Donnerstag, 11. Mai 2017

Mal wieder ein einkommen für alle

Wie dieses bildschirmfoto vermuten läßt, ist das BGE beim Deutschlandfunk beliebt. Unter »mehr zum thema« findet man hinweise, was man gegen allergien tun kann.
Letzens gab es im mal wieder eine dieser diskussionen um den angeblichen »kommunismus im kapitalismus«, dem bedingungslosen grundeinkommen. Ein streitgespäch mit frau Prof. Dr. Anke Hassel von der Hans-Böckler-Stiftung, Michael Bohmeyer vom verein Mein Grundeinkommen e.V. () und hörerbeteiligung, moderiert von Matthias Hanselman vom Deutschlandfunk Kultur.
Zitat Matthias Hanselmann: »Herr Bohmeyer, sie sind ohne zweifel ein befürworter des grundeinkommens [...] Sie beziehen [ein grundeinkommen] und von wem beziehen sie es?«

Zitat Michael Bohmeyer: »Ich habe vor zehn jahren eine internetfirma gegründet und nach acht jahren der harten arbeit dort läuft die jetzt mittlerweile alleine - ich bin aber noch mitinhaber der firma und erhalte jeden monat zufälliger weise ungefähr 1000 € ausgezahlt von der firma, ohne daß ich dafür arbeiten muß. Und das ist schon die letzten zwei jahre so und diese tatsache, daß ich zwar deutlich weniger geld kriege, daß es aber bedingungslos ist, das hat mein leben und meine persönlichkeit radikal verändert. So daß ich auf den gedanken kam, das ist ja wahnsinn wie so ein grundeinkommen wirkt und seit dem will ich ausprobieren, ob es anderen genau so geht und versuche anderen auch so ein jahr grundeinkommen zu ermöglichen.«
Eine unwahrheit ist die behauptung, der herr Bohmeyer bezöge ein bedingungsloses grundeinkommen. Es ist nämlich keineswegs bedingungslos. Die vorbedingung, daß er jetzt ein leistungsunabhängiges einkommen erhält, ist nämlich, daß er miteigentümer einer internetbude ist. Das geld materialisiert sich nicht freundlicher weise einfach so auf seinem konto, sondern es wird von den leuten aus seiner firma erarbeitet.
Zitat Matthias Hanselmann: »Sie bekommen es nicht vom staat, sondern von ihrer eigenen firma. Was sind sie eigentlich von beruf?«

Zitat Michael Bohmeyer: »Ich bin so internet-start-up-mensch.«

Zitat Matthias Hanselmann: »Seit wann leben sie von diesen tausend euro?«

Zitat Michael Bohmeyer: »Seit, äh, 2014.«< Zitat Matthias Hanselmann: »Alles klar. Und jetzt haben Sie gesagt, das hat ihr leben verändert. Sind Sie ein anderer mensch geworden dadurch?«

Zitat Michael Bohmeyer: »Ja, das klingt so pathetisch, aber tatsächlich ja. Also bei mir hat sich dadurch, daß ich bedingungslos geld kriege und niemand nachfragt, was ich damit mache, habe ich erstmal gemerkt wie streß- und druckvoll mein arbeitsleben vorher war, wie ich die ganze zeit getrieben war. Zum ersten mal in meinem leben hat so eine innere ruhe eingesetzt. Das hat sich am anfang schecklich angefühlt, ich konnte gar nicht damit umgehen. Aber nach einer weile habe ich daraus so einen neuen selbstvertrauen geschöpft. Und kraft und weltinteresse und auf einmal habe ich bessere beziehungen geführt. Bin ein besserer vater geworden. Ich lebe gesünder mein kopf war voll ideen und ich hatte die kraft, was neues zu starten«

Zitat Matthias Hanselmann: »Das klingt, als sei das grundeinkommen ne art zaubermedizin oder zaubertrank oder sowas«

Zitat Michael Bohmeyer: »[...]für mich ist es das tatsächlich. Aber nicht aus den üblich bekannten gründen. Und das beleuchten wir in unserem projekt eben auch nicht, die arbeitsmarktpolitischen folgen so sehr und die steuerfinanzierungsmodelle, sondern was macht das mit unserem menschsein. Das ist ja neu in unserer gesellschaft, daß man etwas kriegt, ohne eine gegenleistung dafür bringen zu müssen. Und ich glaube das macht was mit der psyche. Das verändert, wie wir uns zueinander verhalten und das möchte ich erfahren, hab ich erfahren und möchte ich anderen ermöglichen auch zu erfahren.«

