Die alljährliche zeitumstellung paßt mir gar nicht.
Dazu ein lied von vor 10 jahren. Das video dazu fand ich erst kürzlich …
… paßt aber immer noch.
»Wovon man nicht schweigen kann, darüber muß man reden.
Das ist meine meinung. Aber nicht die Wittgensteins.« (Mechthild Mühlstein)
- willkommen in der schlangengrube - (nachtrag ostern 2021)
Montag, 26. März 2012
Donnerstag, 15. März 2012
Präsidentschaftswahlen
Vor den präsidentschaftswahlen in Russland anfang märz wurden in der russischen opposition stimmen laut, daß man eine demokratische wahl daran erkennen könne, daß nicht vier monate vorher feststünde, wer die wahl gewinnt.
Das ist richtig: Denn wirkliche demokratien erkennt man daran, daß erst drei wochen vor der wahl über den gewinner gejubelt wird. Schließlich konnte vor vier monaten niemand wissen, daß ein neuer präsident vonnöten wäre. Über ein mögliches wahlergebnis hatte ich damals befürchtungen, die sich leider bewahrheitet haben.
Selbstredend bin ich für die gegenkandidatin Beate Klasfeld. Politisch bin ich mit ihr nicht unbedingt einverstanden. Allerdings bewundere ich ihr engagement, alt-nazis zu enttarnen. Und natürlich, daß sie die courage hatte, den Kiesinger zu ohrfeigen - das hatte er verdient.
Der Gauck hat sich nicht getraut, den herrn Honecker zu ohrfeigen, vielleicht für mangelndes demokratieverständnis oder so - das hatte sich nur der kommunist Ernst Busch auf dem SED-parteitag 1961 getraut.
Über Gauck sind in vergangenen wochen derart viel worte verloren worden, daß ich nichts mehr dazu schreiben muß - letzte nacht träumte ich schon davon: Mir träumte, die wahl am 18. märz könne nicht stattfinden, weil der kandidat überraschend verstorben sei - herzinfarkt des trubels wegen. Träumen messe ich keine bedeutung bei, die sind dafür da, daß man sich beim schlafen nicht zu sehr langweilt, für den inhalt kann man nichts - und ob es ein furchtbarer albtraum war oder nicht, lasse ich offen.
Im folgenden eine kleine linksammlung zum thema - es gibt dazu keine kommentare von mir, die kursiv gesetzten zeilen sind zitate aus den jeweiligen quellen. Diesen artikeln kann ich zu weiten teilen zustimmen, ein glück, daß andere zu dem, was ich in den letzten wochen gedacht habe, viel geschrieben haben. Erspart mir arbeit, sofern irgendwas davon noch unbekannt sein sollte, bitte links klicken.
Der Anti-Gauck
…bei Joachim Gauck kann man eine Art Schauspiel betrachten, das der kindlichen Eitelkeit. Es ist fast niedlich, wie eitel der Kerl ist…
Pastor der Unfreiheit
In einem IM-Bericht vom 2. November 1987 heißt es: „Zum Kirchentag 1988 in Rostock sagte Gauck eindeutig, dass ,wir‘ keinen sogenannten Kirchentag von unten haben wollen und es in Rostock nicht zu solchen Ausschreitungen wie in Berlin kommen wird. Der gesamte Kirchentag ist ein Kirchentag von unten, aber Missbrauchshandlungen läßt er nicht zu … Rostock ist nicht Berlin – Gäste haben sich zu fügen und einzuordnen.“
Mit allen Wassern ungewaschen
Im Oktober 1989 also hatte Kirchenfürst Gauck gerade noch rechtzeitig zum schließlich 200.000 Mitglieder zählenden "Neuen Forum" gefunden, bevor im November die Mauer fiel. Der Kabarettist hat die friedliche Revolution weder initiiert, noch getragen - sondern im Gegenteil sogar beendet. Bevor Pfarrer Gauck wieder in der Bedeutungslosigkeit eines regionalen Kabarettisten verschwand, setzte er sich im rechten Zeitpunkt auf den Saum des Mantels der Geschichte und schleifte über einen Listenplatz des Neuen Forums in die Volkskammer.
