Posts mit dem Label indien werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label indien werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 29. Juli 2020

Tibetische weisheit

»Süßigkeiten sind das gemüse der seele«
Dieser spruch ist so weise, daß er glatt vom dalai lama stammen könnte. Der haut ja auch immer sprüche raus wie »cannabis ist kein brokkoli« oder so ähnlich.

Mittwoch, 2. August 2017

Norman Borlaug

Einer der träger des Friedensnobelpreises, die ihn auch wirklich verdient hatten, ist mit sicherheit Norman Borlaug. Leider ist sein name inzwischen in vergessenheit geraten, sein lebenswerk zu unrecht sogar in miskredit.

Norman Borlaug wurde 1914 in Iowa, also dem Corn Belt der USA als bauernsohn geboren, durch ein stipendium konnte er agrarwissenschaft studieren und ging nach abschluß seines studiums in den 1940er nach Mexiko, um dort an der steigerung der erträge von feldfrüchten mitzuarbeiten. Ab 1964 leitete er die weizenabteilung des veredelungszentrums in Mexiko. Für seine arbeit bekam er 1970 den friedensnobelpreis. Seine wissenschaftliche arbeit setzte er bis ins hohe alter fort. Er verstarb im september 2009 an einem krebsleiden.

Sein lebenswerk hat millionen menschen vor dem hungertod bewahrt. Wenn sein name noch bekannt wäre, würde er als mitinitiator der »grünen revolution« von »kritischen« menschen gehaßt werden, weil hochleistungsgetreide mit der ökoideologie schlecht zusammenpaßt.

Ein interview aus dem jahr 2007: Grüne gentechnik ist keine hexerei

Mittwoch, 13. Juli 2016

Böse, böser, gentechnik

Lange jahre war ich gegner der »grünen gentechnik«. Meines erachtens hatte ich dafür durchaus gründe. Beispielsweise ist auf diesem gebiet unter anderem die firma Monsanto führend. Bei diesem namen denke ich zuerst an das herbizid Agent Orange, an dessen lieferung Monsanto in der zweiten hälfte der 60er jahre maßgeblich beteiligt war. Daran vergifteten sich damals nicht nur rund 200.000 US-soldaten, sondern an den spätfolgen dieses giftes leiden bis heute rund eine million Vietnamesen. Niemand kann sagen, wie viele menschen an dem zeug elendig zugrunde gegangen sind. Wenn ausgerechnet solche konzerne auf die idee kommen, die welt mit genmodifizierten feldfrüchten verbessern zu wollen, kann schon der verdacht aufkommen, daß das nichts gutes bedeutet und die alle vergiften wollen. Aber wer sollte denen dann das zeug noch abkaufen?

Die kampagnen der einschlägig bekannten umweltorganisationen, die den teufel riesenhaft an die wand malen, jedoch nicht immer auf dem boden der tatsachen stehen, tun ein übriges, das bild zu verzerren. Die arbeiten nicht unbedingt mit fakten, sie machen den menschen angst vor dingen über die sie wenig wissen. Denen bleibt auch nicht viel anderes, als die menschen bei ihren gefühlen zu packen, denn auf der argumentativen ebene sieht es weniger gut aus.

Ein argument gegen die gentechnik in der landwirtschaft ist, daß die bauern ihr saatgut nicht selbst weiterzüchten könnten und jedes jahr neues saatgut kaufen müssen. Das trifft auf einige sorten tatsächlich zu, ist aber kein problem, das durch die gentechnik entstanden wäre. Wer auf seinem balkon oder in seinem garten schon einmal hybridpflanzen hatte, wird vielleicht festgestellt haben, daß die zum teil bemerkenswerte eigenschaften haben. Und daß es nichts bringt, einfach ein paar samen für das nächste jahr ausreifen zu lassen. Wenn man genau solche pflanzen im nächsten jahr wiederhaben möchte, muß man neues saatgut kaufen, sonst wird das nichts. Ich habe noch nie gehört, daß es proteste gegen derartiges hybridsaatgut gegeben hätte. Wenn ich mal von anthroposophen absehe, die sowas nicht verwenden, weil nach deren »Demeter-regeln« hybridzüchtungen verboten sind - die betrachten das irgendwie als »rassenschande unter pflanzen« und glauben, daß daran etwas schädlich sei. Der mit gentechnik entwickelte »goldene reis« hingegen ist zur nach- und weiterzucht geeignet und das ist sogar ausdrücklich erlaubt. Aber dazu später.

