Das habe ich schon immer gewußt: geborene messerstecher heißen Michael oder Andreas. Oder Daniel. Bei Michaels und Andreassen hörstu es schon allein am namen. Das mit den Daniels wundert mich. Aber vermutlich kenne ich einfach nicht ausreichend Daniels, die sich des messerstechens verdächtig machen könnten.
Die »Arier für Dummfragen« (oder kurz AfD) mal wieder. Die wollten beweisen, daß ausländer oder Deutsche mit migrationshintergrund krimineller seien als Deutsche ohne migrationshintergrund. Das ergebnis dürfte ihnen weniger gefallen haben.
»Wovon man nicht schweigen kann, darüber muß man reden.
Das ist meine meinung. Aber nicht die Wittgensteins.« (Mechthild Mühlstein)
- willkommen in der schlangengrube - (nachtrag ostern 2021)
Samstag, 30. März 2019
Mittwoch, 27. März 2019
Waldfrüchtejoghurtrettung
Den silberfarbenen löffel in waldfrüchtejoghurtrettung hat in diesem monat Rainer Hank mit seiner »fastenmeditation über die verschwendung« in der FAZ gewonnen, weil er einen bereits seit ca. vier wochen abgelaufenen waldfrüchtejoghurt verzehrte als er gerade nichts besseres hatte. Das ist eine meisterleistung, die gewürdigt gehört!
Nun hat der gute mann literaturwissenschaft, philosophie und, ach, auch katholische theologie studiert, weshalb er nicht nur zum thema waldfrüchtejoghurtrettung schreiben sondern zusätzlich beweisen muß, daß er den unterschied zwischen mindesthaltbarkeitsdatum und verfallsdatum nicht weiß, zur erkenntnis gelangt, daß waldfrüchtejoghurtrettung zwar ihn selbst, aber keinen hungernden Afrikaner satt macht und am schluß jedoch ganz genau weiß, daß »aber [...] der Menschheit nur Marktwirtschaft und Kapitalismus [helfen].«
Aber in ordnung. Er hat das ganze mit »fastenmeditation« übertitelt. Und »meditation« bedeutet, man wolle durch nichtdenken zur erleuchtung kommen. Nur das klappt halt immer nicht. Wie man auch an diesem beispiel gut sehen kann.
Herr Hank schreibt darüber, daß er bereits im kindergarten geld gegen den welthunger gespendet habe und beklagt sich, »[k]eine Ahnung« zu haben, »was mit dem Geld von uns Kindern passierte. Hunger und Armut in der Welt hat es jedenfalls erkennbar nicht reduziert«.
Ehrlich gesagt habe ich auch keine ahnung, was mit dem geld passiert ist, das der herr Hank in seiner kindheit in den 50er jahren den betschwestern und -brüdern hinterherwarf. Einige werden damit womöglich sogar sinnvolles angestellt haben, andere nicht. Biblische wunder bewirken konnten die nicht, sondern nur ein paar krümelchen umverteilen. Daß einfach nicht genug nahrungsmittel produziert wurden, konnten die nicht ändern. Am hungerproblem hat der fortschritt in der landwirtschaft was geändert: 1960 lebten rund drei milliarden menschen auf der welt. Von denen waren 40% unterernährt. Heute gibt es eine weltbevölkerung von fast sieben milliarden menschen. Wäre die relation gleich geblieben, müßten heute ca. zweieinhalb milliarden menschen hunger leiden. Es sind aber »nur« ca. 850 millionen. Das sind sicherlich zu viele. Vor allem, wenn man bedenkt, daß es bei den heutigen erträgen locker möglich wäre, mindestens zehn milliarden menschen zu ernähren.
Allerdings sind in armen wie in reichen ländern dank kapitalismus die menschen durch das geld von allem was sie zum leben benötigen ausgeschlossen. Nahrungmittel werden in diesem besten aller wirtschaftssysteme nicht etwa dafür produziert, einfach aufgegessen zu werden. Wie alles andere hat das zeug seinen zweck erfüllt, wenn es verkauft wurde, dann kann man es mit reinem gewissen wegschmeißen, sofern einem der sinn danach steht. Das erkennt man immer besonders gut dann, wenn irgendwo firmenmitarbeiter widerrechtlich eine halbvertrocknete käsebrötchenhälfte oder dergleichen mitgehen lassen, um sie einer sinnvollen verwendung zuzuführen und dann des diebstahls bezichtigt und rausgeschmissen werden. Der fraß ist privateigentum. Der eigentümer darf darüber verfügen, wie er will.