Bürger Gauck und der Betrug mit der Freiheit
An irgendeiner Stelle sagt Gauck, er habe das alles nicht aus klugen Büchern oder aus großen Gedichten, sondern aus seiner Lebenserfahrung. Das hatte man schon vorher befürchtet. Ein paar Bücher mit originellen Gedanken, ein paar Gedichte oder Romane, die die sprachliche Seite des Autorendaseins schulen, beides hätte dem Bürger Gauck in seinem Essayistenleben sicherlich gut getan.
Gut, dass er aus dem Buchgeschäft in die Präsidentenbranche wechselt.
Die „Ermächtigung“ des Herrn Gauck oder die späte Rache der ehemaligen DDR an der alten Bundesrepublik
Unverbesserlicher „kalter Krieger“
Und noch etwas sollten gerade Sozialdemokraten wissen, wenn Sie Joachim Gauck zum Bundespräsidenten wählen: Sein Denken ist tief im Antikommunismus und kalten Krieg der fünfziger und frühen sechziger Jahre verhaftet. In einer Schärfe, wie dies keine relevante politische Kraft der Gegenwart noch formulieren würde, prangert er die Entspannungspolitik Willy Brandts an.
Donnerstag, 8. März 2012
Dienstag, 28. Februar 2012
An alle, die mir »geschäftlich« schreiben
Bitte spart Eure zeit für sinnvollere tätigkeiten. Ich werde nicht antworten!
Leider finde ich meist nicht einmal zeit, persönliche mails zu beantworten. Und das, obwohl mir das wichtig wäre.
Dies ist ein politisches privatblog. Zu nicht kommerziellen zwecken darf man sämtliche texte, die einem gefallen, im vollzitat mit nach hause nehmen, quellenangabe ist eine gute idee. Auch verlinkung von texten ist erlaubt und erwünscht.
In einer gesellschaft, in der man alles kaufen kann - und eben auch kaufen muß - ist es freilich unsinn, etwas »einfach so« zu tun. Ohne, daß irgendwas ver- oder gekauft wird.
Ich bin kein idealist, der denkt, man solle auf die materiellen wohltaten verzichten und asketisch leben. Meine texte sind nicht zum geldverdienen gedacht.
In meinem blog kann man weder gegen geld noch gute worte werbebanner platzieren. Sieht man hier etwas werbebannerähnliches, dann, weil ich das für angemessen halte. Kostenlos.
Auch wenn die meisten mails nur persönliche beschimpfungen enthalten: Damit kann ich leben.
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Hotel Amerika
In ihrem 1930 erschienenen sozialkritischen roman »Hotel Amerika« beschreibt Maria Leitner, was in der realität vom »Amerikanischen Traum« übrig bleibt. Am beispiel eines New Yorker luxushotels zeigt sie die verwerfungen der US-amerikanischen gesellschaft auf. Von jenen, die es sich leisten können, in diesem hotel quartier zu nehmen, über die, die im hintergrund für diesen luxus arbeiten müssen, bis hin zu denen, die keine arbeit bekommen und in elendsunterkünften ihr dasein fristen müssen.
Maria Leitner war mitte der 20er jahre als jounalistin durch die USA und lateinamerika gereist. Sie hat in dieser zeit dort aber nicht nur arbeiter und arbeiterinnen nach ihren arbeits- und lebensbedingungen befragt, sondern selbst dort als arbeiterin oder dienstmädchen gearbeitet.
Hier kann man den gesamten roman kostenlos lesen oder für einen e-book-reader herunterladen. Die rahmenhandlung ist an sich relativ uninteressant - spannend daran ist, etwas darüber zu erfahren, wie die einfachen leute in den USA damals gelebt haben.
Spannend ist auch der vergleich mit den lebensbedingungen heute. Man stellt fest, daß 80 jahre fortschritt für die »normalen« leute nichts gebracht haben - und für die wirklich armen erst recht nichts.
Wer zeit hat und ein bißchen englisch versteht, sollte sich zum selben thema diese BBC reportage ansehen, sie dauert knapp eine halbe stunde (herzlichen dank an meine allerfleißigste kommentatorin Nadja, die mich auf diesen film aufmerksam machte).
