute darf die portion auch gern ein kilo haben - damit wäre eine großfamilie um 1950 sicherlich sehr glücklich gewesen. Wobei ich vermute, daß die leute damals auch größere portionen verdrückt haben, sofern sie es sich leisten konnten. Über jahrzehnte hinweg hat man daran gearbeitet, daß sich zumindest hierzulande möglichst alle eine abwechslungsreiche ernährung leisten können und jetzt soll es plötzlich ein problem sein, daß sich mehrheit hierzulande essen leisten kann.
Zitat: »Für die Preisunterschiede gibt es Gründe: Antje Risius forscht an der Universität Göttingen zu nachhaltigen Ernährungsstilen. Sie erklärt die markanten Preisunterschiede dadurch, dass Fleisch ein am Markt etabliertes Produkt, Ersatzprodukte aber noch "Newcomer" seien. "Der Fleischmarkt hat einen unglaublichen Wettbewerbsvorteil, weil da die Strukturen schon etabliert sind. Da kann auf ganz anderem Niveau produziert werden, effizient und strukturell zu sehr günstigen Preisen."«
Mit sicherheit gibt es für die preisunterschiede gründe. Jedoch wage ich es zu bezweifeln, daß die preise für vegane ersatzprodukte irgendwas mit der neuheit der produkte zu tun haben, sondern eher mit der zielgruppe. Veganer greifen nicht zur margarine, weil sie sich gern etwas billiges aufs brot schmieren wollen, sondern aus ideologischen gründen und weil sie sich durch ihre ernährung besonders und gut fühlen wollen. Die geben auch viel geld für schnittfest gemachtes, gelbes wasser mit planzenfett und quantenaroma (kann spuren von mandeln oder cashews enthalten) aus. Man verkauft den menschen eben nicht bloß kunstkäse, sondern ein lebensgefühl und das erwirbt man eben nicht für pfennigbeträge beim Nettoplus. Und wenn man nebenher noch schöne gewinne damit machen kann, den leuten erbswurst zum preis von premiumfleisch zu verkaufen, wäre man ein schlechter unternehmer, wenn man das ließe. Biohackfleisch kostet je nach anbieter und sorte zwischen ca. 8 und 16 €/kg. Die erbsproteinbulletten vom erbsproteinbullettenmarktführer werden für zwischen knapp 15 und 35 €/kg angeboten. Solche preise haben garantiert nichts mit dem produkt zu tun, sondern eher mit der bereitschaft der zielgruppe, so viel dafür auszugeben. Für so viel geld bekommt man ja schon gourmetfleisch vom Durocschwein. Gutes fleisch ist nämlich im normalfall alles andere als billig.

Gelegentlich vegetarisch zu grillen, ist sicherlich eine gute idee. Nicht, um verzicht zu üben, sondern weil es lecker ist. Man kann sehr gut saté oder schaschlik aus pilzen herstellen und vegetarisch gefüllte spitzpaprika sind gegrillt echt der hit.

Um lecker vegetarisch zu essen, benötigt man keinen überteuerten, industriell gefertigten schmatzkatz, sondern nur ein kleines bißchen phantasie.

Sonntag, 23. Mai 2021

Demosamstag in Berlin

Der Spiegel berichtete bereits am freitag vom demosamstag in Berlin. Im video [2:43] wird ein etwas verwirrter gasmasktenträger interviewt, der halt immer teilnimmt, egal, bei welcher demo.
Zitat verwirrter demonstrant: »Ich dachte mir, wenn die ganze welt pandemie spielen will, dann spiele ich halt mit. Die menschen sterben, weil ihnen vitamin d und diese mineralien bzw. salze fehlen. Potassiumsulfat, potassiumphosphat und potassiumchloride.«
Nur komisch, daß die leute sich ausgerechnet 2020/21 dazu verabredet haben, massenhaft an ihren mangelerscheinungen zu sterben. Hat es seit jahren keinen sonnenschein und keine abwechslungsreiche nahrung gegeben?

Vitamin d bekommt man doch kostenlos, wenn man im sommer einfach ein bißchen in die sonne geht und normalerweise hat man dann für den winter genug gespeichert. Um zusätzlich etwas gegen vitamin-d-mangel zu tun, braucht man bloß ab und zu ein fischbrötchen oder ein Wiener Schnitzel. Ein paar käsehäppchen oder champignons haben diesbezüglich sicherlich auch noch nie geschadet.

Einen kaliumzyanidmangel habe ich bei mir noch nie festgestellt. Aber mal im ernst: kalium (also potassium) ist in vielem enthalten, das menschen für gewöhnlich gern essen: pommes, tomatensoße, erdnußsoße, baked beans, buchweizencrêpes und natürlich pistazieneis.
Sieht aus wie naschwerk und hilft vorbeugend gegen kaliummangel.