Dagegen hilft auch spenden und fasten und waldfrüchtejoghurtretten nicht.
Nun hat der gute mann literaturwissenschaft, philosophie und, ach, auch katholische theologie studiert, weshalb er nicht nur zum thema waldfrüchtejoghurtrettung schreiben sondern zusätzlich beweisen muß, daß er den unterschied zwischen mindesthaltbarkeitsdatum und verfallsdatum nicht weiß, zur erkenntnis gelangt, daß waldfrüchtejoghurtrettung zwar ihn selbst, aber keinen hungernden Afrikaner satt macht und am schluß jedoch ganz genau weiß, daß »aber [...] der Menschheit nur Marktwirtschaft und Kapitalismus [helfen].«
Aber in ordnung. Er hat das ganze mit »fastenmeditation« übertitelt. Und »meditation« bedeutet, man wolle durch nichtdenken zur erleuchtung kommen. Nur das klappt halt immer nicht. Wie man auch an diesem beispiel gut sehen kann.
Herr Hank schreibt darüber, daß er bereits im kindergarten geld gegen den welthunger gespendet habe und beklagt sich, »[k]eine Ahnung« zu haben, »was mit dem Geld von uns Kindern passierte. Hunger und Armut in der Welt hat es jedenfalls erkennbar nicht reduziert«.
Ehrlich gesagt habe ich auch keine ahnung, was mit dem geld passiert ist, das der herr Hank in seiner kindheit in den 50er jahren den betschwestern und -brüdern hinterherwarf. Einige werden damit womöglich sogar sinnvolles angestellt haben, andere nicht. Biblische wunder bewirken konnten die nicht, sondern nur ein paar krümelchen umverteilen. Daß einfach nicht genug nahrungsmittel produziert wurden, konnten die nicht ändern. Am hungerproblem hat der fortschritt in der landwirtschaft was geändert: 1960 lebten rund drei milliarden menschen auf der welt. Von denen waren 40% unterernährt. Heute gibt es eine weltbevölkerung von fast sieben milliarden menschen. Wäre die relation gleich geblieben, müßten heute ca. zweieinhalb milliarden menschen hunger leiden. Es sind aber »nur« ca. 850 millionen. Das sind sicherlich zu viele. Vor allem, wenn man bedenkt, daß es bei den heutigen erträgen locker möglich wäre, mindestens zehn milliarden menschen zu ernähren.
Allerdings sind in armen wie in reichen ländern dank kapitalismus die menschen durch das geld von allem was sie zum leben benötigen ausgeschlossen. Nahrungmittel werden in diesem besten aller wirtschaftssysteme nicht etwa dafür produziert, einfach aufgegessen zu werden. Wie alles andere hat das zeug seinen zweck erfüllt, wenn es verkauft wurde, dann kann man es mit reinem gewissen wegschmeißen, sofern einem der sinn danach steht. Das erkennt man immer besonders gut dann, wenn irgendwo firmenmitarbeiter widerrechtlich eine halbvertrocknete käsebrötchenhälfte oder dergleichen mitgehen lassen, um sie einer sinnvollen verwendung zuzuführen und dann des diebstahls bezichtigt und rausgeschmissen werden. Der fraß ist privateigentum. Der eigentümer darf darüber verfügen, wie er will.
Dagegen hilft auch spenden und fasten und waldfrüchtejoghurtretten nicht.
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Montag, 18. März 2019
Freitag, 15. März 2019
Fridays for Future
Oder mit 16 wählen?
Hier ein paar argumente dafür:
Natürlich kommt auch »Feinstaub-Andi« zu wort: zitat »Wir brauchen keine schulschwänzer, sondern wir brauchen eine demonstration für politik und für demokratie!« Die schulschwänzer demonstrieren jedoch eben für politik und demokratie. Nur haben sie eben eine etwas andere vorstellung von politik als der »Feinstaub-Andi«
Sehr lustig ist auch der hansel von der AfD, Bernhard Zimniok, der zwar nicht imstande ist, daß wort »Asperger« auszusprechen, aber ganz genau weiß, daß bei den »Fridays for Future«-demos schulschwänzer bejubelt werden, die chemie und physik abgewählt haben.
Man muß kein fan von Greta Thunberg sein. Was mir allerdings negativ auffällt, ist, daß sie von ihren »kritikern« keinesfalls ernst genommen wird. Mit ihrem Asperger sei sie ohnehin gestört - und überhaupt: »erpressung« sei es, wenn so ein junges ding anfange, irgendwelche forderungen zu stellen, weil man so einem »kind« kaum widersprechen dürfe. Was dann eben er grund ist, dem zu widersprechen. Sachlich befaßt sich niemand damit.