An einer stelle sagt ein herr in einem anzug, die armen in den USA wären gar nicht arm, weil die angeblich häufig sogar über breitformatflachbildschirmfernseher verfügten, was in der sogenannt dritten welt keiner hat. Das zeigt doch allerhöchstens, wie bescheuert die verhältnisse in diesem besten und reichsten aller staaten sind: Die leute verlieren wegen der gesetze ihr dach über dem kopf und müssen im zelt leben, obwohl das haus, das sie bewohnten, hinterher leersteht und verfällt.
Sie haben ohne wohltätigkeitsspenden nichts zu beißen, sind aber angeblich keinesfalls »arm«, weil sie sich irgendetwas aus ihrer bürgerlichen existenz gerettet haben.
Man ist doch nicht reich, weil man einen computer, eine glotze oder ein auto hat, die man in anderen ländern oder anderen zeiten nie bekommen hätte. Arm ist man, wenn man seine alltäglichen bedürfnisse nicht befriedigen kann.
Weltweit leben mehr als 300 millionen kinder in slums.
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Sonntag, 26. Februar 2012
Hungerkralle
Damit es nicht in vergessenheit gerate, wie das mit dem hunger ist, stellte man vor gut einem halben jahrhundert in Berlin ein denkmal auf.
Es stellt eine gabel dar, eine leere, wohlgemerkt. Eine dreizinkige kuchengabel - sonst könnte man in ermangelung von brot die option des kuchenessens glatt vergessen.
Um darzustellen, was dem volk an konsumgütern und essen in dieser wohlstandgesellschaft tatsächlich zusteht, hat der künstler neben dem eigentlichen monument zwei in einander verkeilte einkaufswagen aufgestellt (sichtbar hier am rechten bildrand). So wie sie da stehen, kann man nichts in sie hineinlegen.
Also genau das, was der mehrheit vergönnt ist.
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Montag, 20. Februar 2012
Präsident der arschgeigen
Noch nie habe ich das bedürfnis nach einem staatsoberhaupt empfunden. Ich benötige niemanden als präsidenten - und erst recht nicht diesen ekelhaften pfaffen Gauck.
So etwas widerwärtiges soll hier im staate etwas zu sagen bekommen. Dies sarrazynistische stück mist ist auf ganzer linie abzulehnen!
So etwas widerwärtiges soll hier im staate etwas zu sagen bekommen. Dies sarrazynistische stück mist ist auf ganzer linie abzulehnen!
Samstag, 11. Februar 2012
Wer oder was mag eigentlich die FDP?
Aufschluß darüber gibt dies kleine video:
Wirtschaftsminister Phillip Rösler soll bekennender fan von Udo Jürgens sein. Die kanzlerin unserer herzen, die zwar nicht in der FDP ist, auch - und ich beginne zu ahnen warum:
Der schlagerstar beflügelt offenbar mit uraltkamellen das wunschdenken unserer politiker. Wobei herr Jürgens tatsächlich noch eine spur realitätsbezug hatte. Bei unserer geliebten kanzlerin und ihrem wirtschaftsminister bin ich mir nicht sicher.
Oder eben zu sicher.
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Donnerstag, 9. Februar 2012
Bereit zum kentern: neoliberale soße mit teilweise braunen einsprengseln - 6. transparenz in verwaltung und politik
Fortsetzung - wer die bisherigen artikel noch nicht gelesen hat, findet sie hier: vorwort , kapitel 1: mehr demokratie wagen und kapitel 2 gesellschaftliche teilhabe, kapitel 3 bildung, kapitel 4 wissenschaft, kapitel 5 kunst und kultur
Da gibt sich eine partei vor, sie wolle etwas anderes sein, als das bisher dagewesene - und was tun diese schaukelstuhlpiraten?
Sie schreien nach verwaltung.
»E-government« - denen fällt nicht ein mal ein deutsches wort dafür ein - soll die allgemeine registrierung schöner machen. Man darf dem amt auf digitalem wege arbeit abnehmen, frei nach dem prinzip »unterstütze Deine polizei, verprügel Dich selbst«. Etwas anderes bedeutet es nicht, wenn man bequem von zu hause aus die eigenen daten auf dem amtsserver einpflegt.