Zitat Zitat Matthias Hanselmann: »Sie müssen jetzt natürlich erzählen von Ihrem projekt. Sie sind ja nicht nur empfänger eines bedingungslosen grundeinkommens, sondern Sie verteilen es auch an andere. Erzählen Sie, wie das funktioniert.«

Zitat Michael Bohmeyer: »Aus meiner erfahrung heraus kam die idee, daß anderen auch zu ermöglichen und so habe ich ein crowdfunding gestartet - also über das internet eine geldsumme einsammeln, in dem fall 12.000 €. Und die idee war, wenn 12.000 € tatsächlich zusammenkommen, wählen wir zufällig eine person aus und die kriegt dann ein jahr lang eintausend euro monatlich bedingungsloses grundeinkommen.Und wir erzählen die geschichte, wie das das leben dieser person verändert. Das ganze wurde ein riesiger erfolg, nach wenigen wochen hatten wir vier grundeinkommen finanziert. Mittlerweile haben wir über eine million euro gesammelt, 85 grundeinkommen verschenkt. Wir haben 350.000 menschen, die auf unserer website mitglied sind. Es kommen jeden monat fünf grundeinkommen dazu, es arbeiten 20 menschen hier in Berlin hauptamtlich an dieser kampagne, die sich die frage stellt, was würde denn passieren, wenn wir ein grundeinkommen hätten? Wir wollen niemand überzeugen, wir wissen es ebent auch nicht ganz genau. Deswegen versuchen wir daten zu sammeln, indem wir es menschen schenken und damit ein bißchen vorankommen auf der Reise zum grundeinkommen [...] nach drei vier monaten wächst bei den leuten eine art, eine unbekannte art von eigenverantwortung, manchmal berichten sie, daß sie ruhiger schlafen. Von den 85 leuten haben übrigens erst drei ihren job gekündigt. Einer zum beipiel, hat im callcenter gearbeitet und macht jetzt ein studium zur pädagogik, aber auch die anderen beiden arbeiten weiter, also das ist nicht, daß dann alle faul werden, was man immer denkt«
Sicher ist es eine tolle sache, wenn man einfach so aus dem normalen, beruflichen alltag aussteigen kann. Und sicherlich ist es auch ein netter zug, anderen menschen das auch ermöglichen zu wollen. Eine lösung für soziale probleme bietet es jedoch wohl eher nicht, ein bißchen geld einzusammeln und es dann per losentscheid zu verschenken. Die leute, die an diesem »lotteriespiel« teilnehmen, versprechen sich davon irgendwas. Geld kann in dieser gesellschaft schließlich jeder brauchen. Aus sicht eines langzeitarbeitslosen, der vom regelsatz leben muß, klingt es sicherlich erst mal toll, ganze tausend euro im monat zu erhalten. Aber ausgerechnet für diese leute lohnt sich das nicht wirklich: von dem schönen geld müssen sie sich nämlich selbst krankenversichern, da sind dann schon mal mindestens 140 € weg. Und wenn dann noch die miete abgezogen ist, kommt auch wieder nur ungefähr der tolle regelsatz raus, der ohnehin nicht zu großen plänen verlockt, sondern nur ein vegetieren ermöglicht.

Das gespräch ist an dieser stelle natürlich noch längst nicht zu ende. Ich habe jetzt grad nur keine lust mehr, den blödsinn weiter mitzuschreiben. Es geht bald weiter.

Montag, 8. Mai 2017

Sonntag, 7. Mai 2017

Unsterbliches pech

Es liest sich wie eine schlagzeile aus dem »Postillion«: »Mann stirbt bei Unsterblichkeitsbeweis«. Ist es aber nicht. Es handelt sich um einen artikel des Humanistischen Pressedienstes. Und im grunde ist es eher nicht zum lachen.

Ein 25jähriger mann, der als hellseherisches medium betrachtet wurde, führte in Thailand einen traditionellen tanz zu ehren seiner vorfahren auf. Um seine unsterblichkeit zu beweisen, setzte er sich ein schwert auf die brust, welches aber nicht wie bei den vorhergehenden malen abbrach, sondern ihn tötete.