Mich stört an den »Fridays for Future«, daß die jugendlichen den politikern vorwerfen, sie würden »ihren job nicht machen.«
Doch, genau das tun sie. Die sind nämlich keineswegs dafür da, irgendwelche sinnvollen dinge zu planen, damit es den menschen, die jetzt und in zukunft leben, gut geht. Die politik ist darauf ausgerichtet, den kapitaleignern möglichst hohe erträge zu bescheren. Und dagegen hilft die senkung des wahlalters nichts, denn auch die 16jährigen können auch nur die selben scheißparteien wählen, die die über 18jährigen schon lange wählen dürfen.
Hier ein paar argumente dafür:
Natürlich kommt auch »Feinstaub-Andi« zu wort: zitat »Wir brauchen keine schulschwänzer, sondern wir brauchen eine demonstration für politik und für demokratie!« Die schulschwänzer demonstrieren jedoch eben für politik und demokratie. Nur haben sie eben eine etwas andere vorstellung von politik als der »Feinstaub-Andi«
Sehr lustig ist auch der hansel von der AfD, Bernhard Zimniok, der zwar nicht imstande ist, daß wort »Asperger« auszusprechen, aber ganz genau weiß, daß bei den »Fridays for Future«-demos schulschwänzer bejubelt werden, die chemie und physik abgewählt haben.
Man muß kein fan von Greta Thunberg sein. Was mir allerdings negativ auffällt, ist, daß sie von ihren »kritikern« keinesfalls ernst genommen wird. Mit ihrem Asperger sei sie ohnehin gestört - und überhaupt: »erpressung« sei es, wenn so ein junges ding anfange, irgendwelche forderungen zu stellen, weil man so einem »kind« kaum widersprechen dürfe. Was dann eben er grund ist, dem zu widersprechen. Sachlich befaßt sich niemand damit.
Mich stört an den »Fridays for Future«, daß die jugendlichen den politikern vorwerfen, sie würden »ihren job nicht machen.«
Doch, genau das tun sie. Die sind nämlich keineswegs dafür da, irgendwelche sinnvollen dinge zu planen, damit es den menschen, die jetzt und in zukunft leben, gut geht. Die politik ist darauf ausgerichtet, den kapitaleignern möglichst hohe erträge zu bescheren. Und dagegen hilft die senkung des wahlalters nichts, denn auch die 16jährigen können auch nur die selben scheißparteien wählen, die die über 18jährigen schon lange wählen dürfen.
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Donnerstag, 14. März 2019
Junger Mann
Jetzt ist schon wieder was passiert. Aber diesmal nicht dem Simon Brenner. Sondern dem autobiographischen protagonist in Wolf Haas’ letztem roman Junger Mann, der sich mit vier jahren zum ersten mal das bein beim skifahren brach und sich dann, als dicklicher dreizehnjähriger in eine etwas zu verheiratete frau verliebt.
Den ersten teil der lesung mit Wolf Haas kann man heute ab 22uhr04 noch einmal auf WDR 5 hören, den zweiten teil gibt’s am kommenden sonntag, 17. März, um 20uhr04 oder am donnerstag, 21. märz um 22uhr04. Ist leider nicht in der mediathek.
Den ersten teil der lesung habe ich bereits gehört. Sehr lustig und empfehlenswert. Wem zwischendurch langweilig ist, kann dort in der mediathek Horst Evers trifft Martin Sonneborn anhören.
Den ersten teil der lesung mit Wolf Haas kann man heute ab 22uhr04 noch einmal auf WDR 5 hören, den zweiten teil gibt’s am kommenden sonntag, 17. März, um 20uhr04 oder am donnerstag, 21. märz um 22uhr04. Ist leider nicht in der mediathek.
Den ersten teil der lesung habe ich bereits gehört. Sehr lustig und empfehlenswert. Wem zwischendurch langweilig ist, kann dort in der mediathek Horst Evers trifft Martin Sonneborn anhören.
