Wer noch auf der suche nach einer spannenden urlabslektüre ist, sollte sich das buch anschauen, das die »Gruppen gegen Kapital und Nation« herausgegeben haben. Man muß es auch gar nicht mit in den urlaub nehmen, sondern kann es auch sehr gut zu hause lesen. Gleich am bildschirm oder auf e-bookreader oder gedruckt am badesee. In neun kapiteln wird in verständlicher sprache beschrieben, warum die kapitalistische wirtschaftsordnung der bedürfnisbefriedigung sehr vieler menschen entgegensteht.
Das buch kann hier in den gängigen e-bookformaten heruntergeladen werden. Auf der seite steht zwar, daß der download umsonst sei. Ich bin jedoch der auffassung, daß es kostenlos und keineswegs umsonst ist.
Wer lieber ein gedrucktes buch möchte, kann es auf der selben seite für 4€ inklusive porto und verpackung bestellen.
»Wovon man nicht schweigen kann, darüber muß man reden.
Das ist meine meinung. Aber nicht die Wittgensteins.« (Mechthild Mühlstein)
- willkommen in der schlangengrube - (nachtrag ostern 2021)
Posts mit dem Label e-book-reader werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label e-book-reader werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Dienstag, 4. August 2015
Mittwoch, 10. Juni 2015
Solidarität mit dem poststreik
Aus solidarität mit dem streik bei der post gibt es derzeit das komplette onlineangebot der »jungen welt« kostenlos, weil die zustellung der gedruckten jw nicht sichergestellt ist.
Gelegenheit auch für alle, die noch kein abo haben, sich das gesamte onlineangebot kostenlos anzusehen.
Gelegenheit auch für alle, die noch kein abo haben, sich das gesamte onlineangebot kostenlos anzusehen.
labels:
1€blog,
BRD,
e-book-reader,
hinweis
Sonntag, 5. Oktober 2014
Neues design bei der jw
Hat sich eigentlich schon jemand das neue design der Jungen Welt angeschaut? Ich finde es nicht so prickelnd.
Zu bilderlastig und unübersichtlich, auf haldheldgeräten kaum lesbar. Schade.
Das viele geld für den gestalterischen neustart ist schlecht angelegt. Das hätten sie mal besser den fleißigen reportern geben sollen, die die zeitung tag für tag mit inhalten füllen. Dafür habe ich die jw gern am kiosk erworben, damit es sie auch im internet gut lesbar für alle geben kann, weil der inhalt der zeitung wichtig ist.
Keine frage. Für eine zeitung ist das design wichtig. Allerdings sollte es ein bescheidenes hintergrunddasein führen und einen vor allem nicht ärgern.
Wie ich gehört habe, ist das online-archiv nicht mehr erreichbar und die leute, die den ganzen spaß per eMailAbo bezahlen, sind seit tagen leer ausgegangen. Solche pannen passieren bei der rechtslastigen konkurrenz leider nie.
[Nachtrag: Gilt leider einen monat später noch genau so]
Zu bilderlastig und unübersichtlich, auf haldheldgeräten kaum lesbar. Schade.
Das viele geld für den gestalterischen neustart ist schlecht angelegt. Das hätten sie mal besser den fleißigen reportern geben sollen, die die zeitung tag für tag mit inhalten füllen. Dafür habe ich die jw gern am kiosk erworben, damit es sie auch im internet gut lesbar für alle geben kann, weil der inhalt der zeitung wichtig ist.
Keine frage. Für eine zeitung ist das design wichtig. Allerdings sollte es ein bescheidenes hintergrunddasein führen und einen vor allem nicht ärgern.
Wie ich gehört habe, ist das online-archiv nicht mehr erreichbar und die leute, die den ganzen spaß per eMailAbo bezahlen, sind seit tagen leer ausgegangen. Solche pannen passieren bei der rechtslastigen konkurrenz leider nie.
[Nachtrag: Gilt leider einen monat später noch genau so]
labels:
BRD,
DDR,
e-book-reader,
kommentar,
kulturkritik
Dienstag, 22. Juli 2014
Das patriachat
An sich könnte man frau dr. habil. Heike Diefenbach zustimmen, wenn sie in ihrem aufsatz »Das patriachat« (pdf) feststellt, daß der »staatsfeminismus« frauen als mehr oder weniger homogene gruppe zusammenfaßt und ihnen mit quotenregelungen ein gemeinsames interesse unterstellt, das ja tatsächlich nicht vorhanden ist.
Auch ihre kritik an der »feministischen philosophie«, daß frauen schwierigkeiten mit der »patriachal geprägten vernunft« hätten, geht meines erachtens völlig in ordnung.
Wenn sie nur nicht als lebender beweis für weibliche irrationalität dastünde. Auf seite 14 des verlinkten werkes schreibt sie:
Aber bedeutende männer werfen eben ihren schatten voraus.
Auch ihre kritik an der »feministischen philosophie«, daß frauen schwierigkeiten mit der »patriachal geprägten vernunft« hätten, geht meines erachtens völlig in ordnung.
Wenn sie nur nicht als lebender beweis für weibliche irrationalität dastünde. Auf seite 14 des verlinkten werkes schreibt sie:
»[…]Und bereits Bebel, der Begründer der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung und (gemeinsam mit Karl Liebknecht) der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei im Jahr 1869[…]«Wie der am 13. august 1871 geborene Karl Liebknecht bereits 1869 eine arbeiterpartei mitbegründen konnte, kann zumindest ich rational nicht erklären.