Wer wird schon beweisen, ob die geister schlechte laune hatten, jemand das präpariete schwert durch ein richtiges vertauscht hatte oder es einfach »künstlerpech« war.

Offensichtlich ist jedoch, daß der glaube an unsterblichkeit nicht übermäßig schlau ist.

Mittwoch, 3. Mai 2017

Satire darf nur ausländer beleidigen!

Bei satire hört bei der AfD der spaß auf. Zumindest, wenn sie sich nicht gegen Erdogan, sondern die AfD richtet. Das war im vergangenen jahr so und ist in diesem jahr natürlich immernoch so.



Alice Weidel: »Denn die politische korrektheit gehört auf den MÜLLhaufen der geschichte!«

Christian Ehring: »Jawoll! Schluß mit der politischen korrektheit. Laßt uns alle unkorrekt sein. Da hat die Nazi-schlampe doch recht! War das unkorrekt genug? Ich hoffe.«

Dagegen will die AfD nun rechtlich vorgehen. Das sollte sie wirklich tun, damit alle etwas zum lachen haben.

Dienstag, 2. Mai 2017

Zu blöd zum wählen

Sicherlich gibt es ausreichend gründe, die bürgerliche demokratie für keine übermäßig schlaue einrichtung zu halten. Einen davon hat der US-politologe Jason Brennan anfang April in einem interview mit dem Deutschlandfunk Kultur genannt: »Wähler wissen einfach oft nicht, was wirklich gut für sie ist und ob ihre Wählerstimme wirklich ihren eigenen Interessen dient.« Den Trump-wählern sei überdies noch gar nicht bewußt, daß sie sich mit dieser wahl in die eigenen füße geschossen hätten.

Er kategorisiert die menschen in »hobbits«, die sich nicht groß für politik interessieren, solange sie ihr zweites frühstück bekommen, »hooligans«, die zwar einigermaßen informiert aber fanatisiert sind und immer nur die vorteile des eigenen teams wollen und »vulkanier«, die über besseres wissen verfügen. Das zeugt von einem tollen menschenbild, wenn leute als desinteressierte fabelwesen, fußball-haudraufe oder emotionslose außerirdische eingestuft werden. Nach Jason Brennans ansicht sollte durch einen »gewissen test« überprüft werden, welches wissen die leute haben und die wählerstimme dementsprechend gewichtet werden.

Bestechende idee: keine macht den doofen! Zum glück können durch so einen »gewissen test« die wahlen auch gar nicht in eine gewisse richtung gelenkt werden.

Montag, 1. Mai 2017

Foto am montag (261)

Weißstorch (ciconia ciconia)

In der vergangenen woche kam auch problemstorch Ronny aus dem winterurlaub zurück.

Donnerstag, 27. April 2017

Größenwahn auf Nordhessisch

Kürzlich lief im ZDF in der reihe »Das kleine Fernsehspiel« einer meiner lieblingsdokumentarfilme Henners Traum.

An sich sieht alles fast »normal« aus. Aber im jahr 2005 machte sich im rathaus Hofgeismar größenwahn breit.
Der bürgermeister dieses nie besungenen nests hatte die grandiose idee, mitten in die Hessischsibirische landschaft das größte ferienressort Europas zu bauen.

Die Sababurg in der nähe des ortsteils Beberbeck, da ist mächtig was los. Außerdem steht dort jede menge landschaft rum. Da steppt der waschbär und ab und zu liegt eine tote maus im wald
Filmtrailer:


Den gesamten film kann man noch bis einschließlich 1. mai in der zdf-mediathek anschauen. Inzwischen ist Henners traum allerdings ausgeträumt. Das projekt wurde mangels investoren eingestellt. Die besitzgesellschaft der Domäne Beberbeck mußte insolvenz anmelden, der schaden für die stadt Hofgeismar soll sich auf bis zu fünf millionen euro belaufen haben.

Montag, 24. April 2017

Foto am montag (260)

Falscher clownfisch (amphiprion ocellaris)

Mittwoch, 19. April 2017

Bernd Fritz gestorben

Der ehemalige chefredadteur und mitherausgeber des satiremagazins Titanic verstarb am 16. april. Einem millionenpublikum bekannt wurde er 1988 als buntstiftlecker bei »Wetten dass..?



Das in der sendung beworbene heft kann man hier lesen.