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Montag, 11. März 2019
Donnerstag, 7. März 2019
Mittwoch, 6. März 2019
Tradition und kultur geht in Deutschland mal wieder kaputt
Nach Kramp-Karrenbauers krampfwitz über intersexulle menschen meinte die transidente buchautorin Katharina Hören im Tagesspiegel:
Kramp-Karrenbauer verteidigte ihren »witz«:
»Auch ich habe nichts gegen Witze über inter- und transsexuelle Menschen. Wir sind ja auch nicht spaßbefreit und lachen gerne, gerade an Karneval sind wir solche Sprüche gewohnt. Doch wenn jemand Witze macht, müssen die gut sein. Der von Kramp-Karrenbauer war aber ganz und gar nicht gut.«Gute witze und karneval? Habe ich irgendwann irgendwas verpaßt? Bisher hatte ich den immer den eindruck, daß im karneval die witze immer zäh wie scheibenkleister sind und die leute deshalb immer besonders viel schmerzmittel benötigen, weil man das ohne überhaupt nicht ertragen könnte.
Kramp-Karrenbauer verteidigte ihren »witz«:
»Wenn wir da so verkrampfen, wie wir es in den letzten Tagen getan haben, dann geht ein Stück Tradition und Kultur in Deutschland kaputt und das sollten wir nicht zulassen.«Geradezu als wäre das witze reißen im karneval etwas anderes erzwungenes gedöns. Aber wenn’s dann schon um tradition geht: traditionell war der karneval dafür gedacht, daß sich das volk über die obrigkeit lustig macht - und nicht umgekehrt.
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Dienstag, 5. März 2019
Donnerstag, 28. Februar 2019
Haare Afro, Afro haare, haare, haare
Da hat im fernsehen doch glatt eine weiße frau es gewagt, einem Afrikanischstämmigen mann an den kopf zu greifen. Mitten im fernsehen - in einer kuppelshow, unfaßbar.
Zitat Thembi Wolf:»›Ich muss‹, setzt sie an.Unglaublich. Da begibt sich ein nicht-weißer mann, ex-sportfuzzy, der offenbar um jeden preis ins fernsehen will, in eine show, in der er von einer horde weiber belagert wird und wird unsittlich am kopf berührt.
Tu's nicht!
›...deine Haare...‹
NEIN! Du musst gar nichts! Finger weg!
›...nochmal anfassen. Die sind sooo toooll!‹
Grapsch! Ernestine wuschelt dem Bachelor durch den kurzen Afro.«
Zitat Thembi Wolf:»[...] trifft vor allem Frauen, mit Afrokrause oder typisch schwarzen Haarstyles wie geflochtenen Zöpfchen. Aber eben auch schwarze Männer [...]«Nein. Das trifft keineswegs bloß frauen mit Afrokrause und typisch schwarzen haarstyles und schwarze männer, sondern auch personen, die weit davon entfernt sind, irgendwie Afrikanisch auszusehen und auch überhaupt keine »typisch schwarze« frisur haben.
Zitat Thembi Wolf:» [...] Aber das ungefragte Haareanfassen sagt auch: Du bist mir fremd. Du bist exotisch. Ich glaube, das Recht zu haben, dich anzufassen. Du bist dafür da, meine Neugierde zu befriedigen. Damit macht man sein Gegenüber zum Objekt. Ungefragtes Haareangrapschen ist grenzüberschreitend. Ein No-Go.«Völlig richtig. Haareangrapschen, vor allem, wenn es ungefragt passiert, ist übergriffig und verbietet sich von selbst. Es sind aber nicht allein die verkommenen, rassistischen Europäischen bleichgesichter, die sich Afros gegenüber nicht benehmen. Leider sind Afrikanische männer gelegentlich auch nicht besser und führen sich auf, als hätten sie noch nie einen Mitteleuropäischen menschen gesehen und meinen die haare fremder anfassen zu »müssen«.
Allerdings wäre ich eher nicht auf die idee gekommen, daß es sich um rassismus handelt. Denn ich bin mir relativ sicher, daß die mecs wahrscheinlich einen Mitteleuropäischen, blonden, jungen mann mit »des yeux bleus très sympathiques« höchstwahrscheinlich eher nicht angegrapscht hätten, weshalb ich so naiv war, das haareanfassen für eine ganz normale belästigung zu halten.
Der zitierte artikel fing eigentlich so an.
Zitat Thembi Wolf:»Denn das Haare-anfassen ist, gemeinsam mit der ›Wo kommst du wirklich her?‹-Frage wahrscheinlich die am meisten verbreitete Form von Alltagsrassimus.«Die »wo-kommst-Du-her-frage« soll eine form von alltagsrassismus sein? Wenn sich, beispielsweise, ein Bayer und ein Holsteiner in Köln in einer kneipe kennenlernen, sie sind beide vor einiger zeit dort hingezogen, sprechen aber nicht den ortsüblichen dialekt, ist es nicht völlig unwahrscheinlich daß sie darüber reden, wo sie herkommen. Und wenn einer von den beiden zufällig eine Afroamerikanische oma hat, wird aus einem an sich harmlosen alltagsgespräch plötzlich alltagsrassismus? Das ist seltsam.