Aber bedeutende männer werfen eben ihren schatten voraus.
labels:
1€blog,
BRD,
e-book-reader,
hinweis,
kapitalismus,
kommentar,
kulturkritik,
mohn macht doof,
schland,
unsinn,
verarschismus
Mittwoch, 9. Juli 2014
Tagebücher
Seit 2011 erscheinen im verbrecher verlag die tagebücher Erich Mühsams, 2018 soll das letzte von ihnen erscheinen.
Zeitgleich erscheinen sie online. Diese tagebüchersite ist sehr gut gemacht, mit einem umfangreichen register, einem almanach und sogar die handschriften kann man betrachten.
Am 10. juli 1934 wurde Erich Mühsam im KZ Oranienburg ermordet. Vielleicht ein anlaß, sich einmal wieder oder vielleicht überhaupt einmal mit seinem werk zu befassen.
Zeitgleich erscheinen sie online. Diese tagebüchersite ist sehr gut gemacht, mit einem umfangreichen register, einem almanach und sogar die handschriften kann man betrachten.
Am 10. juli 1934 wurde Erich Mühsam im KZ Oranienburg ermordet. Vielleicht ein anlaß, sich einmal wieder oder vielleicht überhaupt einmal mit seinem werk zu befassen.
labels:
e-book-reader,
hinweis,
lesenswertes
Mittwoch, 9. April 2014
Der Moloch
Zum tode des kirchenkritikers Karlheinz Deschner möchte ich daran erinnern, daß er sich auch zu politischen themen äußerte, beispielsweise zum »fall Weizsäcker«:
Im märz des vergangenen jahres vollendete Karlheinz Deschner sein lebenswerk »Die Kriminalgeschichte des Christentums«.
Interessant ist auch seine kritische geschichte der USA, in die ich vor längerer zeit mal hineingelesen hatte, aber nicht geschafft, sie ganz zu lesen. Das werde ich bald nachholen, denn ich habe die überarbeitete auflage von »Der Moloch« aus dem jahr 2002 zum kostenlosen runterladen (pdf) gefunden.
Im märz des vergangenen jahres vollendete Karlheinz Deschner sein lebenswerk »Die Kriminalgeschichte des Christentums«.
labels:
BRD,
doku,
e-book-reader,
geklautes,
hinweis,
kulturkritik,
USA
Samstag, 16. Februar 2013
An der panke
Mitten auf dem Wedding, wo die Walter-Röber-Brücke über die Panke führt und den nördlichen abschnitt der Wiesenstraße mit dem südlichen teil verbindet, liegt neben dem Pankeradweg ein gedenkstein.

Tatsächlich fand der mord an den demonstrierenden arbeitern wenige meter weiter statt, in der Kösliner Straße. Damals eine der finstersten straßen des elendsbezirks.


Das buch »Barrikaden am Wedding«, das den blutmai literarisch behandelt, wurde kurz nach dem erscheinen verboten und für den text des liedes vom Roten Wedding, von dem es sehr viele unterschiedliche textvarianten gibt, wurde Erich Weinert wegen volksverhetzung verklagt, mußte allerdings wegen verjährung freigesprochen werden.
Roter Wedding
Links, links, links, links,
trotz Zörgiebels Polizei!
Links, links, links, links,
wir gedenken des Ersten Mai!
Der herrschenden Klasse blut'ges Gesicht,
der Rote Wedding vergißt es nicht,
und die Schande der SPD!
Sie woll'n uns das Fell über die Ohren zieh'n!
Doch wir verteidigen das rote Berlin,
die Vorhut der Roten Armee!
Roter Wedding grüßt euch, Genossen!
Haltet die Fäuste bereit!
Haltet die roten Reihen geschlossen,
denn unser Tag ist nicht weit!
Drohend stehen die Faschisten
drüben am Horizont!
Proletarier, ihr müßt rüsten!
Rot Front! Rot Front!
Worte: Erich Weinert
Musik: Hanns Eisler
Er erinnert an den blutmai 1929. Damals hatten sich der Preußische innenminister Albert Grzesinki und der Berliner polizeitpäsident Karl Zörgiebel, beide SPD, geweigert, demonstrationsverbot für den 1. mai aufzuheben, wie in allen anderen Deutschen großstädten auch.
Tatsächlich fand der mord an den demonstrierenden arbeitern wenige meter weiter statt, in der Kösliner Straße. Damals eine der finstersten straßen des elendsbezirks.
Die Kösliner Straße im Herbst 2012. Zum glück kein elendsbezirk mehr - immerhin gab es auch in Westberlin mal so etwas wie »sozialen wohnungsbau«.
Am 30. April schrieb Karl Zörgiebel im »Vorwärts«:
»... so soll nach dem Willen der Kommunisten am 1. Mai in den Straßen Berlins Blut fließen! Das darf nicht sein! Und deshalb weise ich noch einmal mit vollem Nachdruck darauf hin, dass für Berlin ein Verbot der Demonstrationen und Umzüge unter freiem Himmel nicht zuletzt dank der schweren Mitschuld der Kommunisten besteht. Wer trotzdem am 1. Mai die Straße zum Tummelplatz seiner politischen Leidenschaften zu machen versucht, muss sich darüber klar sein, dass er damit für sich und die anderen eine schlimme Gefahr heraufbeschwört! — An die friedliebende Bevölkerung Berlins, besonders an Frauen und Kinder, richte ich die dringende Bitte, am 1. Mai allen Versuchen fernzubleiben, sich nicht unnötig auf den Straßen aufzuhalten und die Maßnahmen zur Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung zu unterstützen. Zörgiebel.«Schon im vorfeld wurde den kommunisten die schuld am demonstrationsverbot zugeschoben und davor gewarnt, sich am 1. mai »unnötig auf der straße aufzuhalten«. Die arbeiter, auch viele mit SPDparteibuch, gingen dennoch auf die straße. Unbewaffnet. Über die anzahl der toten gibt es unterschiedliche angaben. Auf dem stein steht, daß 19 menschen bei den straßenkämpfen getötet wurden, andere quellen berichten von 32 bis 38 toten. Wahrscheinlich beziehen sich diese zahlen auf gesamt Berlin, denn auch in Neukölln war es zu unruhen gekommen.