Donnerstag, 11. März 2021

Aus der impfstoffprobierstube

Einen wundersamen wandel gab es in der vergangenen woche an der impfstoffgegnerfront. Bisher hatten sie »gewußt«, daß niemand an, sondern alle mit corona sterben und jetzt alle an und niemand mit der impfung stirbt, weil die pharmaindustrie menschenversuche macht und »uns« aus purer bosheit nach dem leben trachtet. Aber neuerdings ist das plötzlich anders. Unter anderem das rechtspopulistische FPÖblatt »Wochenblick« berichtete am 5. märz über den Lübecker professor und unternehmer Winfried Stöcker, der einen »homemade« impfstoff gegen covid-19 entwickelt hat und verklagt wurde.

Für die, die es nicht oder nur am rande mitbekommen haben, sei die geschichte kurz zusammengefaßt: der Lübecker prof. dr. W. Stöcker hat in seinem labor einen impfstoff entwickelt, diesen an sich selbst, seinen mitarbeitern und weiteren personen ausprobiert. Nachdem dieser nach zweifacher injektion bei den meisten eine immunrektion hervorrief, hat er die zulassung des impfstoffs beim Paul-Ehrlich-Institut beantragt. Daraufhin hat das PEI umgehend anzeige gegen den herrn Professor erstattet.

Die »studienergebnisse« und das »rezept« für den impfstoff findet man übrigens in Stöckers blog zwischen rezepten für seezungen (hierbei sei zu beachten, daß diese direkt vom fischer oder Hamburger Fischmarkt sein müssen. Exemplaren vom Münchner Fischmarkt oder blumengroßhändler soll man vermutlich eher mit mißtrauen begegnen) und rhabarbersaft. Lecker. Kein scherz - wer glaubt, meine phantasie sei mir an dieser stelle durchgegangen, möge bitte selbst nachschauen. Das habe ich mir nicht ausgedacht.

Bildschirmfoto aus dem rechtspopulistischen »Wochenblick«
Beim »Wochenblick« wissen die natürlich genau, weshalb der geniale herr Professor Doktor angezeigt wurde: er hat ein wirksames antigen entwickelt und weil es der »impflobby« ohnehin bloß um den gewinn geht, wird er dafür verklagt. Aber nicht nur, denn schließlich wird der arme alte mann, wie sollte es anders sein, auch politisch verfolgt.
Zitat Wochenblick, 5. märz 2021: »Aus welchen Gründen diese offene Feindschaft besteht ist unklar. Was dafür sehr wohl bekannt ist: Dass Stöcker bereits in der Vergangenheit gegen öffentliche Erzählungen aufbegehrte. So führte eine Aussage des früheren Medizin-Professors, dass er Migranten aus dem nahen Osten lieber in die Heimat zurückschicken wolle als ihnen zu erlauben, sich in Deutschland ›festzusetzen‹, zu einer Distanzierungswelle des politisch-korrekten Empöriums.

Insbesondere für die Vollverschleierung von Frauen hatte er zudem kein Verständnis. Kritisch sah er auch die #MeToo-Bewegung und den postmodernen Feminismus. Mehrfach äußerte er sich zudem kritisch gegenüber Kanzlerin Merkel (CDU). Ob seine Ausbootung auch mit seiner Unbotmäßigkeit zu tun hat, ist nicht bekannt. Aber offenbar haben es Systemkritiker in Deutschland schwierig, selbst dann, wenn sie sich in die Dienste dessen stellen wollen, was die Regierung zum Staatsziel erklärt.«
Und weil es um die interessen finsterer mächte geht, hat der »Wochenblick« am dienstag noch einmal nachgelegt:
Zitat Wochenblick, 9. märz 2021: »Es sollte eigentlich DIE Sensation sein: Der erfolgreiche deutsche Immunologe Professor Dr. Stöcker entwickelte in Eigenregie einen wirksamen Tot-Impfstoff gegen das Corona-Virus. Er soll so wirksam sein, dass er sogar vor einer Erst-Infektion schützt. Doch die Impfstoff-Sensation soll im Interesse der Pharma-Industrie offenbar im Verborgenen bleiben werden. Sie klagte den erfolgreichen Erfinder, wie Wochenblick berichtete.«
Dazu ist es natürlich interessant zu wissen, daß der herr Professor Doktor selbst ein teil der pharmaindustrie ist. Er war gründer und eigentümer der firma Euroimmun, welche ein bedeutender hersteller von reagenzien für labormedizin ist und die er 2017 für $1,3 milliarden verkauft hat. Derzeit besitzt er ein labor mit fünfzig mitarbeitern in Lübeck.

Seit monaten plärren blätter wie der »Wochenblick« aus allen rohren, daß die pharmaindustrie menschenversuche mache, die impfstoffe nicht ausreichend erprobt wären, die wirksamkeit fragwürdig, man die nebenwirkungen noch gar nicht kennen könne und das alles zwangsläufig zum tode führe. In diesem fall jedoch wissen sie hingegen ganz genau, daß hier nur eine riesensauerei vorliegen kann, wenn dieser rechtschaffende mensch so eine tolle erfindung macht und dann verklagt wird.