Zitat Thembi Wolf:»Meist bleibt es ja auch nicht beim ›Darf ich mal anfassen?‹. Oft folgt ein erniedrigender Vergleich der Haare mit Haushaltsmaterialien (Wolle, Watte, Stroh) oder Tieren (Schaf, Pudel).«Solche vergleiche sind grenzwertig. Nur wo hört kränkung/beleidigung auf und wo fängt rassismus an? Rothaarige weiße haben häufig ähnliche probleme, daß sie mit nicht unbedingt freundlichen vergleichen bedacht werden: ferkelblond, haut von der farbe eines schweins, weiß wie ein handkäs’, haare wie ein roter köter oder sprüche wie »rote haare, sommersprossen sind des teufels volksgenossen«. Von wenig freundlichen spitznamen, die diese leute dann schnell weghaben ganz zu schweigen. All das ist genau so verletzend und beleidigend gemeint, wie es sich anhört. Nur ist das eben kein rassismus, sondern schlicht und ergreifend menschliche dummheit, daß menschen, die bestimmten normvorstellungen nicht entsprechen, ausgegrenzt und erniedrigt werden.
Zitat Thembi Wolf:»›Don’t touch my hair‹ steht auf T-Shirts und auf Plakaten bei Black-Lives-Matter-Demos. Es gibt Kinderbücher, die so heißen. Dass jeder das Recht auf seinen eigenen Körper hat, müssen schwarze Kinder früh lernen, denn gerade in kleine Afros wandert gern mal eine fremde Hand, während man an der Ampel oder Supermarktkasse steht.«Falsch. Nicht nur schwarze kinder müssen früh lernen, daß sie ein recht auf ihren eigenen körper haben, sondern alle kinder. Die unart, fremden kindern über den kopf zu streicheln, ob die das nun möchten oder nicht, ist unabhängig von der farbe relativ weit verbreitet.
Zitat Thembi Wolf:»Die Verantwortung zum respektvollen Umgang liegt daher bei den Menschen ohne Afrohaare.«Logisch. Wegen Europäischer haarfarbe und frisur ist man vollumfänglich verantwortlich für das betragen und die missetaten, die ähnlichaussehende begangen haben, während Thembi Wolf selbstverständlich nichts dafür kann, wenn menschen mit tollen Afrohaaren meinen, ungefragt Europäische haare anfassen zu dürfen.
Der zitierte artikel fing eigentlich so an.
Zitat Thembi Wolf::»Es passiert, wenn man es am wenigsten erwartet. Wenn das Bier kaltgestellt und die Pizza im Ofen ist. Wenn der Kopf eigentlich ausgeschaltet ist – und der Fernseher an, [...]«Hoffentlich schaltet frau Wolf ihren kopf auch wieder ein. Dann müßte es ihr eigentlich auffallen, daß bei RTLfernsehshows respektvoller umgang ohnehin meist durch abwesenheit glänzt. Und das sogar völlig unabhängig von farbe und frisur.
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Mittwoch, 27. Februar 2019
Riesenrechenkunststück
Damit alles seine ordnung hat, müssen vom JobCenter auch kleine beträge unter 50 euro und seit ende 2014 auch kleinstbeträge unter 7 euro von den h4empfängern zurückgefordert werden.
Immerhin hat das zurückforden dieser kleckerbeträge im vergangenen jahr rund 18 millionen euro eingebracht. Und an verwaltungskosten bloß rund 60 millionen euro gekostet. Der staat läßt sich die soziale gerechtigkeit schon etwas kosten, schließlich wäre es ungerecht, wenn auch nur ein hartzer drei cent zu viel bekäme.
Derartige rechenakrobatik kann sich einer allein selbstredend nicht ausdenken. Dafür benötigt man schon zwei: A.Nahles und Die Schwarze Null auf Rädern.
Immerhin hat das zurückforden dieser kleckerbeträge im vergangenen jahr rund 18 millionen euro eingebracht. Und an verwaltungskosten bloß rund 60 millionen euro gekostet. Der staat läßt sich die soziale gerechtigkeit schon etwas kosten, schließlich wäre es ungerecht, wenn auch nur ein hartzer drei cent zu viel bekäme.