Das buch »Barrikaden am Wedding«, das den blutmai literarisch behandelt, wurde kurz nach dem erscheinen verboten und für den text des liedes vom Roten Wedding, von dem es sehr viele unterschiedliche textvarianten gibt, wurde Erich Weinert wegen volksverhetzung verklagt, mußte allerdings wegen verjährung freigesprochen werden.
Roter Wedding
Links, links, links, links,
trotz Zörgiebels Polizei!
Links, links, links, links,
wir gedenken des Ersten Mai!
Der herrschenden Klasse blut'ges Gesicht,
der Rote Wedding vergißt es nicht,
und die Schande der SPD!
Sie woll'n uns das Fell über die Ohren zieh'n!
Doch wir verteidigen das rote Berlin,
die Vorhut der Roten Armee!
Roter Wedding grüßt euch, Genossen!
Haltet die Fäuste bereit!
Haltet die roten Reihen geschlossen,
denn unser Tag ist nicht weit!
Drohend stehen die Faschisten
drüben am Horizont!
Proletarier, ihr müßt rüsten!
Rot Front! Rot Front!
Worte: Erich Weinert
Musik: Hanns Eisler
labels:
1€blog,
berlin,
e-book-reader,
lesenswertes
Freitag, 8. Februar 2013
Wer hat uns verraten? - … !
Während in den letzten tagen anderswo viel über ein gar nicht besonders spannendes blog diskutiert wurde, das von einer anonym finanzierten mietschreiberagentur für eine nicht ganz so anonyme mietrednerfigur betrieben wurde, habe ich lieber ein gutes buch gelesen. Das blog ist ohnehin inzwischen wieder vom netz, wegen angeblicher hackerangriffe. Vielleicht hatte die unterstützerinitiative sich aber auch überlegt, daß es ganz schön blödsinnig ist, einen sechsstelligen betrag für so ein schlechtes blog auszugeben. Aber wenigstens habe ich meine zeit nicht vertan.
Beim lesen des buchs stellte ich fest, daß der aktuelle kanzlerkandidat der SPD kein peinlicher fehlgriff ist. Peer Steinbrück ist genau der richtige mann für die SPD!
»Das kleine Schwarzbuch der deutschen Sozialdemokratie« beschreibt die geschichte der SPD seit 1890. Nach der aufhebung der sozialistengesetze wurde aus der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP) die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD).
Anfangs war die SPD eine kampfpartei, die ein marxistisches programm hatte und imstande war, massenaktionen erfolgreich durchzuführen. Allerdings brach die sozialdemokratische reichstagsfraktion am 30. juni 1913 - also gut ein jahr vor dem ausbruch des Ersten Weltkrieges - mit dem grundsatz »diesem system keinen mann und keinen groschen« und bewilligte die besitzsteuervorlage zur finanziellen deckung der rüstungskosten. Am 25. juli 1914 hatte die SPD noch auf massendemonstrationen zum widerstand gegen den krieg aufgerufen. Am 31. juli stand im »Vorwärts«
In der zeit nach 1945 setzte die SPD kapitalistenfreundliche politik fort - nicht erst im jahr 2005 mit der einführung der h4gesetze unter der Schröderregierung. Schon 1946 verhinderte die SPD in Hessen die durch einen volksentscheid beschlossene vergesellschaftung der schlüsselindustrien. Oder man denke an den kanzler, der für seine amtszeit »mehr demokratie wagen« versprochen hatte, stattdessen gab es den »radikalenerlaß«, der bis heute für viele einem berufsverbot gleichkommt.
Wer sich genauer mit dem thema befassen möchte, der sollte das »Kleine Schwarzbuch der Sozialdemokratie« von Konstantin Brandt lesen, erschienen 2012 im Verlag Wiljo Heinen. Es ist auch als e-book erhältlich. Vorteilhaft ist, daß das e-book zwar natürlich dem copyright unterliegt, aber keinen kopierschutz hat. Man kann es also am computer und auf allen lesegeräten, die man hat, lesen - auch darf man es in maßen an freunde weitergeben, beim preis von 1€99 für das e-book verschuldet man sich jedoch nur in sehr geringem maße, wenn man es selbst kauft.
Beim lesen des buchs stellte ich fest, daß der aktuelle kanzlerkandidat der SPD kein peinlicher fehlgriff ist. Peer Steinbrück ist genau der richtige mann für die SPD!
»Das kleine Schwarzbuch der deutschen Sozialdemokratie« beschreibt die geschichte der SPD seit 1890. Nach der aufhebung der sozialistengesetze wurde aus der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAP) die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD).
