Freitag, 21. Februar 2020

Rechtsterror

Ich möchte zu gegebenem anlaß auf einen beitrag des Deutschlandfunkkultur hinweisen, der 2017 zum ersten mal gesendet wurde:

Verdrängte vergangenheit?
Daniel Köhler hat das systematisch und akribisch getan: Verfassungsschutzberichte, Gerichtsurteile, Presseartikel, antifaschistische Archive. Seine Datenbank listet vereitelte oder erfolgreiche Taten von 1971 bis heute auf:

12 Entführungen, 174 bewaffnete Überfälle, 123 Sprengstoffanschläge, 2.173 Brandanschläge,

229 Morde mit rechtsextremen Motiven.

Und jetzt wird davon gesprochen, daß der terror eine »neue qualität« annehemen würde.

Nein. Er wurde »bloß« über jahrzehnte hinweg totgeschwiegen und es wird immer schwieriger, all das zu ignorieren.

Kommentare:

  1. Mal davon ab, dass die Sprachrohre ohnehin wissen, dass sie nur Nonsens verbreiten in Bezug auf den Terror wie hier von rechter Seite: Ist es nicht schon Euphemismus pur, bei Terror oder überhaupt Verbrechen von "Qualität" zu sprechen? Alleine dadurch werden doch solche Taten verharmlost, wenn im Grunde positive Begriffe dazu dienen, derlei Straftaten auf einer imaginären Skala einzuordnen.

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    1. Natürlich ist es schönfärberisch, angesichts des terrors von »qualität« zu sprechen.

      Die politik und die medien haben rechte gewalt über jahrzehnte hinweg ignoriert. Ich kann mich noch gut daran erinnern, daß wenn in den 80er jahren naziskins »ausländer oder punks klatschen« gingen, denen grundsätzlich eine politische motivation abgesprochen wurde. Das wurde dann als »normale« schlägerei unter halbstarken abgetan, obgleich es auffällig war, daß die zusammengeschlagenen grundsätzlich personen waren, die nicht »typisch Deutsch« aussahen und wenn eher linke jugendliche verdroschen wurden, schien das gewissen kreisen mehr als nur recht zu sein.

      Ein problem mit rechter gewalt ist, daß es selten bekennerschreiben gibt, weil bei rechten die tat für sich steht und häufig nicht als rechte gewalt wahrgenommen wird. So konnte der NSU über jahre hinweg seelenruhig morden, weil nicht in alle richtungen ermittelt wurde und man stattdessen den opfern mafiakontakte unterstellte oder es wurden ihre angehörigen verdächtigt und drangsaliert.

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