Derartige rechenakrobatik kann sich einer allein selbstredend nicht ausdenken. Dafür benötigt man schon zwei: A.Nahles und Die Schwarze Null auf Rädern.
Montag, 25. Februar 2019
Sonntag, 24. Februar 2019
Alban Berg: Lulu
Vor vierzig jahren wurde Alban Bergs im 3. akt unvollendete oper Lulu erstmals in der von Friedrich Cerha fertiggestellten version aufgeführt.
An dieser stelle die originalversion unter der leitung von Pierre Boulez:
Das libretto stammt von Alban Berg nach texten von Frank Wedekind. Wedekind war gesellschaftskritisch, seine texte galten häufig als anstößig und wurden wegen sittenwidrigkeit zensiert.
Sicherlich nicht musik für jeden. Aber sehr interessant.
An dieser stelle die originalversion unter der leitung von Pierre Boulez:
Das libretto stammt von Alban Berg nach texten von Frank Wedekind. Wedekind war gesellschaftskritisch, seine texte galten häufig als anstößig und wurden wegen sittenwidrigkeit zensiert.
Sicherlich nicht musik für jeden. Aber sehr interessant.
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Donnerstag, 21. Februar 2019
Neue weltrettungsdiät
Forscher haben herausgefunden, mit welcher diät man nicht nur das universum, den planeten und den ganzen rest retten kann, sondern auch sich selbst.
Folgendes soll man täglich essen: 300g gemüse, 250g milchprodukte, 232g vollkornprodukte, 200g früchte, 125g (wal)nüsse und hülsenfrüchte, 50g fette und öle, 50g kartoffeln, 32g zucker (läßt sich nicht so genau ablesen in der grafik) 29g hühnchen, 28g fisch, 14g rotes fleisch, 13g eier.
Da wirft sich die frage auf, weshalb zucker eigentlich für die ernährung notwendiger sein soll als ei, rotes fleisch, fisch oder hühnchen. Im grunde müßte man überhaupt keinen zucker essen, denn an kohlenhydrate kommt man auch auf anderem wege - die kommen schließlich in allen lebewesen vor.
Nüsse soll man essen. Walnüsse. Was denn nun? Nüsse oder walnüsse? Die früchte der walnuß sind botanisch gesehen keine nüsse, sondern steinfrüchte und das zeug, das vom menschen gegessen wird, ist das innere des steins, genau so wie bei mandeln, die ebenfalls keine nüsse sind. Nüsse hingegen sind beispielsweise die lustigen kleinen dingerchen, die außen auf den erdbeeren sitzen, kein witz. Keine ahnung, wie viele man von denen bräuchte, um die 50g an nüssen, die man täglich essen soll, voll zu kriegen. Dafür benötigt man sicherlich einen recht großen erdbeerberg.
Im verlinkten Zeitartikel wird gefragt »Wie viel Ei sind 13 Gramm?« Ist doch ganz einfach. Ungefähr ein halbes döschen störrogen. Fischeier sind auch eier - und da kommt es dann auf die qualität an, wie viele es sind. Es ist nicht bekannt, ob das schon mal irgendjemand abgezählt hat. Ansonsten sind 13 gramm ei geringfügig mehr als ein wachtelei. Wachteleier wiegen ca. 8 bis 12 gramm, das bißchen weniger wird wohl niemanden umbringen. Und weil wir am tag 29g hühnerfleisch essen dürfen und eine ordentliche bratwachtel ca. 80g auf die waage bringt, kann man jeden zweiten tag so einen miniaturbroiler essen - wiegt zwar ein klein wenig mehr, das gewicht enthält aber auch knochen und die zählen nicht.
Netter speiseplan, der echt voll ausbaufähig ist, wenn man nur ein klein wenig fantasie hat. Die welt wird das allerdings genau so sehr retten wie christliche fastengebote oder veganismus.
Folgendes soll man täglich essen: 300g gemüse, 250g milchprodukte, 232g vollkornprodukte, 200g früchte, 125g (wal)nüsse und hülsenfrüchte, 50g fette und öle, 50g kartoffeln, 32g zucker (läßt sich nicht so genau ablesen in der grafik) 29g hühnchen, 28g fisch, 14g rotes fleisch, 13g eier.
Da wirft sich die frage auf, weshalb zucker eigentlich für die ernährung notwendiger sein soll als ei, rotes fleisch, fisch oder hühnchen. Im grunde müßte man überhaupt keinen zucker essen, denn an kohlenhydrate kommt man auch auf anderem wege - die kommen schließlich in allen lebewesen vor.