Anfangs war die SPD eine kampfpartei, die ein marxistisches programm hatte und imstande war, massenaktionen erfolgreich durchzuführen. Allerdings brach die sozialdemokratische reichstagsfraktion am 30. juni 1913 - also gut ein jahr vor dem ausbruch des Ersten Weltkrieges - mit dem grundsatz »diesem system keinen mann und keinen groschen« und bewilligte die besitzsteuervorlage zur finanziellen deckung der rüstungskosten. Am 25. juli 1914 hatte die SPD noch auf massendemonstrationen zum widerstand gegen den krieg aufgerufen. Am 31. juli stand im »Vorwärts«
»Wenn die verhängnisvolle Stunde schlägt, werden die vaterlandslosen Gesellen ihre Pflicht erfüllen und sich darin von den Patrioten in keiner Weise übertreffen lassen.«Die meinung der rechten führer der SPD hatte sich geändert. Man bewilligte die kriegskredite. Die antikriegshaltung einiger mitglieder führte zu deren ausschluß, was später die spaltung der arbeiterklasse zur folge hatte. Nach dem Ersten Weltkrieg machte die parteispitze der SPD eine strikt antikommunistische politik gegen die interessen der parteibasis. Verantwortliche SPDpolitiker ließen demonstrierende arbeiter von der polizei niederknüppeln und zusammenschießen. Im herbst 1932 gab es auf der straße eine einheitsfront aus KPD und SPD gegen die nazis. Eine gemeinsame antifaschistische politik verhinderte das führungspersonal der SPD, genau wie den generalstreik gegen Hitler im januar 1933, lieber dessen steigbügelhalter sein, als mit kommunisten gemeinsame sache zu machen. Am 24. märz 33 stimmte die SPD gegen das ermächtigungsgesetz. Da war es allerdings bereits zu spät. In den jahren bis 1945 wurden viele sozialdemokraten verfolgt, eingesperrt und ermordet.
In der zeit nach 1945 setzte die SPD kapitalistenfreundliche politik fort - nicht erst im jahr 2005 mit der einführung der h4gesetze unter der Schröderregierung. Schon 1946 verhinderte die SPD in Hessen die durch einen volksentscheid beschlossene vergesellschaftung der schlüsselindustrien. Oder man denke an den kanzler, der für seine amtszeit »mehr demokratie wagen« versprochen hatte, stattdessen gab es den »radikalenerlaß«, der bis heute für viele einem berufsverbot gleichkommt.
Wer sich genauer mit dem thema befassen möchte, der sollte das »Kleine Schwarzbuch der Sozialdemokratie« von Konstantin Brandt lesen, erschienen 2012 im Verlag Wiljo Heinen. Es ist auch als e-book erhältlich. Vorteilhaft ist, daß das e-book zwar natürlich dem copyright unterliegt, aber keinen kopierschutz hat. Man kann es also am computer und auf allen lesegeräten, die man hat, lesen - auch darf man es in maßen an freunde weitergeben, beim preis von 1€99 für das e-book verschuldet man sich jedoch nur in sehr geringem maße, wenn man es selbst kauft.
labels:
e-book-reader,
hinweis,
kommunismus,
lesenswertes,
weltkriegslaune
Sonntag, 25. November 2012
Eine schöne tageszeitung lesen
Lange zeit war es für mich ein unvorstellbarer luxus, morgens am frühstückstisch zu sitzen, einen milchkaffee zu trinken und ein gedrucktes exemplar einer guten zeitung zu lesen. Am gleichen frühstückstisch menschen, die sich genau so interessiert wie ich über die zeitung hermachen, beim zweitkaffee hatten die unterschiedlichen zeitungsteile die runde gemacht - und man fängt an, darüber zu reden.
Heute kann man ein onlineabo einer tageszeitung leicht mit menschen in aller welt teilen. Für mich ist die Junge Welt eine unverzichtbare morgenlektüre, die ich morgens am kaffeetisch im e-bookreader lese. Wahrscheinlich renne ich bei den lesern meines blogs offene türen ein: Sicher kennt und lest Ihr alle die »Junge Welt« und ich muß nichts erklären.
Abonniert oder spendet für die einzige tageszeitung, die etwas anderes schreibt als die konzerngesteuerte presse!
Heute kann man ein onlineabo einer tageszeitung leicht mit menschen in aller welt teilen. Für mich ist die Junge Welt eine unverzichtbare morgenlektüre, die ich morgens am kaffeetisch im e-bookreader lese. Wahrscheinlich renne ich bei den lesern meines blogs offene türen ein: Sicher kennt und lest Ihr alle die »Junge Welt« und ich muß nichts erklären.
Abonniert oder spendet für die einzige tageszeitung, die etwas anderes schreibt als die konzerngesteuerte presse!
labels:
1€blog,
berlin,
DDR,
e-book-reader,
geklautes,
lesenswertes,
nach unten,
unsinn,
verarschismus
Montag, 10. September 2012
Drachentöter
Weniger eine buchbesprechung, sondern eigene gedanken zu einem buch und einem buchvorstellungsvideo.
An sich bin ich kein freund von geheimdiensten. Was mich dazu bewog, das buch »Drachentöter« von herrn Kierstein zu lesen war, daß ich einige leute kenne, die im umfeld einer »stasi-gedenkstätte« gearbeitet haben. Nicht freiwillig, sondern im rahmen von »arbeitsmaßnahmen« und zu hungerlöhnen aus staatlichen »fördertöpfen«.
Am rande bemerkt, ist es schon interessant, daß diese figuren, die immer so laut nach dem kapitalismus schreien, ihn dann nicht einfach praktizieren. Weshalb sind die nicht in der lage, ihren quark simpel dahingehend marktkonform zu organisieren, daß sie ohne staatsknete und ohne staatlich subventionierte billigstlöhner auskommen? Konsequenz wäre eine super sache!
Und selbstverständlich auch ein verzicht auf staatlich subventionierte höchstlöhner, die es mutmaßlich gibt – seit 2002 sind rund 28 millionen € allein in die gedenkstätte Hohenschönhausen geflossen, für die »forschung«, die bis heute nicht im stande war, stichhaltige beweise zu liefern. Weshalb man offenbar um so lauter schreien muß, wenn argumente ausgesprochen werden, die gegen die kruden behauptungen sprechen. Übrigens dürften in diesem erklecklichen sümmchen die billigheimerarbeitskräfte nicht einmal drin sein – die werden für gewöhnlich nicht am »einsatzort« eingestellt, die kommen über sogenannte »beschäftigungsträger«, mit denen sie so etwas wie einen arbeitsvertrag haben, von dort erhalten sie auch ihren mangelhaften lohn.