Das ist kein service, sondern die abwesenheit desselbigen!
Transparenz und der schutz personenbezogener daten passen nicht zusammen.
Transparenz bedeutet so etwas wie hier in SPON beschrieben: In einem netzwerk sollen mitarbeiterdaten, die dann auch bewertet werden können, für andere unternehmer sichtbar sein. Das bedeutet, daß ein mitarbeiter, der eine aufgabe mal nicht zur vollsten zufriedenheit gelöst hat, oder vielleicht nur mal etwas gesagt hat, das anderen nicht in den kram paßt, schlecht bewertet wird.
Er bekommt dann keine aufträge mehr und wird entlassen - seine daten sind im internet bekannt, somit ist er den möglichen anderen »arbeitgebern« bekannt - und bekommt nie wieder eine bezahlte arbeitsstelle.
Eine weitere schönheit der transparenz ist hier beschrieben.
Die piraten haben ein etwas merkwürdiges bild davon, was mit den (persönlichen) daten passiert, wenn sie erstmal irgendwo erfaßt sind.
Die piraten glauben , daß man eine »gute« demokratie daran erkennen könne, daß die sogenannten »bürger«, wer auch immer das sein soll, sich »frei« informieren könnten. Ich glaube das nicht. Vielleicht könnte man so etwas wie eine »demokratie« daran erkennen, daß sie herrschaftsfrei wäre.
Am system ändert es nichts, wenn die piraten ein paar gesponsorte philharmoniebesuche ausschlagen.
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Freitag, 3. Februar 2012
Rechts = Links
Es langweilt, wenn geschichtsrevisionistische, verknöcherte alte weiber versuchen, gleichungen aufzustellen.
So ist es keine gute idee, sich gedanken über die auflösung einer gleichung zu machen, die nach den booleschen gesetzen nur falsch sein kann.
Es ist verständlich, daß linke sich über so etwas aufregen. Schließlich waren es linke, die zur hitlerzeit verfolgt, eingesperrt und ermordet wurden, weil sie der totalen ausbeutung der arbeiterklasse (und daran war nichts sozialistisch!) im wege standen. In der adenauerzeit waren es schnell wieder die linken, die eingesperrt wurden, in der brandtzeit hagelte es berufsverbote und heute werden sie als staatsfeinde überwacht, während die alten und neuen mörder unter der obhut des staates tun konnten und können, was hier als recht gilt.
Laut tagesschau.de soll der LINKSparteichef Klaus Ernst auf facebook geäußert haben, daß frau Steinbach nicht »in die reihe der demokraten« gehöre.
Lieber Klaus, das kann doch wohl nicht Ihr ernst sein! Wo gehört die tante denn sonst hin? In einer reihe, die aus »lupenreinen demokraten« wie Globke oder F.J. Strauß besteht?
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Montag, 9. Januar 2012
Aus Nordrhreinwestfalen zu Karl und Rosa
Jeanette schreibt:
Ich denke, es war vor ca. zwei Jahren, da schrieb ich schon mal über meine persönlichen Befindlichkeiten zur Demonstration im Januar während meiner Schulzeit. Frieren war nicht mein Ding, trotzdem kann ich mich an kein Jahr erinnern, in dem ich nicht an diesem Sonntag mitgelaufen wäre.Leider kann ich nicht helfen, weil ich nicht in NRW lebe, aber vielleicht möchte einer meiner leser auch zu Karl und Rosa und kann Jeanette mitnehmen? Dann klick bitte obenstehenden link und nimm kontakt auf. Ich freue mich, daß in jedem jahr so viele menschen nach Friedrichsfelde kommen, um der ermordeten zu gedenken.
Seit ich weit im Westen wohne, ist das naturgemäß anders. Allerdings wollte ich vor zwei Jahren schon einmal nach Berlin fahren, aber da habe ich mir kurz vorher den Arm gebrochen, nichts wurde es.Dieses Jahr würde es wieder passen. Eigentlich möchte ich so gern am Sonntag dabei sein und genau da liegt mein Problem.