Nüsse soll man essen. Walnüsse. Was denn nun? Nüsse oder walnüsse? Die früchte der walnuß sind botanisch gesehen keine nüsse, sondern steinfrüchte und das zeug, das vom menschen gegessen wird, ist das innere des steins, genau so wie bei mandeln, die ebenfalls keine nüsse sind. Nüsse hingegen sind beispielsweise die lustigen kleinen dingerchen, die außen auf den erdbeeren sitzen, kein witz. Keine ahnung, wie viele man von denen bräuchte, um die 50g an nüssen, die man täglich essen soll, voll zu kriegen. Dafür benötigt man sicherlich einen recht großen erdbeerberg.
Im verlinkten Zeitartikel wird gefragt »Wie viel Ei sind 13 Gramm?« Ist doch ganz einfach. Ungefähr ein halbes döschen störrogen. Fischeier sind auch eier - und da kommt es dann auf die qualität an, wie viele es sind. Es ist nicht bekannt, ob das schon mal irgendjemand abgezählt hat. Ansonsten sind 13 gramm ei geringfügig mehr als ein wachtelei. Wachteleier wiegen ca. 8 bis 12 gramm, das bißchen weniger wird wohl niemanden umbringen. Und weil wir am tag 29g hühnerfleisch essen dürfen und eine ordentliche bratwachtel ca. 80g auf die waage bringt, kann man jeden zweiten tag so einen miniaturbroiler essen - wiegt zwar ein klein wenig mehr, das gewicht enthält aber auch knochen und die zählen nicht.
Netter speiseplan, der echt voll ausbaufähig ist, wenn man nur ein klein wenig fantasie hat. Die welt wird das allerdings genau so sehr retten wie christliche fastengebote oder veganismus.
Montag, 18. Februar 2019
Samstag, 16. Februar 2019
Ente oder keine ente?
Der Österreichische physiker und wissenschaftspublizist Florian Aigner hat derzeit ein problem. Er wird von einem homöopathen beschuldigt, ihm ungefragt über amazon sein buch gesendet zu haben und wurde deshalb des stalkings bezichtigt.
Fast habe ich gedacht, denen bei futurezone wäre so ein bißchen die fantasie durchgegangen, denn ein homöopath, der obendrein auch noch Quak heißt, dr Quak gar, erschien mir jedenfalls verdächtig. Aber wenn man eine launige geschichte über einen homöopathen schreiben wollte, wäre es im grunde eher fad, die hauptfigur so zu nennen. Und den homöopathen dr Quak scheint es tatsächlich zu geben. Also eher keine ente.
Bei manchen menschen ist der name offenbar programm.
Fast habe ich gedacht, denen bei futurezone wäre so ein bißchen die fantasie durchgegangen, denn ein homöopath, der obendrein auch noch Quak heißt, dr Quak gar, erschien mir jedenfalls verdächtig. Aber wenn man eine launige geschichte über einen homöopathen schreiben wollte, wäre es im grunde eher fad, die hauptfigur so zu nennen. Und den homöopathen dr Quak scheint es tatsächlich zu geben. Also eher keine ente.
Bei manchen menschen ist der name offenbar programm.
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Montag, 11. Februar 2019
Sonntag, 10. Februar 2019
Reich durch aufräumen
»Ich liebe Unordnung« sagt aufräumberaterin Marie Kondo. Seltsam. Ich nicht. Bei ihr sieht alles picobello aufgeräumt aus, bei mir hingegen nicht. Verkehrte welt. Liegt halt daran, daß die daraus ein lukratives geschäftsmodell entwickelt hat, während ich mit meiner zeit besseres anzufangen weiß, als den putz- bzw. aufräumteufel zu spielen.
Was mich wundert, ist, daß man mit so einem scheiß knete machen kann. Binsenweisheiten wie »kleidung, die Du seit zwei jahren nicht getragen hast, kannst Du wegwerfen« oder »bücher, die Du gelesen hast, brauchst Du nicht mehr«, gab es bereits im letzten jahrtausend und waren auch damals schon falsch, schließlich kann man auch bücher wegwerfen, die man noch nicht gelesen hat, wenn man nicht vorhat, es noch zu tun.
