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Mittwoch, 11. Mai 2016

Das Spanische kollektiv in Ost-Berlin

Oft wird behauptet, in der DDR habe es keine probleme mit asylanten gegeben, weil sie einfach keine flüchtlinge aufgenommen hätte. Das stimmt so nicht. In der zeit der Frankodiktatur waren viele kommunisten aus Spanien nach Frankreich geflohen. Als folge des Kalten Krieges wurden sie in Frankreich ab september 1950 nicht mehr geduldet. Viele von ihnen fanden zuflucht in der DDR, dort wurden sie eben nicht als asylanten behandelt, sie waren ja kommunistische genossen.

Gestern brachte der Deutschlandfunk ein erstaunlich gutes radiofeature über das Spanische kollektiv in Ost-Berlin. Es kann bis zum 17. mai hier angehört werden, das manuskript der sendung ist wahrscheinlich länger online.
O-ton Olga García Dominguéz, 68 jahre, Spanierin, ärztin, arbeitet seit 1989 in Madrid, nachdem sie aus der DDR nach Spanien zurückging: »Die DDR war und ist heute, dieses Stück DDR, was ich noch in meinem Kopf habe, immer noch meine Heimat. Dort hat man so gelebt, wie wir leben wollten, dass alle Menschen das Recht haben zu arbeiten, das Recht haben auf Gesundheitswesen, das Recht haben auf Bildung – dort gab es das. Dieses Land war mein Land. Ich war eine mehr. Wir waren keine Ausländer.
Meine schlimmste Emigration war, nach Spanien zurückzukommen.«