In ihrem blog schreibt Christine Finke: Sport sollte Spaß machen und ein positives Körpergefühl vermitteln. Aber die Bundesjugendspiele leben von Wertung: Aufwertung und Abwertung einzelner auf Kosten anderer. Oft ist das Lehrpersonal auch noch so unsensibel, die Unterschiede zwischen den Kindern besonders herauszustellen bei der anschließenden Vergabe der Urkunden in der Klasse. Bei einem Wettkampf gehöre es dazu, heißt es dann. Aber welchen Sinn hat ein Wettkampf, dem man sich nicht freiwillig stellt und bei dem Einzelne schon vorher wissen, dass sie am unteren Ende der Leistungsskala sein werden?
Ja, das stimmt. Aber ist es der frau doktor Finke noch nie aufgefallen, daß man in der schule fortwährend einem wettbewerb ausgesetzt ist, dem man sich nicht freiwillig stellt?
So weit ich mich erinnere, war die schule war kein ort des lernens, das war die tägliche konkurrenz, die irgendwie überstanden werden mußte.
Wenn ein notenspektrum von eins bis sechs vergeben werden muß, wobei die sechs bei uns nur in ausnahmefällen gegeben wurde, läuft es darauf raus, daß nicht alle gut sein dürfen - vielleicht erinnert sich noch jemand an Sabine Czerny. Die war eine lehrerin in Bayern, die vor einigen jahren in die schlagzeilen geriet, weil sie ihre schüler so gut unterichtete, daß keiner mehr schlecht war. Die frau wurde strafversetzt, weil das leider gar nicht geht, daß sich plötzlich alle für mathe begeistern und alle etwas lernen.
Die schule ist nicht nur bei den »Bundesjugendspielen« bzw. beim sport brutal, sondern auch in Deutsch, Englisch, mathe, chemie und was es sonst noch so gibt. Da werden immer die ungleichen gleich gemessen und in bezug auf die position in der konkurrenz bewertet.
So sympathisch ich die abneigung gegen sport finde, ich werde diese petition nicht unterschreiben. Ich halte sie für falsch. Sie greift einen blöden, kleinen teilaspekt aus der schulbildung raus, welchen ich zufällig besonders wenig mochte, im sportunterricht herrschte für gewöhnlich kasernenhofton. Wer schlappmachte wurde zusammengebrüllt, allein deshalb haßte ich den sportunterricht. Allerdings wurden mitschüler in anderen fächern, in denen ich gut war, nicht minder gequält.
Wenn, dann müßte man schon ein anderes schulsystem wollen.