Hinzu gesellt sich die schulmädchenweisheit »behalte nur, was Dich glücklich macht.« Sind bücher, wie z.b. Kompendium Mediendesign, PHP in a Nutshell oder auch Der Kontenrahmen irgendwie dafür gedacht menschen glücklich zu machen? Ganz bestimmt, denn wegwerfen kann ich sie nicht. Kauft Euch einen Kontenrahmen, der macht glücklich. Alle werden Euch drum beneiden, denn betriebswirtschaftliche auswertungen sind das schönste wogibt. In so einem buch schmökert man sonntagnachmittags bei einer tasse kaffee immer wieder gern, obwohl es eigentlich längst klar sein sollte, daß in jedem fall irgedwie die gewinn- und verlustrechnung, die alte tunichtgütin, dahintersteckt.
Bekanntermaßen macht geld nicht glücklich. Dafür ist es zwar überhaupt nicht gedacht, aber trotzdem könnten die reichen mal ihre konten aufräumen. Ich wäre durchaus bereit, am ende den papierkorb zu entleeren.
Was mich wundert, ist, daß man mit so einem scheiß knete machen kann. Binsenweisheiten wie »kleidung, die Du seit zwei jahren nicht getragen hast, kannst Du wegwerfen« oder »bücher, die Du gelesen hast, brauchst Du nicht mehr«, gab es bereits im letzten jahrtausend und waren auch damals schon falsch, schließlich kann man auch bücher wegwerfen, die man noch nicht gelesen hat, wenn man nicht vorhat, es noch zu tun.
Hinzu gesellt sich die schulmädchenweisheit »behalte nur, was Dich glücklich macht.« Sind bücher, wie z.b. Kompendium Mediendesign, PHP in a Nutshell oder auch Der Kontenrahmen irgendwie dafür gedacht menschen glücklich zu machen? Ganz bestimmt, denn wegwerfen kann ich sie nicht. Kauft Euch einen Kontenrahmen, der macht glücklich. Alle werden Euch drum beneiden, denn betriebswirtschaftliche auswertungen sind das schönste wogibt. In so einem buch schmökert man sonntagnachmittags bei einer tasse kaffee immer wieder gern, obwohl es eigentlich längst klar sein sollte, daß in jedem fall irgedwie die gewinn- und verlustrechnung, die alte tunichtgütin, dahintersteckt.
Bekanntermaßen macht geld nicht glücklich. Dafür ist es zwar überhaupt nicht gedacht, aber trotzdem könnten die reichen mal ihre konten aufräumen. Ich wäre durchaus bereit, am ende den papierkorb zu entleeren.
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Donnerstag, 7. Februar 2019
Altpapierproduzentin
Kaum bin ich mal wenige stunden nicht am bildschirm, hat sich schon wieder schreckliches ereignet: die königin der schmonzette, Rosamunde Pilcher, ist gestorben.
Vor ca. einem vierteljahrhundert bekam ich mal ein buch von der geschenkt. Nach ungefähr einer halben seite hatte ich den eindruck, daß es ein irrglauben ist, daß lesen bildet und gab das ding ins altpapier.
Vor ca. einem vierteljahrhundert bekam ich mal ein buch von der geschenkt. Nach ungefähr einer halben seite hatte ich den eindruck, daß es ein irrglauben ist, daß lesen bildet und gab das ding ins altpapier.
Mittwoch, 6. Februar 2019
Töff töff – Hurra!
Ein beitrag zur diskussion ums tempolimit:
Das könnte glatt aus dem jahr 2019 stammen, wurde aber tatsächlich schon 1903 geschrieben. Und zwar von Erich Mühsam.
»Puff puff puff und töff töff töff –
Kindsgeschrei und Hundsgekläff!
Durch die Linden rase, rase!
Patriotisch, mit Emphase!
Hurra, hurra! Ganz Berlin
stinkt nach Gummi und Benzin.
Holla, holla, Polizei!
Halte Platz und Straßen frei,
daß das Auto nicht mehr weichen
oder stolpern über Leichen
braucht, denn das gab erst Geschrei
und 'ne Straßenschweinerei.
Maul gehalten, Bürgersmann!
Was gehn dich die Autos an?
Schleunigst ran zu Huldigungen,
»Deutschland, Deutschland« mitgesungen!
Andernfalls fliegst du ins Loch.
Hurra, hurra – dreimal hoch!
Tutend, pustend kommt's gesaust,
Jubel und Begeist'rung braust.
Mütter krähen, Väter niesen:
Deutschlands Treue ist erwiesen.
Kindsgeplärr und Hundsgekläff –
Deutschland – hoch! hurra! töff töff!«
Das könnte glatt aus dem jahr 2019 stammen, wurde aber tatsächlich schon 1903 geschrieben. Und zwar von Erich Mühsam.
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