Ein weiteres argument der gentech-gegner ist, daß man nicht wissen könne, was die genmanipulierten pflanzen in der umwelt anrichten, wenn man sie mal irgendwo freigesetzt hat. Das stimmt. Wenn man eine neue pflanze im freiland aussetzt, kann man vorher nicht wissen, welchen einfluß diese pflanze auf die umwelt haben wird. Hierzulande gibt es etliche invasive neophyten, also »neue« pflanzen, die probleme bereiten, weil sie sich stark ausbreiten und einheimische arten verdrängen. Hierbei handelt es sich jedoch nicht um gentechnisch veränderte oder sonstige zuchtpflanzen, sondern um nicht-einheimische wildpflanzen, die in den meisten fällen als zierpflanzen eingeschleppt wurden. Spontan fällt mir das drüsige springkraut ein, die Kanadische goldrute oder topinambur. Allergiker denken vermutlich zuerst an ambrosia, auf deren anwesenheit sie sicherlich gern verzichten würden. Das sind alles keine hochgezüchteten »monsterpflanzen«, sondern ganz normale wildpflanzen, die hier allerdings keine freßfeinde haben und deshalb zum problem werden. Umgekehrt gibt es das natürlich auch: in Neuseeland wird die waldrebe zum problem und in Kanada der blutweiderich. Beides pflanzenarten, die in Mitteleuropa unauffällig sind, anderswo aber invasiv.

Gab es eigentlich mal protest gegen die mutationszucht? Diese methode wurde jahrzehntelang angewendet bevor die gentechnik modern wurde. Bei der mutationszucht wurden die samen von pflanzen mit radioaktiven- oder Röntgenstrahlen oder chemisch behandelt, um künstlich mutationen hervorzurufen - im prinzip ist das nichts anderes als eine manipulation der gene. Niemand konnte vorhersagen, welche »defekte« diese pflanzen haben würden oder wie viele gene bei denen eigentlich verändert wurden. Obwohl das wahnsinnig umständlich war und diese methode viele freilandversuche erforderte, bevor es einen vernünftigen fortschritt geben konnte, gingen daraus zahlreiche nützliche dinge hervor, die seit jahrzehnten bedenkenlos gegessen werden, zum beispiel viele der modernen getreidesorten, die ertragreicher sind als die älteren sorten. Auch etliche obstsorten wurden auf diese art verändert. Auch ein pelzloser pfirsich entstand auf diese art, im handel seit jahrzehnten erhältlich unter dem namen »nektarine«, sogar in bio-qualität, denn diese art von genmanipulation ist in der EU für den bioanbau zugelassen.

Es ist alles andere als einleuchtend, daß es der bioqualität keinen abbruch tut, wenn »auf gut glück« eine unbestimmte anzahl von genen verändert wurde, bei denen niemand genau weiß, was denn die genauen eigenschaften dieser pflanzen sind, auf der anderen seite jedoch pflanzen, bei denen gezielt bis zu maximal drei gene verändert wurden, eine ökologische katastrophe darstellen sollen.

Beim »goldenen reis« wurde in dies getreide, das für viele menschen auf der welt die hauptnahrung ist, das jedoch ernährungsphysiologisch im grunde »nicht so der hit« ist, ein gen eingeschleust, das betakarotin in die reiskörner bringt und somit die vitaminversorgung der armen menschen verbessert, die kaum mehr zu essen bekommen als nur reis.

Letztens haben 110 Nobelpreisträger Greenpeace zum umdenken aufgefordert. Von jugend an habe ich die arbeit von Greenpeace wichtig gefunden. Wenn Greenpeace sich allerdings ideologisch versteigt, muß niemand dafür verständnis haben. Nein, der »goldene reis« wird keineswegs allein die ernährungsprobleme lösen. Allein bei denen las ich, daß der eine »wunderpflanze« sei der abhilfe schaffen könne. Niemand sonst behauptet das. Der »goldene reis« könnte jedoch ein baustein sein, das leben zu erhalten und zu verbessern. Jedes jahr erblinden 250.000 bis 500.000 kinder wegen vitamin a mangel. Trotz aller bemühungen von UNICEF. Die hälfte von ihnen überlebt die darauffolgenden 12 monate nicht. Jeder mensch hat nur ein leben. Und das gilt es, zu schützen.

Es sprechen kaum rationale gründe gegen gentechnik, jedoch humanitäre gründe dafür.

Sonntag, 21. Juni 2015