Wie und mit wem komme ich nach Berlin? Ich habe sowohl auf den Seiten der DKP als auch der PdL hier in Rheinland-Pfalz geschaut - kein Hinweis zu einer gemeinsamen Mitgliederfahrt nach Berlin. Vielleicht bin ich auch einfach nur zu doof zum Googeln, aber ich finde nichts.
Kann mir jemand, der zufälligerweise hier liest, eine entsprechende Info geben oder gibts unter meinen Freunden jemanden, der nach Berlin fährt (Anne??) und dem ich mich anschließen kann? Ich würde mich riesig freuen, wenn es hierzu Reaktionen gibt.
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Bereit zum kentern: neoliberale soße mit teilweise braunen einsprengseln - 5. kunst und kultur
Fortsetzung - wer die bisherigen artikel noch nicht gelesen hat, findet sie hier: vorwort , kapitel 1: mehr demokratie wagen und kapitel 2 gesellschaftliche teilhabe, kapitel 3 bildung, kapitel 4 wissenschaft. Das parteiprogramm, um das es geht ist hier.
An dieser stelle erreicht das piratenprogramm einen gipfel der verphrastheit. Was in der wissenschaft unerwünscht ist, nämlich wirtschaftsfaktor zu sein, soll für das kulturleben ein segen sein - und die piraten wollen daß die »förderstruktur« »bei einzelnen sparten[…]auch in wirtschaftskrisen nicht so stark gekürzt« werden solle.
Welche sparten das sein sollten und was dieses »nicht so stark« bedeutet, wird lieber nicht angesprochen. Kein widerwort gegen die banausenpolitik des herrn Wowereit, der einen kult daraus gemacht hat, daß Berlin »arm aber sexy« sei - und so sollen auch alle im kulturbereich beschäftigten sein, ausnahmen gibt es wahrscheinlich auch.
Wenn eine partei schreibt »desweiteren müssen größtenteils öffentlich finanzierte einrichtungen auch für die bevölkerung zugänlich sein.« ist es relativ klar, daß wenn sie an die macht käme, unter dem sparzwang die öffentliche finanzierung einstellen müßte, um auf allen ebenen geld zu sparen.
Man darf daran glauben, daß nichts weiter zusammengestrichen werden soll und muß später dann »dranglauben« - also alles wie bisher:
Hier wird auf moralische werte gesetzt - und natürlich ein wunder.
In einiger zeit geht es weiter mit 6. verwaltung.
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Samstag, 31. Dezember 2011
Zum lachen gibt es nichts
An sich arbeiten kabarettisten, um auf gesellschaftliche mißstände hinzuweisen, die es abzuschaffen gilt. Da kann man Dieter Hildebrandt vom »Scheibenwischer« fast bemitleiden. Man kann über die alten witze vom januar 1982 immer noch lachen.
Ob man nun »Main-Donau-Kanal« oder »Stuttgard 21« dazu sagt.
Kommt alle gut ins neue jahr, rutscht nicht aus, stolpert nicht und brecht euch nicht das nasenbein!
Ob man nun »Main-Donau-Kanal« oder »Stuttgard 21« dazu sagt.
Kommt alle gut ins neue jahr, rutscht nicht aus, stolpert nicht und brecht euch nicht das nasenbein!
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Freitag, 30. Dezember 2011
Bereit zum kentern: neoliberale soße mit teilweise braunen einsprengseln - 4. wissenschaft
Fortsetzung - die vorhergehen artikel finden sich unter: vorwort , kapitel 1: mehr demokratie wagen und kapitel 2 gesellschaftliche teilhabe, kapitel 3 bildung. Das parteiprogramm, um das es geht ist hier.
Die piraten haben schöne wie sinnfreie sätze in ihr programm geschrieben, daß der wert der wissenschaft sich nicht auf wirtschaftliche aspekte reduzieren ließe.
Da die piratenpartei sich angeblich in erster linie aus studenten zusammensetzt, drängt sich mir der gedanke auf, daß die »bologna-reform« hierzulande geleistet hat, was sie sollte: die studenten sind zwar kaum noch in der lage einen klaren gedanken zu fassen - aber sie sind imstande ihn zu formulieren.