Dienstag, 18. April 2017

Dr. Gysi und die nackerten

Seit über 20 jahren zeigte die Gesellschaft für Fotografie im rathaus Köpenick die »Foto Klub Forum Berlin«. In diesem jahr findet die ausstellung dort nicht mehr statt, weil die bezirksstadträtin von der CDU sich offenbar an einigen fotos störte und die ausstellung zensieren wollte. Angeblich hätten sich muslime über aktfotos beschwert.

Die ausstellung ist jetzt in Gregor Gysis Bürgerbüro in Schöneweide zu sehen:


Montag, 17. April 2017

Sonntag, 16. April 2017

Frohe feiertage

Ich wünsche allen ein fröhliches hasenfest.


Wobei sich das mit den hasen inzwischen auch relativiert. Der kapitalismus bringt alles ducheinander. Letzten sonntag stellte ich fest, daß sich der eigentlich harmlos aussehende osterhase in Frankreich als besatzer betätigt. Aber im gegenzug gibt es jetzt in Deutschland auch osterhennen:

Dienstag, 11. April 2017

Leben in der rollenden sardinendose

Der Ex-Vermieter hat mich gestern auf eine interessante doku aufmerksam gemacht.

Es geht um die ausgelagerten arbeiter bei der post:



Er schrieb dazu: »Am Anfang und Ende wurde "scheinbar" falsch benutzt, nämlich seien den Absahnern die Ausgebeuteten nur scheinbar egal. Dabei wissen wir doch, dass ihnen die nicht nur offensichtlich, sondern tatsächlich scheißegal sind.«

Selbstverständlich wird das wort »scheinbar« dort falsch benutzt. Die post wurde umstrukturiert, damit sie gewinne einfährt und die soziale verantwortung für die arbeiter aus den bilanzen verschwindet.

Für die investoren ist das prima. Für die menschen, die die gewinne erarbeiten müssen, nicht.

Montag, 10. April 2017

Foto am montag (258)

Mönchsgrasmücke (sylvia atricapilla)

Sonntag, 9. April 2017

Frankreich von hasen erobert

Als schüler war ich in einem austauschprogramm mit Frankreich. Wir wunderten uns damals, daß unsere Französischen freunde keine osterhasen kannten, sondern zu ostern neben eiern stattdessen glocken und hennen bekamen. Inzwischen ist der Deutsche osterhase offenbar in Frankreich immer häufiger anzutreffen:



Hoffentlich richtet der osterhase in Frankreich als neozoon keinen größeren schaden an.


Diese hasen sind nämlich wahre schluckspechte und saufen gern literweise festbier. Und das während der arbeit.

Freitag, 7. April 2017

Wohlstand im kapitalismus

Wenn man durchblicken läßt, daß man vom »besten wirtschaftssystem der welt«, dem kapitalismus, nicht übermäßig viel hält, kommt häufig die antwort, daß der kapitalismus aber einen nie dagewesenen wohlstand geschaffen habe. Als beispiel dafür wird dann gern erwähnt, daß heute selbst kinder aus armen familien »teure« smartphones haben, als sei es ein wunder, daß die sich wünschen, was die anderen auch haben.

Ist das wohlstand, wenn arme sich ein bißchen technischen schnickschnack leisten können? Ein teurer luxus sind smartphones schon lange nicht mehr: gibt es ab 50€ - und gebraucht manchmal sogar geschenkt. Und überhaupt, was ist daran wohlstand, wenn es arme menschen gibt? Sollte armut in einer wohlstandsgesellschaft nicht abgeschafft sein?

Aber auch bei den »Normaldeutschen« ist es mit dem wohlstand nicht unbedingt weit her. Nur 43% aller Deutschen haushalte besitzt wohneigentum, in Berlin sind es sogar nur 15%. Man kann kaum von wohlstand sprechen, wenn die mehrheit nicht einmal ein eigenes dach über dem kopf hat und die wohnung ziemlich schnell los ist, wenn man nicht imstande ist, die miete zu zahlen. Und das kann ziemlich schnell passieren, wenn man zum beispiel krank wird oder die arbeit verliert. Es geht eben nicht um die bedürfnisse der menschen, sondern darum, die bedürfnisse der menschen zu geld zu machen. So kommt es, daß es von jedem mist früher oder später billigversionen für arme gibt. Nicht, weil die unbedingt ein bedürfnis nach schrott hätten, sondern sich auch damit noch geld verdienen läßt.