Die staatlich subventionierten billigstlöhner dürfen in diesem staat, der das beste wirtschaftsystem aller zeiten hat, nicht sagen, daß sie eine arbeit aus politischen oder gar wirtschaftlichen gründen nicht erledigen möchten. Denn dann wird ihnen – übrigens ohne richterlichen beschluß - die lebensgrundlage entzogen.
Die staatsgewalt ist hier total klasse organisiert: Auf jeden fall funktioniert der realkapitalimus in punkto unterdrückung erheblich effizienter als der realsozialismus es je gekonnt hätte.
Bei youtube ist zur buchvorstellung dies video zu bewundern:
Über das betragen der leute die dort als »zeitzeugen« auftraten möchte ich mich kaum auslassen. Eine szene läßt tief blicken, wie diese menschenfreunde, die gegen das unrecht kämpfen, denken: Da erzählt in der diskussion ein besucher der veranstaltung über seine unwürdigen haftbedingugen – ich halte die schilderung durchaus für realistisch, weil ich vor einigen jahren die ai-berichte gelesen habe – und die »hohenschönhausenfraktion« johlt und lacht ihn aus, als er preisgibt, als »politischer« in Westdeutschland gesessen zu haben.
Hier hat man es mit wahrhaften philantropen zu tun, man erkennt es an ihrem überbordenden interesse am schicksal anderer.
Mir erscheint es, als wären diese ewiggestrigen bis heute nicht in diesem staat angekommen – die DDR ist seit über zwanzig jahren kaputt und sie kommt auch nicht wieder - und sie leiden auch heute noch unter der »Stasi«. Die tun so, als hätte es auf westlicher seite keine opfer des kalten krieges gegeben und als hätte es politische gefangene ausschließlich im untergegangenen realsoziallismus gegeben.
Mich stört diese fortwährende wiederholung der ewiggleichen geschichten vom unreflektierten umgang mit der eigenen vergangenheit. In der zeitzeugenliste, die man über die gedenkstätte findet, stehen bestimmt auch menschen, die zu unrecht verdächtigt oder gar verurteilt wurden – justizirrtümer sind aber kein phänomen, das allein in den RGWstaaten vorgekommen wäre.
Es ist erstaunlich, wer in diesen gedenkstätten als »zeitzeuge« gilt und sich als »opfer« darstellt. Was kann mir eine person, die in der DDR eine qualifizierte ausbildung erhalten hatte und im jugendlichen alter kurz vor dem mauerfall über Ungarn aus der DDR ausreiste, von haftbedingungen in der DDR erzählen? Aus eigener erfahrung überhaupt nichts.
Bei einem anderen dieser »zeitzeugen« liest man, daß er punk gewesen sei – und daß er mehrfach krafträder unbefugt benutzt habe. Keine frage, ich finde es nicht in ordnung, wie man in der DDR mit punks umging. Aber für die »unbefugte benutzung« fremden eigentums hatten wir im »freien westen« ein anderes wort: Klauen. Da frage ich mich ehrlich, ob dieser mensch begriffen hat, was in diesem system, für das er offenbar ist, das allerheiligste ist: Nämlich das privateigentum. Nicht einsichtige mehrfachtäter kommen entweder in heime für schwer erziehbare oder wandern in den (jugend)knast. Ein freund von mir bekam in der Bonner Republik sogar mal probleme in der schule, nicht weil er selbst etwas gestohlen hätte, sondern weil der »held« einer geschichte, die er für den deutschunterricht geschrieben hatte, ein fahrrad stahl, um einem anderen zu helfen. An sowas durfte man nicht einmal denken.
Den punks übrigens hat die BRD in den frühen 80er jahren kein bundesverdienstkreuz ins herz gerammt: wer so zur schule kam, hatte sehr gute chancen, ohne abschluß von der schule zu fliegen. Dies wurde selbstverständlich nie (zumindest nicht in den 80er jahren) mit dem äußeren erscheinungsbild des schülers begründet, das wäre gegen die viel beschworene freiheit gegangen - es wurde mit mangelhafter leistung begründet. Und die ließ sich bei uns mit der »mündlichen note«, einem willkürinstrument, mit dem man beweislos unliebsame schüler loswerden konnte, »feststellen«. Das bedeutete in vielen fällen drogenkarriere, AIDS, knast, früher tod oder auch dahinvegitieren in elendsverhältnissen. Besonders politisch waren die punks grenzübergreifend eher nicht. Eher junge leute, die da wie dort aus äußerst unterschiedlichen gründen unzufrieden waren – und oft nicht einmal imstande waren, die probleme, die sie hatten, genau zu benennen. Daß die einfach auch ihren spaß haben wollten, ist doch klar - allerdings sehe ich nicht, daß im jetzigen system besonders viele leute ihren spaß hätten.
Es ist nicht nachvollziehbar, weshalb ganz normale klauer sich im umfeld der gedenkstätte als »opfer« darstellen. Wird da überhaupt mal hinterfragt, wie man mit ihnen umgegangen wäre, wenn sie das in der BRD ausgefressen hätten? Selbstverständlich nicht.