Wofür wird denn geforscht?
Es ging nie darum, etwas sinnvolles für die menschheit herauszufinden, sondern immer ausschließlich um wirtschaftliche vorteile. Wenn der staat wissenschaft fördert, dann geschieht das nie zum nutzen der allgemeinheit, die erkenntnisse dienen privater bereicherung.
Selbstverständlich könnte man das auch anders organisieren. Aber nicht in einem system, in dem es ausschließlich um in konkurrenz stehende privatinteressen geht - und damit ums geldverdienen.
Es ist ein schöner wunsch, medizintechnik, medikamente und impfstoffe auch für menschen in armen ländern verfügbar zu machen.
Übrigens ist die lebenserwartung armer menschen, trotz des fortschritts in Deutschland gesunken, weil sie einfach nicht bekommen, was möglich wäre. Das zeug ist nicht dafür gemacht, damit es irgendwem hilft, sondern damit sich pharmakonzerne auf dem weltmarkt behaupten.
Übrigens ist die lebenserwartung armer menschen, trotz des fortschritts in Deutschland gesunken, weil sie einfach nicht bekommen, was möglich wäre. Das zeug ist nicht dafür gemacht, damit es irgendwem hilft, sondern damit sich pharmakonzerne auf dem weltmarkt behaupten.
Fromme wünsche ändern daran nichts - eigentumsverhältnisse vielleicht schon.
Im kommenden jahr geht es weiter mit 5. kunst und kultur.
Im kommenden jahr geht es weiter mit 5. kunst und kultur.
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China Horoskop für 2012
Eigentlich glaube ich nicht an horoskope, aber das chinesische für das kommende jahr, sieht so düster aus, daß es wahrscheinlich stimmt. Für weitere information bitte hier klicken (Vorsicht! Nicht erschrecken!)
Mittwoch, 28. Dezember 2011
Bereit zum kentern: neoliberale soße mit teilweise braunen einsprengseln - 3. bildung
Fortsetzung - Was bisher geschah: vorwort , kapitel 1: mehr demokratie wagen und kapitel 2 gesellschaftliche teilhabe. Das parteiprogramm, um das es geht ist hier.
An manchen stellen kommt man aus dem staunen nicht raus - mit dem selben argument, mit dem die konservativen seit jahrzehnten verhindern, daß es eine gemeinschaftsschule für alle kinder gibt, unabhängig von herkunft oder behinderungen, wollen die piraten genau das gegenteil erreichen: nämlich eine entwicklung zur gemeinschaftsschule durch »vielfalt und wahlfreiheit.«
Mit diesem argument wird seit menschengedenken blockiert, daß die kinder des direktors mit den kindern der putzfrau (womöglich auch noch mit sogenanntem »migrationshintergrund«) auf die selbe schule gehen müssen. Um individuelle förderung ist es dabei nie gegangen, sondern um selektion und zurichtung (fast hätte ich »hinrichtung« geschrieben) für den arbeitsmarkt.
Die piraten bekommen es hin, die öffentlichen schulen im »großgedruckten« als vorbild hinzustellen - und im »kleingedrucken« die reformpädagogik. Das öffentliche schulsystem ist kein vorbild. Es war nie dafür gedacht, aus kindern selbständig denkende menschen zu machen, das wäre viel zu kompliziert. Das bildungssystem soll brave leute hervorbringen, die tagsüber nichts lieber als ihre arbeit tun und abends vor dem fernseher sitzen.
Und reformpädagogische schulen müssen genau dasselbe leisten. Über die hierzulande vorherrschende ideologie in der reformpädagogik möchte ich mich an dieser stelle nicht groß auslassen. Die ist alles andere als fortschrittlich und färbt sich bei genauem hinsehen braun. An solchen schulen geht es »ganzheitlich« zu - wer nun unbedarft denkt, damit sei so etwas wie »eine umfangreiche allgemeinbildung« gemeint, irrt. Es geht darum, die aufklärerische trennung von religion und wissenschaft rückgängig zu machen, die folge davon ist, daß nicht mehr wissenschaftlich analysiert und hinterfragt, sondern geglaubt wird.
