Donnerstag, 29. Dezember 2016

Grüne gegen verbraucherschutz

Vor einigen jahren galt es als skandal, was sich die lebensmittelindustrie geleistet hatte: damals hatte die lebensmittelindustrie die verbraucher beschissen, indem sie käseimitate aus billigen pflanzenölen und allerhand aromen und farbstoffen als »käse« deklariert und vermarktet hatte. Heute dürfen derartige kunststoffe nicht mehr unter dem begriff »käse« verkauft werden und das ist ein fortschritt: wer plastiksprengstoff speisen möchte, greift zum kunstprodukt und wer das nicht möchte, kauft zum käse. Immerhin wird inzwischen etwas besser deklariert.

Heute geht es um die wurst. Bundesagrarminister Christian Schmitdt hat vermutlich zum ersten mal in seinem leben einen vernünftigen vorschlag gemacht: fleischbezeichnungen für vegetarische und vegane lebensmittel abzuschaffen.

Eigentlich sollte es nicht zu schwer sein, eigene namen für pflanzliche produkte zu finden. Es gibt überhaupt keinen grund, fleischlose produkte aus seitan und kunstaromen als »schnitzel« oder »wurst« anzubieten. Das wird doch nur gemacht, weil ein richtiges schnitzel aus einem besseren fleischstück besteht und so dem käufer eingeredet werden soll, daß das imitat ebenfalls etwas hochwertiges wäre und man ihm so mehr geld dafür abknöpfen kann.

Das findet der Grüne landwirtschaftsminister Robert Habeck aus Schleswig-Holstein richtig prima. Seiner auffassung nach solle jedoch angeblich durch die klare deklaration nur die fleischindustrie gestützt werden.


Wer kein fleisch essen möchte, wird das durch eine vernünftige deklaration vegetarischer produkte ganz bestimmt nicht tun. Oder ahnt herr Habeck, daß das zeug bei korrekter deklaration dermaßen widerwärtig wird, daß niemand es mehr essen wird?

Kommentare:

  1. Es ist kein bisschen widerwärtig, sondern eine umweltschonende Alternative zum Fleisch. Ich habe schon vieles ausprobiert, sowohl von der Lebensmittelindustrie, von kleinen Herstellern und auch jede Menge Seitan und Soja-Vleischvarianten selbst gekocht. Vieles kann man sogar so zubereiten, dass niemand den Unterschied bemerkt!

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    1. Menschen, die beispielsweise an zöliakie leiden, merken den unterschied spätestens, wenn sie darmkrank werden.

      Seitan besteht nun einmal hauptsächlich aus gluten, welches von diesen menschen nicht vertragen wird. Das ist einer der gründe, weshalb ich es für dringend notwendig halte, für vegetarische produkte andere begriffe zu finden, damit es auch umgangssprachlich nicht zu verwechslungen kommt.

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  2. Grundsätzlich sollte man alles, was aus der CSU kommt, mit Gifthandschuhen anfassen. Auch in diesem Fall geht es dem sauberen Herrn Schmidt selbstredend nicht um die Interessen der "Verbraucher", sondern er tritt als Lobbyist der Fleischindustrie auf. Und der ist natürlich auch eine minimale Profiteinbuße durch irgendwelche Veganersekten ein Dorn im Auge, weshalb der Lobbyist losgeschickt wird, um in bekannter CSU-Manier herumzupoltern.

    Man muss das nicht ernst nehmen - die allermeisten Menschen im Land betrifft es ohnehin nicht. Mir persönlich ist es sowieso egal, ob ich industriell zusammengepampten Fleischabfall (Wurst) oder industriell zusammengepampten fleischlosen Abfall (vegane Wurst) verzehren muss - in jedem Fall beinhaltet das jeweilige Produkt aus bekannten kapitalistischen Gründen nur die minderwertigsten, billigsten, gerade noch gesetzlich erlaubten Zutaten, die kein Mensch - gäbe es die Lebensmittelindustrie nicht - freiwillig äße.

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    1. Die großen fleischverwurster haben doch längst entdeckt, daß man mit den veganersekten ebenfalls gutes geld verdienen kann, weshalb sie auch für die ein breites sortiment anbieten. Den leuten soll suggeriert werden, daß man auch als veganer auf nichts verzichten muß. Für die industrie ist das im wahrsten sinne des wortes ein gefundenes fressen: seitan ist ein billiges abfallprodukt und läßt sich als veganes »fleisch« oder »wurst« teuer vermarkten.

      Ich bin der auffassung, daß »vegan« und »fleisch« einander ausschließen und daß diese ersatzprodukte als solche deklariert werden sollten. Margarine als pflanzliche kunstbutter darf auch nicht einfach als »butter« verkauft werden. Bei diesen veggie-produkten ist derzeit offenbar alles erlaubt: im supermarkt gibt es »fleischsalat« mit 0,0 % fleischanteil, eigentlich kann man das als betrug bezeichnen, wird aber offenbar nicht geahndet, weil »wir« unseren fleischkonsum ohnehin drosseln müßten. Wenn es darum geht, diese unsitte der falschdeklaration zu beenden, dann bin ich da nicht gegen, selbst wenn es ein vollkoffer aus der CSU vorschlägt.

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  3. Kassler, Lyoner, Schnitzel, Roulade, Mortadella, Frikadelle, Bulette, Gyro, Gulasch, Gechnetzeltes, Rippchen, Beinscheibe, Kotelett, Leber - wo ist denn hier die Deklaration als "Fleisch"?

    Guten Rutsch mit:
    http://www.titanic-magazin.de/postkarten/karte/das-spritzig-frische-sommervergnuegen-1987/

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    1. Das ist allerdings ein argument.

      Danke ebenfalls guten rutsch. Wurstbowle ist meiner meinung nach allerdings wirklich eher was für den sommer. Zum jahreswechsel gibt es bei mir eher vegetarische käsebowle.

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