Auf die idee, daß das womöglich daran liegen könnte, daß der saubere herr erfinder sich in keiner weise an geltende gesetze gehalten hat, kommt keiner von denen: bevor man arzeneimittel an irgendwelchen menschen testet, muß man nachweisen, daß diese für den menschen ungefährlich sind und sich studien dazu von den zuständigen behörden genehmigen lassen. Im falle von impfstoffen sind das die ethikkommission und das Paul-Ehrlich-Institut. Der herr Professor Doktor ist so überzeugt von sich, daß er meint, das nicht nötig zu haben. Überdies ist es verboten, die eigenen mitarbeiter für derartige versuche heranzuziehen, denn womöglich ist es mit der freiwilligkeit von abhängig beschäftigten nicht so weit her. Insgesamt kann man sagen, daß man es hier nicht mit einem selbstlosen weltretter zu tun hat, sondern eher mit einem schwerreichen unternehmer, dem gesetze und wissenschaftliche standards am arsch vorbeigehen. Dazu hat er sich auf seiner internetseite auch geäußert.
Zitat prof. dr. Winfried Stöcker: »Man braucht in der aktuellen katastrophalen Situation keine langwierigen Doppelblindversuche, um Unterschiede in der Wirksamkeit genau herauszuarbeiten. Man impft die ersten tausend Probanden (am besten mit dem Lübecker Verfahren), und macht sie gleich immun. Wenn das gut geht, kommen zehntausend Leute dran, und dann der Rest. Aber manche Kliniker haben stets ihr Drittmittelkonto im Auge und wollen in für sie bewährter Weise die Sache wissenschaftlich angehen und erst einmal sorgsam herausfinden, ob sich bei einem Impfstoff-Kandidaten ein paar Prozent mehr oder weniger Anti-Covid-Antikörper entwickeln. Denn nicht jeder Impfstoff wird wie der aus Lübeck in der Lage sein, bei 95% der Patienten Antikörper in sehr hoher Konzentration zu induzieren, die den Coronavirus ausschalten (neutralisieren).«
Während sich die böse pharmamafia an die gesetze gehalten hat und ihre impfstoffe erst auf unbedenklichkeit überprüft hat und danach in aufwändigen kontrollierten doppelblindstudien an zigtausenden probanden die wirksamkeit und nebenwirkungen überprüft hat, um die zulassung zu erhalten, findet der herr Professor Doktor so etwas unnütz und zeitverschwendung. Ist schließlich unsinn, denn seltene nebenwirkungen, die nur bei einem von zehn- oder hunderdtausend vorgekommen wären, hat es bekanntermaßen noch nie gegeben. Aber immerhin kann man an diesem fall lernen, daß es auffällt, wenn jemand sich nicht an die gesetze hält. Und daß ausgerechnet die, die das tiefste mißtrauen gegen die pharmaindustrie hegen, am lautesten protestieren, wenn einer unerlaubte menschenversuche macht und dafür angezeigt wird.

Was ich meinen lesern nicht vorenthalten möchte: Stöckers rezept für rhabarbersaft finde ich so lala, einen selbstversuch ist das eher nicht wert. Von so einem laborexperten hätte ich erhofft, daß er wenigstens erklärt, wie man bananadrink auf rhabarberbasis macht.

Mittwoch, 19. August 2020

Diallyldisulfid

Falls sich irgendwer über das wort im titel wundert, weil er das noch nie gehört hat, den kann ich beruhigen. Kannte ich bis heute auch nicht. Nur habe ich heute unfreiwillig einen selbstversuch damit gemacht.

Der tag verlief eigentlich völlig normal und dann war ich auf einem markt, wo knoblauch so sagenhaft billig war, daß ich mehr davon als normal kaufte, weil ich es schon lange ausprobieren wollte, knofl mal selbst einzulegen, weil der fertig eingelegte meist in maschinenöl schwimmt und ich das nicht mag. Und knoblauch ist ja so gesund!

Was mir beim schälen des knoblauchs passierte, ist mir bisher noch nie passiert - und ich habe beispielsweise auch schon mit bloßen händen aus chilis sambal oelek selbst hergestellt, damit der ungefähr den schärfegrad bekommt den ich für richtig halte - ich hatte das gefühl, daß ich verbrennungen an meinen fingern hätte und kaum noch etwas tun konnte.

Wie ich dann herausfand, kam das vom diallyldisulfid, das im knoblauch ist und das hautreizungen hervorrufen kann. Ich hab meine pfoten jetzt ein paar stunden lang gekühlt und bis auf ein bißchen kribbeln in den fingerspitzen scheint alles wieder »normal« zu sein. Nie im leben hätte ich gedacht, daß so ein profanes zeug wie knoblauch, mit dem ich alltäglich in der küche umgehe, derartige probleme bereiten könnte.

Hoffentlich ist das jetzt nicht der beginn einer wunderbaren allergie, denn ohne knoblauch hat essen überhaupt keinen sinn.