Wenn es in der schule um erkenntnisgewinn ginge und nicht um vorsortierung für das kapital, bräuchte niemand wahlfreiheit, sondern lehrer, die zeit haben, sich um die schüler zu kümmern.
Demnächst in diesem blog: kapitel 4: wissenschaft
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Sonntag, 25. Dezember 2011
Musik für Feiertage
Schön finde ich es, wenn ich in anderen blogs über musik stolpere, die fernab der popkultur sind. Lobend erwähnen darf ich an dieser stelle die schrottpresse. Dank für den hinweis auf diese interessante aufnahme, die ich mir gern angehört habe.
Eigentlich höre ich mordernere musik und deshalb gibt es hier aus solidarität mit griechenland musik des griechischen mathematikers, bauingenieurs, antifaschisten und komponisten Iannis Xenakis zu hören.
Eines meiner lieblingsstücke ist »jonchaies«. Der name wird mit meist mit »binsengeflecht« übersetzt, die übersetzung mag richtig sein, ich würde es eher »schilfgürtel« oder ähnlich übersetzen. Eigentlich muß man dies stück live erleben: die geigenbögen des orchesters bewegen sich wie schilf im wind, bis das chaos ausbricht.
Für leute, denen diese musik zu anstrengend ist, gibt es noch ein schönes tam-tam zum um den lichterbaum hüpfen vom selben komponisten. Funktioniert auch ohne lichterbaum und zu jeder anderen jahreszeit.
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Freitag, 23. Dezember 2011
Bereit zum kentern: neoliberale soße mit teilweise braunen einsprengseln - 2. jeder mensch hat das recht auf eine sichere existenz und gesellschaftliche teilhabe
Fortsetzung - Was bisher geschah: vorwort und kapitel 1: mehr demokratie wagen. Und das parteiprogramm, um das es geht ist hier.
Eine tatsächlich erhellende erkenntnis, die man in diesem parteiprogramm findet, ist folgende: »In unserer Geldwirtschaft ist dazu [anmerkung: gemeint ist die befriedigung der grundbedürfnisse] ein Einkommen notwendig.«
Danach ists mit den erkenntnissen aber auch schon wieder zu ende, denn im weiteren text wird behauptet, ein großes ziel der bisherigen wirtschaftspolitik sei gewesen, vollbeschäftigung zu schaffen.
Das hat zu (fast) jedem zeitpunkt der wirtschaftsgeschichte der Bundesrepublik nicht gestimmt. Arbeitslosigkeit war schon immer ein gutes mittel zur erpressung der besitzlosen und aus diesem grund wurde viel dafür getan die tatsächliche zahl der arbeitslosen zu erhöhen, oder zumindest auf hohem niveau konstant zu halten und deren lebensbedingungen massiv zu verschlechtern.
Dadurch hat man die auch lebensqualität der arbeitsplatzinhaber abgesenkt, verstöße gegen gesetzliche bestimmungen (die ohnehin schon erbärmlich genug sind) werden hingenommen, weil man sonst der nächste sein könnte, der am jobcenter die schlange verlängert - und damit würde man alles verlieren, wofür man bisher gearbeitet hat. Derartige ängste sind im kapitalismus zwingend notwendig.
Wer imstande ist zu schreiben »Wir wollen Armut verhindern, nicht Reichtum«, wie die wackeren piraten das tun, hat nicht begriffen, daß beides zwangsläufig zusammenhängt. Unvorstellbarer reichtum ist deshalb möglich, weil die reichen das recht haben, zu bestimmen was die armen von dem reichtum abkriegen - mit »arm« sind alle gemeint, die abhängig arbeiten müssen.
Die piraten wollen keine egalitäre gesellschaft, sondern kapitalismus mit ein paar »wohltaten« für die armen, aber mit diesen wohltaten ists nicht weit her. Ich will den piraten zwar keine bösen absichten, aber doch zumindest eine totale unbedarftheit, unterstellen.