Das ist eine komische vorstellung von wohlstand, wenn in diesem »wohlstand« nicht einmal ein grundbedürfnis wie z.b. eine wohnung gesichert ist.

Dienstag, 4. April 2017

Wohnen in der wellnessoase

Während man sich bei der FAZ vor einigen wochen sorgen machte, daß das Deutsche durchschnittsbad mit einer größe von knapp 8 quadratmetern kaum für einen offenen und großzügigen wellnesstempel tauge, erschien im gedruckten Spiegel nr. 14 vom 1. april 2017 ein erstaunlich kritischer artikel zu den sogenannten »mini-apartements«.

Wahrscheinlich hätte ich es für einen aprilscherz gehalten, daß da ein Berliner architekt menschen auf 6,4 m² unterbringen will, wenn ich vorher noch nie etwas über die Tinyhousebewegung gehört hätte. Auf dieser wahrlich überdimensionierten fläche bringt der Berliner architekt Van Bo Le-Mentzel einen wohnbereich, eine kochgelegenheit, eine schlafkoje, dort ist auch gleich der »schreibtisch« fürs homeoffice und eine naßzelle unter, die der architikt laut spiegel als »wellnessbereich« bezeichnet.

Im spiegelartikel kommen hauptsächlich wohnpsychologen zu wort, die kaum etwas anmerken, was man nicht ohnehin schon wüßte: daß persönliche entfaltung auf so wenig raum unmöglich ist und daß menschen, die sehr beengt wohnen, unter umständen auch zu aggressionen neigen.

Leben in streichholzschachteln als antwort auf die wohnungsnot

Mit der Unterstützung eines investors will Le-Mentzel ein mietshaus mit bis zu 200 solcher »wohneinheiten« bauen.
Zitat Van Bo Le-Mentzel: »Die 100€ miete, die für ein einzelappartement inklusive heizkosten und internetnutzung fällig würden, kann man auch locker mit flaschensammeln verdienen«
Auch wenn es sich bei den 100€ um die warmmiete handelt, ist das alles andere als ein sozialpreis, sondern enspricht einem quadratmeterpreis von stolzen 15,63€. »Normale« wohnungen gibt es in Berlin-Mitte ab etwas über 11€ pro quadratmeter.

Will man allein für die miete »locker« 100 € einsammeln, muß man 1250 bierflaschen einsammeln - meinen beobachtungen nach werden in Berlin meist bierflaschen weggeworfen, die sind halt relativ schwer. Pro stück wiegen die ca. 380g, was bedeutet, daß man für die 100€ miete »locker« eine knappe halbe tonne hohlglas finden und bewegen muß, ohne selbst ein bier trinken zu können.

Clever investieren: ideal für kapitalanleger - prekär für mieter

Aber auch hier, wo im Spiegel mal nicht die verhältnisse bejubelt werden, kommt nicht der leiseste anflug von zweifel am system auf.

Ist doch klar, daß es investoren braucht, die geld an den bedürfnissen anderer verdienen, sonst würde es schließlich gar nichts geben.

Montag, 3. April 2017

Foto am montag (257)

Buntspechte (dendrocopos major)

Samstag, 1. April 2017

Ich habe es mir überlegt.

Nach längerem hin- und herüberlegen habe ich beschlossen, mein blog dichtzumachen. Bewegen kann man mit der bloggerei nichts. Geld verdienen auch nicht. Diese bettelei um geld in blogs ist ohnehin nur peinlich.

Wenn man, wie ich, für zucht und ordnung sorgen will, muß man schon einer partei beitreten. Und zwar einer, wo man noch eine chance auf ein lukratives pöstchen hat. Und da kommt für mich allein die AfD in frage: bei nur 15% frauenanteil in der partei kann ich bei denen nur nach oben fallen. Und die Frauke Petry muß ich nicht einmal wegbeissen, weil sie von selbst gehen wird. Also ist der weg für mich frei, die nächste bundeskanzlerin zu werden.

Wenn ich das dann geschafft habe, brauche ich nicht mehr kostenlos zu bloggen, sondern kann für viel geld zeilen schinden, die zwar keiner lesen aber jeder bezahlen möchte. Das wäre sozusagen gelebte weltverbesserung mit der AfD.