Der CDUpolitiker und letzte innenminister der DDR dr. Peter Michael Diestel sagte im interview mit der Jungen Welt (ausgabe vom 28./29. april 2001):
Zitat:
»Mit dem Eintritt in die Rechtsnachfolge des MfS als Innenminister der DDR war ich zum ersten Mal mit diesem Problem [anm.d.verf:des juristischen umgangs mit dem MfS] konfrontiert und habe seit dem 3. Oktober 1990 bis zum heutigen Tag eine immense Anzahl von hauptamtlichen und inoffiziellen Mitarbeitern des MfS juristisch vertreten. Es hat im Grunde über die Justiz eine - wie auch immer geartete, politisch allerdings nicht gewollte - Rehabilitierung dieses Personenkreises gegeben. Wenn man sich die Geschichte des MfS ansieht, d. h. die gesamten 40 Jahre, dann gibt es in diesem ganzen Zeitraum wohl nur eine einzige schwerkriminelle, strafrechtlich relevante Handlung, neben all den Dingen, die ich politisch ablehne wie Diktatur, Mauerbau und dergleichen.«
Wenn man sich sachlich mit dem thema MfS befassen möchte, ist »Drachentöter« eine interessante lektüre, die mit reichlich quellenangaben versehen ist, die man zur weiteren recherche zum thema sehr gut verwenden kann. Daß nun ausgerechnet frau Lengsfeld dies buch als »elaborat« bezeichnet, muß einen kaum wundern. Wenn man ein wenig in ihrem internetauftritt herumstöbert (wird bei mir nicht verlinkt, also bei bedarf selber googeln), stellt man schnell fest, daß die es nicht unbedingt mit argumenten hat. Es ist nichts dagegen einzuwenden, wenn jemand, der etwas schlimmes durchgemacht hat, das aus seiner subjektiven sicht erzählt. Diese sicht jedoch als die »einzig wahre« sicht auf diese angelegenheit verkaufen zu wollen, ist dreist.
Es geht im umfeld der gedenkstätten nicht um die sachliche aufarbeitung der geschichte des kalten krieges oder darum, unwürdige haftbedingungen zu kritisieren. Es geht um pure propaganda und, weil die gelder an die gedenkstätte Hohenschönhausen ja irgendwo geblieben sein müssen, gibt es dort offenbar zumindest einige recht gut bezahlte statisten.
An sich bin ich kein freund von geheimdiensten. Was mich dazu bewog, das buch »Drachentöter« von herrn Kierstein zu lesen war, daß ich einige leute kenne, die im umfeld einer »stasi-gedenkstätte« gearbeitet haben. Nicht freiwillig, sondern im rahmen von »arbeitsmaßnahmen« und zu hungerlöhnen aus staatlichen »fördertöpfen«.
Am rande bemerkt, ist es schon interessant, daß diese figuren, die immer so laut nach dem kapitalismus schreien, ihn dann nicht einfach praktizieren. Weshalb sind die nicht in der lage, ihren quark simpel dahingehend marktkonform zu organisieren, daß sie ohne staatsknete und ohne staatlich subventionierte billigstlöhner auskommen? Konsequenz wäre eine super sache!
Und selbstverständlich auch ein verzicht auf staatlich subventionierte höchstlöhner, die es mutmaßlich gibt – seit 2002 sind rund 28 millionen € allein in die gedenkstätte Hohenschönhausen geflossen, für die »forschung«, die bis heute nicht im stande war, stichhaltige beweise zu liefern. Weshalb man offenbar um so lauter schreien muß, wenn argumente ausgesprochen werden, die gegen die kruden behauptungen sprechen. Übrigens dürften in diesem erklecklichen sümmchen die billigheimerarbeitskräfte nicht einmal drin sein – die werden für gewöhnlich nicht am »einsatzort« eingestellt, die kommen über sogenannte »beschäftigungsträger«, mit denen sie so etwas wie einen arbeitsvertrag haben, von dort erhalten sie auch ihren mangelhaften lohn.
Die staatlich subventionierten billigstlöhner dürfen in diesem staat, der das beste wirtschaftsystem aller zeiten hat, nicht sagen, daß sie eine arbeit aus politischen oder gar wirtschaftlichen gründen nicht erledigen möchten. Denn dann wird ihnen – übrigens ohne richterlichen beschluß - die lebensgrundlage entzogen.
Die staatsgewalt ist hier total klasse organisiert: Auf jeden fall funktioniert der realkapitalimus in punkto unterdrückung erheblich effizienter als der realsozialismus es je gekonnt hätte.
Bei youtube ist zur buchvorstellung dies video zu bewundern:
Über das betragen der leute die dort als »zeitzeugen« auftraten möchte ich mich kaum auslassen. Eine szene läßt tief blicken, wie diese menschenfreunde, die gegen das unrecht kämpfen, denken: Da erzählt in der diskussion ein besucher der veranstaltung über seine unwürdigen haftbedingugen – ich halte die schilderung durchaus für realistisch, weil ich vor einigen jahren die ai-berichte gelesen habe – und die »hohenschönhausenfraktion« johlt und lacht ihn aus, als er preisgibt, als »politischer« in Westdeutschland gesessen zu haben.
Hier hat man es mit wahrhaften philantropen zu tun, man erkennt es an ihrem überbordenden interesse am schicksal anderer.
Mir erscheint es, als wären diese ewiggestrigen bis heute nicht in diesem staat angekommen – die DDR ist seit über zwanzig jahren kaputt und sie kommt auch nicht wieder - und sie leiden auch heute noch unter der »Stasi«. Die tun so, als hätte es auf westlicher seite keine opfer des kalten krieges gegeben und als hätte es politische gefangene ausschließlich im untergegangenen realsoziallismus gegeben.