Wie kommen die dazu, allen ernstes in ein programm zu schreiben, den leuten ein bescheidenes dasein garantieren zu wollen? Weshalb ist denn eine sichere existenz nicht sowieso garantiert in diesem staat?
Zum thema »bedingungsloses grundeinkommen« leitete mir ein leser, der kritiker desselben ist, bereits vor einigen wochen eine mail weiter, die er von einer mitgliedIn der piratenpartei erhalten hatte. Den kruden gedankenbrei möchte ich meinen lesern ersparen. Es war ungefähr so realitätsnah, wie die weltuntergangsphantasien der esotheriker (bekanntermaßen geht 2012 die welt unter, weil da der kalender der Maya endet), das tüpfelchen auf dem »i« kam gegen ende: Wenn er doch gegen das BGE sei, gehöre es gefälligst zum anstand, daß er es abzulehnen habe, wenn es dann so weit sei.
Wie denn nun? Soll dies »tolle« grundeinkommen bedingungslos sein oder maßt sich eine höhere inquisition an, zu bestimmen wer aus »anstand« den armutspfennig zurückzugeben hat?
Das zeigt die geisteshaltung dieser leute: Wer nicht mit ihren schönen ideen konform geht, soll keine kritik äußern, sonst verwirkt er sein recht auf existenz.
Fortsetzung folgt: Kapitel 3 - bildung
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Weihnachtliche wohltätigkeit
Die Deutschbanker übernehmen persönlich soziale verantwortung und stehen nun mit der virtuellen spendenbüchse in der frostigen facebookfußgängerzone und sammeln für arme. Aktuell sind dort 1428 € zusammengekommen, also sogar schon mehr als ein promill eines Ackermannjahresbonus.
Erst nehmen sie den menschen mit ihren geschäften die lebensgrundlage weg und dann werden ein paar krümelchen abgegeben, damit das gewissen wieder sauber wird.
Für Euch den pfennig - für sie die mark!
Donnerstag, 22. Dezember 2011
Bereit zum kentern: neoliberale soße mit teilweise braunen einsprengseln - kapitel 1: mehr demokratie wagen
Fortsetzung - das vorwort ist hier. Und das parteiprogramm, um das es geht ist hier.
Es beginnt mit einem irrtum.
Es beginnt mit einem irrtum.
Es wird hervorgehoben, daß mehr demokratie von nöten sei, damit die interessen des wählers besser vertreten werden.
Unsinn.
Die interessen des wählers werden hier, ob nun bundesweit oder auf landesebene genau so vertreten, wie es den nationalen wirtschaftsinteressen entspricht. Um etwas anderes geht es nicht. Auf die wahlen möchte ich nichts kommen lassen. Die sind absolut demokratisch - allerdings ging es dabei noch nie um die interessen der wähler, sondern um herrschaft. Und das ist nun einmal etwas anderes.
Es ist eine totalitäre weltsicht, wenn eine partei sich anmaßt, »alle« in dies demokratietheater einbinden zu wollen. Die piratenpartei geht einfach darüber hinweg, daß es selbst innerhalb von Berliner stadtbezirken eben kein »großes ganzes interesse«, sondern interessenkonflikte gibt. Daß die wenigen leute, die über geld (und damit meine ich geld als kapital) verfügen, ohnehin am ende darüber bestimmen, wie die mehrheit zu leben hat, wird einfach ignoriert.
Die probleme werden durch direkte demokratie nicht gelöst, ich mag nicht ausmalen, wie derartige abstimmungen, angeheizt durch die meist konsumierten medien, ausgehen.
Und dezentralisierung verbessert die verhältnisse auch nicht, denn die piraten haben keinesfalls vor, das eigentum und damit die macht zu dezentralisieren.
Die stellen sich vor, daß die probleme, die konzentration des eigentums mitbringt, von selbst verschwinden, wenn die leute, die abhängig von den eigentümern leben müssen, selbst entscheiden dürfen, mit welchen mitteln sie sich malträtieren lassen wollen.
Es folgt in kürze: zweites kapitel: existenz und teilhabe.
Es folgt in kürze: zweites kapitel: existenz und teilhabe.
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