Mich stört diese fortwährende wiederholung der ewiggleichen geschichten vom unreflektierten umgang mit der eigenen vergangenheit. In der zeitzeugenliste, die man über die gedenkstätte findet, stehen bestimmt auch menschen, die zu unrecht verdächtigt oder gar verurteilt wurden – justizirrtümer sind aber kein phänomen, das allein in den RGWstaaten vorgekommen wäre.
Es ist erstaunlich, wer in diesen gedenkstätten als »zeitzeuge« gilt und sich als »opfer« darstellt. Was kann mir eine person, die in der DDR eine qualifizierte ausbildung erhalten hatte und im jugendlichen alter kurz vor dem mauerfall über Ungarn aus der DDR ausreiste, von haftbedingungen in der DDR erzählen? Aus eigener erfahrung überhaupt nichts.
Bei einem anderen dieser »zeitzeugen« liest man, daß er punk gewesen sei – und daß er mehrfach krafträder unbefugt benutzt habe. Keine frage, ich finde es nicht in ordnung, wie man in der DDR mit punks umging. Aber für die »unbefugte benutzung« fremden eigentums hatten wir im »freien westen« ein anderes wort: Klauen. Da frage ich mich ehrlich, ob dieser mensch begriffen hat, was in diesem system, für das er offenbar ist, das allerheiligste ist: Nämlich das privateigentum. Nicht einsichtige mehrfachtäter kommen entweder in heime für schwer erziehbare oder wandern in den (jugend)knast. Ein freund von mir bekam in der Bonner Republik sogar mal probleme in der schule, nicht weil er selbst etwas gestohlen hätte, sondern weil der »held« einer geschichte, die er für den deutschunterricht geschrieben hatte, ein fahrrad stahl, um einem anderen zu helfen. An sowas durfte man nicht einmal denken.
Den punks übrigens hat die BRD in den frühen 80er jahren kein bundesverdienstkreuz ins herz gerammt: wer so zur schule kam, hatte sehr gute chancen, ohne abschluß von der schule zu fliegen. Dies wurde selbstverständlich nie (zumindest nicht in den 80er jahren) mit dem äußeren erscheinungsbild des schülers begründet, das wäre gegen die viel beschworene freiheit gegangen - es wurde mit mangelhafter leistung begründet. Und die ließ sich bei uns mit der »mündlichen note«, einem willkürinstrument, mit dem man beweislos unliebsame schüler loswerden konnte, »feststellen«. Das bedeutete in vielen fällen drogenkarriere, AIDS, knast, früher tod oder auch dahinvegitieren in elendsverhältnissen. Besonders politisch waren die punks grenzübergreifend eher nicht. Eher junge leute, die da wie dort aus äußerst unterschiedlichen gründen unzufrieden waren – und oft nicht einmal imstande waren, die probleme, die sie hatten, genau zu benennen. Daß die einfach auch ihren spaß haben wollten, ist doch klar - allerdings sehe ich nicht, daß im jetzigen system besonders viele leute ihren spaß hätten.
Es ist nicht nachvollziehbar, weshalb ganz normale klauer sich im umfeld der gedenkstätte als »opfer« darstellen. Wird da überhaupt mal hinterfragt, wie man mit ihnen umgegangen wäre, wenn sie das in der BRD ausgefressen hätten? Selbstverständlich nicht.
Der CDUpolitiker und letzte innenminister der DDR dr. Peter Michael Diestel sagte im interview mit der Jungen Welt (ausgabe vom 28./29. april 2001):
Zitat:
»Mit dem Eintritt in die Rechtsnachfolge des MfS als Innenminister der DDR war ich zum ersten Mal mit diesem Problem [anm.d.verf:des juristischen umgangs mit dem MfS] konfrontiert und habe seit dem 3. Oktober 1990 bis zum heutigen Tag eine immense Anzahl von hauptamtlichen und inoffiziellen Mitarbeitern des MfS juristisch vertreten. Es hat im Grunde über die Justiz eine - wie auch immer geartete, politisch allerdings nicht gewollte - Rehabilitierung dieses Personenkreises gegeben. Wenn man sich die Geschichte des MfS ansieht, d. h. die gesamten 40 Jahre, dann gibt es in diesem ganzen Zeitraum wohl nur eine einzige schwerkriminelle, strafrechtlich relevante Handlung, neben all den Dingen, die ich politisch ablehne wie Diktatur, Mauerbau und dergleichen.«
Wenn man sich sachlich mit dem thema MfS befassen möchte, ist »Drachentöter« eine interessante lektüre, die mit reichlich quellenangaben versehen ist, die man zur weiteren recherche zum thema sehr gut verwenden kann. Daß nun ausgerechnet frau Lengsfeld dies buch als »elaborat« bezeichnet, muß einen kaum wundern. Wenn man ein wenig in ihrem internetauftritt herumstöbert (wird bei mir nicht verlinkt, also bei bedarf selber googeln), stellt man schnell fest, daß die es nicht unbedingt mit argumenten hat. Es ist nichts dagegen einzuwenden, wenn jemand, der etwas schlimmes durchgemacht hat, das aus seiner subjektiven sicht erzählt. Diese sicht jedoch als die »einzig wahre« sicht auf diese angelegenheit verkaufen zu wollen, ist dreist.
Es geht im umfeld der gedenkstätten nicht um die sachliche aufarbeitung der geschichte des kalten krieges oder darum, unwürdige haftbedingungen zu kritisieren. Es geht um pure propaganda und, weil die gelder an die gedenkstätte Hohenschönhausen ja irgendwo geblieben sein müssen, gibt es dort offenbar zumindest einige recht gut bezahlte statisten.
labels:
bemerkenswerte filme,
BRD,
DDR,
e-book-reader,
lesenswertes
Donnerstag, 19. April 2012
Geld - und sogar ein buch darüber. Kostenlos!
Eigentlich benötigt kein mensch ein buch über geld - jedes kind weiß, geld muß man in der tasche haben.
Dennoch an dieser stelle ein vortrag von Dr. Theo Wentzke über
» Das Geld - die vielgepriesenen Leistungen des schnöden Mammons«
Wer schon immer wissen wollte, was geld in unserer gesellschaft eigentlich bewirkt, dem sei empfohlen, diesen vortrag anzuhören.
Ich gebe zu, es ist nicht einfach, dem text zweieinhalb stunden lang zu folgen, wenn man an derartiges nicht gewöhnt ist.
Aber wer nicht hören will, muß lesen - nein, natürlich nicht muß, sondern kann. Denn das buch von Wolfgang Möhl und Theo Wentzke, von dem anfangs im vortrag die rede ist, kann man hier kapitelweise als pdf runterladen.
Unterscheidet sich ein wenig von der gedruckten version, die ich gelesen hab, was aber wohl eher daran liegt, daß das buch überarbeitet wurde. Leider keine leichte feierabendlektüre, die ich empfehle.
Jedoch äußerst lesenswert.
Dennoch an dieser stelle ein vortrag von Dr. Theo Wentzke über
» Das Geld - die vielgepriesenen Leistungen des schnöden Mammons«
Wer schon immer wissen wollte, was geld in unserer gesellschaft eigentlich bewirkt, dem sei empfohlen, diesen vortrag anzuhören.
Ich gebe zu, es ist nicht einfach, dem text zweieinhalb stunden lang zu folgen, wenn man an derartiges nicht gewöhnt ist.
Aber wer nicht hören will, muß lesen - nein, natürlich nicht muß, sondern kann. Denn das buch von Wolfgang Möhl und Theo Wentzke, von dem anfangs im vortrag die rede ist, kann man hier kapitelweise als pdf runterladen.
Unterscheidet sich ein wenig von der gedruckten version, die ich gelesen hab, was aber wohl eher daran liegt, daß das buch überarbeitet wurde. Leider keine leichte feierabendlektüre, die ich empfehle.
Jedoch äußerst lesenswert.
labels:
1€blog,
e-book-reader,
hinweis,
lesenswertes
Dienstag, 28. Februar 2012
Hotel Amerika
In ihrem 1930 erschienenen sozialkritischen roman »Hotel Amerika« beschreibt Maria Leitner, was in der realität vom »Amerikanischen Traum« übrig bleibt. Am beispiel eines New Yorker luxushotels zeigt sie die verwerfungen der US-amerikanischen gesellschaft auf. Von jenen, die es sich leisten können, in diesem hotel quartier zu nehmen, über die, die im hintergrund für diesen luxus arbeiten müssen, bis hin zu denen, die keine arbeit bekommen und in elendsunterkünften ihr dasein fristen müssen.
Maria Leitner war mitte der 20er jahre als jounalistin durch die USA und lateinamerika gereist. Sie hat in dieser zeit dort aber nicht nur arbeiter und arbeiterinnen nach ihren arbeits- und lebensbedingungen befragt, sondern selbst dort als arbeiterin oder dienstmädchen gearbeitet.
Hier kann man den gesamten roman kostenlos lesen oder für einen e-book-reader herunterladen. Die rahmenhandlung ist an sich relativ uninteressant - spannend daran ist, etwas darüber zu erfahren, wie die einfachen leute in den USA damals gelebt haben.
Spannend ist auch der vergleich mit den lebensbedingungen heute. Man stellt fest, daß 80 jahre fortschritt für die »normalen« leute nichts gebracht haben - und für die wirklich armen erst recht nichts.
Wer zeit hat und ein bißchen englisch versteht, sollte sich zum selben thema diese BBC reportage ansehen, sie dauert knapp eine halbe stunde (herzlichen dank an meine allerfleißigste kommentatorin Nadja, die mich auf diesen film aufmerksam machte).
An einer stelle sagt ein herr in einem anzug, die armen in den USA wären gar nicht arm, weil die angeblich häufig sogar über breitformatflachbildschirmfernseher verfügten, was in der sogenannt dritten welt keiner hat. Das zeigt doch allerhöchstens, wie bescheuert die verhältnisse in diesem besten und reichsten aller staaten sind: Die leute verlieren wegen der gesetze ihr dach über dem kopf und müssen im zelt leben, obwohl das haus, das sie bewohnten, hinterher leersteht und verfällt.
Sie haben ohne wohltätigkeitsspenden nichts zu beißen, sind aber angeblich keinesfalls »arm«, weil sie sich irgendetwas aus ihrer bürgerlichen existenz gerettet haben.
Man ist doch nicht reich, weil man einen computer, eine glotze oder ein auto hat, die man in anderen ländern oder anderen zeiten nie bekommen hätte. Arm ist man, wenn man seine alltäglichen bedürfnisse nicht befriedigen kann.
Weltweit leben mehr als 300 millionen kinder in slums.
labels:
1€blog,
e-book-reader,
hinweis,
lesenswertes,
nach unten,
USA,
verarschismus
Donnerstag, 15. Dezember 2011
Bücher kostenlos
Zwei lesenswerte bücher von Freerk Huisken gibt es hier zum kostenlosen download.
Es handelt sich um »Deutsche Lehren aus Rostock und Mölln - Nationalismus 1« und »Brandstifter als Feuerwehr. Die Rechtsextremismus-Kampagne- Nichts als Nationalismus 2«.
Zwei nicht mehr ganz neue bücher, die leider immer noch aktuell sind.
labels:
e-book-reader,
hinweis,
lesenswertes
Abonnieren
Posts (Atom)